Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.764/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_764/2015

Urteil vom 6. Januar 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiberin Schär.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ruedi Lang,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
2. A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Sprenger,
3. B.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Eric Vultier,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Amtsmissbrauch, fahrlässige Körperverletzung; Teilnahmerecht der
Privatklägerschaft; Prozessentschädigung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 19. Mai 2015.

Sachverhalt:

A.
A.________ und B.________ wird in der Anklage vom 20. Mai 2014 vorgeworfen, am
16. Juni 2012 bei der Herrentoilette an der Haltestelle C.________ in ihrer
Funktion als Stadtpolizisten im Rahmen einer Personenkontrolle ohne Grund
Gewalt gegen X.________ angewendet zu haben. Obwohl dieser den polizeilichen
Anweisungen widerstandslos nachgekommen sei, hätten sie ihn durch Druck mit der
Hand gegen das Brustbein an die Wand des Toilettenhauses gestossen und unter
dem Hals festgehalten. In der Folge hätten sie ihm Handfesseln angelegt, obwohl
er keine Anstalten zur Flucht oder zu einem tätlichen Angriff gemacht habe.
X.________ habe diverse Verletzungen an den Händen und am rechten Unterarm
erlitten. A.________ und B.________ hätten sich damit des Amtsmissbrauchs sowie
der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht. A.________ und B.________
bestreiten den Sachverhalt. Sie machen geltend, X.________ habe wild
gestikuliert und ausgerufen. Man habe ihm zur Eigensicherung Handschellen
angelegt. Dieser habe danach weiter ausgerufen und sie beschimpft. Die
Verletzungen habe er sich selber zugefügt beim Versuch, sich aus den
Handfesseln zu befreien.

B.
Das Bezirksgericht Zürich sprach A.________ und B.________ am 29. September
2014 von sämtlichen Anklagepunkten frei und wies die Zivilklage von X.________
ab. Dieser wurde verpflichtet, A.________ für die anwaltliche Vertretung im
Zivilpunkt eine Prozessentschädigung von Fr. 184.60 zu bezahlen. A.________ und
B.________ wurde für die anwaltliche Verteidigung je eine Prozessentschädigung
aus der Gerichtskasse zugesprochen.
Am 19. Mai 2015 bestätigte das Obergericht des Kantons Zürich auf Berufung von
X.________ hin die Freisprüche. Es verpflichtete X.________, A.________ eine
Prozessentschädigung von Fr. 4'850.-- und B.________ eine solche von Fr.
5'000.-- zu bezahlen.

C.
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das Urteil des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 19. Mai 2015 sei aufzuheben und die Sache
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei er von
der Verpflichtung zu entbinden, A.________ und B.________ eine
Prozessentschädigung zu bezahlen. Für das bundesgerichtliche Verfahren ersucht
X.________ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung.

Erwägungen:

1.
Zur Beschwerde in Strafsachen ist nach Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG berechtigt,
wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des
angefochtenen Entscheids hat.

1.1. Gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG hat die Privatklägerschaft ein
rechtlich geschütztes Interesse, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die
Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann. Keine Zivilansprüche im Sinne
dieser Bestimmung sind solche, die sich - wie hier - aus dem öffentlichen
Recht, nämlich aus dem Haftungsrecht des Kantons Zürich, ergeben (vgl. BGE 131
I 455 E. 1.2.4; Urteile 6B_220/2014 vom 25. März 2014 E. 2; 1B_355/2012 vom 12.
Oktober 2012 E. 1.2.1; je mit Hinweisen). Der vorinstanzliche Entscheid kann
sich insofern nicht auf die Beurteilung von Zivilansprüchen des
Beschwerdeführers auswirken.

1.2. Ungeachtet der Legitimation in der Sache im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit.
b Ziff. 5 BGG kann die Privatklägerschaft mit Beschwerde in Strafsachen eine
Verletzung ihrer Parteirechte rügen, die ihr nach dem Verfahrensrecht, der
Bundesverfassung oder der EMRK zustehen und deren Missachtung auf eine formelle
Rechtsverweigerung hinausläuft. Zulässig sind Rügen, die formeller Natur sind
und von der Prüfung der Sache getrennt werden können. Das nach Art. 81 Abs. 1
lit. b BGG erforderliche rechtlich geschützte Interesse ergibt sich diesfalls
aus der Berechtigung, am Verfahren teilzunehmen (BGE 141 IV 1 E. 1.1; 138 IV 78
E. 1.3; 136 IV 29 E. 1.9; je mit Hinweisen).
Soweit ein verfassungsmässiger Anspruch auf Ausfällung der im Gesetz
vorgesehenen Strafen besteht, kann sich der Privatkläger, der Opfer eines
staatlichen Übergriffs geworden ist, indes nicht nur in verfahrensrechtlicher
Hinsicht, sondern auch in der Sache selbst gegen eine Verfahrenseinstellung zur
Wehr setzen. Die Rechtsprechung anerkennt gestützt auf Art. 10 Abs. 3 BV, Art.
3 und 13 EMRK, Art. 7 UNO-Pakt II sowie Art. 13 des UN-Übereinkommens gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe einen Anspruch des Betroffenen auf wirksamen Rechtsschutz (BGE 138 IV 86
E. 3.1.1 mit Hinweisen). Anspruch auf eine wirksame und vertiefte amtliche
Untersuchung hat, wer in vertretbarer Weise geltend macht, von einem
Polizeibeamten misshandelt worden zu sein (Urteil 6B_546/2015 vom 22. Oktober
2015 E. 1.2 mit Hinweisen).
Um unter Art. 3 EMRK zu fallen, muss eine Behandlung ein Mindestmass an Schwere
erreichen. Die Würdigung dieses Mindestmasses hängt von den gesamten Umständen
des Falles ab, insbesondere von der Dauer der Behandlung, ihren physischen und
psychischen Auswirkungen sowie vom Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand des
Geschädigten. Zu berücksichtigen sind ferner der Zweck der Behandlung sowie die
Absicht und der Beweggrund, die ihr zugrunde liegen, ebenso der Zusammenhang,
in dem sie steht. Eine Behandlung ist erniedrigend, wenn sie Gefühle der
Furcht, Angst und Unterlegenheit hervorruft und geeignet ist, zu demütigen,
entwürdigen und gegebenenfalls den physischen oder psychischen Widerstand zu
brechen oder jemanden dazu zu bewegen, gegen seinen Willen oder sein Gewissen
zu handeln (BGE 134 I 221 E. 3.2.1; 124 I 231 E. 2b; Urteile 1C_97/2015 vom 1.
September 2015 E. 3.2 ff.; 1B_70/2011 vom 11. Mai 2011 E. 2.2.5.4; je mit
Hinweisen). Als unmenschliche oder erniedrigende Behandlung im Sinne dieser
Bestimmungen gilt nicht jede Behandlung, die vom Betroffenen als unangenehm
oder lästig empfunden wird, sondern nur eine Misshandlung, die ein bestimmtes
Mass an Schwere erreicht und körperliche Verletzungen oder intensive physische
oder psychische Leiden mit sich bringt (Urteil des EGMR 22978/05 vom 1. Juni
2010 i.S. Gäfgen gegen Deutschland, Rz. 88 ff.; Urteil 5A_335/2010 vom 6. Juli
2010 E. 3.4 mit Hinweisen; JENS MEYER-LADEWIG, EMRK-Handkommentar, 3. Aufl.
2011, N. 19 ff. zu Art. 3 EMRK). Einschränkungen im Wohlbefinden, die durch den
legitimen Zweck einer staatlichen Massnahme zwangsläufig bedingt werden, fallen
nicht unter diese Bestimmungen (Urteil 2C_257/2011 vom 25. Oktober 2011 E. 5.2
mit Hinweisen).

1.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund der groben Vorgehensweise der
Beschwerdegegner bei der Personenkontrolle vom 16. Juni 2012 verschiedene
Verletzungen erlitten zu haben. Diese seien im Arztbericht vom 27. Juni 2012
festgehalten. Der Arzt habe eine psychische Verunsicherung und Ängstlichkeit
verbunden mit Schlafstörungen diagnostiziert. Weiter habe er sich Verletzungen
an den Händen und am Ellenbogen zugezogen. Den Vorfall schildert der
Beschwerdeführer wie folgt: Die Beschwerdegegner seien von Beginn an gereizt
gewesen. Er habe sie gefragt, was gegen ihn vorliege, worauf er noch einmal
aggressiv aufgefordert worden sei, sich umgehend auszuweisen. Während er seine
Agenda mit dem Ausländerausweis hervorgeholt habe, seien die Beschwerdegegner
angriffig und rabiat geworden, weshalb die Agenda samt diverser Zettel auf den
Boden gefallen sei. Die Beschwerdegegner hätten kurz den Ausweis angeschaut und
einer von ihnen habe, was ihm zum ersten Mal seit seinen 50 Jahren in der
Schweiz passiert sei, eine fremdenfeindliche Bemerkung gemacht. Er habe zu den
Polizisten gesagt, dass er sie vor Gericht bringen werde, worauf einer von
ihnen gefragt habe, ob er ihnen drohen wolle. Auf diese Frage hin sei bei ihm
"der Schalter umgelegt gewesen". Er habe ihnen gesagt, dass sie für ihn keine
Gesprächspartner seien. Einer von ihnen habe ihn daraufhin unter dem Hals
festgehalten und an die Wand gestossen. Dann habe man ihm Handschellen
angelegt. Er sei im Leben noch nie in einer solchen Situation gewesen. Er sei
extrem empört gewesen über das Verhalten der beiden Beschwerdegegner und habe
sie deswegen beschimpft. Er habe ihnen gesagt, sie seien Knechte von Knechten
der Herrschenden. Einer habe die Dienststelle angerufen, um zu erfahren, ob
etwas gegen ihn vorliege. Anscheinend sei der Bescheid negativ gewesen. Dann
hätten sie ihm die Handschellen abgenommen. Er sei so aufgebracht gewesen, dass
er sich nicht habe beherrschen können. Er habe den beiden nur noch Ekel und
Verachtung zugeschrien, bevor er ins Tram gestiegen sei. Im Übrigen bestreitet
der Beschwerdeführer jegliches aggressive Verhalten. Er habe nichts mit den
Händen gemacht und den Beschwerdegegnern nicht vor dem Gesicht herumgefuchtelt.
Er habe auch nicht ständig wild gestikuliert. Weiter sei er nicht auf die
Beschwerdegegner zugegangen. Weder habe er sich gegen das Anlegen der
Handschellen gewehrt, noch habe er versucht, sich aus der Fesselung zu befreien
(erstinstanzliches Urteil, S. 11 f.).

1.4. Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. D.________, stellte
anlässlich der Konsultation vom 18. Juni 2012 eine Druckdolenz und eine leichte
Anschwellung der Extensoren am rechten Unterarm, ein Hämatom, einen
feinschlägigen Tremor der Hände sowie eine Sensibilitätsstörung am rechten
Handrücken fest, wobei es durchaus plausibel sei, dass die Verletzungen eine
Folge des geschilderten Vorfalls respektive der Fesselung seien. Eine
Selbstbeibringung sei kaum zu bewerkstelligen (ärztlicher Befund vom 26. Juli
2013, act. 8/2). Die Vorinstanz erachtet es zwar als erstellt, dass sich der
Beschwerdeführer die Verletzungen im Rahmen der polizeilichen Kontrolle vom 16.
Juni 2012 zuzog. Sie geht allerdings vom für die Beschwerdegegner günstigeren
Sachverhalt aus, wonach sich der Beschwerdeführer die Verletzungen beim
Versuch, sich aus den Handschellen zu befreien, selber zugezogen habe. So oder
anders berechtigen nicht jedwelche Verletzungen zur bundesgerichtlichen
Beschwerde. Diese müssen ein Mindestmass an Schwere erreichen. Die vorliegend
festgestellten Verletzungen sind offensichtlich leicht und erreichen die im
Sinne der zitierten Rechtsprechung erforderliche Schwere nicht. Hinzu kommt,
dass der Beschwerdeführer seinen Arzt erst am 18. Juni 2012 aufsuchte, mithin
zwei Tage nach dem Vorfall. Ob die Arztkonsultation überhaupt in Zusammenhang
mit den Geschehnissen vom 16. Juni 2012 erfolgte, ist unklar. Jedenfalls wird
im Arztbericht nicht erwähnt, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund des
Zusammentreffens mit der Polizei vom 16. Juni 2012 in ärztliche Behandlung
begab. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht unmittelbar nach dem
Vorfall beim Arzt vorstellig wurde, spricht ebenfalls gegen die Schwere seiner
Verletzungen. Dr. med. D.________ stellte beim Beschwerdeführer nebst den
körperlichen auch psychische Leiden fest (psychische Verunsicherung,
Ängstlichkeit, Schlafstörungen). Ob diese in Zusammenhang mit dem Vorfall vom
16. Juni 2012 stehen, kann den Akten nicht entnommen werden. Selbst wenn die
Behauptung des Beschwerdeführers zutreffen würde und er sich weder unkooperativ
verhalten noch ausgerufen oder wild mit den Händen gestikuliert hat, legt er
mit seinen Schilderungen nicht dar, dass die Vorgehensweise der
Beschwerdegegner geeignet war, intensive psychische Leiden im Sinne der
erwähnten Rechtsprechung zu verursachen. Jedenfalls gilt nicht jede Behandlung,
die vom Betroffenen als unangenehm oder lästig empfunden wird, als
unmenschliche oder erniedrigende Behandlung im Sinne der erwähnten
Bestimmungen. Schliesslich gab der Beschwerdeführer in seinen Eingaben und
Einvernahmen selber an, bei ihm sei "der Schalter umgelegt gewesen", es sei zu
einer verbalen Auseinandersetzung gekommen und man habe ihm Handfesseln
angelegt, woraufhin er die Beschwerdegegner beleidigt habe. Dass der
Beschwerdeführer sich über die Kontrolle aufregte und die Stimmung deswegen
aufgeheizt war, lässt sich nicht von der Hand weisen. Die kurzzeitige Fesselung
zum Zwecke der Beruhigung der Situation erscheint unter diesen Umständen nicht
unverhältnismässig. Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht, in vertretbarer
Weise darzutun, Opfer staatlicher Gewalt geworden zu sein.

1.5. Der Beschwerdeführer ist somit einzig berechtigt, die Verletzung der ihm
zustehenden Verfahrensrechte zu rügen. Soweit er sich zu materiellen Fragen
äussert und die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung inklusive der
Aussagewürdigung bemängelt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Dies
betrifft auch die Beanstandungen hinsichtlich der Abweisung seiner
Beweisanträge, insbesondere desjenigen bezüglich der Einholung eines Berichts
beim zuständigen Polizeikommando. Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die
formellen Rügen des Beschwerdeführers, die auf eine inhaltliche Prüfung der
Sache abzielen. Dies ist der Fall, soweit er eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs rügt, dies aber mit der Abweisung von Beweisanträgen oder mit einer
unzutreffenden Interpretation des Protokolls begründet.

1.6. Der Beschwerdeführer sieht das Beschleunigungsgebot als verletzt, da die
ersten Einvernahmen der beiden Beschwerdegegner erst anderthalb Jahre nach dem
fraglichen Vorfall stattgefunden hätten. Die Rüge der Verletzung des
Beschleunigungsgebots bildet nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Urteils. Der
Beschwerdeführer legt auch nicht dar, diese Rüge bereits im vorinstanzlichen
Verfahren vorgebracht zu haben, weshalb darauf mangels Ausschöpfung des
kantonalen Instanzenzugs nicht einzutreten ist (vgl. Art. 80 Abs. 1 BGG).

1.7. Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung der Teilnahmerechte sowie
des Grundsatzes von Treu und Glauben, der Verfahrensfairness und des
Gleichbehandlungsgebots. Konkret macht er geltend, über den Termin der ersten
Einvernahmen der Beschwerdegegner am 15. November 2013 nicht informiert worden
zu sein, wodurch er seines Teilnahmerechts beraubt worden sei. In späteren
Einvernahmen hätten die Beschwerdegegner jeweils auf diese erste Einvernahme
verwiesen. Eine ausführliche Befragung habe nicht mehr stattgefunden. Es wäre
Sache der kantonalen Gerichte gewesen, eine detaillierte Befragung vorzunehmen
und damit die Beweiserhebung im Sinne von Art. 147 Abs. 3 StPO zu wiederholen.
Dieser Mangel lasse sich nicht mittels Ergänzungsfragen beheben.

1.7.1. Nach Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei
Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein
und einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Die Partei oder ihr
Rechtsbeistand können die Wiederholung der Beweiserhebung verlangen, wenn der
Rechtsbeistand oder die Partei ohne Rechtsbeistand aus zwingenden Gründen an
der Teilnahme verhindert waren. Auf eine Wiederholung kann verzichtet werden,
wenn sie mit unverhältnismässigem Aufwand verbunden wäre und dem Anspruch der
Partei auf rechtliches Gehör, insbesondere dem Recht, Fragen zu stellen, auf
andere Weise Rechnung getragen werden kann (Art. 147 Abs. 3 StPO). Beweise, die
in Verletzung dieser Bestimmung erhoben worden sind, dürfen nach Art. 147 Abs.
4 StPO nicht zulasten der Partei verwendet werden, die nicht anwesend war.
Das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte
anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen, setzt
Parteistellung voraus. Parteien sind die beschuldigte Person, die
Privatklägerschaft sowie im Haupt- und im Rechtsmittelverfahren die
Staatsanwaltschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO).

1.7.2. Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdegegner seien anlässlich der
erstinstanzlichen Hauptverhandlung nochmals eingehend zur Sache befragt worden.
Ein Verweis auf die Einvernahmen vom 15. November 2013 sei nur zu Beginn der
Befragung erfolgt. Anschliessend hätten die Beschwerdegegner auf entsprechende
Fragen des erstinstanzlichen Gerichts eigene Aussagen zur Sache gemacht. Der
Beschwerdeführer und sein Vertreter seien an der Hauptverhandlung anwesend
gewesen und hätten die Gelegenheit erhalten, Ergänzungsfragen zu stellen. Von
diesem Recht hätten sie allerdings keinen Gebrauch gemacht. Die Beweisabnahme
sei damit im Sinne von Art. 147 Abs. 3 StPO wiederholt worden, womit ein
allfälliger Mangel der staatsanwaltschaftlichen Beweiserhebung geheilt wäre.

1.7.3. Der Beschwerdeführer konnte mehreren Einvernahmen der Beschwerdegegner
beiwohnen und ihnen Fragen stellen. Die kantonalen Behörden trugen damit dem
Teilnahme- und Konfrontationsrecht zumindest in formeller Hinsicht Rechnung. In
materieller Hinsicht wird verlangt, dass sich der Einvernommene nochmals zur
Sache äussert (vgl. Urteil 6B_839/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 1.4.2). Weder
bei der Einvernahme vom 12. Mai 2014 noch an der vorinstanzlichen Verhandlung
war dies der Fall. Etwas anderes gilt für die Befragung anlässlich der
erstinstanzlichen Hauptverhandlung. Der Beschwerdegegner 2 verwies zu Beginn
der Einvernahme auf seine bisherigen Aussagen. Da seit dem Vorfall sehr viel
Zeit verstrichen sei, könne er diesen nicht genauer schildern als damals.
Anschliessend befragte das erstinstanzliche Gericht den Beschwerdegegner 2 zum
Grund der Kontrolle, zum Verhalten des Beschwerdeführers sowie zu den Umständen
und Gründen der Fesselung. Diesbezüglich machte er ausführliche Angaben.
Gleiches gilt für den Beschwerdegegner 3. Er verwies zunächst ebenfalls auf
seine früheren Aussagen. Seine Antworten auf die anschliessend gestellten
Fragen fielen weniger detailliert aus als diejenigen des Beschwerdegegners 2.
Doch auch er machte nochmals inhaltliche Angaben zum Vorfall vom 16. Juni 2012.
Im Anschluss erhielten die Anwesenden Gelegenheit, Ergänzungsfragen zu stellen.
Davon machte jedoch niemand Gebrauch.

Äussert sich der Einvernommene nochmals zur Sache, kann im Rahmen einer
Gesamtwürdigung auch auf die Ergebisse der früheren Beweiserhebung ergänzend
zurückgegriffen werden. Denn die Frage, ob bei widersprüchlichen Aussagen oder
späteren Erinnerungslücken eines Zeugen auf die ersten, in Abwesenheit des
Beschuldigten erfolgten Aussagen abgestellt werden kann, betrifft nicht die
Verwertbarkeit, sondern die Würdigung der Beweise (Urteil 6B_839/2013 vom 28.
Oktober 2014 E. 1.4.2 mit Hinweisen). Zumindest bei der Befragung durch das
erstinstanzliche Gericht handelte es sich nicht um eine rein formelle
Bestätigung der bisherigen Aussagen. Vielmehr äusserten sich die
Beschwerdegegner erneut zur Sache. Dass sie sich an gewisse Einzelheiten des
über zwei Jahre zurückliegenden Einsatzes nicht mehr erinnern konnten, ist
nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer erhielt ausreichend Gelegenheit, die
Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegner zu prüfen. Er konnte zudem
Ergänzungsfragen stellen. Von diesem Recht machte er allerdings keinen
Gebrauch. Unter dem Aspekt des Konfrontationsrechts spricht somit grundsätzlich
nichts dagegen, auch auf die Einvernahmen vom 15. November 2013 abzustellen.
Das Konfrontationsrecht wurde damit gewahrt und das vorinstanzliche Urteil
verletzt kein Bundesrecht.

2.
Der Beschwerdeführer beantragt, die Prozessentschädigungen zu Gunsten der
Beschwerdegegner seien auf die Staatskasse zu nehmen, wie es die Vorinstanz
auch bezüglich der Gerichtskosten entschieden habe.

2.1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des
Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Obsiegt
die beschuldigte Person bei Antragsdelikten im Schuldpunkt, so kann die
Privatklägerschaft ausserdem verpflichtet werden, ihr die Aufwendungen für die
angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte zu ersetzen (Art. 432 Abs. 2 StPO).
Wird das ausschliesslich von der Privatklägerschaft erhobene Rechtsmittel
abgewiesen, hat sie die durch die adäquate Wahrnehmung der Verfahrensrechte
entstandenen Verteidigungskosten der beschuldigten Person zu tragen (BGE 139 IV
45 E. 1; 138 IV 248 E. 5.1 und 5.3; Urteil 6B_841/2013 vom 19. Mai 2014 E.
3.3.1; je mit Hinweisen).
Ob der Beizug eines Wahlverteidigers und der von diesem betriebene Aufwand eine
angemessene Ausübung der Verfahrensrechte im Sinne von Art. 432 Abs. 2 StPO
darstellen, prüft das Bundesgericht frei. Es auferlegt sich indessen eine
gewisse Zurückhaltung gegenüber der vorinstanzlichen Einschätzung, insbesondere
hinsichtlich der Frage, welcher Aufwand des Verteidigers im konkreten Fall noch
als angemessen zu bezeichnen ist (BGE 138 IV 197 E. 2.3.3-2.3.6).

2.2. Der Beschwerdeführer hat das Rechtsmittelverfahren mit seiner Berufung
gegen den erstinstanzlichen Freispruch eingeleitet und die Verurteilung der
Beschwerdegegner verlangt. Er trägt damit das vollständige Kostenrisiko. Zu
Recht macht er nicht geltend, dass der Beizug eines Anwalts durch die
Beschwerdegegner nicht angemessen gewesen oder die zu zahlenden Entschädigungen
überhöht seien. Die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen nicht
überschritten. Die Verurteilung des Beschwerdeführers zur Zahlung einer
Anwaltsentschädigung an die Beschwerdegegner ist nicht zu beanstanden.

3.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die
Gerichtskosten sind ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66
Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ist
in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos
erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist durch eine
Reduktion der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). Den
Beschwerdegegnern ist keine Entschädigung zuzusprechen, da ihnen im
bundesgerichtlichen Verfahren keine Umtriebe entstanden sind.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. Januar 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Schär

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