Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1054/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_1054/2015

Urteil vom 22. Februar 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Oberholzer,
Gerichtsschreiber Briw.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Armin Stöckli,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz usw., Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Schwyz, Strafkammer, vom 1.
September 2015.

Sachverhalt:

A.
Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz bestrafte X.________ mit Strafbefehl vom 18.
März 2014 wegen Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte,
mehrfacher vorsätzlicher Tierquälerei, vorsätzlicher Widerhandlung gegen das
Tierschutzgesetz und Drohung mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen
zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 1'000.-- (teilweise zusätzlich zum
Strafbefehl vom 3. August 2012 wegen Widerhandlungen gegen das Tierschutz- und
das Tierseuchengesetz). Vom Widerruf des Vollzugs der Geldstrafe des früheren
Strafbefehls (130 Tagessätze zu Fr. 30.--) sah sie ab, verlängerte aber die
Probezeit von drei Jahren um eineinhalb Jahre.
Die Einzelrichterin am Bezirksgericht Schwyz sprach X.________ am 17. Oktober
2014 von der Anklage der Drohung frei und im Übrigen im Sinne des Strafbefehls
schuldig. Sie bestrafte ihn (teilweise zusätzlich zum Strafbefehl von 2012) mit
einer unbedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse
von Fr. 1'000.-- (Ersatzfreiheitsstrafe von 150 bzw. 10 Tagen).
Das Kantonsgericht Schwyz setzte im Berufungsverfahren am 1. September 2015 die
Geldstrafe auf 120 Tagessätze herab und wies die Berufung im Übrigen ab
(Dispositiv Ziff. 1). Es auferlegte die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr.
1'500.-- (ohne Kosten der amtlichen Verteidigung) zu vier Fünfteln (Fr.
1'200.--) X.________ und im Übrigen dem Staat (Ziff. 2). Es entschädigte den
amtlichen Verteidiger aus der Gerichtskasse mit Fr. 2'555.40 und behielt die
Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO vor (Ziff. 3).

B.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das kantonsgerichtliche
Urteil in Dispositiv Ziff. 1 und 2 sowie Ziff. 3 betreffend Rückzahlungspflicht
aufzuheben, ihn von Schuld und Strafe freizusprechen, eventuell die Sache an
die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen sowie am erstinstanzlichen
Freispruch festzuhalten. Es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu
gewähren.

Erwägungen:

1.

1.1. Bezüglich des Rechtsbegehrens, entgegen Ziff. 3 des angefochtenen
Dispositivs dürfe dem Beschwerdeführer "keine Rückzahlungspflicht überbunden
werden", ist auf den Wortlaut von Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO sowie BGE 139 IV
261 E. 2.2.3 zu verweisen.

1.2. Die Erstinstanz setzte die Sache aus und wartete den Ausgang eines
Verfahrens gegen einen Bruder des Beschwerdeführers ab (Urteil S. 4, Bst. B).
Der Beschwerdeführer bringt vor, dieser Prozess sei dem "Angeklagten überhaupt
nicht bekannt". Er habe keine Einsicht in die Akten nehmen können. Es sei das
rechtliche Gehör verletzt worden. Damit seien seine Verteidigungsrechte aufs
Gröbste verletzt worden. Die Strafprozessordnung erlaube keinen Aufschub der
Urteilsfällung, um einen anderen Strafprozess abzuwarten, der keinen
Zusammenhang mit seinem Verfahren habe (Beschwerde S. 16).
Der Beschwerdeführer legt nicht dar (Art. 42 Abs. 2 BGG), dass er dies vor der
Vorinstanz gerügt hätte. Mangels Ausschöpfens des Instanzenzugs ist darauf
nicht einzutreten (Art. 80 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 135 I 91 E. 2.1; Urteil 1B_306/
2014 E. 2.5).

1.3. Der Beschwerdeführer rügt, allein die Tatsache des Nichtberücksichtigens
des verbliebenen Privatklägers sei ein Formfehler, der die Aufhebung des
Urteils rechtfertige (Beschwerde S. 15, Ziff. 17).
Es ist weder dargelegt noch ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer durch
einen behaupteten Formfehler betreffend die Privatklägerschaft beschwert sein
könnte. Auch darauf ist nicht einzutreten.

2.
Der Beschwerdeführer behauptet eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung.

2.1. Für das Bundesgericht ist grundsätzlich der vorinstanzlich festgestellte
Sachverhalt massgebend (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Sachverhaltsfeststellung kann
vor Bundesgericht nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder
auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (BGE 140 III 264 E. 2.3).
Für die Anfechtung des Sachverhalts gilt das strenge Rügeprinzip (Art. 42 Abs.
2 i.V.m. Art. 97 Abs. 1 und Art. 106 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht prüft in
diesem Fall nur klar anhand der angefochtenen Beweiswürdigung detailliert
erhobene und aktenmässig belegte Rügen. Auf appellatorische Kritik tritt es
nicht ein (BGE 140 III 264 E. 2.3; 133 IV 286 E. 1.4 und 6.2; Urteil 6B_841/
2015 vom 10. November 2015 E. 2.2 mit Hinweisen).

2.2.

2.2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, bei der Sachbeschädigung verkenne
die Vorinstanz, dass die Nötigung durch A.________ andauerte und die
Notwehrlage bis zur Beendigung der Tat anhielt. Nachdem er am 28. Mai 2012 die
Wohnung verlassen hatte, habe A.________ das Zylinderschloss des Hauseingangs
ausgetauscht, so dass er am 29. Mai 2012 um 1 Uhr die Liegenschaft nicht mehr
habe betreten können. Diese habe seinem Bruder gehört, und nach dessen Tod der
Erbengemeinschaft, bestehend aus ihm und drei Geschwistern (die Eltern hätten
die Erbschaft ausgeschlagen). Die Liegenschaft sei zwangsrechtlich versteigert
worden, da niemand die Kosten habe bezahlen können. Der Eigentümerwechsel
breche die Miete nicht. Der Ersteigerer A.________ habe mit dem Auswechseln des
Schlosses gegen Art. 256 Abs. 1 OR verstossen. Die vorinstanzliche Annahme, er
hätte - morgens um 1 Uhr - A.________ anrufen können, sei zynisch, und dass er
bei Freunden hätte übernachten können, sei eine phantasievolle Vorstellung der
Erstinstanz. Damit habe ein Rechtfertigungsgrund bestanden, eine Fensterscheibe
am Mietobjekt einzuschlagen. Die Fensterscheibe sei nie in Rechnung gestellt
worden.

2.2.2. Miete ist die entgeltliche Überlassung einer Sache zum Gebrauch. Der
Mietzins ist wesentlicher Vertragsbestandteil (BGE 119 II 347 E. 5a). Das
Mietobjekt muss während der Vertragsdauer störungsfrei gebraucht werden können
(HANS GIGER, in: Berner Kommentar, Die Miete, 2015, NN. 29, 64 und 112 zu Art.
256 OR).
Die Liegenschaft ging in Universalsukzession auf die Erbengemeinschaft über.
Weil kein Mitglied der Erbengemeinschaft die "auflaufenden Kosten" bezahlen
konnte, wurde sie am 31. Januar 2012 versteigert (Beschwerde S. 5). Das legt
nahe, dass der Beschwerdeführer, ein Mitglied der Erbengemeinschaft, keinen
Mietzins zahlte. Die angeklagte Sachbeschädigung erfolgte vier Monate nach der
Versteigerung am 29. Mai 2012 (Urteil S. 2).
Bei einer Zwangsversteigerung geht ein Mietverhältnis gemäss Art. 261 Abs. 1 OR
mit der Mietsache auf den Erwerber über (Art. 50 VZG; SR 281.42; dazu BGE 128
III 82). Der Erwerber wird Partei des Mietverhältnisses. Ihm steht die
Mietzinsforderung zu. Das Mietverhältnis geht in dem Zustand auf den Erwerber
über, in dem es sich im Moment des Parteiwechsels befand (BETTINA
HÜRLIMANN-KAUP, Grundfragen des Zusammenwirkens von Miete und Sachenrecht,
2008, S. 232 f., N. 576). Art. 261 OR ist nur anwendbar, wenn ein gültiger
Mietvertrag im Sinn von Art. 253 OR bestand.
Der Beschwerdeführer bringt vor, ein Eigentümerwechsel durch zwangsrechtliche
Versteigerung breche die Miete nicht. Somit bleibe er Mieter der von ihm
bewohnten Wohnung (Beschwerde S. 5). Er kann ein Mietverhältnis indes nicht mit
einer Versteigerung, sondern nur mit einem in diesem Zeitpunkt gültigen
Mietvertrag begründen. Art, Umfang und Bestand eines "Mietverhältnisses" sind
nicht belegt. Da die Vorinstanz die Frage offen lässt, ist ein Miete im Sinne
von Art. 253 ff. OR nicht nachgewiesen.

2.2.3. Eine Nötigung (Art. 181 StGB) wird vom Beschwerdeführer behauptet, ohne
Veranlassung oder Umstände zur Auswechslung des Türschlosses zu thematisieren.
Eine Handlung ist als Nötigung zu qualifizieren, wenn Mittel oder Zweck
rechtswidrig ("illicite") sind (BGE 120 IV 17 E. 2a; Urteil 6B_447/2014 vom 30.
Oktober 2014 E. 2.1). Solche Feststellungen sind dem Urteil nicht zu entnehmen.
Darauf ist nicht einzutreten (vgl. Urteil 6B_1043/2015 vom 9. Dezember 2015
Bst. A und E. 4.3.2 betreffend eine behauptete Zugangsverweigerung zur
Wiederbeschaffung von Fahrzeugen).

2.2.4. Rechtfertigende Notwehr kommt in Betracht, wenn jemand ohne Recht
angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht wird (Art. 15 StGB). Der
Beschwerdeführer wurde nicht angegriffen und kann sich nicht auf Notwehr
berufen. Ebenso ist ein Notstand zu verneinen. Dieser setzt voraus, dass die
Tat begangen wurde, um ein Rechtsgut "aus einer unmittelbaren, nicht anders
abwendbaren Gefahr zu retten" (Art. 17 StGB). Die Vorinstanz liess offen, ob
überhaupt ein Mietverhältnis bestand und das Schloss unerwartet ausgewechselt
wurde. Sie stellt verbindlich fest (Art. 105 Abs. 1 BGG), der Beschwerdeführer
habe mit dem Vermieter gar keine Rücksprache nehmen wollen (Urteil S. 6). Der
Beschwerdeführer zeigt nicht auf, dass die Feststellung willkürlich ist (oben
E. 2.1).

2.2.5. Der Tatbestand von Art. 144 Abs. 1 StGB ist mit der Beschädigung der
Sache erfüllt. Es ist unerheblich, dass der Vermieter keine Entschädigung
einforderte.

2.2.6. Der Beschwerdeführer rügt, die Erstinstanz sei von einem "geschätzten
Sachschaden" ausgegangen. Daraus werde nicht nachvollziehbar geschlossen, das
Verschulden des Angeklagten wiege nicht mehr leicht (Beschwerde S. 16, Ziff.
19).
Die Vorinstanz hält fest, der Beschwerdeführer beanstande einzig die
erstinstanzliche Einschätzung, dass sein Verschulden im Fall der
Sachbeschädigung nicht mehr leicht wiege. Diese Kritik sei zum Teil zutreffend.
Der Tatbestand falle für das Strafmass kaum mehr ins Gewicht (Urteil E. 6, S.
11 f.). Die Rüge ist unbegründet.

2.3. Am 18. September 2012 fand eine Tierräumung durch das Kantonstieramt der
Urkantone und die Kantonspolizei Schwyz statt. Es wurden 15 Ziegen und 3 Katzen
beschlagnahmt. Anlässlich dieser Räumung versetzte der Beschwerdeführer dem
Kantonstierarzt einen Faustsschlag an die Schläfe. Dieser verlor die Brille und
stürzte rückwärts zu Boden (Urteil S. 2).

2.3.1. Der Beschwerdeführer bestreitet eine Tat im Sinne von Art. 285 StGB, da
ihm kein Tier "gehörte oder von ihm betreut wurde", welches am 18. September
2012 beschlagnahmt worden sei. Gegen den Kantonstierarzt sei ein
Ausstandsprozess hängig gewesen, so dass dieser keine Amtshandlung gegen ihn
habe vornehmen dürfen. Da der Kantonstierarzt von Polizisten der
Luchs-Spezialgruppe umgeben gewesen sei, habe er sich sicher gefühlt. Die
begangene Tätlichkeit sei durch dessen Provokation verursacht worden und habe
keinen Zusammenhang mit der Amtshandlung. Der vorinstanzlich angeführte Art. 59
Abs. 3 StPO sei nicht massgebend, da der Ausstandsgrund in einem
Verwaltungsverfahren ergangen sei.

2.3.2. Die Vorinstanz stützt sich nicht einzig auf Art. 59 Abs. 3 StPO. Sie
führt vielmehr aus, Amtshandlungen während eines hängigen Ausstandsverfahrens
seien "weder per se ungültig noch nichtig (vgl. etwa Art. 59 Abs. 3 und 60
StPO; § 139 JG i.V.m. § 4 VRP" und verlören unabhängig davon, ob die
Tierräumung gegen den Beschwerdeführer gerichtet war oder nicht, ihren
strafrechtlichen Schutz nicht (mit Hinweis auf STEFAN FLACHSMANN, in: Andreas
Donatsch et al., StGB, 19. Aufl. 2013, Rz 13 zu Art. 285 StGB).
Das Schwyzer Justizgesetz (JG; SGS 231.110) enthält gemäss § 2 Abs. 2 das
kantonale Ausführungsrecht zu ZPO, StPO, JStPO und Vorschriften über die
Verwaltungsrechtspflege; § 139 JG betrifft das Nichtbeachten des Ausstands und
bestimmt, dass der Entscheid anfechtbar ist, an welchem eine
(ausstandsbetroffene) Person teilgenommen hat. Gemäss § 4
Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRP; SGS 234.110) sind die Bestimmungen des
Justizgesetzes über den Ausstand im Verfahren vor den Verwaltungsbehörden
anwendbar.
Eine willkürliche Anwendung des massgebenden kantonalen Rechts (welches den
Bestimmungen von Art. 59 f. StPO entspricht), ist offenkundig nicht gegeben
(ferner nachfolgend E. 2.3.3).

2.3.3. Als Beamte im Sinne des Strafgesetzbuchs gelten die Beamten und
Angestellten einer öffentlichen Verwaltung und der Rechtspflege, auch solche
die vorübergehend amtliche Funktionen ausüben (Art. 110 Abs. 3 StGB). Erfasst
werden institutionelle und funktionelle Beamte. Erfüllen sie öffentliche
Aufgaben, sind sie Beamte im Sinne des Strafrechts (BGE 135 IV 198 E. 3.3). Der
Kantonstierarzt und die Polizisten handelten als Beamte. Amtshandlungen, an
denen eine zum Ausstand verpflichtete Person mitwirkt, sind grundsätzlich nicht
nichtig (NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2012,
S. 60 Rz. 166), es sei denn, sie müssten ausnahmsweise als derart schwer
bezeichnet werden, dass Nichtigkeit anzunehmen wäre (BGE 136 II 383 E. 4.5
betreffend einen Verwaltungsrichter).
Nach dem Beschwerdeführer handelte es sich um "eine persönliche Sache" zwischen
ihm und dem Kantonstierarzt (Beschwerde S. 7). Es lässt sich keine Nichtigkeit
der Amtshandlung annehmen (diesfalls wäre der Beschwerdeführer wegen
Tätlichkeit oder allenfalls Körperverletzung zu bestrafen gewesen). Die Rüge
ist unbegründet.

2.4. Die Vorinstanz begründet die Schuldsprüche wegen Verletzungen des
Tierschutzgesetzes (TSchG; SR 455) ausführlich (Urteil E. 4, S. 7 - 11),
insbesondere auch hinsichtlich einer Halter- oder Betreuereigenschaft des
Beschwerdeführers (dazu Urteile 6B_482/2015 vom 20. August 2015 E. 2.2 und
6B_635/2012 vom 14. März 2013 E. 3.2.1). Was der Beschwerdeführer einwendet,
ist unbehelflich.

2.4.1. Der Beschwerdeführer bringt unter Hinweis auf das erstinstanzliche
Urteil vor, nach diesem sei seinen Ausführungen nicht zu glauben, weil es
bereits früher zu Beanstandungen gekommen sei. Offenbar traue auch die
Vorinstanz ihm keine Reue und Besserung zu. Er habe seit 2010 keine Tiere mehr
gehalten oder betreut. Die Verurteilung erfolge willkürlich (Beschwerde S. 8
f., Ziff. 11). Es lägen keine Beweise vor, dass er Eigentümer, Halter oder
Betreuer der beschlagnahmten Tiere war. Es sei nie eine Person befragt worden,
ob seine Aussagen zuträfen, er wohne im dritten Stock (Beschwerde S. 9 und S.
10, Ziff. 14).
Nach den Feststellungen der Vorinstanz will der Beschwerdeführer nicht wissen,
wie überhaupt das Haus bewohnt wurde, ausser dass er in der obersten Wohnung
wohnte, in welcher er keinen Hund hatte. Die Vorinstanz betrachtet die Aussage
mit der Erstinstanz als Schutzbehauptung. Er und sein Bruder hätten als einzige
ständige Bewohner im Haus gelebt. Es sei unglaubhaft, anzugeben, dass die Hunde
alleine durch einen im Aargau wohnenden Bruder betreut worden sein sollen, und
nicht zu wissen, wie oft dieser zur Betreuung vorbeigekommen sei und wer ausser
ihm im Hause gewohnt habe (Urteil S. 8). Er habe die Tiere zumindest mitbetreut
(Urteil S. 9).
Ein solches Aussageverhalten im vorliegenden Zusammenhang als unglaubhaft und
Schutzbehauptung zu werten, erscheint nicht als willkürlich.

2.4.2. Der Beschwerdeführer wurde nicht aufgrund etwa der "Haptik" der
Futternäpfe gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG schuldig gesprochen (Beschwerde
S. 10). Die Vorinstanz stellt fest, dass die Hunde in den Wohnungen unter
schlechten hygienischen Bedingungen in mit Kot und Urin verschmutzten Räumen
lebten (Urteil S. 7).
Der Beschwerdeführer bestreitet diese Feststellung, indem er ausführt, wären
die bis zu zwölf Hunde den ganzen Tag in der Wohnung gehalten worden, hätten
"Berge von Kothaufen" festgestellt werden müssen. Die Liegenschaft sei wie ein
Bauernhaus gelegen. Es sei somit für den Halter oder Betreuer ein Leichtes
gewesen, sich die Hunde draussern versäubern und sie "frei herumlaufen" zu
lassen. Da er weder Halter noch Betreuer gewesen sei, wäre dies von den
Strafbehörden zu ermitteln gewesen (Beschwerde S. 11). Wenn in einem
Mehrfamilienhaus eine Person Wohnsitz habe, sei diese nicht für allfällige
Tierschutzgesetzverletzungen von anderen Bewohnern haftbar und könne nicht als
Betreuer eingestuft werden. Es fehlten in allen Akten Belege und Indizien, dass
er sich mit den Hunden beschäftigt habe. Aus diesem Grunde sei die
Beweiswürdigung willkürlich (Beschwerde S. 14). Die Vorinstanz nehme an, dass
seine Aufregung über die Tierräumung ein Indiz gewesen sei. Er habe sich aber
über den Kantonstierarzt aufgeregt. Dieser habe in den Vorjahren ein
Strafverfahren gegen ihn geführt. Aus dieser emotionalen Reaktion könne
unmöglich auf seine Halter- oder Betreuereigenschaft geschlossen werden
(Beschwerde S. 15).
Die Beurteilung ist unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Die
Sache wurde durch das Kantonstieramt der Urkantone bzw. den Kantonstierarzt und
damit durch eine Fachbehörde bearbeitet. Es bedarf substanzieller Einwände, um
in dieser wenig komplexen Tierschutzangelegenheit den Untersuchungsbehörden
Inkompetenz und den Justizbehörden Willkür und damit eine schlechterdings
unhaltbare Sachverhaltsfeststellung und Beurteilung vorzuwerfen.

2.5. Der Beschwerdeführer macht geltend, er hätte in dubio pro reo
freigesprochen werden müssen (Beschwerde S. 17).
Dem Grundsatz in dubio pro reo kommt als Beweiswürdigungsmaxime keine über das
Willkürverbot hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a;
120 Ia 31 E. 2d S. 38). In seinem Gehalt als "Beweislastregel" (BGE 127 I 38 E.
2a) besagt der Grundsatz, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld des
Angeklagten zu beweisen.
Eine Verletzung des Grundsatzes wäre vor Bundesgericht qualifiziert zu
begründen. Es genügt nicht, sich auf eine Bestreitung des Sachverhalts zu
verlegen. Die Beschwerdeführung erweist sich durchgehend als appellatorisch.
Auf die Sache ist nicht weiter einzutreten (vgl. Urteil 6B_811/2015 vom 13.
Januar 2016 E. 1.3.1 und 1.3.2).

3.
Der Beschwerdeführer bestreitet die Anwendbarkeit von Art. 3 Abs. 2, Art. 4
Abs. 2, Art. 6, Art. 26 Abs. 1 lit. a und Art. 34 Abs. 1 TSchG sowie von Art.
70 Abs. 1 und Art. 71 Abs. 1 TSchV (Beschwerde S. 12 und 13). Er plädiert dazu
frei zur Sache aufgrund einer eigenen Version von Geschehen und
Handlungszusammenhang. Das entspricht nicht den bundesrechtlichen
Begründungsanforderungen (vgl. Urteil 6B_811/2015 vom 13. Januar 2016 E.
1.2.1). Darauf ist nicht einzutreten.

4.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (und Verbeiständung) ist wegen
Aussichtslosigkeit des Rechtsbegehrens abzuweisen (Art. 29 Abs. 3 BV; Art. 64
Abs. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist mittellos. Angesichts seiner finanziellen
Lage sind die Gerichtskosten praxisgemäss herabzusetzen (Art. 66 Abs. 1 i.V.m.
Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Schwyz, Strafkammer,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Februar 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Briw

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