Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.484/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_484/2015

Urteil vom 7. September 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Jametti, als Einzelrichterin,
Gerichtsschreiber Moses.

Verfahrensbeteiligte
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

X._______,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Bedingter Strafvollzug,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 17. März 2015.

Erwägungen:

1. 
Auf Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 8. November 2013
bestrafte das Obergericht des Kantons Zürich am 17. März 2015 X.________ mit
einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten wegen Hausfriedensbruchs und
Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Das Obergericht rechnete dieser
Freiheitsstrafe 210 Tage Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug an.
Das Obergericht hob ebenfalls eine am 24. November 2011 vom Bezirksgericht
Zürich angeordnete ambulante Massnahme auf und ordnete den Vollzug der damals
zugunsten der erwähnten Massnahme aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 20 Monaten
an. Zusätzlich zu den mit dem damaligen Urteil bereits angerechneten 373 Tagen
Untersuchungshaft hielt es fest, dass weitere 227 Tage durch vorzeitigen
Strafvollzug im vorliegenden Verfahren bereits erstanden sind. Das Obergericht
ordnete den bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer
Probezeit von 4 Jahren an.
Für die weiter erlittene Überhaft von insgesamt 36 Tagen gewährte das
Obergericht X.________ eine Entschädigung von Fr. 7'200.--.

2. 
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich führt Beschwerde in Strafsachen.
Sie rügt, die im Jahre 2011 zugunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschobene
Freiheitsstrafe von 20 Monaten sei zu vollziehen, zumal die Voraussetzungen für
die Gewährung des bedingten Vollzugs nicht erfüllt seien.

3.

3.1. Nach Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG ist zur Beschwerde in Strafsachen
berechtigt, wer an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides
ein rechtlich geschütztes Interesse hat. Der Beschwerdeführer muss ein
aktuelles praktisches Interesse an der Behandlung der Beschwerde haben. Mit
diesem Erfordernis soll sichergestellt werden, dass das Gericht konkrete und
nicht bloss theoretische Fragen entscheidet. Es dient damit der Prozessökonomie
(BGE 136 I 274 E. 1.3 mit Hinweisen). Auch die in Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG
beispielhaft aufgeführten Personen, die in der Regel beschwerdebefugt sind,
haben im Einzelfall ein Rechtsschutzinteresse nachzuweisen (BGE 133 IV 121 E.
1.1). Nach Art. 42 Abs. 2 BGG hat der Beschwerdeführer darzulegen, dass die
gesetzlichen Legitimationsvoraussetzungen erfüllt sind (BGE 141 IV 1 E. 1.1 mit
Hinweisen).

3.2. Die Freiheitsstrafe, deren Vollzug die Beschwerdeführerin beantragt, ist
bereits vollständig durch Untersuchungshaft bzw. vorzeitigen Strafvollzug
erstanden. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Freiheitsstrafe zu
vollziehen ist, wäre daher rein theoretischer Natur. Ein rechtlich geschütztes
Interesse der Beschwerdeführerin an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides
ist nicht erkennbar. Die Beschwerdeführerin legt auch in keiner Weise dar,
worin ein derartiges Interesse liegen sollte, weshalb die Begründung den
Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht genügt. Auf die Beschwerde ist nicht
einzutreten (Art. 108 BGG).

4. 
Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 66
Abs. 4 BGG). Dem Beschwerdegegner ist keine Parteientschädigung zuzusprechen,
da ihm im bundesgerichtlichen Verfahren keine Kosten entstanden sind.

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. 
Es werden keine Kosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. September 2015
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Einzelrichterin: Jametti

Der Gerichtsschreiber: Moses

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