Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.830/2015
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2015


Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente
dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet.
Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem
Computer einen aktuellen Browser zu installieren.
Zurück zur Einstiegsseite Drucken
                                                               Grössere Schrift

Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_830/2015

Urteil vom 12. Januar 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber Boog.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Gregor Marcolli,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, Franziskanerhof, Barfüssergasse
28, Postfach 157, 4502 Solothurn,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfacher Steuerbetrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn,
Strafkammer, vom 16. April 2015.

Sachverhalt:

A. 
X.________ war Alleinaktionär und Verwaltungsrat der   A.________ AG. Ausserdem
war er Repräsentant der B.________ Holding, mit Sitz in Virginia Islands und
Zweitsitz in Hong Kong, in Europa, bei welcher seine Ehefrau Direktorin war.
Mit Anklage vom 22. Februar 2013 wird X.________ vorgeworfen, er habe dem
Steueramt des Kantons Solothurn im August 2007 eine inhaltlich unwahre
Erfolgsrechnung und damit auch eine inhaltlich unwahre Bilanz der A.________ AG
betreffend das Geschäftsjahr 2006 eingereicht, um die Steuerlast zu minimieren.
Im Einzelnen habe er eine Rechnung der B.________ Holding über einen Betrag von
CHF 553'759.-- für die Entwicklung eines Computerprogramms erfolgswirksam im
Geschäftsaufwand der A.________ AG verbuchen lassen, obwohl ein solcher Aufwand
höchstens bis zu einem Betrag von CHF 20'000.-- geschäftsmässig begründet
gewesen sei. Desgleichen habe er die erfolgswirksame Verbuchung des Kaufs
zweier Luxusuhren zu einem Preis von CHF 21'000.-- und CHF 12'060.-- im
Geschäftsaufwand der A.________ AG veranlasst, obwohl auch diese Aufwendungen
geschäftsmässig nicht begründet gewesen seien. Damit sei der Reingewinn der
A.________ AG um mindestens CHF 566'819.-- zu tief ausgewiesen worden. Darüber
hinaus wird X.________ beschuldigt, er habe am 15. Februar 2007 als
Verwaltungsrat der C.________ AG vier private Flugreisen für seine Ehefrau
gebucht und mit der Firmenkreditkarte der C.________ AG bezahlt. Diese Kosten
in der Höhe von CHF 1'753.50 seien aus der Sicht der C.________ AG
geschäftsmässig nicht begründet gewesen.

B. 
Der Amtsgerichtsgerichtspräsident Solothurn-Lebern erklärte X.________ mit
Urteil vom 17. Dezember 2013 des mehrfachen Steuerbetrugs sowie der ungetreuen
Geschäftsbesorgung in Bereicherungsabsicht schuldig und verurteilte ihn zu
einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 1'440.00, unter Gewährung des
bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren, als Zusatzstrafe zum
Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 14. März 2012, sowie zu einer
Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 1'440.00.

Gegen diesen Entscheid erhob der Beurteilte Berufung. Die Staatsanwaltschaft
erklärte Anschlussberufung, welche sie in der zweitinstanzlichen Verhandlung
sinngemäss zurückzog. Das Obergericht des Kantons Solothurn bestätigte am 16.
April 2015 den erstinstanzlichen Schuldspruch und verurteilte X.________ -
teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 14.
März 2012 - zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 1'440.00, mit
bedingtem Vollzug für 30 Tagessätze bei einer Probezeit von zwei Jahren.

C. 
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das angefochtene
Urteil sei aufzuheben und er sei von der Anklage des mehrfachen Steuerbetruges
und der ungetreuen Geschäftsbesorgung freizusprechen.

Erwägungen:

1.

1.1. Der Beschwerdeführer macht in Bezug auf den Schuldspruch des
Steuerbetruges wegen Einreichung einer inhaltlich unwahren Erfolgsrechnung
geltend, die Rechnung der B.________ Holding vom 31. Dezember 2006 sei für die
Entwicklung eines EDV-Programms für professionelle Liegenschaftsverwaltungen
(Immoweb/Facility) ausgestellt und in der Buchhaltung der A.________ AG mit der
Bezeichnung "EDV-Dienstleistungen" im Geschäftsaufwand des Jahres 2006
erfolgswirksam verbucht worden. Die Vorinstanz gelangt demgegenüber zum
Schluss, der als Aufwand verbuchte Rechnungsbetrag von CHF 553'759.-- sei nicht
geschäftsmässig begründet gewesen und hätte höchstens im Umfang von CHF
20'000.-- als Aufwand verbucht werden dürfen. Die der Steuerverwaltung
eingereichte Erfolgsrechnung sei daher inhaltlich unwahr gewesen sei.

1.2. Die A.________ AG hatte die Verbuchung des Betrages von CHF 553'759.-- per
31. Dezember 2006 auch im Steuerverfahren mit der Entwicklung des EDV-Projekts
begründet (Untersuchungsakten act. 2.1.1/38). Das Steueramt des Kantons
Solothurn rechnete indes der A.________ AG für das Steuerjahr 2006 gegenüber
der Selbstdeklaration geldwerte Leistungen in der Höhe von CHF 553'759.-- auf.
Aufgrund dieser Aufrechnung resultierte anstelle des deklarierten Verlustes ein
steuerbarer Gewinn von über CHF 600'000.--. Im Einspracheverfahren hielt die
A.________ AG an ihrem Standpunkt nicht mehr fest und anerkannte die
Aufrechnung von CHF 553'579.--. Das Steueramt gelangte in seinem Entscheid
demnach zum Schluss, der Aufwand sei geschäftsmässig nicht begründet gewesen
bzw. müsse - sofern überhaupt angefallen - allenfalls einer anderen nahe
stehenden Gesellschaft zugerechnet werden (Einspracheentscheid vom 16. Dezember
2008, Untersuchungsakten act. 2.1.1/ act. 43). Auf einen Rekurs bzw. eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid trat das Steuergericht des Kantons
Solothurn mit Urteil vom 17. August 2009 nicht ein (Untersuchungsakten act.
2.1.1/ act. 48 ff.; angefochtenes Urteil S. 5, 12). Eine hiegegen geführte
Beschwerde hiess die II. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts mit
Entscheid vom 22. Juni 2010 gut (Verfahren 2C_769/2009; vgl. auch Urteil 2C_266
/2011 vom 28. November 2011). Das kantonale Steuergericht wies daraufhin am 28.
Januar 2013 Rekurs und Beschwerde ab (Akten des Richteramts Solothurn-Lebern,
act. 117 ff.).

1.3. Die Vorinstanz stellt zunächst fest, die B.________ Holding sei bei der
Entwicklung des Programms nicht selber tätig geworden, sondern habe ihrerseits
Subunternehmer wie die D.________ Ltd., Bangkok, eingesetzt. Die D.________
Ltd. sei eine Tochtergesellschaft der E.________ AG gewesen. Beide
Gesellschaften hätten dem Beschwerdeführer gehört. Die Vorinstanz nimmt weiter
an, bei der Entwicklung des fraglichen EDV-Projekts habe es sich um eine
werkvertragliche Leistung gehandelt. Eine daraus resultierende Forderung dürfe
nur dann eingebucht werden, wenn und soweit das rechnungsstellende Unternehmen
seine Leistung auch tatsächlich erbracht habe und die Gegenleistung damit
fällig geworden sei. Bei einer längeren werkvertraglichen Abwicklung erfolgten
Fakturierung und Verbuchung der Forderung im Zuge des Arbeitsfortschritts. Die
A.________ AG hätte daher per Ende 2006 nicht den ganzen Rechnungsbetrag von
CHF 553'759.-- verbuchen dürfen, da die Subunternehmen der B.________ zum
Zeitpunkt der Rechnungsstellung mit der Entwicklung des IT-Projektes noch gar
nicht richtig begonnen hätten. Es seien, wenn überhaupt, erst Vorarbeiten in
geringem Umfang geleistet worden, welche nur einen Bruchteil des Aufwandes
dargestellt hätten, der für das Projekt benötigt wurde. Geschäftsmässig
begründet gewesen sei damals höchstens ein Betrag von CHF 20'000.--. Die
Erfolgsrechnung sei daher jedenfalls in Bezug auf die Höhe des Betrages
inhaltlich unwahr gewesen. Auf das vom Beschwerdeführer eingereichte
Privatgutachten könne nicht abgestellt werden, zumal sich der diesem zugrunde
gelegte Sachverhalt grundlegend von den tatsächlichen Gegebenheiten
unterscheide (angefochtenes Urteil S. 5 ff., 10 f., 18 ff.). Ergänzend führt
die Vorinstanz aus, es sei unklar, ob überhaupt jemals Geld für die Arbeiten an
diesem IT-Projekt bezahlt worden sei. Die von der A.________ mit Valutadatum
11. August 2008 gemachte Überweisung von CHF 553'759.-- sei schlussendlich auf
einem Privatkonto des Beschwerdeführers in Thailand gelandet. Der
Beschwerdeführer habe selber eingeräumt, dass von diesem Geld nichts an die
gemäss Werkvertrag mit der Realisierung des IT-Projekts als Subunternehmerin
beauftragten E.________ AG bzw. D.________ Ltd. geflossen sei (angefochtenes
Urteil S. 19).

In Bezug auf den subjektiven Tatbestand nimmt die Vorinstanz an, der
Beschwerdeführer habe sich willentlich über eine ordnungsgemässe Verbuchung
hinweggesetzt, um den Fiskus in einen Irrtum über den tatsächlich erzielten
steuerbaren Reingewinn zu versetzen und damit unrechtmässig die Steuerschuld
der A.________ AG zu reduzieren. Es sei davon auszugehen, dass ihm, der im
Tatzeitpunkt über mehrere Verwaltungsratsmandate verfügte und als Geschäftsmann
im In- und Ausland tätig war, die massgebliche Buchführungsvorschrift bekannt
gewesen sei. Zudem habe er die vorgenommene Verbuchung im Verlauf des
Verfahrens auf ganz unterschiedliche Art und Weise zu erklären versucht.
Angesichts dieses Aussageverhaltens könne ausgeschlossen werden, dass er
gutgläubig gewesen und er lediglich einem Irrtum darüber erlegen sei, wie die
Buchung hätte vorgenommen werden müssen (angefochtenes Urteil S. 23 ff.).

1.4. Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung von aArt. 662a OR. Aus
dem eingereichten Privatgutachten ergebe sich, dass die fragliche Rechnung zu
Recht als Aufwand verbucht worden sei. Dabei gehe der Gutachter in
Übereinstimmung mit der Anklageschrift davon aus, dass im Zeitpunkt der
Rechnungsstellung noch nicht alle Gegenleistungen erbracht, sondern dass die
Arbeiten grösstenteils erst nach dem 31. Dezember 2006 geleistet worden seien.
Aus dem Imparitätsprinzip folge, dass die A.________ AG die Rechnung der
B.________ Holding im Abschluss 2006 habe passivieren  müssen, da der Vertrag
am 23. Februar 2006 geschlossen worden sei. Dies gelte unabhängig davon, in
welchem Umfang zu diesem Zeitpunkt Arbeiten geleistet worden seien, denn am 31.
Dezember 2006 habe schon festgestanden, dass die A.________ AG für bereits
erbrachte und noch zu leistende Arbeiten einen Betrag von insgesamt CHF
553'759.-- schulde. Soweit die Vorinstanz sich auf das Schweizer Handbuch der
Wirtschaftsprüfung 1998 (nachfolgend HWP 1998) berufe, beruhe ihre Auffassung
auf einer Fehlinterpretation. Zum einen ergebe sich aus dem HWP nicht, dass der
Arbeitsfortschritt das einzig zulässige Verbuchungskriterium für Forderungen
aus Werkvertrag sei. Zum anderen habe die Bestandesermittlung der
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nach dem HWP 1998 lediglich
"sinngemäss" gleich zu erfolgen wie bei den entsprechenden Forderungen. Daraus
lasse sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht ableiten, dass der
Werkbesteller die aus dem Werkvertrag resultierenden Verbindlichkeiten nur dann
passivieren dürfe, wenn umgekehrt der Werkunternehmer berechtigt sei, die
entsprechenden Forderungen zu aktivieren. Im vorliegenden Fall sei daher nach
dem Imparitätsprinzip zu verfahren (Beschwerde S. 12 ff.).

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, das angefochtene Urteil verletze in
diesem Punkt auch insofern Bundesrecht, als die Vorinstanz Vorsatz bejahe. Die
Frage nach der richtigen und periodengerechten Verbuchung von Aufwand sei eine
buchhalterische Fachfrage, die einer Parallelwertung in der Laiensphäre nicht
zugänglich sei. Er habe demnach nicht "gefühlsmässig" wissen können, wie die
Verbuchung nach Auffassung der kantonalen Instanzen richtigerweise hätte
erfolgen müssen (Beschwerde S. 18 ff.). Der Beschwerdeführer rügt in diesem
Zusammenhang auch eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er
habe bereits mehrfach die Einholung eines Gutachtens zur Frage, wie der
Werkbesteller seine Verpflichtungen aus dem Werkvertrag verbuchen dürfe,
beantragt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die kantonalen
Gerichtsinstanzen hätten den Antrag unter Hinweis auf das HWP abgewiesen. Das
Privatgutachten zeige indes, dass die Buchhaltungsregeln in diesem Punkt
jedenfalls nicht so klar seien, wie die kantonalen Instanzen dies behaupteten
(Beschwerde S. 20 f.).

Eventualiter macht der Beschwerdeführer geltend, der Tatbestand des
Steuerbetruges sei selbst dann nicht erfüllt, wenn davon auszugehen wäre, dass
der Aufwand für die Entwicklung des Computerprogramms nicht periodengerecht
verbucht worden wäre. Dass die Steuerbehörde eine Aufrechnung im Sinne von Art.
58 DBG vornehme, bedeute nicht, dass gleichzeitig Art. 186 Abs. 1 DBG verletzt
sei. Die Rechnung sei nur deshalb zum Gegenstand einer Strafanzeige geworden,
weil das Steueramt ursprünglich von der Hypothese ausgegangen sei, die Rechnung
sei fiktiv und das Computerprogramm existiere gar nicht (Beschwerde S. 21 f.).
Soweit die Vorinstanz ihrerseits implizit die Auffassung zum Ausdruck bringe,
die Rechnung sei fiktiv gewesen, verletze sie indes den Anklagegrundsatz. Denn
dieser Sachverhalt bilde nicht Teil der Anklageschrift. Diese umschreibe
lediglich den Vorwurf, dass per 31. Dezember 2006 der Rechnungsbetrag von CHF
553'759.-- als Aufwand verbucht worden sei, obwohl erst Arbeiten im geschätzten
Umfang von CHF 20'000.-- geleistet worden seien. Dass zwischen der A.________
AG und der B.________ Holding kein Vertrag geschlossen, das fragliche
Computerprogramm gar nicht existieren würde oder der Preis für die Entwicklung
nie bezahlt worden sei, werde in der Anklageschrift dagegen nicht behauptet.
Soweit sich im Schlussbericht zur Anklage entsprechende Mutmassungen fänden,
sei dies ohne Bedeutung (Beschwerde S. 22 ff.). Darüber hinaus verletze die
Vorinstanz, soweit sie den Schuldspruch mit der fiktiven Natur der Rechnung
begründe, die Unschuldsvermutung sowie den Untersuchungsgrundsatz. Wenn sie
davon ausgegangen wäre, dass das Computerprogramm gar nie bestellt, geliefert
und bezahlt worden sei, hätte sie die beantragten Beweise abnehmen und
zumindest ihn (den Beschwerdeführer) befragen sowie F.________ als Zeugen
einvernehmen und das fertig erstellte Programm in Augenschein nehmen müssen
(Beschwerde S. 27 ff.).

2.

2.1. Gemäss Art. 186 Abs. 1 DBG macht sich des Steuerbetruges schuldig, wer zum
Zwecke einer Steuerhinterziehung gefälschte, verfälschte oder inhaltlich
unwahre Urkunden wie Geschäftsbücher, Bilanzen, Erfolgsrechnungen oder
Lohnausweise und andere Bescheinigungen Dritter zur Täuschung gebraucht (vgl.
auch § 200 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern des Kantons
Solothurn (Steuergesetz [StG]; BGS 614.11). Eine Steuerhinterziehung begeht in
objektiver Hinsicht u.a., wer als Steuerpflichtiger bewirkt, dass eine
Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder eine rechtskräftige Veranlagung
unvollständig ist (Art. 175 Abs. 1 DBG; vgl. auch § 189 Abs. 1 StG/SO).

In subjektiver Hinsicht setzt der Steuerbetrug ein vorsätzliches Handeln
voraus, wobei auch der Eventualvorsatz strafbar ist (Art. 333 Abs. 1 i.V.m.
Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). Erforderlich ist zudem, dass der Täter die
zumindest möglicherweise falsche Urkunde zum Zwecke, d.h. in der Absicht,
verwendet, die Steuerbehörde in einen Irrtum über die für die Veranlagung
massgebenden Tatsachen zu versetzen. Der Tatbestand des Steuerbetrugs ist
bereits mit der Einreichung der unechten oder unwahren Urkunde beim Steueramt
in der Absicht der Steuerhinterziehung vollendet. Der Eintritt eines Erfolgs
etwa im Sinne einer unvollständigen Veranlagung ist nicht erforderlich (Urteil
6B_433/2013 vom 23. September 2013 E. 2.2 mit Hinweisen).

2.2.

2.2.1. Gemäss Art. 58 Abs. 1 DBG setzt sich der steuerbare Reingewinn der
juristischen Personen zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter
Berücksichtigung des Saldovortrages des Vorjahres (lit. a), allen vor
Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile des
Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem
Aufwand verwendet werden (lit. b) sowie den der Erfolgsrechnung nicht
gutgeschriebenen Erträgen mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und
Liquidationsgewinne (lit. c). Das Steuerrecht knüpft an die Handelsbilanz an.
Nach dem Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz gelten die zwingenden
Vorschriften des Buchführungsrechts grundsätzlich auch im Steuerrecht (Urteil
des Bundesgerichts 6B_711/2012 vom 17. Mai 2013 E. 7.4.2 mit Hinweisen). Ob ein
Aufwand geschäftsmässig begründet ist, setzt voraus, dass er überhaupt
angefallen ist. Trifft dies zu, ist im Einzelfall unter Würdigung aller
Umstände zu bestimmen, ob er steuerlich abzugsfähig ist. Dies ist der Fall,
wenn der Betrieb und der mit ihm verfolgte Zweck der Gewinnerzielung mit der
Aufwendung in einem kausalen Zusammenhang stehen (Brülisauer/Poltera, in:
Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht [I/2a],
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 2. Aufl. 2008, N 32 zu Art.
58).

2.2.2. Gemäss aArt. 662a Abs. 1 und 2 OR (in der Fassung gemäss BG vom 4.
Oktober 1991, in Kraft bis 31. Dezember 2012) wird die Jahresrechnung nach den
Grundsätzen der ordnungsmässigen Rechnungslegung so aufgestellt, dass die
Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft möglichst zuverlässig beurteilt
werden kann. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung erfolgt die ordnungsmässige
Rechnungslegung insbesondere u.a. nach den Grundsätzen der Vollständigkeit der
Jahresrechnung (Ziff. 1), der Klarheit und Wesentlichkeit der Angaben (Ziff. 2)
und der Vorsicht (Ziff. 3).

Ob eine Jahresrechnung inhaltlich unwahr im Sinne von Art. 186 Abs. 1 DBG ist,
beurteilt sich nach den gleichen Grundsätzen wie bei der Falschbeurkundung nach
Art. 251 Ziff. 1 StGB. Eine falsche Buchung erfüllt den Tatbestand der
Falschbeurkundung, wenn dabei die zivilrechtlichen Buchungsvorschriften und
-grundsätze verletzt werden, die errichtet worden sind, um die Wahrheit der
Erklärung und damit die erhöhte Glaubwürdigkeit der Buchführung zu
gewährleisten. Solche Grundsätze werden namentlich in den gesetzlichen
Bestimmungen über die ordnungsgemässe Rechnungslegung gemäss Art. 958 ff. OR
(vgl. auch aArt. 662a ff., 958 ff. OR) aufgestellt, die den Inhalt bestimmter
Schriftstücke näher festlegen. Die Erfolgsrechnung ist namentlich etwa
inhaltlich unwahr, wenn Einnahmen nicht verbucht werden, wenn Auslagen, die
offensichtlich privater Natur sind, als geschäftsbedingt ausgewiesen oder wenn
Lohnzahlungen auf einem sachfremden Aufwandkonto verbucht werden (Urteil 6B_755
/2012 vom 4. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweisen).

3.

3.1.

3.1.1. Dem Beschwerdeführer wird in der Anklageschrift vorgeworfen, er habe die
Rechnung der B.________ Holding über den Betrag von CHF 553'759.--
erfolgswirksam im Geschäftsaufwand der A.________ AG verbuchen lassen, obwohl
ein solcher Aufwand höchstens bis zu einem (geschätzten) Betrag von CHF
20'000.-- geschäftsmässig begründet gewesen sei. Die Rechnung sei zumindest in
der Betragshöhe inhaltlich unwahr. Der Reingewinn sei zu tief ausgewiesen
worden, um die Steuerlast entsprechend zu minimieren (Akten des Richteramts
Solothurn-Lebern, act. 2 und 5; Untersuchungsakten, act. 1.5.8 und 1.5.11).

Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, mit dieser Umschreibung
des Anklagesachverhalts habe die Staatsanwaltschaft anerkannt, dass der
entsprechende Vertrag gültig geschlossen worden sei, ein Teil des
Entwicklungsaufwandes, nämlich im Umfang von CHF 20'000.-- tatsächlich
geleistet worden sei und am 11. August 2008 eine Zahlung erfolgt sei. Entgegen
der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich dies aus der Anklageschrift
indes nicht ableiten. Der Anklagesachverhalt umfasst im Gegenteil auch die
Variante, dass der Aufwand im Zeitpunkt seiner Verbuchung - jedenfalls in einem
CHF 20'000.-- übersteigenden Betrag - gar nicht entstanden ist und im Zeitpunkt
der Verbuchung auch nicht zu erwarten war. Über den weiteren Umstand, dass der
verbuchte Rechnungsbetrag zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt worden sein soll,
sagt die Anklageschrift nichts aus. Im Einzelnen ist unbestritten, dass zum
Zeitpunkt der Verbuchung kein Aufwand in der Höhe des in Rechnung gestellten
Betrages angefallen war (angefochtenes Urteil S. 11 f., 16 f.;
erstinstanzliches Urteil S. 8 ff.; vgl. auch Beschwerde S. 13). Eine Verletzung
des Anklagegrundsatzes ist nicht ersichtlich.

3.1.2. Der Beschwerdeführer vertritt weiter die Auffassung, dass per Ende 2006
der gesamte in Rechnung gestellte Betrag als Aufwand habe verbucht werden
müssen. Er beruft sich hiefür auf ein von ihm eingereichtes Privatgutachten,
welches zum Schluss gelangt, nach dem aus dem handelsrechtlichen
Vorsichtsprinzip (aArt. 662a Abs. 2 Ziff. 3 OR bzw. Art. 958c Abs. 1 Ziff. 5
OR) abgeleiteten Imparitätsprinzip sei es aktienrechtlich notwendig gewesen,
per Ende 2006 den gesamten Rechnungsbetrag als Verbindlichkeit zu passivieren.
Gleichzeitig sei es erforderlich oder jedenfalls aktienrechtlich zulässig
gewesen, denselben Betrag ohne Aktivierung in der Bilanz direkt der
Erfolgsrechnung als Aufwand zu belasten (Privatgutachten, Akten des Richteramts
Solothurn-Lebern, act. 105).

Nach dem Imparitätsprinzip dürfen Erträge erst ausgewiesen werden, wenn sie
feststehen oder realisiert sind, Aufwände aber bereits, wenn sie sich für die
Rechnungsperiode aktualisieren. Erträge sind realisiert, sobald zufolge eines
Geschäftsvorfalls gegen den Schuldner eine rechtlich und tatsächlich
durchsetzbare Forderung entstanden ist. Der Aufwand ist aktualisiert, wenn aus
den Vorgängen bis zum Abschlusstag Verluste oder Risiken (künftige Zahlungen
oder Vermögenseinbussen ohne zurechenbaren Gegenwert) ernstlich erkennbar sind
und mit ihnen sehr wahrscheinlich zu rechnen ist (BGE 116 II 533 E. 2a/dd;
Urteil des Bundesgerichts 2C_404/2013 vom 2. Mai 2014 E. 3.3.4; LUKAS
HANDSCHIN, Rechnungslegung im Gesellschaftsrecht, 2013 N 347 f.; MEIER-HAYOZ/
FORSTMOSER, Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 11. Aufl. 2012, § 8 N 67).

Nach dem HWP 1998 bemisst die Buchführungspraxis die Realisierung von
Forderungen nach dem Arbeitsfortschritt (HWP 1998, Bd. 1, Ziff. 2.3405, S. 130;
angefochtenes Urteil S. 10). Es mag wohl zutreffen, dass das HWP 1998 den
Arbeitsfortschritt nicht als das einzig zulässige Kriterium zur Verbuchung von
Forderungen sieht. Ferner ist richtig, dass nach dem HWP 1998 die
Bestandesermittlung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
sinngemäss wie den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt (HWP
1998, Bd. 1, Ziff. 2.3420, S. 210; Beschwerde S. 15 f.). Doch treffen diese
Richtlinien ordnungsmässiger Buchführung im zu beurteilenden Fall den Kern der
Sache nicht. Denn nach der Auffassung der kantonalen Instanzen wird dem
Beschwerdeführer im Grunde nicht die falsche Verbuchung einer korrekten bzw.
geschäftsmässig begründeten Rechnung vorgehalten, sondern die Verbuchung einer
Rechnung mit einem deutlich überhöhten Betrag, welcher in dieser Höhe
geschäftsmässig nicht begründet war (angefochtenes Urteil S. 9 f.;
erstinstanzliches Urteil, Akten des Richteramts Solothurn-Lebern, act. 191). Ob
die Vorinstanz in diesem Kontext zu Recht auf das HWP 1998 Bezug nimmt, kann
daher offen bleiben. Dasselbe gilt, soweit der Beschwerdeführer die Auffassung
der Vorinstanz beanstandet, die Forderung hätte nicht verbucht werden dürfen,
weil sie noch nicht fällig gewesen sei. Dem steht auch das im Auftrag des
Beschwerdeführers erstellte Privatgutachten nicht entgegen, dem nach der
Rechtsprechung im Übrigen lediglich die Bedeutung einer der freien
Beweiswürdigung unterliegenden Parteibehauptung bzw. eines Bestandteils der
Parteivorbringen zukommt (6B_462/2014 vom 27. August 2015 E. 6.2, zur
Publikation bestimmt). Denn auch dieses geht von der Voraussetzung aus, dass es
sich um eine korrekt erstellte und den Auftrags-Vereinbarungen entsprechende
Rechnung des Dritten handelt (Privatgutachten, Akten des Richteramts
Solothurn-Lebern, act. 104; vgl. auch erstinstanzliches Urteil, act. 191 f.).

Die Vorinstanz berücksichtigt für ihren Schluss den Hintergrund und die
Umstände, unter welchen die fragliche Verbuchung stattgefunden hat: So gehörten
dem Beschwerdeführer sowohl die A.________ AG als auch die E.________ AG, deren
Tocher die eingesetzte Subunternehmerin D.________ Ltd. war. Zudem war er
Repräsentant der B.________ Holding in Europa und war seine Ehefrau deren
Direktorin. Im Weiteren hätte die Verbuchung eines Aufwandes von CHF 553'759.--
bei der A.________ AG, welche im Jahr 2006 einen ausserordentlichen
Kapitalgewinn erwirtschaftet hatte, zu einer wesentlichen Verminderung der
Steuerschuld geführt, währenddem die E.________ AG per 21. Dezember 2006
überschuldet war. Ferner hatte die A.________ AG, vertreten durch die
G.________ AG, im Steuerverfahren die Aufrechnung durch das Steueramt
akzeptiert. Ausserdem wiesen der Vertrag über die Software-Entwicklung und die
Rechnung der B.________ Holding einige Auffälligkeiten auf. Namentlich war in
der Rechnung als "payment term" festgehalten: "according to our project",
woraus sich nach Auffassung der Vorinstanz ergibt, dass die Zahlung im Zuge der
Leistungserbringung erfolgen sollte. Die Rechnung wurde denn auch vorerst nicht
bezahlt und auch nicht gemahnt. Schliesslich wurden weder die Projektunterlagen
noch die Ausführungen des Beschwerdeführers durch die Aussagen des Zeugen
H.________ bestätigt, welcher ab Februar 2007 bei der D.________ Ltd.
arbeitete. Zuletzt erweckten auch die Überweisung des Rechnungsbetrages von CHF
553'759.-- mehr als eineinhalb Jahre nach der Rechnungsstellung bzw. die
Einzelheiten des Zahlungsflusses, der über ein Privatkonto abgewickelt wurde,
wobei der Rechnungsbetrag über verschiedene Stationen in Tranchen wieder auf
ein Privatkonto des Beschwerdeführers in Thailand gelangte, etwelche Zweifel an
der Darstellung des Beschwerdeführers (angefochtenes Urteil S. 12 ff.; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts 2C_78+79/2015 vom 10. September 2015 zur
Aufrechnung einer Rechnung vom 31. Dezember 2006 über CHF 553'759.-- im
Einkommen des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau).

Die kantonalen Instanzen gelangen somit mit einleuchtenden Argumenten zum
Schluss, dem Rechnungsbetrag von CHF 553'759.-- habe am 31. Dezember 2006 zum
überwiegenden Teil keine Gegenleistung mit einem realen geschäftlichen
Hintergrund gegenübergestanden, weshalb von einer eigentlichen (teilweise)
fiktiven Rechnung gesprochen werden müsse (angefochtenes Urteil S. 18 f.;
erstinstanzliches Urteil, Akten des Richteramts Solothurn-Lebern 192). Dass die
kantonalen Instanzen insofern in Willkür verfallen wären, ist nicht
ersichtlich. Das angefochtene Urteil ist in diesem Punkt jedenfalls nicht
schlechterdings unhaltbar. Damit verletzt auch der Schluss der Vorinstanz, die
Erfolgsrechnung der A.________ AG sei unwahr gewesen, kein Bundesrecht.

3.2. Das angefochtene Urteil ist auch nicht zu beanstanden, soweit die
Vorinstanz den subjektiven Tatbestand bejaht. Aus den vorstehenden Erwägungen
ergibt sich, dass im Vordergrund nicht eine buchhalterische Fachfrage steht,
welche einer Parallelwertung in der Laiensphäre nicht zugänglich sein soll
(Beschwerde S. 18), sondern die Frage, ob für den fraglichen Rechnungsbetrag
ein realer geschäftlicher Hintergrund bestand (vgl. auch angefochtenes Urteil
S. 24). Die Vorinstanz legt willkürfrei dar, es könne auch aufgrund des
Aussageverhaltens des Beschwerdeführers ausgeschlossen werden, dass er
gutgläubig gewesen sei. Bei diesem Ergebnis hat die Vorinstanz auch zu Recht
keinen Anlass für die Einholung eines Sachverständigengutachtens erblickt.
Schliesslich verletzt auch die rechtliche Würdigung als Steuerbetrug im Sinne
von Art. 186 Abs. 1 DBG kein Bundesrecht. Es mag zutreffen, dass der Tatbestand
des Steuerbetruges nicht immer verletzt ist, wenn das Steueramt eine
Aufrechnung gemäss Art. 58 DBG vornimmt. Doch gilt auch in diesem Zusammenhang,
dass von einer unwahren Erfolgsrechnung ausgegangen werden muss. Zuletzt ist
die Beschwerde auch insofern unbegründet, als der Beschwerdeführer eventualiter
darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt, dass weder seine am 3.
Dezember 2011 abgebrochene Befragung fortgesetzt noch F.________ als Zeuge
einvernommen wurde. Was der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringt,
geht nicht über eine unzulässige appellatorische Kritik hinaus.

Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

4.

4.1. Der Beschwerdeführer wendet sich im Weiteren gegen den Schuldspruch des
Steuerbetruges im Zusammenhang mit der Verbuchung des Kaufpreises von zwei
Uhren als Aufwand. Die Vorinstanz stellt in diesem Zusammenhang fest, der
Beschwerdeführer habe zwei Luxusuhren der Marken IWC und Rolex mit einem
Kaufpreis von CHF 12'060.-- bzw. CHF 21'000.-- erfolgswirksam im
Geschäftsaufwand verbuchen lassen. Sie nimmt an, die dem Steueramt eingereichte
Erfolgsrechnung und Bilanz der A.________ AG betreffend das Geschäftsjahr 2006
seien in diesem Punkt ebenfalls unwahr gewesen, da der Kauf der Uhren zum
privaten Lebensaufwand des Beschwerdeführers gehört habe und in Bezug auf seine
Firma A.________ AG keine geschäftsmässig begründete Aufwendung gewesen sei.
Diese Buchungen hätten zur Folge gehabt, dass die Erfolgsrechnung und die
Bilanz der A.________ AG im Geschäftsjahr 2006 einen zu tiefen Reingewinn
ausgewiesen hätten und damit inhaltlich unwahr gewesen seien (angefochtenes
Urteil S. 25 ff.).

Die Vorinstanz nimmt weiter an, der Beschwerdeführer habe auch in diesem Punkt
vorsätzlich gehandelt. Er habe als erfahrener, im In- und Ausland tätiger
Geschäftsmann mit mehreren Unternehmen und diversen Verwaltungsratsmandaten
genau gewusst, dass diese Auslage für seine zwei Luxusuhren keinen Eingang in
die Geschäftsbuchhaltung habe finden dürfen (angefochtenes Urteil S. 27 f.).

4.2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Unschuldsvermutung. Er macht
geltend, der Kaufpreis der Uhren sei mit Geld der A.________ AG bezahlt worden.
Dementsprechend sei der Kauf als Geschäftsaufwand verbucht worden. Die
A.________ AG habe die Uhren als Handelsware, mithin zum Zweck des
Wiederverkaufs erworben. Der Handel mit Waren aller Art sei ein Geschäftszweck
der A.________ AG. Die beiden Uhren seien im Tresor einer von ihm und seiner
Ehefrau als Geschäftswohnung benutzten Wohnung der A.________ AG in Grenchen
aufbewahrt worden, weil sich in den Büroräumlichkeiten der Gesellschaft kein
Tresor befinde. Ende Mai/Anfang Juni 2007 sei bei einem Einbruch in diese
Wohnung mindestens eine der Uhren gestohlen worden. Der Einbruchdiebstahl sei
sowohl gegen ihn (den Beschwerdeführer) als auch gegen die A.________ AG
gemeldet worden. Dies dokumentiere, dass sich ein Teil der gestohlenen Sachen
im Eigentum der A.________ AG befunden habe (Beschwerde S. 30 ff.).

4.3. Nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis
ihrer Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte
Person unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 und 3 StPO; Art. 32 Abs. 1 BV; Art. 6
Ziff. 2 EMRK; BGE 128 I 81 E. 2; 127 I 38 E. 2a). Die Maxime besagt als
Beweiswürdigungsregel, dass sich das Strafgericht nicht von einem für den
Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei
objektiver Betrachtung Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen
Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen. Das Gericht darf sich nicht nach
Gutdünken und rein subjektivem Empfinden von der Schuld der angeklagten Person
überzeugt zeigen. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind indes ohne
Bedeutung. Es müssen vielmehr nicht zu unterdrückende, unüberwindliche Zweifel
bestehen, d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE
138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2b, S. 35 f.). Die
Entscheidregel besagt indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln
unbesehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Der
Grundsatz "in dubio pro reo" kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter
Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel verbleiben. Ob der Grundsatz "in
dubio pro reo" als Beweiswürdigungsregel verletzt ist, prüft das Bundesgericht
im Lichte der verfassungsmässigen Rechte, namentlich des Willkürverbots (BGE
138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88 mit Hinweisen; zum
Begriff der Willkür, vgl. BGE 138 V 74 E. 7; 136 III 552 E. 4.2 S. 560; 135 V 2
E. 1.3 S. 4 mit Hinweisen).

Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, der Schuldspruch
des Steuerbetruges würde nur dann vor der Unschuldsvermutung standhalten, wenn
eine andere, für ihn weniger günstige Interpretation der aktenkundigen
Tatsachen ausgeschlossen wäre (Beschwerde S. 32), geht er somit von falschen
Prämissen aus.

4.4. Was der Beschwerdeführer in diesem Punkt vorbringt, erschöpft sich in
einer appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil, auf welche das
Bundesgericht nicht eintritt (BGE 140 III 264 E. 2.3). Nach konstanter
Rechtsprechung genügt für die Begründung von Willkür nicht, dass das
angefochtene Urteil mit der Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht
übereinstimmt oder auch eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint.
Willkür liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar
ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm
oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender
Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 141 I 49 E. 3.4 und 70 E.
2.2; 140 I 201 E. 6.1; 138 I 49 E. 7.1 und 305 E. 4.3; 138 V 74 E. 7). Der
Beschwerdeführer hätte somit darlegen müssen, inwiefern die Feststellungen der
Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sein und die vorhandenen Beweise andere
Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen sollen. Diesen Anforderungen wird seine
Beschwerde in diesem Punkt nicht gerecht. Er beschränkt sich darauf, seine
bereits im kantonalen Verfahren vorgetragenen Argumente zu wiederholen. So mag
zutreffen, dass der Umstand, wonach er privat ein Flair für Luxusuhren habe,
nicht ausschliesst, dass er auf Rechnung der A.________ AG Handel mit
derartigen Uhren betreibt. Desgleichen spricht die Tatsache, dass ein
regelmässiger Handel nicht nachgewiesen ist, für sich allein nicht dagegen,
dass ein sporadischer Handel vorliegen könnte (Beschwerde S. 32). Doch genügt
dies für den Nachweis einer willkürlichen Beweiswürdigung nicht. Dasselbe gilt
für den Hinweis, es seien keine Umstände aktenkundig, welche seine Darstellung,
wonach die A.________ AG die Uhren als Handelsware erworben habe, ausschliessen
würden. Schliesslich setzt sich der Beschwerdeführer nicht mit der Erwägung der
Vorinstanz auseinander, wonach sich in der Liste der anlässlich des
Einbruchdiebstahls abhanden gekommenen Gegenstände kein Hinweis auf das
Eigentum der Firma A.________ finde und wonach in der Diebstahlsanzeige vom 27.
Juli 2006 ausschliesslich der Beschwerdeführer als Geschädigter aufgeführt
werde. Dasselbe gilt, soweit die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe
bei der Schilderung des Tätigkeitsgebiets seiner Firmen nichts erwähnt, was auf
einen Handel mit Uhren hinweisen würde (angefochtenes Urteil S. 26).

Auf die Beschwerde kann in diesem Punkt nicht eingetreten werden.

5.

5.1. Der Beschwerdeführer beanstandet zuletzt den Schuldspruch wegen ungetreuer
Geschäftsbesorgung. Die Vorinstanz stellt in diesem Zusammenhang fest, der
Beschwerdeführer habe mit der mit der Firmenkreditkarte der C.________ AG,
lautend auf I.________, am 15. Februar 2007 vier Flugreisen für seine Ehefrau
gebucht. Im Einzelnen nimmt sie an, der Beschwerdeführer sei zur Zeit der
Buchung der Flugreisen zwar noch Verwaltungsrat der C.________ AG gewesen, sei
indessen bereits am 19. Februar 2007 an der ausserordentlichen
Generalversammlung der C.________ AG als Verwaltungsrat abgewählt und per 1.
März 2007 im Handelsregister gelöscht worden. Bei den gebuchten Flugreisen habe
es sich um Flüge der Ehefrau des Beschwerdeführers am 16. Februar 2007 von
Zürich nach Bangkok, mit Zwischenhalt in Istanbul, und am 27./28. Februar 2007
von Bangkok wieder zurück nach Zürich gehandelt. Die Ehefrau des
Beschwerdeführers habe sich demzufolge - zwei Tage vor der Abwahl ihres
Ehemannes als Verwaltungsrat der C.________ AG - vom geschäftlichen Zentrum der
C.________ AG mit Sitz in Bern in das weit entfernte Thailand begeben, ohne
dass sich für diese Reise irgendein geschäftlicher Grund ausmachen lasse. Die
Rückreise in die Schweiz sei zudem in eine Periode gefallen, in welcher der
Beschwerdeführer bereits keine Funktion mehr für die C.________ AG ausgeübt
habe. Bei dieser Ausgangslage könne mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers die fraglichen Reisen von Zürich nach Bangkok und zurück für
die C.________ AG unternommen habe.

In rechtlicher Hinsicht gelangt die Vorinstanz zum Schluss, der
Beschwerdeführer habe mit seiner Tathandlung seine Treuepflichten als Organ
einer Aktiengesellschaft und damit eines Geschäftsführers im Sinne von Art. 158
Ziff. 1 StGB verletzt und mit der Belastung der gebuchten Flugreisen im Betrag
von CHF 1'753.50 einen Vermögensschaden verursacht. Er habe im Wissen um seine
Treuepflichten und deren Verletzung durch sein Vorgehen, mithin vorsätzlich und
in der Absicht, sich bzw. seine Ehefrau zu bereichern, gehandelt (angefochtenes
Urteil S. 29 ff.).

5.2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches
Gehör. Er bringt vor, er habe im Berufungsverfahren die Edition des
Spesenreglements der C.________ AG beantragt. Die Vorinstanz habe diesen Antrag
nie behandelt und auf die entsprechende Rüge im Parteivortrag in der
zweitinstanzlichen Verhandlung nicht Bezug genommen. Im Weiteren rügt der
Beschwerdeführer eine Verletzung der Unschuldsvermutung. Er habe gestützt auf
einen Treuhandvertrag das Mandat als einziger Verwaltungsrat der C.________ AG
ausgeübt. Seine Ehefrau habe ihn hierbei unterstützt, indem sie für ihn
qualifizierte administrative Arbeiten erledigt habe. Bei den Kosten für die
fraglichen Flugreisen habe es sich um Reisespesen gehandelt. Es sei nicht
massgeblich, ob der Aufenthalt in der Schweiz tatsächlich mit der C.________ AG
in Zusammenhang gestanden habe. Wesentlich sei vielmehr, ob im Zeitpunkt der
Belastung der Kreditkarte davon habe ausgegangen werden dürfen, dass der
Aufenthalt voraussichtlich auch der C.________ AG dienen werde. Bei dieser
Sachlage sei die Abwahl als Verwaltungsratspräsident irrelevant. Entgegen der
Auffassung der Vorinstanz spiele auch die Reihenfolge der Flüge keine Rolle
(Beschwerde S. 32 ff.).

5.3. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet, soweit auf sie überhaupt
eingetreten werden kann. Dies gilt zunächst, soweit der Beschwerdeführer eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht. Zwar trifft zu, dass der
Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die
Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen
auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Es ist
indes nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken (BGE 138 IV 81 E. 2.2; 138 I 232 E. 5.1). Im zu beurteilenden Fall
waren vom Beizug des Spesenreglements der C.________ AG offensichtlich keine
wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten, zumal die Vorinstanz nicht in Frage
stellt, dass das Reglement grundsätzlich Anspruch auf die Entschädigung von
Reisespesen einräumt. Es ist daher verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden,
wenn die Vorinstanz zu diesem Antrag nicht ausdrücklich Stellung nimmt.

In der Sache kommt die Vorinstanz nach Würdigung aller Beweise zum Schluss,
dass die in Frage stehenden Flugreisen nichts mit der Geschäftstätigkeit für
die C.________ AG zu tun hatten, so dass für diese kein Anspruch auf
Entschädigung bestand. Was der Beschwerdeführer hiegegen einwendet, erschöpft
sich wiederum in einer unzulässigen appellatorischen Kritik, auf welche das
Bundesgericht nicht eintritt.

6. 
Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Bei diesem Ausgang trägt der Beschwerdeführer die Kosten des
bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Solothurn,
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. Januar 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Boog

Navigation

Neue Suche

ähnliche Leitentscheide suchen
ähnliche Urteile ab 2000 suchen

Drucken nach oben