Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1237/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_1237/2015

Urteil vom 25. Februar 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber Näf.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Semela,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus,
5001 Aarau,
A.________,
vertreten durch Fürsprecher Urs Marolf,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Vergewaltigung, mehrfaches versuchtes Verbreiten menschlicher Krankheiten,
gewerbsmässiger Betrug etc.; Strafzumessung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht,
1. Kammer, vom 18. Mai 2015.

Sachverhalt:

A. 
Das Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, sprach X.________
mit Urteil vom 18. Mai 2015 schuldig

- der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB,
- der Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
- des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB,
- des mehrfachen versuchten Verbreitens menschlicher Krankheiten gemäss Art.
231 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von A.________,
B.________, C.________ und D.________,
- der versuchten Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1
StGB,
- der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB,
- der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
- der mehrfachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB zum
Nachteil von E.________ und C.________,
- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB zum Nachteil von C.________,
- der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB zum Nachteil von C.________,
- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,
- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Vornahme einer Verrichtung,
welche die Bedienung eines Fahrzeugs erschwert, gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und
Art. 3 Abs. 1 VRV i.V.m. aArt. 90 Ziff. 2 SVG. 

Das Obergericht bestrafte X.________ hiefür mit einer Freiheitsstrafe von 7
Jahren.

B. 
X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, er sei
freizusprechen von den Vorwürfen der Vergewaltigung, der Freiheitsberaubung und
der versuchten Nötigung zum Nachteil von A.________, vom Vorwurf des mehrfachen
versuchten Verbreitens menschlicher Krankheiten zum Nachteil von A.________,
B.________, C.________ und D.________ sowie vom Vorwurf des gewerbsmässigen
Betrugs. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und einer Geldstrafe von
360 Tagessätzen zu Fr. 30.-- zu bestrafen. Zudem ersucht er um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege.

A.________ beantragt, die Beschwerde sei, soweit sie betreffend, abzuweisen.

Die Staatsanwaltschaft vertritt in ihrer Vernehmlassung die Auffassung, die
Darstellung von A.________ sei glaubhaft.

X.________ wurde die Gelegenheit gegeben, zu den Vernehmlassungen Stellung zu
nehmen.

Erwägungen:

1.

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft in ihrer Anklage dem Beschwerdeführer
Vergewaltigung vor, begangen am 16. Februar 2011 in seiner Wohnung zum Nachteil
von A.________. Die erste Instanz sprach den Beschwerdeführer wegen Zweifeln an
der Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.________ "in dubio pro reo" frei. Die
Vorinstanz verurteilte ihn wegen Vergewaltigung. Der Beschwerdeführer ficht
dies an.

1.2.

1.2.1. A.________ wurde am 7. und 31. August 2012 polizeilich befragt. Am 8.
Februar 2013 fand das Explorationsgespräch bei Prof. F.________ statt. Am 17.
April 2013 wurde sie von der Staatsanwaltschaft einvernommen. Die Vorinstanz
gibt die Aussagen der Beschwerdeführerin zusammenfassend wieder und würdigt sie
eingehend. Sie legt dar, weshalb gewisse Widersprüche in den Aussagen sowie
eingestandene Erinnerungslücken nicht gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen
sprechen. Dass A.________ die inkriminierte Vergewaltigung relativ detailarm
schilderte, ist nach der Würdigung der Vorinstanz plausibel, da zur Zeit der
Aussagen vom August 2013 bereits rund 1½ Jahre seit der inkriminierten Tat
verstrichen waren, das Tatgeschehen per se nicht komplex ist und das Thema
Sexualität bei A.________ allgemein mit Scham besetzt ist. Für die
Glaubhaftigkeit der Aussagen spricht nach der Einschätzung der Vorinstanz auch,
dass A.________ auf naheliegende Mehrbelastungen des Beschwerdeführers
verzichtete und beispielsweise aussagte, die einvernehmlichen sexuellen
Kontakte, die sie während ihrer kurzen Beziehung mit dem Beschwerdeführer
gehabt habe, seien schön gewesen.

A.________, die wegen ihrer manisch-depressiven Erkrankung im
Psychiatriezentrum Münsingen stationär behandelt worden war, suchte am 17.
Februar 2011, also am Tag nach der inkriminierten Tat, im Rahmen einer
Nachkontrolle das Psychiatriezentrum auf. Dabei erzählte sie ihrer Psychiaterin
G.________ nichts von der Vergewaltigung. Sie wirkte gemäss den Aussagen der
Psychiaterin verstört und ängstlich und äusserte bloss, dass etwas Schlimmes
vorgefallen sei (kant. Akten, Ordner 8 p. 2972, 2977). Zwei Tage nach dem
Vorfall, am 18. Februar 2011, schilderte A.________ gegenüber der Polizei zwar,
dass der Beschwerdeführer sie mit einem Messer genötigt habe, einen
Abschiedsbrief zu schreiben, doch erwähnte sie nichts von der Vergewaltigung
(kant. Akten, Ordner 8 p. 2646). Es war der Ehemann von A.________, der
erstmals in seiner Zeugeneinvernahme vom 20. April 2012 aussagte, dass seine
Ehefrau am 16. Februar 2011 vom Beschwerdeführer vergewaltigt worden sei, wie
sie ihm Wochen später, am 20. April 2011, anvertraut habe (kant. Akten, Ordner
8 p. 2898 ff., 2903). A.________ machte erstmals am 7. August 2012, also rund
1½ Jahre nach der inkriminierten Tat, gegenüber der Polizei diesbezügliche
Aussagen (kant. Akten, Ordner 8 p. 2856). Dass ein Opfer einer Vergewaltigung
erst längere Zeit danach darüber berichtet und sich dabei nicht an die Polizei,
sondern an eine Vertrauensperson wendet, ist nach der Einschätzung der
Vorinstanz nicht ungewöhnlich und spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit des
erhobenen Vorwurfs. Nicht völlig unerklärlich ist nach Meinung der Vorinstanz
sodann, dass A.________ nicht sofort nach der Vergewaltigung aus der Wohnung
des Beschwerdeführers flüchtete, sondern zunächst ihre Sachen packte, und dass
sie mit dem Gepäck nicht den Zug benützen wollte, sondern sich im Auto vom
Beschwerdeführer, dessen Schwager und dessen Sohn nach Hause fahren liess.
Erklärbar ist dies nach Auffassung der Vorinstanz damit, dass A.________
einerseits gemäss den Aussagen ihrer Psychiaterin traumatisiert war und es sich
andererseits beim Täter um eine Person handelte, mit der sie einen kurze intime
Beziehung gepflegt hatte.

A.________ leidet gemäss dem Ergänzungsgutachten der Psychiatrischen
Universitätsklinik Zürich vom 28. Februar 2013 seit dem Jahr 2003 an einer
bipolaren Störung mit überwiegend depressiver Symptomatik, die im
Untersuchungszeitpunkt remittiert war. Gemäss dem Gutachter Dr. H.________ ist
die Störung nicht geeignet, Zweifel an der Aussagetüchtigkeit von A.________ zu
begründen. Es bestünden diskrete psychopathologische Auffälligkeiten, die in
Bezug auf die Aussagequalität Berücksichtigung finden sollten (kant. Akten,
Ordner 8 p. 2979 ff., 2991).

1.2.2. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme von A.________ vom 31. August
2012 stellte der Vertreter des Beschwerdeführers den Beweisergänzungsantrag, es
sei betreffend A.________ ein Glaubhaftigkeitsgutachten über deren Aussagen
hinsichtlich der inkriminierten Vergewaltigung vom 16. Februar 2011 in Auftrag
zu geben. Die Staatsanwaltschaft Baden gab dem Antrag statt.

Das aussagepsychologische Gutachten von Prof. F.________ vom 25. März 2013
(kant. Akten, Ordner 8 p. 3002 ff.) hält zusammenfassend Folgendes fest (kant.
Akten, Ordner 8 p. 3062 ff.). Es lägen keine Hinweise darauf vor, dass
A.________ durch die Vorerkrankung zum Zeitpunkt des in Frage stehenden
Geschehens oder zur Zeit ihrer früheren oder ihrer aktuellen Aussagen zur Sache
beeinträchtigt gewesen sein könnte. Für eine psychopathologisch begründete
Wahrnehmungsverzerrung, etwa im Sinne einer illusionären Situationsverkennung,
habe die forensisch-psychiatrische Untersuchung keine Hinweise erbracht.
Ebenfalls hätten sich keine Hinweise darauf ergeben, dass A.________ nicht
grundsätzlich in der Lage sein sollte, die in Frage stehenden Geschehnisse
wahrzunehmen, über einen Zeitraum von zwei Jahren im Gedächtnis behalten und
verbal wiedergeben zu können. Insofern sei die Aussagetüchtigkeit zu bejahen.
Für das Vorliegen einer unabsichtlichen Falschaussage hätten sich in der
Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Aussage keine Hinweise finden
lassen. Die in den Akten dokumentierten und die in den Explorationsgesprächen
gemachten Aussagen von A.________ zum sexuellen Kerngeschehen wiesen keine
erheblichen Widersprüche auf, welche nicht mit gedächtnispsychologischen
Erkenntnissen in Einklang zu bringen wären. Insofern spreche grundsätzlich
nichts dagegen, dass die konstant vorgebrachten Angaben zum sexuellen
Kerngeschehen erlebnisbegründet sein könnten. Als problematisch sei jedoch die
Tendenz von A.________ einzuordnen, in Situationen, in denen sie unter
Rechtfertigungsdruck gerate, zuvor eingestandene Erinnerungsunsicherheiten
nicht mehr zuzugeben und eher schema- als erinnerungsgeleitete Antworten zu
geben. Für solche Aussageteile sei nicht von hinreichender Zuverlässigkeit
auszugehen. Eine in Rechtfertigungsnot vorgenommene Aggravation des
Gewaltaspekts der Vorwürfe (Schläge) sei vor diesem Hintergrund angesichts der
inkonstanten Darstellung dieses Aussageinhalts nicht auszuschliessen.
Andererseits habe die Analyse der Aussagegeschichte keine Hinweise darauf
erbracht, dass die Erstbekundung unter Rechtfertigungsdruck entstanden sein
könnte. Zudem würden wesentliche Teile des sexuellen Kerngeschehens konstant
geschildert. Die kognitiven Fähigkeiten von A.________ seien grundsätzlich
ausreichend dafür, dass sie sich ihre Schilderungen der Kernhandlung ausgedacht
haben könnte. Insbesondere dann, wenn man im Hinblick auf die Beurteilung des
zentralen Vergewaltigungsvorwurfs ausschliesslich die Kernhandlung betrachte,
könne die Lügenhypothese mit aussagepsychologischen Mitteln aufgrund der
qualitätsarmen Schilderung nicht abgewiesen werden. Dies sei jedoch nicht
grundsätzlich mit dem Nachweis einer intentionalen Falschaussage
gleichzusetzen. Im vorliegenden Fall seien mehrere Bedingungen gegeben, welche
eine geringe Aussagequalität auch bei erlebnisbasierter Aussage schlüssig
erklären könnten. Die geringe Qualität korrespondiere mit A.________s
Schilderungen fallneutraler Themen, wobei zu berücksichtigen sei, dass Aussagen
von unter depressiven Episoden leidenen Personen qualitätsärmer seien. Auch die
allgemein schambesetzte Kommunikation über Sexualität und die Tatsache, dass es
sich zumindest bei der Kernhandlung um einen relativ schlichten Sachverhalt
gehandelt habe, der in grossem zeitlichem Abstand geschildert worden sei,
liessen eher keine umfangreiche Schilderung erwarten. Gleichwohl bleibe
festzuhalten, dass die Qualität nicht als ausreichend angesehen werden könne,
um einen Vergewaltigungsvorwurf mit aussagepsychologischen Methoden zu
substantiieren. Andererseits sei vor dem Hintergrund der Aussagegeschichte und
der Motivationsanalyse unter Berücksichtigung der Persönlichkeit zu
konstatieren, dass keine Motivkonstellation ersichtlich sei, welche das
Vorliegen einer Falschbezichtigung zu den unterschiedlichen Aussagezeitpunkten
schlüssig erklären könne.
Laut Aktennotiz der Staatsanwaltschaft Baden vom 12. April 2013 (kant. Akten,
Ordner 8 p. 3084 ff.) rief die Gutachterin Prof. F.________ an diesem Tag den
Staatsanwalt an. Sie habe ihn gefragt, ob er sich durch das Gutachten gekämpft
habe und ob Fragen bestünden. Er habe ihr mitgeteilt, dass seitens der Anwälte
keine Ergänzungsfragen und/oder Erläuterungen gewünscht würden, jedoch sei der
Tenor der Rückmeldungen, dass nicht so ganz klar sei, ob die Aussagen von
A.________ nun als glaubhaft einzustufen seien oder nicht. Die Gutachterin habe
mitgeteilt, dass das eben etwas problematisch sei und daher das Gutachten sehr
offen habe formuliert werden müssen. Aufgrund der Gesamtumstände sei sie
gezwungen gewesen, verschiedene Möglichkeiten zu diskutieren. Betreffend die
Motivationsanalyse, ob sich A.________ die Geschichte ausgedacht haben könnte,
gelte Folgendes. Es seien aus dieser Warte keine Gründe und Hinweise
ersichtlich, die für ein Erfinden der Vergewaltigung sprechen würden. Aus
aussagepsychologischer Sicht zeitlich völlig unpassend sei die vom
Beschwerdeführer geäusserte Vermutung, A.________ könne sich die Vergewaltigung
aus Rache ausgedacht haben. Betreffend Qualitätsanalyse gelte Folgendes. Die
Qualität der Aussagen betreffend das Kerngeschehen sei nicht sehr hoch, dafür
gebe es aber gute Gründe. Sie wisse nicht, ob aus dem Gutachten genügend
herausgekommen sei, dass das ganze Thema Sexualität allgemein für A.________
sehr mit Scham besetzt sei. A.________ sei in dieser Hinsicht sehr bieder. Es
sei im persönlichen Gespräch gut zu merken, dass sie eigentlich überhaupt nicht
über Sexualität sprechen möchte. Dies erkläre, warum die Aussagen zum
Kerngeschehen nicht sehr detailliert seien. Diese Tatsache führe naturgemäss zu
detailarmen Aussagen und somit zu einer geringen Aussagequalität. Falsch wäre
jedoch der Schluss, dass eine detailarme Aussage zum Kerngeschehen automatisch
bedeuten würde, dass das inkriminierte Verhalten frei erfunden sei. Vorliegend
sei aber in der Gesamtschau problematisch, dass die Qualität der Aussage
insgesamt eben nicht genügend gut sei, um die Lügenhypothese mit Hilfe der
Qualitätsanalyse gänzlich ausschliessen zu können. Aufgrund der Gesamtumstände
habe die gutachterliche Schlussfolgerung daher relativ offengelassen werden
müssen, denn technisch-methodisch könne die Lügenhypothese vorliegend eben
nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Einem Punkt müsse jedoch grosse Bedeutung
geschenkt werden, der vorliegend immer wieder zum Tragen komme, und dem das
Gericht anlässlich der Hauptverhandlung Rechnung tragen müsse. A.________s
Aussageverhalten sei dann problematisch, wenn sie unter Rechtfertigungszwang
stehe. In diesen Situationen antworte sie vielfach nicht aufgrund ihrer eigenen
Wahrnehmung in der konkreten Situation, sondern eher schematisch. Dies führe
vorliegend zu Widersprüchen, die zwar mit dem Erkennen des Aussageverhaltens
von A.________ gut erklärbar seien, jedoch insgesamt eben doch nicht als
unproblematisch eingestuft werden können. Festzuhalten sei aber, dass zumindest
das Kerngeschehen erstmals gegenüber dem Ehemann erwähnt worden sei und das
gänzlich ohne Rechtfertigungsnotstand. Dieser Aspekt spreche für sich gesehen
wiederum doch für die Glaubhaftigkeit des Vorfalls. Der Staatsanwalt hielt in
der Aktennotiz abschliessend fest, er habe die Gutachterin wissen lassen, dass
er wohl nicht darum herumkommen werde, sie im Hauptverfahren als
Sachverständige befragen zu lassen, so dass sie ihre Erkenntnisse dem Gericht
eins zu eins mitteilen könne.

Die Vorinstanz gibt im angefochtenen Entscheid (S. 37) auch diese Aktennotiz
der Staatsanwaltschaft betreffend das Telefongespräch mit der Gutachterin
ausführlich wieder.

Die Vorinstanz erwägt, unter aussagepsychologischen Gesichtspunkten bestünden
somit zahlreiche Anhaltspunkte für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von
A.________. In der Gesamtschau werde die Qualität der Aussagen jedoch nicht als
genügend gut eingestuft, um die Lügenhypothese vollständig ausschliessen zu
können. Diese Einschätzung vermöge jedoch keine unüberwindlichen Zweifel im
Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO an der Richtigkeit der Sachdarstellung von
A.________ zu begründen. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel seien nicht
massgebend, weil solche immer möglich seien und absolute Gewissheit nicht
verlangt werden könne (angefochtener Entscheid S. 37/38).

1.2.3. Die Vorinstanz kommt die Beweiswürdigung abschliessend zum Ergebnis, in
Anbetracht aller Umstände bestünden aus ihrer Sicht keine erheblichen,
unüberwindbaren Zweifel, dass sich der Sachverhalt so ereignet habe, wie er in
der Anklage, basierend auf den Aussagen von A.________, umschrieben sei
(angefochtener Entscheid S. 38).

1.3.

1.3.1. Das aussagepsychologische Gutachten von Prof. F.________ vom 25. März
2013 enthält unter anderem die folgenden Einschätzungen.

"Die Frage, ob A.________s kognitive Fähigkeiten grundsätzlich als ausreichend
dafür anzusehen sind, dass sie sich ihre Schilderungen der Kernhandlung
ausgedacht haben könnte, ist grundsätzlich zu bejahen, insbesondere dann, wenn
man im Hinblick auf die Beurteilung des hier zentralen Vergewaltigungsvorwurfs
ausschliesslich die Kernhandlung betrachtet, bleibt festzuhalten, dass die
Lügenhypothese mit aussagepsychologischen Mitteln aufgrund der qualitätsarmen
Schilderung nicht abgewiesen werden kann" (kant. Akten, Ordner 8 p. 3063).

Und:

"Gleichwohl bleibt festzuhalten, dass die Qualität [der Aussagen] nicht als
ausreichend angesehen werden kann, um einen Vergewaltigungsvorwurf mit
aussagepsychologischen Methoden zu stubstantiieren" (kant. Akten, Ordner 8 p.
3064).

1.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, diese beiden eindeutigen
Feststellungen der Gutachterin müssten in einen Freispruch "in dubio pro reo"
münden. Zumindest hätte die Vorinstanz, wenn sie von den Feststellungen der
Gutachterin abweichen wollte, A.________ anlässlich der Hauptverhandlung als
Auskunftsperson befragen müssen, um sich ein von den gutachterlichen
Feststellungen abweichendes Bild der Glaubhaftigkeit der Aussagen von
A.________ überhaupt machen zu können. Dies habe die Vorinstanz in Verletzung
von Art. 10 Abs. 2 StPO unterlassen. Weiter wäre für ein Abweichen von den
gutachterlichen Feststellungen zwingend Prof. Dr. F.________ als
Sachverständige zu befragen gewesen. Auch dies habe die Vorinstanz
prozessrechtswidrig unterlassen. Das Abstellen auf eine Aktennotiz eines
Telefonats der Staatsanwaltschaft Baden mit der Sachverständigen gehe nicht an.
Diese Aktennotiz sei in Verletzung von Art. 187 Abs. 2 StPO erstellt worden und
damit nicht verwertbar. Nach dieser Bestimmung könne die Verfahrensleitung
anordnen, dass ein schriftlich erstattetes Gutachten mündlich erläutert oder
ergänzt werde; in diesem Fall seien die Vorschriften über die Zeugeneinvernahme
anwendbar. Die Verfahrensleitung der Vorinstanz hätte somit zur Erläuterung des
Gutachtens mit der Expertin unter Wahrung der Verteidigungsrechte und des
Teilnahmerechts des Beschuldigten eine Befragung nach den Vorschriften über die
Zeugeneinvernahme durchführen müssen. Die Aktennotiz sei unverwertbar, da sie
in krass prozessrechtswidriger Weise und damit willkürlich erstellt worden sei.

1.3.3. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist primär Sache der
Gerichte. Eine Begutachtung ist nur unter besonderen Umständen erforderlich (
BGE 129 I 49 E. 4). Ein Glaubhaftigkeitsgutachten ist nur einzuholen, wenn
besonderes Fachwissen erforderlich ist. Dies kann etwa bei Aussagen von Kindern
und psychisch kranken Personen der Fall sein. Das Gericht würdigt Gutachten
grundsätzlich frei. In Fachfragen darf es von Gutachten indessen nicht ohne
triftige Gründe abweichen, und Abweichungen müssen begründet werden.
Andererseits kann das Abstellen auf nicht schlüssige Gutachten unter Verzicht
auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen im Sinne von Art. 9 BV
willkürlich sein. Dies trifft etwa zu, wenn die sachverständige Person die an
sie gestellten Fragen nicht beantwortet, wenn sie ihre Erkenntnisse und
Schlussfolgerungen nicht begründet oder diese in sich widersprüchlich sind oder
wenn die Expertise sonst wie an Mängeln krankt, die derart offensichtlich und
auch ohne spezielles Fachwissen erkennbar sind, dass sie das Gericht nicht
hätte übersehen dürfen (Urteil 6B_760/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 2.2 mit
Hinweisen). Bei der Erstellung eines Glaubhaftigkeitsgutachtens ist es Aufgabe
des Sachverständigen, auf Grundlage der mit wissenschaftlichen Methoden
erhobenen und ausgewerteten Befunde und Anknüpfungstatsachen eine
Wahrscheinlichkeitseinschätzung des Erlebnisbezugs einer Aussage abzugeben. Der
hiezu notwendige diagnostische Prozess folgt der Leitfrage, ob die aussagende
Person unter Berücksichtigung der konkreten Umstände, der intellektuellen
Leistungsfähigkeit und der Motivlage die zu beurteilende Aussage auch ohne
realen Erlebnishintergrund machen könnte (Urteil 6B_760/2010 vom 13. Dezember
2010 E. 2.3). Das Bundesgericht anerkennt in seiner Rechtsprechung, dass bei
der Begutachtung im Grundsatz Methodenfreiheit besteht. Die Wahl der Methode
muss aber begründet sein. Die wissenschaftlichen Standards müssen eingehalten
und die Schlussfolgerungen transparent sowie für die Verfahrensbeteiligten
nachvollziehbar dargestellt sein (Urteil 6B_304/2015 vom 14. September 2015 E.
2.4; BGE 128 I 81 E. 2). Die mündliche Erläuterung des Gutachtens bietet
Gelegenheit, Unklarheiten zu beseitigen und durch direkte Kommunikation
zwischen der Strafbehörde, dem Sachverständigen und den Verfahrensbeteiligten
das Verständnis für die aufzuklärenden Zusammenhänge zu fördern (ANDREAS
DONATSCH, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014,
Art. 187 StPO N. 7, mit Hinweisen).

1.3.4. Die erste Instanz, welche den Beschwerdeführer vom Vorwurf der
Vergewaltigung freisprach, scheint das aussagepsychologische Gutachten in dem
Sinne gewürdigt zu haben, dass danach die Aussagen von A.________ betreffend
die Vergewaltigung nicht hinreichend glaubhaft seien. Die erste Instanz stellte
indessen nur eher am Rande auf das Gutachten ab und stützte ihre
Schlussfolgerung, es bestünden nicht zu unterdrückende Zweifel an der
Glaubhaftigkeit der Aussagen, vor allem auf andere Umstände (siehe
erstinstanzlichen Entscheid S. 21 f.). Die Vorinstanz versteht das Gutachten
demgegenüber offenbar in dem Sinne, dass es insgesamt keine unüberwindlichen
Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO an der Richtigkeit der Sachdarstellung
von A.________ zu wecken vermöge. Die Vorinstanz scheint den gutachterlichen
Ausführungen in der Beweiswürdigung eine relativ grosse Bedeutung beizumessen,
auch wenn sie das Gutachten nur in vergleichsweise knappen Worten würdigt.
Unklar ist, inwiefern die Vorinstanz bei der Beweiswürdigung auch die
Aktennotiz der Staatsanwaltschaft betreffend telefonische Ausführungen der
Gutachterin in die Beweiswürdigung mit einbezog. Allerdings gibt es Hinweise
dafür, dass sie die Aktennotiz bei der Beweiswürdigung mit berücksichtigte. Im
aussagepsychologischen Gutachten wird ausgeführt, dass die Lügenhypothese mit
aussagepsychologischen Mitteln aufgrund der qualitätsarmen Schilderung "nicht
abgewiesen" werden könne (kant. Akten, Ordner 8 p. 3063). In der Aktennotiz vom
12. April 2013 steht geschrieben, dass technisch-methodisch die Lügenhypothese
"nicht  gänzlich ausgeschlossen" werden könne (kant. Akten Odner 8 p. 3085).
Die Vorinstanz kommt zum Schluss, die Qualität der Aussagen sei nicht als
genügend gut eingestuft worden, um die Lügenhypothese "  vollständig
 ausschliessen" zu können (angefochtener Entscheid S. 38).

1.3.5. Das Gutachten enthält einerseits Ausführungen, die für die
Glaubhaftigkeit der Aussagen betreffend die Vergewaltigung sprechen, und es
enthält andererseits Ausführungen, die dagegen sprechen. Das Gutachten stellt
ausführlich die für und die gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen sprechenden
Umstände dar. Dem Gutachten lässt sich jedoch nicht mit hinreichender
Deutlichkeit eine Schlussfolgerung entnehmen.

Die Gutachterin wurde weder an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung noch an
der Berufungsverhandlung einvernommen. Unter den gegebenen Umständen hätte
indessen die Berufungsinstanz, wenn sie auch gestützt auf das Gutachten die
Aussagen von A.________ betreffend die Vergewaltigung als glaubhaft erachtete,
in Anwendung von Art. 187 Abs. 2 StPO die Expertin zur Verhandlung vorladen
müssen, damit sie unter Gewährung des Teilnahmerechts der Parteien ihr
Gutachten mündlich erläutere und ergänze. Daran ändert nichts, dass es dem
Beschwerdeführer unbenommen war, seinerseits einen diesbezüglichen
Beweisergänzungsantrag zu stellen, und dass er davon absah. Der
Beschwerdeführer unterliess einen solchen Antrag möglicherweise in der
Überlegung, dass das vorliegende Gutachten nach der Einschätzung des Gerichts
die Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.________ betreffend die Vergewaltigung
nicht zu begründen vermöge, oder allenfalls in der Erwartung, dass laut
Aktennotiz (kant. Akten, Ordner 8 p. 3085) der Staatsanwalt einen solchen
Antrag stellen werde.

1.3.6. Die telefonischen Ausführungen der Expertin gegenüber dem Staatsanwalt
laut der von diesem erstellten Aktennotiz sind nicht als gutachterliche
Äusserungen verwertbar (siehe auch BGE 119 V 208 E. 4). Es ist unklar,
inwiefern die Aktennotiz die tatsächlichen Äusserungen der Sachverständigen
gegenüber dem Staatsanwalt wörtlich beziehungsweise genau wiedergibt. Unklar
ist auch, welche Fragen der Staatsanwalt allenfalls der Gutachterin stellte und
inwiefern welche Äusserungen allenfalls Antworten auf welche Fragen sind und
inwiefern die Antworten durch die Fragen mit beeinflusst wurden. Nichts deutet
sodann darauf hin, dass die Sachverständige, bevor sie ihr Gutachten
telefonisch zu erläutern begann, vom Staatsanwalt auf Art. 307 StGB betreffend
falsches Gutachten hingewiesen worden sei. Die Parteien hatten keine
Gelegenheit, das Telefongespräch mitzuverfolgen und allenfalls der Gutachterin
Fragen zu stellen. Unerheblich ist, dass die Aktennotiz in die Akten Eingang
fand (kant. Akten, Ordner 8 p. 3084 f.) und daher in Ausübung des
Akteneinsichtsrechts eingesehen werden konnte und dass allenfalls gerade auch
die Aktennotiz für den Beschuldigten hätte Anlass sein können, die Vorladung
der Expertin zwecks mündlicher Erläuterung und Ergänzung des Gutachtens zu
beantragen.

1.3.7. Es ergibt sich zusammenfassend, dass das aussagepsychologische Gutachten
vom 25. März 2013 erläuterungs- und ergänzungsbedürftig ist, weil darin nicht
eine hinreichend klar erkennbare Schlussfolgerung zur Frage der Glaubhaftigkeit
der Aussagen von A.________ betreffend die Vergewaltigung gezogen wird, dass
die Aktennotiz der Staatsanwaltschaft vom 12. April 2013 betreffend
telefonische Ausführungen der Gutachterin nicht als erläuternde und ergänzende
Stellungnahme der Sachverständigen qualifiziert werden kann und dass die
Vorinstanz gestützt auf Art. 187 Abs. 2 StPO die Gutachterin zwecks Erläuterung
und Ergänzung des Gutachtens zur Hauptverhandlung unter Wahrung des
Teilnahmerechts der Parteien hätte vorladen sollen. Das Gutachten ist
unvollständig und kann daher nicht mit berücksichtigt werden, um den Vorwurf
der Vergewaltigung in tatsächlicher Hinsicht zu begründen. Dass sie auch ohne
Berücksichtigung des Gutachtens und der Aktennotiz die Aussagen von A.________
betreffend die Vergewaltigung als glaubhaft erachtet, hat die Vorinstanz nicht
erwogen. Es ist daher im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen, ob eine solche
Schlussfolgerung willkürfrei gezogen werden könnte. Im gegenwärtigen Stadium
des Verfahrens ist auch nicht zu prüfen, ob die weiteren Einwände des
Beschwerdeführers gegen die vorinstanzliche Beweiswürdigung begründet sind.
Denn zurzeit ist offen, ob die Vorinstanz im neuen Verfahren unter
Berücksichtigung eines erläuterten und ergänzten aussagepsychologischen
Gutachtens erneut zum Schluss gelangen wird, dass die tatsächlichen
Voraussetzungen einer Vergewaltigung entsprechend den Aussagen von A.________
erfüllt seien.

1.4. Die Beschwerde ist somit in diesem Punkt im Sinne der Erwägungen
gutzuheissen und die Sache zur Erläuterung und Ergänzung des
aussagepsychlogischen Gutachtens und zur neuen Entscheidung in Bezug auf den
Vorwurf der Vergewaltigung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2.

2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Verurteilung wegen Nötigung und
versuchter Nötigung, angeblich begangen am 16. Februar 2011 zum Nachteil von
A.________, beruhe auf Feststellungen, die willkürlich seien.

2.2. Die Staatsanwaltschaft Baden wirft dem Beschwerdeführer in der
Anklageschrift vor, er habe am 16. Februar 2011, zirka eine Stunde vor der
inkriminierten Vergewaltigung, in seiner Wohnung A.________ aufgefordert, einen
Abschiedsbrief zu schreiben und darin ihren Selbstmord anzukündigen. Er habe
sie ebenfalls aufgefordert, im Abschiedsbrief festzuhalten, dass er sämtliche
Vollmachten über ihre Konten behalten könne. Um seiner Forderung Nachdruck zu
verleihen, habe er A.________ an den Schultern festgehalten, in bedrohlichem
Ton auf sie eingeredet und ein Messer behändigt. Aufgrund dessen habe
A.________ widerwillig einen Abschiedsbrief geschrieben. Danach habe der
Beschwerdeführer sein Messer gegen sie gerichtet und sie aufgefordert, dieses
in die Hand zu nehmen, sich in die Badewanne zu setzen und sich die Pulsadern
aufzuschneiden, ansonsten er das machen würde. Als sie sich geweigert habe, das
Messer in die Hand zu nehmen, habe er sie geohrfeigt und ihr gesagt, dass sie
aus dem Fenster springen könne. Nachdem A.________ auch dies verweigert habe,
habe er von ihr abgelassen.

2.3. Dieser Anklagevorwurf stützt sich auf die Aussagen, welche A.________ in
ihren Einvernahmen vom 18. Februar 2011, 7. August 2012 und 31. August 2012
gemacht hatte (kant. Akten, Ordner 7 p. 2646, Ordner 8 p. 2864, Ordner 8 p.
2874).

Der Beschwerdeführer bestreitet den ihm vorgeworfenen Sachverhalt.

2.4. Die erste Instanz sprach den Beschwerdeführer in Anwendung der Maxime "in
dubio pro reo" vom Vorwurf der Nötigung und der versuchten Nötigung frei. Die
Vorinstanz spricht ihn hingegen der Nötigung (soweit den Abschiedsbrief
betreffend) und der versuchten Nötigung (soweit den Suizid betreffend)
schuldig.

2.5. Die Vorinstanz hält einleitend fest, in Bezug auf den Tatvorwurf der
versuchten und der vollendeten Nötigung zum Nachteil von A.________ seien im
aussagepsychologischen Gutachten keine näheren Untersuchungen angestellt
worden. Es sei jedoch insgesamt davon auszugehen, dass unter
aussagepsychologischen Gesichtspunkten zahlreiche Anhaltspunkte für die
Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.________ zu den Ereignissen vom 16. Februar
2011 bestünden. Auch wenn die Gutachterin in der Gesamtschau die Qualität der
Aussagen nicht als genügend gut eingeschätzt habe, um die Lügenhypothese
vollständig ausschliessen zu können, begründe diese Beurteilung keine
unüberwindlichen Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO an der Richtigkeit
der Sachdarstellung von A.________ (angefochtener Entscheid S. 51/52).

In der Folge würdigt die Vorinstanz die Aussagen von A.________ in den
verschiedenen Einvernahmen. Sie kommt zum Schluss, diese seien glaubhaft
(angefochtener Entscheid S. 52 f.).

2.6. Das aussagepsychologische Gutachten vom 25. März 2013 befasst sich -
entsprechend dem Auftrag der Staatsanwaltschaft - nur mit der Frage, ob die
Aussagen von A.________ betreffend Vergewaltigung glaubhaft seien. Die im
Gutachten enthaltenen Erkenntnisse lassen sich nicht ohne weiteres auf die
Aussagen von A.________ betreffend andere Vorkommnisse vom 16. Februar 2011
übertragen. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz das
Gutachten auch insoweit erwähnt.

Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass die Aussagen von A.________
betreffend Bedrohung mit einem Messer etc.  glaubhaft seien, stützt sich
indessen allein auf eine Würdigung dieser Aussagen und nicht auch auf das
aussagepsychologische Gutachten. Dieses zieht die Vorinstanz im Wesentlichen
nur herbei um darzulegen, dass die darin enthaltenen Erkenntnisse keine
unüberwindlichen  Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.________
begründen. Es ist daher auszuschliessen, dass die vorinstanzliche
Beweiswürdigung in diesem Punkt anders ausgefallen wäre, wenn die Vorinstanz
das Gutachten in ihren Erwägungen überhaupt nicht erwähnt hätte.

2.7. Die Aussage von A.________ in der ersten polizeilichen Einvernahme vom 18.
Februar 2011 (kant. Akten, Ordner 7 p. 2646), also zwei Tage nach dem
inkriminierten Vorfall, sind gemäss den zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz detailliert und in sich stimmig. Sehr spezifisch ist nach der
zutreffenden Auffassung der Vorinstanz die Schilderung, der Beschwerdeführer
habe seine Hände mit Haushaltpapier bedeckt, um auf dem Messer keine
Fingerabdrücke zu hinterlassen. Bemerkenswert ist die Aussage von A.________,
der Beschwerdeführer sei nach der Tat, während der Fahrt nach Port, wieder sehr
nett mit ihr gewesen und habe so getan, als ob nichts passiert wäre. Die
Vorinstanz hält willkürfrei fest, dass die ersten Aussagen kurz nach der Tat
erfahrungsgemäss die zuverlässigsten sind und Abweichungen zwischen diesen und
späteren Aussagen sich mit dem Zeitablauf und dem daraus folgenden Verblassen
der Erinnerung begründen lassen, welches auch erklärt, dass die Schilderungen
des Vorfalls immer kürzer wurden. Was der Beschwerdeführer im Wesentlichen
unter Hinweis auf den ihn "in dubio pro reo" freisprechenden Entscheid der
ersten Instanz vorbringt, ist appellatorische Kritik, die zur Begründung der
Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung nicht genügt. Willkür ist nicht schon
gegeben, wenn eine andere Würdigung der Beweise auch möglich oder gar
einleuchtender wäre, sondern nur, wenn die Beweiswürdigung schlechterdings
unhaltbar ist. Dies trifft hier nicht zu.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Verurteilung wegen
Freiheitsberaubung, angeblich begangen am 16. Februar 2011 zum Nachteil von
A.________, beruhe auf Feststellungen, die willkürlich seien.

3.2. Die Staatsanwaltschaft Baden wirft dem Beschwerdeführer vor, er habe
A.________ am 16. Februar 2011, im Anschluss an die Vergewaltigung, gegen ihren
Willen während zirka 1 ½ Stunden in seiner Wohnung eingeschlossen und alle
Schlüssel und Telefone mitgenommen und sein Laptop versteckt, um sie am
Schreiben von E-Mails zu hindern. Dadurch habe er sich der Freiheitsberaubung
schuldig gemacht. Dieser Vorwurf stützt sich auf die Aussagen von A.________.
Der Beschwerdeführer bestreitet ihn.

A.________ sagte am 18. Februar 2011, also zwei Tage nach der behaupteten
Vergewaltigung, bei der Polizei in Nidau aus, der Beschwerdeführer sei am 16.
Februar 2011 zur Bank gegangen, um Geld von ihrem Konto abzuheben. Während
dieser Zeit habe er sie in seiner Wohnung eingeschlossen und alle Schlüssel
mitgenommen. Sie habe die Wohnung während 1 ½ Stunden nicht verlassen können.
Sie habe auch nicht telefonieren können, da der Beschwerdeführer alle Telefone
mitgenommen und sogar das Laptop versteckt habe, damit sie keine E-Mails habe
senden können (kant. Akten, Ordner 7 p. 2645). A.________ bestätigte in ihren
Einvernahmen vom 7. August 2012 gegenüber der Polizei und vom 13. April 2013
gegenüber der Staatsanwaltschaft, dass der Beschwerdeführer sie in seiner
Wohnung eingeschlossen habe (kant. Akten, Ordner 8 p. 2862, 2916 f.).

Der Beschwerdeführer sagte aus, er habe am 16. Februar 2011 bei der Bank Fr.
2'000.-- zu Lasten des Kontos von A.________ bezogen. Er sei zirka 30 Minuten
abwesend gewesen. Er habe A.________ nicht eingeschlossen. Diese habe einen
Schlüssel gehabt, und in einer Schublade hätten sich vier Ersatzschlüssel
befunden, was A.________ gewusst habe.

3.3. Die erste Instanz sprach den Beschwerdeführer in Anwendung der Maxime "in
dubio pro reo" vom Vorwurf der Freiheitsberaubung frei. Die Vorinstanz spricht
ihn hingegen der Freiheitsberaubung schuldig. Sie erachtet die Aussagen von
A.________ als glaubhaft mit der Modifikation, dass der Beschwerdeführer nicht
1 ½ Stunden, sondern nur 30 Minuten abwesend gewesen sei und A.________
eingeschlossen habe.

3.4. Die Vorinstanz hält fest, das Gutachten äussere sich im Wesentlichen nur
zur Glaubhaftigkeit der Aussagen betreffend die Vergewaltigung. Bezüglich der
Freiheitsberaubung seien keine näheren Untersuchungen vorgenommen worden. Es
sei aber insgesamt davon auszugehen, dass unter aussagepsychologischen
Gesichtspunkten zahlreiche Anhaltspunkte für die Glaubhaftigkeit der Aussagen
von A.________ zu den Ereignissen vom 16. Februar 2011 bestünden. Auch wenn die
Gutachterin in der Gesamtschau die Qualität der Aussagen nicht als genügend gut
eingestuft habe, um die Lügenhypothese vollständig ausschliessen zu können,
vermöge diese Einschätzung keine unüberwindlichen Zweifel im Sinne von Art. 10
Abs. 3 StPO an der Richtigkeit der Sachdarstellung von A.________ zu wecken
(angefochtener Entscheid S. 42).

Im Anschluss daran würdigt die Vorinstanz die Aussagen von A.________ in den
verschiedenen Einvernahmen. Sie kommt zum Schluss, die Aussage von A.________,
sie habe keine Möglichkeit gehabt, nach freiem Willen die Wohnung des
Beschwerdeführers zu verlassen, während dieser zur Bank gegangen sei und Geld
von ihrem Konto abgehoben habe, sei glaubhaft (angefochtener Entscheid S. 42
f.).

3.5. Das aussagepsychologische Gutachten befasst sich - entsprechend dem
Auftrag der Staatsanwaltschaft - nur mit der Frage, ob die Aussagen von
A.________ betreffend die Vergewaltigung glaubhaft seien. Es setzt sich mit den
Aussagen von A.________ betreffend weitere Vorkommnisse vom 16. Februar 2011
nicht auseinander. Die im Gutachten enthaltenen Erkenntnisse lassen sich nicht
ohne weiteres auf die Aussagen von A.________ betreffend andere Vorkommnisse
vom 16. Februar 2011 übertragen. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb
die Vorinstanz das Gutachten auch insoweit erwähnt.

Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass die Aussagen von A.________
betreffend Freiheitsberaubung  glaubhaft seien, stützt sich indessen allein auf
die Würdigung dieser Aussagen und nicht auch auf das aussagepsychologische
Gutachten. Dieses zieht die Vorinstanz im Wesentlichen nur herbei um
darzulegen, dass die darin enthaltenen Erkenntnisse keine unüberwindlichen 
Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.________ begründen. Es ist
daher auszuschliessen, dass die vorinstanzliche Beweiswürdigung in diesem Punkt
anders ausgefallen wäre, wenn die Vorinstanz das Gutachten in ihren Erwägungen
überhaupt nicht erwähnt hätte.

3.6. Es ist erwiesen, dass der Beschwerdeführer am 18. Februar 2011, um 11.18
Uhr, bei der Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Kölliken-Entfelden in Aarau
zulasten des Kontos von A.________ Bargeld im Betrag von Fr. 2'000.-- bezog. Es
ist nach der willkürfreien Auffassung der Vorinstanz plausibel, dass der
Beschwerdeführer alles daran setzte, A.________ daran zu hindern, mit der
Aussenwelt Kontakt aufzunehmen, und dass er sie daher in seiner Wohnung
einschloss, die Telefone mitnahm und das Laptop versteckte. Dass A.________ die
Ereignisse in den folgenden Einvernahmen weniger detailliert schilderte als in
der ersten Einvernahme vom 18. Februar 2011, also zwei Tage nach dem Vorfall,
lässt sich nach der willkürfreien Auffassung der Vorinstanz mit dem Zeitablauf
erklären.

4. 
Die Vorinstanz spricht den Beschwerdeführer des mehrfachen versuchten
Verbreitens menschlicher Krankheiten zum Nachteil mehrerer Frauen schuldig,
unter anderem begangen am 16. Februar 2011 durch Vergewaltigung von A.________.
Ob der Beschwerdeführer am 16. Februar 2011 A.________ zum Beischlaf genötigt
habe, ist zurzeit offen (siehe E. 1 hiervor). Damit ist zurzeit auch offen, ob
der Beschwerdeführer, der die Vergewaltigung und auch einen einvernehmlichen
Sexualverkehr mit A.________ in Abrede stellt, am 16. Februar 2011 versucht
habe, zum Nachteil von A.________ eine menschliche Krankheit zu verbreiten.
Sollte der Beschwerdeführer, der an Hepatitis C leidet, am 16. Februar 2011
A.________, die von seiner Krankheit nichts wusste, vergewaltigt haben (siehe
E. 1 hievor), hätte er in Idealkonkurrenz auch den Tatbestand des versuchten
Verbreitens menschlicher Krankheiten zum Nachteil von A.________ erfüllt (siehe
E. 5 hienach).

5.

5.1. Der Beschwerdeführer leidet seit Jahren an der Krankheit Hepatitis C. Er
hatte mit mehreren Frauen einvernehmlichen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Er
klärte seine Sexualpartnerinnen über seine Krankheit nicht auf. Am 16. Februar
2011 soll er zweimal A.________ vergewaltigt haben. Die Frauen wurden nicht
infiziert. Die Vorinstanz sprach den Beschwerdeführer in Bestätigung des
erstinstanzlichen Entscheids anklagegemäss des mehrfachen versuchten
Verbreitens menschlicher Krankheiten (im Sinne von Art. 231 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig.

5.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, Hepatitis C gelte heute aufgrund der
guten Heilungschancen nicht (mehr) als eine gefährliche Krankheit im Sinne von
Art. 231 StGB. Zudem sei Art. 231 StGB revidiert worden. Nach der neuen
Fassung, die am 1. Januar 2016 in Kraft trete, erfülle den Tatbestand nur noch,
wer aus gemeiner Gesinnung handle. Eine solche sei in seinem Falle weder
eingeklagt noch nachgewiesen, noch vorhanden gewesen. Im Zeitpunkt des
Bundesgerichtsurteils, das (voraussichtlich) erst nach dem 1. Januar 2016
gefällt werde, beziehungsweise im Zeitpunkt eines neuen obergerichtlichen
Urteils sei Art. 231 StGB in der neuen Fassung als milderes Recht (Art. 2 Abs.
2 StGB) anwendbar.

5.3. Gemäss Art. 231 Ziff. 1 StGB in der bis zum 31. Dezember 2015 geltenden
Fassung wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe nicht unter
30 Tagessätzen bestraft, wer vorsätzlich eine gefährliche übertragbare
menschliche Krankheit verbreitet (Abs. 1). Hat der Täter aus gemeiner Gesinnung
gehandelt, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren
(Abs. 2). Gemäss Art. 231 StGB in der ab 1. Januar 2016 geltenden Fassung wird
mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren bestraft, wer aus
gemeiner Gesinnung eine gefährliche übertragbare menschliche Krankheit
verbreitet. Fehlt es an der gemeinen Gesinnung, kann der Tatbestand nach dem
neuen Recht nicht erfüllt sein. Dieses neue Recht, das erst seit 1. Januar 2016
in Kraft ist, findet vorliegend keine Anwendung. Massgebend ist das Recht,
welches zur Zeit der inkriminierten Tat galt, oder das allenfalls mildere Recht
(Art. 2 Abs. 2 StGB), das im Zeitpunkt der Beurteilung in Kraft stand. Der
angefochtene Entscheid ist indessen noch unter der Geltung des alten Rechts
ergangen. Das Bundesgericht hat zu prüfen, ob die Vorinstanz dieses Recht
richtig angewendet habe. Danach setzt der Grundtatbestand von aArt. 231 Ziff. 1
Abs. 1 StGB nicht voraus, dass der Täter aus gemeiner Gesinnung gehandelt habe.

5.4. Das Bundesgericht hat im Urteil 6B_529/2013 vom 19. September 2013 unter
Hinweis auf eine Meinungsäusserung in der juristischen Lehre erkannt, dass
Hepatitis B und C im Sinne von Art. 231 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gefährliche und
übertragbare menschliche Krankheiten sind (siehe BERNARD CORBOZ, Les
infractions en droit suisse, vol. II, 3ème édition, 2010, art. 231 CP n. 8).

Gefährlich ist eine Krankheit, die den Tod oder eine schwere
Gesundheitsschädigung mit sich bringen kann. Die Wahrscheinlichkeit dieser
Folgen muss gross sein. Die Gefährlichkeit hängt auch vom Stand der
medizinischen Behandlungsmöglichkeiten ab. Dieser ist zu berücksichtigen
(NIGGLI/MAEDER, Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, Art. 231 StGB
N. 32; TRECHSEL/CHRISTENER-TRECHSEL, Schweizerisches Strafgesetzbuch,
Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 231 StGB N. 1). Hepatitis C ist eine
Leberentzündung, ausgelöst durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus
(HCV). Der Krankheitserreger wird in erster Linie durch Blut einer infizierten
Person übertragen. Sexuelle Übertragungen des Virus kommen laut Bundesamt für
Gesundheit (BAG) sehr selten vor. Innerhalb bestimmter Gruppen scheint jedoch
ein erhebliches Risiko für eine sexuelle Übertragung zu bestehen, zum Beispiel
bei Männern, die Gruppensex mit Männern haben, vor allem wenn sie mit HIV
coinfiziert sind. Bei 70 - 80 % der infizierten Personen heilt die Infektion
nicht spontan innerhalb von sechs Monaten aus und verläuft somit chronisch. In
ca. 5 - 30 % dieser Fälle entwickelt sich laut Bundesamt für Gesundheit nach
mehreren Jahrzehnten eine Leberzirrhose. Die davon Betroffenen haben ein
erhöhtes Risiko, Leberzellkrebs zu entwickeln. Hepatitis C lässt sich mit
antiviralen Medikamenten behandeln. Drei Viertel der Behandelten können laut
Bundesamt für Gesundheit so geheilt werden. Die medizinischen Möglichkeiten der
Behandlung von Hepatitis C haben sich in den vergangenen Jahren verbessert.
Auch wenn daher nur noch ein prozentual geringer Anteil der Infektionen zu
schwerer Gesundheitsschädigung führt, bleibt Hepatitis C eine gefährliche
Krankheit im Sinne von Art. 231 StGB. Für diese Auffassung spricht auch, dass
unter anderem in Bezug auf Hepatitis C gemäss Anhang I zur Verordnung des EDI
vom 13. Januar 1999 über Arzt- und Labormeldungen (SR 818.141.11) eine
Meldepflicht besteht (siehe STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht,
Besonderer Teil II, Straftaten gegen Gemeininteressen, 7. Aufl. 2013, § 31 N.
11). Dass die Übertragungswahrscheinlichkeit durch Sexualverkehr noch deutlich
geringer ist als bei HIV, ist unerheblich und ändert nichts daran, dass
Hepatitis C im Sinne von Art. 231 StGB eine übertragbare menschliche Krankheit
ist, die auch durch Sexualkontakte übertragen werden kann.

6.

6.1. Die Vorinstanz spricht den Beschwerdeführer in Bestätigung des
erstinstanzlichen Entscheids anklagegemäss des gewerbsmässigen Betrugs (Art.
146 Abs. 2 StGB) schuldig, begangen zum Nachteil von B.________, I._________
und D.________.

6.2. Soweit der Beschwerdeführer offenbar, wie im kantonalen Verfahren, die
Übergabe von Geld- und Wertgegenständen an ihn bestreitet (Beschwerde S. 21),
ist er nicht zu hören. Er legt mit keinem Wort dar, inwiefern die
diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz willkürlich seien.

6.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle in allen Fällen an der
Arglist. Die Opfer hätten sich leichtfertig verhalten.

Arglist ist unter anderem bei falschen Angaben gegeben, wenn deren Überprüfung
nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist oder wenn
der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den
Umständen voraussieht, dass es die Überprüfung der Angaben aufgrund eines
besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Arglist scheidet aus,
wenn der Getäuschte seinen Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte
vermeiden können. Bei der Prüfung der Arglist ist nicht darauf abzustellen, wie
ein durchschnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung
reagiert hätte. Vielmehr ist die Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen
im Einzelfall zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass der Getäuschte
die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt. Arglist scheidet lediglich aus, wenn
grundlegendste Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet werden. Entsprechend entfällt
Arglist nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei
Leichtfertigkeit, welche das täuschende Verhalten in den Hintergrund treten
lässt. Ein erheblich naives Verhalten des Getäuschten führt nicht zwingend zur
Straflosigkeit des Beschuldigten (BGE 135 IV 76 E. 5.2 und E. 5.3; Urteile
6B_518/2012 vom 5. Februar 2013 E. 3.4.1; 6B_605/2013 vom 13. Januar 2014 E.
1.2.2, je mit Hinweisen).

Der Beschwerdeführer ging im Wesentlichen stets nach dem gleichen Muster vor.
Er lernte die Frauen über das Internet kennen. Es kam rasch zu sexuellen
Kontakten. Die Frauen glaubten sich am Beginn einer Beziehung. Der
Beschwerdeführer nützte dies aus. Er schlug den Opfern im Hinblick auf eine
gemeinsame Zukunft vor, gemeinsam Gelder in eine Liegenschaft oder in ein
Geschäft zu investieren. Zwar verhielten sich die Opfer fahrlässig, indem sie -
teilweise trotz Zweifeln - weder Nachforschungen anstellten noch Sicherheiten
verlangten. Es kann indessen nicht gesagt werden, dass dadurch das täuschende
Verhalten des Beschwerdeführers, der jeweils gezielt ein emotionales
Vertrauensverhältnis aufbaute und ausnützte, völlig in den Hintergrund trat.
Bei Zweifeln des Geschädigten entfällt die Arglist der Täuschung nicht ohne
weiteres (Urteil 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 6.4). Entscheidend ist
vorliegend, dass aus der Sicht der Opfer, wie der Beschwerdeführer wusste, eine
emotionale Bindung bestand, die es ihnen schwer fallen liess, dem
Beschwerdeführer zu misstrauen (siehe Urteil 6B_518/2013 E. 3.3.1).

7.

7.1. Die Vorinstanz verurteilt den Beschwerdeführer wegen aller Delikte zu
einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Sie setzt die Einsatzstrafe für die
schwerste Tat, die Vergewaltigung, auf 3 ¾ Jahre fest und erhöht die
Freiheitsstrafe wegen der übrigen Taten um 3 ¼ Jahre auf sieben Jahre. Von der
Ausfällung einer Geldstrafe kumulativ zur Freiheitsstrafe anstelle der Erhöhung
der Freiheitsstrafe sieht sie ab. Zur Begründung weist sie darauf hin, dass der
Beschwerdeführer während des Strafverfahrens und unbeeindruckt von der
Untersuchungshaft vom 26. August 2011 bis zum 6. November 2011 erneut
straffällig geworden sei. Auch das Strafverfahren, in dem er vom Kantonsgericht
Basel-Landschaft wegen teilweise einschlägiger Delikte zu einer bedingt
vollziehbaren Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt worden sei, habe ihn
nicht davon abgehalten, die Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildenden
Taten zu verüben. Nach der Auffassung der Vorinstanz ist daher insbesondere aus
spezialpräventiver Sicht die Ausfällung einer Geldstrafe kumulativ zur
Freiheitsstrafe anstatt einer Erhöhung der Freiheitsstrafe nicht angebracht
(angefochtener Entscheid S. 150).

7.2. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Bildung einer
Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB nur bei gleichartigen Strafen
möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann
auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jede
einzelne Tat eine Freiheitsstrafe ausfällen würde. Das alte Recht hielt in Art.
68 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB ausdrücklich fest, dass für die Gesamtstrafenbildung
die konkret verwirkte Strafe massgebend ist ("Hat jemand.... mehrere
Freiheitsstrafen verwirkt...."). Demgemäss sind im Sinne von Art. 49 Abs. 1
StGB "die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt", wenn das
Gericht für jede einzelne Tat gleichartige Strafen ausgefällt hätte (BGE 130 IV
120 E. 5.2 mit Hinweisen auf die unterschiedlichen Lehrmeinungen). Nach dem
Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden
und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall
diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des
Betroffenen eingreift. Die Geldstrafe ist gegenüber der Freiheitsstrafe die
weniger eingriffsintensive Sanktion (BGE 137 IV 97 E. 4.2.2 mit Hinweisen).

Die Vorinstanz hat diese Rechtsprechung nicht übersehen. Sie ist aber der
Auffassung, dass für die alternativ mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe
bedrohten Delikte des Beschwerdeführers bei isolierter Beurteilung aus den von
ihr genannten Gründen nicht eine Geldstrafe, sondern eine Freiheitsstrafe
auszusprechen wäre. Diese Auffassung der Vorinstanz hält sich im Rahmen des
weiten sachrichterlichen Ermessens und verstösst nicht gegen Bundesrecht.

8.

8.1. Der Beschwerdeführer ersucht um Entlassung aus dem vorzeitigen
Strafvollzug. Er macht geltend, er befinde sich seit 1418 Tagen, also rund 3,8
Jahren, in Haft. Er habe gemäss dem Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft
eine Reststrafe von rund 12 Monaten (21 Monate abzüglich 268 Tage
Untersuchungshaft) zu verbüssen. Im vorliegenden Verfahren sei er antragsgemäss
zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren zu verurteilen. Es liege damit
Überhaft vor.

8.2. Ob der Beschwerdeführer von den Vorwürfen der mehrfachen Vergewaltigung
und des versuchten Verbreitens menschlicher Krankheiten zum Nachteil von
A.________ freizusprechen ist, ist zurzeit offen. Selbst wenn dies der Fall
sein sollte, ist offen, welche Strafe die Vorinstanz gegen den Täter ausfällen
wird. Es ist darauf hinzuweisen, dass die erste Instanz den Beschwerdeführer,
obschon sie ihn von den Vorwürfen der mehrfachen Vergewaltigung, der
Freiheitsberaubung, der Nötigung und des versuchten Verbreitens menschlicher
Krankheiten zum Nachteil von A.________ freisprach, mit einer Freiheitsstrafe
von fünf Jahren bestrafte.

9. 
Die Beschwerde ist somit im Sinne der Erwägungen gutzuheissen, soweit sie sich
gegen die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen mehrfacher Vergewaltigung
zum Nachteil von A.________ und wegen versuchten Verbreitens menschlicher
Krankheiten zum Nachteil von A.________ richtet. Die Sache ist insoweit zur
Erläuterung und Ergänzung des Glaubhaftigkeitsgutachtens an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

Der Beschwerdeführer ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Das
Gesuch ist gegenstandslos geworden, soweit die Beschwerde gutzuheissen ist. Im
Übrigen ist es gutzuheissen. Die finanzielle Bedürftigkeit des
Beschwerdeführers ist ausgewiesen. Die Beschwerde war in den übrigen Punkten
nicht von vornherein aussichtslos. Somit sind keine Kosten zu erheben. Dem
Vertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Stefan Semela, ist eine
Entschädigung von Fr. 1'500.-- aus der Bundesgerichtskasse auszurichten. Der
Kanton Aargau hat dem Vertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Stefan
Semela, eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- zu zahlen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen und das
Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, vom 18.
Mai 2015 aufgehoben, soweit es die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen
mehrfacher Vergewaltigung und wegen versuchten Verbreitens menschlicher
Krankheiten zum Nachteil von A.________ betrifft. Die Sache wird insoweit zur
Erläuterung und Ergänzung des Glaubhaftigkeitsgutachtens an die Vorinstanz
zurückgewiesen.

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird, soweit nicht
gegenstandslos geworden, gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Kosten erhoben.

4. 
Dem Vertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Stefan Semela, wird eine
Entschädigung von Fr. 1'500.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

5. 
Der Kanton Aargau hat dem Vertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Stefan
Semela, eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- zu zahlen.

6. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. Februar 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Näf

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