Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.435/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_435/2015

Urteil vom 16. Dezember 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiberin Andres.

Verfahrensbeteiligte
1. A.X.________,
2. B.X.________,
beide vertreten durch Advokat Dr. Heiner Schärrer,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4051 Basel,
2. C.E.________,
vertreten durch Advokat Sebastian Laubscher,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Fahrlässige schwere Körperverletzung; Zivilforderung; Anspruch auf rechtliches
Gehör, Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt,
Ausschuss, vom 23. Januar/ 4. Februar 2015.

Sachverhalt:

A.
Am Morgen des 21. August 2007 demontierten die Brüder D.E.________ und
C.E.________ als Arbeitnehmer der X.________ AG auf einer Baustelle bei
Regenwetter ein viergeschossiges Fassadengerüst. Weil der Vorarbeiter
D.E.________ unter Rückenschmerzen litt, bestieg nicht er, sondern sein Bruder,
der bei der X.________ AG als Hilfsarbeiter bzw. Handlanger angestellt war, das
Gerüst, um dieses zu demontieren. Dabei stürzte C.E.________ vom obersten
Gerüstgang über neun Meter in die Tiefe. Er erlitt unter anderem ein schweres
Schädel-Hirn-Trauma sowie multiple Gesichtsfrakturen, und es bestand akute
Lebensgefahr. C.E.________ ist seit dem Unfall arbeitsunfähig.
Die Anklage wirft A.X.________ vor, er habe als stellvertretender
Geschäftsführer und Bauführer der X.________ AG sorgfaltswidrig nicht dafür
gesorgt und kontrolliert, dass die Brüder E.________ die Arbeiten am 21. August
2007 nach den für den Gerüstbau geltenden Sicherheitsvorschriften erledigten.
B.X.________ habe es als Geschäftsführer der X.________ AG sorgfaltswidrig
unterlassen, die Brüder E.________ über die geltenden Sicherheitsbestimmungen
zu informieren, sie zur korrekten Durchführung der Abbauarbeiten zu ermahnen
und die Baustelle sowie die Mitarbeiter zu kontrollieren oder eine genaue
Kontrolle durch den jeweiligen Baustellenverantwortlichen zu veranlassen.

B.
Der Strafgerichtspräsident Basel-Stadt sprach A.X.________ und B.X.________ am
17. Dezember 2009 der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig. Er
verurteilte sie zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 90.--
(A.X.________) bzw. 60 Tagessätzen zu Fr. 450.-- (B.X.________). Er hiess die
unbezifferte Schadenersatz- und Genugtuungsforderung von C.E.________ dem
Grundsatz nach gut, legte die Haftungsquote auf 100 % fest und verwies ihn zur
Festsetzung der Höhe der Ansprüche auf den Zivilweg.
Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt bestätigte am 4. Juni 2013 das
erstinstanzliche Urteil.
Das Bundesgericht hiess die gegen das Urteil des Appellationsgerichts geführte
Beschwerde in Strafsachen wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
am 19. Juni 2014 gut. Es wies die Sache zur Einvernahme weiterer Zeugen und zu
neuer Entscheidung an das Appellationsgericht zurück (Verfahren 6B_862/2013).
Dieses bestätigte am 23. Januar bzw. 4. Februar 2015 das Urteil des
Strafgerichtspräsidenten Basel-Stadt erneut.

C.
A.X.________ und B.X.________ beantragen mit Beschwerde in Strafsachen, das
Urteil des Appellationsgerichts sei aufzuheben, sie seien von Schuld und Strafe
freizusprechen, und die Zivilforderung sei abzuweisen.

D.
Das Appellationsgericht und die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt
beantragen die Abweisung der Beschwerde, unter Verzicht auf eine Stellungnahme.
C.E.________ lässt sich vernehmen und beantragt, die Beschwerde abzuweisen.

Erwägungen:

1.

1.1. Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung des Anklageprinzips. Sie machen
zusammengefasst geltend, die Vorinstanz unterstelle ihnen ein Verhalten,
welches in dieser Form nicht in der Anklageschrift umschrieben sei. Darin werde
ihnen allgemein vorgeworfen, sie hätten ihre Sorgfaltspflicht verletzt, indem
sie ihre Mitarbeitenden in Sicherheitsfragen mangelhaft ausgebildet, instruiert
und überwacht hätten. Demgegenüber gehe die Vorinstanz davon aus, dass sie ihre
Angestellten in einem konkreten Punkt, nämlich hinsichtlich der Montage bzw.
Demontage des Zwischenholms beim Gerüstfeld mit dem Seilzug gar nicht oder
falsch instruiert hätten. Da sich dieser konkrete Vorwurf weder aus der
Anklageschrift ergebe noch im bisherigen Verfahren speziell erwähnt worden sei,
hätten sie sich nie dazu äussern können.

1.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des
Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs.
2 sowie Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a sowie b EMRK). Das
Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden
(Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die
Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten
Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu
umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend
konkretisiert sind. Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der
Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf
rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 140 IV 188 E. 1.3 S. 190; 133 IV
235 E. 6.2 f. S. 244 ff.; Urteil 6B_1110/2014 vom 19. August 2015 E. 3.3; je
mit Hinweisen). Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, was
ihr konkret vorgeworfen wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen
ausüben kann (Urteil 6B_1221/2014 vom 4. Juni 2015 E. 2.2).

1.3. Die Rüge ist unbegründet. In der Anklageschrift wird unter anderem
umschrieben, dass der Beschwerdegegner "in Unkenntnis über die korrekte und
sichere Vorgehensweise nach Suva-Merkblatt (Fassadengerüste, Sicherheit bei der
Montage und Demontage, 44078/1) [...] nicht vom Fassaden- bzw. seitlichen
Gerüstende her den gesamten Seitenschutz, d.h. den Geländer-, Zwischenholm und
das Bordbrett, des jeweiligen Gerüstfeldes [demontierte], um die drei
Geländerteile dann, vor der Demontage des gesamten Seitenschutzes des nächsten
Gerüstfeldes, zum Seilzug zu bringen. Er löste vielmehr gewohnheitsgemäss
zuerst sämtliche Bordbretter zwischen dem äussersten Gerüstfeld (Fassadenende)
und dem Gerüstfeld mit Seilzug, wodurch der oberste Gerüstgang nicht mehr den
geltenden Bestimmungen [...] entsprach. Im Gerüstfeld, an dem der Seilzug
fixiert war, löste er zudem nebst dem Bordbrett vorschriftswidrig auch den
Zwischenholm des Seitenschutzes, wodurch die Absturzgefahr noch weiter erhöht
wurde" (kantonale Akten, act. 219). Zusammen mit der Wendung, die
Beschwerdeführer hätten nicht dafür gesorgt, dass die beiden Mitarbeiter die
für den Gerüstbau geltenden Sicherheitsvorschriften kennen, und nicht
kontrolliert, dass diese die Arbeiten vorschriftsgemäss erledigten (kantonale
Akten, act. 220), ergibt sich aus der Anklageschrift zweifelsfrei, was den
Beschwerdeführern vorgeworfen wird. Diesen wird in der Anklage wie auch im
vorinstanzlichen Urteil zur Last gelegt, insbesondere den Beschwerdegegner
nicht bzw. falsch über die korrekte Vorgehensweise bei der Montage bzw.
Demontage eines Gerüstes instruiert zu haben. Es ist nicht ersichtlich,
inwiefern die Vorinstanz den Anklagegrundsatz verletzt haben könnte, indem sie
nach der Beweiswürdigung zum Schluss gelangt, die Beschwerdeführer hätten den
Beschwerdegegner in einem spezifischen Punkt nicht bzw. falsch instruiert. Ob
dies zutrifft bzw. genügt, um den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung
zu erfüllen, tangiert nicht den Anklagegrundsatz, sondern die
Sachverhaltsfeststellung und die rechtliche Würdigung (vgl. nachfolgende
Erwägungen).
Als unzutreffend erweist sich auch der Einwand, es sei im bisherigen Verfahren
nie um den Zwischenholm des Gerüstfelds mit der Seilwinde gegangen. Die Frage,
ob dieser Zwischenholm während der Demontage des Gerüstes entfernt bleiben
dürfe, wurde im kantonalen Verfahren wiederholt thematisiert. Aus den
kantonalen Akten geht hervor, dass sich der erstinstanzliche Gerichtspräsident
vor der Hauptverhandlung bei einem Gerüstbauunternehmen und einem Mitarbeiter
der Suva über die korrekte Vorgehensweise bei der Demontage des Gerüstfelds mit
dem Seilzug informierte (kantonale Akten, act. 260 ff.). Im Schreiben vom 4.
November 2009 bezeichnete der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer die Frage,
ob beim Feld mit der Seilwinde der komplette Seitenschutz angebracht sein
müsse, als "ganz entscheidenden Punkt" (kantonale Akten, act. 303), und
beantragte, den Suva-Mitarbeiter erneut zu kontaktieren. Dieser wie auch die
Beschwerdeführer äusserten sich an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu
der Thematik (vgl. kantonale Akten, act. 321 f., 326). In seinem Plädoyer vor
erster Instanz griff der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer die Frage wieder
auf und bezeichnete den Umstand, dass der Zwischenholm fehlte, als einzigen
Punkt, an dem man die Beschwerdeführer "aufhängen könnte", jedoch sei er
diesbezüglich anderer Ansicht als der Suva-Mitarbeiter (kantonale Akten, act.
333 f.). Auch im erstinstanzlichen Urteil wurde der Seitenschutz des
Gerüstfelds mit dem Seilzug thematisiert (kantonale Akten, act. 350). Dass und
inwiefern den Beschwerdeführern eine wirksame Verteidigung nicht möglich
gewesen sein sollte, ist unter dem Gesichtspunkt des Anklagegrundsatzes weder
aufgezeigt noch ersichtlich.

2.

2.1. Die Beschwerdeführer wenden sich gegen die vorinstanzliche
Sachverhaltsfeststellung und rechtliche Würdigung. Sie argumentieren, die
Vorinstanz verfalle in Willkür und verletze die Unschuldsvermutung, indem sie
die Aussagen der nachträglich befragten Zeugen nicht würdige, den Sachverhalt
unvollständig feststelle sowie davon ausgehe, der Beschwerdegegner habe keine
allgemeine oder betriebsinterne Weisung verletzt, als er das Gerüst bestieg.
Gleiches gelte, soweit die Vorinstanz als erstellt erachte, dass die
Beschwerdeführer den Beschwerdegegner hinsichtlich des Zwischenholms des
Gerüstfelds mit dem Seilzug gar nicht oder falsch instruiert hätten. Ferner
verletze sie ihre Begründungspflicht und Bundesrecht, indem sie sich nicht zum
adäquaten Kausalzusammenhang äussere, die anwendbaren Bestimmungen falsch
auslege, von einem Begehungsdelikt anstelle eines Unterlassungsdelikts ausgehe
sowie im Zivilpunkt die Frage des Mitverschuldens des Beschwerdegegners nicht
bzw. ungenügend prüfe.

2.2. Die Vorinstanz untersucht einleitend, ob aufgrund einer gesetzlichen
Vorschrift, einer allgemein anerkannten Sicherheitsmassnahme oder einer
spezifischen betriebsinternen Weisung ein dem Beschwerdegegner bekanntes Verbot
bestanden habe, sich auf dem Gerüst aufzuhalten. Sie gelangt unter anderem
gestützt auf die Aussagen der Beteiligten zum Schluss, dass sich der
Beschwerdegegner am Unfalltag nicht in unzulässiger Weise auf dem Gerüst
befunden habe. In der Folge prüft die Vorinstanz, ob die Beschwerdeführer ihre
Mitarbeiter genügend über die bei Montage und Demontage einzuhaltenden
Sicherheitsvorschriften instruierten sowie deren Einhaltung überwachten.
Hinsichtlich der beiden an der zweiten Berufungsverhandlung befragten Zeugen
erwägt die Vorinstanz, deren Aussagen seien mit Vorsicht zu würdigen, da sie
seit vielen Jahren im Unternehmen der Beschwerdeführer tätig seien. Sie seien
sichtlich bemüht gewesen, ihre Arbeitgeber nicht zu belasten. Zudem hätten sie
auf die Verhandlung eingehend vorbereitet gewirkt, auch wenn sie eine
entsprechende Frage verneint hätten. Jedoch hätten auch die beiden Zeugen
bestätigt, dass der Zwischenholm an der Absturzstelle des Beschwerdegegners zum
Abtransport von Material habe offen sein müssen. Diese Aussage sei falsch bzw.
das Vorgehen entspreche nicht den Sicherheitsvorschriften. Gemäss den Angaben
des Suva-Experten und des Suva-Merkblatts "Fassadengerüste, Sicherheit bei der
Montage und Demontage" (Nr. 44078.d) hätte der Zwischenholm im Bereich der
Absturzstelle nicht entfernt werden dürfen. Folglich hätten die
Beschwerdeführer ihre Mitarbeiter bezüglich des Zwischenholms nicht oder falsch
instruiert.
Das Fehlen von Bordbrett und Zwischenholm sei unfallursächlich gewesen.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer brauche ihr Verhalten nicht alleinige
oder unmittelbare Ursache des Unfalls zu sein. Die Wahrscheinlichkeit eines
Sturzes wäre deutlich geringer gewesen, wenn der Zwischenholm vorhanden gewesen
wäre. Die falsche oder unterbliebene Instruktion der Mitarbeiter hinsichtlich
des Zwischenholms sei unfallursächlich und den Beschwerdeführern zuzurechnen.
Ob diese ihre Mitarbeiter auch bezüglich des Bordbretts nicht oder falsch
instruiert hätten, könne offenbleiben. Gleiches gelte für die Fragen, ob das
gemeinsame Aufstellen einiger Gerüste als systematische Instruktion der
Mitarbeiter genüge, die Beschwerdeführer diese hinreichend überwachten und
vorliegend der Bruder des Beschwerdegegners hierfür aufgrund einer Delegation
überhaupt zuständig gewesen wäre. Schliesslich handle es sich - anders als von
den Beschwerdeführern behauptet - um ein Begehungs- und kein
Unterlassungsdelikt. Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass das
erstinstanzliche Urteil sowohl im Straf- als auch im Zivilpunkt zu bestätigen
sei. Weder den Beschwerdegegner noch dessen Bruder treffe ein massgebliches
Mitverschulden.

3.

3.1. Nach Art. 125 Abs. 2 StGB ist strafbar, wer fahrlässig einen Menschen
schwer an Körper oder Gesundheit schädigt. Fahrlässig handelt, wer die Folge
seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder
darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der
Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen
persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB).
Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung setzt voraus, dass der
Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Ein
Verhalten ist sorgfaltswidrig, wenn der Täter im Zeitpunkt der Tat aufgrund der
Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die Gefährdung der Rechtsgüter
des Opfers hätte erkennen können und müssen, und wenn er zugleich die Grenzen
des erlaubten Risikos überschritten hat. Das Mass der im Einzelfall zu
beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der Unfallverhütung und der
Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, in erster Linie
nach diesen Vorschriften. Fehlen solche, kann auf Regeln privater oder
halbprivater Vereinigungen oder auf allgemeine Rechtsgrundsätze, wie etwa den
allgemeinen Gefahrensatz, abgestellt werden (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64; 134 IV
193 E. 7.2 S. 203 f., 255 E. 4.2.3 S. 262; 130 IV 7 E. 3.3 S. 11; 127 IV 62 E.
2d S. 65; 118 IV 130 E. 3a S. 133; je mit Hinweisen).
Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter
mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Für die Beantwortung
dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet
sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen
Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die
Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das
Mitverschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder
Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht
gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als
wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle
anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten der beschuldigten
Person - in den Hintergrund drängen (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f.; 131 IV 145
E. 5.1 f. S. 147 f.; 130 IV 7 E. 3.2 S. 10; 127 IV 62 E. 2d S. 65; je mit
Hinweisen).
Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters
zurückzuführen ist, wird weiter vorausgesetzt, dass der Erfolg vermeidbar war.
Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der
Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die
Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit
einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 135
IV 56 E. 2.1 S. 65; 130 IV 7 E. 3.2 S. 10 f.; je mit Hinweisen). Bei einem
Unterlassungsdelikt (vgl. Art. 11 StGB) ist der hypothetische
Kausalzusammenhang zwischen Unterlassung und Erfolg anzunehmen, wenn bei
Vornahme der gebotenen Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad an
Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre. Die blosse Möglichkeit des
Nichteintritts des Erfolgs bei Vornahme der gebotenen Handlung reicht zur
Bejahung dieses hypothetischen Zusammenhangs nicht aus (BGE 117 IV 130 E. 2a S.
133 f.; 116 IV 182 E. 4a S. 185; 115 IV 189 E. 2 S. 191; Urteil 6B_800/2010 vom
24. Februar 2011 E. 6; je mit Hinweisen). Ob ein hypothetischer
Kausalzusammenhang gegeben ist, betrifft eine Tatfrage, sofern die
entsprechende Schlussfolgerung auf dem Weg der Beweiswürdigung aus konkreten
Anhaltspunkten getroffen wurde und nicht ausschliesslich auf allgemeiner
Lebenserfahrung beruht (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399; 127 III 453 E. 5d S.
456 mit Hinweisen; Urteile 6B_342/2012 vom 8. Januar 2013 E. 6.3 und 6B_779/
2009 vom 12. April 2010 E. 3.3.2).

3.2. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur gerügt werden, wenn
sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von
Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich
unrichtig ist die Feststellung des Sachverhalts, wenn sie willkürlich ist (BGE
139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; zum Begriff der Willkür BGE 140 III 16
E. 2.1 S. 18 f.; 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339; je mit Hinweisen). Eine
entsprechende Rüge muss klar vorgebracht und substanziiert begründet werden.
Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das
Bundesgericht nicht ein (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 140
III 264 E. 2.3 S. 266 mit Hinweisen). Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in
der von den Beschwerdeführern angerufenen Funktion als Beweiswürdigungsregel im
Verfahren vor Bundesgericht keine über das Willkürverbot von Art. 9 BV
hinausgehende selbstständige Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7 S. 82 mit
Hinweisen).

3.3. Aufgrund der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c
StPO, Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK) fliessenden Begründungspflicht
(Art. 81 Abs. 3 lit. a StPO) ist das Gericht gehalten, sein Urteil zu
begründen. Es kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken, muss jedoch wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen es
sich hat leiten lassen und auf die sich sein Urteil stützt. Die Begründung muss
so abgefasst sein, dass der Betroffene in voller Kenntnis der Tragweite des
Entscheids die Sache weiterziehen kann und der Rechtsmittelinstanz die
Überprüfung der Rechtsanwendung möglich ist (vgl. BGE 139 IV 179 E. 2.2 S. 183;
138 IV 81 E. 2.2 S. 84; je mit Hinweis).

4.
Die Einwände der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Beweiswürdigung
erschöpfen sich weitgehend in appellatorischer Kritik. Darauf ist nicht
einzutreten. Sie beschränken sich grösstenteils darauf, die Aussagen der Zeugen
zusammengefasst wiederzugeben, und darzulegen, wie diese aus ihrer Sicht zu
würdigen sind, ohne sich detailliert mit den vorinstanzlichen Erwägungen
auseinanderzusetzen.
An der Sache vorbei geht die Rüge, es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz aus
dem Umstand, dass eine praktische Demonstration auf dem Werkhofgelände bisher
nicht erwähnt worden sei, schliesse, die Beschwerdeführer und die Zeugen würden
lügen. Ein solcher Schluss ergibt sich aus dem angefochtenen Urteil nicht. Die
Vorinstanz zweifelt aus verschiedenen Gründen lediglich daran, dass eine
Schulung zur Sicherheit auf dem Werkhofgelände stattgefunden hat. Zudem gibt
sie zu bedenken, dass die Aussagen der beiden Zeugen mit Vorsicht zu würdigen
seien. Letztlich lässt sie die Fragen jedoch offen.
Im Übrigen sind die Einwände gegen die vorinstanzliche Aussagewürdigung
unbegründet. Zwar ergibt sich aus den Angaben der beiden an der zweiten
Berufungsverhandlung befragten Zeugen, dass es im Gerüstbau zwei Funktionen
gebe, jene des Chefmonteurs und jene des Handlangers. Grundsätzlich arbeite
Ersterer auf dem Gerüst und Letzterer am Boden, wobei es auch Ausnahmen gebe
(vgl. kantonale Akten, act. 566 ff.). Jedoch vermögen die Beschwerdeführer
nicht aufzuzeigen, dass die Vorinstanz in Willkür verfällt, indem sie in
Würdigung aller Aussagen zum Schluss gelangt, die Beschwerdeführer würden es
den Handlangern, wie der Beschwerdegegner einer war, nicht generell verbieten,
ein Gerüst zu betreten. Gleiches gilt bezüglich der Feststellung, die
Beschwerdeführer hätten ihre Mitarbeiter hinsichtlich des Zwischenholms des
Gerüstfelds mit dem Seilzug gar nicht oder falsch instruiert. Weder gibt die
Vorinstanz die Aussagen der beiden Zeugen verfälscht wieder noch interpretiert
sie diese schlechterdings unhaltbar. Beide Zeugen gaben an, der Zwischenholm
müsse offen sein, damit das Material heruntergelassen werden könne (kantonale
Akten, act. 571) bzw. den Zwischenholm könne man wegnehmen (kantonale Akten,
act. 573).
Demgegenüber machen die Beschwerdeführer zurecht geltend, die Vorinstanz habe
den massgebenden Sachverhalt nur ungenügend festgestellt. Hierauf ist
zurückzukommen (vgl. E. 5.2 ff.).

5.

5.1. Die Kritik der Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Schluss, sie hätten
ihre Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie den Beschwerdegegner falsch bzw. gar
nicht instruierten, ist unbegründet.

5.1.1. Ausgangspunkt für das Mass der anzuwendenden Sorgfalt stellt im hier zu
beurteilenden Fall die allgemeine Pflicht des Arbeitgebers dar, Massnahmen zum
Schutze der Arbeitnehmer zu ergreifen. Gemäss Art. 328 Abs. 2 OR ist der
Arbeitgeber verpflichtet, alle Massnahmen zum Schutz von Leben, Gesundheit und
persönlicher Integrität der Arbeitnehmer zu treffen, die nach der Erfahrung
notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen des
Betriebes angemessen sind, soweit es mit Rücksicht auf das einzelne
Arbeitsverhältnis und die Natur der Arbeitsleistung ihm billigerweise zugemutet
werden kann. Im gleichen Sinn wird die Pflicht in Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes vom 13. März 1964 über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und
Handel (Arbeitsgesetz, ArG; SR 822.11) wiedergegeben. Was die Verhütung von
Berufsunfällen und Berufskrankheiten betrifft, ist der Arbeitgeber auch
gestützt auf Art. 82 Abs. 1 UVG allgemein verpflichtet, alle Massnahmen zu
treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar
und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind. Darüber hinaus sind die
gestützt auf Art. 83 UVG erlassenen Ausführungsvorschriften des Bundesrates und
die übrigen Richtlinien zu beachten, welche die Pflicht des Arbeitgebers
konkretisieren und für einzelne Arbeitsbereiche mit erhöhtem Gefahrenpotenzial
zum Teil besonders umschreiben. Wird gegen eine solche Vorschrift verstossen,
liegt darin zugleich ein Indiz für die Missachtung der Sorgfaltspflicht im
Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB (vgl. BGE 114 IV 173 E. 2a S. 174 f.; Urteil
6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3.3.2).
Für die auf dem Bau zu beachtenden Sicherheitsvorschriften sind insbesondere
die Verordnung vom 29. Juni 2005 über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz
der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung,
BauAV; SR 832.311.141) und die Verordnung vom 19. Dezember 1983 über die
Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (Verordnung über die
Unfallverhütung, VUV; SR 832.30) massgebend. Die darin umschriebenen Pflichten
werden vorliegend durch das Suva-Merkblatt "Fassadengerüste, Sicherheit bei der
Montage und Demontage" (Nr. 44078.d) konkretisiert. Dieses zeigt auf, welche
Gefahren beim Gerüstbau bestehen und wie das Risiko gesenkt werden kann.

5.1.2. Nach Art. 15 BauAV ist bei ungeschützten Stellen mit einer Absturzhöhe
von mehr als zwei Metern und bei solchen im Bereich von Gewässern und
Böschungen ein Seitenschutz zu verwenden. Dieser besteht gemäss Art. 16 Abs. 1
BauAV aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett. Wird bei Hochbauarbeiten
die Absturzhöhe um drei Meter überschritten, ist ein Fassadengerüst zu
erstellen (Art. 18 erster Satz BauAV). Wo das Anbringen eines Seitenschutzes
nach Art. 16 BauAV oder eines Gerüstes nach Art. 18 BauAV technisch nicht
möglich oder zu gefährlich ist, sind gemäss Art. 19 Abs. 1 BauAV Fanggerüste,
Schutznetze oder Seilsicherungen zu verwenden oder gleichwertige
Schutzmassnahmen zu treffen. Daraus ergibt sich, dass ab einer Absturzhöhe von
mehr als zwei Metern zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei
Bauarbeiten stets eine Absturzsicherung anzubringen ist. Diese besteht in der
Regel aus einem Seitenschutz (ab zwei Metern) oder einem Gerüst (ab drei
Metern).
Im Suva-Merkblatt wird ebenfalls auf den Grundsatz hingewiesen, dass ab einer
Höhe von zwei Metern Massnahmen gegen Absturz zu treffen sind (S. 8). Gemäss
dem Merkblatt sind Mitarbeitende, die nicht nur kurzfristig an
absturzexponierten Stellen arbeiten, wie dies beispielsweise an
Materialübergabestellen der Fall ist, immer gegen Absturz zu sichern. Als
Beispiel werden die Montage eines Seitenschutzes oder das Verwenden von
Auffanggurt und Seilsicherung genannt, wobei der Seitenschutz aus Geländerholm,
Zwischenholm und Bordbrett besteht (S. 9). Illustriert wird das Vorgenannte
durch das Titelbild des Merkblatts, worauf die Materialübergabe auf einem
fünfgeschossigen Gerüst zu sehen ist. Während die Mitarbeiter auf den unteren
Gerüstgängen durch einen dreiteiligen Seitenschutz geschützt sind, ist der
Mitarbeiter auf dem obersten Gerüstgang (ohne Seitenschutz) mit einem Seil
gesichert. Daraus ist zu schliessen, dass auch die Mitarbeiter im Bereich von
Materialübergabestellen, wozu auch das Feld mit dem Seilzug gehört, durch einen
vollständigen Seitenschutz oder auf andere Weise zu sichern sind. Gleiches
ergibt sich entgegen dem Einwand der Beschwerdeführer aus dem Bild 2 auf Seite
6 des Merkblatts und den Aussagen des Suva-Mitarbeiters (Urteil S. 8; kantonale
Akten, act. 155 und 326). Dieser weist zutreffend darauf hin, dass sich ein
Mitarbeiter, der ein Gerüst montiert oder demontiert am längsten bei dem Feld
mit der Seilwinde aufhält, weshalb er dort speziell gesichert werden muss.

5.1.3. Aus den genannten Verordnungsbestimmungen und dem Suva-Merkblatt ergibt
sich, dass auch das Gerüstfeld mit dem Seilzug einen vollständigen
Seitenschutz, bestehend aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett, aufweisen
muss, sofern die sich auf dem Gerüst befindenden Personen nicht anderweitig
gesichert sind. Nicht zu beurteilen ist, ob während der Nutzungsphase eines
Gerüstes durch Drittunternehmen der Seitenschutz vorübergehend entfernt werden
darf, wenn sperrige Gegenstände transportiert werden (vgl. Beschwerde S. 24).
Ebenfalls nicht einzugehen ist auf den Einwand, gemäss Auskunft des
Regionalleiters eines anderen Gerüstbauunternehmens genüge beim Gerüstfeld mit
dem Seilzug ein Seitenholm; Zwischenholm und Bordbrett dürften entfernt werden.

5.1.4. Ausser Frage steht, dass der Arbeitgeber unter anderem dafür sorgt, dass
die in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer über die bei ihrer Tätigkeit
auftretenden Gefahren informiert und über die Massnahmen zu deren Verhütung
angeleitet werden (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 VUV). Ferner sorgt er dafür, dass die
Arbeitnehmer die Massnahmen der Arbeitssicherheit einhalten (Art. 6 Abs. 3 VUV;
vgl. ferner: Ziff. 5.5 der Richtlinie Nr. 6512 "Arbeitsmittel" vom Oktober 2001
der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit [EKAS];
EKAS-Wegleitung durch die Arbeitssicherheit Form. 6029).

5.1.5. Indem die Beschwerdeführer als Arbeitgeber den Beschwerdegegner nicht
instruierten, dass der Zwischenholm beim Seilzugfeld nicht entfernt werden
darf, kamen sie ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Gewährleistung der
Sicherheit ihrer Arbeitnehmer nicht nach. Entgegen ihrem Einwand ist neben der
objektiven auch die subjektive Sorgfaltspflicht verletzt (vgl. hierzu Urteil
6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3.3.2). So gaben sie an der
erstinstanzlichen Hauptverhandlung an, sie würden darauf bestehen
(Beschwerdeführer 1; kantonale Akten, act. 321) bzw. das Gesetz sage
(Beschwerdeführer 2; kantonale Akten, act. 322), dass der Zwischenholm und das
Bordbrett beim Feld mit dem Seilzug vorhanden sein müssen. Damit war ihnen
bekannt, dass ein allfälliger Seitenschutz auch beim Gerüstfeld mit dem Seilzug
vollständig sein sollte, um die Sicherheit zu gewährleisten.

5.2. Hinsichtlich der Frage der Vermeidbarkeit des Erfolgs sind die Einwände
der Beschwerdeführer teilweise berechtigt.
Offenbleiben kann, ob ein unechtes Unterlassungsdelikt - wie von den
Beschwerdeführern geltend gemacht - oder ein Begehungsdelikt vorliegt, wovon
die Vorinstanz ausgeht. Sowohl bei einem Begehungs- als auch bei einem
Unterlassungsdelikt muss das Gericht im Rahmen der Vermeidbarkeit prüfen, ob
der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre
(hypothetische Kausalität). Auch bestreiten die Beschwerdeführer nicht, dass
sie als Arbeitgeber des Beschwerdegegners eine Garantenstellung innehatten
(vgl. Art. 11 Abs. 2 StGB und Art. 716a Abs. 1 Ziff. 2 OR).
Die Vorinstanz erwägt zur hypothetischen Kausalität einzig, dass die
Wahrscheinlichkeit eines Sturzes deutlich geringer gewesen wäre, wenn ein
Zwischenholm vorhanden gewesen wäre. Daraus scheint sie zu schliessen, die
falsche oder unterbliebene Instruktion des Beschwerdegegners hinsichtlich des
Zwischenholms sei unfallursächlich gewesen. Dieser Schluss greift zu kurz.
Wie die Beschwerdeführer zutreffend einwenden, führt der Umstand, dass das
Fehlen des Zwischenholms eine (Mit-) Ursache des Unfalls bildete, nicht
zwingend dazu, dass auch die fehlende Instruktion unfallursächlich war. Für die
Beurteilung des hypothetischen Kausalzusammenhangs ist vorliegend die Frage
entscheidend, ob der Beschwerdegegner mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vom
Gerüst gestürzt wäre und sich dabei Verletzungen zugezogen hätte, wenn die
Beschwerdeführer ihn dahingehend instruiert hätten, dass der Zwischenholm am
Seilzugfeld nicht weggenommen werden darf. Diesbezüglich argumentieren die
Beschwerdeführer, der Beschwerdegegner habe sich hinsichtlich anderer Punkte
(Entfernung des Bordbretts, selbstständiger Abbau des Gerüstes) klar über ihre
Weisungen hinweggesetzt, weshalb die Vorinstanz prüfen müsste, ob er sich
bezüglich des Zwischenholms überhaupt an ihre Instruktion gehalten hätte, wenn
sie korrekt erfolgt wäre.
Ob der Beschwerdegegner Weisungen der Beschwerdeführer hinsichtlich der
Demontage von Gerüsten missachtete, kann vorliegend nicht beurteilt werden, da
die Vorinstanz hierzu keine Sachverhaltsfeststellungen trifft. Wäre dies der
Fall, müsste die von den Beschwerdeführern aufgeworfene Frage geprüft werden.
Die Vorinstanz erwägt zwar zutreffend, bei einem hypothetischen
Kausalzusammenhang lasse sich naturgemäss kein Beweis für das Ausbleiben des
Erfolgs führen. Jedoch könnte aufgrund der konkreten Umstände beurteilt werden,
ob sich der Beschwerdegegner mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Instruktion
der Beschwerdeführer gehalten und den Zwischenholm beim Seilzugfeld nicht
entfernt hätte. Indem die Vorinstanz dies unterlässt und die hierfür
notwendigen Sachverhaltsfeststellungen nicht trifft, verletzt sie Bundes- und
Verfassungsrecht. Da die hypothetische Kausalität vorliegend anhand der
konkreten Umstände zu beurteilen ist, handelt es sich um eine Tatfrage (vgl. E.
3.1). Die Vorinstanz wird ihre Sachverhaltsfeststellungen ergänzen und anhand
dieser sowie in Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro reo" beurteilen
müssen, ob sich der Beschwerdegegner an die Instruktion der Beschwerdeführer
gehalten hätte, mithin die Körperverletzung für Letztere vermeidbar war.

5.3. Schliesslich rügen die Beschwerdeführer zutreffend, dass sich die
Vorinstanz in ihren Erwägungen nicht dazu äussert, ob ihr Verhalten bzw. ihre
Unterlassung adäquat kausal für den Eintritt des Erfolgs war. Damit verletzt
sie ihre Begründungspflicht und den Anspruch der Beschwerdeführer auf
rechtliches Gehör. Sofern die Vorinstanz in ihrem neuen Entscheid zum Schluss
gelangt, dass die Körperverletzung vermeidbar war, wird sie ferner prüfen
müssen, ob diese für die Beschwerdeführer auch vorhersehbar war. Wie diese
zutreffend einwenden, wird die Vorinstanz insbesondere - allenfalls nach
weiterer Ergänzung des relevanten Sachverhalts - beurteilen müssen, ob den
Beschwerdegegner oder dessen Bruder ein Mitverschulden trifft, mit dem die
Beschwerdeführer nicht rechnen mussten und das ihr Verhalten in den Hintergrund
drängt (vgl. E. 3.1). Da die Beschwerde bereits aus anderem Grund gutzuheissen
ist, braucht nicht geprüft zu werden, ob die Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör im bundesgerichtlichen Verfahren geheilt werden kann (vgl.
hierzu BGE 133 I 100 E. 4.9 S. 105).

5.4. Auf die Rüge der Beschwerdeführer zum Zivilpunkt braucht bei diesem
Ausgang des Verfahrens nicht eingegangen zu werden. Wie aufgezeigt wird die
Vorinstanz ihre Sachverhaltsfeststellungen ergänzen und - im Falle eines
Schuldspruchs - gestützt darauf ein allfälliges Mitverschulden des
Beschwerdegegners und dessen Bruders neu prüfen müssen.

6.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen, das Urteil des Appellationsgerichts
aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
Die Parteien werden im Umfang ihres Unterliegens kostenpflichtig (Art. 66 Abs.
1 BGG). Die Beschwerdeführer unterliegen mit ihren Rügen zu dem
Anklagegrundsatz (E. 1), der Beweiswürdigung (E. 4) und teilweise der
rechtlichen Würdigung (E. 5.1). Es rechtfertigt sich, ihnen die hälftigen
Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (vgl.
Art. 66 Abs. 5 BGG). Die Beschwerdegegner obsiegen im Umfang, in dem die
Beschwerdeführer unterliegen. Während dem Kanton gemäss Art. 66 Abs. 4 BGG
keine Kosten zu überbinden sind, hat der Beschwerdegegner einen Viertel der
Gerichtskosten zu tragen.
Die Parteien werden im Umfang des Unterliegens hinsichtlich der Parteikosten
entschädigungspflichtig (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Es rechtfertigt sich, die
Parteientschädigungen der Beschwerdeführer (bestimmt auf Fr. 3'000.--) und des
Beschwerdegegners (bestimmt auf Fr. 2'000.--) zu verrechnen. Die
Beschwerdeführer haben daher dem Beschwerdegegner eine Entschädigung von
insgesamt Fr. 250.-- unter solidarischer Haftung zu bezahlen (vgl. Art. 66 Abs.
5 i.V.m. Art. 68 Abs. 4 BGG). Der Kanton Basel-Stadt hat die Beschwerdeführer
mit total Fr. 750.-- zu entschädigen.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Appellationsgerichts
des Kantons Basel-Stadt vom 23. Januar/4. Februar 2015 aufgehoben und die Sache
zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. 
Die Gerichtskosten werden im Umfang von Fr. 2'000.-- und unter solidarischer
Haftung den Beschwerdeführern sowie im Umfang von Fr. 1'000.-- dem
Beschwerdegegner auferlegt.

3. 
Die Beschwerdeführer haben den Beschwerdegegner unter solidarischer Haftung mit
insgesamt Fr. 250.-- zu entschädigen.

4. 
Der Kanton Basel-Stadt hat den Beschwerdeführern eine Entschädigung von total
Fr. 750.-- auszurichten.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons
Basel-Stadt, Ausschuss, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Dezember 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Andres

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