Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.492/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_492/2015

Urteil vom 2. Dezember 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Bundesrichterin Jametti,
nebenamtliche Bundesrichterin Viscione,
Gerichtsschreiberin Andres.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Advokat Alain Joset,
Beschwerdeführerin,

gegen

1. Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4051 Basel,
2. A.________,
vertreten durch Advokat Dr. Peter Bohny,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Konfrontationsrecht; Anklagegrundsatz; mehrfache versuchte Nötigung;
Strafzumessung; Schadenersatz, Genugtuung,

Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt,
Ausschuss, vom 11. Februar 2015.

Sachverhalt:

A.
Das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt verurteilte X.________ am 18. Juni
2013 wegen versuchter Nötigung, Sachbeschädigung, Beschimpfung, Missbrauchs
einer Fernmeldeanlage, Hausfriedensbruchs, Ungehorsams gegen amtliche
Verfügungen, alles mehrfach begangen, sowie Tätlichkeiten und Diensterschwerung
zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten, einer bedingten Geldstrafe
von 20 Tagessätzen zu Fr. 10.-- sowie einer Busse von Fr. 800.--. Es
verpflichtete sie, A.________ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 8'538.25 sowie
eine Genugtuung von Fr. 4'000.--, beides zuzüglich Zins, zu bezahlen.
Dagegen erhob X.________ Berufung, beschränkt auf den Schuldspruch wegen
mehrfacher versuchter Nötigung, die Strafzumessung und den Zivilpunkt. Das
Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt bestätigte am 11. Februar 2015 das
erstinstanzliche Urteil.
Das Appellationsgericht erachtet zusammengefasst folgenden Sachverhalt als
erstellt:
X.________ und der verheiratete A.________ führten ab Frühjahr 2010 eine
Beziehung, die Letzterer im April 2012 beendete. Um A.________ zu einem letzten
Gespräch zu bewegen, schickte X.________ diesem zwischen August und November
2012 zahlreiche E-Mails und stellte Kopien davon seiner Ehefrau sowie weiteren
Personen aus seinem und ihrem Freundes- sowie Bekanntenkreis zu. Trotz der
unmissverständlichen Erklärung von A.________, nicht mit ihr sprechen zu
wollen, stellte sie diesem am 2. September 2012 während der Pause einer
Theateraufführung hartnäckig nach. Im Weiteren legte sie ihm im genannten
Zeitraum Postsendungen und Geschenke in seinen Briefkasten, welchen sie auch
verunstaltete. Den Eingangsbereich seines Wohnhauses versah sie mehrfach mit
Botschaften sowie Farbschmierereien und übersäte sein Wohnquartier mit
Flugblättern mit "Enthüllungen" über ihn. Auch verbreitete sie via ihren
Facebook-Account Botschaften über A.________. Ferner stellte sie sich ihm am
11. April 2013 im Schauspielhaus in den Weg, packte ihn am 1. Mai 2013 am Arm
sowie forderte ihn lautstark zu einem letzten Gespräch auf und passte ihn am 3.
Mai 2013 nachts im Hauseingang seines Wohnhauses ab.

B.
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, es sei das Urteil des
Appellationsgerichts aufzuheben und sie sei vom Vorwurf der mehrfachen
versuchten Nötigung freizusprechen. Es sei ihre Verurteilung zur Bezahlung von
Schadenersatz an A.________ in der Höhe von Fr. 8'538.25 sowie zu einer
Genugtuung in der Höhe von Fr. 4'000.-- aufzuheben. Eventualiter sei das Urteil
insofern aufzuheben, als sie bezüglich der ergänzenden Anklageschrift vom
Vorwurf der mehrfachen versuchten Nötigung freizusprechen sei. Sie ersucht um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung.

C.
Das Appellationsgericht und die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt
sowie A.________ beantragen die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, wobei
Letzterer zusätzlich um eine Parteientschädigung von Fr. 3'251.90 ersucht.
X.________ hält in ihrer Replik an ihrer Auffassung fest.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeführerin sieht in mehrfacher Hinsicht ihr Konfrontationsrecht und
damit ihren Anspruch auf ein faires Verfahren verletzt (Art. 29 Abs. 2 und Art.
32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. d EMRK). Sie habe die Befragung
des Beschwerdegegners nur akustisch in einem Nebenraum mitverfolgen können.
Dies stelle keine genügende Konfrontation dar, da sie mangels direkten
Interventionsmöglichkeiten die Einvernahme nicht habe mitgestalten können.
Einzig eine Videosimultanübertragung ermögliche eine effektive Ausübung des
Konfrontationsrechts. Zudem sei der Beschwerdegegner falsch belehrt worden,
indem er nicht auf seine Aussagepflicht hingewiesen worden sei. Schliesslich
habe die Gerichtspräsidentin mit dem Hinweis, der Beschwerdegegner müsse eine
Frage der Verteidigung nicht beantworten, das Fragerecht der Beschwerdeführerin
verfassungswidrig beschnitten.

1.1. Die Vorinstanz erachtet die anlässlich der erstinstanzlichen
Hauptverhandlung durchgeführte Konfrontation als bundesrechtskonform. Die
Beschwerdeführerin habe die Einvernahme des Beschwerdegegners in einem anderen
Raum durch Audioübertragung mitverfolgen können und anschliessend die
Möglichkeit gehabt, Ergänzungsfragen zu stellen. Hinsichtlich der fehlerhaften
Belehrung fehle es an einem Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin, da
der Beschwerdegegner aussagte. Die Frage, wie dieser die Beziehung zwischen ihm
und der Beschwerdeführerin bewerte, sei für die Beurteilung der
strafrechtlichen Vorwürfe irrelevant, weshalb der Hinweis der
Gerichtspräsidentin nicht zu beanstanden sei.

1.2.

1.2.1. Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c
StPO). Dazu zählt das Recht, Belastungszeugen zu befragen (Art. 147 Abs. 1
StPO; Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK). Von hier nicht zutreffenden Ausnahmen
abgesehen, in denen eine Konfrontation nicht möglich war, ist eine belastende
Zeugenaussage grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte den
Belastungszeugen wenigstens einmal während des Verfahrens in direkter
Konfrontation befragen konnte (BGE 133 I 33 E. 3.1; Urteil 6B_98/2014 vom 30.
September 2014 E. 3.2; je mit Hinweisen). Dem Anspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3
lit. d EMRK kommt grundsätzlich absoluter Charakter zu. Auf eine Konfrontation
des Beschuldigten mit dem Belastungszeugen oder auf dessen ergänzende Befragung
kann nur unter besonderen Umständen verzichtet werden (Urteile 6B_98/2014 vom
30. September 2014 E. 3.2; 6B_510/2013 vom 3. März 2014 E. 1.3.2; je mit
Hinweisen).
Art. 147 Abs. 1 StPO enthält den Grundsatz der Parteiöffentlichkeit von
Beweiserhebungen im Untersuchungs- sowie Hauptverfahren und bestimmt, dass die
Parteien das Recht haben, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft
sowie die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu
stellen. In Verletzung dieser Bestimmung erhobene Beweise dürfen nicht zulasten
der Partei verwendet werden, die nicht anwesend war. Mit "Partei" im Sinne
dieser Bestimmung ist nicht der Parteivertreter (z.B. der amtliche
Verteidiger), sondern die beschuldigte Person gemeint (Art. 104 Abs. 1 lit. a
StPO; Urteil 6B_98/2014 vom 30. September 2014 E. 3.5 mit Hinweis).

1.2.2. Das Konfrontationsrecht des Beschuldigten wird in gewissen
Konstellationen durch die Opferrechte eingeschränkt. Gemäss Art. 152 Abs. 3
StPO vermeiden die Strafbehörden eine Begegnung des Opfers mit der
beschuldigten Person, wenn das Opfer dies verlangt. Sie tragen in diesem Fall
dem Anspruch der beschuldigten Person auf rechtliches Gehör auf andere Weise
Rechnung. Insbesondere können sie das Opfer in Anwendung von Schutzmassnahmen
nach Art. 149 Abs. 2 lit. b und d StPO einvernehmen. Eine Gegenüberstellung
kann angeordnet werden, wenn der Anspruch der beschuldigten Person auf
rechtliches Gehör nicht auf andere Weise gewährleistet werden kann oder ein
überwiegendes Interesse der Strafverfolgung sie zwingend erfordert (Art. 152
Abs. 4 StPO).
Bei der Handhabung des Konfrontationsrechts sind die Interessen der
Verteidigung und diejenigen des Opfers gegeneinander abzuwägen. Es ist in jedem
Einzelfall zu prüfen, welche Vorgehensweisen und Ersatzmassnahmen infrage
kommen, um die Verteidigungsrechte des Beschuldigten so weit als möglich zu
gewährleisten und gleichzeitig den Interessen des Opfers gerecht zu werden.
Massnahmen zum Schutz von Opfern können z.B. darin bestehen, dass das Opfer nur
durch den Verteidiger, allenfalls durch Zwischenschaltung einer besonders
ausgebildeten Person, befragt wird oder indem die Einvernahme des Opfers
audiovisuell in einen anderen Raum übertragen wird, von wo aus der Beschuldigte
sie verfolgen und in unmittelbarem zeitlichen Konnex Fragen stellen kann. Muss
der Beschuldigte den Saal während der Einvernahme verlassen, können dessen
Verteidigungsrechte auch gewahrt sein, wenn sein Verteidiger während der
Befragung anwesend ist, Fragen stellen kann und diesem die Möglichkeit gegeben
wird, Unterbrechungen der Einvernahme zu verlangen, um seinen Mandaten zu
informieren und nach Wiederaufnahme des Verfahrens Ergänzungsfragen zu stellen.
Eine Videoübertragung ist in solchen Fällen nicht unter allen Umständen
zwingend (BGE 129 I 151 E. 5; vgl. zum Ganzen: Urteile 6B_681/2012 vom 12. März
2013 E. 2.3.2; 6B_207/2012 vom 17. Juli 2012 E. 3.3.3; je mit Hinweisen).

1.2.3. Gemäss Art. 116 Abs. 1 StPO gilt als Opfer die geschädigte Person, die
durch die Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität
unmittelbar beeinträchtigt worden ist. Die Nötigung gemäss Art. 181 StGB ist
ein Delikt gegen die Freiheit des Individuums. Eine solche Straftat kann
grundsätzlich die psychische Integrität des Betroffenen unmittelbar
beeinträchtigen. Zur Bejahung der Opferstellung genügt indessen nicht jede
geringfügige Beeinträchtigung, sondern ist eine Beeinträchtigung von einer
gewissen Schwere erforderlich (BGE 129 IV 216 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Ob diese
Voraussetzung erfüllt ist, bestimmt sich nach den konkreten Umständen des
Einzelfalles (BGE 120 Ia 157 E. 2d/aa mit Hinweisen; Urteil 6S.255/2006 vom 15.
November 2006 E. 2.1; vgl. auch: , in: Basler Kommentar, Schweizerische
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 11 zu Art. 116 StPO S. 836).Mazzucchelli
/Postizzi

1.3. Der Beschwerdegegner beantragte mit Schreiben vom 27. Mai 2013, bei seiner
Einvernahme nicht mit der Beschwerdeführerin konfrontiert zu werden und die
Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschliessen. Zur Begründung wies er
darauf hin, dass die angeklagten Taten der Beschwerdeführerin bei ihm zu
erheblichen gesundheitlichen Problemen geführt hätten (kantonale Akten, Band 2,
act. 194 f.). Gemäss Feststellungen der Vorinstanz musste sich der
Beschwerdegegner wegen der Handlungen der Beschwerdeführerin in
psychotherapeutische Behandlung begeben und war über längere Zeit
arbeitsunfähig. Auch sah er sich gezwungen, seinen Wohnort zu wechseln (Urteil
S. 17, 19; vgl. ferner: kantonale Akten, Band 2, act. 198, 269 ff.). Die der
Beschwerdeführerin vorgeworfene mehrfache versuchte Nötigung erreicht die für
die Annahme einer Opferstellung geforderte Intensität. Die Vermeidung der
direkten Konfrontation des Beschwerdegegners mit der Beschwerdeführerin
gestützt auf Art. 152 Abs. 3 StPO war gerechtfertigt. Entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin kommen die Schutzmassnahmen gemäss Art. 152 Abs. 3
i.V.m. Art. 149 Abs. 2 lit. b oder d StPO zur Anwendung, wenn das Opfer dies
verlangt, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 149 ff. StPO nicht erfüllt
sind (, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl.
2014, N. 19 zu Art. 152 StPO).Stefan Wehrenberg
Bei der Wahl der Vorkehren zum Schutz der Opfer verfügt das Gericht über ein
gewisses Ermessen (Urteil 6B_681/2012 vom 12. März 2013 E. 2.4). Die der
Beschwerdeführerin vorgeworfenen Handlungen zum Nachteil des Beschwerdegegners
wiegen nicht leicht. Die Beschwerdeführerin konnte der Einvernahme des
Beschwerdegegners in einem anderen Raum akustisch folgen, ihm über ihren
Verteidiger Ergänzungsfragen stellen und anschliessend an die Einvernahme zu
dessen Befragung Stellung nehmen. Sie hatte somit ausreichend Gelegenheit, die
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen infrage zu stellen. Inwiefern sie hierfür seine
Körpersprache während der Einvernahme persönlich hätte wahrnehmen müssen, legt
sie nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Das Recht der Beschwerdeführerin
auf Konfrontation mit dem Belastungszeugen wurde nicht verletzt. Die Rüge ist
unbegründet.

1.4. Es trifft zu, dass die Belehrung des Beschwerdegegners anlässlich der
erstinstanzlichen Verhandlung insofern falsch erfolgte, als ihm gesagt wurde,
er sei nicht zur Aussage verpflichtet (kantonale Akten, Band 5, act. 577; vgl.
Art. 178 lit. a i.V.m. Art. 180 Abs. 2 und Art. 168 ff. StPO). Der
Beschwerdegegner sagte indessen trotz falscher Belehrung aus. Es ist weder
ersichtlich noch dargetan, inwiefern die Beschwerdeführerin durch die falsche
Belehrung beschwert ist. Auf die Rüge ist nicht weiter einzugehen.

1.5. Der Beschwerdegegner wurde anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung
von der Gerichtspräsidentin darauf hingewiesen, dass er die Frage des
Verteidigers der Beschwerdeführerin, ob er dabei bleibe, dass es keine Liebe
und nicht einmal eine Affäre gewesen sei, nicht beantworten müsse (kantonale
Akten, Band 5, act. 582). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist nicht
ersichtlich, weshalb es sich bei dieser Frage nicht um eine Zeugenfrage handeln
soll und inwiefern dem Beschwerdegegner diesbezüglich ein
Zeugnisverweigerungsrecht zugestanden hätte (Urteil S. 6). Die
Beschwerdeführerin zeigt jedoch nicht auf, inwiefern sie durch die Weigerung
des Beschwerdegegners, diese Frage zu beantworten, beschwert ist; jedenfalls
konnte sie seine Glaubwürdigkeit bzw. die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen auf
andere Weise auf die Probe stellen. Insgesamt sind ihre Vorbringen nicht
geeignet, eine Verletzung ihrer verfassungsmässigen Rechte aufzuzeigen.

2.
Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. Aus der
Anklageschrift ergebe sich nicht, durch welche der beschriebenen Handlungen
konkret welche Tatbestände erfüllt sein sollten. Damit die Anklageschrift der
Informationsfunktion genügt, hätte die Staatsanwaltschaft die einschlägigen
Gesetzesbestimmungen genau bezeichnen und angeben müssen, welche
Tatbestandsvarianten erfüllt sein sollen.

2.1. Die Vorinstanz erwägt, in der Anklageschrift würden zunächst die
Straftatbestände aufgezählt, welche die Beschwerdeführerin nach Auffassung der
Staatsanwaltschaft mit den in der Folge geschilderten Handlungen erfüllt habe.
Anschliessend würden sowohl die der Beschwerdeführerin vorgeworfenen
Nötigungshandlungen als auch deren Ziel klar aufgeführt. Die Beschwerdeführerin
habe aufgrund dieser Schilderungen genau gewusst, welches Verhalten ihr
vorgeworfen werde. Dass dieses Verhalten von der Staatsanwaltschaft als
mehrfache versuchte Nötigung qualifiziert werde, ergebe sich aus dem Titel von
Ziffer 3 der Anklageschrift. Kein notwendiger Bestandteil der Anklageschrift
sei die Angabe, unter welche Nötigungsvariante die Staatsanwaltschaft dieses
Verhalten subsumiere, da die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts
Sache des Gerichts sei.

2.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des
Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und 325 StPO; Art. 29 Abs. 2
und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat
die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so
präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver
Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den
Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den
Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 140 IV 188 E. 1.3;
133 IV 235 E. 6.2 f.; je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person muss aus der
Anklageschrift ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine
zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschuldigte
Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr
Verhalten rechtlich qualifiziert wird, so dass sie sich in ihrer Verteidigung
richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an der
Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (vgl. BGE
103 Ia 6 E. 1b; Urteile 6B_1073/2014 vom 7. Mai 2015 E. 1.2; 6B_344/2011 vom
16. September 2011 E. 3; je mit Hinweisen). Die Anklageschrift ist nicht
Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgrenzung des Prozessgegenstandes
und der Information der beschuldigten Person, damit diese die Möglichkeit hat,
sich zu verteidigen (Urteile 6B_462/2014 vom 27. August 2015 E. 2.3.1; 6B_208/
2015 vom 24. August 2015 E. 6.3).
Art. 325 Abs. 1 StPO listet die Bestandteile der Anklageschrift abschliessend
auf (Urteil 6B_604/2012 vom 16. Januar 2014 E. 2.2.1 mit Hinweis). Diese
bezeichnet unter anderem möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten
Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und
Folgen der Tatausführung (lit. f) und die nach Auffassung der
Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren
Gesetzesbestimmungen (lit. g).

2.3. Die Anklageschrift vom 13. März 2013 genügt den gesetzlichen
Anforderungen. Darin werden einleitend die von der Staatsanwaltschaft als
erfüllt erachteten Straftatbestände und die entsprechenden Gesetzesbestimmungen
genannt. Dabei werden der Tatbestand der mehrfachen versuchten Nötigung und
Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB aufgeführt. In der Folge werden die der
Beschwerdeführerin vorgeworfenen Handlungen in sachlicher und örtlicher
Hinsicht detailliert umschrieben (kantonale Akten, Band 1, act. 9 ff.). Damit
werden der angeklagte Sachverhalt und die nach Auffassung der
Staatsanwaltschaft dadurch erfüllten gesetzlichen Bestimmungen in der
Anklageschrift präzise umschrieben, so dass es der Beschwerdeführerin möglich
war, ihre Verteidigung vorzubereiten. Sie wusste gestützt auf die Angaben in
der Anklageschrift genau, was ihr vorgeworfen wird. Inwiefern sie ihre
Verteidigungsrechte nicht hätte wahrnehmen können, ist nicht ersichtlich.
Hinsichtlich der rechtlichen Ausführungen genügt es, wenn der Gesetzesartikel
sowie die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft erfüllten Ziffern und Absätze in
der Anklageschrift angegeben werden. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin ist der Inhalt des Tatbestands ebenso wenig anzuführen wie
diesbezügliche rechtliche Ausführungen (, in: Basler Kommentar, Schweizerische
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 40 ff. zu Art. 325 StPO). Welche
Tatbestandsvariante der Nötigung durch den in der Anklageschrift umschriebenen
Sachverhalt erfüllt wird, ist eine Rechtsfrage. Das Gericht ist in der
rechtlichen Würdigung des Tatvorwurfs frei und nicht an jene durch die
Anklagebehörde gebunden (vgl. BGE 133 IV 235 E. 6.3; 126 I 19 E. 2a mit
Hinweisen). Die Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach die konkret zur
Anklage gebrachte Tatbestandsvariante angeführt werden müsse, ist daher
unzutreffend. Die Rüge der Verletzung des Anklagegrundsatzes erweist sich als
unbegründet.Heimgartner/Niggli

3.
Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen den Schuldspruch der mehrfachen
versuchten Nötigung. Die Vorinstanz habe sie unter Berufung auf BGE 129 IV 262
für jeden einzelnen Kontaktversuch mit dem Beschwerdegegner wegen versuchter
Nötigung verurteilt. Selbst wenn davon ausgegangen werde, dass gewisse
"Stalking"-Formen vom Anwendungsbereich von Art. 181 StGB erfasst sein könnten,
erreichten ihre einzelnen Handlungen isoliert betrachtet nicht die
erforderliche Intensität für eine Verurteilung wegen versuchter Nötigung im
Sinne von Art. 181 StGB. Dies gelte insbesondere hinsichtlich der ihr in der
ergänzenden Anklageschrift vom 29. Mai 2013 vorgeworfenen drei Vorfälle.

3.1. Die Vorinstanz erwägt, nachdem der Beschwerdegegner ihre Beziehung beendet
habe, habe die Beschwerdeführerin im Mai 2012 damit begonnen, ihn durch
unzählige unerwünschte E-Mails zu belästigen, ihm Postkarten, Briefe und Pakete
zu schicken und auch seine Ehefrau sowie zahlreiche Personen aus seinem
erweiterten Bekanntenkreis einschliesslich Arbeitgeber und Mitarbeitende per
E-Mail mit Informationen über ihn und sein "Doppelleben" einzudecken. Ausserdem
habe sie wohl im August 2012 begonnen, Informationen über ihn sowie private/
intime E-Mails von ihm auf Facebook zu stellen, wo diese für ihre rund 900
"Freunde" einsehbar gewesen seien. Am 25. August 2012 habe sie erstmals die
Wohngegend des Beschwerdegegners mit Dutzenden von kopierten und kommentierten
Klassenfotos übersät. Mit all diesen Handlungen habe sie das Ziel verfolgt, den
Beschwerdegegner zu einem "letzten Gespräch unter vier Augen" zu zwingen. Am 2.
September 2012 habe sie den Beschwerdegegner im Theater bis auf die Toilette
verfolgt und mehrfach versucht, ihn festzuhalten, um ihn zu einem Gespräch über
ihre Beziehung zu zwingen.
Staatsanwaltschaft und erste Instanz würden die Handlungen erst ab dem 6.
August 2012 als versuchte Nötigung qualifizieren. Zu dieser Zeit, über zwei
Monate nach Beginn des Stalking, hätten die Belästigungen bereits das Ausmass
eines eigentlichen Psychoterrors erreicht und das Leben des Beschwerdegegners
in allen Facetten massiv beeinträchtigt. Ab diesem Zeitpunkt sei somit jedem
weiteren Einzelakt - indem er den Effekt der bereits vorangegangenen Akte
verstärkt und den Druck auf den Beschwerdegegner erhöht habe - ein Gewicht
zugekommen, das in seinen Auswirkungen der Gewalt oder der Androhung
ernstlicher Nachteile gleichkomme. Soweit die Beschwerdeführerin die
Veröffentlichung privater und intimer Details ihrer Beziehung oder privater
E-Mails des Beschwerdegegners für den Fall, dass er sich weiterhin einem
Gespräch verweigern würde, erst angedroht habe, sei das Nötigungsmittel der
Androhung ernstlicher Nachteile erfüllt gewesen. Die Verwirklichung dieser
Drohung stelle zweifellos ein noch stärkeres Nötigungsmittel dar und erfülle
daher die Tatbestandsvariante der "anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit".
Dasselbe gelte für die direkten Belästigungen durch E-Mails, Briefe,
unerwünschte Geschenke etc., Schmierereien an den Briefkästen, die Annäherungen
und Konfrontationen am Wohnort des Beschwerdegegners und in der Öffentlichkeit,
namentlich auch für die Konfrontationen am 11. April 2013 sowie am 1. Mai 2013.
Angesichts der Vorgeschichte und deren Auswirkungen auf die Psyche des
Beschwerdegegners habe der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin ihm im
Theater in den Weg stellte, ausgereicht, um bei ihm eine "Retraumatisierung"
auszulösen und seine Handlungsfähigkeit im Sinne von Art. 181 StGB zu
beschränken. Jeder dieser Einzelakte sei zudem explizit oder implizit mit der
Drohung versehen gewesen, dass die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner erst
in Ruhe lasse, wenn er mit ihr spreche. Damit komme jedem in der Anklageschrift
umschriebenen Einzelakt nötigender Charakter zu, und verletze jeder die von
Art. 28 ZGB geschützte Persönlichkeitssphäre des Beschwerdegegners massiv.
Ausserdem seien diese Eingriffe in einem absoluten Missverhältnis zum Ziel der
Beschwerdeführerin gestanden. Da sich der Beschwerdegegner dem geforderten
Gespräch beharrlich verweigert habe, liege in allen Fällen bloss ein
Nötigungsversuch vor.

3.2.

3.2.1. Gemäss Art. 181 StGB wird wegen Nötigung bestraft, wer jemanden durch
Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung
seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden.
Schutzobjekt von Art. 181 StGB ist die Freiheit der Willensbildung und
Willensbetätigung des Einzelnen (BGE 134 IV 216 E. 4.4.3; 129 IV 6 E. 2.1, 262
E. 2.1). Diese ist strafrechtlich unabhängig von der Art der (legalen)
Tätigkeit geschützt, welche der Betroffene nach seinem frei gebildeten Willen
verrichten will (BGE 134 IV 216 E. 4.4.3). Der Tatbestand ist ein
Erfolgsdelikt; die Anwendung des Nötigungsmittels muss den Betroffenen in
seiner Handlungsfreiheit beeinträchtigen (Urteil 6B_819/2010 vom 3. Mai 2011 E.
5.1).
Um dem gesetzlichen und verfassungsmässigen Bestimmtheitsgebot ("nullum crimen
sine lege") gerecht zu werden, ist die Tatbestandsvariante der "anderen
Beschränkung der Handlungsfreiheit" in Art. 181 StGB restriktiv auszulegen.
Nicht jeder noch so geringfügige Druck auf die Entscheidungsfreiheit eines
andern führt zu einer Bestrafung nach Art. 181 StGB. Das Zwangsmittel der
"anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit" muss, um tatbestandsmässig zu
sein, das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung in ähnlicher Weise
eindeutig überschreiten, wie es für die im Gesetz ausdrücklich genannten
Zwangsmittel der Gewalt und der Androhung ernstlicher Nachteile gilt. Es muss
ihnen mithin eine den gesetzlich genannten Mitteln vergleichbare Zwangswirkung
zukommen (vgl. BGE 137 IV 326 E. 3.3.1; 134 IV 216 E. 4.1 mit Hinweisen). Es
führt somit nicht jeder noch so geringfügige Druck auf die
Entscheidungsfreiheit eines andern zu einer Bestrafung nach Art. 181 StGB (zum
Ganzen: BGE 129 IV 262 E. 2.1; 119 IV 301 E. 2a; je mit Hinweisen; Urteil
6B_819/2010 vom 3. Mai 2011 E. 5.3, insbesondere E. 5.4 mit verschiedenen
Beispielen aus der Rechtsprechung).
Eine Nötigung ist unrechtmässig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist
oder wenn das Mittel zum angestrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht
oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem
erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 137 IV 326 E.
3.3.1; 134 IV 216 E. 4.1; 129 IV 6 E. 3.4, 262 E. 2.1; 119 IV 301 E. 2b; je mit
Hinweisen).

3.2.2. Das in der Anklageschrift geschilderte und von der Beschwerdeführerin
nicht bestrittene Verhalten wird in der neueren kriminologischen Forschung als
sog. Stalking (zwanghaftes Verfolgen einer Person) bezeichnet. Der Begriff
wurde Ende der Achtzigerjahre in den USA eingeführt, um das immer häufiger
beobachtete Phänomen des zwanghaften Verfolgens und Belästigens einer Person zu
erfassen. Heute gelten als typische Merkmale des Stalking das Ausspionieren,
fortwährende Aufsuchen physischer Nähe (Verfolgen), Belästigen und Bedrohen
eines anderen Menschen, wobei das fragliche Verhalten mindestens zweimal
vorkommen und beim Opfer starke Furcht hervorrufen muss. Nach den bisherigen
Erkenntnissen kann das Stalking verschiedene Ursachen und Erscheinungsformen
aufweisen. Häufig bezweckt es Rache für empfundenes Unrecht, oder es wird damit
Nähe, Liebe und Zuneigung einer Person, nach einer Trennung auch Kontrolle und
Wiederaufnahme einer Beziehung gesucht. Das Stalking kann lange - nicht selten
über ein Jahr - andauern und bei den Opfern gravierende psychische
Beeinträchtigungen hervorrufen. Charakteristisch ist stets, dass viele
Einzelhandlungen erst durch ihre Wiederholung und Kombination zum Stalking
werden (BGE 129 IV 262 E. 2.3 mit Hinweisen; Urteil 6B_819/2010 vom 3. Mai 2011
E. 6.1).
In der Schweiz fehlt ein spezieller Straftatbestand des Stalking, der das
belästigende und bedrohende Verhalten in seiner Gesamtheit unter Strafe stellt
(vgl. hierzu, Die Strafbarkeit von Stalking in Deutschland - Vorbild für die
Schweiz?, recht 01/2011 S. 1 ff.). Ein Versuch, Stalking unter Strafe zu
stellen und das Strafgesetzbuch mit einem entsprechenden Artikel zu ergänzen,
ist im Ständerat gescheitert. Der Grund dafür liegt jedoch nicht darin, dass
Stalking nicht als strafwürdig befunden würde. Vielmehr waren Stände- und
Bundesrat - der Nationalrat hat die Motion angenommen - der Ansicht, dass die
beim Stalking typischen Verhaltensweise durch andere Straftatbestände
ausreichend abgedeckt sind (siehe AB 2010 S 869 f. und Antwort des Bundesrates
vom 19. November 2008 auf die Motion 08.3495 Stalking). Dazu zählen
beispielsweise Verletzung der Geheim- oder Privatsphäre (Art. 179 ff. StGB),
Missbrauch einer Fernmeldeanlage (Art. 179septies StGB), Drohung (Art. 180
StGB) und Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB). Auch ist das für Stalking typische
Verhalten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung unter gewissen
Voraussetzungen als Nötigung (Art. 181 StGB) zu qualifizieren (vgl. BGE 129 IV
262). Gestützt auf den seit 1. Juli 2007 in Kraft stehenden Art. 28b ZGB kann
die von der Nachstellung betroffene Person überdies beim Gericht u.a.
beantragen, der verletzenden Person - unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB
(Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen) - insbesondere zu verbieten, sich ihr
anzunähern, sich in einem bestimmten Umkreis ihrer Wohnung oder an bestimmten
Orten aufzuhalten oder mit ihr Kontakt aufzunehmen oder sie in anderer Weise zu
belästigen. Jörg Kinzig
Anders als beim Tatbestand des Stalking, wie ihn andere Rechtsordnungen kennen,
sind bei der Nötigung die einzelnen Tathandlungen und nicht das Gesamtverhalten
der beschuldigten Person zu beurteilen. Vorausgesetzt wird, dass eine einzelne
nötigende Handlung das Opfer zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen zwingt. Der
damit bezeichnete Erfolg muss als Resultat eines näher bestimmten nötigenden
Verhaltens feststehen. Die Berufung auf die Gesamtheit mehrerer Handlungen
genügt hiefür nicht. Jedoch sind die einzelnen Tathandlungen unter
Berücksichtigung der gesamten Umstände, namentlich der Vorgeschichte der
fraglichen Handlungen, zu würdigen. Kommt es während längerer Zeit zu einer
Vielzahl von Belästigungen, kumulieren sich deren Einwirkungen. Ist eine
gewisse Intensität erreicht, kann jede einzelne Handlung, die für sich alleine
den Anforderungen von Art. 181 StGB noch nicht genügen würde, geeignet sein,
die Handlungsfreiheit der betroffenen Person in dem Mass einzuschränken, dass
ihr eine mit Gewalt oder Drohung vergleichbare Zwangswirkung zukommt (vgl. BGE
129 IV 262 E. 2.4 f.).

3.3. Die vorinstanzliche Würdigung ist bundesrechtskonform.
Die Handlungen der Beschwerdeführerin bedeuteten für den Beschwerdegegner
zweifellos einen ernstlichen Nachteil, indem sie private sowie intime Details
ihrer Beziehung publik machte und ihre E-Mails nicht nur dem Beschwerdegegner,
sondern auch Personen aus dessen privaten und beruflichen Umfeld zukommen
liess. Dasselbe gilt hinsichtlich ihren übrigen Handlungen wie den
Facebook-Einträgen, den Sendungen und Geschenken, den Graffiti sowie des
Verteilens von Flugblättern. Diese in der Öffentlichkeit verbreiteten
Mitteilungen bedeuteten für den Beschwerdegegner eine massive Demütigung. Er
musste bei jeder Aktion der Beschwerdeführerin damit rechnen, dass nicht nur
er, sondern auch Dritte mit ihren Botschaften oder Sachbeschädigungen
(Verunstaltung der Briefkästen und des Eingangsbereichs des Mehrfamilienhauses
des Beschwerdegegners mit Farbschmierereien) behelligt würden. Die der
Beschwerdeführerin vorgeworfenen Handlungen gingen weit über eine blosse
Störung hinaus und waren für den Beschwerdegegner mit der Zeit derart
belastend, dass sich dieser gezwungen sah, beim Zivilgericht Basel-Stadt
vorsorglich ein Kontakt- und Annäherungsverbot zu erwirken, welches die
Beschwerdeführerin aber nicht von weiteren Belästigungen abhielt. Wie die
Vorinstanz zutreffend erwägt, nahmen die zahlreichen Handlungen der
Beschwerdeführerin mit der Zeit eine Intensität an, welche die
Handlungsfreiheit des Beschwerdegegners erheblich einschränkte und das
üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung in ähnlicher Weise überschritt,
wie es für die vom Gesetz ausdrücklich genannte Gewalt und die Androhung
ernstlicher Nachteile gilt. Intensität und Dauer der Belästigungen waren für
den Beschwerdegegner derart belastend, dass er als Folge krank bzw.
arbeitsunfähig wurde und sich sogar gezwungen sah, während einer gewissen Zeit
den Wohnort zu wechseln. Entgegen dem Eventualbegehren der Beschwerdeführerin
gilt dies auch für ihre Handlungen im Frühjahr 2013, die in der ergänzenden
Anklageschrift vom 29. Mai 2013 umschrieben sind. Obwohl es zuvor während
mehrerer Monate zu keinen Zwischenfällen gekommen war, schränkte jeder einzelne
der drei Vorfälle im Jahr 2013 die Handlungsfähigkeit des Beschwerdegegners
ein. Zu Recht berücksichtigt die Vorinstanz auch bei der Beurteilung dieser
Vorfälle die Vorgeschichte. Wie sie zutreffend erwägt, reichten die kurzen und
für Ausstehende zufällig sowie harmlos erscheinenden Begegnungen aufgrund der
früheren Ereignisse aus, um den Beschwerdegegner erneut zu traumatisieren.
Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Replik sinngemäss neu vorbringt, die
Vorinstanz habe bezüglich der drei Vorfälle im Jahr 2013 zu Unrecht ihren
Antrag auf Einvernahme von zwei Zeugen abgewiesen, ist darauf infolge
Verspätung nicht einzutreten (vgl. Art. 100 Abs. 1 BGG). Aufgrund der gesamten
Umstände schränkte jede der angeklagten Handlungen der Beschwerdeführerin die
Handlungsfreiheit des Beschwerdegegners im Sinne von Art. 181 StGB ein.
Die Vorinstanz bejaht auch zutreffend die Rechtswidrigkeit, da das Verhalten
der Beschwerdeführerin die Persönlichkeitssphäre des Beschwerdegegners
verletzte. Zudem verstiess die Beschwerdeführerin mit einigen ihrer Handlungen
gegen die Verfügung des Zivilgerichts Basel-Stadt vom 3. September 2012. Auch
stellten die Sachbeschädigungen ein unrechtmässiges Nötigungsmittel dar.
Schliesslich stand das zur Beschränkung der Handlungsfreiheit eingesetzte
Mittel in einem offensichtlichen Missverhältnis zum verfolgten Zweck.

4.
Die Beschwerdeführerin kritisiert die Strafzumessung.

4.1. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff.
StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (
BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; 134 IV 17 E. 2.1; je mit Hinweisen). Entsprechendes
gilt für die Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB
in Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; 132 IV 102 E. 8
f.; je mit Hinweisen; Urteil 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4 mit
Hinweis, nicht publ. in: BGE 137 IV 57). Darauf kann verwiesen werden.
Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen
Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde
hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen
Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht
massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser
Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens
falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 mit Hinweis).

4.2.

4.2.1. Soweit die Beschwerdeführerin rügt, die vorinstanzliche Strafzumessung
sei intransparent und im Ergebnis unverständlich, ist ihre Beschwerde
unbegründet. Die Vorinstanz folgt bei der Strafzumessung zwar nicht
vollumfänglich dem von der Rechtsprechung vorgezeichneten methodischen
Vorgehen. Gleichwohl ergibt sich aus ihrer Begründung nachvollziehbar, welche
Umstände sie berücksichtigt und wie sie diese gewichtet. Entgegen dem Einwand
der Beschwerdeführerin ist der Begründung der Vorinstanz zu entnehmen, dass
diese die versuchten Nötigungen als schwerstes Delikt zusammenfasst, hierfür
eine Einsatzstrafe von sieben Monaten als angezeigt erachtet und diese aufgrund
der Hausfriedensbrüche sowie Sachbeschädigungen auf acht Monate erhöht. Das
Bundesgericht hat ein solches Vorgehen in Ausnahmefällen, in denen sich die
einzelnen Tatkomplexe nicht wesentlich voneinander unterschieden und die
schwerste Tat nicht ohne Weiteres zu bestimmen war, nicht beanstandet (Urteile
6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4; 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 3.1;
6B_446/2011 vom 27. Juli 2012 E. 9.4; je mit Hinweisen).
Konkret geht die Vorinstanz hinsichtlich der mehrfach versuchten Nötigung - wie
auch der Hausfriedensbrüche und der Sachbeschädigungen - von einem schweren
objektiven Verschulden der Beschwerdeführerin aus. Den Umstand, dass die
Nötigungshandlungen nicht zum angestrebten Erfolg führten, gewichtet sie weder
strafmildernd noch strafmindernd. Dies ist nicht zu beanstanden. Sie zeigt
nachvollziehbar auf, dass die Beschwerdeführerin äusserst hartnäckig alles
unternahm, um doch noch zum Erfolg zu kommen, womit der Umstand, dass es
lediglich beim Versuch blieb, nicht jener zu verdanken ist. Ferner
berücksichtigt die Vorinstanz, dass die Folgen der Tat für den Beschwerdegegner
weit über jene hinausgehen, die ein Erfolg der Nötigungen gehabt hätte. Was die
Beschwerdeführerin hiergegen vorbringt, überzeugt nicht. Überdies setzt sie
sich weder mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander noch begründet sie,
weshalb das verwirklichte strafrechtliche Unrecht aufgrund des fehlenden
Erfolgs strafmindernd zu gewichten sei.
Unbegründet ist auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dem
vorinstanzlichen Urteil lasse sich nicht entnehmen, inwiefern bzw. in welchem
Ausmass die Strafe aufgrund ihrer verminderten Schuldfähigkeit tiefer ausfalle.
Zwar trifft zu, dass die Vorinstanz das Gesamtverschulden entgegen der Vorgaben
der Rechtsprechung (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.7) nicht ausdrücklich benennt.
Jedoch hält sie explizit fest, dass sie die leicht verminderte Schuldfähigkeit
der Beschwerdeführerin für die bis November 2012 begangenen Delikte geringfügig
strafmindernd berücksichtigt. Ebenso trägt sie dem Umstand Rechnung, dass die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Taten unter einem starken Leidensdruck
stand und sich auch selbst erheblich schadete. Zwar zeigt sie nicht auf, in
welchem Umfang ("leicht", "stark" etc.) sie dieses Kriterium gewichtet (vgl.
Urteile 6B_45/2014 vom 24. April 2015 E. 1.4.1; 6B_417/2012 vom 14. Januar 2013
E. 4.3 mit Hinweisen), jedoch ergibt sich aus den gesamten Umständen (schweres
objektives Verschulden, geringfügige Strafminderung für die verminderte
Schuldfähigkeit, Einsatzstrafe für die versuchten Nötigungen von sieben
Monaten), dass sie die Strafe aufgrund des Leidensdrucks der Beschwerdeführerin
in zumindest mittlerem Ausmasse minderte. Dies ist nicht zu beanstanden.

4.2.2. Mit der Rüge, die Ausfällung einer Freiheitsstrafe sei übertrieben hart,
willkürlich und unverhältnismässig, die Vorinstanz hätte auf eine Geldstrafe
erkennen müssen, dringt die Beschwerdeführerin nicht durch. Die Vorinstanz hält
fest, für die mehrfache versuchte Nötigung, den mehrfachen Hausfriedensbruch
und die mehrfache Sachbeschädigung sei mit Blick auf die Zweckmässigkeit der
Strafe und aus präventiven Gründen als Sanktionsart eine Freiheitsstrafe zu
wählen. Im Bereich von sechs Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz
Freiheitsstrafen oder Geldstrafen vor (vgl. Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 StGB).
Zwar stellt die Geldstrafe die Hauptsanktion dar (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV
82 E. 4.1; je mit Hinweisen). Sie ist jedoch nicht die allein mögliche Strafe.
Wichtiges Kriterium für die Wahl der Strafart ist die Zweckmässigkeit einer
bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld
sowie ihre präventive Effizienz (BGE 134 IV 82 E. 4.1, 97 E. 4.2; je mit
Hinweisen). Bei der Wahl der Strafart steht dem Gericht ein weiter Spielraum
des Ermessens zu (BGE 120 IV 67 E. 2b).
Die Vorinstanz begründet die Freiheitsstrafe in erster Linie mit dem Umstand,
dass die Beschwerdeführerin nach Erlass des gerichtlichen Annäherungs- und
Kontaktverbots gesagt habe, Geld mache ihr weder Eindruck noch Angst. Eine
drohende Busse werde sie sicher nicht davon abhalten, den Beschwerdegegner
weiterhin anzusprechen. Demgegenüber habe sie sich von der Untersuchungshaft
stark betroffen gezeigt. Diesbezüglich ist entgegen dem Einwand der
Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz sich hierbei auf
eine E-Mail der Beschwerdeführerin aus dem Jahr 2012 stützt. Fehl geht auch die
Rüge, die Vorinstanz begründe die gewählte Sanktion einzig mit dieser E-Mail.
Die Vorinstanz erwägt zusätzlich, aus dem psychiatrischen Gutachten ergebe
sich, dass die Beschwerdeführerin kaum Hemmungen habe, Gesetze zu übertreten
oder ein Kontaktverbot zu missachten. Dies hänge gemäss Gutachten
wahrscheinlich damit zusammen, dass sie nach eigenen Worten durch staatliche
Autorität immer schon "wenig beeindruckt" gewesen sei. Regelübertritte hätten
sie nie in grössere Konflikte gebracht, sie habe sie mit ihrem Selbstbild
vereinbaren können. Jedoch habe sie sich durch die Untersuchungshaft sichtlich
beeindruckt gezeigt. Das Gutachten gelange zum Schluss, falls diese Äusserungen
der Beschwerdeführerin zutreffen sollten, wäre zu erwarten, dass sie sich
solange regelkonform verhalte, als sie noch unter dem Eindruck der Haft stehe.
Aufgrund dieser Ausgangslage erachtet die Vorinstanz eine bedingte
Freiheitsstrafe als präventiv effizient.
Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, die Vorinstanz lasse ihre seit der Tat
vollzogene Entwicklung gänzlich unberücksichtigt, verfällt sie in unzulässige
appellatorische Kritik (Art. 97 Abs. 1 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 140
III 264 E. 2.3; 139 II 404 E. 10.1; je mit Hinweisen). Sie setzt sich weder mit
der vorinstanzlichen Begründung auseinander noch legt sie dar, dass und
inwiefern die vorinstanzliche Feststellung, sie zeige keine wirkliche Einsicht
in das Unrecht ihrer Taten, schlechterdings unhaltbar ist. Hinsichtlich des
Vorbringens, eine Freiheitsstrafe erweise sich aus spezialpräventiven Gründen
nicht als notwendig, da die Beschwerdeführerin bei erneuter Delinquenz mit
Untersuchungshaft rechnen müsste, kann vollumfänglich auf die vorinstanzliche
Begründung verwiesen werden (Urteil S. 16).
Indem die Vorinstanz einzig eine Freiheitsstrafe als angemessene und
zweckmässige Sanktion in Betracht zieht, verletzt sie ihr Ermessen nicht. Daran
ändert auch nichts, dass Staatsanwaltschaft und Verteidigung vor erster Instanz
übereinstimmend eine Geldstrafe beantragt haben.

4.2.3. Insgesamt hält sich die bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten
innerhalb des sachrichterlichen Ermessens.

5.
Schliesslich wendet sich die Beschwerdeführerin gegen den Zivilpunkt.

5.1. Hinsichtlich des Schadenersatzes führt sie aus, die angeblich vollständige
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdegegners bis Mai 2013 könne nicht als adäquate
Folge ihres Verhaltens betrachtet werden. Zudem wäre der Schaden aufgrund
seines Mitverschuldens angemessen herabzusetzen.
Wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, ist sowohl die Arbeitsunfähigkeit als
auch die daraus resultierende Schadenersatzforderung des Beschwerdegegners
mittels Arztzeugnisse und der übrigen Akten belegt. Dass die Arbeitsunfähigkeit
und der damit im Zusammenhang stehende Lohnausfall Folge des Verhaltens der
Beschwerdeführerin sind, nimmt die Vorinstanz zu Recht an (Urteil S. 17; vgl.
auch: kantonale Akten, Band 2, act. 198). Sie begründet eingehend und
schlüssig, weshalb ein Mitverschulden des Beschwerdegegners zu verneinen ist.
Die Beschwerdeführerin setzt sich nicht substanziiert mit den vorinstanzlichen
Erwägungen auseinander (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG). Die
Beschwerde erweist sich daher in diesem Punkt als unbegründet, soweit darauf
einzutreten ist.

5.2. Bezüglich der Genugtuung argumentiert die Beschwerdeführerin, die
Vorinstanz würdige das Mitverschulden des Beschwerdegegners nicht korrekt.
Zudem habe sie den subsidiären Charakter einer Geldleistung verkannt.
Alternativen zur Zahlung einer Geldsumme seien gar nicht in Erwägung gezogen
worden.
Die Vorinstanz legt ausführlich und nachvollziehbar dar, dass die
Voraussetzungen einer Genugtuung erfüllt sind. Auch begründet sie schlüssig,
weshalb dem Beschwerdegegner entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin
kein Mitverschulden anzulasten ist und sich eine Genugtuungssumme von Fr.
4'000.-- als angemessen erweist. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit den
vorinstanzlichen Ausführungen nicht auseinander, sondern wiederholt im
Wesentlichen ihre bereits im Berufungsverfahren vorgebrachten Einwände. Eine
Beschwerdebegründung, welche die vorinstanzlichen Erwägungen ausklammert,
genügt den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht, weshalb auf
die Beschwerde in diesem Punkt nicht einzutreten ist (vgl. Urteil 6B_257/2015
vom 24. August 2015 E. 1.3).

6.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin grundsätzlich
kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
und Verbeiständung ist gutzuheissen, da ihre Bedürftigkeit ausgewiesen ist und
ihre Rechtsbegehren nicht offensichtlich aussichtslos waren (Art. 64 Abs. 1 und
2 BGG). Es werden keine Kosten erhoben. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ist angemessen zu entschädigen. Die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung befreit jedoch nicht von der
Bezahlung der Parteientschädigung (BGE 122 I 322 E. 2c). Die Beschwerdeführerin
hat dem obsiegenden Beschwerdegegner eine angemessene Entschädigung
auszurichten, die praxisgemäss pauschal festgesetzt wird (Art. 68 Abs. 1 und 2
BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Kosten erhoben.

4. 
Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Advokat Alain Joset, wird aus der
Bundesgerichtskasse eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- ausgerichtet.

5. 
Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen.

6. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons
Basel-Stadt, Ausschuss, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. Dezember 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Andres

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