Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.606/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_606/2015

Urteil vom 7. Oktober 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber Boog.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dieter Jann,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
2. A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Erdös,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Gewerbsmässiger Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage; Willkür

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, vom 14. April 2015.

Sachverhalt:

A.

 X.________ wird vorgeworfen, er habe im Zeitraum vom 12. Februar 2007 bis 5.
Juli 2011 mit der Bankkarte der Privatklägerin A.________, geb. 10. Februar
1928, ab Bankomaten in Volketswil, Schwerzenbach, Baden und Uster unrechtmässig
Gelder im Gesamtbetrag von mindestens Fr. 298'800.-- von deren Privatkonto bei
der Bank B.________ bezogen und für eigene Zwecke verwendet. Die
Privatklägerin, welche selber nicht in der Lage gewesen sei, ohne Hilfe Dritter
Geld von Bancomaten zu beziehen, habe jenem hiefür jeweils ihre Bankkarte mit
dem dazugehörenden Code ausgehändigt.

B.

 Das Bezirksgericht Uster erklärte X.________ mit Urteil vom 15. Mai 2014 des
gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im
Sinne von Art. 147 Abs. 1 und 2 StGB schuldig und verurteilte ihn zu einer
Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Anrechnung von 21 Tagen Haft und unter
Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei einer Probezeit von 2 Jahren. Die
Schadenersatzklage der Privatklägerin hiess es im Umfang von Fr. 253'800.--
gut; im Mehrbetrag verwies es das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg.
Ferner verpflichtete das Bezirksgericht X.________, gemäss Art. 71 StGB eine
Ersatzforderung in der Höhe von Fr. 253'800.- an den Staat zu leisten, wobei es
diesen Betrag der Privatklägerin zur Deckung ihres Schadenersatzanspruchs
zusprach. Schliesslich entschied es über die Einziehung des gesperrten
Guthabens und der beschlagnahmten Gegenstände.

 Auf Berufung des Beurteilten sowie Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft
und der Privatklägerin bestätigte das Obergericht des Kantons Zürich am 14.
April 2015 das erstinstanzliche Urteil im Schuldpunkt und erhöhte die
Freiheitsstrafe auf 36 Monate, unter Anrechnung der ausgestandenen Haft. Den
Vollzug der Strafe schob es im Umfang von 27 Monaten, unter Auferlegung einer
Probezeit von 2 Jahren, bedingt auf; für den Strafrest von 9 Monaten erklärte
es die Strafe als vollziehbar. Den an die Privatklägerin als Schadenersatz zu
leistenden Betrag setzte es auf Fr. 297'800.- fest; im Mehrbetrag verwies es
das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg. Dementsprechend erhöhte es die von
X.________ an den Staat zu leistende und der Privatklägerin zur Deckung ihres
Schadenersatzanspruchs zuzusprechende Ersatzforderung auf Fr. 297'800.--.

C.

 X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das angefochtene
Urteil sei aufzuheben und er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Die
Schadenersatzklage sei auf den Zivilweg zu verweisen. Ferner sei ihm für die
ausgestandene Untersuchungshaft von 21 Tagen eine Genugtuung von CHF 3'000.--
auszurichten. Eventualiter beantragt er die Aufhebung des angefochtenen Urteils
und Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz. Schliesslich
ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Erwägungen:

1.

1.1. Die Vorinstanz stellt in tatsächlicher Hinsicht fest, der Privatklägerin
seien nach dem Verkauf einer geerbten Liegenschaft am 1. Juni 2007 erhebliche
Barmittel zugeflossen. Nach Abzug eines ihrer Tochter als Erbvorbezug
überlassenen Anteils sei ihr ein Betrag von rund Fr. 2 Mio. verblieben. In der
Folge habe sich das Vermögen der Privatklägerin kontinuierlich vermindert bis
es ca. Mitte 2011 vollständig aufgebraucht gewesen sei. In diesem Zeitraum habe
die Privatklägerin im Umfang von Fr. 866'390.20 Rechnungen beglichen (u.a. für
Arztkosten, Kuren, Steuern). Ferner seien Beträge im Umfang von ca. Fr. 1,6
Mio. in bar abgehoben worden. Davon habe sich die Privatklägerin insgesamt Fr.
913'700.-- (zumeist in Begleitung des Beschwerdeführers und in Einzelbezügen
von mehreren tausend Franken, ab Herbst 2007 überwiegend im fünfstelligen
Bereich bis hin zu Fr. 40'000.-- und Fr. 70'000.--) an Bankschaltern der Bank
B.________ und der Bank C.________ auszahlen lassen. Ein Betrag von Fr.
518'800.-- sei in insgesamt 368 Einzelbezügen an Bancomaten bezogen worden.
Anklagegegenstand bilden diese Bancomatbezüge. Der Deliktsbetrag ergibt sich
daraus, dass die Anklage - ausgehend von einem jährlichen Bargeldbedarf der
Privatklägerin von Fr. 44'000.-- - für die Jahre 2007 bis 2011 einen Betrag von
Fr. 220'000.-- für deren Lebensunterhalt abzieht. Die Vorinstanz gelangt zum
Schluss, der Beschwerdeführer habe diesen Betrag von Fr. 297'800.-- im
anklagerelevanten Zeitraum unter Ausnützung des zwischen ihm und der
Privatklägerin bestehenden Vertrauensverhältnisses erlangt und ohne deren
Wissen und Einverständnis zu einem grossen Teil für eigene Zwecke verwendet
(angefochtenes Urteil S. 10, 23).

 Im Einzelnen führt die Vorinstanz aus, nach den Aussagen der Privatklägerin
habe abgesehen von ihr selbst einzig der Beschwerdeführer die Möglichkeit
gehabt, mit ihrer Bankkarte an Bancomaten Geld zu beziehen (angefochtenes
Urteil S. 12). Eine Drittperson, welche mit der Karte ebenfalls an Bancomaten
hätte Geld abheben können, sei von niemandem genannt worden. Es bestünden auch
keine Hinweise darauf, dass eine zweite Karte zum Konto der Privatklägerin
existiert hätte (angefochtenes Urteil S. 13). Ferner falle auf, dass während
der mindestens 16 Auslandaufenthalte des Beschwerdeführers im Anklagezeitraum
nur gerade ein einziges Mal mit der Bankkarte der Privatklägerin an einem
Bancomat Geld bezogen worden sei. Demgegenüber seien jeweils vor seiner
Ausreise aus der bzw. Einreise in die Schweiz eine erhöhte Anzahl von Bezügen
zu verzeichnen gewesen. Insbesondere sei es mehrfach vorgekommen, dass noch am
Tag der Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz Geld abgehoben worden
sei. Auffallend seien überdies die wiederholt festzustellenden Mehrfachbezüge,
die teilweise im Minutentakt erfolgten. Die Vorinstanz gelangt bei dieser
Sachlage zum Schluss, der Beschwerdeführer sei für insgesamt 367 Bezüge an
Bancomaten verantwortlich. Er habe das bezogene Geld zumindest teilweise ohne
Wissen und Einverständnis der Privatklägerin erlangt und im Umfang von
jedenfalls Fr. 297'800.- unrechtmässig für sich verwendet. Dass am 30. April
2009 ein Bancomatbezug erfolgt sei, während er sich im Kosovo aufgehalten habe,
ändere an diesem Beweisergebnis nichts (angefochtenes Urteil S. 14 f., 18 ff.).

1.2.

1.2.1. Der Beschwerdeführer rügt eine offensichtlich unrichtige Feststellung
des Sachverhalts und eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er
räumt ein, im Auftrag der Privatklägerin zu deren Lasten an Bancomaten Geld
bezogen zu haben, macht aber geltend, er habe nie ohne ihre Zustimmung
gehandelt und ihr das Geld jeweils zusammen mit der Auszahlungsquittung
übergeben. Es sei erstellt, dass das aus der Erbschaft der Privatklägerin
stammende Geld aufgebraucht sei. Der Verbleib dieses Geldes sei indes trotz
umfangreicher Abklärungen der Strafuntersuchungsbehörden ungeklärt. In diesem
Zusammenhang beanstandet der Beschwerdeführer, dass die Ermittlungen sich
ausschliesslich auf ihn und seine Familie beschränkt hätten. Die
Untersuchungsbehörden hätten nie ernstlich in Betracht gezogen, dass die
fehlenden Gelder auf einem anderen Weg hätten verschwunden sein können. Die
Finanzermittlungen hätten jedenfalls nichts ergeben, was ihn belasten und den
Tatvorwurf bestätigen würde. Es gebe mithin nicht den geringsten Hinweis
darauf, dass er sich aus den Geldbezügen unrechtmässig bereichert habe
(Beschwerde S. 4 ff.).

1.2.2. Im Eventualstandpunkt macht der Beschwerdeführer geltend, die
Privatklägerin sei über alle Bancomatbezüge im Bild gewesen und habe sie
genehmigt. Die Vorinstanz habe in diesem Zusammenhang die entlastenden Aussagen
des verantwortlichen Kundenbetreuers der Bank B.________, der Tochter und des
früheren Anwalts der Privatklägerin sowie die Akten der Sozial- und
Vormundschaftsbehörde Volketswil nicht zu seinen Gunsten berücksichtigt. Aus
diesen Bekundungen und Unterlagen ergebe sich, dass die Privatklägerin von
verschiedener Seite laufend auf die hohen Bargeldbezüge angesprochen worden
sei. Die Bezüge seien ihr mithin bewusst gewesen. Namentlich zum Kundenbetreuer
der Bank B.________ habe diese einen intensiven Umgang gepflegt, wobei die
Bancomatbezüge bei jedem persönlichen Kontakt zur Sprache gekommen seien. Zudem
habe am 9. März 2009 bei der Sozialbehörde Volketswil (Vormundschaftswesen)
eine Besprechung mit der Privatklägerin stattgefunden. Dabei seien keine
Massnahmen eingeleitet worden. Die Transaktionen bis Ende Februar 2009 hätten
daher als behördlich abgesegnet zu gelten (Beschwerde S.6 ff.).

2.

2.1. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zu Grunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Gemäss Art. 97 Abs. 1 BGG
kann die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz im
bundesgerichtlichen Verfahren nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich
unrichtig, d.h. willkürlich ist oder auf einer Verletzung von schweizerischem
Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht, und wenn die Behebung des Mangels für
den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann. Die Rüge der willkürlichen
Feststellung des Sachverhalts prüft das Bundesgericht gemäss Art. 106 Abs. 2
BGG nur insoweit, als sie in der Beschwerde explizit vorgebracht und
substantiiert begründet worden ist. In der Beschwerde muss im Einzelnen
dargelegt werden, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem qualifizierten
und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 138 I 171 E. 1.4; 136 II 489 E. 2.8;
133 IV 286 E. 1.4).

2.2.

2.2.1. Der Beschwerdeführer rügt zunächst, es fehle am Nachweis einer
unrechtmässigen Bereicherung. Sinngemäss macht er damit geltend, die Vorinstanz
habe zu Unrecht seine Täterschaft festgestellt. Insofern erweist sich seine
Beschwerde als unbegründet, soweit sie den Begründungsanforderungen genügt. Was
er gegen den Schuldspruch des gewerbsmässigen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage einwendet, erschöpft sich weitgehend in einer blossen
appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil, auf welche das Bundesgericht
nicht eintritt (BGE 140 III 264 E. 2.3). Das Bundesgericht ist keine
Berufungsinstanz, die eine freie Prüfung in rechtlicher und tatsächlicher
Hinsicht vornimmt. Nach konstanter Rechtsprechung genügt für die Begründung von
Willkür nicht, dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung der
beschwerdeführenden Partei nicht übereinstimmt oder auch eine andere Lösung
oder Würdigung vertretbar erscheint. Willkür liegt nur vor, wenn der
angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen
Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen
Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 141 I 49 E. 3.4 und 70 E. 2.2; 140 I
201 E. 6.1; 138 I 49 E. 7.1 und 305 E. 4.3; 138 V 74 E. 7). Der
Beschwerdeführer hätte somit darlegen müssen, inwiefern die Feststellungen der
Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sein und die vorhandenen Beweise andere
Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen sollen. Diesen Anforderungen wird seine
Beschwerde in weiten Teilen nicht gerecht. Er beschränkt sich darauf, seine
bereits im kantonalen vorgetragenen Argumente zu wiederholen. Namentlich genügt
der blosse Hinweis darauf, dass die umfangreichen Finanzermittlungen keine
Anhaltspunkte dafür ergaben, wohin das Geld letztlich gelangt ist, nicht für
den Nachweis einer willkürlichen Beweiswürdigung. Im Übrigen setzt sich der
Beschwerdeführer auch nicht mit der Erwägung der Vorinstanz auseinander, wonach
nicht vorstellbar sei, dass die Privatklägerin für ihren Lebensunterhalt
monatlich Beträge von Fr. 43'374.60 bzw. (abzüglich der vom Beschwerdeführer
erhaltenen Geschenke von Fr. 85'000.--) von rund Fr. 42'000.-- aufgewendet
habe, so dass angenommen werden müsse, dass der Beschwerdeführer bezogene
Gelder verheimlicht und für sich verbraucht habe (angefochtenes Urteil S. 18
f.). Dasselbe gilt, soweit die Vorinstanz im Zusammenhang mit Bancomatbezügen
während zweier Kuraufenthalte der Privatklägerin ausführt, es sei nicht
ersichtlich, weshalb diese während dieser Zeit Bargeld in der Höhe von Fr.
95'000.-- hätte benötigen sollen, zumal die Aufenthalte mittels
Banküberweisungen bezahlt worden seien und angesichts der Kur-/Klinikbetreuung
eher ein geringerer Bargeldbedarf zu erwarten gewesen wäre. Insgesamt ist das
angefochtene Urteil in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Jedenfalls ist der
Schluss der Vorinstanz nicht schlechterdings unhaltbar.

2.2.2. Unbegründet ist die Beschwerde auch, soweit sich der Beschwerdeführer
eventualiter auf den Standpunkt stellt, die Privatklägerin habe über alle
Bezüge Bescheid gewusst und diese genehmigt. Aus dem angefochtenen Urteil
ergibt sich im Gegenteil, dass die Privatklägerin über das Ausmass der
Bancomatbezüge offensichtlich nicht im Bilde war. Zudem weist die Vorinstanz in
diesem Zusammenhang zutreffend darauf hin, dass der Beschwerdeführer ja gerade
bestreite, von der Privatklägerin mehr als Fr. 85'000.-- erhalten zu haben, so
dass er nicht gleichzeitig behaupten könne, jene habe weitere Bezüge genehmigt.
Dass die Privatklägerin Bezüge genehmigt hätte, die der Beschwerdeführer vor
ihr verheimlicht habe, erachtet die Vorinstanz zudem mit zureichenden Gründen
für ausgeschlossen, zumal die Privatklägerin explizit festgehalten habe, der
Beschwerdeführer habe nie ohne ihr Wissen Geld beziehen dürfen. Schliesslich
habe die Privatklägerin auch klar ausgesagt, sie habe nicht gewusst, dass der
Beschwerdeführer so viel Geld von Bancomaten bezogen habe. Insofern lässt sich
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers aus den Aussagen des
Kundenbetreuers der Bank B.________ oder des früheren Anwalts der
Privatklägerin nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Übrigen erfolgten neben
den 368 Bancomatbezügen von total Fr. 518'800.-- und Rechnungszahlungen von Fr.
866'390.20 auch noch Barbezüge vom Bankschalter in der Höhe von Fr. 913'700.--,
auf welche sich die Anmahnung des Kundenbetreuers bezogen. Schliesslich trifft
nicht zu, dass die Vorinstanz die Aussagen der mit den Finanzen der
Privatklägerin betrauten Fachpersonen nicht berücksichtigt hat. Sie weist
vielmehr darauf hin, dass die Privatklägerin Rückfragen von dieser Seite
unwirsch abgeblockt und Warnungen in den Wind geschlagen habe (angefochtenes
Urteil S. 10, 19, 21 ff.; erstinstanzliches Urteil S. 35). Der Einwand des
Beschwerdeführers geht auch in diesem Punkt nicht über eine appellatorische
Kritik hinaus.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer bringt in rechtlicher Hinsicht vor, er habe die
Bancomatkarte und den entsprechenden Code nicht erschlichen bzw. betrügerisch
erlangt. Er sei befugt gewesen, die Karte zu verwenden. Über diesen Umstand
habe er kein Computersystem getäuscht. Daran änderte auch der Umstand nichts,
dass er allenfalls seine Befugnis überschritten habe. Sollte er seine
Ablieferungspflicht nach Auftragsrecht verletzt haben, wäre dies im Lichte des
Tatbestandes der Veruntreuung zu würdigen. Dies würde sich erheblich auf die
Strafzumessung auswirken, da die Qualifikationsgründe gemäss Art. 138 Ziff. 2
StGB nicht erfüllt seien (Beschwerde S. 9 f.).

3.2. Die Vorinstanz nimmt in rechtlicher Hinsicht an, das Vorgehen des
Beschwerdeführers stelle einen geradezu typischen Anwendungsfall des
Tatbestands von Art. 147 Abs. 1 StGB dar. Der Beschwerdeführer habe mit der
richtigen Bancomatkarte und dem richtigen Code einen an sich korrekten Vorgang
eingeleitet (Geldausgabe und Belastung auf dem Konto der Privatklägerin). Indem
er auf diese Weise aber unerlaubterweise Geld für sich selbst bezogen habe,
habe er die Datenverarbeitungsanlage über seine Berechtigung getäuscht und
zulasten der Privatklägerin ein unzutreffendes Ergebnis herbeigeführt. Ob er
die Karte und den PIN-Code durch eine strafbare Handlung erlangt habe oder
nicht, sei nicht relevant, da es für die Anwendung von Art. 147 StGB nicht
darauf ankomme, auf welche Weise der Täter die Daten erlangt habe. Der
Beschwerdeführer sei in jedem Fall zu den fraglichen Bezügen nicht befugt
gewesen. Im Übrigen gehe Art. 147 StGB als lex specialis Art. 138 StGB vor.
Eine allfällige Erfüllung des Tatbestandes der Veruntreuung würde deshalb in
unechter Konkurrenz von Art. 147 StGB konsumiert (angefochtenes Urteil S. 27
ff.).

3.3.

3.3.1. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB macht sich des betrügerischen Missbrauchs
einer Datenverarbeitungsanlage schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen
andern unrechtmässig zu bereichern, durch unrichtige, unvollständige oder
unbefugte Verwendung von Daten oder in vergleichbarer Weise auf einen
elektronischen oder vergleichbaren Datenverarbeitungs- oder
Datenübermittlungsvorgang einwirkt und dadurch eine Vermögensverschiebung zum
Schaden eines anderen herbeiführt oder eine Vermögensverschiebung unmittelbar
darnach verdeckt. Handelt der Täter gewerbsmässig, so wird er nach Abs. 2
derselben Bestimmung strenger bestraft.

 Der Tatbestand wurde geschaffen, um den sog. Computerbetrug, bei welchem nicht
ein Mensch, sondern eine Maschine getäuscht und der daher nicht unter den
klassischen Betrugstatbestand fällt, erfassen zu können. Die Bestimmung von
Art. 147 StGB lehnt sich an den Tatbestand des Betruges an. Dabei tritt an die
Stelle der arglistigen Täuschung und der Erweckung eines Irrtums beim
Täuschungsopfer die Datenmanipulation und das Erzielen eines unzutreffenden
Ergebnisses der Datenverarbeitung, und an die Stelle der Vermögensdisposition
des Betrugsopfers die vom Computer vorgenommene Vermögensverschiebung zu Lasten
Dritter, etwa durch Auszahlung eines Barbetrages, durch eine Gutschrift auf ein
Konto oder durch eine unterbliebene "notwendige" Belastung eines Kontos. Die
Vermögensverschiebung muss wie beim Betrug nach Art. 146 StGB einen
Vermögensschaden bewirken (BGE 129 IV 315 E. 2.1; Botschaft über die Änderung
des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes [strafbare
Handlungen gegen das Vermögen und Urkundenfälschung] vom 24. April 1991, BBl
1991 II S. 1020 f.).

3.3.2. Die Bestimmung von Art. 147 Abs. 1 StGB erfasst namentlich Fälle, in
welchen Unberechtigte durch Verwendung an sich "richtiger" Daten in die
Datenverarbeitung eingreifen. Typischer Anwendungsfall ist die Benutzung einer
Codekarte an einem Geldausgabeautomaten durch den Nichtberechtigten (vgl. BGE
129 IV 315 E. 2.2.1). In der Lehre wird in Bezug auf diese Tatvariante darauf
hingewiesen, dass das unbefugte Handeln grundsätzlich kein Element des
Betrugstatbestands darstellt und dass hierin eine gewisse Annäherung an die
Eigentumsdelikte liegt ( NIKLAUS SCHMID, Computer- sowie Check- und
Kreditkartenkriminalität, 1994, § 7/StGB 147 N 61; ANDREAS DONATSCH, Strafrecht
III, 10. Aufl. 2013, S. 249; Trechsel/Crameri, Schweizerisches Strafgesetzbuch
Praxiskommentar, 2. Aufl., 2013, Art. 147 N 6; Hurtado Pozo, Droit pénal,
Partie spéciale, 2009, N 1240 f.). Es wird daher zum Teil verlangt, die
unbefugte Verwendung müsse Täuschungselemente aufweisen ( SCHMID, a.a.O.).
Darüber hinaus wird im Schrifttum zu Recht vorgebracht, es sei irrelevant, auf
welche Art und Weise der Täter die betreffenden Daten erlangt habe ( DONATSCH,
a.a.O.. S. 250; GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl.
2013, Art. 147 N 11). Nicht unter den Tatbestand fällt hingegen die blosse
vertragswidrige Verwendung der Karte durch den berechtigten Inhaber; diese ist
gegebenenfalls unter den Tatbestand der Veruntreuung oder der ungetreuen
Geschäftsbesorgung zu subsumieren (Günter Stratenwerth et. al., Schweizerisches
Strafrecht, Bes. Teil I, 7. Aufl., 2010, § 16 N 7; Donatsch, a.a.O., S. 250).
Insofern ergeben sich keine Differenzen zu dem vom Beschwerdeführer angeführten
kantonalen Entscheid (Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 17. April 2005,
in: GVP-SG S. 141 Nr. 56).

3.4. Das angefochtene Urteil ist auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden.
Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz vertraute die
Privatklägerin dem Beschwerdeführer ihre Bancomatkarte mit dem zugehörigen Code
nicht über einen längeren Zeitraum mit der Befugnis zur Benutzung unter
bestimmten Bedingungen an. Der Beschwerdeführer war mithin gegenüber Dritten
nicht grundsätzlich zur Benutzung der Karte berechtigt. Insofern ist ohne
Bedeutung, dass zwischen dem Beschwerdeführer und der Privatklägerin ein
Vertrauensverhältnis bestand, welches jener missbrauchte, wenn er die Karte für
eigene Zwecke verwendete. Die von der Privatklägerin erteilte Vollmacht zum
Bezug von Bargeld an Bancomaten bezog sich vielmehr nur auf die jeweiligen
einzelnen Bezüge. Nur für diese war der Beschwerdeführer autorisiert. Indem er
über diese Einzelbefugnisse hinaus weitere Male mit der Karte Geld abhob, hat
er die Karte nicht bloss im internen Verhältnis vertragswidrig verwendet,
sondern auch die Datenverarbeitungsanlage über die Berechtigung zu ihrer
Verwendung "getäuscht", wie wenn er einem Bankangestellten eine unbeschränkte
Vollmacht zum Abheben des Geldes vorgetäuscht hätte (Arzt et al., Strafrecht,
Besonderer Teil, 3. Aufl., Bielefeld 2015, § 21 N 40). Im Ergebnis hat die
Verwendung somit zu einem unzutreffenden Datenverarbeitungsvorgang geführt. Der
Schuldspruch wegen gewerbsmässigem betrügerischem Missbrauch einer
Datenverarbeitungsanlage verletzt daher kein Bundesrecht.

4.

 Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Bei diesem Ausgang trägt der Beschwerdeführer die Kosten des
bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Da sein Rechtsbegehren von
vornherein als aussichtslos (vgl. BGE 140 V 521 E. 9.1; 138 III 217 E. 2.2.4)
erschien, ist sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen (Art. 64
Abs. 1 BGG). Seinen eingeschränkten finanziellen Verhältnissen kann bei der
Festsetzung der Gerichtsgebühr Rechnung getragen werden (Art. 65 Abs. 2 BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. Oktober 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Boog

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