Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1221/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_1221/2015

Urteil vom 8. Juni 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Rüedi,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber Moses.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Fürsprecher Daniel Buchser,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfaches Beschäftigen von Ausländerinnen ohne Bewilligung (Art. 117 Abs. 1
AuG); Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht,
1. Kammer, vom 22. Oktober 2015.

Sachverhalt:

A.
X.________ wird vorgeworfen, mindestens fünf ausländische Prostituierte im
Etablissement A.________ in B.________ beschäftigt bzw. ihnen eine
Erwerbstätigkeit verschafft zu haben, ohne dass diese über eine
Arbeitsbewilligung verfügten. Das Bezirksgericht Brugg sprach sie am 4.
Dezember 2012 von Schuld und Strafe frei.

B.
Auf Berufung der Staatsanwaltschaft erklärte das Obergericht des Kantons Aargau
X.________ am 12. Dezember 2013 des mehrfachen Beschäftigens von Ausländerinnen
ohne Bewilligung schuldig. Es bestrafte sie mit einer bedingten Geldstrafe von
210 Tagessätzen zu Fr. 100.-- und einer Busse von Fr. 5'000.--. Das
Bundesgericht hob dieses Urteil am 14. August 2014 auf und wies die Sache an
das Obergericht zurück (Urteil 6B_191/2014).

C.
Das Obergericht fällte am 22. Oktober 2015 ein neues Urteil. Es erklärte
X.________ des mehrfachen Verschaffens einer unbewilligten Erwerbstätigkeit
schuldig und bestrafte sie mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen
zu Fr. 90.-- sowie einer Busse von Fr. 3'000.--.

D.
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragt, sie sei von Schuld
und Strafe freizusprechen. Eventualiter seien verschiedene Beweise abzunehmen.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeführerin verweist eingangs ihrer Beschwerde auf frühere Eingaben
sowohl im kantonalen Verfahren als auch vor dem Bundesgericht (Beschwerde, S. 3
f.). Damit ist sie nicht zu hören. Die Begründung der Beschwerde muss in der
Beschwerdeschrift selbst enthalten sein, und der blosse Verweis auf
Ausführungen in anderen Rechtsschriften oder auf die Akten reicht nicht aus (
BGE 140 III 115 E. 2 mit Hinweisen).

2.

2.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dem angefochtenen Urteil liege die Annahme
zugrunde, dass die im Etablissement A.________ angetroffenen Frauen
Prostituierte seien, die dort ihrer Tätigkeit nachgegangen seien. Dies sei
falsch und könne durch die durch die Vorinstanz abgewiesenen Beweisanträge gar
widerlegt werden. Anlässlich der Kontrolle in der Kontaktbar seien mehrere
Gäste angehalten, befragt und deren Personalien aufgenommen worden. Die
Staatsanwaltschaft habe diese Beweismittel unterdrückt. Die Vorinstanz habe
ihren Antrag, die Gäste sowie verschiedene Angestellte des Etablissements zu
befragen, abgewiesen und somit ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
Entgegen den Behauptungen in den Akten sei keine einzige der Frauen
"leichtbekleidet in der Kontaktbar" angetroffen worden. Vielmehr seien diese
aus ihrem Hotelzimmer geholt worden, wo sie normal bekleidet gewöhnlichen
Tätigkeiten nachgingen, wie Kochen oder Fernschauen. Die Beschwerdeführerin
weist darauf hin, dass sich in der betreffenden Liegenschaft zwei verschiedene
Betriebe befinden würden: einerseits ein Hotel, für welches sie arbeite,
anderseits eine Kontaktbar mit Sauna, für welche C.________ und D.________
zuständig seien. Bei den bei der Kontrolle gefundenen Frauen handle es sich
zwar um Hotelgäste, nicht aber um Prostituierte, welche ihre Dienste in der
Kontaktbar angeboten hätten. Im Hotel würden immer auch Ausländerinnen
logieren, die dort von ihren Geliebten einquartiert werden, in der Schweiz
einen Ehemann suchen oder Verwandte besuchen. Daneben würden auch Männer das
Hotel in Anspruch nehmen, weil sie etwa ein günstiges Zimmer benötigen oder
infolge Alkoholkonsum nicht mehr Autofahren wollen. Aus dem blossen Aufenthalt
im Hotel könne nicht auf Prostitution geschlossen werden. Die Frauen seien
weder leicht bekleidet in der Kontaktbar noch mit Kunden zusammen in den
Zimmern angetroffen worden. Dass diese rechtskräftig wegen Erwerbstätigkeit
ohne Bewilligung verurteilt worden seien, könne nicht als Präjudiz herangezogen
werden, zumal die Verurteilungen in einem höchst zweifelhaften Verfahren
ergangen seien. Die Vorinstanz habe sich zu den verschiedenen Betrieben und
Verantwortlichkeiten im Etablissement A.________ nicht geäussert und den
Sachverhalt willkürlich festgestellt.

2.2. Zur Frage, ob die im Etablissement A.________ vorgefundenen Frauen der
Prostitution nachgingen, verweist die Vorinstanz auf das erstinstanzliche
Urteil (Urteil, S. 10). Dieses hält fest, dass der Umstand, wonach es sich bei
den im Zeitpunkt der Hausdurchsuchung im Hotel befindlichen weiblichen
Hotelgästen durchwegs um leicht bekleidete junge Frauen handelte, vorwiegend
aus Rumänien und Bulgarien, darauf hindeute, dass im Etablissement A.________
sexuelle Dienstleistungen angeboten worden seien. Der Internetauftritt des
Etablissements spreche ebenfalls dafür, dass es sich um mehr als nur um ein
Hotel mit dazugehöriger Kontaktbar handle. Dort würden sich Bilder von Frauen
in (halb) nackten Posen oder in erotischer Kleidung befinden. Die auf der
Homepage geäusserten Versprechungen würden implizieren, dass der "Gast" bei
einem Besuch im Etablissement A.________ eine Auswahl den Anpreisungen
entsprechenden Frauen vorfinden werde und das Management insofern gehalten sei,
diesen Versprechungen nachzukommen. Die vorhandene Infrastruktur sowie die in
Rottönen gehaltenen Wände und Möbel würden ebenfalls für den Betrieb eines
Erotikgewerbes sprechen. Es sei daher erstellt, dass in den Räumlichkeiten des
Etablissement A.________ sexuelle Dienstleistungen angeboten werden und die
anwesenden Frauen sich zwecks Ausübung einer Erwerbstätigkeit dort aufhielten.
Die Vorinstanz fügt hinzu, dass zehn in dieser Lokalität aufgefundene Frauen
mittels Strafbefehl rechtskräftig wegen Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung
verurteilt worden seien. Sie hätten zwar bestritten, sich dort prostituiert zu
haben. Ihre Erklärungen zum Aufenthalt in diesem Hotel seien aber unglaubhaft,
würde angesichts der Lage und Infrastruktur doch mit Sicherheit keine Frau auf
die Idee kommen, sich aus Erholungszwecken oder wegen der schönen Lage dort
einzuquartieren. Die vorgefundenen und befragten Frauen seien einer
Erwerbstätigkeit nachgegangen. Die Beschwerdeführerin bestreite dies, ohne aber
plausible Argumente zur Untermauerung ihres Standpunktes zu liefern.

2.3. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie
willkürlich ist (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Willkür liegt vor,
wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der
tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung
oder Würdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt für
die Annahme von Willkür nicht (BGE 138 I 305 E. 4.3 mit Hinweisen). Eine
entsprechende Rüge muss klar vorgebracht und substanziiert begründet werden
(Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 I 65 E.
1.3.1; je mit Hinweisen). Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen
Urteil tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit
Hinweisen).
Aus Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich der Anspruch, mit rechtzeitig und formgültig
angebotenen Beweisanträgen und Vorbringen gehört zu werden, soweit diese
erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind
(Urteil 6B_1192/2013 vom 17. Juni 2014 E. 2.3; Urteil 1A.50/2007 vom 11. März
2008 E. 2.2 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 134 II 97). Keine Verletzung des
rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn das Gericht auf die Abnahme beantragter
Beweise verzichtet, weil es aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine
Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung
annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht
geändert würde (BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis).

2.4. Dass die in einem Bordell logierenden Frauen nicht der Prostitution
nachgegangen sein sollen, ist lebensfremd. Ob das Etablissement von einer oder
mehreren Gesellschaften betrieben wurde, ist dabei nicht von Bedeutung.
Nebensächlich ist, wie die Frauen zum Zeitpunkt der Durchsuchung angezogen
waren und ob sie sich in der Kontaktbar oder in ihren Zimmern aufhielten. Die
Vorinstanz durfte davon ausgehen, dass sie sich zwecks Ausübung einer
Erwerbstätigkeit im Etablissement A.________ aufhielten und von der Erhebung
weiterer Beweise absehen, ohne dabei in Willkür zu verfallen.

3.

3.1. Die Vorinstanz erwägt, dass die vorhandenen Beweismittel nicht ausreichen,
um davon ausgehen zu können, dass die Beschwerdeführerin faktische
Geschäftsführerin und damit Entscheidungsträgerin des Etablissements sei. Sie
gehe zweifellos einer Erwerbstätigkeit im Interesse dieser Institution nach und
sei zumindest zu einem erheblichen Teil für das reibungslose Funktionieren des
Betriebes mit dauernder Anwesenheit von Prostituierten zuständig. Ob im
Hintergrund weitere Personen als eigentliche Entscheidungsträger vorhanden
seien, lasse sich nicht schlüssig bestimmen. Die Rolle der Beschwerdeführerin
könne somit nicht unter diejenige eines Arbeitgebers im Sinne von Art. 117 AuG
subsumiert werden. Zum Tatbestand des Verschaffens einer unbewilligten
Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG hält die Vorinstanz
fest, dass die Beschwerdeführerin als kaufmännische Angestellte und
Buchhalterin im Interesse der drei die Einrichtung mit Hotel, Bars und Sauna
betreibenden Gesellschaften tätig war, zumindest aber der E.________ AG, welche
das Hotel betreibt. Die Beschwerdeführerin sei regelmässig in den
entsprechenden Lokalitäten anwesend gewesen, zumal ihr in der Liegenschaft eine
Wohnung zur Verfügung gestanden sei. Gemäss ihrer Berufungsantwort sei sie
jeweils zu Bürozeiten anwesend und nehme unter anderem Anrufe entgegen und
betreue Handwerker bei Arbeiten in der Liegenschaft. Nach ihrer eigenen
Darstellung bestelle sie Waren und gebe Inserate auf Anweisung der
Geschäftsleitung in Auftrag. Schliesslich seien in der Wohnung, die ihr
ausschliesslich zur Verfügung stehe, umfangreiche Geschäfts- und
Buchhaltungsunterlagen gefunden worden, die ihr offensichtlich von der
Betreiberschaft des Etablissements anvertraut worden seien. Zusammenfassend sei
ihr im weitreichenden Mass die Aufgabe zugekommen, im Direktkontakt mit Kunden,
erwerbstätigen Prostituierten und Dienstleistungserbringern den reibungslosen
Ablauf der Geschäftstätigkeiten zu gewährleisten und für das Funktionieren der
Infrastruktur zu sorgen, ohne dass ihr die massgebliche Entscheidkompetenz
zumindest überwiegend zukäme. Ihre Tätigkeit sei darauf gerichtet gewesen, die
Erwerbstätigkeit der Prostituierten zu unterstützen oder zu erleichtern. Auf
diese Weise habe sie den Tatbestand von Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt.

3.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz gehe zutreffend davon
aus, dass der Tatbestand von Art. 117 AuG nicht erfüllt sei, zumal sie nicht
die Chefin sei und ihr kein Weisungsrecht zustehe. Statt daraus die richtige
Konsequenz zu ziehen und sie freizusprechen, erkläre die Vorinstanz sie des
Tatbestandes von Art. 116 AuG schuldig. Dies sei widersprüchlich und falsch.
Dieser Tatbestand sei nicht für subalterne Angestellte gedacht, sondern für
Verantwortliche, die über Art und Weise der Geschäfte bestimmen. Dies ergebe
sich auch aus den von der Vorinstanz erwähnten Präjudizien, wo immer Personen
mit Entscheidungskompetenz angeklagt und verurteilt worden seien. Sinn und
Zweck sowohl von Art. 116 AuG als auch von Art. 117 AuG sei es,
eigenverantwortliche Personen für ihre eigenen Entscheidungen zur Rechenschaft
zu ziehen. Es gehe nicht an, untergeordnete Angestellte für etwas zu bestrafen,
das nicht in ihrem Verantwortungsbereich liege. Auch stelle sich die Frage, ob
ein Angestellter, in dessen Betrieb Verstösse gegen das Ausländergesetz
vorkommen, sein Arbeitsverhältnis künden müsse. In dieser Hinsicht sei es
unklar, ob ein Angestellter, der über keine Entscheidungskompetenz verfügt, den
subjektiven Tatbestand erfüllen könne.

3.3.

3.3.1. Nach Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG macht sich strafbar, wer Ausländerinnen
oder Ausländern eine Erwerbstätigkeit in der Schweiz ohne die dazu
erforderliche Bewilligung verschafft. Nach der Rechtsprechung erfüllt den
Tatbestand, wer Ausländerinnen oder Ausländern eine Erwerbstätigkeit in der
Schweiz erleichtert beziehungsweise eine solche Erwerbstätigkeit fördert,
mithin Gehilfenschaft zu einer Straftat im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG
leistet, wonach bestraft wird, wer eine nicht bewilligte Erwerbstätigkeit
ausübt. Der Begriff der Gehilfenschaft entspricht demjenigen von Art. 25 StGB (
BGE 137 IV 159 E. 1.5.1; BGE 137 IV 153 E. 1.8; je mit Hinweisen).
Als Gehilfe ist nach Art. 25 StGB strafbar, wer zu einem Verbrechen oder
Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet. Nach der Rechtsprechung gilt als
Hilfeleistung jeder kausale Beitrag, der die Tat fördert, so dass sich diese
ohne Mitwirkung des Gehilfen anders abgespielt hätte. Der Gehilfe fördert eine
Tat, wenn er sie durch einen untergeordneten Tatbeitrag unterstützt bzw. wenn
er die Ausführung der Haupttat durch irgendwelche Vorkehren oder durch
psychische Hilfe erleichtert. Die Hilfeleistung muss tatsächlich zur Tat
beitragen und die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung erhöhen.
Nicht erforderlich ist, dass es ohne die Beihilfe nicht zur Tat gekommen wäre (
BGE 129 IV 124 E. 3.2 mit Hinweisen). Art. 25 StGB erfordert subjektiv, dass
der Gehilfe weiss oder damit rechnet, eine bestimmt geartete Straftat zu
unterstützen, und dass er dies will oder in Kauf nimmt. Es genügt, wenn der
Gehilfe den Geschehensablauf voraussieht, das heisst, die wesentlichen Merkmale
des vom Täter zu verwirklichenden strafbaren Tuns erkennt. Einzelheiten der Tat
braucht er hingegen nicht zu kennen (vgl. BGE 132 IV 49 E. 1.1; BGE 128 IV 53
E. 5f/cc; je mit Hinweisen).
Nach Art. 117 AuG wird hingegen bestraft, wer als Arbeitgeberin oder
Arbeitgeber vorsätzlich Ausländerinnen und Ausländer beschäftigt, die in der
Schweiz nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt sind. Als
Arbeitgeber im Sinne dieser Bestimmung gilt auch der Betreiber eines
Etablissements, der für dessen Infrastruktur zuständig ist und entscheidet,
welche Ausländerinnen im Etablissement als Prostituierte arbeiten dürfen (BGE
137 IV 159 E. 1.4 mit Hinweis).

3.3.2. Durch ihre Tätigkeit leistete die Beschwerdeführerin einen Beitrag zur
Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit und erfüllte auf diese Weise
den objektiven Tatbestand von Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG. Ob sie über eine
eigene Entscheidungsbefugnis verfügte, ist - anders als bei Art. 117 Abs. 1 AuG
- ohne Bedeutung. Zum subjektiven Tatbestand hält die Vorinstanz zutreffend
fest, dass die Beschwerdeführerin bewusst in Kauf nahm, dass ein Teil der
anwesenden und einer Erwerbstätigkeit nachgehenden Personen keine
Arbeitsbewilligung hatte. Die Beschwerdeführerin stellt dies nicht in Abrede.
Angebliche Weisungsgebundenheit schliesst die Erfüllung des Tatbestandes in
subjektiver Hinsicht nicht aus.

4.

4.1. Die Beschwerdeführerin kritisiert die Strafzumessung. Sie macht geltend,
die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe sei völlig übersetzt. Als blosse
Befehlsempfängerin, welche sich einem Strafverfahren nur durch Kündigung der
Arbeitsstelle hätte entziehen können, dürfe sie höchstens symbolisch bestraft
werden. Sie hätte nicht gewusst, dass sie, trotz der klaren Organisation,
faktisch verantwortlich war, und habe dies auch nicht gewollt. Gerade aus
diesem Grund sei die Kontaktbar separat und von einer anderen Gesellschaft
geführt worden. Sie habe keinerlei strafbare Handlungen begehen wollen und habe
somit keinen Vorsatz gehabt. Sie sei nicht vorbestraft und ihr könne keine
Gewinnabsicht vorgeworfen werden. Schliesslich sei sie gleich zu behandeln wie
andere verurteilte Personen in analogen Fällen und als Ersttäterin lediglich
mit einer Busse von höchstens Fr. 1'000.-- zu bestrafen.

4.2. Die Vorinstanz erwägt, dass die Beschwerdeführerin in allen fünf
angeklagten Fällen gleich vorgegangen sei. Es sei deshalb eine Einsatzstrafe
festzulegen, welche dem Verschulden für eine einzige Tathandlung entspreche,
und diese angesichts der Tatmehrheit angemessen zu erhöhen. Die
Beschwerdeführerin habe im Rahmen ihrer Haupterwerbstätigkeit delinquiert. Dass
ihr der Verstoss gegen das Ausländergesetz letztlich im Rahmen ihrer
Erwerbstätigkeit einen finanziellen Vorteil verschafft habe, sei straferhöhend
zu werten. Es sei der Beschwerdeführerin ohne Weiteres möglich gewesen, das
Herkunftsland der Prostituierten und deren Bewilligung zur Erwerbstätigkeit zu
überprüfen und gegebenenfalls die Benutzung der Räumlichkeiten zur Ausübung der
Prostitution zu verweigern. Es würden auch keinerlei Indizien dafür vorliegen,
dass die Beschwerdeführerin aus einer Zwangs- oder Notlage heraus gehandelt
habe. Vielmehr habe das Beherbergen illegaler Prostituierten Teil ihrer
freigewählten Erwerbstätigkeit dargestellt. Andererseits würden auch keine
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Beschwerdeführerin eine Notlage der
betreffenden Frauen für eigene finanzielle Vorteile gezielt ausgenützt hätte.
Zusammenfassend sei von einem eher leichten bis mittelschweren Tatverschulden
und einer Einsatzstrafe von 90 Tagessätzen Geldstrafe auszugehen. In Anwendung
des Asperationsprinzips sei diese wegen den weiteren Straftaten um 30
Tagessätze auf 120 Tagessätze zu erhöhen. Im Rahmen der Täterkomponente sei
festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keine einschlägige Vorstrafe
aufweist und eine besondere Strafempfindlichkeit nicht vorliegt. Schliesslich
habe sich die Beschwerdeführerin im Strafverfahren sehr unkooperativ verhalten.
Aus den täterbezogenen Strafzumessungsfaktoren ergebe sich daher keine Änderung
der Gesamtstrafe.

4.3. Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem
Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen
Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Es liegt im
Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es den verschiedenen
Strafzumessungsfaktoren Rechnung trägt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde
hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen
Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht
massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser
Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch
gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 mit Hinweis). Das Gericht erfüllt seine
Begründungspflicht (Art. 50 StGB), wenn es die Überlegungen, die es bei der
Bemessung der Strafe vorgenommen hat, in den Grundzügen wiedergibt (BGE 134 IV
17 E. 2.1).
Die Vorinstanz trägt bei der Strafzumessung sämtlichen relevanten Faktoren
Rechnung. Nicht zu hören ist die Beschwerdeführerin, wenn sie (erneut) geltend
macht, sie habe keine führende Rolle gehabt. Dies ist nicht Tatbestandsmerkmal
von Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG. Dass die Vorinstanz das Verschulden der
Beschwerdeführerin als eher leicht bis mittelschwer einstuft, ist im Ergebnis
nicht zu beanstanden. Die dafür ausgesprochene Geldstrafe von 120 Tagessätzen
ist hoch, liegt aber gerade noch im Rahmen des der Vorinstanz zustehenden
Ermessens.
Unbegründet ist die Rüge, die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe sei im
Vergleich zu anderen, ähnlichen Fällen zu hoch. Nach der Rechtsprechung führen
der Grundsatz der Individualisierung und das dem Sachrichter bei der
Strafzumessung eingeräumte weite Ermessen notwendigerweise zu einer gewissen,
vom Gesetzgeber in Kauf genommenen Ungleichheit. Selbst gleich oder ähnlich
gelagerte Fälle unterscheiden sich durchwegs massgeblich in
zumessungsrelevanten Punkten. Die aus diesen Umständen resultierende
Ungleichheit in der Zumessung der Strafe reicht für sich allein nicht aus, um
auf einen Missbrauch des Ermessens zu schliessen (BGE 135 IV 191 E. 3.1 mit
Hinweisen).

5.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Kosten sind der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. Juni 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Moses

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