Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1085/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_1085/2015

Urteil vom 12. November 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
2. Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Till Gontersweiler,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Üble Nachrede, Beschimpfung, Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 8. September 2015.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. 
Die Beschwerdeführerin sandte am 24. August 2013 dem Arbeitgeber ihres früheren
Ehemanns, einer Schule, einen Brief, in welchem sie den Ehemann bezichtigte,
bei seinem Arbeitgeber das Formular um Beantragung der Kinderzulagen falsch
ausgefüllt und sich damit der Urkundenfälschung schuldig gemacht zu haben.
Sodann bezeichnete sie ihn im gleichen Schreiben als "kriminellen Sauhund" und
"verwahrloste Drecksau" und behauptete, er sei schon mehrmals im Gefängnis
gewesen.

Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte die Beschwerdeführerin im
Berufungsverfahren am 8. September 2015 wegen übler Nachrede sowie Beschimpfung
zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 200.--. Der Vollzug der
Geldstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt.

Die Beschwerdeführerin wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil
des Obergerichts vom 8. September 2015 sei aufzuheben und sie von Schuld und
Strafe freizusprechen.

2. 
In Bezug auf die im fraglichen Schreiben geäusserte Behauptung, der
Beschwerdegegner 2 sei unfähig, Schulunterricht zu geben, führt die Vorinstanz
aus, diese Äusserung betreffe ihn als Berufsmann und stelle deshalb "keinen
relevanten Ehrbegriff" dar (Urteil S. 8 E. 3). Nachdem die Beschwerdeführerin
in diesem Punkt somit nicht schuldig gesprochen wurde, sind ihre Vorbringen
insoweit nicht zu hören, da sie kein rechtlich geschütztes Interesse an der
Aufhebung des angefochtenen Entscheids hat.

3. 
Die Vorinstanz stellt unter anderem fest, die Information des Arbeitgebers über
eine angebliche Urkundenfälschung sowie des mehrfachen Gefängnisaufenthaltes
des Beschwerdegegners 2 sei weder aufgrund von Wahrung öffentlicher Interessen
noch aus begründeter Veranlassung erfolgt, sondern vornehmlich in der Absicht,
ihm Übles vorzuwerfen, weshalb die Beschwerdeführerin nicht zum
Entlastungsbeweis zuzulassen sei (vgl. Urteil S. 10/11 E. 5b). Die Begriffe
"krimineller Sauhund" und "verwahrloste Drecksau" habe sie ebenfalls mit reiner
Beleidigungsabsicht verwendet, weshalb sie auch insoweit nicht zum
Entlastungsbeweis zugelassen werde (vgl. Urteil S. 11 E. 6). Die von ihr
beantragte Einvernahme des gemeinsamen Sohnes vermöge schliesslich am Ergebnis
nichts zu ändern. Ihre Begründung, der Sohn könne bestätigen, dass er ins Heim
gehen musste, weil der Vater der Mutter kein Geld schicken will, habe mit dem
vorliegenden Verfahren nichts zu tun, da es vorliegend nur darum gehe, ob die
konkreten Äusserungen der Beschwerdeführerin im Schreiben an den Arbeitgeber
ehrverletzend und strafbar waren (vgl. Urteil S. 11/12 E. 8).

Die Beschwerdeführerin äussert sich vor Bundesgericht zur Zulassung zum
Entlastungsbeweis und zur Einvernahme des gemeinsamen Sohnes. Indessen legt sie
nicht dar, dass die Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig im
Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG wären, noch vermag sie darzutun, dass und
inwieweit der angefochtene Entscheid sonst gegen das Recht verstossen könnte.
Dazu sind insbesondere die erneuten Vorwürfe gegen den Beschwerdegegner 2 nicht
geeignet. Soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann, ist die Beschwerde
als offensichtlich unbegründet im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen.

4. 
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1
BGG). Dem Beschwerdegegner 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor
Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. November 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

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