Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.769/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_769/2015

Urteil vom 1. Oktober 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, 3011 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verspätete Berufungserklärung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern,
Strafabteilung, 2. Strafkammer, vom 3. Juli 2015.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.

 Am 6. März 2015 meldete der Beschwerdeführer gegen ein Urteil des
Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 24. Februar 2015 Berufung an. Da er seit
dem 15. Oktober 2014 in dieser Sache amtlich verteidigt war, wurde der
amtlichen Verteidigerin mit Verfügung des Regionalgerichts vom 22. Mai 2015
eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um die Berufungserklärung einzureichen.
Nachdem innert Frist keine Erklärung eingegangen war, wurde diese vom
Beschwerdeführer am 19. Juni 2015 und damit verspätet beim Obergericht des
Kantons Bern vorbeigebracht. Das Obergericht trat am 3. Juli 2015 auf das
Rechtsmittel nicht ein.

 Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht, ohne einen förmlichen
Antrag zu stellen. Offensichtlich strebt er ein Eintreten auf seine Berufung
an.

2.

 Es ist zweifelhaft, ob auf die Beschwerde, die sich im Gegensatz zur
Vorschrift von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht konkret auf die Ausführungen des
angefochtenen Entscheids bezieht, eingetreten werden kann. Die Frage kann
indessen offenbleiben. In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG ist auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. Beschluss S. 3 E.
4). Insbesondere stellt sie zu Recht fest, dass die amtliche Verteidigung auch
das ordentliche kantonale Rechtsmittelverfahren umfasst, weshalb im konkreten
Fall die Verfügung des Regionalgerichts der amtlichen Verteidigerin gültig
zugestellt wurde. Und mit dieser Zustellung an die amtliche Verteidigerin
begann die Frist zur Berufungserklärung zu laufen. Da die Berufungserklärung
des Beschwerdeführers unter den gegebenen Umständen verspätet war, ist der
angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist im Verfahren
nach Art. 109 BGG abzuweisen.

3.

 Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1
BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern,
Strafabteilung, 2. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Oktober 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Monn

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