Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1107/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_1107/2015

Urteil vom 15. April 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Rüedi,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiberin Pasquini.

Verfahrensbeteiligte
Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Herbert H. Scholl,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
2. Bank A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Christian Bär,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung; Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht,
1. Kammer, vom 17. September 2015.

Erwägungen:

1.
Am 11. Juli 2007 eröffnete X.________ als Kundenberater bei der Bank A.________
eine Kundenbeziehung mit der B.________AG. Y.________ war damals einziges
Mitglied des Verwaltungsrats mit Einzelzeichnungsberechtigung dieses
Unternehmens. Am 21. Januar 2009 schloss die B.________AG mit der Bank
A.________ einen Darlehensvertrag mit einer Kontokorrentlimite von Fr.
200'000.-- ab. Y.________ verpflichtete sich als Solidarbürge.
Das Konkursverfahren über die B.________AG wurde am 23. Juni 2010 mangels
Aktiven eingestellt. Y.________ war bereits am 19. Mai 2010 aus dem
Verwaltungsrat ausgetreten.
Y.________ verpflichtete sich in einem Vertrag vom 7. April 2011 mit
X.________, an diesen auf das Konto der von diesem beherrschten D.________AG
ein Darlehen von Fr. 100'000.-- zu überweisen. Dieser Betrag wurde gleichentags
aufgrund eines Zahlungsauftrags von Y.________ dem Bank A.________-Konto der
B.________AG belastet und auf sein Privatkonto überwiesen. Am nächsten Tag
überwies er die Summe auf das Konto der D.________AG. X.________ bezahlte am
27. September 2011 das Darlehen samt Zins vom Konto der D.________AG auf das
Privatkonto von Y.________ zurück.
Am 26. August 2011 bewilligte die Bank A.________ auf Antrag von Y.________
eine Umschuldung des offenen Kredits von der B.________AG in Liquidation auf
ihn persönlich. Er verpflichtete sich, per 30. September 2011 eine
ausserordentliche Amortisation von Fr. 100'000.-- zu leisten. Am 30. September
2011 bezahlte er der Bank A.________ Fr. 600.--, am 7. Oktober 2011 Fr.
50'000.-- und am 3. November 2011 Fr. 25'000.--.
Die Präsidentin des Bezirksgerichts Zofingen verurteilte Y.________ am 21.
Januar 2014 wegen Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer
bedingten Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu Fr. 130.-- und zu einer Busse von
Fr. 2'900.--. Die Zivilforderung verwies sie auf den Zivilweg. Das Obergericht
des Kantons Aargau wies die Berufung von Y.________ am 17. September 2015 ab.
Hingegen hiess es die Berufung der Bank A.________ gut. Es verpflichtete
Y.________ unter solidarischer Haftung zusammen mit X.________, der Bank
A.________ Fr. 24'400.-- zuzüglich Zins sowie Fr. 3'064.65 Entschädigung zu
bezahlen.
Y.________ wendet sich an das Bundesgericht und beantragt im Wesentlichen, er
sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Die Forderung der Bank A.________ sei
abzuweisen.
Die Beschwerde in Strafsachen im Verfahren von X.________ bildet Gegenstand des
separaten Verfahrens 6B_1106/2015.

2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, es liege weder ein Vermögensschaden vor
noch hätten er oder sein Bekannter in Schädigungsabsicht gehandelt. Mit dem
Darlehen habe er einen Freundschaftsdienst erweisen wollen und nie die Absicht
gehabt, die Beschwerdegegnerin 2 zu schädigen. Im Übrigen sei die Transaktion
zu Lasten des B.________AG-Kontos nur wegen der unsorgfältigen Geschäftsführung
der Bank möglich gewesen. Diese habe er ohnehin nicht schädigen können, weil er
ihr mit einer Solidarbürgschaft über Fr. 200'000.-- verpflichtet gewesen sei.
Die Rügen des Beschwerdeführers erweisen sich als unbegründet, soweit sie
überhaupt den Begründungsanforderungen genügen. Der Beschwerdeführer setzt sich
grösstenteils nicht oder nicht substanziiert mit den Ausführungen der
Vorinstanz auseinander, sondern beharrt auf seiner im kantonalen Verfahren
vertretenen Sichtweise. Dies genügt grundsätzlich den Begründungsanforderungen
gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG nicht (vgl. BGE 140 III 115 E. 2 mit Hinweisen).
Soweit der Beschwerdeführer die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz
bemängelt, beschränkt er sich auf unzulässige appellatorische Kritik, aus der
nicht hervorgeht, dass und inwieweit die Vorinstanz in Willkür verfallen wäre.
Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur gerügt
werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich
ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; zum Begriff der Willkür BGE
141 IV 305 E. 1.2; 140 III 16 E. 2.1; je mit Hinweisen). Eine entsprechende
Rüge muss klar und substanziiert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 141
IV 249 E. 1.3.1; 138 I 225 E. 3.2; je mit Hinweisen). So wendet der
Beschwerdeführer z.B. ein, aufgrund der beiden Schreiben der Beschwerdegegnerin
2 sei davon auszugehen, der von ihm über das Konto der B.________AG an
X.________ gewährte Kredit von Fr. 100'000.-- sei der Bank vollständig zurück
bezahlt worden. Die Vorinstanz hält hierzu fest, aus dem Kontoauszug des
Beschwerdeführers seien Amortisationseinzüge von Fr. 75'600.-- ersichtlich.
Weder er noch X.________ hätten angegeben, der Bank die Fr. 100'000.-- je
vollständig zurück geführt zu haben (Urteil S. 18 E. 3.2.3). Mit diesen
Feststellungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Namentlich
zeigt er nicht auf und ist nicht ersichtlich, inwieweit gestützt darauf die
vorinstanzliche Schlussfolgerungen, bei den Schreiben der Bank handle es sich
um ein offensichtliches Versehen und nicht um einen Forderungsverzicht, weshalb
sich der Schaden der Bank auf Fr. 24'400.-- belaufe, willkürlich wäre.
Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung kann auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urteil S. 12 ff.). Diesen ist nichts beizufügen.

3.
Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Der
Beschwerdegegnerin 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil sie vor
Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer
auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. April 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Pasquini

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