Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.476/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_476/2015

Urteil vom 26. November 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber M. Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Fäh,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
2. A.________,
3. B.________,
beide vertreten durch Rechtsanwältin
Dr. Caterina Nägeli,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Förderung der Prostitution, sexuelle Nötigung; Willkür; Strafzumessung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 6. März 2015.

Sachverhalt:

A. 
Das Bezirksgericht Hinwil sprach X.________ mit Urteil vom 23. Januar 2014 der
mehrfachen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 2 und 3 aStGB
sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz schuldig. Vom
Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung sprach es ihn frei. Es bestrafte ihn
mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten, unter Anrechnung der
Untersuchungshaft von 315 Tagen. Es erklärte ihn gegenüber B.________ und
A.________ dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig. Weiter verpflichtete es
X.________ zur Zahlung einer Genugtuung an B.________ und A.________.
Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte X.________ am 6. März 2015 im
Berufungsverfahren wegen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs.
2 aStGB, mehrfacher Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3
aStGB, mehrfacher sexueller Nötigung sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das
Ausländergesetz zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten, unter
Anrechnung der Untersuchungshaft von 315 Tagen. Es bestätigte die
grundsätzliche Schadenersatzpflicht gegenüber B.________ und A.________ und
verwies die Forderungen zur Feststellung der Höhe des Schadenersatzes auf den
zivilprozessualen Weg. Es verpflichtete X.________ zur Zahlung einer Genugtuung
an B.________ und A.________, wobei es die geschuldete Summe gegenüber Ersteren
aufgrund der zusätzlichen Verurteilung wegen mehrfacher sexueller Nötigung
erhöhte.
Das Obergericht geht zusammengefasst von folgendem Sachverhalt aus:
X.________ wird vorgeworfen, als faktischer Geschäftsführer des Nachtclubs
C.________, der Diskothek D.________ und des Cabarets E.________ von anfangs
2010 bis Ende März 2011 verschiedene Tänzerinnen beschäftigt zu haben. Anders
als in den schriftlichen Arbeitsverträgen festgehalten und entgegen den in den
jeweiligen Aufenthaltsbewilligungen der Frauen umschriebenen
Aufenthaltszwecken, habe er diese verpflichtet, auch andere Arbeiten zu
verrichten und sich zu prostituieren. X.________ habe die wirtschaftliche Not
von B.________ ausgenutzt und sie der Prostitution zugeführt, indem er ihre
Entlöhnung entgegen der vertraglichen Vereinbarung vom Getränkeumsatz der Gäste
des Cabarets abhängig gemacht und von ihr die sexuelle Animation der Kunden
zwecks Umsatzerzielung verlangt habe. Er habe sie wie auch A.________ zudem in
ihrer Handlungsfreiheit bei der Ausübung der Prostitution eingeschränkt, indem
er ihnen keine Wahlfreiheit bei der Auswahl der Kunden und der Art der zu
erbringenden Dienstleistungen gelassen habe. Dabei habe er gewusst, dass die
Frauen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation auf den Verdienst in seinem
Betrieb angewiesen waren und diesen Umstand zur Durchsetzung seines
Geschäftsmodells ausgenutzt.
Im Februar 2011 habe X.________ B.________ zweimal genötigt, ihn oral zu
befriedigen. Einmal sei dies in der Diskothek D.________ geschehen und das
andere Mal in seinem Auto, als er damit durch eine automatische Waschstrasse
gefahren sei.

B. 
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das obergerichtliche Urteil
sei insbesondere in Bezug auf die Schuldsprüche der Förderung der Prostitution
und der sexuellen Nötigung aufzuheben. Er ersucht um Schadenersatz und
Genugtuung für die erstandene Untersuchungshaft sowie um unentgeltliche
Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren.

Erwägungen:

1. 
Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG muss die Rechtsschrift u.a. die Begehren und deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel enthalten. Das Rechtsbegehren, wonach
das Urteil der Vorinstanz aufzuheben sei, genügt für sich allein den
gesetzlichen Anforderungen in der Regel nicht. Nach der Rechtsprechung reicht
ein kassatorisches Begehren aus, soweit sich aus der Begründung ergibt, was mit
der Beschwerde angestrebt wird (BGE 134 III 379 E. 1.3 S. 383; Urteil 6B_738/
2014 vom 25. Februar 2015 E. 1 mit Hinweisen). Diese Anforderungen sind im
vorliegenden Fall erfüllt. Aus den Anträgen und Vorbringen des
Beschwerdeführers ergibt sich, dass er einen Freispruch von den Vorwürfen der
mehrfachen Förderung der Prostitution und der mehrfachen sexuellen Nötigung zum
Nachteil von B.________ anstrebt. Auf die Beschwerde ist grundsätzlich
einzutreten.
Nicht einzugehen ist indessen auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zum
Schuldspruch wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, nachdem
er diesbezüglich kein Begehren um Aufhebung der vorinstanzlichen Verurteilung
stellt. Nicht zu hören ist der Beschwerdeführer sodann, soweit er hinsichtlich
seiner Verurteilung wegen mehrfacher Förderung der Prostitution eine Verletzung
des Untersuchungsgrundsatzes gemäss Art. 6 StPO durch die Vorinstanz rügt,
indem sie entlastenden Umständen nicht genügend Rechnung getragen habe.
Gleiches gilt mit Blick auf die geltend gemachte Verletzung des
Anklagegrundsatzes gemäss Art. 9 Abs. 1 StPO hinsichtlich der ihm vorgeworfenen
mehrfachen sexuellen Nötigung der Beschwerdegegnerin 3. Gemäss Art. 80 Abs. 1
BGG ist die Beschwerde in Strafsachen zulässig gegen Entscheide letzter
kantonaler Instanzen und des Bundesstrafgerichts. Der Beschwerdeführer rügt
erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren eine Verletzung des Untersuchungs-
und des Anklagegrundsatzes. Mangels Ausschöpfung des Instanzenzugs ist darauf
nicht einzutreten.

2.

2.1. Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung.
Seine Verurteilung wegen mehrfacher Förderung der Prostitution stütze sich
einzig auf die Aussagen der Tänzerinnen. Die Vorinstanz würdige deren Aussagen
willkürlich, berücksichtige ihn entlastende Elemente nicht und verletze die
Maxime "in dubio pro reo".

2.2. Die Vorinstanz würdigt insbesondere die Aussagen des Beschwerdeführers
sowie jene der Beschwerdegegnerinnen 2 und 3 ausführlich und sorgfältig. Sie
erwägt, es sei nachvollziehbar, dass die Tänzerinnen in den ersten Einvernahmen
bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft verneint hätten, sexuelle
Dienstleistungen erbracht zu haben. Es sei ihnen bewusst gewesen, dazu aufgrund
der Zweckumschreibungen in ihren Aufenthaltsbewilligungen nicht berechtigt zu
sein. Ihre Aussagen seien überzeugend und stimmig. Sie kommt zum Schluss, dass
die Beschwerdegegnerinnen 2 und 3 vom Beschwerdeführer angewiesen worden seien,
die Kunden sexuell zu animieren, diese zum Kauf von Champagner für Fr. 500.--
pro Flasche zu verleiten und anschliessend ins Séparée zu begleiten, wo sie
deren Wünsche zu erfüllen gehabt hätten. Im Weigerungsfall seien die
Beschwerdegegnerinnen 2 und 3 mit Bussen belegt worden oder hätten die Kosten
für den Champagnerkonsum der Kunden übernehmen müssen. Während die
Beschwerdegegnerin 2 bereits vor Übernahme des Cabarets E.________ durch den
Beschwerdeführer im Dezember 2010 in gleicher Weise tätig gewesen sei, habe er
die Beschwerdegegnerin 3 entgegen der vertraglichen Vereinbarung in die
Prostitution eingeführt.

2.3. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie
willkürlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 mit Hinweisen; vgl. zum Begriff der
Willkür BGE 139 III 334 E. 3.2.5; 138 I 49 E. 7.1; je mit Hinweisen). Eine
entsprechende Rüge muss klar und substanziiert begründet werden (Art. 106 Abs.
2 BGG; BGE 138 I 225 E. 3.2; 137 IV 1 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). Auf rein
appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht nicht
ein (BGE 140 III 264 E. 2.3 mit Hinweisen).
Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in seiner Funktion als
Beweiswürdigungsregel im Verfahren vor Bundesgericht keine Bedeutung zu, die
über das Willkürverbot von Art. 9 BV hinausgeht (BGE 138 V 74 E. 7 mit
Hinweisen).

2.4. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern Beweiswürdigung und
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz schlechterdings unhaltbar sein sollen.
Soweit er bestreitet, dass sich die Beschwerdegegnerinnen 2 und 3 in seinem
Betrieb prostituiert haben, legt er lediglich dar, wie deren Aussagen sowie
jene des Zeugen F.________ aus seiner Sicht richtigerweise zu würdigen gewesen
wären. Damit lässt sich keine willkürliche Beweiswürdigung dartun. Dass die
Beschwerdegegnerin 2 anfänglich die Erbringung sexueller Dienstleistungen
abstritt, ändert laut der Vorinstanz nichts an der Detailtreue, Prägnanz und
Stimmigkeit ihrer späteren Aussagen. Es sei ihr bewusst gewesen, dass sie
aufgrund ihrer Aufenthaltsbewilligung nicht berechtigt gewesen sei, sexuelle
Dienstleistungen anzubieten. Der Beschwerdeführer bringt vor, die
vorinstanzliche Beweiswürdigung vermöge nicht zu überzeugen und es sei vielmehr
davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin 2 bei ihren späteren Aussagen
beeinflusst worden sei und diese im Hinblick auf mögliche Genugtuungszahlungen
getätigt habe. Dieser Einwand ist offensichtlich nicht geeignet, Willkür
aufzuzeigen. Der Beschwerdeführer setzt sich nicht mit der vorinstanzlichen
Erwägung auseinander, wonach die Beschwerdegegnerin 3 bereits in der ersten
polizeilichen Einvernahme Aussagen beziehungsweise Andeutungen hinsichtlich
sexueller Handlungen gemacht habe. Weshalb zwingend auf die laut Vorinstanz
wenig stimmigen, kaum detaillierten und mit vielen Erinnerungslücken gespickten
Aussagen des Zeugen F.________ abzustellen gewesen wäre, legt der
Beschwerdeführer nicht dar. Dass sich aufgrund weiterer unterschiedlicher
Aussagen zur Tätigkeit der Tänzerinnen im Betrieb des Beschwerdeführers ein
anderes Beweisergebnis geradezu aufgedrängt hätte, zeigt er nicht auf.
Die Vorinstanz legt nachvollziehbar dar, dass die Beschwerdegegnerin 3 aufgrund
ihrer wirtschaftlichen Lage keine andere Möglichkeit gehabt habe, als dem Druck
des Beschwerdeführers nachzugeben und sich zu prostituieren. So habe sie nicht
nur ihre vier Kinder unterstützen müssen, sondern sich zusätzlich erheblich
verschuldet, um eine Bewilligung als Tänzerin in der Schweiz zu erhalten. Dass
die Beschwerdegegnerin 3 allenfalls gewisse Fixkosten nicht vom ausbezahlten
Lohn zu begleichen hatte, lässt die Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Lage
durch die Vorinstanz entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als
offensichtlich unrichtig erscheinen. Inwiefern die angeblich suggestive
Befragung einer Zeugin zu deren Lebenshaltungskosten mit Blick auf jene der
Beschwerdegegnerin 3 von Relevanz sein sollte, ist nicht ersichtlich. Der
behauptete schlechte Geschäftsgang ändert nichts daran, dass die Vorinstanz
ohne Willkür davon ausgehen durfte, der Beschwerdeführer habe die
wirtschaftliche Lage der Beschwerdegegnerin 3 ausgenutzt, um sie der
Prostitution zuzuführen. Nicht willkürlich ist die vorinstanzliche
Feststellung, dass die Beschwerdegegnerin 3 jedenfalls nicht ohne Weiteres den
Arbeitsplatz wechseln konnte, da ihre Aufenthaltsbewilligung an die Tätigkeit
im Etablissement des Beschwerdeführers geknüpft gewesen sei.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, eine Verurteilung nach Art. 195 Abs. 3
aStGB setze voraus, dass die Prostitution freiwillig ausgeübt werde. Indem die
Vorinstanz von einer aufgezwungenen Ausübung der Prostitution ausgehe und ihn
dennoch gestützt auf diese Bestimmung verurteile, verletze sie Bundesrecht.

3.2. Gemäss Art. 195 Abs. 3 aStGB (der dem seit dem 1. Juli 2014 gültigen Art.
195 lit. c StGB entspricht) wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder
Geldstrafe bestraft, wer die Handlungsfreiheit einer Person, die Prostitution
betreibt, dadurch beeinträchtigt, dass er sie bei dieser Tätigkeit überwacht
oder Ort, Zeit, Ausmass oder andere Umstände der Prostitution bestimmt.
Geschütztes Rechtsgut ist die Entscheidungsfreiheit der Prostituierten, die
nicht verletzt werden darf. Von der Bestimmung wird erfasst, wer sich der
Prostituierten gegenüber in einer Machtposition befindet, die es ihm erlaubt,
deren Handlungsfreiheit einzuschränken und festzulegen, wie sie ihrer Tätigkeit
im Einzelnen nachzugehen hat, oder in Einzelfällen bestimmte Verhaltensweisen
zu erzwingen. Die Strafbarkeit setzt voraus, dass auf die betroffene Person ein
gewisser Druck ausgeübt wird, dem sie sich nicht ohne Weiteres entziehen kann,
so dass sie in ihrer Entscheidung, ob und wie sie dem Gewerbe nachgehen will,
nicht mehr vollständig frei ist, und dass die Überwachung oder die bestimmende
Einflussnahme ihrem Willen oder ihren Bedürfnissen zuwiderläuft (BGE 129 IV 81
E. 1.2; 126 IV 76 E. 2 mit Hinweisen).

3.3. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers spielt es für die Erfüllung des
Tatbestands von Art. 195 Abs. 3 aStGB keine Rolle, ob die Prostitution
freiwillig oder unfreiwillig ausgeübt wird. So nahm das Bundesgericht etwa ein
tatbestandliches Handeln an bei Animierdamen, die zur Bestreitung ihres
Lebensunterhaltes gezwungen waren, sich zu prostituieren, die dabei einen
genauen Zeitplan zu befolgen hatten und denen der Ort ihrer Tätigkeit und die
Kundschaft vorgeschrieben waren (unveröffentlichtes Urteil des Kassationshofs
6S.570/1997 vom 9. Oktober 1997 E. 2, zit. bei BERNARD CORBOZ, Les infractions
en droit suisse, Vol. I, 3. Aufl. 2010, N. 47 zu Art. 195 StGB sowie bei HANS
WIPRÄCHTIGER, Aktuelle Praxis des Bundesgerichts zum Sexualstrafrecht, ZStrR
117/1999 S. 146 f.; vgl. auch den Verweis auf dieses Urteil in BGE 126 IV 76 E.
3).
Der Schuldspruch wegen mehrfacher Förderung der Prostitution im Sinne von Art.
195 Abs. 3 aStGB ist nicht bundesrechtswidrig.

4.

4.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen seine Verurteilung wegen mehrfacher
sexueller Nötigung zum Nachteil der Beschwerdegegnerin 3. Die Beweiswürdigung
der Vorinstanz sei willkürlich und verletze die Unschuldsvermutung.

4.2. Die Vorinstanz setzt sich ausführlich und kritisch mit den Aussagen der
Beschwerdegegnerin 3 auseinander. Sie erwägt, aus dem Umstand, dass die
Beschwerdegegnerin 3 erst in den staatsanwaltlichen Einvernahmen auf die
sexuellen Übergriffe zu sprechen kam, lasse sich nichts in Bezug auf ihre
Glaubwürdigkeit ableiten. Trotz offensichtlicher Mühe, sich auszudrücken und
das Geschehen verständlich zu schildern sowie zuverlässige zeitliche Angaben zu
machen, schildere sie das Kerngeschehen sehr anschaulich und kämen ihre Gefühle
von Machtlosigkeit und Ekel klar zum Ausdruck. Die Einbettung der Ereignisse in
das Rahmengeschehen sei ebenfalls stimmig. Ein taktisch motiviertes
Aussageverhalten mit Blick auf eine mögliche Genugtuungszahlung schliesst die
Vorinstanz aus. Demgegenüber erachtet sie die Aussagen des Beschwerdeführers zu
den beiden Übergriffen als teilweise widersprüchlich. Um den Eindruck von
Authentizität zu vermitteln, schmücke er seine Darstellung mit völlig
unwichtigen Details aus. Insgesamt vermöge er keine Zweifel an der Richtigkeit
der Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 zu streuen. Die Vorinstanz erachtet es
als erstellt, dass der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 3 an zwei
Nachmittagen im Februar 2011 nötigte, ihn oral zu befriedigen.

4.3. Der Beschwerdeführer übt über weite Strecken unzulässige appellatorische
Kritik am vorinstanzlichen Beweisergebnis und beschränkt sich darauf, seine
Sicht der Dinge vorzutragen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn er anführt,
die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin 3 bei den Einvernahmen von Beginn weg
von einer Vertrauensperson einer Fachstelle begleitet worden sei, spreche nicht
gegen ein auf eine Genugtuungszahlung ausgerichtetes taktisches Verhalten.
Gleiches gilt für sein Vorbringen, wonach er keine sexuellen Handlungen an
einem derart bevölkerten Ort wie einer automatischen Waschstrasse vornehmen
würde und überdies die Tatsache, dass er zum damaligen Zeitpunkt verheiratet
gewesen sei, gegen erzwungenen, ungeschützten Oralverkehr im Auto spreche, da
dies mit der grossen Gefahr von im Fahrzeug hinterlassenen Spuren verbunden
gewesen wäre. Darauf ist nicht einzutreten.
Nicht zu beanstanden ist die vorinstanzliche Erwägung, wonach Schamgefühle der
Beschwerdegegnerin 3 der Grund dafür gewesen seien, erst später über die
Übergriffe zu berichten. Die Annahme, dass diese Handlungen für die
Beschwerdegegnerin 3 demütigend waren und es ihr deshalb - im Gegensatz zu
einem (nicht angeklagten) früheren Nötigungsversuch, von welchem sie bereits
anlässlich ihrer ersten Einvernahmen berichtete - nicht leicht fiel, darüber zu
sprechen, ist jedenfalls nicht willkürlich. Aus der Tatsache, dass der zunächst
erwähnte Nötigungsversuch nicht angeklagt wurde, lässt sich sodann nichts in
Bezug auf die generelle Glaubwürdigkeit der Beschwerdegegnerin 3 ableiten. Der
allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person im Sinne einer dauerhaften personalen
Eigenschaft kommt im Übrigen ohnehin nur untergeordnete Bedeutung zu. Wichtiger
für die Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die
Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage, welche durch methodische Analyse ihres
Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen
Angaben einem tatsächlichen Erleben des Zeugen entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3
mit Hinweisen).
Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass die Angaben der Beschwerdegegnerin 3
hinsichtlich der Daten und der Uhrzeiten der sexuellen Übergriffe nicht klar
und widerspruchsfrei sind. Die Vorinstanz legt indessen willkürfrei dar, dass
die Beschwerdegegnerin 3 generell Schwierigkeiten hat, zeitliche Abläufe
zuverlässig zu schildern. Sie zeigt auf, dass sich aus den Aussagen der
Beschwerdegegnerin 3 die Reihenfolge der verschiedenen Ereignisse dennoch klar
ergebe. Der Vorfall in der Waschstrasse lasse sich zudem mit dem in diesem
Zusammenhang genannten Rahmengeschehen (Arztbesuch) verknüpfen, was für die
Wiedergabe eines erlebten Vorfalls spreche.
Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer, soweit er behauptet, der
Vorgang in der Waschstrasse habe sich aufgrund seines Alters und seiner
medizinischen Probleme gar nicht in der von der Beschwerdegegnerin 3
geschilderten Art und Zeitdauer abspielen können. Abgesehen davon, dass er dies
erstmals vor Bundesgericht vorbringt und daher ohnehin nicht darauf einzugehen
ist (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG), ist nicht ersichtlich, weshalb der Sachverhalt
gemäss Anklage deswegen nicht möglich sein soll. Dasselbe gilt mit Blick auf
den Vorfall in der Diskothek D.________.
Schliesslich trifft es zwar zu, dass die Aussagen der Beschwerdegegnerin 3 zum
Waschvorgang und den Merkmalen der Waschstrasse nicht frei von Ungereimtheiten
sind. Die Vorinstanz legt indessen nachvollziehbar dar, weshalb die Aussagen
nicht unglaubhaft sind. Die vom Beschwerdeführer angeführten Ungereimtheiten
betreffen zudem nicht das eigentliche Kerngeschehen. Nicht zu beanstanden ist
die vorinstanzliche Feststellung, wonach beim Waschvorgang die Vorgänge im
Innenraum des Fahrzeugs von aussen nicht genau zu beobachten seien. Nicht
willkürlich ist auch ihre Erwägung, wonach bei einem Geländefahrzeug vom Typ,
wie es der Beschwerdeführer fuhr, der geschilderte Nötigungsvorgang -
Niederdrücken des Kopfs in den Schoss des Fahrers - von aussen kaum zu erkennen
sei. Schliesslich ist nicht erfindlich, weshalb der angeklagte Sachverhalt mit
Blick auf die Ausstattung des Fahrzeugs und die Körpergrösse der
Beschwerdegegnerin 3 nicht möglich sein sollte.
Zusammengefasst vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen, inwiefern die
vorinstanzliche Beweiswürdigung geradezu willkürlich sein sollte (vgl. vorne E.
2.3).

5.

5.1. Der Beschwerdeführer rügt die Strafzumessung.

5.2. Soweit der Beschwerdeführer seinen Ausführungen einen Sachverhalt zugrunde
legt, der von den willkürfreien Feststellungen der Vorinstanz abweicht (vgl. E.
2 und 4), ist darauf nicht einzutreten. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn
er ausführt, es wäre den Beschwerdegegnerinnen 2 und 3 möglich und zumutbar
gewesen, die Arbeitsstelle zu wechseln.

5.3. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung wiederholt
dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit
Hinweisen). Das Sachgericht verfügt auf dem Gebiet der Strafzumessung über
einen Ermessensspielraum. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn die Vorinstanz
den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von
rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche
Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. durch Überschreitung oder Missbrauch
ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61; 135 IV 130 E.
5.3.1; je mit Hinweisen).

5.4. Die Vorinstanz setzt sich in ihren Erwägungen zur Strafzumessung mit den
wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und würdigt sämtliche
Zumessungsgründe zutreffend. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht
massgebenden Gesichtspunkten hätte leiten lassen oder wesentliche
Gesichtspunkte nicht berücksichtigt hätte, ist nicht ersichtlich.
Nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz von einer objektiv wie subjektiv
nicht mehr leichten Tatschwere hinsichtlich des Tatbestands der mehrfachen
Förderung der Prostitution ausgeht. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt,
ist nicht geeignet, eine Ermessensverletzung aufzuzeigen. Entgegen seinen
Ausführungen ist insbesondere nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz vom
Strafrahmen auf die Tatschwere schliessen würde - auch wenn ihre diesbezügliche
Formulierung unglücklich sein mag. Nicht zu bemängeln ist sodann, wenn sie in
Bezug auf das subjektive Verschulden ausführt, seine schlechte finanzielle
Situation vermöge den Beschwerdeführer nicht zu entlasten, da er diese durch
sein Geschäftsmodell vollständig auf die Tänzerinnen abgewälzt habe. Zwar ist
dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass sein Verschulden grösser wäre, wenn er
sich bei gutem Geschäftsgang gleich verhalten hätte. Dies ändert aber nichts
daran, dass die Vorinstanz, ohne ihr Ermessen zu verletzen, von einem
egoistischen und skrupellosen Handeln ausgehen durfte. Sie war auch nicht
gehalten, den angeblich schlechten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
strafmindernd zu berücksichtigen. Bei medizinischen Gründen ist der
Strafempfindlichkeit lediglich Rechnung zu tragen, wenn der Betroffene
besonders empfindlich ist. Dies wurde namentlich etwa bejaht bei
Gehirnverletzten, Schwerkranken, unter Haftpsychose Leidenden oder Taubstummen
(Urteil 6B_448/2011 vom 27. Juli 2012 E. 7.4 mit Hinweis). Dass eine solch
besondere Strafempfindlichkeit vorliegt, legt der Beschwerdeführer nicht dar
und ist auch nicht ersichtlich. Soweit er schliesslich lediglich ausführt, wie
die Einsatzstrafe und deren Erhöhung aus seiner Sicht festzulegen gewesen
wären, ist darauf nicht einzugehen.
Die von der Vorinstanz ausgefällte teilbedingte Freiheitsstrafe von 32 Monaten
liegt auch bei einer Gesamtbetrachtung innerhalb des
sachrichterlichen  Ermessens.

6. 
Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm der bedingte Strafvollzug zu
gewähren. Nachdem die Beschwerde hinsichtlich der Strafzumessung abzuweisen ist
und es bei einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten bleibt (E. 5), entfällt die
Möglichkeit des bedingten Strafvollzugs aus objektiven Gründen (vgl. Art. 42
Abs. 1 StGB). Auf das Begehren des Beschwerdeführers ist deshalb nicht
einzugehen. Gleiches gilt für seinen Antrag bezüglich Verfahrenskosten,
Entschädigung und Genugtuung, nachdem es beim vorinstanzlichen Schuldspruch
bleibt.

7. 
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen
(Art. 64 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdeführer hat die bundesgerichtlichen Kosten
zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seine angespannte finanzielle Situation ist bei
der Bemessung der Gerichtskosten angemessen zu berücksichtigen (Art. 65 Abs. 2
BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. November 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: M. Widmer

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