Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.765/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_765/2015

Urteil vom 3. Februar 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber Faga.

Verfahrensbeteiligte
A.X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Felix Keller,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Staatsanwaltschaft des Kantons Uri,
Postfach 959, 6460 Altdorf UR,
2. C.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Ruth Wipfli Steinegger,
3. D.________,
4. E.________,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Mehrfache Vergewaltigung, mehrfache sexuelle Nötigung und Schändung,
Strafzumessung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Uri, Strafrechtliche
Abteilung, vom 24. April 2015.

Sachverhalt:

A.
A.X.________ werden zahlreiche Straftaten zum Nachteil dreier Frauen
vorgeworfen. Er habe C.________ ab 1998 bis 2003 mehrfach vergewaltigt (wobei
es teilweise beim Versuch geblieben sei) und mehrfach sexuell genötigt. Weiter
habe er E.________ im Jahre 1999 und D.________ im Jahre 2005 sexuell
missbraucht.

B.
Das Landgericht Uri sprach A.X.________ mit Urteil vom 5., 8. und 13. Juni 2012
der mehrfachen Vergewaltigung, der mehrfachen versuchten Vergewaltigung, der
mehrfachen sexuellen Nötigung und der Schändung schuldig. Es erkannte auf eine
Freiheitsstrafe von fünf Jahren.
Die Berufung von A.X.________ wies das Obergericht des Kantons Uri am 12. Juli
2013 ab.

C.
Am 18. Dezember 2014 hiess das Bundesgericht die Beschwerde in Strafsachen von
A.X.________ in Bezug auf den Schuldspruch der versuchten Vergewaltigung zum
Nachteil von D.________ teilweise gut. Es hob das angefochtene Urteil auf und
wies die Sache zur neuen Beurteilung zurück (6B_100/2014).

D.
Das Obergericht des Kantons Uri bestätigte am 24. April 2015 erneut den
Schuldspruch des Landgerichts Uri. Es verurteilte A.X.________ zu einer
Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

E.
A.X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt im Wesentlichen, das
Urteil des Obergerichts sei aufzuheben, und er sei von Schuld und Strafe
freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Zudem ersucht er um aufschiebende Wirkung.

Erwägungen:

1.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Diesen Anforderungen
genügt die über 60-seitige Beschwerde in weiten Teilen nicht. Sie geht nicht
nur im Wesentlichen an der Sache vorbei (E. 2 ff. nachfolgend), sondern muss
auch als übermässig weitschweifig bezeichnet werden. Es kann darauf verzichtet
werden, sie in Anwendung von Art. 42 Abs. 6 BGG zur Verbesserung
zurückzuweisen.

2. 

2.1. Das Bundesgericht wies in seinem Urteil 6B_100/2014 vom 18. Dezember 2014
mit Ausnahme der Rüge betreffend die Verletzung des Anklageprinzips sämtliche
Vorbringen des Beschwerdeführers ab, soweit es darauf eintrat. Es erwog, dass
der in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Uri vom 8.
November 2010 in Ziffer 3.1 umschriebene Tatvorwurf die Nötigung zu
verschiedenen sexuellen Handlungen umfasst. Eine versuchte Vergewaltigung wurde
nicht angeklagt. Das Bundesgericht hielt fest, dass die Vorinstanz den
Anklagevorwurf in Ziffer 3.1 neu beurteilen muss (Urteil 6B_100/2014 vom 18.
Dezember 2014 E. 2.3.3 und 5).

2.2. Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der
neuen Entscheidung befasste kantonale Instanz ihrem Urteil die rechtliche
Beurteilung, mit der die Rückweisung begründet wird, zugrunde zu legen. Jene
bindet auch das Bundesgericht, falls ihm die Sache erneut unterbreitet wird.
Aufgrund dieser Bindungswirkung ist es den erneut mit der Sache befassten
Gerichten wie auch den Parteien - abgesehen von allenfalls zulässigen Noven -
verwehrt, der Überprüfung einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zugrunde
zu legen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im
Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung
gezogen worden sind. Die neue Entscheidung der kantonalen Instanz ist demnach
auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen
Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur
insoweit neu in Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen
Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 135 III 334 E. 2 S. 335
f.; Urteil 6B_540/2015 vom 26. August 2015 E. 1; je mit Hinweisen). Mit einer
Beschwerde gegen den neuen kantonalen Entscheid können keine Argumente
vorgetragen werden, die das Bundesgericht schon in seinem Rückweisungsentscheid
ausdrücklich verworfen hat oder die es im ersten Beschwerdeverfahren gar nicht
prüfen musste, weil die Parteien sie nicht vorbrachten, obwohl sie dies tun
konnten und mussten (Urteil 4A_268/2015 vom 24. September 2015 E. 1.2 mit
Hinweisen).

3.

3.1. Der Beschwerdeführer verweist auf einen Rapport der Kantonspolizei Uri vom
1. Januar 2015 sowie auf die polizeilichen Einvernahmen seines Bruders
B.X.________ und von F.________ vom 30. Dezember 2014. Er macht geltend, die
Staatsanwaltschaft habe ihm sowie der Vorinstanz die Protokolle vorenthalten.
Aus diesen Akten gehe hervor, dass er gegenüber den einvernommenen Personen
seine Unschuld beteuert habe. Die Schriftstücke seien neu und entlastend. Der
Beschwerdeführer erhebt eine Reihe von Rügen an die Adresse der
Staatsanwaltschaft, so die Verletzung des rechtlichen Gehörs unter Hinweis auf
Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 3 EMRK, Art. 3 Abs. 2 lit. c und Art. 107 StPO,
des Gebots des fairen Verfahrens unter Hinweis auf Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6
Ziff. 1 EMRK, von Treu und Glauben unter Hinweis auf Art. 9 BV und Art. 3 Abs.
2 lit. a StPO, des Gleichbehandlungsgrundsatzes unter Hinweis auf Art. 29 Abs.
1 BV und Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO, des Untersuchungsgrundsatzes unter Hinweis
auf Art. 6 StPO und schliesslich von Dokumentations- und
Protokollierungsvorschriften unter Hinweis auf Art. 76 Abs. 3 und Art. 399 Abs.
2 StPO (Beschwerde S. 7 ff.).

3.2. Nach dem Dafürhalten des Beschwerdeführers stellen die Aussagen zweier
Auskunftspersonen vom 30. Dezember 2014 Revisionsgründe dar. Ihm kann nicht
beigepflichtet werden. Die Revision im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO
zugunsten der verurteilten Person setzt voraus, dass neue, vor dem Entscheid
eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel vorliegen, die geeignet sind,
einen Freispruch oder eine wesentlich mildere Bestrafung der verurteilten
Person herbeizuführen. Neue Tatsachen und Beweismittel sind erheblich, wenn sie
geeignet sind, die Beweisgrundlage des früheren Urteils so zu erschüttern, dass
aufgrund des veränderten Sachverhalts ein wesentlich milderes Urteil möglich
ist (BGE 137 IV 59 E. 5.1.4 S. 68; Urteil 6B_791/2014 vom 7. Mai 2015 E. 2.1,
nicht publ. in BGE 141 IV 298; je mit Hinweisen). B.X.________ und F.________
wurden durch die Kantonspolizei zu Drohungen befragt, welche der
Beschwerdeführer anlässlich eines Gesprächs im August 2013 ausgesprochen haben
soll. Im selben Gespräch bekundete der Beschwerdeführer nach der Darstellung
der Auskunftspersonen seine Unschuld in Bezug auf die hier zur Diskussion
stehenden Übergriffe. Mit Blick auf die tatsächlichen Feststellungen sind die
entsprechenden Aussagen des Beschwerdeführers im Gespräch mit seinem Bruder und
dessen Arbeitskollegen nicht erheblich. Sie vermögen das Beweisfundament nicht
ernsthaft in Frage zu stellen. Es ist durchaus zu erwarten, dass eine
beschuldigte Person, welche ihre Unschuld im Strafverfahren von Anfang an
wiederholt beteuert, dies auch im privaten Bereich tut.
Der Beizug der fraglichen Akten war für den Nachweis des Sachverhalts
entbehrlich und damit nicht angezeigt. Von einem Unterschlagen
entscheidrelevanter Umstände kann keine Rede sein. Dass die Protokolle nicht
Grundlage des vorinstanzlichen Entscheids bilden, verletzt weder die
angerufenen Grundrechte noch die übrigen vom Beschwerdeführer zitierten
Bestimmungen der Strafprozessordnung. Offenbleiben kann deshalb, ob die
Beweismittel unter Berücksichtigung des bundesgerichtlichen
Rückweisungsentscheids überhaupt zulässig wären (vgl. BERNARD CORBOZ, in:
Commentaire de la LTF, 2. Aufl. 2014, N. 28 zu Art. 107 BGG).

4.
Der Beschwerdeführer ist der Meinung, die Vorinstanz müsse unter
Berücksichtigung der rechtlichen Beurteilung im bundesgerichtlichen
Rückweisungsentscheid eine vollständige Neubeurteilung der Strafsache
vornehmen. Das Berufungsurteil vom 12. Juli 2013 sei vollständig aufgehoben
worden. Mit der Rückweisung bestehe "überhaupt keine Entscheidung über die mit
Anklageschrift vom 8. November 2010 erhobenen Vorwürfe und die dort
beschuldigte Person mehr [...]" (Beschwerde S. 16).
Die in der Folge erhobenen Rügen (Beschwerde S. 16 - 60) und die entsprechende
Argumentation gehen von dieser Prämisse aus. Sie ist unzutreffend. Die V
orinstanz durfte sich von Bundesrechts wegen nur noch mit jenen Punkten
befassen, die das Bundesgericht kassierte. Die anderen Teile des Urteils vom
12. Juli 2013 hatten Bestand und waren in das neue Urteil zu übernehmen.
Irrelevant ist, dass mit dem bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid formell
das ganze erste Urteil der Vorinstanz aufgehoben wurde. Entscheidend ist nicht
das Dispositiv, sondern die materielle Tragweite des bundesgerichtlichen
Urteils (Urteil 6B_372/2011 vom 12. Juli 2011 E. 1.3.2 mit Hinweisen). Aus der
Begründung des Bundesgerichtsentscheids vom 18. Dezember 2014 ergibt sich, dass
die Vorinstanz den Anklagevorwurf in Ziffer 3.1 in Verletzung des
Anklagegrundsatzes als versuchte Vergewaltigung zum Nachteil der
Beschwerdegegnerin 3 qualifiziert und einzig den entsprechenden
Anklagesachverhalt neu zu beurteilen hatte. Diese Neubeurteilung tangiert nicht
die objektive Sachverhaltsermittlung in Bezug auf den Vorfall vom 22. Oktober
2005 geschweige denn die Übergriffe zum Nachteil von C.________ und E.________.
Der Beschwerdeführer verkennt die aufgeführten Grundsätze (vgl. auch E. 2) und
damit den Prozessgegenstand in verschiedener Hinsicht.

4.1. Soweit die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die Erwägungen aus ihrem
ersten Urteil übernimmt, die vor Bundesgericht nicht oder erfolglos angefochten
worden waren (vgl. Entscheid S. 15 ff.), können sie hier nicht beanstandet
werden. Gleichwohl erhebt der Beschwerdeführer zahlreiche Einwände, die
ausserhalb des Rahmens des zweiten Berufungsverfahrens liegen. So macht er
beispielsweise geltend, die Vorinstanzen hätten die Privatklägerinnen zu
Unrecht nicht befragt, deren Aussagen seien ohne Berücksichtigung
wissenschaftlicher Standards gewürdigt worden, die Vorinstanz sei bei der
Würdigung der Glaubwürdigkeit der Privatklägerinnen und der Glaubhaftigkeit
ihrer Aussagen in Willkür verfallen und die vorinstanzliche Beweiswürdigung sei
unhaltbar. Damit verlässt der Beschwerdeführer wiederholt die Thematik des
bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids und ist er nicht zu hören.

4.2. Gleich verhält es sich betreffend den Vorfall vom 22. Oktober 2005 zum
Nachteil der Beschwerdegegnerin 3. Die Vorinstanz hält fest, es sei nicht
erneut zu prüfen, ob den Aussagen der im Tatzeitpunkt erheblich angetrunkenen
Beschwerdegegnerin 3 (wie bereits im ersten Berufungsentscheid) Glauben
geschenkt werden könne. Diese Erwägungen sind zutreffend. Der Beschwerdeführer
beanstandete in seiner Beschwerde in Strafsachen gegen den Entscheid der
Vorinstanz vom 12. Juli 2013, die Vorinstanz habe über die
Beschwerdegegnerinnen 2 - 4 kein Glaubwürdigkeits- und
Glaubhaftigkeitsgutachten in Auftrag gegeben sowie diese nicht vor Schranken
befragt. Damit habe die Vorinstanz seinen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art.
3 Abs. 2 lit. c StPO, Art. 29 Abs. 2 BV), die Beweiserhebungspflicht (Art. 343
Abs. 3 und Art. 389 Abs. 3 StPO), den Anspruch auf ein faires Verfahren (Art. 3
Abs. 2 lit. c StPO, Art. 6 Ziff. 1 EMRK), den Untersuchungsgrundsatz (Art. 6
StPO) sowie den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO, Art.
5 Abs. 3 und Art. 9 BV) verletzt. Das Bundesgericht wies im Jahre 2014
sämtliche Rügen als unbegründet ab und hielt Folgendes fest. Bei Besonderheiten
in der Person könne eine Begutachtung der Aussagefähigkeit oder Aussagequalität
in Frage kommen. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Beweisaussagen sei primär
Sache der Gerichte. Das Bundesgericht hielt fest, dass die antizipierte
Beweiswürdigung der Vorinstanzen nicht unvertretbar ist, die Aussagen der
Beschwerdegegnerin 3 detailliert, authentisch und überzeugend ausfielen und
sich der Beschwerdeführer, selbst wenn er alle drei befragten Frauen in
physischen und psychischen Ausnahmezuständen sieht, in keiner Weise mit ihren
Sachverhaltsdarstellungen befasste. Die Vorinstanzen waren zweifelsohne in der
Lage, die belastenden Aussagen zu würdigen (Urteil 6B_100/2014 vom 18. Dezember
2014 E. 3.4). Diese Punkte waren im neuen Verfahren nicht mehr aufzuwerfen.
Mithin war das Verfahren nach der Rückweisung in Bezug auf den objektiven
Tathergang nicht neu in Gang zu setzen. Soweit der Beschwerdeführer betreffend
den fraglichen Übergriff eine "schwere Bewusstseinsstörung mit einhergehender
Unfähigkeit des Erkennens, der Willensbildung und der Willensumsetzung"
anführt, überzeugt sein Vorbringen im Übrigen nicht. Die Vorinstanz schliesst
einen schweren Rauschzustand aus. Nach ihren Feststellungen erkannte der
Beschwerdeführer und nahm er zumindest in Kauf, dass die sexuellen Handlungen
gegen den Willen der Beschwerdegegnerin 3 erfolgten (Entscheid S. 37 ff.). Dass
und inwiefern dieses vorinstanzliche Beweisergebnis schlechterdings nicht mehr
vertretbar und deshalb willkürlich sein sollte, zeigt der Beschwerdeführer
nicht auf (vgl. zum Begriff der Willkür BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.; 139 III
334 E. 3.2.5 S. 339; 138 I 49 E. 7.1 S. 51; je mit Hinweisen).

4.3. Der Beschwerdeführer machte im Rückweisungsverfahren geltend, die
Beschwerdegegnerinnen 2 - 4 seien vor Vorinstanz zu befragen und es sei ihm
sowie seinem Verteidiger Gelegenheit einzuräumen, Ergänzungsfragen zu stellen.
Die Vorinstanz verweist dazu auf den bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid
(E. 3.4) und erwägt, über den Beweisantrag auf Befragung der
Beschwerdegegnerinnen 2 - 4 sei definitiv entschieden worden. Er stehe im
zweiten Berufungsverfahren nicht mehr zur Disposition. Unbehelflich sei der
erweiterte Antrag, es sei dem Beschwerdeführer persönlich die Möglichkeit zur
Befragung einzuräumen. Bei den am 19. April 2011 und 22. Mai 2012
durchgeführten Einvernahmen seien der Beschwerdeführer und sein Verteidiger
anwesend gewesen. Eine Verletzung von Art. 147 StPO habe das Bundesgericht
nicht festgestellt (Entscheid S. 12 ff.).
Es ist vertretbar, dass die Vorinstanz die Befragung der Beschwerdegegnerinnen
2 - 4 im Jahre 2013 nicht wiederholte (Urteil 6B_100/2014 vom 18. Dezember 2014
E. 3.4). Darauf ist nicht zurückzukommen. Weder machte der Beschwerdeführer in
seiner ersten Beschwerde in Strafsachen geltend, er habe während des Verfahrens
sein Fragerecht generell nicht ausüben können, noch wurde behauptet, er habe
einzelne Ergänzungsfragen stellen wollen, welche von den kantonalen Behörden
nicht zugelassen worden wären. Der Beschwerdeführer legte nicht dar, inwiefern
er seine Verteidigung nicht wirksam ausüben konnte und weshalb es zur
effektiven Wahrnehmung seiner Verteidigungsrechte notwendig erscheinen sollte,
dass ihm im ersten vorinstanzlichen Gerichtsverfahren die Möglichkeit zur
ergänzenden Befragung erneut hätte eingeräumt werden müssen (Urteil 6B_100/2014
vom 18. Dezember 2014 E. 3.4). Diese Thematik kann der Beschwerdeführer hier
nicht neu zur Diskussion stellen. Er verkennt ein weiteres Mal, dass die
verschiedenen Einvernahmen der Beschwerdegegnerin 3 (wie auch die Befragungen
der Beschwerdegegnerinnen 2 und 4) und seine Mitwirkungsrechte bei der Erhebung
der Personalbeweise nicht Gegenstand des Rückweisungsentscheids waren. Zum
behaupteten Ausschluss des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 5 f. und 17 ff.)
bleibt Folgendes zu bemerken. Die Vorinstanz stellt fest, dass bei den
erstinstanzlichen Einvernahmen vom 19. April 2011 und 22. Mai 2012 sowohl der
Verteidiger als auch der Beschwerdeführer anwesend waren. Zumindest in Bezug
auf die Befragung der Beschwerdegegnerin 3 entspricht dies dem (vom
Beschwerdeführer zitierten) Verfahrensprotokoll vom 19. April 2011. Von diesen
tatsächlichen Feststellungen weicht der Beschwerdeführer in unzulässiger (Art.
105 Abs. 1 BGG) und zudem aktenwidriger Weise ab. Selbst wenn er der
Beschwerdegegnerin 3 in Wahrung ihrer Opferrechte nicht direkt
gegenübergestellt worden wäre (vgl. dazu Art. 152 f. StPO und Urteil 6B_681/
2012 vom 12. März 2013 E. 2.3), bildete dieser Umstand im Übrigen nicht
Gegenstand des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens 6B_100/2014 und konnte
auch nicht Gegenstand des Rückweisungsverfahrens sein.

5.
Mit den Ausführungen zur rechtlichen Subsumtion ist der Beschwerdeführer nicht
zu hören. Die Qualifikation der Übergriffe auf die Beschwerdegegnerinnen 2 und
4 als mehrfache Vergewaltigung (teilweise versucht), mehrfache sexuelle
Nötigung und Schändung war nicht Gegenstand des bundesgerichtlichen
Rückweisungsentscheids und im zweiten Berufungsverfahren nicht neu zu prüfen.
Ebenso wenig ist der Beschwerdeführer zu hören, soweit er sich vom
verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz entfernt und behauptet, dass die
Beschwerdegegnerin 3 "die ihr angeblich abverlangten
Selbstbefriedigungshandlungen lediglich vortäuschte" (vgl. Entscheid S. 37 f.).

6. 

6.1. Der Beschwerdeführer kritisiert die Freiheitsstrafe von 4 ¾ Jahren als
unvertretbar hoch (Beschwerde S. 60 f.).

6.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff.
StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (
BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die
Bildung der Einsatzstrafe und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in
Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67; 138 IV 120 E.
5.2 S. 122 f.; Urteil 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4, nicht publ. in:
BGE 137 IV 57; je mit Hinweisen).
Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen
Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde
hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen
Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht
massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser
Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens
falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61 mit Hinweis).

6.3. 

6.3.1. Die Vorinstanz qualifiziert die objektive und subjektive Tatschwere
insgesamt als sehr erheblich. Sie berücksichtigt unter anderem, dass der
Beschwerdeführer sich an drei Frauen verging, die Beschwerdegegnerin 2 über
einen Zeitraum von (fast) fünf Jahren mehrfach vergewaltigte und sexuell
nötigte und er insbesondere gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 äusserst grob
vorging (unter anderem mehrfache anale Penetration und mehrfaches Einführen der
ganzen Hand in die Vagina). Indem der Beschwerdeführer in wenig substanziierter
Weise auf eine "teils geringe Übergriffsintensität" verweist und meint, bei der
Beschwerdegegnerin 2 seien die Folgen der Übergriffe bis heute nicht bekannt,
vermag er sich nicht zu entlasten. Dass die sexuelle Nötigung und die Schändung
der Beschwerdegegnerinnen 3 und 4 vergleichsweise weniger intensiv ausfielen,
verkennt die Vorinstanz nicht.
Hingegen geht die Vorinstanz methodisch nicht korrekt vor, indem sie den
ordentlichen Strafrahmen aufgrund der mehreren Taten in Anwendung von Art. 49
Abs. 1 StGB auf 15 Jahre erweitert. Die tat- und täterangemessene Strafe ist
grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der (schwersten)
anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser wird durch Strafschärfungs-
oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert. Vielmehr ist der
ordentliche Strafrahmen nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände
vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall
zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen).
Solche Umstände zeigt die Vorinstanz nicht auf. Dennoch kann das Bundesgericht,
solange sich die Strafe unter Beachtung aller relevanten Faktoren wie hier
offensichtlich im Rahmen des dem Sachgericht zustehenden Ermessens hält, das
angefochtene Urteil auch bestätigen, wenn dieses in Bezug auf die Erwägungen
zum Strafmass einzelne Unklarheiten und Unvollkommenheiten enthält (Urteil
6B_341/2007 vom 17. März 2008 E. 8.4, nicht publ. in: BGE 134 IV 97). Indem die
Vorinstanz die objektive und subjektive Tatschwere insgesamt als sehr erheblich
einschätzt, verletzt sie ihr Ermessen nicht. Die fragliche Einsatzstrafe von
acht Jahren bewegt sich im oberen Drittel des ordentlichen Strafrahmens. Die
Formulierung des Verschuldens und die Festsetzung des Strafmasses stehen auch
begrifflich noch im Einklang (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.9 S. 64 und Urteil
6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2 mit Hinweisen). Ebenso kann auf eine
Aufhebung des Urteils und eine Rückweisung verzichtet werden, obgleich die
Vorinstanz soweit erkennbar gedanklich keine Einsatzstrafe für das schwerste
Delikt festlegt. Dies wird vom Beschwerdeführer nicht gerügt. Insbesondere
bringt er nicht vor, das methodisch unrichtige Vorgehen der Vorinstanz wirke
sich zu seinem Nachteil aus.

6.3.2. Der Beschwerdeführer beanstandet, es sei unberücksichtigt geblieben,
dass er als 53-jähriger Familienvater und Bundesangestellter ausgeprägt
strafempfindlich sei. Bei einer unbedingten Freiheitsstrafe verliere er seine
Arbeitsstelle. Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Strafvollzug wieder eine Stelle
zu finden, sei marginal. Die Rüge erfolgt ohne Grund. Der Beschwerdeführer
(dessen Tochter bereits 24-jährig ist) übersieht bei seiner Kritik, dass die
Rechtsprechung eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnlichen
Umständen bejaht, da die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jede
arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer
gewissen Härte verbunden ist (vgl. etwa Urteile 6B_748/2015 vom 29. Oktober
2015 E. 1.3 und 1.3.1; 6B_883/2014 vom 23. Juni 2015 E. 4.3; je mit Hinweisen).
Damit bleibt unerheblich, dass dem Beschwerdeführer nach dem Strafvollzug der
berufliche Wiedereinstieg möglicherweise Mühe bereiten wird. Umstände, welche
über das hinausgehen, was als unvermeidbare Konsequenz mit einer
freiheitsentziehenden Sanktion einhergeht, sind weder dargetan noch
ersichtlich.

6.3.3. Der Beschwerdeführer unterstreicht, er habe sich nie etwas zuschulden
kommen lassen, und verweist damit sinngemäss auf sein Vorleben. Dieser Umstand
vermag ihn nicht zu entlasten. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist
die Vorstrafenlosigkeit grundsätzlich neutral zu beurteilen. Sie ist
strafmindernd zu berücksichtigen, falls sie auf eine aussergewöhnliche
Gesetzestreue hinweist (BGE 141 IV 61 E. 6.3.2 S. 70; 136 IV 1 E. 2.6 S. 2
ff.). Dies ist hier nicht ersichtlich.

6.3.4. Die Vorinstanz legt straferhöhend in die Waagschale, dass der
Beschwerdeführer die Tatvorwürfe hartnäckig bestritt und keine echte Reue
zeigte. Der Beschwerdeführer bringt vor, fehlende Reue dürfe sich nicht
straferhöhend auswirken. Seiner pauschalen Rüge kann nicht gefolgt werden.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann ein hartnäckiges Bestreiten auf
fehlende Einsicht und Reue hinweisen und straferhöhend gewertet werden (BGE 113
IV 56 E. 4c S. 57; Urteil 6B_858/2008 vom 20. Mai 2009 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
Eine Ermessensverletzung oder Ermessensüberschreitung zeigt der
Beschwerdeführer nicht auf.

6.3.5. Gemäss Art. 48 lit. e StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das
Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich
vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat.
Verhältnismässig lange Zeit verstrichen ist gemäss der Rechtsprechung, wenn
zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1 S. 147
f. mit Hinweis). Diese beträgt hier 15 Jahre. Die Vorinstanz berücksichtigt,
dass sich der Beschwerdeführer seit Oktober 2005 wohl verhalten hat und mithin
im Urteilszeitpunkt 9 ½ Jahre verstrichen waren. Zudem trägt sie dem Umstand
strafmindernd Rechnung, dass ab der letzten Strafanzeige 3 Jahre bis zur
Anklageerhebung und weitere 2 ½ Jahre bis zur ersten Berufungsverhandlung
vergingen. Damit bejaht sie sinngemäss und - insbesondere mit Blick auf die
Zeitspanne bis zur Anklageerhebung und die gesamte Verfahrensdauer von rund 9 ½
Jahren - zu Recht eine Verletzung des Beschleunigungsgebots im Sinne von Art.
29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II und Art.
5 StPO (vgl. dazu BGE 133 IV 158 E. 8 S. 170; 130 I 269 E. 3.1 S. 273; je mit
Hinweisen). Mit ihren Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer inhaltlich
nicht auseinander. Er zeigt nicht auf und es ist auch nicht erkennbar,
inwiefern die Vorinstanz die genannten Strafzumessungsfaktoren in einem
grösseren Masse hätte gewichten müssen.

6.3.6. Eine ermessensverletzende Gewichtung der Faktoren respektive eine
Verletzung von Bundesrecht (Art. 47 ff. StGB) legt der Beschwerdeführer nicht
dar. Die Freiheitsstrafe von 4 ¾ Jahren hält sich auch bei einer
Gesamtbetrachtung innerhalb des sachrichterlichen Ermessens und ist nicht zu
beanstanden.

7.
Der Beschwerdeführer beantragt, die Zivilforderungen der Beschwerdegegnerinnen
2 - 4 seien auf den Zivilweg zu verweisen. Es erübrigt sich, näher darauf
einzugehen. Eine Beschwerdebegründung, welche die vorinstanzlichen Erwägungen
ausklammert, genügt den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht.
Zudem geht die Beschwerde an der Sache vorbei. Die Ansprüche der
Beschwerdegegnerinnen 2 und 4 waren nicht Gegenstand des
Rückweisungsverfahrens. Die Zivilforderung der Beschwerdegegnerin 3 hat die
Vorinstanz auf den Zivilweg verwiesen.

8.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der
Beschwerdeführer wird ausgangsgemäss kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Mit
dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung
gegenstandslos.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Uri,
Strafrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Februar 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Faga

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