Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.671/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_671/2015

Urteil vom 30. Juni 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichtanhandnahme (Amtsmissbrauch),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, vom 20. Mai 2015.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1. 
Mit Verfügung vom 2. Februar 2015 nahm die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
eine Strafuntersuchung gegen Y.________, eine Angestellte der Ombudsstelle der
Stadt Zürich, wegen Amtsmissbrauchs nicht an die Hand. Das Obergericht des
Kantons Zürich wies die dagegen erhobene Beschwerde des Beschwerdeführers am
20. Mai 2015 ab.
Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt der Beschwerdeführer, der Beschluss des
Obergerichts vom 20. Mai 2015 sei aufzuheben, und die Untersuchung wegen
Amtsmissbrauchs sei an die Hand zu nehmen.

2. 
Gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG ist der Privatkläger zur Beschwerde in
Strafsachen nur berechtigt, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die
Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann. Als Zivilansprüche im Sinne
dieser Bestimmung gelten solche, die ihren Grund im Zivilrecht haben und
deshalb ordentlicherweise vor dem Zivilgericht durchgesetzt werden müssen.
Nicht in diese Kategorie gehören Ansprüche, die sich aus öffentlichem Recht
ergeben. Öffentlich-rechtliche Ansprüche, auch solche aus Staatshaftungsrecht,
können nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden und zählen
nicht zu den Zivilansprüchen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG
(Urteil 6B_530/2013 vom 13. September 2013).
Gemäss § 6 des zürcherischen Haftungsgesetzes vom 14. September 1969 (LS 170.1)
haftet der Kanton für den Schaden, den ein Angestellter in Ausübung amtlicher
Verrichtungen einer dritten Person widerrechtlich zufügt (Abs. 1). Dem
Geschädigten steht kein Anspruch gegen den Angestellten zu (Abs. 4). Das Gesetz
gilt für den Kanton und für die Gemeinden und für die in ihrem Dienste
stehenden Personen (§ 1 und 2). Der vom Beschwerdeführer gegen die Angestellte
der Ombudsstelle der Stadt Zürich erhobene strafrechtliche Vorwurf des
Amtsmissbrauchs kann allenfalls Staatshaftungsansprüche betreffen. Nach
ständiger Rechtsprechung können indessen öffentlich-rechtliche Ansprüche aus
Staatshaftung nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden und
zählen nicht zu den Zivilansprüchen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5
BGG (BGE 131 I 455 E. 1.2.4 S. 461; 128 IV 188 E. 2.2 f. S. 191 f.; Urteile
6B_1108/2014 vom 30. Januar 2015 E. 2; 6B_351/2015 vom 27. April 2015 E. 2; je
mit Hinweisen). Gegen die Angestellte der Ombudsstelle der Stadt Zürich stehen
dem Beschwerdeführer somit keine zivilrechtlichen Ansprüche zu. Er ist zur
Beschwerde in Strafsachen nicht legitimiert.

3. 
Unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache selbst können
Privatkläger die Verletzung jener Parteirechte geltend machen, die ihnen nach
dem kantonalen Verfahrensrecht, der Bundesverfassung oder der EMRK zustehen und
deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung bedeutet. Soweit eine Rüge
zulässig ist, ist sie in der Beschwerde vorzubringen und es ist klar und
detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen,
inwieweit das angerufene Recht verletzt worden sein soll (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Ausführungen, die den Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG genügen, finden
sich in der Beschwerdeeingabe des Beschwerdeführers nicht. Dies gilt auch für
die sinngemäss erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Aus der
Beschwerde ergibt sich nicht ansatzweise, mit welchen zahlreichen wesentlichen
Fakten sich die kantonalen Vorinstanzen nicht befasst haben sollten.

4. 
Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Bei
diesem Ausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art.
66 Abs. 1 BGG).

 Demnach erkennt der Präsident:

1. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. Juni 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Arquint Hill

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