Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.505/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_505/2015

Urteil vom 10. Juli 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz, Postfach 1201, 6431 Schwyz,
2. A.________ AG,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Zechprellerei,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Schwyz, Strafkammer, vom 16.
Dezember 2014.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. 
Der Beschwerdeführer logierte ab dem 29. März 2012 in einem Hotel im Kanton
Schwyz. Er ging davon aus, der Aufenthalt werde durch ein Reisebüro bezahlt. Am
28. Mai 2012 informierten ihn der Geschäftsführer und ein weiterer Mitarbeiter
des Hotels darüber, dass das Reisebüro bzw. eine weitere vom Beschwerdeführer
genannte holländische Gesellschaft keine Zahlung mehr leisteten. Der
Beschwerdeführer wurde aufgefordert, die ausstehende Miete ab dem 27. April bis
zum 31. Mai 2012 zu begleichen. Er kam dieser Forderung nicht nach und stellte
sich auf den Standpunkt, dass nicht er, sondern das Reisebüro für ihn für die
Zeitspanne vom 29. März bis 31. Mai 2012 reserviert habe und er deshalb keine
Miete schuldig sei. In der Folge verlängerte er seinen Aufenthalt im Hotel über
den 31. Mai 2012 hinaus und zwar bis zum 14. Juni 2012, obwohl er wusste, dass
für diese Zeitspanne niemand anderer mehr als er selber für die Miete aufkommen
müsse und dass er in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Am 14. Juni 2012
reist er ab, ohne die Hotelrechnung für die Zeitspanne vom 1. Juni bis zum 14.
Juni 2012 in Höhe von Fr. 1'950.-- zu bezahlen.

Der Einzelrichter am Bezirksgericht Küssnacht verurteilte den Beschwerdeführer
am 27. November 2013 wegen Zechprellerei zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen
zu Fr. 140.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie
zu einer Busse von Fr. 700.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen.
Das Kantonsgericht Schwyz bestätigte dieses Urteil im Berufungsverfahren am 16.
Dezember 2014 im Schuldpunkt. Es verurteilte den Beschwerdeführer zu einer
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 10.--, bedingt vollziehbar bei einer
Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 50.-- bzw. einer
Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen.

Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil
vom 16. Dezember 2014 sei aufzuheben und er von Schuld und Strafe
freizusprechen.

2. 
Die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil können vor
Bundesgericht gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig im Sinne von
Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV sind. Willkür liegt
vor, wenn der angefochtene Entscheid im bemängelten Punkt offensichtlich
unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht,
eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in
stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dass eine andere
Lösung ebenfalls möglich erscheint, genügt nicht (BGE 138 III 378 E. 6.1; 137
IV 1 E. 2.4). Die angebliche Willkür ist in der Beschwerde präzise zu rügen,
und die Rüge ist zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Appellatorische Kritik,
wie sie z.B. im Berufungsverfahren vor einer Instanz mit voller Kognition
vorgebracht werden kann, ist vor Bundesgericht unzulässig.

Soweit der Beschwerdeführer den Sachverhalt bemängelt, von dem die Vorinstanz
ausging, beschränkt er sich auf unzulässige appellatorische Kritik, aus der
nicht hervorgeht, dass und inwieweit die Vorinstanz in Willkür im oben
umschriebenen Sinn verfallen wäre. So macht er z.B. geltend, er sei auf Kosten
der holländischen Gesellschaft untergebracht gewesen und das Hotel habe ihm
nichts vorgelegt, woraus hervorgehe, dass die Gesellschaft die Buchung nicht
mehr verlängern und bezahlen wolle. Er vermag indessen nicht darzutun, woraus
sich ergeben könnte, dass die holländische Gesellschaft dem Hotel gegenüber
bestätigt hätte, er könne auch über den 31. Mai 2012 hinaus auf ihre Kosten im
Hotel bleiben, und inwieweit die Feststellung der Vorinstanz, er sei
rechtzeitig durch den Geschäftsführer und einen weiteren Mitarbeiter darüber
informiert worden, dass nun er selber für seine Rechnung aufkommen müsse,
willkürlich wäre. Im Folgenden ist von dem Sachverhalt auszugehen, den die
Vorinstanz festgestellt hat.

3. 
Beim von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt ist die Subsumtion des
Verhaltens des Beschwerdeführers unter den Tatbestand der Zechprellerei
offensichtlich nicht zu beanstanden. Ob er die Übernachtungskosten für die Zeit
ab dem 1. Juni 2012 von der holländischen Gesellschaft würde zurückfordern
können, wie er vor der Vorinstanz unter Berufung auf zwei Zeugen geltend machte
(Urteil S. 12), ist unerheblich. Hier geht es ausschliesslich um das Verhältnis
zwischen ihm und dem Hotel, und folglich kommt es auch nur darauf an, dass ihm
der Geschäftsführer und ein weiterer Mitarbeiter des Hotels unmissverständlich
mitgeteilt hatten, ab dem 31. Mai 2012 müsse er für die Hotelrechnung
persönlich aufkommen. Was der Umstand, dass er dies bei einem früheren
Aufenthalt ohne Weiteres und pünktlich getan hat, an der Zechprellerei ändern
sollte, ist nicht ersichtlich. Und schliesslich ist auch unerheblich, ob das
Hotel angeblich üblicherweise eine Vorauszahlung verlangt. Die Beschwerde ist
offensichtlich unbegründet und deshalb im Verfahren nach Art. 109 BGG
abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

4. 
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Der Beschwerdegegnerin 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil sie vor
Bundesgericht keine Umtriebe hatte,

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Schwyz, Strafkammer,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Juli 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Monn

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