Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.44/2015
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015


Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente
dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet.
Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem
Computer einen aktuellen Browser zu installieren.
Zurück zur Einstiegsseite Drucken
                                                               Grössere Schrift

Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_44/2015

Urteil vom 20. Januar 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch B.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich, Tösstalstrasse 163, 8400 Winterthur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Aufforderung zur Arbeitsleistung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, vom 9. Dezember 2014.

Der Präsident zieht in zieht in Erwägung:

1. 
Mit Strafbefehl vom 23. Juli 2012 verurteilte die Jugendanwaltschaft Winterthur
den Beschwerdeführer wegen Widerhandlung gegen die Allgemeine Polizeiverordnung
und verpflichtete ihn zur Leistung eines Tages persönlicher Arbeit. Die
Verurteilung ist rechtskräftig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_741/2013 vom
19. Juni 2014).

Am 22. September 2014 verpflichtete die Jugendanwaltschaft den
Beschwerdeführer, die Arbeitsleistung am 4. Oktober 2014 in einem Altersheim zu
leisten. Auf eine dagegen gerichtete Beschwerde trat das Obergericht des
Kantons Zürich am 9. Dezember 2014 nicht ein.

Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, "der
Beschluss vom 23. September" sei aufzuheben. Eventualiter sei das Verfahren
einzustellen.

2. 
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens kann nur der Beschluss des Obergerichts
vom 9. Dezember 2014 sein. Der Antrag, einen anderen Beschluss aufzuheben, ist
unzulässig.

3. 
Die Vorinstanz trat in einer Hauptbegründung auf die Beschwerde nicht ein, weil
der Beschwerdeführer keinen zulässigen Rügegrund erhoben hatte und das
Obergericht im Übrigen zur Beurteilung verwaltungsrechtlicher Rechtsmittel
nicht zuständig ist (Beschluss S. 2/3 E. 1). Mit dieser Erwägung befasst sich
der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vor Bundesgericht nicht. Sie genügt
insoweit den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht.

Enthält ein Entscheid wie im vorliegenden Fall mehrere Begründungen, die je für
sich den Ausgang der Sache besiegeln, müssen für die Gutheissung einer
Beschwerde alle Begründungen das Recht verletzen (BGE 139 III 536 E. 2.2; 133
IV 119 E. 6). Nachdem es gestützt auf die Hauptbegründung beim angefochtenen
Entscheid bleibt, muss sich das Bundesgericht mit der Eventualbegründung 2 der
Vorinstanz nicht befassen.

4. 
Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Bei
diesem Ausgang hat der Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu
tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in
Anwendung von Art. 64 Abs. 1 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren
aussichtslos erschienen. Der Beschwerdeführer ist 15 Jahre alt. Seiner
wirtschaftlichen Lage ist mit reduzierten Kosten Rechnung zu tragen (Urteil
6B_741/2013 vom 19. Juni 2014 E. 5).

Demnach erkennt der Präsident:

1. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Januar 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

Navigation

Neue Suche

ähnliche Leitentscheide suchen
ähnliche Urteile ab 2000 suchen

Drucken nach oben