Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.541/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_541/2015

Urteil vom 10. November 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Oberholzer,
Gerichtsschreiber Faga.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Rupp, Postfach 977, 8038 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
2. A.________,
3. B.________,
4. C.________,
5. D.________ Versicherungen,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Raub, Förderung der Prostitution, Menschenhandel, mehrfache Vergewaltigung
etc., Strafzumessung; Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, vom 23. Januar 2015.

Sachverhalt:

A.
Das Obergericht des Kantons Zürich bestätigte am 23. Januar 2015 im
Berufungsverfahren ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 20. Juni 2013
und sprach X.________ des bandenmässigen Raubes, des Raubes, des mehrfachen
Menschenhandels, der mehrfachen Förderung der Prostitution, der mehrfachen
Vergewaltigung, der mehrfachen sexuellen Nötigung und der Entführung schuldig.
Vom Vorwurf des Menschenhandels und der Förderung der Prostitution sprach es
ihn teilweise (betreffend Nebendossier 6 der Zusatzanklage der
Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 27. August 2012) frei. Im
Berufungsverfahren unangefochten blieben die Verurteilung wegen der
Widerhandlung gegen das Waffengesetz, die Freisprüche vom Vorwurf des
Menschenhandels (Nebendossier 5), der Förderung der Prostitution (Nebendossier
5) und der Vergewaltigung (Nebendossier 7 Ziffer 5.5) sowie die Einstellung des
Verfahrens betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Ausländergesetz und
mehrfache Nötigung. Das Obergericht verurteilte X.________ zu einer
Freiheitsstrafe von 17 Jahren und einer unbedingten Geldstrafe von 160
Tagessätzen zu Fr. 30.--.

B.
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das Urteil des
Obergerichts sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeschrift hat ein Rechtsbegehren zu enthalten (Art. 42 Abs. 1 BGG).
Gemäss Art. 107 BGG darf das Bundesgericht nicht über die Begehren der Parteien
hinausgehen (Abs. 1). Heisst es die Beschwerde gut, so entscheidet es in der
Sache selbst oder weist diese zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück
(Abs. 2). Da die Beschwerde ans Bundesgericht grundsätzlich ein
reformatorisches Rechtsmittel ist, muss der Beschwerdeführer einen Antrag in
der Sache stellen. Ein blosser Rückweisungsantrag reicht ausnahmsweise aus,
wenn das Bundesgericht im Falle der Gutheissung in der Sache nicht selbst
entscheiden könnte. Die Beschwerdebegründung kann zur Interpretation des
Rechtsbegehrens beigezogen werden (BGE 136 V 131 E. 1.2 S. 135 mit Hinweis).
Aus der Begründung der Beschwerde folgt, dass der Beschwerdeführer einen
Freispruch vom Vorwurf des bandenmässigen Raubes (Nebendossier 3, [nachfolgend
ND]), des Menschenhandels (ND 9), der Förderung der Prostitution (ND 9), der
mehrfachen Vergewaltigung (ND 7), der mehrfachen sexuellen Nötigung (ND 7) und
der Entführung (ND 7) anstrebt. Ein Antrag in der Sache liegt deshalb
sinngemäss vor. Zudem wendet sich der Beschwerdeführer gegen die
vorinstanzliche Strafzumessung. Diese liegt in erster Linie im pflichtgemässen
Ermessen des Sachgerichts, und das Bundesgericht weist bei Gutheissung der
Beschwerde grundsätzlich die Sache zur Neufestsetzung der Strafe an die
kantonalen Instanzen zurück. Auf die Beschwerde kann eingetreten werden.

2.
Die Beschwerde richtet sich im Zusammenhang mit dem Raub in E.________ (ND 3)
sowie den Delikten zum Nachteil von A.________ (Menschenhandel und Förderung
der Prostitution, ND 9) und B.________ (mehrfache Vergewaltigung, mehrfache
sexuelle Nötigung und Entführung, ND 7) gegen die vorinstanzliche
Sachverhaltsfeststellung. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz unter
Hinweis auf Art. 10 Abs. 2 und 3 StPO sowie Art. 9 BV eine willkürliche
Beweiswürdigung und die Verletzung der Unschuldsvermutung vor (Beschwerde S. 4
ff.).

2.1. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur gerügt werden, wenn
sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von
Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. auch Art. 105 Abs.
1 und 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S.
445 mit Hinweisen; vgl. zum Begriff der Willkür BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.;
139 III 334 E. 3.2.5 S. 339; 138 I 49 E. 7.1 S. 51; je mit Hinweisen).
Inwiefern das Sachgericht den Grundsatz "in dubio pro reo" als
Beweiswürdigungsregel verletzt hat, prüft das Bundesgericht ebenfalls unter dem
Gesichtspunkt der Willkür. Diese aus der Unschuldsvermutung abgeleitete Maxime
wurde wiederholt dargelegt, worauf zu verweisen ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41
mit Hinweisen).
Die Rüge der Verletzung von Grundrechten (einschliesslich Willkür bei der
Sachverhaltsfeststellung) muss in der Beschwerde anhand des angefochtenen
Entscheids präzise vorgebracht und substanziiert begründet werden, anderenfalls
darauf nicht eingetreten wird (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S.
232; 138 I 225 E. 3.2 S. 228; 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 5; 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68;
je mit Hinweisen).

2.2. Was der Beschwerdeführer vorbringt, vermag eine willkürliche
Beweiswürdigung respektive eine Verletzung der Unschuldsvermutung nicht
darzutun. Das Bundesgericht ist keine Appellationsinstanz, die eine freie
Prüfung in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht vornimmt. Insbesondere reicht
für die Rüge einer willkürlichen Beweiswürdigung respektive Verletzung der
Unschuldsvermutung nicht aus, wenn der Beschwerdeführer zum Beweisergebnis wie
in einem appellatorischen Verfahren frei plädiert und darlegt, wie seiner
Auffassung nach die vorhandenen Beweise richtigerweise zu würdigen gewesen
wären. Dies ist beispielsweise der Fall, soweit er geltend macht, die Zeugin
F.________ sei äusserst widersprüchlich und keine Tatzeugin. Selbst wenn er in
der fraglichen Bankfiliale in E.________ mehrere Wochen vor dem Raub Geld
gewechselt habe, sei seine Tatbeteiligung nicht annähernd erwiesen (ND 3).
A.________ habe sich in Bezug auf ihre Anwerbung als Prostituierte derart
widersprochen, dass sämtliche Aussagen unglaubhaft seien (ND 9). Solche
allgemein gehaltenen Einwände sind ungenügend und erschöpfen sich in einer
unzulässigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Entscheid.

2.3.

2.3.1. Die Vorinstanz gelangt zur Überzeugung, dass der Beschwerdeführer in
Mittäterschaft mit Y.________ und einer unbekannten Person am 29. November 2006
in E.________ eine Filiale der G.________ Bank überfiel. Y.________ wurde
diesbezüglich rechtskräftig verurteilt. In Würdigung der Zeugenaussagen von
C.________ (Filialleiter der G.________ Bank) geht die Vorinstanz davon aus,
dass Y.________ von zwei Landsleuten (mithin von zwei Kroaten) begleitet wurde.
Eine rückwirkende Teilnehmeridentifikation brachte zu Tage, dass das
Mobiltelefon von Y.________ und jenes des Beschwerdeführers zwei Tage vor und
einen Tag nach dem Raub in H.________ geortet wurden und zwischen den Geräten
telefoniert wurde. Zudem konnte das Telefon des Beschwerdeführers in der Zeit
vor dem Überfall mehrmals in der Gegend um E.________ lokalisiert werden. Die
Vorinstanz würdigt die diesbezüglichen Erklärungsversuche des
Beschwerdeführers. Weiter verweist sie auf die Zeugenaussagen der
Bankangestellten F.________, die den Beschwerdeführer auf Vorhalt von 24 Fotos
als Kunden wiedererkannte, der zwei bis drei Wochen vor der Tat bei ihr am
besagten Bankschalter Geld wechseln wollte. Die Vorinstanz unterstreicht, dass
der Beschwerdeführer und Y.________ bereits einen gemeinsamen Raub verübt
hatten (I.________) und weitere Tatorte (insbesondere J.________) in ähnlicher
Weise rekognosziert wurden. Dass der Beschwerdeführer mit Y.________ mehrere
Raubüberfälle beging (I.________, J.________ und K.________), wird vor
Bundesgericht nicht (mehr) in Abrede gestellt. Die Vorinstanz folgt im
Wesentlichen der erstinstanzlichen Beweiswürdigung (erstinstanzliches Urteil S.
54 ff.), wobei sie in Abweichung davon einzelne Umstände, etwa einen zu einer
Maske präparierten Damenstrumpf, an welchem DNA des Beschwerdeführers
festgestellt werden konnte, nicht als belastendes Indiz heranzieht. Diese
Einschätzung fällt zugunsten des Beschwerdeführers aus (Entscheid S. 22 ff.).
Es steht aufgrund der rechtskräftigen Verurteilung durch das frühere Zürcher
Geschworenengericht fest, dass Y.________ am Raub in E.________ beteiligt war.
Laut Vorinstanz verbleiben keine erheblichen Zweifel, dass der Beschwerdeführer
nicht nur in I.________, J.________ und K.________, sondern auch in E.________
an dessen Seite war. Was der Beschwerdeführer dazu vorbringt, überzeugt nicht.
Seine Kritik beschränkt sich darauf, die von der Vorinstanz gewürdigten
Umstände einzeln aufzuführen, um festzuhalten, eine Tatbeteiligung sei nicht
annähernd erstellt. Seine Ausführungen machen deutlich, dass er sich mit den
vorinstanzlichen Erwägungen nicht auseinandersetzt.

2.3.2. Der Beschwerdeführer behauptet, die Zeugin F.________ sei bei der
Staatsanwaltschaft nicht in der Lage gewesen, Ergänzungsfragen der Verteidigung
zu beantworten. Indem die Vorinstanz auf deren früheren Aussagen bei der
Polizei abstelle, verletze sie seinen Anspruch auf ein gerechtes Verfahren und
Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Diese Argumentation überzeugt nicht ohne Weiteres, da
seitens der Verteidigung anlässlich der staatsanwaltschaftlichen
Zeugeneinvernahme auf Ergänzungsfragen gänzlich verzichtet wurde
(vorinstanzliche Akten ND 3/3/7 S. 4). Darauf braucht jedoch nicht näher
eingegangen zu werden. Der Grundsatz von Treu und Glauben verbietet es, der
Vorinstanz bekannte rechtserhebliche Einwände vorzuenthalten und diese erst
nach einem ungünstigen Entscheid im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu
erheben (BGE 133 III 638 E. 2 S. 640; 117 Ia 491 E. 2a S. 495; je mit
Hinweisen). Die Rüge ist nicht Gegenstand des vorinstanzlichen oder
bezirksgerichtlichen Urteils. Der Beschwerdeführer macht weder eine
Rechtsverweigerung geltend, noch legt er eine solche dar. Dass er eine
Verletzung seines Konfrontationsanspruchs im erstinstanzlichen Verfahren oder
vor Vorinstanz erhoben hätte, geht auch aus den Akten nicht hervor (vgl. etwa
erstinstanzlichen Entscheid S. 54 ff., vorinstanzliche Akten DG120024 act. 19/
4, vorinstanzlichen Entscheid S. 22 ff., vorinstanzliche Akten SB130479-0 act.
75). Sein Verhalten bzw. sein Zuwarten widerspricht Treu und Glauben. Ausserdem
ist insofern der kantonale Instanzenzug nicht erschöpft und der Entscheid nicht
letztinstanzlich im Sinne von Art. 80 Abs. 1 BGG.

2.4. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf, (auch) A.________ zur Prostitution
gezwungen zu haben, folgt die Vorinstanz wie bereits die erste Instanz den
Schilderungen des Opfers. Diese stimmten in zahlreichen relevanten Punkten mit
den Aussagen der übrigen Opfer überein. Die Vorinstanz schätzt die
Darstellungen von A.________ als differenziert und (in Bezug auf ihre Flucht)
sehr authentisch ein. Ganz unglaubhaft sei demgegenüber die Behauptung des
Beschwerdeführers und seiner Komplizin L.________, wonach A.________ sie
bestohlen habe und deshalb weggegangen sei. Die Schilderungen, der
Beschwerdeführer habe Leute nach Kroatien geschickt, um A.________ nach ihrer
Flucht aufzusuchen und zu bedrohen, seien durch die abgehörten Telefongespräche
erstellt (Entscheid S. 67 ff., erstinstanzliches Urteil S. 226 ff.). Was der
Beschwerdeführer der vorinstanzlichen Beweiswürdigung entgegenhält, überzeugt
nicht. Er thematisiert die Aussagen von A.________ betreffend die ihr in
Aussicht gestellte Tätigkeit in Zürich sowie die letzten drei Wochen ihres
Aufenthaltes, als sie der Prostitution nicht mehr nachging. Damit wiederholt er
seine bereits im kantonalen Verfahren vertretene Sichtweise. Er macht geltend,
ein Zwang zur Prostitution könne nicht vorliegen, wenn A.________ vor ihrer
Abreise keine Freier mehr empfange und er (der Beschwerdeführer) gleichwohl
keinen Zwang ausgeübt habe. Diese Sicht der Dinge haben die Vorinstanzen
verworfen, was zweifelsohne nicht als unhaltbar bezeichnet werden kann. Was der
Beschwerdeführer vorbringt, erschöpft sich in appellatorischer Kritik an der
Beweiswürdigung, die zur Begründung der Willkürrüge nicht genügt.

2.5. B.________ wurde nach dem vorinstanzlichen Beweisergebnis durch den
Beschwerdeführer im August 2004 gewaltsam entführt und mehrere Stunden in
dessen Wohnung festgehalten. Zwischen August 2004 und Januar 2005 wurde
B.________ vom Beschwerdeführer über zehnmal vergewaltigt und zudem mehrmals
sexuell genötigt. Zudem wurde sie von ihm gezwungen, mit weiteren Männern
sexuell zu verkehren. B.________ wurde durch wiederholte Drohungen und Schläge
sowie mittels Fotos, die der Beschwerdeführer anlässlich eines sexuellen
Übergriffs gemacht hatte und zu veröffentlichen drohte, gefügig gemacht.
Die Vorinstanzen zeichnen in sehr klarer wie ebenso differenzierter Weise, wie
der Beschwerdeführer B.________ gezielt und systematisch unterwarf, den Druck
auf sie schrittweise erhöhte bis das Opfer ihm psychisch vollkommen
ausgeliefert war und ihm weitgehend (in den Worten des Opfers: "wie auf
Knopfdruck") gehorchte. Sowohl die Glaubwürdigkeit des Opfers (Entscheid S. 70
- 75; erstinstanzliches Urteil S. 247 - 254) als auch die Glaubhaftigkeit
seiner Schilderungen (Entscheid S. 75 - 84; erstinstanzliches Urteil S. 254 -
287) werden durch die Vorinstanzen sorgfältig beleuchtet. Ebenso setzen sich
die Vorinstanzen im Detail mit den Erklärungen des Beschwerdeführers
auseinander, welcher sich zusammengefasst auf den Standpunkt stellte, die
sexuellen Handlungen seien im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt und er sei mit
B.________ liiert gewesen. Was der Beschwerdeführer im Rahmen der Willkürrüge
dazu vorbringt, überzeugt nicht. Die fehlenden Beobachtungen der Familie des
Opfers sind nicht etwa unmöglich und realitätsfremd (vgl. dazu Entscheid S. 72
mit Hinweis auf die kantonalen Akten ND 7/1/1 S. 12 f.). Ebenso wenig kann die
unbegleitete Reise des Opfers nach Kroatien mit Blick auf die vom
Beschwerdeführer geschaffene Drohkulisse als abwegig bezeichnet werden. Was der
Beschwerdeführer im Einzelnen behauptet, vermag die vorinstanzliche
Beweiswürdigung nicht in Frage zu stellen geschweige denn zu erschüttern.
Weshalb B.________ die Reise nach Kroatien in ihren Befragungen nicht als
Erstes erwähnte, sondern erst rund sieben Monate nach der Anzeigeerstattung,
hat die erste Instanz aufgezeigt (erstinstanzliches Urteil S. 250 ff.).
Gleiches gilt betreffend die "Pille danach" (erstinstanzliches Urteil S. 277)
und die Vergewaltigung nach dem Aufsuchen der Tankstelle in M.________
(erstinstanzliches Urteil S. 281). Auf deren Erwägungen durfte die Vorinstanz
entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers in Anwendung von Art. 82 Abs. 4
StPO verweisen. Das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers und die
Begründungspflicht sind nicht verletzt.

2.6. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung betreffend den Raub in E.________ (ND
3) sowie die Straftaten zum Nachteil von A.________ (ND 9) und B.________ (ND
7) ist ohne Weiteres vertretbar. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet,
soweit sie den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG zu genügen
vermag.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer kritisiert die Strafzumessung als unvertretbar hoch
(Beschwerde S. 11 ff.).

3.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff.
StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (
BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die
Bildung der Einsatzstrafe und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in
Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 132 IV 102 E. 8 f. S. 104 ff. mit
Hinweisen; Urteil 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4 mit Hinweis, nicht
publ. in: BGE 137 IV 57). Darauf kann verwiesen werden.
Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen
Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde
hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen
Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht
massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser
Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens
falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61 mit Hinweis).

3.3. Aus den Erwägungen im angefochtenen Urteil wird deutlich, dass die
Vorinstanz die relevanten Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt und plausibel
würdigt. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten
hätte leiten lassen oder wesentliche Gesichtspunkte nicht berücksichtigt hätte,
ist nicht ersichtlich. Insbesondere ist sie nicht an die Erwägungen der ersten
Instanz gebunden. Sie kann die gleich hohe Strafe ausfällen wie jene, selbst
wenn sie dem Beschwerdeführer zwei von acht Vorstrafen (infolge Zeitablaufs)
nicht mehr vorhält, die Dauer des Berufungsverfahrens leicht strafmindernd
berücksichtigt und ihn in einem von zahlreichen Deliktsvorwürfen freispricht.
Auch wenn (was hier nicht der Fall ist) ein wesentlicher Teil der Anklage im
Berufungsverfahren fallengelassen wird, kann das erstinstanzliche Strafmass
bestätigt werden, wenn dies in der Entscheidbegründung näher dargelegt wird
(Urteil 6B_737/2012 vom 23. Juli 2013 E. 2.3.2 mit Hinweisen). Die Vorinstanz
gibt ihre Überlegungen in den Grundzügen nachvollziehbar wieder und kommt
entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers ihrer Begründungspflicht im
Sinne von Art. 50 StGB nach. Die Gewichtung der einzelnen Tatkomplexe, die
Asperation sowie die Bemessung der Gesamtstrafe lassen sich nachvollziehen.

3.3.1. Betreffend die bandenmässigen Raubtaten qualifiziert die Vorinstanz das
Verschulden des Beschwerdeführers als erheblich bis schwer. Sie verweist auf
die professionelle Vorgehensweise, die Kadenz der Banküberfälle, die erzielte
Beute und die Traumatisierung der Opfer und hält eine Einsatzstrafe von rund
zehn Jahren grundsätzlich als angemessen. In Beachtung des
geschworenengerichtlichen Urteils vom 5. Februar 2010 und des
Verschlechterungsverbots geht sie aber für sämtliche vier Raubtaten (sowie den
illegalen Waffenbesitz) gedanklich von der damals ausgefällten Freiheitsstrafe
von neun Jahren aus. Sie setzt mithin die hypothetische Strafe (bei einem
Strafrahmen von zwei bis 20 Jahren Freiheitsstrafe) im unteren Bereich des
mittleren Drittels des Strafrahmens fest. Was der Beschwerdeführer vorbringt,
überzeugt nicht. Dass die Bankangestellten unverletzt blieben, verkennen die
Vorinstanzen nicht. Jedoch wird nachvollziehbar betont, dass die Opfer (welche
teilweise mit gegen den Kopf gerichteten Schusswaffen oder zumindest
täuschenden Attrappen in Schach gehalten, geknebelt und mit Pfefferspray ausser
Gefecht gesetzt wurden) durch die Vorfälle traumatisiert wurden. Indem die
Vorinstanz dem vom Beschwerdeführer vorgebrachten Umstand nicht in einem
grösseren Umfang Rechnung trägt, überschreitet oder missbraucht sie ihr
Ermessen nicht.

3.3.2. In Bezug auf den Deliktskomplex des mehrfachen Menschenhandels und der
mehrfachen Förderung der Prostitution entfernt sich der Beschwerdeführer
wiederholt in unzulässiger Weise vom festgestellten Sachverhalt. Damit ist er
nicht zu hören. Dies trifft auf sein Beteuern zu, die Frauen nicht geschlagen
zu haben. Gleiches gilt für die Behauptung, die Frauen hätten nicht gewollte
Freier beliebig ablehnen dürfen (vgl. dazu Entscheid S. 55 und
erstinstanzliches Urteil S. 192 f.).
Während die erste Instanz die Strafe im oberen Bereich des mittleren Drittels
des Strafrahmens ansiedelte (mithin auf rund 10 bis 13 Jahre), bemisst die
Vorinstanz die hypothetische Strafe für den mehrfachen Menschenhandel und die
mehrfache Förderung der Prostitution auf rund neun bis zehn Jahre (nebst einer
Geldstrafe). Dem zusätzlichen Freispruch (ND 6) trägt die Vorinstanz entgegen
der Rüge des Beschwerdeführers ausdrücklich Rechnung.
Die Vorinstanz hält zu Gunsten des Beschwerdeführers fest, dass die Opfer,
selbst wenn sie massivem Druck ausgesetzt wurden und Gewalt erlitten, keine
fiktiven Schulden abarbeiten mussten. Es stand ihnen frei, welche
Sexualpraktiken sie anboten und sie konnten Kondome benutzen. Diese Umstände
blieben mithin nicht unberücksichtigt. Indem die Vorinstanz gleichwohl von
einem objektiven Verschulden im mittleren Bereich und insgesamt von einem
beträchtlichen Verschulden ausgeht, verletzt sie ihr Ermessen nicht. Sie stellt
in Rechnung, dass der Beschwerdeführer den Menschenhandel während rund
viereinhalb Jahren aus rein egoistischen Motiven betrieb, die Geschädigten zur
Prostitution zwang, planmässig und professionell vorging, über Mittelsmänner in
Kroatien verfügte, die Opfer systematisch mit Gewalt und Drohungen gefügig
machte, sie ständig überwachte und beinahe gänzlich von der Aussenwelt
abschottete. Praktisch allen Opfern wurde zumindest zeitweise der Reisepass
respektive das Mobiltelefon abgenommen. Die mittellosen, sprach- und
ortsunkundigen Frauen waren dem Beschwerdeführer letztendlich ausgeliefert.
Inwiefern ihm zugutegehalten werden sollte, dass die Frauen in diesem "stets
geschützten und privaten Bereich" zur Prostitution gezwungen wurden, bleibt
sein Geheimnis. Soweit er auf Fotos verweist, die nach seiner Interpretation
eine fröhliche, entspannte und geradezu familiäre Atmosphäre zeigen, haben die
Vorinstanzen das Nötige ausgeführt (vorinstanzlicher Entscheid S. 58,
erstinstanzliches Urteil S. 202). Telefongespräche mit ihren Familien konnten
die Opfer nur unter Aufsicht führen. Dass dies bei der Bemessung der Strafe
unerwähnt bleibt, ist entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers nicht zu
beanstanden.
Insgesamt beurteilt die Vorinstanz das objektive und subjektive Verschulden in
vertretbarer Weise. Es bleibt zusammenfassend zu unterstreichen, dass der
Beschwerdeführer seinen Lebensunterhalt während viereinhalb Jahren finanzierte,
indem er sechs Frauen der Prostitution zuführte. Sämtliche Frauen wurden
überwacht, bedroht und teilweise zusätzlich geschlagen, manche mussten sich
während mehreren Monaten prostituieren. Dass die vom Beschwerdeführer und der
Mittäterin ausgeübte Einschränkung der Handlungsfreiheit und der auf den Frauen
lastende Druck beträchtlich gewesen sind, zeigt auch die Flucht von A.________,
die selbst nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat weiter bedroht wurde.

3.3.3. Das Verschulden des Beschwerdeführers in Bezug auf die Übergriffe auf
B.________ schätzt die Vorinstanz wie bereits die erste Instanz als erheblich
bis schwer ein. Der Beschwerdeführer vergewaltigte B.________ mindestens
zwölfmal, nötigte sie mehrmals sexuell und fotografierte seine
Gewalttätigkeiten. Die Vorinstanz berücksichtigt aufgrund der zum Teil
gemeinsamen Begehung zutreffend den Strafschärfungsgrund im Sinne von Art. 200
StGB, da der Beschwerdeführer das Opfer anderen Männern wie eine Ware zur
Verfügung stellte. Dass das Opfer nicht noch zusätzlich verletzt wurde, spricht
nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers. Er verkennt, dass sein Verschulden
durch das Unterlassen weiterer Quälereien nicht herabgesetzt wird.

3.3.4. Dass die Vorinstanz unter Hinweis auf das geschworenengerichtliche
Verfahren die Strafzumessung für die Delikte der Zusatzanklage separat
durchführt und in der Folge die Einsatzstrafe für die Raubtaten asperiert, wird
vom Beschwerdeführer in methodischer Hinsicht nicht beanstandet. Insbesondere
macht er nicht geltend und ist auch nicht erkennbar, dass die Vorgehensweise
der Vorinstanz sich zu seinen Lasten auswirkt. Die Vorinstanz erhöht die
Freiheitsstrafe von rund neun bis zehn Jahren für den Deliktskomplex des
mehrfachen Menschenhandels und der mehrfachen Förderung der Prostitution
aufgrund der Straftaten zum Nachteil von B.________ um drei bis vier Jahre.
Dies führt zu einer hypothetischen Strafe im Bereich von 13 Jahren. Unter dem
Titel der Täterkomponente legt die Vorinstanz deutlich straferhöhend in die
Waagschale, dass der Beschwerdeführer gewichtige Vorstrafen aufweist, sich von
früheren Gerichtsverfahren und Strafverbüssungen unbeeindruckt zeigt und
jahrelang von seiner Delinquenz lebte. In der Folge billigt ihm die Vorinstanz
aufgrund einer Verletzung des Beschleunigungsgebots eine Strafreduktion zu.
Eine Ermessensverletzung bei der Würdigung der Täterkomponente und der
Verfahrensdauer liegt nicht vor.
Ohne Grund rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz addiere die drei
Einsatzstrafen und nehme im Rahmen der Asperation eine nicht nachvollziehbare
Reduktion vor. Die Vorinstanz hält ausdrücklich fest, dass sie die Strafen für
die Delikte gemäss Zusatzanklage nicht mit der Strafe für die Raubdelikte
zusammenzählt. Im Ergebnis erhöht sie die Einsatzstrafe für die Raubtaten und
den Waffenbesitz in Anwendung des Asperationsprinzips aufgrund der weiteren
Deliktskomplexe um acht Jahre. Bei der Bemessung der Gesamstrafe sind
namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang,
ihre grössere oder geringere Selbständigkeit sowie die Gleichheit oder
Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehungsweisen zu
berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts wird dabei
geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und
situativ in einem engen Zusammenhang stehen (Urteil 6B_323/2010 vom 23. Juni
2010 E. 3.2 mit Hinweis). Das Gegenteil ist hier der Fall. Die Raubüberfälle in
den Jahren 2004, 2006 und 2007, der Menschenhandel etc. in den Jahren 2002 bis
2007 sowie die Vergewaltigungen etc. insbesondere in der zweiten Jahreshälfte
2004 überschneiden sich zwar zeitlich teilweise. Dies manifestiert einzig, dass
der Beschwerdeführer von seiner Delinquenz lebte und mit der Vorinstanz als
eigentlicher Berufsverbrecher zu bezeichnen ist. Hingegen stehen den
Raubüberfällen Delikte gegen die sexuelle Integrität gegenüber, und der
Beschwerdeführer wurde in Bezug auf das Vergewaltigungsopfer nicht des
Menschenhandels und der Förderung der Prostitution schuldig gesprochen. Diese
zahlreichen, massiven und gegen verschiedene Opfer gerichteten Straftaten darf
die Vorinstanz mit rund acht Jahren straferhöhend gewichten. Dass sie sich zu
stark an den hypothetisch verwirkten Einzelstrafen orientiert hätte, ist nicht
erkennbar. Die Freiheitsstrafe von 17 Jahren (nebst der Geldstrafe) ist hoch.
Bei einer Gesamtbetrachtung hält sie sich aber innerhalb des sachrichterlichen
Ermessens.

4.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der
Beschwerdeführer wird grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sein
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ist gutzuheissen, da
von seiner Bedürftigkeit auszugehen ist und seine Rechtsbegehren nicht von
vornherein aussichtslos waren. Es sind keine Kosten zu erheben. Seinem
Rechtsvertreter ist eine Entschädigung aus der Bundesgerichtskasse auszurichten
(Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Den Beschwerdegegnern 2 - 5 ist keine Entschädigung
zuzusprechen, da ihnen im bundesgerichtlichen Verfahren keine Umtriebe
entstanden sind.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Kosten erhoben.

4. 
Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Matthias Rupp, wird
eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. November 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Faga

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