Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1123/2015
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015


Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente
dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet.
Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem
Computer einen aktuellen Browser zu installieren.
Zurück zur Einstiegsseite Drucken
                                                               Grössere Schrift

Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_1123/2015

Urteil vom 12. April 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Jametti, als Einzelrichterin,
Gerichtsschreiberin Pasquini.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Fürsprecher Beat Widmer,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nötigung (Art. 181 StGB),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht,
1. Kammer, vom 13. August 2015.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1.
X.________ wird in Bezug auf die Nötigung vorgeworfen, er habe am 2. Mai 2014
in einer Apotheke umher geschrien, man solle ihm seine Tabletten sofort geben,
sonst mache er einen Anschlag. Um seine Gewaltbereitschaft zu demonstrieren,
habe er seine Jacke ausgezogen, seine Muskeln gezeigt und sei auf die Theke zu
gegangen. Dies um die Mitarbeiter der Apotheke zu zwingen ihm seine Tablette
sofort auszuhändigen. Nachdem eine Mitarbeiterin seiner Forderung nachgekommen
sei und ihm die Tablette gegeben habe, habe er die Apotheke wieder verlassen.
Das Obergericht des Kantons Aargau sprach X.________ am 13. August 2015 im
Berufungsverfahren der Nötigung, der mehrfachen Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes und der mehrfachen Übertretung des Waffengesetzes
schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und zu
einer Busse von Fr. 800.--.
X.________ wendet sich an das Bundesgericht und beantragt, das Urteil des
Obergerichts sei aufzuheben und er sei vom Vorwurf der Nötigung freizusprechen.

2.
Der Beschwerdeführer rügt, es sei nicht bewiesen, dass die Mitarbeiterin der
Apotheke seine Drohungen gehört habe und dass sie sich dadurch zu einem
bestimmten Verhalten habe nötigen lassen. Der Nachweis eines
Kausalzusammenhanges zwischen dem Nötigungsmittel und dem Verhalten der
Mitarbeiterin sei daher nicht gegeben.
Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur gerügt
werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich
ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; zum Begriff der Willkür BGE
141 IV 305 E. 1.2; 140 III 16 E. 2.1; je mit Hinweisen). Eine entsprechende
Rüge muss klar und substanziiert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 141
IV 249 E. 1.3.1; 138 I 225 E. 3.2; je mit Hinweisen).
Auf die Beschwerde ist mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten. Die
Vorbringen des Beschwerdeführers beschränken sich auf appellatorische Kritik am
angefochtenen Entscheid. Er setzt sich nicht substanziiert mit den
vorinstanzlichen Erwägungen auseinander. So macht er geltend, die Annahme, dass
die Mitarbeiterin seine Drohungen wahrgenommen habe, finde in den Akten keine
Stütze. Es sei möglich, dass sich diese Person in einem anderen Raum
aufgehalten habe. Auch nicht belegt sei die Behauptung, sie habe ihm die
Medikamente rascher als sonst ausgehändigt. Der Beschwerdeführer legt nicht
dar, dass und inwiefern die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz bzw.
die beanstandete Beweiswürdigung unhaltbar bzw. klar und eindeutig mangelhaft
sein sollen und sich ein anderes Beweisergebnis geradezu aufdrängt. Er
verkennt, dass das Bundesgericht keine Appellationsinstanz ist, die eine freie
Prüfung in tatsächlicher Hinsicht vornimmt.

3.
Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Die
Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG
abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen
Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu
tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

 Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. April 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Einzelrichterin: Jametti

Die Gerichtsschreiberin: Pasquini

Navigation

Neue Suche

ähnliche Leitentscheide suchen
ähnliche Urteile ab 2000 suchen

Drucken nach oben