Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.333/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_333/2015

Urteil vom 20. Juli 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber M. Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Linus Hofmann,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell A.Rh., Schützenstrasse 1A, 9100
Herisau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Fahrlässige Tötung; Beschleunigungsgebot,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden, 2.
Abteilung, vom 25. November 2014.

Sachverhalt:

A. 
Der Maschinenführer X.________ bediente am 29. Mai 2007 ein auf einem
Raupenbagger montiertes Drehbohrgerät beim Bahnhof Wienacht-Tobel. Damit sollte
ein Dieselöltank versetzt werden. X.________ hob den Dieselöltank mit dem
Drehbohrgerät an und fuhr rückwärts bis zum vorgesehenen neuen Standort an der
Bahnböschung. Dort angekommen, schwenkte er den Oberwagen des Drehbohrgeräts um
ca. 90 Grad in Richtung der Bahnböschung. Die Arbeiter A.________ und
B.________ gingen während der Schwenkbewegung mit dem Dieselöltank mit und
führten diesen. Während des Absenkens des Dieselöltanks kippte der Raupenbagger
zur Bahnböschung hin. A.________ geriet unter den Bohrturm und starb.

B. 
Das Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden sprach X.________ mit Urteil vom 27.
September 2012 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. In Gutheissung der
Berufung der Staatsanwaltschaft verurteilte ihn das Obergericht Appenzell
Ausserrhoden am 25. November 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten
Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 130.-- sowie zu einer Busse von Fr.
500.--. Zudem auferlegte es ihm die Verfahrenskosten von insgesamt Fr.
96'477.55.

C. 
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das obergerichtliche Urteil
sei aufzuheben und er sei von Schuld, Strafe sowie Kosten freizusprechen. Wegen
Verletzung des Beschleunigungsgebots sei ihm eine Entschädigung von Fr.
10'000.-- zuzusprechen. Eventuell sei die Geldstrafe auf 30 Tagessätze zu
reduzieren und es seien die Verfahrenskosten ganz, allenfalls teilweise, dem
Staat aufzuerlegen.

Erwägungen:

1.
Der Beschwerdeführer wendet sich gegen den Vorwurf der fahrlässigen Tötung. Er
bringt vor, die Unfallursache stehe nicht fest. Die Vorinstanz verletze Art.
117 i.V.m. Art. 12 Abs. 3 StGB, wenn sie ihn für einen möglichen
Geschehensablauf verurteile. Der Beschwerdeführer bestreitet, eine zu hohe Last
transportiert zu haben und dadurch die Ursache für das Kippen des
Drehbohrgeräts gesetzt zu haben. Ob der Untergrund geneigt gewesen sei,
allenfalls in welchem Ausmass und in welcher Richtung, stehe nicht fest. Zu
seinen Gunsten sei davon auszugehen, dieser sei waagrecht gewesen. Unzulässig
sei, bei den Berechnungen der maximalen Traglast auf die in der
Betriebsanleitung des Drehbohrgeräts enthaltene Traglasttabelle abzustellen.
Die Tabelle sei laut Gutachten ungeeignet, die maximale Traglast bei geneigtem
Untergrund zu bestimmen. Überdies sei unklar, welche Ausstattung des
Drehbohrgeräts der Traglasttabelle zugrunde liege. Er habe nicht gegen
Richtlinien, Betriebsanleitungen oder dergleichen verstossen und mit dem
Unfallgerät während Jahren und auch kurz vor dem tödlichen Arbeitsunfall weit
schwerere Lasten angehoben und transportiert. Er habe nicht fahrlässig
gehandelt.

2.

2.1. Gemäss Art. 117 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder
Geldstrafe bestraft, wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht.
Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens
aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht
nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht
nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen
Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB).

2.2. Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung setzt voraus, dass der Täter
den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Ein
Verhalten ist sorgfaltswidrig, wenn der Täter im Zeitpunkt der Tat aufgrund der
Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die Gefährdung der Rechtsgüter
des Opfers hätte erkennen können und müssen, und wenn er zugleich die Grenzen
des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere, der Unfallverhütung und
der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich
das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften.
Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf
allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gestützt
werden kann (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 mit Hinweisen).
Grundvoraussetzung einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin der
Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg
führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren
wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist zu fragen, ob der Täter eine
Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen beziehungsweise
erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab
der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen
Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den
eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen (BGE 135 IV 56 E.
2.1 S. 64 mit Hinweisen).
Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie
das Mitverschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder
Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht
gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als
wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle
anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten der beschuldigten
Person - in den Hintergrund drängen (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f.; 131 IV 145
E. 5.1 f. S. 147 f.; 130 IV 7 E. 3.2 S. 10; 127 IV 62 E. 2d S. 65; je mit
Hinweisen).
Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters
zurückzuführen ist, wird weiter vorausgesetzt, dass der Erfolg vermeidbar war.
Hierzu wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der
Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die
Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit
einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 135
IV 56 E. 2.1 S. 65 mit Hinweisen).

3.

3.1. Die Vorinstanz geht von der Überlegung aus, dass ein Drehbohrgerät bzw.
ein Bagger grundsätzlich dann kippt, wenn der Schwerpunkt des Geräts über der
Kippkante liegt. Eine Verlagerung des Schwerpunkts eines Geräts sei denkbar mit
oder ohne Einwirkung von aussen. Mögliche Gründe für das Kippen des
Drehbohrgeräts ohne äussere Einwirkungen seien das Anhängen einer zu grossen
Last oder ein Materialfehler. Im eingeholten Gutachten vom 2. Dezember 2011
bzw. dem Zusatzgutachten vom 12. September 2012 werde ein Materialfehler
nachvollziehbar und schlüssig verneint. Mögliche Gründe für das Kippen mit
Einwirkungen von aussen seien Krafteinflüsse wie Wind, eine Kollision, ein
Schrägzug des Dieselöltanks oder eine Veränderung der Bodenneigung. Aufgrund
der Akten und der Ausführungen des Gutachters seien solche Einflüsse entweder
auszuschliessen oder aber von höchstens untergeordneter Bedeutung. Aufgrund
dieser Überlegungen schliesst die Vorinstanz, das Kippen des Drehbohrgeräts
müsse vom Beschwerdeführer verursacht worden sein, indem er mit Blick auf die
konkreten Verhältnisse eine zu grosse Last angehängt habe.
Gestützt auf eine ausführliche und sorgfältige Würdigung der Aussagen des
Beschwerdeführers und der weiteren am Unfallort anwesenden Personen, den
Bericht des Kriminaltechnischen Diensts vom 4. Juli 2008, die vorhandenen Fotos
sowie die eingeholten Projektpläne stellt die Vorinstanz fest, dass der
Untergrund sowohl am Auflade- als auch am Abladeort des Dieselöltanks nicht
waagrecht gewesen sei. Sie wirft dem Beschwerdeführer vor, dieser habe
sorgfaltswidrig einen problematischen Lastentransport vorgenommen. Es sei ihm
bekannt gewesen, dass mit dem von ihm bedienten Drehbohrgerät je nach Stellung
des Fahrwerks und Neigung des Mastes unterschiedlich hohe Lasten angehoben
werden dürften und zudem die Neigung des Untergrunds am Auflade- und Abladeort
der Last berücksichtigt werden müsse. Trotz der ihm bekannten Umstände -
Steigung am Aufladeort, Gefälle am Abladeort, Querstellung des Fahrwerkes und
ungefähres Gewicht des zu transportierenden Dieselöltanks - habe der
Beschwerdeführer es unterlassen, weitere Abklärungen hinsichtlich des
Untergrunds und des genauen Gewichts des Dieselöltanks zu treffen. Der
Beschwerdeführer sei zudem von einer falschen Traglast bei Querstellung des
Fahrwerks ausgegangen.

3.2. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Sachverhaltsfeststellung
kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich im
Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; zum
Begriff der Willkür BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266; 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339;
138 I 49 E. 7.1 S. 51; je mit Hinweisen) oder wenn sie auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Dem Grundsatz in dubio pro reo kommt als Beweiswürdigungsregel im
Verfahren vor Bundesgericht keine über das Willkürverbot von Art. 9 BV
hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7 S. 82 mit Hinweisen).
Wird die Verletzung von Grundrechten (einschliesslich Willkür bei der
Sachverhaltsfeststellung) gerügt, gelten qualifizierte Anforderungen an die
Begründung. Anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids ist darzulegen,
inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein sollen (Art. 106 Abs.
2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232; 138 I 225 E. 3.2 S. 228; 136 I 65 E. 1.3.1
S. 68; je mit Hinweisen).

3.3.

3.3.1. Was der Beschwerdeführer gegen das Vorliegen des adäquaten
Kausalzusammenhangs vorbringt, überzeugt nicht. So kritisiert er
verschiedentlich die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und
Beweiswürdigung als willkürlich, ohne jedoch eine eigentliche Willkürrüge zu
erheben. Soweit der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer in seiner Beschwerde
die von der Vorinstanz aufgrund einer umfassenden Beweiswürdigung festgestellte
Unfallursache anzweifelt und den vorinstanzlichen Erwägungen lediglich seine
Sicht der Dinge gegenüberstellt, genügt dies den Rügeanforderungen im
bundesgerichtlichen Verfahren nicht. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn er
behauptet, ein Materialfehler und äussere Einflüsse könnten als Unfallursache
nicht ausgeschlossen werden oder es sei in dubio pro reo davon auszugehen, der
Untergrund am Auflade- und Abladeort der Last sei nicht geneigt gewesen. Das
Bundesgericht ist keine Appellationsinstanz, die eine freie Prüfung in
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht vornimmt. Für die Rüge einer
willkürlichen Beweiswürdigung oder einer Verletzung des Grundsatzes in dubio
pro reo reicht es nicht aus, wenn der Beschwerdeführer zum Beweisergebnis wie
in einem appellatorischen Verfahren frei plädiert und darlegt, wie seiner
Auffassung nach die vorhandenen Beweise richtigerweise zu würdigen gewesen
wären. Auf eine solche Kritik tritt das Bundesgericht nicht ein (vgl. BGE 140
III 264 E. 2.3 S. 266; 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 5; je mit Hinweisen).

3.3.2. Ebenfalls nicht zu hören ist der Beschwerdeführer, soweit er das
Gutachten vom 2. Dezember 2011 und das Zusatzgutachten vom 12. September 2012
pauschal kritisiert. Ob das Gericht die in einem Gutachten enthaltenen
Erörterungen für überzeugend hält oder nicht und ob es dementsprechend den
Schlussfolgerungen des Experten folgt, ist eine Frage der Beweiswürdigung, die
mit Beschwerde an das Bundesgericht wegen Verletzung des Willkürverbots
aufgeworfen werden kann. Dasselbe gilt für die Frage, ob ein Gutachten in sich
schlüssig ist. Eine entsprechende Kritik muss substanziiert dargelegt werden
(vgl. BGE 138 III 193 E. 4.3.1 S. 198 f.; 133 II 384 E. 4.2.3 S. 391; je mit
Hinweisen). Der Beschwerdeführer erhebt keine solche Rüge und legt nicht
rechtsgenügend dar, inwiefern das Gutachten sowie das Zusatzgutachten
zweifelhaft oder nicht schlüssig sein sollen. Dies ist auch nicht ersichtlich.
Dass der Gutachter bei seinen Berechnungen teilweise von Annahmen ausgehen
musste, weil die genaue Neigung des Untergrunds und des Mastes nicht bekannt
sind, ändert daran nichts. Der Experte geht von den für den Beschwerdeführer
jeweils günstigsten Werten aus und kommt aufgrund verschiedener Berechnungen
zum Schluss, dass der von diesem geschaffene Zustand vor dem Kippen des Geräts
weit ausserhalb dessen liegt, was aus Sicherheitsgründen zulässig sei (act.
115, S. 37 und act. 153, S. 15). Da die Vorinstanz eine andere Ursache für das
Kippen des Drehbohrgeräts willkürfrei ausschliesst, ist die genaue Feststellung
der Neigung des Untergrunds und des Mastes des Drehbohrgeräts zum Nachweis des
adäquaten Kausalzusammenhangs ohnehin nicht entscheidend.

3.3.3. Offenbleiben kann, weshalb das Drehbohrgerät erst kippte, nachdem es am
Abladeort bereits rund drei Minuten still gestanden hatte. Der Gutachter
erläutert, dass im Zustand nahe der kritischen Traglast (d.h. ausserhalb des
Bereichs mit ausreichender Standsicherheit, aber noch innerhalb der Reserve zur
kritischen Traglast, wo das Gerät zu kippen beginnt) bereits kleinere
Veränderungen dazu führen können, dass das Drehbohrgerät kippt. Als mögliche
Gründe dafür nennt er: geringfügige Senkung der Standfläche, Wind,
Vergrösserung der Neigung des Mastoberteils, leichter Schrägzug oder ein
Abbremsen der Senkbewegung. Welcher zusätzliche Einfluss letztlich zum Kippen
des Drehbohrgeräts führte, ist für die Beurteilung der
Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdeführers nicht relevant.
Ausschlaggebend ist, dass dieser sorgfaltswidrig einen Zustand herbeiführte, in
welchem bereits eine kleine Veränderung zum Kippen der Maschine führen konnte
(vgl. nachstehend E. 3.4).

3.4. Der Beschwerdeführer bestreitet, sorgfaltswidrig gehandelt zu haben. Dem
kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz wie auch der Gutachter für die Einschätzung der Standsicherheit des
Drehbohrturms die in der Betriebsanleitung des Geräts enthaltene
Traglasttabelle als Basis nehmen. Zwar kommt der Experte in seinem Gutachten
vom 2. Dezember 2011 zum Schluss, die Tabelle biete keine Hilfestellung zur
Ermittlung der zulässigen Traglast bei geneigtem Planum, da sie lediglich
Angaben in Bezug auf einen waagrechten Untergrund enthalte. Mangels anderer
Unterlagen zur Berechnung der Traglast bei geneigtem Untergrund war aber
dennoch von diesen Werten als Berechnungsbasis auszugehen. Der Gutachter weist
allerdings darauf hin, die maximal zulässigen Traglasten müssten markant
niedriger angenommen werden, da der Oberwagen des Raupenbaggers in Richtung des
Gefälles orientiert gewesen sei.
Aus der vom Experten in seinem Zusatzgutachten vom 12. September 2012 in Ziff.
7.3.2 angestellten Berechnung lässt sich entgegen der Meinung des
Beschwerdeführers nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zwar liegt in dieser
Variante die maximal erlaubte Traglast höher als das minimale Gewicht des
transportierten Dieselöltanks. Der Gutachter hält jedoch ausdrücklich fest,
dass der aus der Traglasttabelle errechnete Wert bei geneigtem Untergrund nicht
gilt und diesfalls die maximale Traglast markant tiefer liegt (act. 153, S.
15). Unter dem gleichen Vorbehalt ist die Überschlagsrechnung der Vorinstanz zu
sehen, weshalb es sich erübrigt, auf die diesbezüglichen Vorbringen des
Beschwerdeführers einzugehen.
Der Beschwerdeführer bringt vor, für die Berechnung der Standsicherheit des
Drehbohrgeräts seien die Verhältnisse am Aufladeort der Last nicht massgebend.
Weshalb nebst dem Gefälle am Abladeort und der Neigung des Mastes des
Drehbohrturms auch die Neigung am Aufladeort der Last zu berücksichtigen ist,
legt die Vorinstanz nachvollziehbar dar und ergibt sich detailliert aus dem
Gutachten vom 2. Dezember 2011 (Urteil, S. 16; act. 115, S. 12 f. sowie
Beilagen 602 und 603). Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen war dem
Beschwerdeführer dieser Zusammenhang bekannt.
Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei nicht klar, welche Ausstattung des
Drehbohrgeräts der Traglasttabelle des Herstellers zugrunde liege. Die
Tragfähigkeit des Drehbohrturms werde massiv durch dessen konkrete Ausstattung
beeinflusst. Das Vorbringen des Beschwerdeführers ändert nichts daran, dass er
verpflichtet gewesen wäre, die aufgrund der konkreten Umstände maximal
zulässige Traglast abzuklären. Dass er eine zu hohe Last transportierte, ist
aufgrund der vorstehenden Ausführungen erstellt. Das gewählte Vorgehen war
somit in jedem Fall sorgfaltswidrig. Soweit der Beschwerdeführer der Vorinstanz
in diesem Zusammenhang sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
vorwirft, indem sie sich zu diesem Vorbringen nicht geäussert habe, trifft dies
nicht zu. Das Gericht ist nicht gehalten, sich mit jedem Vorbringen im
Einzelnen auseinandersetzen. Es darf sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84 mit
Hinweis). Dies hat die Vorinstanz getan.

3.5. Der Unfall war für den Beschwerdeführer vorhersehbar. Aufgrund seiner
langjährigen Berufserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge sowie den
Erfahrungen des Lebens hätte dieser damit rechnen müssen, dass das
Drehbohrgerät beim Transport einer zu grossen Last kippt. Andere Faktoren,
welche als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erschienen
und das Verhalten des Beschwerdeführers in den Hintergrund drängten, schliesst
die Vorinstanz aus. Sein Vorbringen, er habe während Jahren und selbst kurz vor
dem Unfall weit schwerere Lasten mit dem Drehbohrturm angehoben, vermag den
Beschwerdeführer nicht zu entlasten. Dass dieser solche Transporte vorgenommen
hat, stellt die Vorinstanz nicht fest. Insofern entfernt sich der
Beschwerdeführer erneut vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt. Er legt
überdies auch vor Bundesgericht nicht dar, dass er gefahrlos ein vergleichbares
Manöver wie jenes, welches dem Unfall zugrunde liegt, durchführte.

3.6. Schliesslich wäre der Unfall bei pflichtgemässem Verhalten des
Beschwerdeführers vermeidbar gewesen, zumal dieser gemäss den vorinstanzlichen
Feststellungen vom verantwortlichen Polier darauf hingewiesen wurde und auch
selber festgestellt hatte, dass der Raupenbagger nicht gerade stand. Dennoch
unterliess es der Beschwerdeführer abzuklären, ob der Lastentransport bei den
gegebenen Verhältnissen gefahrlos durchzuführen war.

3.7. Der Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung verletzt kein Bundesrecht.

4.

4.1. Der Beschwerdeführer rügt die vorinstanzliche Strafzumessung. Er macht
geltend, die Vorinstanz habe die Verletzung des Beschleunigungsgebots nicht
ausreichend berücksichtigt. Im Falle einer Verurteilung sei die Strafe auf 30
Tagessätze zu reduzieren. Vor Bundesgericht beantragt der Beschwerdeführer
zudem erstmals, es sei ihm eine Entschädigung in Höhe von Fr. 10'000.-- für die
lange Leidensdauer zuzusprechen.

4.2. Neue Begehren sind vor Bundesgericht unzulässig (Art. 99 Abs. 2 BGG).
Soweit der Beschwerdeführer im bundesgerichtlichen Verfahren erstmals eine
Entschädigung in der Höhe von Fr. 10'000.-- beantragt, kann darauf nicht
eingetreten werden (vgl. BGE 138 II 169 E. 3.1 S. 170 mit Hinweisen). Eine
Ausweitung des Streitgegenstands vor Bundesgericht ist nicht möglich (vgl.
Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl
2001 4340 Ziff. 4.1.4.3). Daran ändert das Vorbringen des Beschwerdeführers
nichts, dass er vom Berufungsgericht wider Erwarten verurteilt worden sei und
zwischen dem erst- und dem zweitinstanzlichen Urteil 2 ½ Jahre vergangen seien.
Indem er geltend macht, die Entschädigung sei sowohl bei einem Freispruch als
auch bei einer Verurteilung geschuldet, zeigt der Beschwerdeführer selbst auf,
dass er das entsprechende Begehren bereits im kantonalen Verfahren hätte
stellen können und müssen.

4.3. Die Vorinstanz erwägt, die Dauer des Verfahrens von rund 7 ½ Jahren bis
zur Ausfällung des zweitinstanzlichen Urteils sei zu lange für den in
tatsächlicher Hinsicht zwar komplexen, in rechtlicher Hinsicht aber nicht
schwierigen Fall. Sie reduziert die von ihr festgesetzte Strafe aufgrund der
Verletzung des Beschleunigungsgebots um die Hälfte auf 90 Tagessätze.

4.4.

4.4.1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG ist in der Begründung der Beschwerde in
gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Dies
setzt voraus, dass sich der Beschwerdeführer wenigstens kurz mit den
massgeblichen Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt. Der
Beschwerdeführer rügt die von der Vorinstanz festgesetzte Strafe von 180
Tagessätzen ohne weitere Begründung als zu hoch und einem allfälligen
Verschulden nicht angemessen. Die vorinstanzliche Reduktion der Strafe um die
Hälfte auf 90 Tagessätze wegen der Verletzung des Beschleunigungsgebots
kritisiert er in derselben pauschalen Weise.
Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB
wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Darauf
kann verwiesen werden. Die Vorinstanz setzt sich mit den wesentlichen
schuldrelevanten Komponenten auseinander und würdigt sämtliche Zumessungsgründe
zutreffend. Eine ermessensverletzende Gewichtung der Faktoren respektive eine
Verletzung von Bundesrecht (Art. 47 ff. StGB) zeigt der Beschwerdeführer nicht
auf und ist nicht ersichtlich. Die Vorinstanz reduziert die von ihr als
angemessen erachtete Strafe aufgrund der Verletzung des Beschleunigungsgebots
um die Hälfte auf noch 90 Tagessätze. Mit der Reduktion der Strafe um 50 %
trägt sie der Verfahrensverzögerung gebührend Rechnung.
Die sinngemässe Rüge der fehlerhaften Strafzumessung ist unbegründet, soweit
überhaupt darauf einzutreten ist.

5. 
Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Höhe und die Verlegung der
Verfahrenskosten.
Die Verlegung der Verfahrenskosten (Art. 422 StPO) richtet sich nach dem
Grundsatz, wonach Kosten zu tragen hat, wer sie verursacht. So gründet die
Kostentragungspflicht der beschuldigten Person im Falle eines Schuldspruchs
(Art. 426 Abs. 1 StPO) auf der Annahme, dass er Einleitung und Durchführung des
Strafverfahrens als Folge seiner Tat veranlasst hat und daher zur Tragung der
Verfahrenskosten verpflichtet sein soll (BGE 138 IV 248 E. 4.4.1 S. 254 mit
Hinweisen). Hingegen können der beschuldigten Person nicht die Kosten auferlegt
werden, welche die Strafbehörden von Bund und Kantonen durch unnötige oder
fehlerhafte Verfahrenshandlungen verursacht haben (Art. 426 Abs. 3 lit. a
StPO).
Die im Vorentwurf zu einer Schweizerischen Strafprozessordnung vom Juni 2001
(VE-StPO) und im Entwurf zu einer Schweizerischen Strafprozessordnung vom 21.
Dezember 2005 (E-StPO; BBI 2006 1521) vorgesehene Möglichkeit der Übernahme
unverhältnismässig hoher Kosten auf die Staatskasse (vgl. Art. 494 Abs. 4 lit.
b VE-StPO; Art. 433 Abs. 3 lit. c E-StPO), etwa bei Gutachterkosten in einem
Bagatellfall, fand nicht Eingang ins Gesetz. Es kann offenbleiben, ob in einem
solchen Fall von nicht kausal durch die beschuldigte Person verursachten Kosten
bzw. fehlerhaften Verfahrenshandlungen der Strafbehörden gesprochen und
gestützt auf Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO allenfalls auf eine (vollständige)
Kostenauflage an die verurteilte Person verzichtet werden kann (vgl. Urteil
6B_428/2012 vom 19. November 2012 E. 3.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer
legt nicht rechtsgenügend dar (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG), dass die
Strafverfolgungsbehörden die Untersuchung unsorgfältig bzw. fehlerhaft geführt
und dadurch unverhältnismässig hohe Kosten verursacht haben. Dass insbesondere
die wissenschaftlich genaue Ausmessung des Untergrunds und des Unfallgeräts zu
erheblich tieferen Verfahrenskosten geführt hätte, ist weder dargetan noch
ersichtlich. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, sind die
Verfahrenskosten von beinahe hunderttausend Franken hoch. Inwiefern diese
insgesamt oder einzelne Posten davon unberechtigt oder unangemessen sein
sollen, legt er indessen nicht dar.

6. 
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art.
66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht Appenzell Ausserrhoden, 2.
Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Juli 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: M. Widmer

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