Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.785/2015
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015


Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente
dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet.
Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem
Computer einen aktuellen Browser zu installieren.
Zurück zur Einstiegsseite Drucken
                                                               Grössere Schrift

Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_785/2015

Urteil vom 18. November 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Rüedi,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiberin Schär.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Tanja Knodel,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz, Postfach 1201, 6431 Schwyz,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Strafzumessung,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Schwyz, Strafkammer, vom 2.
Juni 2015.

Sachverhalt:

A.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz wirft X.________ in der
Anklageschrift vom 3. Januar 2013 vor, A.________ in der Nacht vom 26. auf den
27. August 2011 nach einer Sommerparty in Zürich in seine Wohnung in B.________
gefahren zu haben. Dort habe er mit ihr den vaginalen Geschlechtsverkehr
vollzogen, wobei A.________ wegen Alkoholkonsums, allenfalls weiterer
unbekannter Substanzen und starker Schläfrigkeit widerstandsunfähig gewesen
sei. Er habe sich damit der Schändung schuldig gemacht. Daneben werden
X.________ diverse Verkehrsdelikte zur Last gelegt.

B.
Das Strafgericht des Kantons Schwyz sprach X.________ am 26. Februar 2013 der
Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz schuldig und bestrafte ihn mit
einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 110.-- und einer Busse von Fr.
260.--. Vom Vorwurf der Schändung sprach es ihn frei.

C.
Die Staatsanwaltschaft und A.________ reichten gegen das Urteil des
Strafgerichts Berufung ein. X.________ erhob Anschlussberufung. Das
Kantonsgericht Schwyz sprach diesen am 25. März 2014 auch der Schändung
schuldig. Es bestrafte ihn mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei
Jahren und einer Busse von Fr. 260.--. X.________ wurde verpflichtet,
A.________ eine Genugtuung von Fr. 9'000.-- nebst Zins zu bezahlen.
Das Bundesgericht hiess am 9. Februar 2015 die Beschwerde von X.________ gegen
dieses Urteil teilweise gut, hob das Urteil des Strafgerichts vom 25. März 2014
auf und wies die Sache zur neuen Festsetzung der Strafe zurück (Verfahren
6B_853/2014).

D.
Mit Urteil vom 2. Juni 2015 setzte das Kantonsgericht Schwyz die Strafe neu
fest und verurteilte X.________ zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 34
Monaten, zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 110.-- sowie
zu einer Busse von Fr. 260.--. Den zu vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe
legte es auf 10 Monate und die Probezeit auf zwei Jahre fest.

E.
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, Ziffern 1b und 1c
(Strafmass sowie teilweiser Aufschub der Strafe) des vorinstanzlichen Urteils
seien aufzuheben. Er sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten
sowie einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 60.-- und einer
Busse von Fr. 260.-- zu bestrafen. Eventualiter seien die Ziffern 1b und 1c
aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Erwägungen:

1.
Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die vorinstanzliche Strafzumessung.

1.1. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff.
StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt
(vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; 134 IV 17 E. 2.1; je mit Hinweisen).
Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen
Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde
hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen
Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht
massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser
Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens
falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 mit Hinweis).

1.2. Die Vorinstanz legt zuerst die Strafe für die Schändung fest.
Diesbezüglich berücksichtigt sie die Art und Weise der Tatausführung sowie das
Verhalten des Beschwerdeführers vor und nach der Tat. Daraus leitet sie ein
schweres Verschulden ab, was eine Einsatzstrafe von vier Jahren rechtfertige.
In subjektiver Hinsicht setzt sich die Vorinstanz zunächst mit den vom
Beschwerdeführer ins Feld geführten Umständen wie etwa seiner Heirat und seiner
Beziehung zur Tochter auseinander, berücksichtigt diese aber nicht
strafmindernd. Zu seinen Gunsten wertet sie einzig die Vorstrafenlosigkeit
sowie das Wohlverhalten seit der Tat. Sie gelangt so zu einer Freiheitsstrafe
von 34 Monaten. Bezüglich der groben Verkehrsregelverletzung verweist die
Vorinstanz auf das Urteil des Strafgerichts vom 26. Februar 2013. Demnach habe
der Beschwerdeführer das Überholmanöver aus nichtigem Anlass, zum Zweck des
Zeitgewinns, begangen. Sein Verschulden wiege unter Berücksichtigung der
Gesamtumstände dennoch leicht. Da der Beschwerdeführer bereits in der
Vergangenheit in grober Weise gegen die Verkehrsregeln verstossen habe, sei
eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen angemessen. Mangels Gleichartigkeit der
Strafen falle eine Gesamtstrafenbildung nicht in Betracht und seien die Strafen
separat auszusprechen.

1.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz werfe ihm vor, die
Privatklägerin in verwerflicher Art und Weise missbraucht zu haben. Dass eine
Schändung per se verwerflich sei, sei offensichtlich. Da der Tatbestand von
Art. 191 StGB den Missbrauch als objektives Tatbestandsmerkmal beinhalte,
verletze die Vorinstanz mit dieser Begründung das Doppelverwertungsverbot.
Zudem habe sie erneut nicht dargelegt, inwiefern er die Privatklägerin in
besonders verwerflicher Art und Weise missbraucht habe. Damit sei auch die
Begründungspflicht verletzt.
Die Einwände des Beschwerdeführers sind unbegründet. Die Vorinstanz war sich
des Doppelverwertungsverbots bewusst (vgl. vorinstanzliches Urteil, S. 8). Die
Verwerflichkeit des Missbrauchs präzisiert sie, indem sie ausführt, der
Beschwerdeführer habe die Privatklägerin in psychischer und physischer Hinsicht
stark belastet und sich ihr gegenüber hinterhältig und egoistisch verhalten.
Konkret habe er den Geschlechtsverkehr ohne Kondom vollzogen und ihre
medizinische Nachbehandlung durch die Verweigerung des zweiten HIV-Tests
erschwert, wobei er ihre Ängste mit der Mitteilung eines "positiven"
Ergebnisses verachtet habe. In der Fo lge habe die Privatklägerin
prophylaktisch starke Medikamente einnehmen müssen. Weiter habe er deren
Verwirrtheit am nächsten Morgen ausgenutzt, um ihr eine angebliche
Beziehungsnähe vorzuspiegeln. Zudem habe er zunächst vorgegeben, sich nicht an
den Geschlechtsverkehr erinnern zu können, da sie wohl beide unter dem Einfluss
von KO-Tropfen gestanden seien. Der Beschwerdeführer habe eine "gute
Gelegenheit" ausgenützt, wobei er glaubte, die Privatklägerin würde den
Übergriff aufgrund ihres schlechten Zustandes nicht entdecken. Es verstösst
nicht gegen das Doppelverwertungsverbot, bestimmte Umstände, welche
Tatbestandsmerkmale oder gesetzliche Qualifikationsgründe darstellen, bei der
Strafzumessung straferhöhend zu berücksichtigen; denn das Ausmass solcher
Umstände kann mehr oder weniger gross sein (Urteil 6B_596/2012 vom 25. April
2013 E. 5.4 mit Hinweis). Die Vorinstanz hat damit entgegen der Rüge des
Beschwerdeführers nicht gegen das Doppelverwertungsverbot verstossen. Im
angefochtenen Urteil werden im Rahmen der Strafzumessung nicht einfach die
Umstände aufgeführt, welche die Tatbestandsmässigkeit der Schändung begründen.
Die Vorinstanz lässt sich vielmehr weitgehend über das Ausmass dieser Merkmale
aus, wozu sie im Rahmen der Verschuldensbewertung auch verpflichtet ist. Somit
ist weder eine Verletzung des Doppelverwertungsverbots noch der
Begründungspflicht ersichtlich. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die
Vorinstanz dem Beschwerdeführer fehlende Reue und Einsicht attestiert und in
diesem Zusammenhang erneut darauf verweist, dass er sich nicht wie von ihm
behauptet, wie ein "Gentleman" verhielt, sondern versuchte, die Tat zu
verheimlichen. Die Vorinstanz bewertet diesen Umstand schlussendlich neutral,
weshalb sich dies nicht zu Ungunsten des Beschwerdeführers auswirkt und er
insofern nicht beschwert ist.

1.4. Weiter kritisiert der Beschwerdeführer, dem angefochtenen Urteil könne
nicht entnommen werden, in welchem Umfang die Vorinstanz welche
Strafzumessungsfaktoren gewichtet habe. Zudem hätte das Nachtatverhalten
ausschliesslich bei den Täterkomponenten berücksichtigt werden dürfen. Diese
Argumentation ist nicht stichhaltig. Die Vorinstanz bezeichnet das
Tatverschulden als schwer und legt eine Einsatzstrafe von vier Jahren fest. In
Anbetracht diverser subjektiver Tatkomponenten reduziert sie die Strafe auf 34
Monate (vgl. E. 1.2). Aufgrund der von der Vorinstanz gewählten Vorgehensweise
ist ohne Weiteres erkennbar, in welchem Ausmass sie die einzelnen
Strafzumessungsfaktoren gewichtet, weshalb keine Verletzung der
Begründungspflicht vorliegt. Wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, ist das
Nachtatverhalten grundsätzlich bei den Täterkomponenten zu berücksichtigen.
Allerdings ist nicht ersichtlich, inwiefern dies vorliegend zu einem anderen
Ergebnis geführt hätte oder das vorinstanzliche Urteil nicht sachgerecht
angefochten werden konnte.

1.5. Der Beschwerdeführer bemängelt, die Vorinstanz werfe ihm ein geplantes
Vorgehen vor. Ein planmässiges Vorgehen bezüglich der Schändung sei jedoch im
Urteil des Kantonsgerichts Schwyz vom 25. März 2014 nicht erstellt worden. Auf
nicht erstellte Sachverhalte dürfe bei der Strafzumessung nicht abgestellt
werden. Die vorinstanzlichen Erwägungen seien in diesem Punkt willkürlich.
Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe die Privatklägerin zu sich
nach Hause in den Kanton Schwyz nehmen wollen, anstatt das Fest mit seiner
Begleitperson zu verlassen. Daraus sowie aus den bereits unter E. 1.3
zusammengefassten Sachverhaltserwägungen leitet die Vorinstanz ab, das
Verhalten des Beschwerdeführers vor und nach der Tat lasse auf eine geplante
sexuelle Ausbeutung schliessen (vorinstanzliches Urteil, E. 3a S. 10). Die
Grundlagen dieser Annahme sind nicht neu, bildeten sie doch bereits Bestandteil
des kantonsgerichtlichen Urteils vom 25. März 2014. Dass die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer gestützt auf die erwähnten Umstände ein gewisses Kalkül
vorwirft, ist jedenfalls nicht willkürlich.

1.6. Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer die Strafhöhe an sich.
Unzutreffend ist in diesem Zusammenhang seine Behauptung, das Bundesgericht
habe im Rückweisungsentscheid vom 9. Februar 2015 (Urteil 6B_853/2014) zum
Ausdruck gebracht, dass die verhängte Strafe zu reduzieren sei. Hätte das
Bundesgericht die auferlegte Strafe als gerechtfertigt erachtet, hätte es das
Urteil nicht aufgehoben, da dies nicht erforderlich sei, soweit sich die Strafe
im Ergebnis als gerechtfertigt erweise. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt
werden. Das kantonsgerichtliche Urteil vom 25. März 2014 wurde aufgehoben, da
die Vorinstanz die Strafzumessung methodisch nicht korrekt vorgenommen und ihre
Begründungspflicht verletzt hatte. Das Bundesgericht äusserte sich weder
implizit noch explizit zur Angemessenheit der Strafe respektive zur Strafhöhe.
Vielmehr konnte die Strafzumessung aufgrund der unzureichenden Begründung im
Ergebnis nicht überprüft werden.
Der Beschwerdeführer kritisiert weiter, die Vorinstanz erachte für die
Schändung eine Strafe von vier Jahren grundsätzlich als angemessen, was ein
Jahr über der Mindeststrafe für eine grausame Vergewaltigung im Sinne von Art
190 Abs. 3 StGB liege. Gleichzeitig verneine sie, dass die Tatausführung
grausam gewesen sei. Diese Argumentation sei widersprüchlich und die Vorinstanz
überschreite ihr Ermessen. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden. Aus
dem Vergleich mit Art. 190 Abs. 3 StGB kann er nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Die Vorinstanz verneint zwar, dass die Tat grausam war. Stattdessen
begründet sie das schwere Verschulden mit der verwerflichen Tatausführung. Ein
Widerspruch ist in dieser Argumentation nicht zu erkennen.
Unbehelflich ist der Verweis des Beschwerdeführers auf ein früheres
Bundesgerichtsurteil (6S.62/2001 vom 14. Juni 2001), wobei diesem ebenfalls der
Straftatbestand der Schändung zugrunde lag und eine Freiheitsstrafe von 20
Monaten im Raum stand. Aus dem früheren bundesgerichtlichen Entscheid kann er
in Anbetracht des weiten Ermessens des Sachgerichts nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Zudem beurteilte das Bundesgericht entgegen der Behauptung des
Beschwerdeführers die 20-monatige Strafe im erwähnten Fall ohnehin als zu
milde.
Insgesamt würdigt die Vorinstanz sämtliche Strafzumessungsfaktoren zutreffend.
Es ist hervorzuheben, dass sie die Vorstrafenlosigkeit strafmindernd
berücksichtigt, obwohl dieser Umstand in der Regel neutral zu gewichten ist
(vgl. BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Dies wirkt sich für den Beschwerdeführer
erheblich strafmindernd aus. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind
nachvollziehbar und plausibel. Dass die ausgesprochene Strafe als ungewöhnlich
streng erscheint, lässt sich angesichts der Intensität der strafbaren
Handlungen des Beschwerdeführers nicht sagen. Wo sich die Strafe unter
Beachtung aller relevanten Faktoren offensichtlich im Rahmen des dem
Sachgericht zustehenden Ermessens hält, kann das Bundesgericht nach ständiger
Rechtsprechung das angefochtene Urteil auch bestätigen, wenn dieses in Bezug
auf die Erwägungen zum Strafmass einzelne Unklarheiten und Unvollkommenheiten
enthält. Nur um unwesentliche Ungereimtheiten in der Begründung der
Strafzumessung zu korrigieren, kann eine Beschwerde in Strafsachen nicht
gutgeheissen werden. Gestützt auf die Tatumstände, die Vorgehensweise usw.
durfte die Vorinstanz das Verschulden als schwer einstufen. Die ausgesprochene
Freiheitsstrafe von 34 Monaten liegt durchaus im Rahmen des vorinstanzlichen
Ermessens.

2.
Hinsichtlich des Vollzugs beanstandet der Beschwerdeführer, die Vorinstanz
stelle bei der Festlegung der Strafteile lediglich auf das Verschulden ab. Die
Legalbewährung bleibe indessen unberücksichtigt. Die Vorinstanz missbrauche
damit ihr Ermessen und verstosse gegen Art. 43 StGB.

2.1. Die Vorinstanz erwägt, es sei davon auszugehen, dass die Strafe den
Beschwerdeführer von weiterer einschlägiger Delinquenz abhalten werde. Das
Gericht geht somit von einer günstigen Bewährungsprognose aus. Indessen sei zu
berücksichtigen, dass sein Verschulden schwer wiege, so dass ihm nicht der
maximal mögliche, sondern nur ein Aufschub von zwei Jahren zu gewähren sei.

2.2. Das Gericht kann den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit
oder einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren
nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des
Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Der unbedingt
vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Abs. 2). Bei
der teilbedingten Freiheitsstrafe muss sowohl der aufgeschobene als auch der zu
vollziehende Teil mindestens sechs Monate betragen (Abs. 3 Satz 1).
Bezüglich der Festsetzung der Strafteile kann auf die bisherige
bundesgerichtliche Rechtsprechung verwiesen werden (BGE 134 IV 1; Urteil
6B_1095/2014 vom 24. März 2015 E. 3.1; je mit Hinweisen). Als Bemessungsregel
ist das Verschulden zu beachten, dem in genügender Weise Rechnung zu tragen ist
(Art. 43 Abs. 1 StGB). Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass
darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und
dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je günstiger
die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat, desto grösser muss der
auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbedingte Strafteil darf dabei
das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht
unterschreiten (BGE 134 IV 1 E. 5.6).
Sowohl bei der Gewährung des bedingten Strafvollzugs als auch bei der
Festsetzung des aufzuschiebenden und des zu vollziehenden Strafteils gemäss
Art. 43 StGB steht dem Sachgericht ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu.
Das Bundesgericht greift in dieses nur ein, wenn das Sachgericht es über- bzw.
unterschreitet oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt (BGE 134 IV 1 E.
5.6; 136 IV 55 E. 5.6; Urteil 6B_1095/2014 vom 24. März 2015 E. 3.1; je mit
Hinweisen).

2.3. Im Lichte dieser Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz durfte in
Zusammenhang mit Art. 43 StGB aufgrund der konkreten Umstände von einem
schweren Verschulden ausgehen. Sie äussert sich sowohl zur Legalprognose als
auch zur Verschuldensschwere. Auch wenn dem Beschwerdeführer für die Zukunft
eine gute Prognose gestellt werden kann, durfte die Vorinstanz unter diesen
Umständen den vollziehbaren Teil der Strafe auf 10 Monate festlegen, ohne ihr
Ermessen zu missbrauchen. Sie hielt sich dabei an die bundesgerichtliche
Rechtsprechung, wonach der unbedingte Strafteil das unter
Verschuldensgesichtspunkten gebotene Mass nicht unterschreiten darf.

3.
Hinsichtlich der Verkehrsregelverletzung bemängelt der Beschwerdeführer, die
Vorinstanz sei auf keines seiner Argumente wie etwa sein Geständnis oder die
Tatsache, dass seine Vorstrafe nicht einschlägig sei sowie den Verweis auf
Strafmassempfehlungen eingegangen. Damit habe sie sein rechtliches Gehör
verletzt.
Nach der Rechtsprechung kann ein Geständnis bei der Beurteilung des
Nachtatverhaltens im Rahmen der Strafzumessung zugunsten des Täters
berücksichtigt werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf
Reue schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über den eigenen
Tatanteil beiträgt (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d/cc; siehe zudem Urteil 6B_473/
2011 vom 13. Oktober 2011 E. 5.4 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer
anerkannte zwar den Sachverhalt bereits während der Untersuchung. Allerdings
wurde gemäss den Akten eine Nachfahrmessung durchgeführt und das Überholmanöver
wurde auf Video dokumentiert (Polizeirapport vom 4. Januar 2012). Inwiefern
seine Geständigkeit zur Aufklärung der Straftat beigetragen haben soll, ist
weder ersichtlich noch vom Beschwerdeführer dargelegt. Die Vorinstanz verletzt
das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht, indem sie das Geständnis
nicht strafmindernd berücksichtigt.
Unzutreffend ist die Behauptung des Beschwerdeführers, die Vorstrafe wegen
ungenügenden Abstands beim Hintereinanderfahren sei nicht einschlägig. Der
Beschwerdeführer verstiess mehrmals in grober Weise gegen die Verkehrsregeln.
Sein automobilistischer Leumund ist getrübt, was die Vorinstanz zu seinen
Lasten berücksichtigen durfte. Im Übrigen musste sich die Vorinstanz nicht mit
jedem einzelnen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandersetzen. Vielmehr
kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 139 IV 179
E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; je mit Hinweis). Die vorinstanzlichen Erwägungen sind
nachvollziehbar und schlüssig. Inwiefern der Entscheid nicht sachgerecht
angefochten werden konnte, ist weder ersichtlich noch dargelegt. Eine
Gehörsverletzung liegt nicht vor und die Beschwerde erweist sich auch in diesem
Punkt als unbegründet. Soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Geldstrafe
sei auf 20 Tagessätze zu Fr. 60.-- zu reduzieren, kann auf das Begehren mangels
Begründung nicht eingetreten werden.

4.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die
Gerichtskosten sind ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66
Abs. 1 BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Schwyz, Strafkammer, und
A.________ schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. November 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Schär

Navigation

Neue Suche

ähnliche Leitentscheide suchen
ähnliche Urteile ab 2000 suchen

Drucken nach oben