Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.720/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_720/2015

Urteil vom 5. April 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiberin Pasquini.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Zürcherstrasse 323, 8510
Frauenfeld,

und

Beschwerdegegner 2-155.

Gegenstand
Mehrfachen gewerbsmässigen Betrug etc.; atypische Auslieferung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 25.
Februar 2015.

Sachverhalt:

A.
Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität
des Kantons Thurgau führte gegen X.________ eine Strafuntersuchung wegen des
Verdachts auf gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, Sachbeschädigung,
Hausfriedensbruch, gewerbsmässigen Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung,
Misswirtschaft, Unterlassen der Buchführung und Widerhandlungen gegen das
Strassenverkehrsgesetz.
X.________ reiste im Frühjahr 2006 in die Republik der Philippinen. Am 24. Mai
2006 erliess das Kantonale Untersuchungsrichteramt einen internationalen
Haftbefehl gegen ihn, den es am 26. September 2006 erneuerte und im Hinblick
auf ein Rechtshilfeverfahren erweiterte. Die schweizerische Botschaft leitete
das Auslieferungsersuchen des Bundesamts für Justiz (nachfolgend BJ) an das
philippinische Aussenministerium weiter. Eine Email an das BJ vom 17. Oktober
2006 rapportierte eine am gleichen Tag in der schweizerischen Botschaft
stattgefundene Zusammenkunft zwischen zwei hochrangigen philippinischen
Interpol-Funktionären und einem Botschaftsmitarbeiter. Das Kantonale
Untersuchungsamt befürwortete das von den philippinischen Behörden
vorgeschlagene Vorgehen. Das BJ informierte die Vertretung in Manila
entsprechend. Weiter beantragte das Kantonale Untersuchungsamt beim Bundesamt
für Polizei (Fedpol) die Entkräftung der Ausweisschriften von X.________.
Am 19. Oktober 2006 verhafteten die philippinischen Behörden X.________. Am
folgenden Tag besuchte ihn ein Botschaftsmitarbeiter im "Detention Center" des
"Bureau of Immigration" in Manila und übergab ihm das an neu inhaftierte
Schweizerbürgerinnen und Schweizerbürger abzugebende Informationsschreiben samt
Beilagen sowie eine Kopie des Schreibens des Fedpol betreffend "Ausweisentzug -
rechtliches Gehör". Er informierte X.________ darüber, dass sowohl die
schweizerischen als auch die philippinischen Behörden an einer schnellen
Auslieferung interessiert seien. X.________ kam zum Schluss, er werde dem
Verfahren zustimmen, falls ihm dadurch "keine Rechte abhanden" kämen. Daraufhin
sicherte ihm der Botschaftsmitarbeiter zu, eine schnelle Auslieferung werde
keinen Einfluss auf das Untersuchungsverfahren in der Schweiz haben.
Das an X.________ ausgehändigte Informationsblatt macht darauf aufmerksam, dass
ein Anwalt beizogen werden kann. Der beigelegte Fragebogen enthält in der
Rubrik Informationen über den Anwalt die Frage: "Wünschen Sie, dass die
Botschaft Ihnen Namen und Adressen von privaten Anwälten gibt?". X.________
füllte in diese Rubrik ein: "Wenn ich nicht umgehend entlassen und heimreisen
kann, wünsche ich Verteidiger + Dolmetscher". Die Rubrik "Verhaftungsgründe"
versah er mit einem Fragezeichen. In der Folge verfasste er drei Schreiben. Mit
der Einverständniserklärung vom 20. Oktober 2006 verzichtete er auf ein
formelles Auslieferungsverfahren, sofern er damit "keine Rechte aufgebe". Mit
Schreiben vom 22. Oktober 2006 an die Botschaft beantragte er, es sei von einem
Ausweisentzug abzusehen. Sodann beschwerte er sich am 27. Oktober 2006 bei der
Botschaft über das schleppende Vorankommen des ganzen Verfahrens.
X.________ reiste am 6. November 2006 in Begleitung zweier philippinischer
Beamter via Hongkong in die Schweiz ein und wurde den thurgauischen Behörden
übergeben.

B.
Das Bezirksgericht Arbon erklärte X.________ am 17./18./19./20. und 25.
September 2012 sowie 7. Februar 2013 des mehrfachen gewerbs- und bandenmässigen
Diebstahls und des Versuchs dazu (Sachverhalte Nr. 1, 3-11 [Versuch], 12-17, 19
[Versuch], 23, 24, 26-34, 36-38, 40-42, 44, 45 [Versuch] sowie 49 Deliktsliste
Einbruchdiebstahl [nachfolgend EBD] und SVG), des Missbrauchs von Ausweisen und
Schildern (Sachverhalt Nr. 47 Deliktsliste EBD und SVG), des mehrfachen
gewerbsmässigen Betrugs und des Versuchs dazu (Sachverhalte Nr. 1-66, 67
[Versuch], 68-76, 77 [tlw. Versuch], 78-86, 87 [Versuch], 88-94, 95 [tlw.
Versuch], 96-113, 114 [tlw. Versuch], 115, 116 [tlw. Versuch], 117-140, 141
[tlw. Versuch], 142-152, 153 [tlw. Versuch], 154-161, 162 [tlw. Versuch], 163,
164 [tlw. Versuch], 165 185, 186 [tlw. Versuch], 187-207, 208 [Versuch],
209-224, 225 [tlw. Versuch], 226-232, 233 [tlw. Versuch], 234-238, 239 [tlw.
Versuch], 240-246, 247 [Versuch], 248-254, 255 [tlw. Versuch], 256-265, 266
[tlw. Versuch], 267-269, 270 [Versuch], 271-276, 277 [tlw. Versuch] und 278-292
Deliktsliste Betrug), der mehrfachen qualifizierten ungetreuen
Geschäftsbesorgung und des Versuchs dazu (Sachverhalte Nr. 1-61, 64-66, 67
[Versuch], 68-76, 77 [tlw. Versuch], 78-86, 87 [tlw. Versuch], 88-94, 95 [tlw.
Versuch], 96-113, 114 [tlw. Versuch], 115, 116 [tlw. Versuch], 117-140, 141
[tlw. Versuch], 142-152, 153 [tlw. Versuch], 154-161, 162 [tlw. Versuch], 163,
164 [tlw. Versuch], 165-185, 186 [tlw. Versuch], 187-191, 193-207, 208
[Versuch], 209-224, 225 [tlw. Versuch], 226-232, 233 [tlw. Versuch], 234-238,
239 [tlw. Versuch], 240-246, 247 [Versuch], 248-254, 255 [tlw. Versuch],
256-265, 266 [tlw. Versuch], 267-269, 270 [Versuch], 271-276, 277 [tlw.
Versuch], 278-280 und 282-290 Deliktsliste Betrug), der mehrfachen
Misswirtschaft und des Versuchs dazu (Sachverhalte Nr. 1-61, 64-66, 67
[Versuch], 68-76, 77 [tlw. Versuch], 78-86, 87 [tlw. Versuch], 88-94, 95 [tlw.
Versuch], 96-107, 109-113, 114 [tlw. bis Versuch], 115, 116 [tlw. Versuch],
117-122, 124-140, 141 [tlw. Versuch], 142-152, 153 [tlw. Versuch], 154-161, 162
[tlw. Versuch], 163, 164 [tlw. Versuch], 165-181, 183-185, 186 [tlw. Versuch],
187, 189-191, 193-197, 199, 201, 206, 224, 279-280, 282 und 290 Deliktsliste
Betrug) und der mehrfachen Unterlassung der Buchführung im Zusammenhang mit der
A.________ AG schuldig. Die Verfahren betreffend gewerbs- und bandenmässigen
Diebstahl (Sachverhalte Nr. 21 und 22 Deliktsliste EBD und SVG), mehrfache
Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruch (sämtliche einschlägige
Sachverhalte gemäss Deliktsliste EBD und SVG), Entwendung zum Gebrauch
(Sachverhalt Nr. 36 Deliktsliste EBD und SVG), mehrfaches Fahren trotz
Ausweisentzugs sowie mehrfaches Führen eines Motorfahrzeugs ohne
Versicherungsschutz (sämtliche einschlägige Sachverhalte gemäss Deliktsliste
EBD und SVG), mehrfachen Missbrauch von Ausweisen und Schildern (Sachverhalte
Nr. 18, 39 sowie 43 Deliktsliste EBD und SVG) sowie betreffend mehrfacher
Unterlassung der Buchführung im Zusammenhang mit der B.________ GmbH, der
C.________ AG und der D.________ AG stellte es ein. Das Bezirksgericht sprach
X.________ frei von den Vorwürfen des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls
(Sachverhalte Nr. 2 und 35 Deliktsliste EBD und SVG), des mehrfachen
Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, der mehrfachen qualifizierten
ungetreuen Geschäftsbesorgung (Sachverhalte Nr. 62, 63, 192, 281, 291 und 292
Deliktsliste Betrug), der mehrfachen Misswirtschaft (Sachverhalte Nr. 62, 63,
108, 123, 182, 188, 192, 198, 200, 202-205, 207-223, 225-278, 281, 283-289, 291
sowie 292 Deliktsliste Betrug) und der mehrfachen Unterlassung der Buchführung
im Zusammenhang mit der E.________ AG und der F.________ AG. Es verurteilte ihn
zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren, tlw. als Zusatzstrafe zum Entscheid
des Bezirksgerichts Werdenberg und Sargans vom 5. November 2002, zur
Strafverfügung des Bezirksamts Arbon vom 20. September 2003, zum Strafbescheid
des Untersuchungsamts Uznach vom 5. Februar 2004, zum Strafbescheid des
Untersuchungsamts Altstätten vom 28. September 2004 und zum Entscheid des
Kreisgerichts St. Gallen vom 13. Oktober 2005. Das Bezirksgericht verpflichtete
X.________ teilweise solidarisch mit G.________, H.________ und I.________
verschiedenen Privatklägern Schadenersatz zu bezahlen. Gegen dieses Urteil
erhob X.________ Berufung.
Das Obergericht des Kantons Thurgau trat am 25. Februar 2015 nicht auf das
Ausstandsbegehren gegen den Obergerichtspräsidenten ein. Es wies die Berufung
von X.________ ab, bestätigte vollumfänglich den erstinstanzlichen Entscheid
und stellte auch die Verfahren betreffend gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl
(Sachverhalt Nr. 23 Deliktsliste EBD und SVG) sowie betreffend gewerbsmässigen
Betrug (Sachverhalt Nr. 53 Deliktsliste Betrug) ein.

C.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen sinngemäss, die Urteile des
Obergerichts des Kantons Thurgau vom 25. Februar 2015 und des Bezirksgerichts
Arbon vom 17./18./19./20. und 25. September 2012 sowie 7. Februar 2013 seien
aufzuheben. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die
Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Es sei ihm für das Verfahren die notwendige
Verteidigung in der Person von Rechtsanwalt J.________ zu bestellen. Bei
Mängeln in der Beschwerdeschrift sei ihm die Gelegenheit zur Korrektur zu
geben. Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung.

Erwägungen:

1.
Die Begründung der Beschwerde muss in der Beschwerdeschrift selbst enthalten
sein. Soweit der Beschwerdeführer auf Akten aus dem vorinstanzlichen Verfahren
verweist (z.B. Beschwerde S. 100) oder diese seiner Eingabe lediglich beilegt
(z.B. Beschwerde S. 88) ist darauf nicht einzutreten (BGE 138 IV 47 E. 2.8.1;
134 I 303 E. 1.3; je mit Hinweisen).
Auf die Beschwerde ist weiter nicht einzutreten, sofern die Aufhebung bzw.
Nichtigerklärung des erstinstanzlichen Urteils beantragt wird (Beschwerde S.
1). Anfechtungsobjekt der Beschwerde in Strafsachen ist das Urteil des
Obergerichts des Kantons Thurgau vom 25. Februar 2015 als letztinstanzlicher
kantonaler Entscheid (Art. 80 Abs. 1 BGG).
Unbeachtlich ist das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Vorinstanz hätte ihm
gestützt auf die Frage- und Fürsorgepflicht gemäss Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Art.
385 und Art. 400 StPO die Gelegenheit zur Nachbesserung allfällig ungenügender
Eingaben erteilen müssen (Beschwerde S. 7). Diese Bestimmungen beziehen sich
nicht auf das mündliche Berufungsverfahren.
Die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Anordnung der Untersuchungshaft (Urteil
1B_217/2011 vom 7. Juni 2011) hat das Bundesgericht schon entschieden und ist
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, ebenso die Rüge der falschen
Protokollierung (Urteile 1B_567/2011 vom 30. März 2012 und 1B_311/2011 vom 30.
August 2011).
Der Beschwerdeführer erhebt etliche Vorwürfe und Rügen. Soweit im Folgenden auf
seine Ausführungen nicht eingegangen wird, sind sie für die Entscheidfindung
offensichtlich rechtlich nicht relevant oder genügen den
Begründungsanforderungen im Sinne von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG
nicht (vgl. BGE 138 I 274 E. 1.6 mit Hinweis). Dies ist beispielsweise der
Fall, wenn er pauschal rügt, die Vorinstanz gehe nicht auf seine Vorbringen
betreffend öffentliche, faire Verhandlung, unmittelbare Beweisaufnahme,
Ermittlung der materiell-historischen Wahrheit, Aufklärungs-, Untersuchungs-
und Beweislastgrundsatz, Beweisantragsrecht sowie verbotene
Beweiserhebungsmethoden etc. ein (Beschwerde S. 7 f.). Auf die Beschwerde kann
auch hinsichtlich der Rügen Missachtung der Menschenwürde,
Rechtsstaatsgarantien, des Legalitätsprinzips und der Justizförmigkeit nicht
eingetreten werden (Beschwerde S. 96-100). Die Behauptung, eine Vielzahl von
Prozesshandlungen sei gesetzeswidrig, genügt den Begründungsanforderungen nicht
(Beschwerde S. 99 Ziff. 379). Gleich verhält es sich in Bezug auf die Themen
faire, öffentliche Verhandlung, unmittelbare Beweisaufnahme, Gewaltenteilung
(Beschwerde S. 101-105), Beweisführung und Wahrheitsfindung (Beschwerde S.
105-121) oder der Personalbeweis, Einvernahmen als Beweismittel,
Amtsaufklärung, Wahrheitsgrundsatz, Unschuldsvermutung, Beweiswürdigung,
unparteiischer Richter (Beschwerde S. 130-140). Mangels hinreichender
Begründung ist sein Antrag, alle Beweisaufnahmen seien vom Gericht zu
wiederholen, denn die Staatsanwaltschaft habe Kabinettsjustiz betrieben, nicht
zu behandeln (Beschwerde S. 104 Ziff. 417). Auf die Beschwerde ist überdies
nicht einzutreten (z.B. Beschwerde S. 141-144 zu Teilnahmerechte an
Beweiserhebungen und Anspruch auf Konfrontation oder Beschwerde S. 145 f. zur
Befragung von Entlastungszeugen sowie z.B. Beschwerde S. 137 ff. zur
Beweiswürdigung oder Beschwerde S. 176-179 zur Strafzumessung), soweit sich der
Beschwerdeführer nicht einmal ansatzweise mit den jeweiligen Erwägungen der
Vorinstanz auseinandersetzt (z.B. Urteil S. 47-51 E. F oder S. 26 E. 3 bzw. S.
59 ff. E. J oder S. 142 ff. E. R) und auch damit den Begründungsanforderungen
nicht genügt (Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG; BGE 136 I 65 E. 1.3.1 mit Hinweisen;
134 II 244 E. 2.1).

2.
Der Beschwerdeführer beantragt, bei Mängeln in seiner Beschwerdeschrift sei ihm
die Korrektur zu ermöglichen (Beschwerde S. 1).
Das Gesuch ist abzuweisen. Die Frist zur Einreichung einer Beschwerde in
Strafsachen beträgt 30 Tage (Art. 100 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdefrist ist eine
gesetzliche Frist, die nicht erstreckt werden kann (Art. 47 Abs. 1 BGG). Es ist
nicht ersichtlich, dass ein Anwendungsfall von Art. 43 BGG vorliegt. Das
Nachreichen einer ergänzenden Beschwerdebegründung ausserhalb einer Replik hat
innerhalb der Rechtsmittelfrist zu erfolgen (Urteil 6B_1039/2014 vom 24. März
2015 E. 4.3 mit Hinweis). Der vorinstanzliche Entscheid wurde dem
Beschwerdeführer am 28. Mai 2015 eröffnet (act. 8). Die 30-tägige Frist um die
Beschwerde einzureichen, endete am 29. Juni 2015 (Art. 45 Abs. 1 BGG). Der
Beschwerdeführer reichte seine Beschwerde am letzten Tag der Beschwerdefrist
ein. Eine Beschwerdekorrektur innerhalb dieser Frist ist damit nicht mehr
möglich. Auch soweit sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 30. August
2015 ergänzend zur ersten Beschwerdeschrift äussert (act. 10), kann dies nicht
berücksichtigt werden.

3. 

3.1. Der Beschwerdeführer ersucht um Bestellung eines notwendigen Verteidigers
(Beschwerde S. 1).

3.2. Das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren sieht keine notwendige
Verteidigung vor. Unter Vorbehalt von Art. 41 BGG (Unfähigkeit zur
Prozessführung) kommt die Bestellung eines Anwalts nur im Rahmen der
unentgeltlichen Rechtspflege in Betracht (Art. 64 Abs. 2 BGG; Urteil 6B_81/2012
vom 16. Juli 2013 E. 2). Nach Art. 41 Abs. 1 BGG kann das Bundesgericht einer
Partei, die offensichtlich nicht imstande ist, ihre Sache selber zu führen,
einen Anwalt bestellen. Unfähigkeit zur Prozessführung ist nicht leichthin
anzunehmen. Grundsätzlich ist jede Partei selbst dafür verantwortlich, dass
ihre Eingabe den gesetzlichen Anforderungen genügt (Urteil 6B_13/2015 vom 11.
Februar 2015 E. 3 mit Hinweisen). Unfähigkeit, den Prozess selber zu führen,
kann allenfalls bei einem Analphabeten oder bei jemandem angenommen werden, der
sonst im betreffenden Verfahren völlig unbeholfen ist. Entsprechendes dürfte
sich unmittelbar aus den Eingaben der Partei ergeben (vgl. LAURENT MERZ, in:
Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 11 ff. zu Art. 41
BGG).

3.3. Die Eingabe des Beschwerdeführers ist mit 179 eng beschriebenen Seiten
ausgesprochen weitschweifig, aber enthält sowohl klare Rechtsbegehren als auch
teilweise eine Begründung. Die Voraussetzungen für die Bestellung eines
Rechtsanwalts nach Art. 41 BGG sind nicht gegeben. Das Gesuch ist abzuweisen.
Der Beschwerdeführer stellt sodann den Antrag, es sei ihm ein unentgeltlicher
Rechtsanwalt nach Art. 64 Abs. 2 beizuordnen (act. 10). Eine
Beschwerdebegründung ist während der Beschwerdefrist einzureichen. Die
Beschwerdefrist endete am 29. Juni 2015 (E. 2). Eine Ergänzung der Beschwerde
durch einen Rechtsanwalt während der Beschwerdefrist ist daher nicht mehr
möglich.

4. 

4.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches
Gehör und auf ein faires Verfahren. Er macht geltend, es bestehe ein
Widerspruch im vorinstanzlichen Dispositiv, da ihn die Vorinstanz generell vom
Vorwurf des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern freispreche, ihn
aber zugleich des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern (Sachverhalt Nr. 47
Deliktsliste EBD und SVG) schuldig spreche. Ferner verurteile sie ihn in
Anwendung von Strafbestimmungen, für welche er freigesprochen oder in Bezug auf
welche das Verfahren eingestellt worden sei (Beschwerde S. 5 f. und S. 8).

4.2. Letztinstanzlich im Sinne von Art. 80 Abs. 1 BGG ist ein Entscheid, wenn
die Rüge, die Inhalt der Beschwerde an das Bundesgericht sein soll, bei keiner
kantonalen Instanz mehr vorgebracht werden kann. Das heisst, es darf im Kanton
kein Rechtsbehelf irgendwelcher Art mehr zur Verfügung stehen. Die Möglichkeit
der Anfechtung im Kanton schliesst jedoch die Beschwerde an das Bundesgericht
nur aus, wenn auf die Entscheidung der kantonalen Instanz ein Rechtsanspruch
besteht (Urteil 1B_25/2008 vom 2. Juli 2008 E. 1.2.2 mit Hinweis).
Ist das Dispositiv eines Entscheids unklar, widersprüchlich oder unvollständig
oder steht es mit der Begründung im Widerspruch, so nimmt die Strafbehörde, die
den Entscheid gefällt hat, auf Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen eine
Erläuterung oder Berichtigung des Entscheids vor (Art. 83 Abs. 1 StPO).
Erläuterung und Berichtigung sind keine Rechtsmittel, sondern sog.
Rechtsbehelfe. Sie sind nicht fristgebunden, und bezwecken nicht die materielle
Überprüfung eines Entscheids, sondern dessen Klarstellung bzw. die Korrektur
offensichtlicher Versehen. Ein solches liegt vor, wenn aus der Lektüre des
Textes eines gerichtlichen Entscheids eindeutig hervorgeht, dass das, was das
Gericht aussprechen oder anordnen wollte, nicht übereinstimmt mit dem, was es
tatsächlich ausgesprochen oder angeordnet hat (NILS STOHNER, in: Basler
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 2 f. zu Art.
83 StPO; hierzu auch NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung,
Praxiskommentar, 2009, N.1 ff. zu Art. 83 StPO; DANIELA BRÜSCHWEILER, in:
Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung,
2010, N. 1 ff. zu Art. 83 StPO; je mit Hinweisen).

4.3. Die Kritik des Beschwerdeführers ist berechtigt. Das Dispositiv des
vorinstanzlichen Urteils ist in sich widersprüchlich und steht im Widerspruch
zur Begründung. In Dispositiv-Ziff. 4 erklärt die Vorinstanz den
Beschwerdeführer unter anderem schuldig des Missbrauchs von Ausweisen und
Schildern (Sachverhalt Nr. 47 Deliktsliste EBD und SVG). In Dispositiv-Ziff. 5
spricht sie ihn unter anderem frei vom Vorwurf des mehrfachen Missbrauchs von
Ausweisen und Schildern. Der Begründung lässt sich entnehmen, dass der
Freispruch vom Vorwurf des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern
nicht vollumfänglich erfolgte, sondern nur - wie schon im erstinstanzlichen
Entscheid - in Bezug auf die Sachverhalte Nr. 15, 39 und 43 Deliktsliste EBD
und SVG (Urteil S. 20 E. B.2 und S. 140 f. E. Q). Damit ergibt sich, dass der
Fehler nicht auf einer unrichtigen richterlichen Willensbildung beruht, sondern
auf einem redaktionellen Versehen. Gleich verhält es sich in Bezug auf die in
Dispositiv-Ziff. 6 des Urteils (Strafpunkt) als angewendet bezeichneten
Strafbestimmungen, obwohl diesbezüglich das Verfahren eingestellt wurde (z.B.
Art. 144 Abs. 1 StGB Sachbeschädigung). Zur Korrektur dieser offensichtlichen
Versehen steht die Berichtigung gemäss Art. 83 StPO bei der Vorinstanz zur
Verfügung. Der Beschwerdeführer legt weder dar noch ist ersichtlich, dass er
bei der Vorinstanz diesen Rechtsbehelf erhob und die Mängel beanstandete. Auf
die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht einzutreten. Dass die Vorinstanz trotz
diverser Freisprüche und Verfahrenseinstellungen eine höhere Strafe ausfällt
als ursprünglich von der Staatsanwaltschaft beantragt, lässt entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers nicht darauf schliessen, es handle sich bei
den Fehlern im Urteilsdispositiv nicht um ein Versehen. Die Vorinstanz ist in
ihrer Strafzumessung nicht an den Antrag in der Anklageschrift gebunden.

5. 

5.1. Der Beschwerdeführer wendet ein, Oberrichter K.________ habe ein
persönliches Interesse in der Sache und sei vorbefasst sowie befangen. Die
Vorinstanz erachte sein Ausstandsgesuch zu Unrecht als verspätet. Oberrichter
K.________ habe nicht gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. c StPO (recte: Art. 58 Abs. 2
StPO) Stellung zum Gesuch bezogen. Nicht zulässig sei auch, dass die Vorinstanz
über den Ausstand von Oberrichter K.________ im Endentscheid mit seiner
Mitwirkung befunden habe (Beschwerde S. 8-11).

5.2. Der Beschwerdeführer beanstandete erstmals an der Berufungsverhandlung vom
23. Februar 2015, dass Oberrichter K.________ befangen sei. Die Vorinstanz
erachtete das Ausstandsgesuch als verspätet, offensichtlich unbegründet und
querulatorisch, weshalb sie nicht darauf eintrat (Urteil S. 16-20).

5.3. Nach Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person Anspruch
darauf, dass ihre Sache von einem durch Gesetz geschaffenen, zuständigen,
unabhängigen und unparteiischen Gericht ohne Einwirken sachfremder Umstände
entschieden wird. Dieser Anspruch ist verletzt, wenn bei einer Gerichtsperson -
objektiv betrachtet - Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der
Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen.
Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten der betreffenden
Person oder in äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur
begründet sein. Für den Ausstand wird nicht verlangt, dass der Richter
tatsächlich befangen ist. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei
objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit
erwecken. Eine gewisse Besorgnis der Voreingenommenheit und damit Misstrauen in
das Gericht kann bei den Parteien immer dann entstehen, wenn einzelne
Gerichtspersonen in einem früheren Verfahren mit der konkreten Streitsache
schon einmal befasst waren. In einem solchen Fall sogenannter Vorbefassung
stellt sich die Frage, ob sich ein Richter durch seine Mitwirkung an früheren
Entscheidungen in einzelnen Punkten bereits in einem Mass festgelegt hat, die
ihn nicht mehr als unvoreingenommen und dementsprechend das Verfahren nicht
mehr offen erscheinen lassen (vgl. BGE 140 I 326 E. 5.1; 137 I 227 E. 2.1; 131
I 113 E. 3.4 f.; je mit Hinweisen).
Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person
verlangen, so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes
Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat (Art. 58 Abs. 1
StPO). Nach der Rechtsprechung muss der Ablehnungsgrund unverzüglich nach
dessen Kenntnisnahme geltend gemacht werden; andernfalls ist der Anspruch
verwirkt (BGE 138 I 1 E. 2.2 S. 4; 136 I 207 E. 3.4; 134 I 20 E. 4.3.1, je mit
Hinweisen). Der Ausstand ist mithin so früh wie möglich, d.h. in den nächsten
Tagen nach Kenntnisnahme, zu verlangen. Ein Ablehnungsgesuch, das
beispielsweise erst nach zwei Wochen gestellt wird, ist klarerweise verspätet
(Urteil 1B_499/2012 vom 7. November 2012 E. 2.3 mit Hinweisen).

5.4. 

5.4.1. Der Beschwerdeführer begründet umfangreich, weshalb Oberrichter
K.________ befangen sein soll. Mit der vorinstanzlichen Hauptbegründung, wonach
auf sein Ausstandsgesuch u.a. infolge verspäteter Geltendmachung nicht
eingetreten wurde, setzt er sich nur rudimentär auseinander. Der Feststellung
der Vorinstanz, ihm sei längst bekannt gewesen, dass Obergerichtspräsident
K.________ das Verfahren leite und an der Berufungsverhandlung teilnehmen werde
(Urteil S. 19 E. A.1.d), widerspricht er nicht. Der Beschwerdeführer begründete
sein Ausstandsgesuch vor Vorinstanz mit der Vorbefassung des Oberrichters
aufgrund der inquisitorischen Bestellung des Verteidigers und weil der
Oberrichter ihm Delikte anlaste (letztmals im Schreiben vom 29. Januar 2015),
die nicht Verfahrensgegenstand seien (Plädoyernotizen Berufungsverhandlung des
Beschwerdeführers S. 5 f.). Die Vorinstanz informierte den Beschwerdeführer
bereits mit Schreiben vom 19. Dezember 2013, dass Rechtsanwalt L.________ vom
Offizialmandat entbunden und als neuer Offizialverteidiger für das weitere
Berufungsverfahren Rechtsanwalt M.________ eingesetzt werde (vorinstanzliche
Akten). Im Lichte der vorerwähnten Rechtsprechung erfolgte das erst an der
Berufungsverhandlung vom 23. Februar 2015 gestellte Ausstandsgesuch - selbst
unter Berücksichtigung der Vorbringen des Beschwerdeführers - zu spät. Der
angefochtene Entscheid ist im Ergebnis bezüglich Ausstand nicht zu beanstanden.

5.4.2. Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur soweit vorgebracht werden,
als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG),
was in der Beschwerde darzulegen ist. Hierbei handelt es sich um unechte Noven.
Echte Noven, d.h. Tatsachen, die sich zugetragen haben, nachdem vor der
Vorinstanz keine neuen Tatsachen mehr vorgetragen werden durften, sind vor
Bundesgericht unbeachtlich (BGE 139 III 120 E. 3.1.2; 135 I 221 E. 5.2.4; je
mit Hinweisen).
Soweit der Beschwerdeführer ausführt, er habe vom engen Verhältnis zwischen
Oberrichter K.________ und dem neuen Verteidiger erst kurz vor der Verhandlung
erfahren, die beiden hätten nicht nur seinen Fall, sondern auch seine
Verteidigung miteinander besprochen (Beschwerde S. 11), ist darauf nicht
einzugehen. Gleich verhält es sich mit dem Vorbringen, Oberrichter K.________
habe vor der Verhandlung der Presse selektiv Akten herausgeben lassen. Es ist
weder dargelegt noch ersichtlich, inwiefern erst der angefochtene Entscheid
Anlass dazu gab, diese neuen Tatsachen vorzubringen.

5.5. Da auf das offensichtlich unzulässige Ausstandsbegehren nicht einzutreten
war, musste kein Ausstandsverfahren durchgeführt werden (vgl. BGE 114 Ia 278 E.
1; 105 Ib 301 E. 1.c; Urteil 5F_16/2014 vom 16. September 2014 E. 1 mit
Hinweisen). Nach ständiger Rechtsprechung darf in einem solchen Fall die
Person, gegen welche das Gesuch gerichtet ist, am Entscheid über ihren eigenen
Ausstand mitwirken (BGE 129 III 445 E. 4.2.2 mit Hinweisen; z.B. Urteil 6F_28/
2015 vom 15. Oktober 2015 E. 1.3 mit Hinweisen; MARKUS BOOG, in: Basler
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 59
StPO). Die Rügen der Verletzung von Art. 58 Abs. 2 und Art. 59 StPO erweisen
sich insofern als unbegründet.

6.
Der Beschwerdeführer rügt in mehrfacher Hinsicht eine Verletzung seines
Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil die Vorinstanz in Missachtung ihrer
Begründungspflicht auf seine Vorbringen nicht eingehe.
Der Einwand ist unbegründet. Die Vorinstanz setzt sich mit sämtlichen
entscheidrelevanten Ausführungen des Beschwerdeführers auseinander und
begründet ihren Entscheid hinreichend. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers ist nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Standpunkten
ausführlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt (BGE 139 IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; je mit Hinweis).

7. 

7.1. Der Beschwerdeführer wirft den kantonalen Behörden unter dem Titel
notwendige Verteidigung und Fürsorgepflicht für die Sicherstellung einer
wirksamen Verteidigung vor, im Auslieferungs-, Untersuchungs- und
Gerichtsverfahren die notwendige Verteidigung durch einen Rechtsbeistand
willkürlich behindert sowie vereitelt zu haben (Beschwerde S. 62-95).

7.2. Das Bundesgericht hat die Verletzung der Fürsorgepflicht der Behörden im
Rahmen des Haftverlängerungsverfahrens bereits verneint (Urteil 1B_253/2007 vom
29. November 2007 E. 3). Ebenso war der erneute Wechsel des
Offizialverteidigers wegen nicht wirksamer Verteidigung (vgl. Beschwerde S.
93-95) Gegenstand bundesgerichtlicher Verfahren (Urteile 1B_29/2014 vom 18.
März 2014, 1B_23/2015 vom 9. Februar 2015 und 1B_53/2015 vom 19. Februar 2015).

7.3. Die Vorbringen des Beschwerdeführers erweisen sich als nicht stichhaltig,
soweit sie überhaupt den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art.
106 Abs. 2 BGG genügen. Wird die Verletzung von Grundrechten (einschliesslich
der willkürlichen Anwendung von kantonalem Recht) gerügt, gelten qualifizierte
Anforderungen an die Begründung. Eine solche Rüge prüft das Bundesgericht nicht
von Amtes wegen, sondern nur, wenn sie in der Beschwerde vorgebracht und
substanziiert begründet worden ist. Das bedeutet, dass klar und detailliert
anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, inwiefern
verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein sollen (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE
138 I 225 E. 3.2; 136 I 65 E. 1.3.1; 134 II 244 E. 2.2; je mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer setzt sich mit den vorinstanzlichen Ausführungen nur
oberflächlich auseinander. Er beschränkt sich hauptsächlich darauf, diese als
unzutreffend zu taxieren und seine Sicht der Dinge zu schildern und legt auch
nicht dar, dass und inwiefern die den rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz
zugrunde gelegten tatsächlichen Feststellungen unhaltbar sein sollen. Im
Übrigen kann auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urteil S. 13 f. E. 3.d und E. 3.g, S. 15 f. E. 3.i-l, S. 22-26 E. C und
S. 39 E. D.3.f/cc). Diese hält fest, der Beschwerdeführer habe im Rahmen seiner
Inhaftierung in Manila die Möglichkeit erhalten, einen Rechtsbeistand
beizuziehen. Darauf habe er verzichtet, mit der Bedingung einer raschen
Verbesserung seiner Situation. Ihm sei bewusst gewesen, dass dies nur durch die
rasche Verbringung in die Schweiz eintreten würde und dass der Beizug eines
Anwalts hierzu nicht dienlich sei. Es habe keine die Willensbildung
beeinträchtigende Drucksituation vorgelegen. Der Beschwerdeführer habe sich
frei entscheiden können, ob er einen Anwalt beiziehen wolle, wobei dann
vermutlich das ordentliche Auslieferungsverfahren mit den damit verbundenen
zeitlichen Verzögerungen durchgeführt worden wäre, oder ob er mit dem
informellen Verfahren, wie es die philippinischen Behörden vorgeschlagen
hatten, einverstanden sein sollte. Das sich stellende Dilemma habe er selber zu
verantworten (Urteil S. 39 E. D.3.f/cc). Nicht ersichtlich ist, dass und
inwiefern die schweizerische Botschaft in Manila ihren Pflichten nicht
nachgekommen sein sollte (z.B. Beschwerde S. 71 und S. 77). Den
vorinstanzlichen Erwägungen zur notwendigen und wirksamen Verteidigung in den
weiteren Verfahrensstadien und dem Verzicht des Beschwerdeführers im
Untersuchungsverfahren auf amtliche Verteidigung vom 15. Februar 2007 ist
nichts beizufügen. Wie bereits erwähnt, kann darauf verwiesen werden (Urteil S.
22 ff. E. C.2).

8. 

8.1. Der Beschwerdeführer kritisiert, bei seiner Übergabe von den Philippinen
in die Schweiz handle es sich um eine völkerrechtswidrige Entführung. Die
schweizerischen Behörden hätten alles unternommen, um ein korrektes
Auslieferungsverfahren zu umgehen. Sein Verzicht auf ein ordentliches
Auslieferungsverfahren habe er aufgrund falscher Auskünfte sowie mangelnder
Orientierung über die rechtlichen Folgen abgegeben und sei ohne rechtlichen
Beistand erfolgt. Er sei getäuscht und unter Druck gesetzt worden. Ausserdem
sei er bei seiner Verhaftung nicht über seine Rechte informiert worden.

8.2. Soweit sich der Beschwerdeführer von den tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz entfernt, ohne aufzuzeigen, dass diese willkürlich sind (vgl. Art.
105 Abs. 1 und Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234 mit
Hinweisen), ist auf seine Beschwerde nicht einzutreten. Dies ist z.B. der Fall,
wenn er behauptet, er habe die Behörden um Rechtsbeistand gebeten. Auf die
Beschwerde ist weiter nicht einzutreten, soweit sich der Beschwerdeführer nicht
mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzt, so wenn er ausführt, er sei
bei seiner Verhaftung nicht über seine Rechte informiert worden und habe keine
Kenntnis vom internationalen Auslieferungshaftbefehl erhalten (z.B. Beschwerde
S. 26 und S. 54; Urteil S. 27 E. D.2).
Der Beschwerdeführer rügt, ihm sei eine Konfrontation mit der involvierten
Botschaftsangestellten verweigert worden (z.B. Beschwerde S. 27, S. 29 und S.
55). Darauf ist ebenfalls nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer legt nicht
dar, er habe entsprechende Anträge im kantonalen Verfahren rechtzeitig
gestellt. Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen im bundesgerichtlichen
Verfahren nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz
dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG).
Unverständlich ist die Rüge, ihm sei verweigert worden, sich zu Protokoll zu
diesen Vorgängen zu äussern (Beschwerde S. 27, S. 29 und S. 55). Sie kann nicht
behandelt werden.

8.3. 

8.3.1. Tritt die Schweiz als ersuchender Staat auf, richtet sich das
Auslieferungsverfahren im Ausland nach den einschlägigen Staatsverträgen bzw.
dem jeweiligen Landesrecht. Als Besonderheit gilt zu beachten, dass die
vereinfachte Auslieferung gemäss Art. 54 des Bundesgesetzes über internationale
Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. März 1981 (IRSG; SR 351.1) in den meisten
Ländern nicht möglich ist (DORIS BÜHLMANN, in: Basler Kommentar,
Internationales Strafrecht, 2015, N. 30 zu Art. 16 IRSG mit Hinweis). Am 19.
Oktober 1989 haben die Republik der Philippinen und die Schweiz einen
Auslieferungsvertrag abgeschlossen (nachfolgend Auslieferungsvertrag; SR
0.353.964.5). Eine vereinfachte Auslieferung ist darin nicht vorgesehen.

8.3.2. Nach den Grundsätzen des Völkerrechts ist jeder Staat verpflichtet, die
Souveränität anderer Staaten zu beachten. Handlungen eines Staates auf fremdem
Staatsgebiet sind daher unzulässig. Soweit eine verfolgte Person sich im
Ausland befindet, kann sie dem verfolgenden Staat nur mittels eines
hoheitlichen Aktes des Staates, auf dessen Gebiet sie sich befindet, überstellt
werden. Werden Organe des verfolgenden Staates ohne Bewilligung auf dem Gebiet
eines anderen Staates tätig, bemächtigen sie sich insbesondere des Verfolgten
mittels Gewalt, List oder Drohung, verletzen sie die Souveränität. Das Verbot,
fremde Staatsangehörige mit List in den eigenen Machtbereich zu locken, ergibt
sich auch aus dem innerstaatlichen wie völkerrechtlichen Gebot von Treu und
Glauben. Verboten ist jede missbräuchliche Machenschaft (BGE 133 I 234 E.
2.5.1; vgl. auch BGE 121 I 181 E. 2.c; Urteil P.1201/1981 vom 15. Juli 1982 E.
3; je mit Hinweisen).
Gemäss dem Urteil der Grossen Kammer des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte vom 12. Mai 2005 in Sachen Abdullah Öcalan gegen die Türkei
(EuGRZ 2005 S. 463 ff.) enthält die EMRK keine Bestimmungen über die
Voraussetzungen, unter denen eine Auslieferung gewährt werden kann; ebenso
wenig über das der Auslieferung vorangehende Verfahren. Selbst eine atypische
Auslieferung ("extradition atypique") widerspricht für sich der Konvention
nicht, sofern sie das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den betroffenen
Staaten ist und der Haftbefehl seine gesetzliche Grundlage in einem
Zuführungsbefehl findet, der von den Behörden des Heimatstaates des Betroffenen
ausgestellt worden ist (Ziff. 89) (BGE 133 I 234 E. 2.5.2. mit Hinweis; vgl.
auch ROBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière
pénale, 4. Auflage 2014, N. 207 ff.).

8.4. Es kann auf die grundsätzlich zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden. Diese kommt zusammengefasst zum Schluss, das Verhalten der
schweizerischen Behörden habe die Souveränität der Republik der Philippinen
nicht verletzt. Die schweizerischen Behörden hätten weder Zwang noch List oder
Drohung angewendet und kein Unrecht begangen, um den Beschwerdeführer dem
hiesigen Strafverfahren zuführen zu können. Es bestehe kein Prozesshindernis.
Die Philippinen seien gehalten gewesen, der Schweiz Rechtshilfe zu gewähren.
Die ordentliche Auslieferung wäre materiell ohne weiteres möglich gewesen. Bei
der Umgehung des Auslieferungsvertrags habe die Verfahrensbeschleunigung im
Vordergrund gestanden, was bei objektiver Würdigung der Gesamtsituation des
Beschwerdeführers durchaus in seinem eigenen Interesse gelegen habe. Es sei
gerichtsnotorisch, dass ein offizielles Auslieferungsverfahren langwierig sei
und die Haftbedingungen in den Philippinen teilweise sehr prekär seien. Vor
diesem Hintergrund sei auch die Zustimmung des Beschwerdeführers vom 20.
Oktober 2006 zu sehen. Er habe ausdrücklich ein informelles, aber dafür rasches
Verfahren akzeptiert. Eine Umgehung des Auslieferungsvertrags, die mit Art. 9
BV oder dem Gebot von Treu und Glauben unvereinbar sei, liege nicht vor. Der
Einwand des Beschwerdeführers, er habe seinen Verzicht auf ein ordentliches
Verfahren aufgrund falscher Auskünfte und mangelnder Orientierung über die
rechtlichen Folgen abgegeben, sei aktenwidrig. Sein Verzicht sei grundsätzlich
rechtsgültig. Auch eine Missachtung des Grundsatzes eines fairen Verfahrens und
der daraus fliessenden Garantien der Waffengleichheit sowie des rechtlichen
Gehörs sei nicht gegeben. Die Umstände der Inhaftierung des Beschwerdeführers
verletzten den Grundsatz der Waffengleichheit nicht. Er habe auf den Beizug
eines Rechtsvertreters verzichtet, mit der Bedingung einer raschen Verbesserung
seiner Situation. Ihm sei somit bewusst gewesen, dass eine Verbesserung seiner
Lage nur durch die rasche Verbringung an die schweizerischen Behörden eintreten
würde und dass der Beizug eines Anwalts hierzu nicht dienlich sei. Er habe sich
am 27. Oktober 2006 bei der schweizerischen Botschaft denn auch über das
schleppende Vorankommen des ganzen Verfahrens beschwert. Eine die
Willensbildung beeinträchtigende Drucksituation habe nicht vorgelegen. Die
Festnahme des Beschwerdeführers habe ausschliesslich der Auslieferung gedient
und sei nicht zu anderen Zwecken missbraucht worden. Art. 5 EMRK sei nicht
verletzt (Urteil S. 26-41 E. D).
Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet, soweit darauf
einzutreten ist.

8.5. An der Sache vorbei geht das Vorbringen des Beschwerdeführers, die
Dokumentations- und Protokollierungspflichten gemäss Art. 76 f. und Art. 100
StPO sowie Art. 18 der Verordnung über internationale Rechtshilfe in
Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) seien missachtet worden. Es
ist weder dargelegt noch ersichtlich, dass und inwiefern diese Bestimmungen bei
der im Jahr 2006 erfolgten, atypischen Auslieferung des Beschwerdeführers, der
ausdrücklich auf die Durchführung eines ordentlichen Auslieferungsverfahrens
verzichtete, einschlägig sind.

9. 

9.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Grundsatzes der Spezialität.
Er macht im Wesentlichen geltend, im internationalen Haftbefehl seien nicht
alle angeklagten Sachverhalte umschrieben. Zudem sei willkürlich, dass die
Vorinstanz selbst die Verletzung des Spezialitätsprinzips prüfe, ohne
Bewilligungs- oder Zustimmungsentscheid der Philippinen und ohne dessen Recht
zu berücksichtigen (Beschwerde S. 38-43).

9.2. Die Vorinstanz hält fest, es liege kein Auslieferungsentscheid der
Philippinen vor. Daraus dürfe dem Beschwerdeführer aber kein Nachteil
erwachsen, insbesondere dürfe ihm der Schutz des Spezialitätsgrundsatzes nicht
versagt werden. Zufolge Einstellung des Verfahrens seien die mehrfache
Sachbeschädigung, die Sachverhalte nach Art. 95 und Art. 96 aSVG sowie die
Tatbestände Nr. 39 und 43 nicht mehr relevant. Zu prüfen seien hingegen die
Anklagepunkte wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, gewerbsmässigen
Betrugs, mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung, mehrfacher Misswirtschaft
sowie mehrfacher Unterlassung der Buchführung (Urteil S. 43 E. E.2.b und 3.a).
Die Vorinstanz erwägt, der internationale Haftbefehl umschreibe bei den
Diebstählen und den Betrugstatbeständen einen allgemeinen "modus operandi" und
weise auf eine deliktische Tätigkeit während mehrerer Jahre sowie in
verschiedenen Kantonen hin. Die Angabe der Deliktssumme, die deliktische
Tätigkeit während Jahren und an mehreren Orten sowie die Umschreibung der
verfolgten Sachverhalte anhand eines Grundmusters machten deutlich, dass im
Zeitpunkt, als das Auslieferungsbegehren gestellt worden sei, keine
abschliessende Beurteilung der strafrechtlich relevanten Tatsachen vorgenommen
worden sei. Die Sachverhalte, für welche nicht ausdrücklich Rechtshilfe
verlangt worden sei und die Gegenstand dieses Verfahrens bildeten, seien
implizit im Haftbefehl enthalten. Bezüglich des Missbrauchs von Ausweisen und
Schildern halte der Haftbefehl fest, der Beschwerdeführer habe fünf
Ausweisschilder entwendet. Eine Strafverfolgung wegen missbräuchlicher
Verwendung der Nummernschilder stütze sich damit auf einen im Haftbefehl
enthaltenen Sachverhalt. Auch jene Delikte, die als Begleiterscheinungen mit
der deliktischen Tätigkeit des Beschwerdeführers einhergingen, ergäben sich
hinreichend deutlich aus dem Haftbefehl. So werde die Verwendung der
Mantelgesellschaften erwähnt, und aus der Vorgehensweise, nämlich dem Bestellen
auf Namen der juristischen Person ohne operative Tätigkeit, sei ersichtlich,
dass mit den Bestellungsbetrügereien auch gesellschaftsrechtliche Vorschriften
missachtet worden seien. Dies gelte für die ungetreue Geschäftsbesorgung ebenso
wie für die mehrfache Misswirtschaft und die mehrfache Unterlassung der
Buchführung. Der Haftbefehl lasse sowohl bezüglich der SVG-Delikte als auch
hinsichtlich der Betrugstatbestände und der damit verbundenen Begleitdelikte
die Absicht der Schweiz erkennen, den Beschwerdeführer wegen mehrerer
Sachverhaltskomplexe zu verfolgen. Eine Zustimmung der Philippinen hätte damit
auch Sachverhalte gedeckt, die nicht eigens in den Deliktslisten aufgeführt
gewesen seien, sich aber in das Grundmuster einfügen liessen (Urteil S. 45 f.
E. E.3.c).
Die Vorinstanz prüft weiter, ob die Vorwürfe des gewerbsmässigen Betrugs, der
ungetreuen Geschäftsbesorgung, der mehrfachen Misswirtschaft und der mehrfachen
Unterlassung der Buchführung hinreichend miteinander zusammenhängende
Sachverhalte beschlagen. Es sei mit der Garantie eines fairen Verfahrens
vereinbar, bei Serienbetrügen nicht die Strafbarkeit jeder einzelnen
Tathandlung zu beurteilen. Umso weniger könne der Grundsatz der
Verfahrensfairness verletzt sein, wenn die Behörden ein Auslieferungsbegehren
anhand eines konkreten "modus operandi" spezifizieren könnten. Gerade dass sich
ein solcher "modus operandi" aufzeigen lasse, untermaure den sachlichen
Zusammenhang der Lebensvorgänge. Das Grundmuster der Tatbegehung sei geeignet,
nicht nur den Betrugstatbestand, sondern gleichzeitig jenen der ungetreuen
Geschäftsbesorgung, der Misswirtschaft und der Unterlassung der Buchführung zu
verwirklichen. Die Instrumentalisierung einer Mantelgesellschaft gegenüber
einem Lieferanten für Bestellungsbetrüge könne und werde betrügerisch erfolgen,
wobei die betreffende juristische Person geschäftsfremden Aufwand erleide und
insofern geschädigt werde. Die fraglichen Delikte seien also bezüglich des
massgebenden Sachverhalts eng mit den Betrugshandlungen gemäss "modus operandi"
verknüpft. Der enge sachliche Zusammenhang der fraglichen Lebenssachverhalte
sei damit gegeben (Urteil S. 46 E. E.4). Zusammenfassend werde mit dem
internationalen Haftbefehl um Rechtshilfe für eine nicht genau festgelegte,
aber aufgrund des jeweiligen Grundmusters ohne weiteres erkennbare
Deliktsmehrheit ersucht. Der enge sachliche Zusammenhang zwischen den im
Haftbefehl umschriebenen Lebenssachverhalten und den angeklagten Delikten liege
somit vor. Der Spezialitätsgrundsatz sei gewahrt und es bestehe kein
Prozesshindernis (Urteil S. 46 E. E.5).

9.3. 

9.3.1. Der Grundsatz der Spezialität ist auch im Auslieferungsvertrag zwischen
der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik der Philippinen
geregelt. Dieser bestimmt in Art. 12 Ziff. 1: Unter Vorbehalt von Ziffer 3
dieses Artikels darf der gemäss diesem Vertrag Ausgelieferte wegen einer
anderen, vor der Übergabe begangenen strafbaren Handlung im ersuchenden Staat
nur in folgenden Fällen in Haft gehalten, abgeurteilt oder einer sonstigen
Beschränkung seiner persönlichen Freiheit unterworfen werden: (lit. a) für eine
strafbare Handlung, für welche die Auslieferung bewilligt wurde; oder (lit. b)
für eine andere auslieferungsfähige Handlung, wenn der ersuchte Staat zustimmt.
Das Spezialitätsprinzip schränkt die Strafgewalt des ersuchenden Staates ein (
BGE 123 IV 42 E. 3b S. 47; Urteile 6S.379/2003 vom 1. Dezember 2004 E. 2.3.2
und 6S.78/2001 vom 6. Dezember 2001 E. 2 a/aa; je mit Hinweisen). Es bezweckt
den Schutz der Souveränität des ersuchten Staates. Ob sich die Strafverfolgung
und Verurteilung der ausgelieferten Person im ersuchenden Staat im Rahmen der
Tatsachen sowie Straftatbestände bewegt, für welche die Auslieferung bewilligt
worden ist, ist in erster Linie anhand des Auslieferungsentscheids des
ersuchten Staates zu bestimmen (BGE 123 IV 42 E. 3b S. 47). Das
Spezialitätsprinzip bezweckt aber auch den Schutz der ausgelieferten Person im
Rahmen ihres Anspruchs auf ein faires Verfahren (BGE 135 IV 212 E. 2.1; Urteil
6S.78/2001 vom 6. Dezember 2001 E. 2 a/aa; je mit Hinweis).

9.3.2. Der Beschuldigte, der mit seiner Zustimmung vom Ausland bedingungslos an
die Schweiz ausgeliefert wird, kann seine Verurteilung in der Schweiz nicht
wegen Verletzung des Grundsatzes der Spezialität anfechten (BGE 104 IV 77 E.
2).

9.3.3. Als allgemeiner Rechtsgrundsatz gilt das Rechtsmissbrauchsverbot in der
ganzen Rechtsordnung mit Einschluss des öffentlichen Rechts sowie des Prozess-
und Vollstreckungsrechts. Es bildet Bestandteil des schweizerischen Ordre
public und ist von jeder Instanz von Amtes wegen anzuwenden (BGE 128 III 201 E.
1c; 122 II 193 E. 2c/ee). Die Geltendmachung eines Rechts ist missbräuchlich,
wenn sie im Widerspruch zu einem früheren Verhalten steht und dadurch erweckte
berechtigte Erwartungen enttäuscht (BGE 138 III 401 E. 2.2; 129 III 493 E. 5.1;
125 III 257 E. 2a; je mit Hinweisen). Widersprüchliches Verhalten kann aber
auch ohne Enttäuschung berechtigter Erwartungen in einer gegenwärtigen, in sich
völlig unvereinbaren und darum widersprüchlichen Verhaltensweise gesehen
werden. Missbräuchlich ist ferner die Rechtsausübung, die ohne schützenswertes
Interesse erfolgt oder zu einem krassen Missverhältnis berechtigter Interessen
führen würde. Rechtsmissbrauch liegt auch vor, wenn ein Rechtsinstitut
zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet wird, die nicht in
dessen Schutzbereich liegen (vgl. etwa BGE 138 III 401 E. 2.2 mit Hinweisen).

9.4. Der Beschwerdeführer wurde nicht im Rahmen eines förmlichen
Auslieferungsverfahrens von der Republik der Philippinen in die Schweiz
verbracht. Diese atypische Auslieferung erfolgte in Zusammenarbeit der
betroffenen Staaten. Die Souveränität der Philippinen wurde dabei nicht
verletzt (E. 8.4). Sowohl die philippinischen als auch die schweizerischen
Behörden haben mit Blick auf den konkreten Einzelfall und in gemeinsamer
Absprache entschieden, diese Überstellung nicht in Anwendung des
Auslieferungsvertrags vorzunehmen und sich dementsprechend nicht an die
Vorschriften dieses bilateralen Vertrages zu halten. Daher ist entgegen den
vorinstanzlichen Erwägungen hier nicht zu prüfen, ob das Spezialitätsprinzip
eingehalten ist. Im Lichte der vorliegenden, ausserordentlichen Umstände steht
dem auch der Grundsatz eines fairen Verfahrens nicht entgegen. Der
Beschwerdeführer hat ausdrücklich und rechtsgültig auf die Durchführung eines
ordentlichen Auslieferungsverfahrens verzichtet (E. 8.4). Aufgrund seiner
Zustimmung und dank der Zusammenarbeit zwischen den philippinischen und den
schweizerischen Behörden konnte er im Interesse aller - insbesondere auch des
Beschwerdeführers - innert kürzester Zeit in die Schweiz verbracht werden.
Seine hiesige Verurteilung kann er daher nicht wegen der Verletzung des
Grundsatzes der Spezialität anfechten. Dass ihm in Manila im Zeitpunkt seines
Verzichts auf ein ordentliches Auslieferungsverfahren kein Rechtsanwalt
beistand, wie es in BGE 104 IV 77 der Fall war, ändert daran nichts. Zum einen
verzichtete der Beschwerdeführer damals explizit auf den Beizug eines
Rechtsanwalts. Ihm war dabei bewusst, dass er seine Lage lediglich durch eine
beförderliche Verbringung in die Schweiz im Rahmen einer atypischen
Auslieferung verbessern konnte, und dass der Beizug eines Verteidigers hierzu
nicht hilfreich gewesen wäre. Bereits eine Woche nachdem er seinen Verzicht auf
ein formelles Auslieferungsverfahren erklärt hatte, beschwerte er sich bei der
Botschaft über das schleppende Vorankommen seines Verfahrens. Zum anderen ist
der Beschwerdeführer auffallend rechtskundig. Es ist gerichtsnotorisch, dass er
über gutfundierte Rechtskenntnisse verfügt, namentlich auch in Bezug auf die
Rechtshilfe in Strafsachen. Dies ergibt sich nicht nur aus der
Beschwerdeeingabe selber, sondern auch aus seinen zahlreichen Verfahren vor
Bundesgericht. Insbesondere war er Beteiligter im Verfahren 6S.236/1993 bei dem
es unter anderem auch um die Themen Auslieferungsverfahren und Verzicht auf
Wahrung des Grundsatzes der Spezialität ging (Urteil vom 25. April 1994 E. 3).
Im Lichte der konkreten, speziellen Umstände ist dem Beschwerdeführer nicht zu
folgen, wenn er nun (sinngemäss) geltend macht, sein Verzicht auf einen
Rechtsanwalt und auf ein formelles Auslieferungsverfahren seien nicht gültig,
ihm werde der Schutz des Spezialitätsprinzips in rechtswidriger Weise
vorenthalten.

10. 

10.1. Der Beschwerdeführer wendet ein, es sei kein umfassendes sowie objektives
Erforschen der materiellen Wahrheit erfolgt, und rügt sinngemäss eine
Verletzung der Unschuldsvermutung sowie des Untersuchungsgrundsatzes
(Beschwerde S. 122-129).

10.2. Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die Strafbehörden, den
Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Gebot der materiellen Wahrheit). Nach
der Rechtsprechung kann der Beschuldigte den Behörden aber grundsätzlich nicht
vorwerfen, gewissen Beweisen nicht nachgegangen zu sein, wenn er es unterlässt,
rechtzeitig und formgerecht entsprechende Beweisanträge zu stellen (BGE 125 I
127 E. 6c/bb mit Hinweisen; Urteil 6B_130/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 3.3,
nicht publ. in: BGE 138 IV 209). Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet das
Gericht nicht, von Amtes wegen Beweiserhebungen vorzunehmen, wenn es sich
aufgrund der bereits erhobenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und in
vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen darf, dass die zusätzlichen Beweise
nichts an seiner Überzeugung zu ändern vermöchten (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3;
Urteil 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 2.1; je mit Hinweisen).

10.3. Weder zeigt der Beschwerdeführer auf, welche konkreten Beweismassnahmen
seiner Meinung nach hätten durchgeführt werden müssen, noch legt er dar, im
kantonalen Verfahren rechtzeitig und formgerecht entsprechende Beweisanträge
gestellt zu haben. Auf seine Vorbringen ist deshalb nicht einzutreten.

11.
Der Beschwerdeführer wendet sich gegen den Schuldspruch des mehrfachen
gewerbsmässigen Betrugs (Beschwerde S. 166-176). Es kann auf die zutreffenden
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urteil S. 88 ff. E. L). Diesen ist
nichts beizufügen.

12.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist infolge Aussichtslosigkeit der
Rechtsbegehren abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Die Gerichtskosten sind
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seiner finanziellen
Lage ist mit einer reduzierten Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs.
2 BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. April 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Pasquini

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