Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.482/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_482/2015

Urteil vom 20. August 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiberin Siegenthaler.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Werner Ritter,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell A.Rh., Schützenstrasse 1A, 9100
Herisau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfache Tierquälerei, mehrfache Übertretung des Tierseuchengesetzes etc.,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden, 1.
Abteilung, vom 8. Dezember 2014.

Sachverhalt:

A. 
X.________ führt einen Landwirtschaftsbetrieb. Diesen unterzogen das kantonale
Veterinäramt und das Landwirtschaftsamt am 5. Mai 2010 einer unangemeldeten
Kontrolle. Dabei stellten sie diverse Missstände fest und brachten diese am 8.
Juni 2010 zur Anzeige. Am 15. Juni 2010 fand auf Antrag von X.________ eine
Nachkontrolle statt, wobei wiederum Mängel in der Tierhaltung registriert
wurden. Am 23. Februar 2011 nahm der Kantonstierarzt im Auftrag und in
Begleitung der Staatsanwaltschaft auf dem Betrieb eine unangemeldete
Nachkontrolle vor und deckte erneut verschiedene Mängel auf.

B. 
X.________ wird vorgeworfen, wiederholt gegen das Tierschutzgesetz, die
Tierschutzverordnung und das Tierseuchengesetz verstossen zu haben. Ausserdem
habe er Widerhandlungen gegen das Gewässerschutzgesetz begangen und sich des
Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen schuldig gemacht.

C. 
Nach Einsprache von X.________ gegen den Strafbefehl vom 23. Oktober 2012
sprach die Einzelrichterin des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden ihn am
27. Juni 2013 "teilweise schuldig" der Tierquälerei, der Widerhandlung gegen
das Tierschutzgesetz und der Übertretung des Tierseuchengesetzes (alles
mehrfach begangen) sowie schuldig der Widerhandlung gegen das
Gewässerschutzgesetz und des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung. Sie
verurteilte X.________ zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 85.-- (im
Umfang von 45 Tagessätzen bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 5
Jahren) sowie zu einer Busse von Fr. 10'000.-- und sprach ihm eine
Entschädigung von Fr. 3'044.50 zu.

 Das Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden bestätigte dieses Urteil am
8. Dezember 2014.

D. 
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, das Urteil des
Obergerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 8. Dezember 2014 sei
aufzuheben, soweit er nicht freigesprochen und ihm keine volle Entschädigung
zugesprochen worden sei. Er sei von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen,
eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Erwägungen:

1.

1.1. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer mit
seiner Argumentation vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt abweicht,
ohne Willkür darzutun.

 Das Bundesgericht legt seinem Urteil die vorinstanzliche
Sachverhaltsfeststellung zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG) und prüft diese nur auf
Willkür hin (vgl. zum Begriff der Willkür: BGE 140 III 167 E. 2.1; 137 I 1 E.
2.4; je mit Hinweisen). Die Willkürrüge muss in der Beschwerde explizit
vorgebracht und substanziiert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG). Auf eine
rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht
nicht ein (BGE 140 III 264 E. 2.3; 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 II 489 E. 2.8; je mit
Hinweisen).

 Wenn der Beschwerdeführer in sachverhaltlicher Hinsicht lediglich an seiner
bereits vor Vorinstanz geltend gemachten Version festhält und die
vorinstanzliche Auffassung bestreitet oder als nicht nachvollziehbar
bezeichnet, bringt er damit weder eine ausdrückliche Willkürrüge noch eine
ausreichende Begründung vor (vgl. Beschwerde, Rn. 22, 25, 29-33, 35, 45, 48, 51
f., 54, 55 ff.).

1.2. Ebenfalls nicht einzugehen ist auf seinen Antrag, der angefochtene
Entscheid sei in Bezug auf die ihm nicht voll zugesprochene Entschädigung
aufzuheben. Der Beschwerde ist diesbezüglich keine Begründung zu entnehmen,
weshalb sie den Anforderungen gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG nicht genügt.

2.

2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Schuldsprüche verletzten
Bundesrecht.

2.2. Eine strafrechtlich relevante Vernachlässigung, Misshandlung oder
Überanstrengung im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a des Tierschutzgesetzes vom
16. Dezember 2005 (TSchG; SR 455) muss mit einer Missachtung der Würde des
Tieres einhergehen, ansonsten nicht von einer Tierquälerei gesprochen werden
kann und allenfalls der Übertretungstatbestand von Art. 28 Abs. 1 TSchG zur
Anwendung gelangt (Urteil 6B_653/2011 vom 30. Januar 2012 E. 3.3). Die Begriffe
der Würde und des Wohlergehens werden in Art. 3 lit. a und b TSchG definiert.
Die Würde des Tieres wird missachtet, wenn seine Belastung nicht durch
überwiegende Interessen gerechtfertigt werden kann. Eine Belastung liegt vor,
wenn dem Tier insbesondere Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden, es
in Angst versetzt oder erniedrigt wird, wenn tief greifend in sein
Erscheinungsbild oder seine Fähigkeiten eingegriffen oder es übermässig
instrumentalisiert wird (Art. 3 lit. a TSchG). Von einer Missachtung der Würde
ist auszugehen, wenn das Wohlergehen des Tieres beeinträchtigt ist, weil
Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst nicht vermieden werden (vgl. Art. 3 lit.
b Ziff. 4 TSchG). Die Leiden oder Schmerzen eines kranken Tieres brauchen nicht
besonders stark zu sein. Ob der Tatbestand der Vernachlässigung im Sinne von
Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG erfüllt ist, beurteilt sich bei der unterlassenen
Pflege eines kranken Tieres in erster Linie nach dem Krankheitsbild (Urteil
6B_653/2011 vom 30. Januar 2012 E. 3.3 mit Hinweis).

 Der Kreis derjenigen, die für das Wohlergehen eines Tieres zu sorgen haben,
ist unter Berücksichtigung von Art. 6 Abs. 1 TSchG weit auszulegen und
erstreckt sich nicht nur auf den Halter, sondern auch auf den Betreuer. Der
Begriff des Betreuers bildet einen Auffangtatbestand für jene Fälle, in denen
eine Person zwar nicht Halter ist, aber dennoch eine solche tatsächliche
Einwirkungsmöglichkeit auf das Tier hat, so dass ihr zwangsläufig die
Funktionen für die angemessene Sorge des Tieres nach Art. 6 Abs. 1 TSchG
zukommen (Urteil 6B_660/2010 vom 8. Februar 2011 E.1.2.2 und E. 1.2.3 mit
Hinweisen).

2.3.

2.3.1. Gegen die Schuldsprüche wegen mangelhafter Klauenpflege und unkorrekten
Führens einer Tierverkehrsdatenbank wendet der Beschwerdeführer ein, er habe
die entsprechenden Vorschriften nicht vorsätzlich missachtet.

 Klauenprobleme kämen in der Landwirtschaft nicht selten vor, und auch bei
regelmässiger Pflege könnten Klauenleiden auftreten. Dass nur gerade sechs von
über hundert Tieren bei der Kontrolle zu lange Klauen aufgewiesen hätten zeige,
dass er die Klauenpflege pflichtbewusst betreibe. Zum Zeitpunkt der Kontrolle
sei er gerade im Begriff gewesen, die Klauenpflege durchzuführen und habe
lediglich noch nicht alle Tiere behandeln können. Dass er auch als Viehhändler
tätig sei und sich sein Tierbestand somit immer wieder ändere, erschwere die
Klauenpflege, da ein immer gleicher Turnus nicht möglich sei. Grundsätzlich
lasse er die Klauenpflege zweimal jährlich vornehmen, wie dies von Fachleuten
empfohlen sei. Ausserdem bereiteten zu lange Klauen einem Tier erst dann
Schmerzen, wenn Folgebeschwerden aufträten, was vorliegend nicht der Fall sei.
Schliesslich habe es sich auch nicht um ein Dauerproblem gehandelt, da bei den
drei Kontrollen immer andere Tiere betroffen gewesen seien (Beschwerde, Rn. 14
ff., 40 und 43).

 Die Tierverkehrsdatenbank richtig zu führen, habe er sich immer bemüht.
Trotzdem könne es gelegentlich zu Rückständen oder Fehlern kommen. Diese seien
seiner mangelnden Erfahrung im Umgang mit Computern zuzuschreiben (Beschwerde,
Rn. 53).

2.3.2. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen
und Willen ausführt oder wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in
Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der
Täter die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt,
weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm
abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 mit Hinweis;
zur Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit: BGE 133
IV 9 E. 4.1 mit Hinweisen).

 Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht - soweit der Täter nicht
geständig ist - regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf
Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf
die innere Einstellung des Täters erlauben. Zu den äusseren Umständen, aus
denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter habe die
Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, zählen namentlich die Grösse des
dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der
Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser dieses Risiko ist und je schwerer die
Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter
habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 mit
Hinweisen). Der Richter darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen,
wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolges als so wahrscheinlich aufdrängte,
dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als
Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 mit
Hinweis).

 Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sog. innere Tatsachen,
die vor Bundesgericht nur im Rahmen von Art. 97 Abs. 1 BGG gerügt werden
können. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der
Schluss auf Eventualvorsatz begründet ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 mit Hinweis).

2.3.3. In Bezug auf die mangelhafte Klauenpflege erwägt die Vorinstanz
zusammengefasst, zwar möge eine zweimalige Klauenpflege pro Jahr grundsätzlich
genügen. Unter Umständen könne aber eine häufigere Pflege angezeigt sein (so
zum Beispiel bei einem regelmässig wechselnden Tierbestand oder weicher
Bodenbeschaffenheit). Dass bei einem Bestand von hundert Tieren lediglich sechs
betroffen gewesen seien, entschuldige den Beschwerdeführer nicht, da dies die
Situation für das einzelne Tier nicht verbessere. Selbst wenn der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Kontrolle vom 5. Mai 2010 gerade im Begriff
gewesen sei, die Klauenpflege vorzunehmen, ändere dies nichts daran, dass sie
bei den fraglichen Tieren bereits zu spät erfolgte. Da zu lange Klauen nicht
von heute auf morgen entstünden, das durchschnittliche Klauenwachstum bei
Rindern vielmehr nur gerade fünf bis sieben Millimeter monatlich betrage, habe
der Zustand aufgrund der viel zu langen Klauen schon eine Weile andauern müssen
und hätten diese einem aufmerksamen Tierhalter bei gelegentlichen Kontrollen
nicht entgehen können. Daher sei von einem vorsätzlichen Handeln auszugehen
(Urteil, S. 11 ff.). Die Fotodokumentation betreffend die Nachkontrolle vom 15.
Juni 2010 belege die mangelhafte Klauenpflege noch deutlicher als bei der
ersten Kontrolle. Im Übrigen könne auf die vorangehenden Erwägungen verwiesen
werden (Urteil, S. 36). Dasselbe gelte bezüglich der Situation, die beim
Augenschein vom 23. Februar 2011 angetroffen worden sei (Urteil, S. 39).

 Bezüglich des mangelhaften Führens einer Tierverkehrsdatenbank führt die
Vorinstanz aus, anlässlich der Kontrolle vom 5. Mai 2010 seien auf dem Betrieb
des Beschwerdeführer 147 Tiere gezählt worden, aber nur 116 registriert
gewesen. 50 Tiere, die auf ihn registriert gewesen seien, hätten sich nicht auf
dem Hof befunden, während 64 Tiere, die sich auf dem Betrieb aufgehalten
hätten, nicht auf diesen registriert gewesen seien. Im Juli 2010 sei eine
weitere Abweichung festgestellt worden, indem zwei Tiere, die gemäss
Tierverkehrsdatenbank Eigentum des Beschwerdeführers waren, an einem anderen
Ort vorgefunden worden seien und nach Abklärungen einem anderen Eigentümer
hätten zugeordnet werden können. Schliesslich seien auch am 23. Februar 2011
verschiedene Verstösse festgestellt, jedoch nicht mehr zur Anklage gebracht
worden. Angesichts des Ausmasses von falschen Einträgen könne nicht mehr von
bloss gelegentlich vorkommenden Unregelmässigkeiten gesprochen werden.
Ausserdem sei sich der Beschwerdeführer bewusst gewesen, dass er die Datenbank
wiederholt nicht ordnungsgemäss geführt habe, weshalb Vorsatz zu bejahen sei
(Urteil, S. 53 f.).

2.3.4. Dass die Vorinstanz unter den gegebenen Umständen von Vorsatz ausgeht,
ist in beiden Fällen nicht zu beanstanden.

 Aus dem Umstand, dass die Klauen der betroffenen Tiere mindestens teilweise
deutlich zu lang waren, darf geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer sich
schon während längerer Zeit nicht mehr um deren Klauenpflege gekümmert hatte
und einen Verstoss gegen die Tierschutzgesetzgebung damit mindestens in Kauf
nahm. Der Schuldspruch im Sinne von Art. 28 Abs. 1 TSchG i.V.m. Art. 5 Abs. 4
der Tierschutzverordnung vom 23. April 2008 (TSchV; SR 455.1) verletzt kein
Bundesrecht.

 Aufgrund der festgestellten Anzahl und Häufigkeit der Abweichungen bei der
Führung der Tierverkehrsdatenbank von der Realität sowie unter Berücksichtigung
der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer bekannt war, dass er die Datenbank
wiederholt nicht ordnungsgemäss führte, ist mindestens Eventualvorsatz zu
bejahen. Der Schuldspruch im Sinne von Art. 14 Abs. 1 des Tierseuchengesetzes
vom 1. Juli 1966 (TSG; SR 916.40) ist bundesrechtskonform.

2.4.

2.4.1. In Bezug auf die Schuldsprüche wegen der an Lungenentzündung erkrankten
Kälber führt der Beschwerdeführer aus (Beschwerde, Rn. 20 und 44),
Lungenentzündungen seien ein generelles Problem in der Kälbermast. Gestützt auf
die entsprechende Aussage seines Tierarztes habe die erste Instanz bezüglich
einer Vielzahl der erkrankten Tiere, die bei der Kontrolle vom 5. Mai 2010
angetroffen worden seien, auf Freispruch erkannt. Zu einem Schuldspruch sei sie
einzig wegen eines Kalbes gelangt, bei dem die Lungenentzündung so schwer
ausgeprägt gewesen sei, dass auf eine Vernachlässigung des Tieres und eine
Verletzung seiner Würde geschlossen werden müsse. Auch die Vorinstanz vertrete
die Auffassung, er habe seine eigenen wirtschaftlichen Interessen bzw. seine
Bequemlichkeit über das Wohlbefinden des Kalbes gestellt und dessen
lebensbedrohliche Erkrankung in Kauf genommen. Dieser Argumentation könne nicht
gefolgt werden, da er beim betroffenen Kalb keinen schlechteren
Gesundheitszustand als bei den übrigen Kälbern habe feststellen können.

 Vor dem Hintergrund der erwähnten Freisprüche sei sodann nicht
nachvollziehbar, dass die Vorinstanz in Bezug auf die beim Augenschein vom 23.
Februar 2011 angetroffenen Kälber mit Lungenentzündung pauschal annehme, alle
betroffenen Tiere hätten gelitten und seien in ihrer Würde verletzt worden.

2.4.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 14 ff.), bei der Kontrolle vom 5. Mai
2010 sei festgehalten worden, dass 20 bis 30 Kälber an Lungenentzündung
gelitten hätten und ein Kalb Anzeichen einer starken Lungenentzündung
aufgewiesen habe. Bezüglich der 20 bis 30 Kälber sei gemäss erstinstanzlichem
Gericht anhand der Anklage schwierig zu beurteilen, ob die Lungenentzündungen
im Bereich des - leider - Üblichen lägen oder ob sie durch schlechte Haltung
und Pflege der Tiere bedingt seien. Deshalb habe diesbezüglich in dubio pro reo
ein Freispruch zu erfolgen. In Bezug auf das schwer erkrankte Tier sei die
Situation indes anders zu beurteilen. Dieses sei offenbar nicht, zu spät oder
falsch behandelt worden. Der Beschwerdeführer mache zwar geltend, in solchen
Fällen jeweils ein Antibiotikum zu spritzen. Dass er dies auch beim schwer
erkrankten Kalb gemacht habe, behaupte er aber gerade nicht. Einen Tierarzt
habe er jedenfalls nicht beigezogen. Ebenso wenig habe er das Kalb von seinen
Artgenossen separiert, obschon ihm dies vom Tierarzt für solche Fälle nahe
gelegt worden sei. Dieses eine Kalb sei somit nicht angemessen gepflegt bzw.
behandelt worden. Dass es beeinträchtigt gewesen sei und gelitten habe, ergebe
sich daraus, dass es gemäss Kontrollbericht eine auffallend verstärkte Atmung
gehabt habe. Bei der Güterabwägung stünden dem Wohlbefinden des Kalbes nur die
wirtschaftlichen Interessen bzw. die Bequemlichkeit des Beschwerdeführers
gegenüber. Diese vermöchten die Inkaufnahme einer lebensbedrohlichen Erkrankung
eines Tieres in keinem Fall zu rechtfertigen. Der schlechte Gesundheitszustand
des Kalbes habe dem Beschwerdeführer bei der notwendigen Aufmerksamkeit nicht
verborgen bleiben können, weshalb ihm vorsätzliches Handeln vorzuwerfen sei.

 Beim Augenschein vom 23. Februar 2011 seien wiederum drei Kälber mit akuter
und zehn mit schleichender Lungenentzündung angetroffen worden. In diesem
Zusammenhang werde dem Beschwerdeführer vorgeworfen, diese Erkrankungen seien
Folge der mangelnden Pflege und Hygiene, der ungenügenden Kontrolle, des zu
geringen Personalbestands sowie einer ungenügenden Unterbringungen ohne
ausreichenden Schutz gegen Zugluft und Nässe. Trotz Kenntnis der Mängel
bezüglich Haltung, Unterbringung und Pflege habe der Beschwerdeführer nichts
zur Verbesserung unternommen. Dadurch habe er die Erkrankung der Tiere
sozusagen "systembedingt" in Kauf genommen. Dass die Tiere gelitten hätten, sei
nicht zweifelhaft (Urteil, S. 40 f.).

2.4.3. Gemäss der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung zu jenem Kalb, das
am 5. Mai 2010 mit starker Lungenentzündung angetroffen wurde, hätte der
Beschwerdeführer dessen schlechten Zustand bemerken und entsprechend die
Separation sowie eine ärztliche Behandlung in die Wege leiten müssen. Indem er
dies unterliess, vernachlässigte er das betroffene Tier. Dessen Würde hat er
missachtet, da sich die Vernachlässigung nicht durch überwiegende Interessen
rechtfertigen lässt, wie die Vorinstanz zutreffend feststellt. Der Schuldspruch
im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG erweist sich als bundesrechtskonform.

 In Bezug auf die Kälber, deren Erkrankung am 23. Februar 2011 festgestellt
wurde, hält die Vorinstanz in sachverhaltlicher Hinsicht fest, die Tiere seien
erkrankt wegen mangelnder Pflege und Hygiene, ungenügender Kontrolle, zu
geringem Personalbestand sowie ungenügender Unterbringung ohne ausreichenden
Schutz gegen Zugluft und Nässe. Damit ist eine Vernachlässigung von sämtlichen
kranken Kälbern zu bejahen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
stellt dies keinen Widerspruch dar zu den Freisprüchen im Zusammenhang mit den
Feststellungen vom 5. Mai 2010. Die damals bei 20 bis 30 Kälbern festgestellten
Lungenentzündungen konnten gemäss der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung
gerade nicht der schlechten Haltung und Pflege durch den Beschwerdeführer
zugeschrieben werden, während dies bei den Fällen vom 23. Februar 2011 nun der
Fall ist. Deshalb ist ein Schuldspruch im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG
in Bezug auf alle betroffenen Kälber ohne weiteres nachvollziehbar und
bundesrechtskonform.

2.5.

2.5.1. Im Zusammenhang mit der Verurteilung wegen mangelhafter Enthornung
wendet der Beschwerdeführer ein (Beschwerde, Rn. 23), es sei nicht
nachvollziehbar, weshalb eine eiternde Wunde im vorliegenden Fall grössere
Schmerzen als eine normale Wunde verursacht haben soll. Dies umso weniger, als
auch korrekt versorgte Wunden eitern könnten.

2.5.2. Die Vorinstanz verweist auf die aus ihrer Sicht nicht zu beanstandende
erstinstanzliche Begründung, wonach zwar hinsichtlich der lediglich blutenden
Wunde nicht erkennbar sei, ob diese über das normale Mass hinaus gehe, dies
jedoch nicht für die eiternde Wunde gelte. In diesem Fall sei klar ersichtlich
gewesen, dass das Tier der Pflege bedurft hätte. Da es diese nicht erhalten
habe, sei es grob vernachlässigt und in seiner Würde verletzt worden. Der
Beschwerdeführer wäre verpflichtet gewesen, die Wunden nach der Enthornung zu
kontrollieren und bei Bedarf zu behandeln.

 Ergänzend hält die Vorinstanz fest, dass unter Umständen wirtschaftliche
Gründe zu rechtfertigen vermöchten, wenn beim Eingriff auf eine Betäubung und
die Abgabe von Schmerzmitteln verzichtet werde. Dies bedeute allerdings nicht,
dass bei einem schlechten Verlauf, wenn sich beispielsweise Eiter bilde und der
Zustand der Tiere nicht gut sei, keine medizinische Behandlung zu erfolgen
habe. Dass es nach der Enthornung bei zwei Tieren zu einer Entzündung kam und
die Wunden deshalb eiterten, spreche dafür, dass die Wundversorgung mangelhaft
gewesen sei. Eine Nachkontrolle durch den Tierarzt sei nicht erfolgt. Vor
diesem Hintergrund erscheine die Feststellung des Kantonstierarztes, die Tiere
hätten gelitten, absolut glaubhaft. Indem der Beschwerdeführer seiner
Verpflichtung, die Wunden nach der Enthornung regelmässig zu kontrollieren und
gegebenenfalls behandeln zu lassen, nicht nachgekommen sei, habe er mindestens
eventualvorsätzlich gehandelt und sich im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG
schuldig gemacht (Urteil, S. 21 ff.).

2.5.3. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist nicht zu beanstanden. Der Einwand
des Beschwerdeführers, dass auch korrekt versorgte Wunden eitern könnten, mag
zwar zutreffen, vermag ihn aber nicht zu entlasten. Die Vorinstanz hält
zutreffend fest, dass er verpflichtet gewesen wäre, die Wunden regelmässig zu
kontrollieren und nötigenfalls für medizinische Behandlung zu sorgen. Indem er
dies unterliess, hat er den betroffenen Tieren Leid zugefügt und ihre Würde
verletzt.

2.6.

2.6.1. In Bezug auf den Schuldspruch wegen des Kuhtrainers mit unbewilligtem
Elektrogerät bringt der Beschwerdeführer vor (Beschwerde, Rn. 26 f.), das
Elektrogerät sei nie beanstandet worden und habe nie Probleme verursacht. Er
habe darauf vertrauen dürfen, dass der IP-Kontrolleur nie etwas daran
auszusetzen gehabt habe. Auch habe er nicht fahrlässig gehandelt, indem er sich
nicht beim Veterinäramt, beim Landwirtschaftsamt oder bei einer
Fachorganisation erkundigt habe.

2.6.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 25 f.), der Beschwerdeführer habe im
neuen Stall einen Kuhtrainer mit einem unbewilligten Elektrogerät (Zaungerät
mit einer viel zu hohen Schlagstärke) betrieben. Wenn er geltend mache, der
IP-Kontrolleur habe das fragliche Gerät bei seinen Kontrollen nie beanstandet,
könne er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es sei ohne Weiteres
möglich, dass das Gerät übersehen worden sei. Die Verwendung dieses Geräts sei
nicht zulässig gewesen, was der Beschwerdeführer hätte wissen oder anhand einer
Nachfrage beim Veterinäramt oder dergleichen in Erfahrung bringen müssen. Er
habe folglich zumindest fahrlässig gehandelt, weshalb er im Sinne von Art. 28
Abs. 1 lit. a und Abs. 2 TSchG i.V.m. Art. 35 TSchV schuldig zu sprechen sei.

2.6.3. Gemäss Art. 35 Abs. 4 lit. c TSchV dürfen nur für Elektrobügel geeignete
und nach Artikel 7 Absatz 2 TSchG bewilligte Netzgeräte verwendet werden. Die
Rechtslage ist damit klar und hätte dem Beschwerdeführer bekannt sein müssen.
Dass er offenbar keinerlei Abklärungen betreffend die Zulässigkeit des von ihm
verwendeten Elektrogeräts getroffen hat, wirft ihm die Vorinstanz zu Recht als
Sorgfaltspflichtverletzung vor. Aus dem Umstand, dass der IP-Kontrolleur
angeblich nie etwas gegen das Gerät eingewendet habe, ergibt sich nichts zu
Gunsten des Beschwerdeführers. Zum einen hält die Vorinstanz zutreffend fest,
es sei nicht erwiesen, dass der Kontrolleur das besagte Gerät überhaupt je
gesehen habe. Zum andern würde dies den Beschwerdeführer ohnehin nicht von der
Pflicht entbinden, sich selbst aktiv um eine Bewilligung der verwendeten Geräte
zu bemühen und entsprechende Abklärungen zu treffen. Der Schuldspruch wegen
fahrlässiger Übertretung des Tierschutzgesetzes ist bundesrechtskonform.

2.7.

2.7.1. Hinsichtlich des Vorwurfs, er habe Tiere auf nasser Einstreu und stark
verschmutzt gehalten, beanstandet der Beschwerdeführer (Beschwerde, Rn. 30),
die Tierschutzverordnung lasse einen grossen Beurteilungsspielraum offen und
eine nicht frisch eingestreute Bucht stelle noch keinen Mangel dar, der das
Befinden der Tiere beeinträchtige.

2.7.2. Die Vorinstanz hält fest (Urteil, S. 26 ff.), gemäss Kontrollbericht
seien in drei Buchten die Einstreu nass und die Tiere verschmutzt bis stark
verschmutzt gewesen. Dies zeigten auch die Fotos in den Akten. Diesen sei
eindeutig zu entnehmen, dass der fragliche Zustand seit längerer Zeit gedauert
habe und nicht allein das morgendliche Ausmisten noch nicht durchgeführt worden
sei. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers beeinträchtige eine
verdreckte Box das Befinden der Tiere sehr wohl. Der angeklagte Sachverhalt sei
damit erstellt. Gegen diese offensichtlichen Missstände habe der
Beschwerdeführer nichts unternommen, weshalb Vorsatz vorliege und er im Sinne
von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 und 3, Art. 5 Abs. 2 und
Art. 34 Abs. 1 TSchV schuldig zu sprechen sei.

2.7.3. Entgegen seiner Ansicht wird dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen, er
habe die betreffenden Buchten lediglich noch nicht frisch eingestreut gehabt.
Im Gegenteil hält die Vorinstanz ausdrücklich fest, der beanstandete Zustand
müsse bereits länger angedauert haben, und die starke Verschmutzung habe die
Tiere in ihrem Befinden beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor,
was diese Sachverhaltsfeststellung willkürlich erscheinen liesse (vgl. auch
vorne E. 1.1). Aus dem Umstand, dass er diese offensichtlichen Missstände
während längerer Zeit nicht beseitigte, schliesst die Vorinstanz zu Recht auf
ein (mindestens eventual-) vorsätzliches Handeln. Der Schuldspruch ist
bundesrechtskonform.

2.8.

2.8.1. Gegen die Verurteilung wegen des verschmutzen und mangelhaften
Hühnerstalls wendet der Beschwerdeführer ein (Beschwerde, Rn. 36, 42 und 50),
die beanstandeten Mängel genügten nicht für eine Verurteilung.

2.8.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 31 f.), anlässlich der Kontrolle vom
5. Mai 2010 sei der Hühnerstall stark verschmutzt gewesen und Sitzstangen,
Wasser sowie zwei Legenester hätten gefehlt. Wenn der Beschwerdeführer geltend
mache, dass er den Hühnerstall inzwischen saniert habe und regelmässig
ausmiste, ändere dies nichts daran, dass er zuvor die einschlägigen
Vorschriften nicht eingehalten habe. Aufgrund der festgestellten Missstände
habe er sich im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 und
3, Art. 4 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 und Art. 66 TSchV schuldig gemacht.

2.8.3. Die Tierschutzverordnung legt in den erwähnten Bestimmungen fest, dass
Hühner nicht nur ausreichend mit Futter und Wasser zu versorgen sind, sondern
ihnen auch geeignete Nester und erhöhte Sitzgelegenheiten auf verschiedenen
Höhen zur Verfügung stehen müssen. Indem in seinem Hühnerstall zwei Legenester
und Sitzstangen fehlten sowie kein Wasser vorhanden war, verstiess der
Beschwerdeführer gegen diese Vorschriften. Weil er es unterliess, das Befinden
der Tiere und den Zustand der Einrichtungen so oft wie nötig zu überprüfen
sowie allfällige Mängel oder Beeinträchtigungen unverzüglich zu beheben (vgl.
Art. 5 Abs. 1 TSchV), handelte er mindestens eventualvorsätzlich. Weshalb die
beanstandeten Mängel für eine Verurteilung nicht genügen sollen, begründet der
Beschwerdeführer nicht näher und ist nicht ersichtlich. Der vorinstanzliche
Schuldspruch erfolgte zu Recht.

2.9.

2.9.1. In Bezug auf die Verurteilung wegen des zu kleinen Kaninchenstalls ohne
Rückzugsmöglichkeiten bringt der Beschwerdeführer ebenfalls vor (Beschwerde,
Rn. 37), die beanstandeten Mängel reichten für eine Verurteilung nicht aus.
Ausserdem seien seine Kinder Eigentümer der Kaninchen und als solche für diese
verantwortlich. Kindern im Alter von fünfzehn und siebzehn Jahren könne
entgegen der vorinstanzlichen Auffassung sehr wohl die Verantwortung für
Kaninchen zugemutet werden.

2.9.2. Die Vorinstanz führt aus (Urteil, S. 33 f.), dem Beschwerdeführer werde
angelastet, dass die Kaninchenställe für die Gewichtsklasse der dort lebenden
Tiere zu klein gewesen seien und zudem jede Rückzugsmöglichkeit gefehlt habe.
Sein Argument, die Kaninchen gehörten seinen Kindern, entlaste ihn nicht von
seiner Verantwortung. Seine beiden Söhne seien im Zeitpunkt der Kontrolle rund
fünfzehn und siebzehn Jahre alt gewesen. Jugendlichen in diesem Alter könne
zwar - unter Aufsicht der Eltern - die eigentliche Betreuung von Kaninchen wie
Füttern, Misten etc. überantwortet werden. Wie die Tiere auf dem Hof des
Beschwerdeführers untergebracht würden, falle aber in dessen Verantwortung. Als
Betriebsinhaber und Viehhändler müsse er die Vorschriften betreffend
Tierhaltung kennen. Da er die massgebenden Bestimmungen nicht eingehalten habe,
sei er im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 65 Abs. 1 TSchV sowie
Anhang 1 Tabelle 8 TSchV schuldig zu sprechen.

2.9.3. Der Einwand des Beschwerdeführers, seine Kinder seien Eigentümer der
Kaninchen und damit für deren Betreuung verantwortlich, entbindet ihn nicht von
seiner eigenen Verantwortung. Aufgrund des Umstands, dass er im selben Haushalt
lebt und somit eine tatsächliche Einwirkungsmöglichkeit auf die Tiere und ihre
Unterbringung hat, obliegen ihm als Betreuer ebenfalls die Pflichten gemäss
Art. 6 Abs. 1 TSchG (vgl. vorne E. 2.2). Weshalb die beanstandeten Mängel für
eine Verurteilung nicht ausreichen sollten, ist auch hier weder ersichtlich
noch dargetan. Der entsprechende Schuldspruch erweist sich als
bundesrechtskonform.

2.10.

2.10.1. Gegen den Schuldspruch wegen fehlenden Auslaufs und Auslaufjournals für
Rindvieh wendet der Beschwerdeführer ein (Beschwerde, Rn. 38), er habe sehr
wohl ein Auslaufjournal geführt, und die Behauptung der Vorinstanz, dieses sei
nicht nachvollziehbar, genüge für eine Verurteilung nicht.

2.10.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 34 f.), dem Kantonstierarzt zufolge
sei kein nachvollziehbares Auslaufjournal für das Rindvieh vorhanden gewesen.
In den Akten finde sich zwar keine Kopie dieses Journals, doch sei davon
auszugehen, dass der Kantonstierarzt kompetent sei, dessen Qualität zu
beurteilen. Es sei deshalb darauf abzustellen, dass lediglich ein
Auslaufjournal vorgelegen habe, das keine zuverlässigen Schlüsse in Bezug auf
den gewährten Auslauf zugelassen habe. Art. 40 Abs. 1 TSchV wolle
sicherstellen, dass der Auslauf beim angebundenen Rindvieh nachvollzogen werden
könne. Ob ein Auslaufjournal komplett fehle, oder ob es in nicht
nachvollziehbarer Weise geführt werde, laufe deshalb auf dasselbe hinaus.
Infolgedessen sei der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a
i.V.m. Art. 40 Abs. 1 TSchV schuldig zu sprechen.

2.10.3. Die Überlegungen der Vorinstanz sind zutreffend. Ob nun überhaupt kein
Auslaufjournal geführt wird oder lediglich ein nicht nachvollziehbares hat
beides zur Folge, dass eine Kontrolle des dem Vieh gewährten Auslaufs
verunmöglicht und der von Art. 40 Abs. 1 TSchV angestrebte Zweck nicht erfüllt
wird. Der Schuldspruch erweist sich als bundesrechtskonform.

2.11.

2.11.1. Gegen die Schuldsprüche wegen der ungeschlossenen Öffnung der
Jauchegrube und den scharfkantigen Ränder von Wasserbehältern wendet der
Beschwerdeführer ein (Beschwerde, Rn. 47 und 49), die Tierschutzverordnung
verlange nur, dass die Verletzungsgefahr für Tiere gering zu halten sei. Eine
gewisse Gefahr werde toleriert. Sowohl die offene Jauchegrube als auch die
nicht idealen Ränder der Wasserbehälter hätten höchstens eine solche geringe
Gefahr für die Tiere dargestellt, weshalb sich der betreffende Schuldspruch
nicht rechtfertige.

2.11.2. Die Vorinstanz erwägt (Urteil, S. 45 f.), eine Bodenöffnung von 30 x 40
cm stelle keine lediglich geringe, sondern im Gegenteil eine erhebliche
Verletzungsgefahr für die Tiere dar. Wenn ein Tier hineintrete, könne es in
Panik geraten und sich massiv verletzen. Dass die Öffnung bei früheren
Kontrollen nicht beanstandet worden sei, könne nicht zugunsten des
Beschwerdeführers ausgelegt werden, insbesondere zumal sie möglicherweise -
eventuell verdeckt durch Mist oder Einstreu - jeweils nicht wahrgenommen worden
sei. Der Beschwerdeführer sei deshalb schuldig im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit.
a TSchG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 1 lit. a TSchV.

 In Bezug auf die scharfkantigen Ränder von Wasserbehältern führt die
Vorinstanz aus (Urteil, S. 48 f.), der Beschwerdeführer habe abgeschnittene
Blechfässer als Trinkbehälter verwendet. Den Bildern in den Akten sei zu
entnehmen, dass die Behälter stark verrostet gewesen seien. Der Kantonstierarzt
habe anlässlich der Kontrolle ausserdem festgestellt, dass die Trinkgefässe
scharfe Kanten gehabt hätten. Aufgrund des Bewegungsdrangs von eingestallten
Tiere sowie der naheliegenden Möglichkeit, dass die Tiere ihren Kratztrieb an
Objekten in ihrer Reichweite befriedigen oder diese ablecken, sei insgesamt
nicht von einer lediglich geringen Gefahr für die Tiere auszugehen. Dies sei
für den Beschwerdeführer leicht erkennbar gewesen. Da er die Trinkbehälter
trotzdem verwendet habe, sei mindestens von Eventualvorsatz auszugehen und der
Beschwerdeführer schuldig im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art.
7 Abs. 1 lit. a TSchV.

2.11.3. Die Ausführungen der Vorinstanz sind zutreffend, darauf kann verwiesen
werden. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern ihre Überlegungen nicht
stichhaltig sein sollen. Seine eigene Ansicht, sowohl die offene Jauchegrube
als auch die scharfkantigen Trinkbehälter stellten lediglich eine geringe
Gefahr für die Tiere dar, begründet er nicht weiter. Die vorinstanzlichen
Schuldsprüche sind nicht zu beanstanden.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Strafzumessung (Beschwerde, S.
19 f.).

3.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung wiederholt
dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit
Hinweisen). Das Sachgericht verfügt auf dem Gebiet der Strafzumessung über
einen Ermessensspielraum. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn die Vorinstanz
den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von
rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche
Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. durch Überschreitung oder Missbrauch
ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6; 135 IV 130 E.
5.3.1; 134 IV 17 E. 2.1; je mit Hinweisen).

3.3. Die Vorinstanz gibt zunächst die erstinstanzlichen Ausführungen zur
Strafzumessung wieder (vgl. Urteil, S. 60 ff.). Anschliessend erwägt sie
(Urteil, S. 64 f), die erste Instanz habe bei der Strafzumessung sämtliche
gesetzlichen Vorgaben sowie die bundesgerichtliche Praxis berücksichtigt und
die einzelnen Schritte der Strafzumessung lege artis vorgenommen. Auf die
insgesamt schlüssigen Darlegungen könne deshalb verwiesen werden.

3.4. Der Beschwerdeführer legt nicht dar und es ist nicht ersichtlich,
inwiefern die Vorinstanz bzw. die erste Instanz von rechtlich nicht
massgebenden Kriterien ausgegangen seien oder entscheidende Aspekte nicht
berücksichtigt haben sollen. Die Argumentation des Beschwerdeführers basiert
auf seiner Überzeugung, er habe sich gar nicht strafbar gemacht. Darauf ist
nicht weiter einzugehen, nachdem bereits aufgezeigt wurde, dass die
vorinstanzlichen Schuldsprüche bundesrechtskonform erfolgten (vgl. vorne E. 2).

4. 
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die
Kosten für das bundesgerichtliche Verfahren sind dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Kosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht Appenzell Ausserrhoden, 1.
Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. August 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Siegenthaler

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