Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.679/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_679/2015

Urteil vom 1. Oktober 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________ GmbH,
vertreten durch Mato Ivankovic,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichtanhandnahme, verspätete Einsprache,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, vom 7. Mai 2015.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.

 Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat stellte mit Verfügung vom 30. März 2015
eine Strafuntersuchung gegen verschiedene Personen wegen Betrugs etc. ein. Die
Verfügung wurde von der Beschwerdeführerin am 4. April 2015 in Empfang
genommen. Da die in Kroatien auf die Post gegebene Beschwerde die
schweizerische Grenzstelle erst am 16. April 2015 erreichte, trat das
Obergericht des Kantons Zürich am 7. Mai 2015 infolge Verspätung darauf nicht
ein.

 Die Beschwerdeführerin wendet sich ans Bundesgericht, ohne einen
ausdrücklichen Antrag zu stellen. Offensichtlich strebt sie ein Eintreten auf
die im Kanton eingereichte Beschwerde an.

2.

 In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann auf die Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (vgl. Beschluss S. 3/4). Das Beharren auf der Einhaltung der
gesetzlichen Fristen und Formen stellt keine Verletzung der EMRK und des Rechts
auf ein faires Verfahren dar. Die für die Beschwerdeführerin handelnden
Personen hätten sich als juristische Laien über die in der Schweiz geltenden
Vorschriften erkundigen müssen. Dass sie dies unterlassen haben, gereicht ihnen
jetzt zum Nachteil. Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG
abzuweisen.

3.

 Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1
BGG). Das nachträglich gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist
abzuweisen, weil juristische Personen nach der Rechtsprechung darauf nur einen
Anspruch haben, wenn ihr einziges Aktivum im Streit liegt. Die
Beschwerdeführerin ist eine GmbH, und sie macht nicht geltend, dass es bei der
Strafanzeige um ihr einziges Aktivum ging, weshalb kein Ausnahmefall vorliegt
(Urteil 5A_446/2009 vom 19. April 2013, E. 4.2).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Oktober 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Monn

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