Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.300/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_300/2015

Urteil vom 3. Dezember 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Monika Brenner,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt Gossau,
Sonnenstrasse 4a, 9201 Gossau SG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mord; willkürliche Beweiswürdigung, rechtliches Gehör,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Strafkammer, vom
8. Mai 2013/5. Januar 2015.

Sachverhalt:

A.
Gemäss Anklage erschoss X.________ am Freitag, 25. März 2011, kurz vor 11:00
Uhr A.________ vor dem ehemaligen B.________-Gebäude auf dem Areal der
C.________-Strasse in D.________ mit einer Ladung Postenschrot.

B.
Das Kreisgericht See-Gaster verurteilte X.________ am 7. Juni 2012 wegen
vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren (unter Anrechnung
der Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 440 Tagen) und ordnete eine
ambulante vollzugsbegleitende Massnahme an.
Gegen dieses Urteil legten sowohl X.________ als auch die Staatsanwaltschaft
des Kantons St. Gallen Berufung ein. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 8.
Mai 2013 wurden X.________ befragt und die Parteivorträge angehört. Das
Kantonsgericht St. Gallen beschloss, X.________ ein weiteres Mal psychiatrisch
begutachten zu lassen.
Das Gutachten von Prof. Dr. med. E.________ und Dr. med. F.________ datiert vom
9. Juli 2014 und ging am 10. Juli 2014 beim Kantonsgericht ein.
Nachdem die Parteien zum Gutachten Stellung genommen hatten, fand am 5. Januar
2015 die Urteilsberatung ohne weitere mündliche Verhandlung statt. Das
Kantonsgericht hob das Urteil des Kreisgerichts auf (Dispositivziffer 1) und
sprach X.________ des Mordes schuldig (Dispositivziffer 2). Es verurteilte ihn
zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren unter Anrechnung der Untersuchungs- und
Sicherheitshaft von insgesamt 1'382 Tagen (Dispositivziffer 3). Von einer
Verwahrung sah es ab. Es auferlegte X.________ die Kosten des Untersuchungs-
und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens (Dispositivziffer 7). Die Kosten
des Berufungsverfahrens auferlegte es ihm im Umfang von fünf Sechsteln. Einen
Sechstel dieser Kosten nahm es auf den Staat (Dispositivziffer 8).

C.
Sowohl X.________ (Verfahren 6B_300/2015) als auch die Staatsanwaltschaft des
Kantons St. Gallen (Verfahren 6B_265/2015) wenden sich mit Beschwerde in
Strafsachen an das Bundesgericht.
X.________ beantragt, er sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 8.
Mai 2013/5. Januar 2015 freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Er ersucht überdies um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung.

Erwägungen:

1.

1.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO.
Der Tatvorhalt sei ihm anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme nur
mangelhaft eröffnet worden, so dass er nicht gewusst habe, was ihm konkret
vorgeworfen werde. Er habe sich deswegen nicht effektiv verteidigen können. Der
unzureichende Tatvorhalt führe nach Art. 158 Abs. 2 StPO zur absoluten
Unverwertbarkeit der ersten Einvernahme

1.2. Gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO weisen Polizei oder Staatsanwaltschaft
die beschuldigte Person zu Beginn der ersten Einvernahme in einer ihr
verständlichen Sprache darauf hin, dass gegen sie ein Vorverfahren eingeleitet
worden ist und welche Straftaten Gegenstand des Verfahrens bilden (Urteil
6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 1.2 mit Hinweisen). Der Beschuldigte muss
in allgemeiner Weise und nach dem aktuellen Verfahrensstand darüber aufgeklärt
werden, welches Delikt ihm zur Last gelegt wird. Dabei geht es nicht in erster
Linie um den Vorhalt strafrechtlicher Begriffe oder Bestimmungen, sondern um
denjenigen der konkreten äusseren Umstände der Straftat. Die Information über
den Gegenstand der Strafuntersuchung ist Voraussetzung dafür, dass sich der
Beschuldigte zu den Tatvorwürfen äussern kann (vgl. Art. 143 Abs. 4 StPO).
Einvernahmen ohne diese Hinweise sind nicht verwertbar (Art. 158 Abs. 2 StPO;
BGE 141 IV 20 E. 1.3.3; vgl. auch Urteil 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 E.
2.3.1, je mit Hinweisen).

1.3. Der Beschwerdeführer trägt die Rüge erstmals vor Bundesgericht vor,
angeblich "wegen eines neuen Bundesgerichtsentscheids". Inwiefern der von der
Verteidigung angerufene Entscheid 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 neu sein
soll, bleibt unerfindlich. Die Rechtslage hat sich nicht geändert. Das
Informationsrecht nach Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO wurde bereits durch Art. 32
Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 EMRK und die diesbezügliche Rechtsprechung des
Bundesgerichts umfassend gewährleistet. Der anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer hätte daher den Einwand des vermeintlich unzureichenden
Deliktsvorhalts bereits im kantonalen Verfahren einbringen können und müssen.
Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben ist es nicht zulässig, vor
Bundesgericht erstmals verfahrensrechtliche Einwendungen vorzubringen, die in
einem früheren Verfahrensstadium hätten geltend gemacht werden können (statt
vieler BGE 138 IV 161 E. 2.5.3; 135 I 91 E. 2.1; siehe auch Urteile des
Bundesgerichts 6B_1172/2013 vom 18. November 2014 E. 1.3 und 6B_426/2013 vom
18. Dezember 2013 E. 1). Auf das Vorbringen ist daher nicht einzutreten.

1.4. Selbst wenn darauf einzutreten wäre, wäre der Beschwerde kein Erfolg
beschieden. Der Beschwerdeführer wurde vor der ersten Einvernahme vom 27. März
2011 darüber informiert, dass gegen ihn ein Verfahren wegen Verdachts auf
Tötung zum Nachteil von A.________ eingeleitet wurde. Das Delikt sei am
Freitag, 25. März 2011, kurz vor 11:00 Uhr an der C.________-Strasse in
D.________ begangen worden (vgl. kantonale Akten, Dossier E, act. E/1,
Festnahmeeröffnung vom 27. März 2011, Ziff. 3). Während der Befragung erhielt
der Beschwerdeführer auch davon Kenntnis, dass der mutmassliche Täter
geklingelt und mit dem Opfer via Gegensprechanlage kommuniziert haben müsse.
Dieses habe sich daraufhin zum Ausgang des Gebäudes begeben, wo es der
mutmassliche Täter nach einem kurzen Wortwechsel aus nächster Nähe in den Kopf
geschossen haben müsse (vgl. kantonale Akten, Dossier E, act. E/1,
Festnahmeeröffnung vom 27. März 2011, Ziff. 45). Die erfolgten Hinweise genügen
den gesetzlichen Anforderungen von Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO. Dem
Beschwerdeführer wurde entgegen seiner Ansicht nicht bloss pauschal
vorgeworfen, ein Tötungsdelikt begangen zu haben. Vielmehr wurden die äusseren
Umstände der Straftat insbesondere hinsichtlich Tatort und Tatzeit konkret
spezifiziert, so dass er von Anfang an wusste, was ihm vorgeworfen wird, und er
sich entsprechend verteidigen konnte.

2.

2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz verletze ihre
Begründungspflicht und damit sein rechtliches Gehör. Sie verweise in ihren
Erwägungen mehrfach auf "Ausführungen der Staatsanwaltschaft". Solche Verweise
seien prozessrechtswidrig.

2.2. Aufgrund der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV)
fliessenden Begründungspflicht (Art. 81 Abs. 3 lit. a StPO) ist das Gericht
gehalten, sein Urteil zu begründen. Dieses hat die tatsächliche und rechtliche
Würdigung des der beschuldigten Person zur Last gelegten Verhaltens zu
enthalten. Es soll aktenkundig und ausreichend dargetan sein, dass und weshalb
das Urteil mit Blick auf die Sach- und Rechtslage so und nicht anders gefällt
wurde (vgl. BGE 139 IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2.; je mit Hinweis).

2.3. Die Vorinstanz legt in ihrem Entscheid entsprechend den gesetzlichen
Anforderungen dar, auf welchen tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen ihr
Erkenntnis beruht. Ihre Verweise auf die als sorgfältig und nachvollziehbar
qualifizierte Beweiswürdigung der ersten Instanz sind gesetzlich zulässig (Art.
82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz macht die Ausführungen der ersten Instanz damit
zu ihren eigenen. Auch die vereinzelte Bezugnahme der Vorinstanz auf die ihr in
tatsächlicher Hinsicht als richtig erscheinende Auffassung der
Staatsanwaltschaft (Entscheid, S. 12, 13, 15 und 16), wie sie insbesondere aus
deren Plädoyer vor zweiter Instanz hervorgeht (vgl. kantonale Akten, B/46),
verletzt weder die Begründungspflicht noch das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers, da die Vorinstanz den Sachverhalt selber würdigt und das
Urteil mit eigenen Erwägungen begründet. Der Vorwurf in der Beschwerde, die
Vorinstanz treffe keine eigenen tatsächlichen Feststellungen, sondern überlasse
die Erstellung des Sachverhalts der Staatsanwaltschaft, ist nicht zutreffend
und geht mithin an der Sache vorbei.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer bestreitet seine Täterschaft. Er rügt eine
willkürliche Beweiswürdigung und macht eine Verletzung von Art. 9 und Art. 29
BV geltend. Die Vorinstanz würdige angeblich ihn belastende Indizien
widersprüchlich sowie akten- und tatsachenwidrig. Entlastende Aspekte lasse sie
willkürlich ausser Acht. Mit konkreten Hinweisen zum dringenden Verdacht auf
eine Dritttäterschaft befasse sie sich nicht. Auf die Vorbringen der
Verteidigung gehe sie nur rudimentär oder überhaupt nicht ein. Bei objektiver
Würdigung des gesamten Beweisergebnisses blieben offensichtlich erhebliche und
schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an seiner Täterschaft zurück.
Er sei daher freizusprechen.

3.2.

3.2.1. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann im Verfahren vor dem
Bundesgericht nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h.
willkürlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG
beruht, und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens
entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 134 IV 36 E. 1.4.1). Die Rüge
der Willkür muss in der Beschwerde anhand des angefochtenen Entscheids präzise
vorgebracht und begründet werden, ansonsten darauf nicht eingetreten wird (Art.
106 Abs. 2 BGG; BGE 138 I 171 E. 1.4; 136 II 489 E. 2.8; 133 IV 286 E. 1.4; je
mit Hinweisen).

3.2.2. Gemäss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2
EMRK sowie Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis
zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren
Handlung beschuldigte Person unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Der
Grundsatz "in dubio pro reo" besagt, dass sich das Strafgericht nicht von einem
für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei
objektiver Betrachtung Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen
Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen. Das Gericht darf sich nicht nach
Gutdünken und rein subjektivem Empfinden von der Schuld der angeklagten Person
überzeugt zeigen. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind aber ohne
Bedeutung. Es müssen vielmehr erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel
vorliegen. Relevant sind mithin nur unüberwindliche Zweifel, d.h. solche, die
sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E.
2a; 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2b). Die Entscheidregel besagt indes nicht,
dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den
Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Der Grundsatz "in dubio pro
reo" kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem
relevante Zweifel verbleiben.

3.2.3. Soweit das Urteil auf der Grundlage von Indizien ergeht, ist nicht die
isolierte Betrachtung jedes einzelnen Beweises, sondern deren gesamthafte
Würdigung massgebend. Würdigt das erkennende Gericht einzelne seinem Entscheid
zugrunde liegende, belastende Indizien willkürlich oder lässt es entlastende
Umstände willkürlich ausser Acht, führt dies nicht zwingend zur Aufhebung des
angefochtenen Urteils. Erforderlich ist, dass bei objektiver Würdigung des
ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu
unterdrückende Zweifel an der Täterschaft zurückbleiben (Urteile des
Bundesgerichts 6B_1077/2013 vom 22. Oktober 2014 E. 1.1.2; 6B_217/2012 vom 20.
Juli 2012 E. 2.2.2; 6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 3.2 und 3.4, je mit
Hinweisen).

3.3. Vorliegend gibt es weder Sachbeweise noch direkte Augenzeugen der Tat. Der
Beschwerdeführer wurde in einem Indizienprozess verurteilt. Die dagegen
erhobene Kritik am angefochtenen Entscheid ist grösstenteils rein
appellatorisch. Der Beschwerdeführer würdigt die tatsächlichen Gegebenheiten
und Indizien, wie sie ihm richtig erscheinen, und plädiert vor Bundesgericht
frei zum Beweisergebnis, ohne sich mit den Erwägungen der Vorinstanz
hinreichend auseinanderzusetzen. Eine solche Kritik ist unzulässig (vgl. BGE
140 III 264 E. 2.3; 137 IV 1 E. 4.2.3). Das gilt vorliegend in besonderem
Masse, soweit der Beschwerdeführer der Vorinstanz vorwirft, sie berücksichtige
ein (mögliches) Alibi nicht, lasse entlastende Gesichtspunkte ausser Acht und
gehe dem dringenden Verdacht einer Dritttäterschaft nicht nach. Die Vorwürfe
stossen ins Leere. Die Vorinstanz legt knapp, aber nachvollziehbar dar, dass
und weshalb der Beschwerdeführer durch die Aussagen von G.________ nicht
entlastet wird (Entscheid, S. 11 f.) und einer allfälligen Dritttäterschaft
nach ersten Abklärungen nicht weiter nachgegangen werden musste (Entscheid, S.
16). Von einer willkürlichen Beweiswürdigung kann keine Rede sein. Ebenso wenig
ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, des Grundsatzes "in dubio pro reo",
des Untersuchungsgrundsatzes und des Fairnessgebots ersichtlich. Die Vorinstanz
ist nicht gehalten, sämtliche Hypothesen und Interpretationen zu Indizien zu
thematisieren, die der Beschwerdeführer anbietet. Sie darf sich auf das
Entscheidwesentliche beschränken (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).

3.4. Die Vorinstanz würdigt das Aussageverhalten des Beschwerdeführers als
Indiz für seine Täterschaft (Entscheid, S. 7). Auch wenn sein Einwand zutrifft,
er habe entgegen der Vorinstanz bereits an der ersten und nicht erst der
zweiten Befragung eingestanden, am Tattag durch das Areal der
C.________-Strasse in D.________ gegangen zu sein, lässt dies die
vorinstanzliche Würdigung nicht als schlechterdings unhaltbar erscheinen. Die
Vorinstanz hält unter Verweis auf die erstinstanzlichen Ausführungen fest, dass
sich im Aussageverhalten des Beschwerdeführers immer wieder Lügensignale
gezeigt hätten. Diese Analyse wird mit konkreten Beispielen aus den Akten
untermauert (Entscheid, S. 7 i.V.m. Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil,
S. 19). Inwiefern diese Erwägungen geradezu unhaltbar sein könnten, ist weder
dargelegt noch ersichtlich.

3.5.

3.5.1. Die Vorinstanz stellt fest, dass insgesamt fünf Zeugen (H.________,
I.________, J.________, K.________, L.________) den Beschwerdeführer bei der
Wahlgegenüberstellung vom 7. April 2011 als diejenige Person identifizierten,
welche sie am Tattag vor 11:00 Uhr in der Umgebung des Tatorts (ehemaliges
B.________-Gebäude an der C.________-Strasse, D.________) bzw. gegen 11:30 bzw.
11:40 Uhr bei seinem Übernachtungsort (M.________-Strasse, N.________) gesehen
hatten (Entscheid, S. 8). Die Vorinstanz würdigt deren Aussagen unter
Einschluss der Darstellung der Zeugin O.________ eingehend. Sie schält die
übereinstimmenden Aspekte in den Aussagen nachvollziehbar und klar heraus. Sie
gelangt zum Schluss, dass die Zeugenaussagen in ihrer Gesamtheit ein sehr
starkes Indiz dafür bildeten, dass sich der mit einem langen Mantel bekleidete
Beschwerdeführer am Tattag ab ca. 10:30 Uhr auf dem Areal der
C.________-Strasse in D.________ aufhielt, unter dem Mantel eine Waffe mit sich
führte und gegen etwa 11:40 Uhr mit der Waffe wieder an seinen Übernachtungsort
M.________-Strasse in N.________ zurückkehrte. Die Zeugen, die sich zur
Hauptsache nicht kannten, hätten völlig unabhängig voneinander und daher
besonders glaubhaft ausgesagt, dass der Beschwerdeführer nicht nur durch das
Areal der C.________-Strasse ging, sondern dort auch ein wenig verweilte,
umherschaute, einen verwirrten oder komischen Eindruck hinterliess, und mit der
Hand unter seinem Mantel hantierte bzw. etwas "Metallisches" bei sich hatte
(Entscheid, S. 11).

3.5.2. Soweit der Beschwerdeführer erstmals vor Bundesgericht rügt, die
Wahlgegenüberstellung sei mangelhaft durchgeführt worden, weswegen ihr kaum
bzw. gar kein Beweiswert zukomme, ist er mit seinem Vorbringen nicht zu hören.
Er hätte den fraglichen Einwand im kantonalen Verfahren, jedenfalls aber
zumindest vor der Berufungsinstanz erheben können und müssen. Es ist nicht
Aufgabe des Bundesgerichts, sich zu rechtlichen Fragen zu äussern, die sich im
vorinstanzlichen Verfahren nicht gestellt haben. Dass die Vorinstanz von Amtes
wegen hätte prüfen müssen, ob die Wahlgegenüberstellung lege artis durchgeführt
wurde, macht der Beschwerdeführer - mit Recht - nicht geltend.

3.5.3. Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Würdigung der
Zeugenaussagen vorbringt, vermag Willkür nicht zu begründen. Er beschränkt sich
im Wesentlichen darauf, nebensächliche Unterschiede oder Ungenauigkeiten in den
Aussagen der Zeugen herauszuarbeiten und darzulegen, wie diese richtigerweise
zu würdigen wären, nämlich als "ausgeprägt ungenau", "widersprüchlich",
"volatil", "unzuverlässig", "nicht überzeugend", "reichlich chaotisch" oder
"schwer verständlich". Mit den vorinstanzlichen Erwägungen setzt er sich nicht
weiterführend auseinander. Er stellt seine eigene Sicht der Dinge derjenigen
der Vorinstanz gegenüber. Dass die vorinstanzliche Würdigung der Zeugenaussagen
und die daraus gezogenen Schlüsse geradezu unhaltbar wären, zeigt er nicht auf.
Spekulativ ist sein Vorbringen, die Aussagen namentlich der Zeugen J.________
und I.________ seien durch die Berichterstattung in den Medien beeinflusst und
daher "offensichtlich nicht realitätsbegründet". Mit Ausnahme eines einzigen
Zeugen, welcher am 7. April 2011 anlässlich der Wahlgegenüberstellung
einräumte, den Beschwerdeführer von einem Bild in der BLICK-Zeitung zu kennen
(weshalb die Vorinstanz auf dessen Aussagen nicht abstellt), ergeben sich für
die pauschale Behauptung des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte. Abgesehen
davon begründet die Vorinstanz auch nachvollziehbar, weshalb sie die Aussagen
der Zeugen für besonders glaubhaft einstuft (Entscheid, S. 11). Dass der
Beschwerdeführer unter seinem Mantel hantierte bzw. etwas Metallisches gehabt
habe, erwähnten insgesamt drei Zeugen. Die Vorinstanz durfte willkürfrei von
übereinstimmenden Aussagen sprechen.

3.6.

3.6.1. Besonders belastend erachtet die Vorinstanz die auf diversen
Kleidungsstücken des Beschwerdeführers sichergestellten Schmauchspuren. Sie
stützt sich auf den forensischen Untersuchungsbericht der Kriminalpolizei St.
Gallen vom 16. Mai 2011. Danach konnten auf einer im Lagerraum gefundenen Hose
des Beschwerdeführers Schmauchspuren nachgewiesen werden, und zwar
charakteristische und konsistente Schmauchpartikel
(Dreikomponentenschmauchspuren) auf der Hosenaussenseite und zumindest
konsistente Schmauchpartikel (Zweikomponentenschmauchspuren) auf der
Hoseninnenseite. Dreikomponentenschmauchpartikel fanden sich auch auf den
Schuhen und der Jacke, welche der Beschwerdeführer bei der Verhaftung am 26.
März 2011 getragen hatte, sowie auf einem Hemd aus seinem Koffer. Nach dem
Untersuchungsbericht konnten die konsistenten und charakteristischen
Schmauchpartikel auf den Kleidungsstücken des Beschwerdeführers nicht von
denjenigen unterschieden werden, welche auf dem Hemd des Opfers gefunden worden
waren. Zwar sei die Zusammensetzung der Schmauchpopulationen nicht
aussergewöhnlich. Die Übereinstimmung könne jedoch zumindest als Hinweis auf
denselben Ursprung gedeutet werden. Bei den analytisch nachgewiesenen
Dreikomponentenpartikeln handelt es sich gemäss Bericht eindeutig um Schmauch,
welcher bei der Zündung von Munition entsteht (Entscheid, S. 13).

3.6.2. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen den polizeilichen
Untersuchungsbericht vom 16. Mai 2011 (kantonale Akten, Dossier A, act. A/1).
Er bezeichnet den Bericht als "vage", "kaum verständlich" und "in sich
widersprüchlich". Seine Kritik geht an der Sache vorbei. Der Bericht ist klar
und aus sich heraus ohne weiteres nachvollziehbar. Die Vorinstanz stellt ohne
Willkür darauf ab. Dass und inwiefern sie daraus schlechterdings unhaltbare
Schlüsse gezogen haben könnte, ist nicht ersichtlich. Das gilt namentlich auch
für die Frage der Fremdkontamination. Die Vorinstanz schliesst mit plausibler
Begründung aus, dass sämtliche Schmauchspuren auf den Kleidungsstücken über
eine Fremdkontamination durch die Polizei anlässlich der Hausdurchsuchung und
der Festnahme des Beschwerdeführers entstanden sind (Entscheid, S. 13). Was der
Beschwerdeführer dagegen einwendet, ist appellatorischer Natur. Er bezeichnet
die vorinstanzliche Beweiswürdigung als willkürlich, legt indessen in
seitenlangen Ausführungen nur seine eigene Sicht der Dinge dar, etwa zur
angeblichen Falschbeurteilung der Schmauchspuren, zum fehlenden oder
mangelhaften Spurenschutz sowie zur Problematik von Schmauchspuren als
Beweismittel als solche. Dass und inwiefern die beanstandete vorinstanzliche
Würdigung geradezu unhaltbar sein könnte, zeigt er hingegen nicht auf. Dass
sich die Vorinstanz nicht explizit mit allen Hypothesen befasst, die der
Beschwerdeführer vor ihr vorgetragen hat, führt weder zu einer Verletzung des
rechtlichen Gehörs noch des Willkürverbots. Die Gerichte haben sich auf die
entscheidrelevanten Punkte zu beschränken (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).

3.7.

3.7.1. Die Vorinstanz zieht weiter die Ergebnisse der DNA-Untersuchung als
belastendes Indiz heran. Am linken Schuh des Schuhpaares, welches der
Beschwerdeführer anlässlich seiner Verhaftung getragen hatte, konnte gemäss dem
Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 19. Mai 2011 in zwei
separaten Abrieben vom Wildlederteil die DNA des Opfers festgestellt werden.
Die Vorinstanz weist darauf hin, dass ein dritter Abrieb vom Wildlederteil des
linken Schuhs gemacht wurde. Die erhobenen Befunde sprächen laut dem
Zusatzgutachten vom 15. September 2011 (kantonale Akten, Dossier A, act. 110/
14a) entschieden dafür, dass die untersuchten Stellen des linken schwarzen
Schuhs Blutspuren des Opfers enthielten (Entscheid, S. 14 ff.).

3.7.2. Die Vorinstanz verwirft das Vorbringen der Verteidigung (wonach es
möglich sei, dass sich das Opfer beispielsweise zur Kontrolle des Feuermelders
im Lagerraum des Beschwerdeführers aufgehalten, die fraglichen Schuhe in diesem
Zusammenhang berührt und die DNA- bzw. Blutspur auf diese Weise auf dem linken
Schuh zurückgelassen habe) mit stichhaltiger Begründung. Soweit der
Beschwerdeführer den im vorinstanzlichen Verfahren vorgetragenen Einwand in
leicht abgeänderter Form vor Bundesgericht lediglich wiederholt, ist er damit
nicht zu hören. Er zeigt nicht auf, inwiefern die entsprechenden
vorinstanzlichen Erwägungen unhaltbar sein könnten. Solches ist auch nicht
ersichtlich. Das Zusatzgutachten vom 15. September 2011 bestätigt, es sei
höchst unwahrscheinlich, dass eine ortsfremde Person durch einen kurzzeitigen
Aufenthalt in den Räumlichkeiten des Beschwerdeführers genügend DNA
zurückgelassen hätte, damit diese auf einem Schuh des Beschwerdeführers
nachweisbar sei. Aufgrund der an den drei Abrieben festgestellten DNA resp. der
starken Ausprägung des Hauptprofils und dem fehlenden Nachweis von DNA des
Trägers des Schuhs sei es auch höchst unwahrscheinlich, dass ein einmaliger
Kontakt mit blossen Händen an den Schuhen zum nachgewiesenen DNA-Profil geführt
habe. Nach den Gutachtern liegt nahe, dass es sich bei der sichergestellten
Blutspur um einen Blutstropfen oder -spritzer handle bzw. dass die Blutspur des
Opfers durch Spritzen oder Tropfen auf den Schuh des Beschwerdeführers gelangt
sei (Entscheid, S. 15 mit Hinweis auf kantonale Akten). Die gutachterlichen
Ausführungen leuchten ein und zeichnen ein stimmiges Ganzes. Die Vorinstanz
durfte sich ohne Willkür darauf stützen. Was der Beschwerdeführer dagegen
vorbringt, geht an der Sache vorbei. Er verkennt, dass sich das Zusatzgutachten
vom 15. September 2011 einzig zu den Abrieben ab den Wildlederteilen des
untersuchten linken Schuhs des Beschwerdeführers äussert. In allen drei
Abrieben waren Mischprofile mit einem prominenten Hauptprofil des Opfers
nachweisbar. DNA des Beschwerdeführers war hingegen nicht in ausreichender
Menge vorhanden, dass ein DNA-Profil erstellt werden konnte.

3.7.3. Auch das Vorbringen, es hätten sich mehr Blutspritzer auf seinen
Kleidern und Schuhen finden müssen, wenn er das Opfer erschossen hätte, weist
die Vorinstanz namentlich unter Hinweis auf die Ausführungen im Urteil der
ersten Instanz mit sachlich vertretbarer Begründung zurück (Entscheid, S. 16
mit Hinweis auf die Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil, S. 18). Ohne sich
damit weiterführend zu befassen, wiederholt der Beschwerdeführer vor
Bundesgericht nur, was er bereits vor den kantonalen Instanzen vorgetragen hat.
Damit ist er nicht zu hören. Die vorinstanzlichen Feststellungen zum Spurenbild
am Tatort und Standort des Schützen sind im Übrigen aktengestützt. So wurden im
Aussenbereich vor der Schiebetür des Vorraums (nur) eine geringe Zahl von
Blutspritzern und nicht, wie der Beschwerdeführer behauptet, zahlreiche
Spritzer festgestellt (vgl. kantonale Akten, Dossier A, act. A9/3 Ziff. 4.4).
Der Täter befand sich entgegen den Ausführungen in der Beschwerde im Zeitpunkt
der Schussabgabe auch nicht im Vorraum, sondern - wovon die Vorinstanzen ohne
Willkür ausgehen - im Bereich der offenen Schiebetüre zum Aussenbereich hin.
Dafür sprechen insbesondere der Bericht des Kriminaltechnischen Dienstes vom
17. Juni 2011 (vgl. kantonale Akten, Dossier A, act. A9/6 Ziff. 5.3) sowie das
Gutachten des IRM vom 28. April 2011 (kantonale Akten, Dossier A, act. A10/10a
S. 5), welches in relevanter Weise diesbezüglich nur ausführt, die Schussabgabe
sei bei offener Schiebetüre erfolgt. Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz,
dass und weshalb sich auf dem linken Schuh des Beschwerdeführers nicht mehr
Blutspritzer feststellen liessen, stehen mit den polizeilichen und
gutachterlichen Feststellungen im Einklang. Bei seiner Kritik stellt der
Beschwerdeführer den Ausführungen der Vorinstanz erneut lediglich seine eigene
Sicht der Dinge gegenüber. Inwiefern sich die kantonalen Behörden über Fakten
und Erkenntnisse hinwegsetzten, ist gestützt auf seine Vorbringen nicht
ersichtlich.

3.8. Die Waffe, mit welcher das Opfer erschossen wurde, konnte nicht gefunden
werden. Im Lagerraum des Beschwerdeführers wurden anlässlich der
Hausdurchsuchung indes ein Waffenfutteral sowie u.a. eine Anleitung Wingmaster
870 bzw. ein "Instruction book" für eine Remington Pump Action Shot Gun Model
870 sichergestellt. Es handelt sich dabei um eine Langwaffe, mit der
Postenschrot verschossen werden kann. Nach den Feststellungen der Vorinstanz
stammen die handschriftlichen Notizen und Hervorhebungen im Instruktionsbuch
vom Beschwerdeführer (Entscheid, S. 14). In den Feststellungen der Vorinstanz
ist keine Willkür erkennbar. Die Vorinstanz durfte, wie bereits die erste
Instanz, anhand eines Vergleichs des Schriftbildes willkürfrei zum Schluss
gelangen, dass die handschriftlichen Anmerkungen im "Instruction book" dem
Beschwerdeführer zuzuordnen sind. Inwiefern eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes vorliegen könnte, ist unter diesen Umständen nicht
ersichtlich, zumal der Beschwerdeführer auch nicht beantragte, es sei eine
kriminalistische bzw. forensische Prüfung durch ein Urkundenlabor
durchzuführen. Im Übrigen ist seine Kritik rein appellatorisch. Im Zusammenhang
mit der Feststellung der Vorinstanz, wonach ein Waffenfutteral gefunden wurde,
behauptet er lediglich, es handle sich dabei um die Hülle eines
Samuraischwerts. Darauf ist nicht einzutreten.

3.9. In Würdigung der Gesamtheit aller den Beschwerdeführer belastenden
Elemente (namentlich Zeugenaussagen, Schmauchspuren, DNA-Ergebnisse) durfte die
Vorinstanz zusammengefasst zum Schluss kommen, dieser habe das Opfer am 25.
März 2011 um ca. 10:50 Uhr bzw. kurz vor 11.00 Uhr vor dem ehemaligen
B.________-Gebäude auf dem Areal der C.________-Strasse in D.________ mit einer
Ladung Postenschrot erschossen. Die Erwägungen der Vorinstanz sind sachlich,
nachvollziehbar und schlüssig. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was das
Beweisergebnis auch nur annähernd in Frage stellen könnte. Da auch keinerlei
Hinweise auf weitere potentielle Täter bestehen, durfte die Vorinstanz
willkürfrei zur Überzeugung gelangen, es bestünden keine Zweifel an der
Täterschaft des Beschwerdeführers.

4.

4.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die rechtliche Qualifikation der
Tötung als Mord. Die Vorinstanz erachte den Tatbestand von Art. 112 StGB als
erfüllt, weil er das Opfer aus nichtigem Anlass erschossen und die Tat
detailliert und minutiös geplant habe. Weder das eine noch das andere treffe
zu. Unter diesen Umständen könne die Tat aber weder als besonders verwerflich
noch als skrupellos bezeichnet werden.

4.2. Eine vorsätzliche Tötung ist als Mord zu qualifizieren, wenn der Täter
besonders skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der
Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB).
Mord zeichnet sich nach der Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse
Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Es geht
um die besonders verwerfliche Auslöschung eines Menschenlebens. Für die
Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung auf
äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese müssen
nicht alle erfüllt sein, um Mord anzunehmen. Entscheidend ist eine
Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände der Tat. Eine besondere
Skrupellosigkeit kann beispielsweise entfallen, wenn das Tatmotiv einfühlbar
und nicht krass egoistisch war, so etwa wenn die Tat durch eine schwere
Konfliktsituation ausgelöst wurde. Für Mord typische Fälle sind die Tötung
eines Menschen zum Zwecke des Raubes, Tötungen aus religiösem oder politischem
Fanatismus oder aus Geringschätzung. Die für eine Mordqualifikation
konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, während Vorleben und Verhalten
nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild
der Täterpersönlichkeit geben (zur Publikation bestimmtes Urteil 6B_600/2014
vom 23. Januar 2015 E. 4.1; BGE 127 IV 10 E. 1a mit Hinweisen).

4.3. Nach den Feststellungen der Vorinstanz war vom Beschwerdeführer, welcher
die Tat bis zuletzt bestritt, nichts über den Beweggrund bzw. die Motive für
die Tötung zu erfahren. Erwiesen sei jedoch, dass das Opfer als Hauswart für
die Liegenschaft M.________-Strasse in N.________ verantwortlich war, in
welcher der Beschwerdeführer einen Lagerraum gemietet hatte. Im Januar oder
Februar 2011 habe das Opfer den Raum wegen ausstehender Mietzinse mittels eines
Schlüsseldienstes öffnen lassen. Dabei habe es den Beschwerdeführer
angetroffen, welcher im Lagerraum offenbar übernachtet habe. Das Opfer habe ihm
bei dieser Gelegenheit eröffnet, er müsse das Lager räumen. Weiteres sei
zwischen dem Beschwerdeführer und dem Opfer nicht vorgefallen (Entscheid, S.
17). Die Vorinstanz zieht vor diesem Hintergrund den Schluss, der
Beschwerdeführer habe das Opfer offenbar einzig deshalb erschossen, weil es ihm
wegen der Mietzinsausstände die Räumung seines Lagerraums in Aussicht gestellt
habe, ihm insoweit "aufgesessen" sei bzw. er sich dadurch provoziert bzw.
gekränkt gefühlt habe (Entscheid, S. 18). Nicht ersichtlich ist, dass und
inwiefern dieser Schluss "tatsachenwidrig konstruiert" sein könnte. Was der
Beschwerdeführer mit seinen Einwendungen (zum Beispiel, dass das Treffen im
Lagerraum vollkommen problemlos verlaufen sei) zu erreichen sucht, bleibt
unerfindlich. Die Tötung erfolgte, wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, aus
einem offenkundig nichtigen Anlass, gleichsam grundlos bzw. "sozusagen wegen
nichts". Das gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer nach den unangefochten
gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz wusste, dass das Opfer im Auftrag der
Liegenschaftsverwaltung handelte. Der Beschwerdeführer tötete mithin ohne
nachvollziehbares oder nur ansatzweise einfühlbares Motiv. Dass er sich im
Tatzeitpunkt in einer schwierigen persönlichen Lage befand (was die Vorinstanz
zu Recht bei der Strafzumessung zu seinen Gunsten berücksichtigt), lässt die
Tat nicht in einem andern Licht erscheinen. Anhaltspunkte für eine schwere
Konfliktsituation liegen nicht vor. Nicht zu beanstanden ist, wenn die
Vorinstanz die Tat unter diesen Umständen als aussergewöhnlich krasse
Missachtung menschlichen Lebens und damit als besonders verwerflich einstuft.
Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz das Vorgehen des
Beschwerdeführers als brutal bzw. besonders kaltblütig beurteilt und die Tötung
im Ergebnis als Exekution bezeichnet. Dies wird im angefochtenen Entscheid
unter anderem zutreffend damit begründet, dass sich der Beschwerdeführer am
helllichten Tag zwecks Tatausführung mit der Waffe unter dem Mantel zum
Arbeitsort des Opfers begab, dieses über die Sonnerie nach unten rief und es
nach dessen Erscheinen und höchstens einem kurzen Wortwechsel mit einem
Kopfschuss unvermittelt tötete, ohne dass es eine Chance gehabt hätte, um sein
Leben zu kämpfen (Entscheid, S. 18). Was der Beschwerdeführer dagegen
vorbringt, vermag die vorinstanzlichen Erwägungen weder in tatsächlicher noch
in rechtlicher Hinsicht in Frage zu stellen Auch wenn nicht nachgewiesen ist,
dass sich der Beschwerdeführer die Waffe einzig beschaffte, um das Opfer zu
töten, belegt sein Vorgehen entgegen seinen unbegründeten Vorbringen jedenfalls
ohne weiteres, dass er die Tat plante und vorbereitete. Dafür spricht auch der
von der Vorinstanz willkürfrei festgestellte Umstand, dass er sich am 24. März
2011, also einen Tag vor der Tat, seit langer Zeit erstmals wieder bei seinen
Eltern telefonisch meldete, wobei vereinbart wurde, dass sie ihn am Samstag,
26. März 2011, in N.________ abholen (Entscheid, S. 19 mit Hinweis auf die
kantonalen Akten). Dass er nach der Tat "direkt" zu seinem Lagerraum
zurückkehrte, stellt die Vorinstanz entgegen der Behauptung in der Beschwerde
im Übrigen nicht fest.
Die Vorinstanz durfte die zielgerichtete Tötung aus nichtigem Anlass in
Würdigung der gesamten inneren und äusseren Umstände ohne
Bundesrechtsverletzung als besonders skrupellos einstufen. Die Verurteilung
wegen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB verletzt kein Bundesrecht. Rügen gegen
die Strafzumessung erhebt der Beschwerdeführer keine.

5.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Das Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung kann teilweise bewilligt
werden, da der Beschwerdeführer bedürftig ist (vgl. BGE 125 IV 161 E. 4) und
die Beschwerde in Bezug auf die Frage der Mordqualifikation angesichts der
erstinstanzlichen Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung nicht von vornherein
aussichtslos war. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist in diesem
Umfang aus der Bundesgerichtskasse zu entschädigen. Im Übrigen ist das Gesuch
abzuweisen. Bei diesem Ausgang trägt der Beschwerdeführer die Kosten des
bundesgerichtlichen Verfahrens mit einer reduzierten Gebühr (Art. 66 Abs. 1
BGG). Seinen eingeschränkten finanziellen Verhältnissen kann bei der
Festsetzung der Gerichtsgebühr Rechnung getragen werden (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird teilweise
gutgeheissen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Der Vertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Dr. Monika Brenner, wird
für das bundesgerichtliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- aus
der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Dezember 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill

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