Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.767/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_767/2015

Urteil vom 9. September 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Rüedi, Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellung (betrügerischer Konkurs), Beschwerdefrist,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, vom 27. März 2015.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. 
Am 27. März 2015 trat das Obergericht des Kantons Zürich auf eine verspätete
Beschwerde nicht ein. Der Beschwerdeführer hatte die angefochtene
Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft am 23. Dezember 2014 an seinem
Wohnsitz in Kanada entgegengenommen. Die Beschwerdefrist endete am 5. Januar
2015. Die Beschwerde wurde jedoch erst am 6. Januar 2015 der Schweizerischen
Post übergeben.

Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, der Beschluss
des Obergerichts vom 27. März 2015 sei aufzuheben, die Sache zurückzuweisen und
die Strafverfolgung fortzusetzen.

2. 
Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe in der Annahme gehandelt, dass das
Versanddatum - so wie in der Schweiz üblich - auch in Übersee für die
Einhaltung der Beschwerdefrist massgebend sei. Im Übrigen sei eine Frist von
zehn Tagen für im Ausland lebende Personen zu kurz angesetzt.

Beide Vorbringen dringen nicht durch. Zum einen hätte sich der
Beschwerdeführer, wenn er nicht rechtskundig ist, über die in der Schweiz
geltenden gesetzlichen Frist- und Formerfordernisse eines Rechtsmittels
erkundigen müssen. Es war ein vorwerfbarer Fehler, einfach darauf zu vertrauen,
dass die eigene Annahme schon richtig sei. Zum zweiten ist die Beschwerdefrist
auch für Personen im Ausland durchaus ausreichend, zumal der Beschwerdeführer
nicht geltend macht, es sei ihm unmöglich gewesen, die Beschwerdeschrift
rechtzeitig beim schweizerischen Konsulat in Vancouver abzugeben (wie er es
denn auch mit der Beschwerde ans Bundesgericht getan hat). Die Beschwerde ist
im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen.

3. 
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG
abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Da der
Beschwerdeführer seine angebliche Bedürftigkeit nicht belegt, kommt eine
Herabsetzung der Gerichtskosten nicht in Betracht.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. September 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

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