Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1097/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_1097/2015

Urteil vom 27. November 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Qualifizierte einfache Körperverletzung; Massnahme nach Art. 60 StGB
(Suchtbehandlung Alkohol),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 25. September 2015.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Am 17. Mai 2014 kam es in Winterthur vor dem Wohnhaus des Beschwerdeführers zu
einer Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdeführer und einer Drittperson.
Zunächst schlug der Beschwerdeführer dem Geschädigten mit dem Stiel einer
Schaufel zweimal gegen den Oberarm. Nachdem sich der Beschwerdeführer ins Haus
begeben hatte, trat der Geschädigte mehrmals gegen die Haustüre. Der
Beschwerdeführer kam erneut ins Freie und attackierte den Geschädigten mit
einer Wodkaflasche, indem er damit fünf wuchtige Schläge in Richtung von dessen
Kopf ausführte und ihn dabei einmal an der Stirn traf. Dieser Schlag führte zu
einer klaffenden Wunde, die im Spital genäht werden musste.
Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte den Beschwerdeführer im
Berufungsverfahren am 25. September 2015 wegen qualifizierter einfacher
Körperverletzung zu 18 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt, wovon 497 Tage durch
Haft erstanden waren. Das Gericht ordnete eine stationäre therapeutische
Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB (Suchtbehandlung Alkohol) an. Der Vollzug
der Freiheitsstrafe wurde zu diesem Zweck aufgeschoben.
Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht, ohne einen ausdrücklichen
Antrag zu stellen. Seine Ausführungen betreffen einerseits das Strafmass und
anderseits die Suchtbehandlung.

2.
In Bezug auf die Strafzumessung betont der Beschwerdeführer, er sei vom
Geschädigten provoziert worden. Insoweit kann in Anwendung von Art. 109 Abs. 3
BGG auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urteil S. 6/7).
Ihre Schlussfolgerung, die Schläge mit der Flasche lägen ausserhalb jeder
Verhältnismässigkeit und seien nur sehr begrenzt nachvollziehbar, trifft
angesichts der unbedeutenden Provokation durch den Geschädigten zu. Eine
erhebliche Strafminderung war nicht notwendig.

3.
In Bezug auf die Suchtbehandlung und die Behandlungsbereitschaft des
Beschwerdeführers kann ebenfalls auf die einlässlichen Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urteil S. 9 - 14). Die ambivalente Haltung
des Beschwerdeführers kommt auch in seiner Eingabe vor Bundesgericht zum
Ausdruck, führt er doch aus, während er vor der ersten Instanz noch verneint
habe, ganz mit dem Alkohol aufhören zu wollen, sei er heute an einem Punkt
angelangt, wo er keinen Alkohol mehr trinken wolle (Beschwerde S. 2 unten/3
oben). Damit hat sich bei ihm in der letzten Zeit eine Einsicht in die
Krankheit entwickelt, die sich von seiner früheren Haltung unterscheidet.
Nachdem der Beschwerdeführer in der Vergangenheit bereit war, sich einer
ambulanten Behandlung zu unterziehen, ist mit der Vorinstanz durchaus davon
auszugehen, dass er auch für eine stationäre Suchtbehandlung motiviert werden
kann. Deren Anordnung ist nicht zu beanstanden.

4.
Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen. Bei diesem
Ausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs.
1 BGG). Den finanziellen Verhältnissen des alkoholabhängigen und sich seit
längerem in Haft befindenden Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der
Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. November 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Monn

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