Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.782/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_782/2015

Urteil vom 27. August 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichtanhandnahme (einfache Körperverletzung),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, vom 3. August 2015.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.

 Die Beschwerdeführerin wirft einem Arzt vor, er habe an ihr eine unnötige
Muskelbiopsie durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich nahm
die Strafuntersuchung wegen Körperverletzung am 13. März 2015 nicht an die
Hand. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Obergericht des Kantons
Zürich am 3. August 2015 ab.

 Die Beschwerdeführerin wendet sich ans Bundesgericht, ohne einen
ausdrücklichen Antrag zu stellen. Offensichtlich strebt sie eine Verurteilung
des beschuldigten Arztes an.

2.

 Die Privatklägerin ist zur Beschwerde in Strafsachen nur legitimiert, wenn der
angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken
kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). In erster Linie geht es um Ansprüche
auf Schadenersatz und Genugtuung gemäss Art. 41 ff. OR, die üblicherweise vor
den Zivilgerichten geltend gemacht werden müssen. Richtet sich die Beschwerde
gegen die Einstellung oder Nichtanhandnahme eines Verfahrens, hat die
Privatklägerin nicht notwendigerweise bereits vor den kantonalen Behörden eine
Zivilforderung geltend gemacht. Selbst wenn sie bereits adhäsionsweise
privatrechtliche Ansprüche geltend gemacht hat, werden in der
Einstellungsverfügung keine Zivilklagen behandelt (Art. 320 Abs. 3 StPO). In
jedem Fall muss die Privatklägerin im Verfahren vor Bundesgericht darlegen, aus
welchen Gründen sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche
Zivilforderung auswirken kann. Das Bundesgericht stellt an die Begründung der
Legitimation strenge Anforderungen. Genügt die Beschwerde diesen nicht, kann
darauf nur eingetreten werden, wenn aufgrund der Natur der untersuchten
Straftat ohne Weiteres ersichtlich ist, um welche Zivilforderung es geht (BGE
141 IV 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Eingabe vor Bundesgericht keine
Zivilforderung geltend. Ihren Angaben zufolge strebt sie eine Revision ihres
Strafverfahrens an (Beschwerde S. 2). Dies entspricht der Feststellung der
Staatsanwaltschaft, es sei das Anliegen der Beschwerdeführerin, in Erfahrung zu
bringen, ob die mitochondriale Zytopathie auf ihre psychiatrische Erkrankung
und ihre frühere Delinquenz Einfluss gehabt hatte (Einstellungsverfügung vom
13. März 2015 S. 3; ebenso Einvernahme der Beschwerdeführerin durch die
Kantonspolizei Zürich am 11. Juni 2014, KA act. 4, S. 4 Frage 26). Mangels
Zivilforderung ist die Beschwerdeführerin zum vorliegenden Rechtsmittel nicht
legitimiert.

3.

 Auch als nicht Legitimierte ist die Beschwerdeführerin grundsätzlich befugt,
Rechtsverweigerung geltend zu machen (vgl. Beschwerde S. 1 Ziff. 1). Unzulässig
sind allerdings - wie im vorliegenden Fall - Rügen, deren Beurteilung von der
Prüfung in der Sache nicht getrennt werden kann und die im Ergebnis auf eine
materielle Prüfung des angefochtenen Entscheids hinauslaufen (BGE 141 IV 1 E.
1.1).

4.

 Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Bei
diesem Ausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
(Art. 66 Abs. 1 BGG). Analog zum Urteil 6B_207/2015 vom 9. März 2015 ist der
finanziellen Lage der Beschwerdeführerin bei der Höhe der Gerichtskosten
Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

 Demnach erkennt der Präsident:

1. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. August 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Monn

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