Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.181/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_181/2015

Urteil vom 23. Juni 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
nebenamtliche Bundesrichterin Griesser,
Gerichtsschreiber Faga.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Federspiel,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Versuchte schwere Körperverletzung, Strafzumessung; Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht,
1. Kammer, vom 18. Dezember 2014.

Sachverhalt:

A.

 Die Anklage wirft X.________ vor, am 29. Juli 2012 um 03.00 Uhr in der
A.________-Bar in U.________ den im Lokal anwesenden Gast B.________ tätlich
angegriffen zu haben. B.________ habe eine tätliche Auseinandersetzung zwischen
X.________ und C.________ schlichten wollen. X.________ habe mit den Fäusten
gegen Kopf und Körper des Opfers B.________ geschlagen und gestossen, so dass
dieser zu Boden gestürzt sei. Den in der "Embryostellung" am Boden liegenden
und sich mit den Armen schützenden B.________ habe X.________ mindestens zwei-
bis dreimal mit den Fäusten und zehn- bis zwanzigmal mit kräftigen Fusstritten
(Kickbewegungen) unkontrolliert gegen den Kopf und den Körper geschlagen.
Dadurch habe X.________ B.________ Verletzungen (Spiralfraktur des linken
Wadenbeins, Gehirnerschütterung, Prellungen und Hämatome an der Brust, im
Gesicht und an beiden Unterarmen) zugefügt, die einen operativen Eingriff und
einen sechstägigen Spitalaufenthalt zur Folge gehabt hätten. Als D.________
schlichtend habe eingreifen wollen, habe X.________ auch ihm einen Faustschlag
gegen den Hinterkopf versetzt.

B.

 Das Bezirksgericht Kulm sprach X.________ am 17. Dezember 2013 der versuchten
schweren Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung, der Tätlichkeiten
und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand schuldig. Vom Vorwurf der einfachen
Körperverletzung zum Nachteil von D.________ sprach das Bezirksgericht
X.________ frei und in Bezug auf die Auseinandersetzung mit C.________ stellte
es das Verfahren wegen Rückzugs des Strafantrags ein. X.________ wurde zu 1 ¾
Jahren Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr. 2'000.-- verurteilt. Der Vollzug
der Freiheitsstrafe wurde bedingt aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre
festgesetzt.

 Die Staatsanwaltschaft und X.________ meldeten gegen das Urteil Berufung an.
Nach Erhalt des begründeten Urteils teilte X.________ mit, dass er an seiner
Berufung nicht festhalte, erhob später aber Anschlussberufung. Mit der
Anschlussberufung verlangte er einen Freispruch vom Vorwurf der versuchten
schweren Körperverletzung zum Nachteil von B.________ und eine mildere Strafe.

 Das Obergericht des Kantons Aargau sprach X.________ am 18. Dezember 2014 in
teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft schuldig der
versuchten schweren Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung und des
Fahrens in fahrunfähigem Zustand. Es bestrafte ihn mit 36 Monaten
Freiheitsstrafe und mit Fr. 800.-- Busse. Den zu vollziehenden Teil der
Freiheitsstrafe legte es auf 12 Monate und die Probezeit auf 4 Jahre fest. Die
Anschlussberufung von X.________ wies das Obergericht ab.

C.

 Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt X.________, er sei vom Vorwurf der
versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von B.________ freizusprechen
und lediglich der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung schuldig zu
sprechen. Er sei milder zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von maximal 21
Monaten, wobei ihm der vollbedingte Strafvollzug zu gewähren sei. Der
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.

Erwägungen:

1.

1.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe unter Verletzung des
Grundsatzes "in dubio pro reo" den Sachverhalt offensichtlich unrichtig
festgestellt. Sie sei willkürlich davon ausgegangen, er habe nach dem ersten
Faustschlag ins Gesicht wiederholt und  heftig mit Fäusten und Fusstritten auf
den wehrlos am Boden liegenden B.________ eingeschlagen bzw. eingetreten und
ihm dabei auch diverse  heftige Schläge und Tritte gegen den Kopf versetzt. Die
Vorinstanz stütze ihr Beweisergebnis lediglich auf die Erstaussagen der
Beteiligten, welche im Widerspruch zu deren späteren Aussagen stünden. Auch
klammere sie aus, dass sich B.________ durch die "Embryostellung" habe schützen
können.

1.2. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels
für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl.
auch Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in
seiner Funktion als Beweiswürdigungsregel im Verfahren vor Bundesgericht keine
über das Willkürverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74
E. 7 S. 82 mit Hinweisen). Offensichtlich unrichtig ist eine
Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S.
445 mit Hinweisen). Willkür liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid
offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht (BGE 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339; 138 I 305 E. 4.3 S. 319; je
mit Hinweis). Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid
tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266 mit
Hinweisen).

1.3. 

1.3.1. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern die Feststellungen der
Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sind und sich aufgrund des
Beweisergebnisses die von ihm behauptete Schlussfolgerung geradezu aufdrängt.
Im Gegenteil, der Beschwerdeführer hält selbst fest, die von ihm gerügte
Annahme der Vorinstanz sei "an sich möglich, aber nicht zwingend".

1.3.2. Entgegen der Sachdarstellung des Beschwerdeführers stützt die Vorinstanz
ihre Schlussfolgerung nicht "lediglich auf die Erstaussagen der Beteiligten".
Vielmehr hält sie fest, dass sämtliche Beteiligte (mit Ausnahme von E.________,
welcher einen wechselseitigen Kampf zwischen B.________ und dem
Beschwerdeführer gesehen haben will) übereinstimmend ausgesagt hätten, mehrere
Faustschläge und Fusstritte des Beschwerdeführers gegen den auf dem Boden
liegenden B.________ beobachtet zu haben. D.________ habe in beiden
Einvernahmen übereinstimmend ausgesagt, B.________ habe in der "Embryostellung"
bzw. im "Päckli" auf dem Boden gelegen und der Beschwerdeführer habe mit
Fäusten und Füssen auf ihn eingeschlagen und eingetreten. F.________ habe in
den mit ihm durchgeführten Einvernahmen zu Protokoll gegeben, der
Beschwerdeführer habe zwei oder drei Mal mit den Fäusten ins Gesicht von
B.________ geschlagen, wobei die Fusstritte, auch ins Gesicht, so massiv
gewesen seien, dass man sie gehört habe. Der Beschwerdeführer habe immer auf
den Kopf geschlagen, es seien sicherlich ein Dutzend Fusstritte gewesen. Ebenso
habe der Begleiter des Beschwerdeführers, G.________, beobachtet, wie der
Beschwerdeführer mit Fäusten und Fusstritten auf den am Boden liegenden
B.________ eingeschlagen habe. Schliesslich hätten auch die beiden Cousins des
Beschwerdeführers (H.J.________ und I.J.________) gleich lautende Aussagen
gemacht. H.J.________ habe in seiner ersten Einvernahme ausgesagt, der
Beschwerdeführer habe mit den Fäusten auf den Kopf von B.________ eingeschlagen
und ihn mit Fusstritten auf den Kopf und Körper traktiert, während dieser in
der "Embryostellung" auf dem Boden gelegen habe; es seien mehrere Schläge
gewesen. I.J.________ habe in der ersten Befragung ausgesagt, der
Beschwerdeführer habe sicherlich mehrere Male völlig unkontrolliert auf
B.________ eingeschlagen, er habe ihn auch mit den Füssen getreten, sicherlich
mehrmals.

 Die Vorinstanz lässt nicht unberücksichtigt, dass die Cousins des
Beschwerdeführers ihre detaillierten Erstaussagen später zurückgenommen und
sich nur an einen einzigen bzw. gar keinen Faustschlag erinnern wollten. Sie
legt überzeugend dar, weshalb sie die nachträglichen Aussagen der Cousins des
Beschwerdeführers als Gefälligkeitsaussagen wertet. Sie erachtet die späteren
Aussagen H.J.________ und I.J.________s als unglaubhaft, weil sie nicht nur den
Aussagen der übrigen Beteiligten, sondern auch denjenigen des Beschwerdeführers
selbst (dieser habe zugegeben, zwei bis drei Mal mit der Faust ins Gesicht und
mit den Füssen zwei bis drei Mal gegen den Kopf getreten zu haben) in
Widerspruch stünden.

1.3.3. Demzufolge stellt die Vorinstanz nicht bloss auf später widerrufene
Erstaussagen ab, sondern legt in schlüssiger Beweiswürdigung dar, weshalb sie
den angeklagten Sachverhalt als erstellt erachtet. Dabei übersieht sie auch
nicht, dass im rechtsmedizinischen Gutachten die Intensität der Schläge im
Nachhinein nicht festgestellt werden konnte. Ebenso wenig klammert sie in ihrer
Beweiswürdigung aus, dass der auf dem Boden liegende B.________ seine Arme
schützend über sein Gesicht bzw. seinen Kopf gelegt hatte. Die Vorinstanz hält
fest, dass einerseits aufgrund der Verletzungen, welche der Beschwerdeführer
als durch ihn verursacht anerkannt habe, und anderseits aufgrund der
übereinstimmenden Aussagen der Beteiligten die Intensität der Schläge erstellt
sei: Der Beschwerdeführer habe B.________ mehrmals heftig - auch gegen den Kopf
- mit der Faust geschlagen und mit den Füssen getreten.

 Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist sachlich, umfassend und unter keinem
Gesichtspunkt zu beanstanden. Sie legt schlüssig dar, weshalb sie zu dem von
ihr festgestellten Beweisergebnis gelangt ist. Der Beschwerdeführer geht auf
die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht ein. Mit seiner teils unzutreffenden,
teils appellatorischen Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung vermag er
keine Willkür darzutun.

2. 

2.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe willkürlich angenommen, er
wäre davon ausgegangen, auf einen  Wehrlosen mehrfach einzuschlagen und
einzutreten, womit er diesen im Sinne eines Eventualvorsatzes habe schwer
verletzen wollen. Diese Annahme gehe auch in subjektiver Hinsicht von einem
ungünstigen und in Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" nicht von dem
für ihn günstigsten Sachverhalt aus. Er habe geglaubt, dass seine Schläge an
der Schutzhaltung ("Embryostellung") abprallen würden, und er habe B.________
"nie und nimmer lebensgefährlich verletzen wollen".

 Die Vorinstanz habe bundesrechtswidrig Eventualvorsatz in Bezug auf die
schwere Körperverletzung angenommen. Er habe weder die allfällige Wehrlosigkeit
noch die angebliche Intensität seiner Schläge erkannt. Aufgrund seines
alkoholisierten Zustands habe er nicht realisiert, dass er B.________ schwer
verletzen könnte. Ihm habe schon das für einen Eventualvorsatz erforderliche
Wissen gefehlt, weshalb nicht auf die Inkaufnahme des Erfolgseintritts
geschlossen werden könne. Er habe denn auch in der Untersuchung und anlässlich
der Gerichtsverhandlungen stets konsequent bestritten, dass er B.________ habe
schwer verletzen wollen.

2.2. 

2.2.1. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs
bzw. die Verwirklichung des Tatbestandes für möglich hält, aber dennoch
handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt (Art.
12 Abs. 2 StGB), sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE
137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis).

2.2.2. Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft eine innere
Tatsache und ist Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die
festgestellten Tatsachen bewusste Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter
Vorsatz gegeben ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4; 130 IV 58 E. 8.5 S. 62; je mit
Hinweisen). Es besteht indes eine gewisse Überschneidung von Tatfragen (welche
nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür überprüfbar sind) und Rechtsfragen,
denn der Sinngehalt des Eventualvorsatzes lässt sich nur im Lichte der
tatsächlichen Umstände erschliessen. Das Bundesgericht kann daher in einem
gewissen Ausmass die richtige Bewertung dieser Umstände im Hinblick auf den
Rechtsbegriff des Eventualvorsatzes überprüfen (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 17 mit
Hinweisen).

2.2.3. Der Schluss, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf
genommen, darf nicht allein daraus gezogen werden, dass ihm dieses Risiko
bewusst war und er gleichwohl handelte. Denn das Wissen um das Risiko der
Tatbestandsverwirklichung wird auch bei der bewussten Fahrlässigkeit
vorausgesetzt. Für die Bejahung der Inkaufnahme der Tatbestandsverwirklichung
müssen daher weitere dafür sprechende Umstände hinzukommen. Zu diesen gehören
etwa die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung,
die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Art der Tathandlung und die
Beweggründe des Täters (BGE 130 IV 58 E. 8.4 S. 62 mit Hinweisen). Für den
Nachweis des Eventualvorsatzes darf der Richter vom Wissen des Täters auf den
Willen schliessen, wenn sich diesem die Verwirklichung der Gefahr als so
wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen,
vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE
137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis).

2.3. Die Vorinstanz geht ohne in Willkür zu verfallen davon aus, dass der
Beschwerdeführer mehrfach auf einen Wehrlosen eingeschlagen und ihn getreten
hat. Wer auf dem Boden liegend mit Fusstritten und Faustschlägen traktiert
wird, ist - auch wenn er sich zusammenrollt und den Kopf mit den Händen zu
schützen versucht - dem Aggressor wehrlos ausgeliefert. Ebenso stellt die
Vorinstanz willkürfrei fest, dass der Beschwerdeführer die Gefahr, welche mit
Schlägen und Tritten in den Kopfbereich geschaffen wird, hat erkennen müssen.
Dies mit der zutreffenden Begründung, es entspreche der allgemeinen
Lebenserfahrung, dass derartige Gewalteinwirkungen (welche vorliegend zudem von
erheblicher Intensität waren) zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der
körperlichen Integrität führen können. Dass der Beschwerdeführer zum
Tatzeitpunkt einen Blutalkoholgehalt von 0,69 bis 1,51 Gewichtspromille
aufwies, vermag an der willkürfreien Schlussfolgerung der Vorinstanz, er habe
um die von ihm geschaffene Gefahr einer schweren Körperverletzung gewusst,
nichts zu ändern. Die Vorinstanz stellt in Würdigung der konkreten Umstände des
Falles, namentlich unter Hinweis auf die Tatumstände, ohne in Willkür zu
verfallen fest, dass der Beschwerdeführer eine schwere Körperverletzung von
B.________ billigend in Kauf genommen hat. Die Verwirklichung der subjektiven
Tatbestandsmässigkeit ist erstellt.

 Soweit sich der Beschwerdeführer gegen die rechtliche Qualifikation des
Eventualvorsatzes wendet, entfernt er sich von den tatsächlichen Feststellungen
der Vorinstanz, ohne darzutun, dass und inwiefern diese willkürlich sind. Er
legt nicht dar, in welcher Hinsicht die Vorinstanz bei der von ihr
festgestellten Sachlage ein eventualvorsätzliches Handeln zu Unrecht bejaht und
damit Bundesrecht (Art. 12 Abs. 2 StGB) verletzt hat. Seine Beschwerde genügt
den bundesrechtlichen Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht. Im Übrigen
ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz den bundesrechtlichen Begriff des
Eventualvorsatzes verkannt hätte.

3. 

3.1. Der Beschwerdeführer rügt die ausgefällte Freiheitsstrafe von 36 Monaten
als unvertretbar hart und damit Art. 47 ff. StGB verletzend. Die Vorinstanz
sei, da sie trotz Fehlens eines Eventualvorsatzes einen Schuldspruch wegen
versuchter schwerer Körperverletzung ausgesprochen habe, von einem falschen
Strafrahmen, nämlich einem solchen für schwere Körperverletzung, ausgegangen.
Auch bei einer Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs sei keine höhere
Freiheitsstrafe angemessen, als sie die erste Instanz mit 21 Monaten bedingt
ausgesprochen habe. Bei der Bemessung des als mittelschwer bis schwer
qualifizierten Verschuldens sei zu wenig berücksichtigt worden, dass er nicht
mit direktem Vorsatz gehandelt habe und zudem vom Opfer provoziert worden sei.
Er (der Beschwerdeführer) sei alkoholisiert gewesen und habe in einer Art
Affekt ein Stück weit die Kontrolle über sich verloren. Die Vorinstanz habe zu
Unrecht und ohne Einholung eines Gutachtens keinerlei Zweifel an seiner
Schuldfähigkeit gehabt, was im Hinblick auf Art. 20 StGB bundesrechtswidrig
sei.

3.2. Der Richter misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu (Art. 47
StGB). Das Bundesgericht greift in die Strafzumessung nur ein, wenn die
Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie
von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche
Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder
Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61;
135 IV 130 E. 5.3.1 S. 134 f.; je mit Hinweisen).

3.3. 

3.3.1. Soweit der Beschwerdeführer die Reduktion der Strafe mit dem Freispruch
vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung begründet, ist auf seine
Ausführungen nicht weiter einzugehen.

3.3.2. Die Vorinstanz ist bei der Strafzumessung von rechtlich massgebenden
Kriterien ausgegangen und hat keine wesentlichen Aspekte ausser Acht gelassen.
Insbesondere berücksichtigt sie sehr wohl zu Gunsten des Beschwerdeführers,
dass er keine direkte Verletzungsabsicht hatte und äussert sich auch zur
(angeblichen) Provokation seitens des Geschädigten. Ebenso wenig lässt sie die
Alkoholisierung des Beschwerdeführers unberücksichtigt und hält dazu zutreffend
fest, gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei erst ab einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 2 Gewichtspromille eine Verminderung
der Schuldfähigkeit zu vermuten. Ohne Grund rügt der Beschwerdeführer eine
Verletzung des Doppelverwertungsverbots, was die Vorinstanz zutreffend festhält
(vgl. dazu BGE 120 IV 67 E. 2b S. 71 f. mit Hinweis). Mit der Rüge der
Verletzung von Art. 20 StGB ist der Beschwerdeführer nicht zu hören. Es ist
nicht ersichtlich und wird nicht geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer die
Nichteinholung eines Gutachtens zur Frage der Schuldfähigkeit vor Vorinstanz
gerügt bzw. ein solches beantragt hätte und er zeigt auch nicht auf, weshalb
für die Vorinstanz Anlass bestanden haben soll, an seiner Schuldfähigkeit zu
zweifeln.

 In Würdigung der relevanten Strafzumessungsgründe gelangt die Vorinstanz unter
Annahme eines mittelschweren bis schweren Verschuldens für das vollendete
Delikt und einer mittelgradigen Minderung aufgrund des Versuchs zu einer
Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung von 30 Monaten. Diese
erhöht sie unter Berücksichtigung der einfachen Körperverletzung zum Nachteil
von D.________ und der Täterkomponente schliesslich auf eine Gesamtstrafe von
36 Monaten. Der Beschwerdeführer setzt sich mit den detaillierten Ausführungen
zur Strafzumessung nicht auseinander. Er legt seiner Argumentation nicht den
willkürfrei festgestellten Sachverhalt der Vorinstanz zugrunde, sondern seine
eigene Würdigung des Tatgeschehens und trifft eigene Tatsachenfeststellungen
zum Verschulden. Gesamthaft gesehen ergibt sich aus der Beschwerde nicht und
ist auch nicht ersichtlich, dass und inwieweit die Vorinstanz bei der
Strafzumessung Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt bzw. ihr Ermessen
überschritten oder missbraucht haben könnte.

4.

 Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Mit dem
Entscheid in der Sache selbst wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung
gegenstandslos. Im Übrigen kommt diese der Beschwerde vorliegend von Gesetzes
wegen zu (Art. 103 Abs. 2 lit. b BGG). Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind
die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs.
1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Juni 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Faga

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