Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.864/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_864/2011

Urteil vom 16. März 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Zingg.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

1. S.________,
2. T.________,
3. U.________,
4. V.________,
alle vier vertreten durch Rechtsanwalt Markus Joos,
Beschwerdegegner,

Betreibungsamt A.________.

Gegenstand
Grundpfandverwertung (Ablehnung des Liegenschaftsschätzers, Kostenvorschuss),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und
Konkurs, vom 22. November 2011.

Sachverhalt:

A.
A.a Die X.________ AG ist Schuldnerin in zwei Betreibungen auf
Grundpfandverwertung (Betreibungen Nr. 1 und Nr. 2 des Betreibungsamts
A.________). Im Rahmen des Verwertungsverfahrens teilte das Betreibungsamt der
X.________ AG am 19. Januar 2011 die betreibungsamtliche Schätzung der beiden
betroffenen Grundstücke mit. Es schätzte das Wohn- und Gasthaus (GB K-Bl. 1359;
Betreibung Nr. 1) inkl. Zugehör auf Fr. 2'763'000.-- und den Hangar (GB Bl.
3960; Betreibung Nr. 2) auf Fr. 10'000.--.

A.b Am 7. Februar 2011 beantragte die X.________ AG beim Bezirksgericht Hinwil
als unterer kantonaler Aufsichtsbehörde die Feststellung der Nichtigkeit der
Schätzung und die Durchführung einer neuen Schätzung. Eventualiter verlangte
sie die Durchführung einer neuen Schätzung gemäss Art. 9 der Verordnung des
Bundesgerichts vom 23. April 1920 über die Zwangsverwertung von Grundstücken
(VZG; SR 281.42) unter Einräumung des Rechts, einen Experten vorzuschlagen, und
die Ansetzung eines angemessenen Kostenvorschusses (nach Einladung der
Gutachter zum Kostenvoranschlag). Am 15. Februar 2011 ordnete das
Bezirksgericht eine neue Schätzung der Grundstücke gemäss Art. 99 Abs. 2 und
Art. 9 Abs. 2 VZG an, schlug einen Gutachter vor und setzte der X.________ AG
Frist zur Leistung eines Vorschusses von Fr. 4'000.--. Am 16. Juni 2011 wies
das Obergericht des Kantons Zürich als obere kantonale Aufsichtsbehörde eine
dagegen erhobene Beschwerde der X.________ AG ab und setzte ihr Nachfrist zur
Erhebung und Begründung von Einwendungen gegen den Experten und zur
Vorschussleistung. Nachdem die X.________ AG beides getan hatte, beschloss das
Bezirksgericht am 12. September 2011, einen anderen Gutachter zu ernennen. Es
schlug W.________, Betriebsökonom FA und Unternehmensberater bei der Z.________
AG, als neuen Experten vor. Dieser habe die mutmasslichen Kosten der Schätzung
telefonisch auf Fr. 6'000.-- bis Fr. 8'000.-- beziffert. Das Bezirksgericht
setzte Frist zur Erhebung von Einwänden und auferlegte der X.________ AG einen
zusätzlichen Vorschuss von Fr. 4'000.--. Auf eine Beschwerde der X.________ AG
gegen den Beschluss vom 12. September 2011 trat das Obergericht am 1. November
2011 mangels Erfüllung der Prozessvoraussetzungen nicht ein. Mit Beschluss vom
28. September 2011 verwarf das Bezirksgericht die Einwendungen der X.________
AG gegen W.________ und gegen die Erhöhung des Vorschusses und ernannte
W.________ zum Gutachter. Am 3. Oktober 2011 zahlte die X.________ AG den
zusätzlichen Vorschuss von Fr. 4'000.-- unter Vorbehalt der Beschwerdeerhebung.
A.c Am 27. Oktober 2011 erhob die X.________ AG gegen den bezirksgerichtlichen
Beschluss vom 28. September 2011 Beschwerde an das Obergericht. Sie lehnte
W.________ als Gutachter ab und wandte sich gegen die Erhöhung des
Kostenvorschusses auf Fr. 8'000.--. Mit Urteil vom 22. November 2011 wies das
Obergericht die Beschwerde ab.

B.
Am 12. Dezember 2011 hat die X.________ AG (Beschwerdeführerin) gegen dieses
Urteil Beschwerde an das Bundesgericht erhoben. Sie beantragt die Aufhebung des
angefochtenen Urteils und die Rückweisung an die Vorinstanzen zu neuer
Beschlussfassung. W.________ sei von der Vorinstanz befangen zu erklären und es
sei auf die Kostenvorschusserhöhung zu verzichten. Der Beschwerdeführerin sei
Gelegenheit zu geben, selber einen Experten vorzuschlagen und die
vorgeschlagenen Experten seien zur Abgabe eines Kostenvoranschlags einzuladen.
Falls keine Rückweisung an die Vorinstanzen erfolge, solle das Bundesgericht
selber im Sinne ihrer Begehren entscheiden. Zudem ersucht sie um aufschiebende
Wirkung. Mit separater Eingabe vom 12. Dezember 2011 ersucht sie schliesslich
um Zustellung der Vernehmlassungen und Gewährung des Replikrechts.

Das Obergericht hat auf Vernehmlassung zum Gesuch um aufschiebende Wirkung
verzichtet, das Betreibungsamt hat sich nicht vernehmen lassen und die
Gläubiger S.________, T.________, U.________ und V.________ (Beschwerdegegner)
haben sich dem Gesuch widersetzt. Mit Präsidialverfügung vom 26. Januar 2012
ist der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt worden.

Das Betreibungsamt und das Obergericht haben auf Vernehmlassung in der Sache
verzichtet. Die Beschwerdegegner ersuchen um Abweisung der Beschwerde, soweit
darauf eingetreten werden könne. Das Bundesgericht hat diese Antworten der
Beschwerdeführerin mitgeteilt und ihr zugleich Frist zur Einreichung einer
Replik angesetzt. Am 2. März 2012 hat sie um Fristerstreckung um mindestens 24
Tage ersucht. Mit Verfügung vom 5. März 2012 ist eine nicht weiter erstreckbare
Fristverlängerung bis zum 12. März 2012 gewährt worden. Am 13. März 2012 hat
die Beschwerdeführerin um eine weitere Fristerstreckung gebeten. Diesem Gesuch
ist am 14. März 2012 nicht stattgegeben worden. Die Beschwerdeführerin hat in
der Folge keine Replik eingereicht.

Erwägungen:

1.
Gegen den Entscheid der oberen Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und
Konkurssachen (Art. 75 BGG) ist die Beschwerde in Zivilsachen unabhängig vom
Streitwert zulässig (Art. 72 Abs. 2 lit. a und Art. 74 Abs. 2 lit. c BGG). Sie
ist binnen Frist erfolgt (Art. 100 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 45 Abs. 1 BGG).
Obwohl es um einen Ausstand und um einen Kostenvorschuss geht (vgl. Art. 92 und
93 BGG), werden die Entscheide der (oberen) Aufsichtsbehörde als Endentscheide
(Art. 90 BGG) behandelt (BGE 133 III 350 E. 1.2 S. 351).

Die Beschwerde ist zu begründen (Art. 42 Abs. 1 BGG). Nach Art. 42 Abs. 2 BGG
ist in der Begründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene
Akt Recht verletzt. Dies setzt voraus, dass sich der Beschwerdeführer
wenigstens kurz mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids
auseinandersetzt (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.; 134 V 53 E. 3.3 S. 60).
Strengere Anforderungen gelten, wenn die Verletzung von Grundrechten geltend
gemacht wird (Art. 106 Abs. 2 BGG). Eine Verfassungsrüge muss in der Beschwerde
präzise vorgebracht und begründet werden (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88). Dies
bedeutet, dass anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids klar und
detailliert darzulegen ist, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden
sein sollen (BGE 135 III 232 E. 1.2 S. 234 mit Hinweisen).

2.
Die Vorinstanz hat zunächst festgehalten, der Schätzung komme im
Verwertungsverfahren nur untergeordnete Bedeutung zu, weshalb es nicht
notwendig sei, ein langwieriges Auswahlverfahren für die Vergabe des
Gutachtensauftrags durchzuführen. Die Beschwerdeführerin habe kein
schützenswertes Interesse daran, vor der Vergabe Gewissheit über die Höhe der
zu erwartenden Schätzungskosten zu erhalten. Es sei daher nicht zu beanstanden,
dass das Bezirksgericht den Experten freihändig bestimmt und eine ungefähre
Angabe über die voraussichtlichen Kosten telefonisch eingeholt habe.

Es hat ausserdem festgehalten, für den Sachverständigen gälten dieselben
Ausstandsgründe wie für das Gericht. Es bestehe kein Anspruch, dass die
Parteien selber einen Schätzungsexperten vorschlagen könnten. Die
Beschwerdeführerin trage keine Ablehnungsgründe gegen W.________ persönlich
vor. Der geltend gemachte Ablehnungsgrund, W.________ sei Angestellter der
Z.________ AG und die Z.________ AG sei Treuhänderin bzw. Beraterin der
Beschwerdegegner, richte sich gegen die Z.________ AG. Dass W.________ die
Beschwerdegegner bzw. R.________ (dessen Erben die Beschwerdegegner nach
Darstellung des Beschwerdeführers sind) beraten habe, werde weder geltend
gemacht noch sei solches ersichtlich. Nicht stichhaltig sei der Einwand,
W.________ sei aus Luzern und mangels Vertrautheit mit den Zürcher
Verhältnissen nicht in der Lage, das Grundstück in Zürich zu schätzen. Die
Beschwerdeführerin könne keine schätzungsrelevanten Besonderheiten der hiesigen
Verhältnisse nennen und die als Argument gegen den Experten angeführten
Anfahrtskosten fielen kaum ins Gewicht. Dass laut Beschwerdeführerin im
Internet und im Telefonbuch über W.________ keine Einträge zu finden seien,
möge zutreffen oder nicht, ein Ablehnungsgrund werde dadurch aber nicht
begründet.

Das Obergericht hat schliesslich die vom Experten veranschlagten
voraussichtlichen Kosten von Fr. 6'000.-- bis Fr. 8'000.-- als plausibel
erachtet. Der Experte habe darauf hingewiesen, er müsse einen Augenschein vor
Ort vornehmen, er sei auf die Unterstützung eines Mitarbeiters angewiesen und
für die Ausarbeitung des Gutachtens sei mindestens mit einem weiteren
Arbeitstag zu rechnen. Das Obergericht ist auf dieser Grundlage von zwei
Arbeitstagen zu acht Stunden unter Beizug eines Mitarbeiters ausgegangen, was
bei einem Stundenansatz von Fr. 200.-- zu einem Honorar von Fr. 6'400.-- führe.
Zu berücksichtigen sei, dass es sich um die Schätzung einer
Betriebsliegenschaft handle, weshalb sich der von der Beschwerdeführerin
angestellte Vergleich mit einer von der Q.________ AG in Rechnung gestellten
Liegenschaftsschätzung einer Wohnanlage verbiete. Da die Beschwerdeführerin den
zusätzlichen Betrag von Fr. 4'000.-- habe leisten können, sei die Frage ihrer
Leistungsfähigkeit als Argument gegen die Erhöhung nicht zu berücksichtigen.
Sie mache nicht geltend, sie habe für die Bezahlung ein Darlehen mit
Zinspflichten aufnehmen müssen. Schliesslich sei die definitive Höhe der
Schätzungskosten noch nicht bekannt; die Kosten könnten auch niedriger
ausfallen und der Beschwerdeführerin erwachse durch einen zu hoch angesetzten
Vorschuss kein relevanter Nachteil.

3.
Die Beschwerdeführerin rügt, dass die fachliche Qualifikation des Schätzers
nicht beurteilt werden könne. Öffentlich zugängliche Informationen über ihn
(Internet, Telefonbuch) existierten nicht. Die Anfrage des Gerichts, ob man mit
dem Experten einverstanden sei, gerate zur Farce, wenn über den Experten nichts
bekannt sei. Es könne somit nicht beurteilt werden, ob er sich für die
Liegenschaftsschätzung eines Gastronomieobjekts eigne. Eine Person aus dem
Kanton Luzern dürfte mit den Besonderheiten des Kantons Zürich, insbesondere
dessen Berggebiet, zu wenig vertraut sein. Zudem seien die Anfahrtskosten zu
hoch.

Der Experte sei ausserdem befangen. Die Ablehnung richte sich entgegen der
Argumentation der Vorinstanz gegen den Experten persönlich und nicht gegen die
Z.________ AG. Es sei nicht erforderlich, dass W.________ persönlich R.________
bzw. die Beschwerdegegner beraten habe. Er sei allein deshalb befangen, weil er
kein selbständiger Schätzer, sondern Angestellter der Z.________ AG sei und die
Z.________ AG während Jahrzehnten für R.________ und danach für seine Erben,
die Beschwerdegegner, gearbeitet habe. Die Beschwerdeführerin verlangt, selber
einen Experten vorschlagen zu dürfen. Der Auftrag dürfe nicht freihändig
vergeben werden und Kosteninformationen dürften nicht bloss telefonisch
eingeholt werden. Vielmehr müsse ein schriftliches Angebot angefordert werden.

Schliesslich reichten Fr. 4000.-- als Vorschuss bei Weitem. Der
Beschwerdeführerin sei es auch nicht ohne weiteres gelungen, den zusätzlichen
Vorschuss zu bezahlen, sondern nur unter Zuhilfenahme eines zinspflichtigen
Darlehens.

4.
Die Einwände der Beschwerdeführerin sind teilweise berechtigt.

4.1 Das Bezirksgericht hat den Parteien vor Erstellung des Gutachtens
Gelegenheit gegeben, sich zur Person des vom Gericht vorgeschlagenen Gutachters
zu äussern. Diese Gehörsmöglichkeit dient den Parteien einerseits dazu,
allfällige Ausstandsgründe geltend zu machen (dazu unten E. 4.2), andererseits
können sie auch allgemeine Einwände gegen den vorgeschlagenen Gutachter
anbringen, insbesondere hinsichtlich seiner fachlichen Eignung (ALFRED BÜHLER,
Gerichtsgutachter und -gutachten im Zivilprozess, in: Heer/Schöbi [Hrsg.],
Gericht und Expertise - La justice et l'expertise, 2005, S. 46). Da den
Gerichten und den Parteien häufig die Fachkunde fehlt, um Gutachten inhaltlich
vollumfänglich nachprüfen zu können, das Gutachten aber in der Regel ein
wesentliches Element des späteren behördlichen Entscheids bilden wird, ist es
umso wichtiger, dass sich die Parteien zumindest über die Kompetenz des
Gutachters ein Bild machen können. Dazu sind, soweit nicht allgemein
zugänglich, gewisse Mindestangaben über Ausbildung und Qualifikation des
Experten durch das Gericht nötig. Vorliegend hat das Bezirksgericht lediglich
angegeben, W.________ arbeite bei der Z.________ AG und er sei Betriebsökonom
FA und Unternehmensberater. Daraus lässt sich nicht entnehmen, inwiefern
W.________ fachlich zur Liegenschaftsschätzung qualifiziert ist. Dass er auf
diesem Gebiet tätig ist, lässt sich weder der Angabe der Arbeitgeberin noch
seines Titels noch seiner Berufsbezeichnung entnehmen. Insoweit sind die
Einwände der Beschwerdeführerin gegen das Auswahlverfahren berechtigt. Sofern
an W.________ als Gutachter festzuhalten sein sollte (vgl. unten E. 4.2),
werden die entsprechenden Informationen nachzuliefern sein.

Unbegründet ist die Beschwerde insofern, als die Beschwerdeführerin einen
Gutachter aus dem Kanton Luzern für ungeeignet hält. Die Beschwerdeführerin
vermag keine Umstände zu nennen, die besondere Kenntnis der Zustände im Zürcher
Oberland voraussetzen würden. Mit der vorinstanzlichen Erwägung, dass die
Anfahrtskosten kaum ins Gewicht fielen, setzt sich die Beschwerdeführerin nicht
auseinander. Schliesslich muss das Bezirksgericht von Verfassungs wegen die
Parteien nicht dazu auffordern, eigene Expertenvorschläge einzureichen (vgl.
BÜHLER, a.a.O., S. 44 f.). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, dass das
anwendbare kantonale Prozessrecht (Art. 20a Abs. 3 SchKG) anderes vorsieht.
4.2
4.2.1 Auf die Ausstandsfrage hat das Obergericht Art. 183 Abs. 2 i.V.m. Art. 47
ZPO als kantonales Recht angewandt (§ 21 des Zürcher Einführungsgesetzes vom
26. November 2007 zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs [EG SchKG;
LS 281] und Art. 20a Abs. 3 SchKG). Das Bundesgericht könnte die Anwendung der
ZPO demnach einzig unter dem Gesichtspunkt der Willkür überprüfen (Art. 9 BV).
Da die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, die ZPO sei willkürlich
angewandt worden, ist die Ablehnung einzig anhand der verfassungsrechtlichen
Grundsätze von Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Art. 30 Abs. 1 BV zu prüfen. Für
gerichtliche Sachverständige gelten demgemäss grundsätzlich dieselben
Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für die Richter vorgesehen sind (BGE
137 V 210 E. 2.1.3 S. 231 mit Hinweisen; 126 III 249 E. 3c S. 253 mit Hinweis).
Keine geringeren Anforderungen können an Experten im Betreibungsverfahren
gestellt werden. Sichergestellt werden soll, dass das Gutachten nicht durch
sachfremde, ausserhalb des Verfahrens liegende Umstände beeinflusst wird (BGE
137 V 210 E. 2.1.3 S. 231 mit Hinweis). Liegen bei objektiver Betrachtungsweise
Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der
Voreingenommenheit zu begründen vermögen, so ist die Garantie hinreichender
Unabhängigkeit und Unparteilichkeit verletzt. Solche Gegebenheiten können
entweder in einem bestimmten Verhalten des Sachverständigen oder in gewissen
äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet
sein. Bei der Beurteilung der Umstände ist nicht auf das subjektive Empfinden
einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss
vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, wenn Umstände
vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und
Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der
Sachverständige tatsächlich befangen ist (BGE 136 I 207 E. 3.1 S. 210 mit
Hinweisen; BGE 135 I 14 E. 2 S. 15 mit Hinweis).

4.2.2 Der vorgeschlagene Experte W.________ ist Mitarbeiter der Z.________ AG.
Fraglich ist, ob er als befangen erscheint, weil nach der Behauptung der
Beschwerdeführerin die Z.________ AG Treuhänderin der Beschwerdegegner ist. Die
Beschwerdegegner führen in ihrer Beschwerdeantwort aus, sie stünden in einer
geschäftlichen Beziehung zur Zweigniederlassung der Z.________ AG in Solothurn.
Hingegen hätten sie nie eine Beziehung oder einen Kontakt zur
Zweigniederlassung der Z.________ AG in Luzern oder zu W.________ gehabt.

Befangenheit oder zumindest ein Anschein von Befangenheit eines
Gerichtsexperten kann sich aus dem Umstand ergeben, dass er zu einer
Prozesspartei in einer wirtschaftlichen Beziehung steht oder stand, wobei
dieselbe eine gewisse Intensität aufweisen muss (BGE 125 II 541 E. 4b S. 545;
Urteil 4A_256/2010 vom 26. Juli 2010 E. 2.4, publ. in: sic! 2010 S. 917). Ein
arbeits- oder auftragsrechtliches Verhältnis des Gutachters zu einer Partei
kann in der Tat den Anschein der Befangenheit erwecken. Dies kann auch dann der
Fall sein, wenn keine direkten vertraglichen, sondern bloss mittelbare
Beziehungen zwischen Partei und Gutachter bestehen, z.B. wenn der vorgesehene
Gutachter in einem arbeitsvertraglichen und damit Treueverhältnis zu einer
Person steht, die ihrerseits ein Mandatsverhältnis zu einer Partei hat (vgl.
Urteil 4A_256/2010 vom 26. Juli 2010, teilweise publ. in: sic! 2010 S. 917, zu
einem auftragsrechtlichen Substitutionsverhältnis gemäss Art. 399 OR). Da die
Vorinstanz keine tatsächlichen Feststellungen über die Beziehungen von
W.________ und der Z.________ AG zu den Beschwerdegegnern getroffen hat, kann
diese Frage jedoch nicht abschliessend geprüft werden. Namentlich ist Art und
Dauer der Geschäftsbeziehung der Beschwerdegegner bzw. von R.________ zur
Z.________ AG nicht bekannt und sie wird von den Beschwerdegegnern in ihrer
Beschwerdeantwort auch nicht näher erläutert. Ebenso wenig ist bekannt, ob der
vorgeschlagene Experte W.________ im Rahmen seiner Tätigkeit für die Z.________
AG in Kontakt mit den Beschwerdegegnern stand - was von Letzteren bestritten
wird - und ob er organisatorisch und hierarchisch unabhängig von Abteilungen
oder Personen ist, die in Kontakt mit den Beschwerdegegnern standen oder
stehen. Gegen die Unabhängigkeit von Mitarbeitern der Z.________ AG könnte der
Inhalt des von der Beschwerdeführerin der Vorinstanz eingereichten E-Mails
sprechen. Darin wandte sich der Anwalt der Beschwerdegegner im Februar 2008 an
P.________ von der Z.________ AG und an den Beschwerdegegner 3 mit der Bitte um
Prüfung einer Vereinbarung mit der Beschwerdeführerin. Es ist demnach nicht
auszuschliessen, dass die Z.________ AG im vorliegend zu beurteilenden
Rechtsstreit oder vorgängig dazu bereits beratend tätig war. Da die Vorinstanz
die näheren Umstände nicht abgeklärt hat, obschon dazu konkreter Anlass
bestanden hätte, ist sie ihrer Pflicht zur Sachverhaltsabklärung von Amtes
wegen nicht nachgekommen (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG). Das angefochtene
Urteil ist folglich aufzuheben und die Angelegenheit zur Abklärung aller
erheblichen Umstände an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4.3 Die Beschwerdeführerin wendet sich schliesslich gegen die Erhöhung des
Kostenvorschusses. Was das Verfahren betrifft, so ist unter den von der
Beschwerdeführerin gerügten Gesichtspunkten der Fairness und der Willkür (Art.
29 Abs. 1 und Art. 9 BV) nicht zu beanstanden, dass sich das Bezirksgericht
einzig mit einem telefonisch eingeholten Kostenvoranschlag begnügt hat. Die
Höhe des Voranschlags bzw. des daraus abgeleiteten Kostenvorschusses kritisiert
die Beschwerdeführerin mit Hinweisen auf das ihr angemessen erscheinende
Honorar und mit einer anderen Beurteilung der für die Schätzung benötigten
Anzahl Arbeitstage und Mitarbeiter. Mit der blossen Darstellung ihrer Sicht der
Dinge kann sie jedoch nicht dartun, dass das Bezirksgericht den Vorschuss
willkürlich festgelegt hätte. Darauf ist nicht einzutreten. Die Behauptung, sie
habe die Erhöhung des Kostenvorschusses nur mithilfe eines zinspflichtigen
Darlehens bezahlen können, ist neu und deshalb unzulässig (Art. 99 Abs. 1 BGG).

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten den
Parteien je hälftig aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Parteien tragen ihre
Parteikosten selber (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit auf sie eingetreten werden
kann. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer als obere
kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, vom 22. November
2011 wird aufgehoben und die Angelegenheit zu neuer Beurteilung im Sinne der
Erwägungen an das Obergericht zurückgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin und
den Beschwerdegegnern je zur Hälfte auferlegt. Die Beschwerdegegner haften für
ihren Anteil von Fr. 500.-- solidarisch.

3.
Die Parteikosten werden wettgeschlagen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Betreibungsamt A.________ und dem
Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als obere kantonale
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. März 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Zingg