Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.848/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_848/2015

Urteil vom 8. Februar 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber M. Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Advokatin Corinne Gadola,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4051 Basel,
2. A.________,
vertreten durch Advokatin Esther Wyss Sisti,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Versuchter Mord, gewerbsmässiger Diebstahl usw.; Willkür; Strafzumessung;
Genugtuung,

Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt
vom 6. Mai 2015.

Sachverhalt:

A.
X.________ wird vorgeworfen, am 31. Oktober 2012 spätabends zusammen mit
Y.________ (Parallelverfahren 6B_818/2015) in das Haus von A.________
eingedrungen zu sein in der Annahme, dieses sei leer. Als sie die sich entgegen
der Erwartungen im Schlafzimmer befindliche A.________ bemerkten, hätten sie
diese genötigt, ihnen den Standort des sich im Haus befindlichen Safes zu
nennen und den Schlüssel dazu auszuhändigen. Zu diesem Zweck habe X.________
A.________ mit den Fäusten und einem Werkzeug ins Gesicht und auf den Körper
geschlagen. Während Y.________ A.________ mit im Zimmer aufgefundenen Krawatten
an Händen und Füssen gefesselt bzw. dies versucht habe, habe X.________ sie
gewürgt und ihr Gesicht wiederholt in die Matratze und das Kissen gedrückt.
Dadurch sei die Sauerstoffzufuhr von A.________ zeitweise unterbrochen und sie
in unmittelbare Lebensgefahr gebracht worden. Nach Herausgabe des Schlüssels
zum Safe hätten X.________ und Y.________ A.________ in den Keller geschleppt
und Gegenstände im Wert von rund Fr. 100'000.-- aus dem Tresor entwendet.
Danach hätten sie A.________ im Keller zurückgelassen und seien geflohen.
X.________ wird ferner vorgeworfen, am 5. August 2012 das Schaufenster des
Schmuckateliers von B.________ eingeschlagen zu haben, um sich den
ausgestellten Schmuck anzueignen. Aufgrund der anrückenden Polizei habe er sein
Vorhaben abbrechen und ohne Beute fliehen müssen. Am 17. Oktober 2012 sei
X.________ sodann in das Restaurant C.________ eingedrungen und habe ein
Serviceportemonnaie sowie Bargeld aus einem zu diesem Zweck aufgewuchteten
Spielautomaten behändigt.
Schliesslich sei X.________ zwischen dem 5. August 2012 und seiner Festnahme am
2. November 2012 trotz Einreiseverbot mehrfach in die Schweiz eingereist und
habe sich rechtswidrig im Land aufgehalten.

B.
Das Strafgericht das Kantons Basel-Stadt sprach X.________ mit Urteil vom 30.
Oktober 2013 des versuchten Mordes, des Raubes, des gewerbsmässigen Diebstahls,
der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie der
mehrfachen rechtswidrigen Einreise und des mehrfachen rechtswidrigen
Aufenthalts schuldig. Es bestrafte ihn unter Einbezug einer vollziehbar
erklärten Reststrafe von 488 Tagen und unter Anrechnung der Untersuchungs- und
Sicherheitshaft zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren. Zudem verpflichtete es
ihn, unter solidarischer Haftung mit Y.________, A.________ eine Genugtuung von
Fr. 25'000.-- zu leisten.
Auf Berufung von X.________ und der Staatsanwaltschaft hin bestätigte das
Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt am 6. Mai 2015 das erstinstanzliche
Urteil vollumfänglich.

C.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das Urteil des
Appellationsgerichts sei teilweise aufzuheben und er von den Vorwürfen des
versuchten Mordes, des gewerbsmässigen Diebstahls und der mehrfachen
rechtswidrigen Einreise sowie des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts
freizusprechen. Er sei wegen einfachen Raubes, versuchten Diebstahls,
Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs
schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu
verurteilen. Die an A.________ auszurichtende Genugtuung sei auf Fr. 8'000.--
zu reduzieren. Eventualiter sei das angefochtene Urteil teilweise aufzuheben
und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. X.________
ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung.

D.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt verzichtet auf eine
Vernehmlassung und beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Das
Appellationsgericht beantragt die Abweisung der Beschwerde. X.________ äusserte
sich nicht zur Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.

1.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Verurteilung wegen versuchten
Mordes und beanstandet die diesbezügliche vorinstanzliche
Sachverhaltsfeststellung.

1.2. Unter Verweis auf das erstinstanzliche Urteil würdigt die Vorinstanz
ausführlich und sorgfältig die Aussagen des Beschwerdeführers, des
Mitbeschuldigten Y.________ und der Beschwerdegegnerin 2. Weiter berücksichtigt
sie das rechtsmedizinische Gutachten zu den Verletzungen der Beschwerdegegnerin
2. Die Vorinstanz legt dar, es sei dem Beschwerdeführer und Y.________ auch mit
Blick auf die Vorgehensweise beim Einbruch zu glauben, dass die Tötung der
Beschwerdegegnerin 2 nicht ihr primäres Ziel gewesen sei respektive sie gar
nicht mit deren Anwesenheit gerechnet hätten. Sie hätten sich indes sofort auf
die neue Situation eingestellt und diese zu ihren Gunsten ausgenützt, indem sie
die Beschwerdegegnerin 2 gemeinsam attackierten und misshandelten. Zweck der
Gewaltanwendung sei nicht primär gewesen, die Beschwerdegegnerin 2 vom Schreien
abzuhalten, sondern sie dadurch zur Herausgabe der Wertsachen zu zwingen.

1.3. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie
willkürlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; zum Begriff der
Willkür BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266; 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339; 138 I 49 E.
7.1 S. 51; je mit Hinweisen). Eine entsprechende Rüge muss klar vorgebracht und
substanziiert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 138 I 225 E. 3.2 S.
228 mit Hinweis). Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt
das Bundesgericht nicht ein (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445; 137 IV 1 E. 4.2.3
S. 5; je mit Hinweisen).

1.4. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern Beweiswürdigung und
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz schlechterdings unhaltbar sein sollen.
Soweit seine Ausführungen überhaupt den qualifizierten Begründungsanforderungen
genügen (vgl. Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG), vermag er damit keine
Willkür aufzuzeigen. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist es
nicht widersprüchlich, wenn die Vorinstanz annimmt, er und sein Komplize hätten
sich die unerwartete Anwesenheit der Beschwerdegegnerin 2 zu Nutze gemacht, um
leichter an die im Tresor befindlichen Wertsachen zu gelangen. Die Vorinstanz
zeigt anhand der Aussagen des Beschwerdeführers und von Y.________
nachvollziehbar auf, dass die Gewaltanwendung gegenüber dem Opfer nicht dazu
diente, dieses vom Schreien um Hilfe abzuhalten, sondern um an die Wertsachen
zu gelangen. Der Beschwerdeführer habe selbst eingeräumt, sie hätten das Opfer
immer stärker misshandelt, bis es schliesslich den Aufbewahrungsort der
Wertsachen bekannt gegeben habe. Y.________ habe ausgesagt, sie hätten den
Druck auf das Opfer erhöht, um an die Wertsachen zu gelangen. Nicht zu
beanstanden ist sodann, dass die Vorinstanz wie bereits das erstinstanzliche
Gericht davon ausgeht, der Beschwerdeführer habe sich auf das bäuchlings auf
dem Bett liegende, an Armen und Beinen gefesselte Opfer gesetzt, als er dessen
Gesicht wiederholt in die Matratze und das Kissen gedrückt habe. Die erste
Instanz, auf deren Sachverhaltsfeststellung die Vorinstanz verweist, stützte
sich dabei insbesondere auf die Aussagen von Y.________, aber auch auf jene der
Beschwerdegegnerin 2. Inwiefern diese durch die Vorinstanzen willkürlich
gewürdigt worden sein sollen, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf.

2.

2.1. Der Beschwerdeführer stellt in Abrede, eventualvorsätzlich gehandelt und
den Tod der Beschwerdegegnerin 2 in Kauf genommen zu haben. So habe er die
Gewaltanwendung dosiert und immer darauf geachtet, dass das Opfer nicht das
Bewusstsein verloren habe.

2.2.

2.2.1. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs
bzw. die Verwirklichung des Tatbestandes für möglich hält, aber dennoch
handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt (Art.
12 Abs. 2 StGB), sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE
137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis).

2.2.2. Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft eine innere
Tatsache und ist Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die
festgestellten Tatsachen bewusste Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter
Vorsatz gegeben ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4; 130 IV 58 E. 8.5 S. 62; je mit
Hinweisen). Es besteht indes eine gewisse Überschneidung von Tatfragen (welche
nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür überprüfbar sind) und Rechtsfragen,
denn der Sinngehalt des Eventualvorsatzes lässt sich nur im Lichte der
tatsächlichen Umstände erschliessen. Das Bundesgericht kann daher in einem
gewissen Ausmass die richtige Bewertung dieser Umstände im Hinblick auf den
Rechtsbegriff des Eventualvorsatzes überprüfen (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 17 mit
Hinweisen).

2.2.3. Für den Nachweis des Vorsatzes darf das Gericht vom Wissen des Täters
auf den Willen schliessen, wenn sich diesem die Verwirklichung der Gefahr als
so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen,
vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE
137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis). Je grösser die Wahrscheinlichkeit der
Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Rechtsgutsverletzung wiegt,
desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die
Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2 S. 17; 133
IV 222 E. 5.3 S. 226). Allerdings kann nicht unbesehen aus dem Wissen des
Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme
geschlossen werden. Sicheres Wissen um die unmittelbare Lebensgefahr, also um
die Möglichkeit des Todes, ist nicht identisch mit sicherem Wissen um den
Erfolgseintritt und kann sowohl mit (eventuellem) Tötungsvorsatz als auch
bewusster Fahrlässigkeit bezüglich der Todesfolge einhergehen. Ein
Tötungsvorsatz ist zu verneinen, wenn der Täter trotz der erkannten möglichen
Lebensgefahr handelt, aber darauf vertraut, die Todesgefahr werde sich nicht
realisieren. Zur Annahme eines Tötungsvorsatzes müssen zum Wissenselement
weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 17; zur Verneinung des
Eventualvorsatzes vgl. Urteil 6B_775/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.4). Solche
Umstände liegen namentlich vor, wenn der Täter das ihm bekannte Risiko in
keiner Weise kalkulieren und dosieren kann und der Geschädigte keinerlei
Abwehrchancen hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5 S. 7; 131 IV 1 E. 2.2 S. 5; Urteil
6B_754/2012 vom 18. Juli 2013 E. 3.2.4).

2.3. Der vorinstanzliche Schluss, der Beschwerdeführer habe eventualvorsätzlich
gehandelt, verletzt kein Bundesrecht. Der Eventualvorsatz auf Tötung
unterscheidet sich vom Gefährdungsvorsatz dadurch, dass der Täter bei der
Lebensgefährdung darauf vertraut, der Tod des Opfers werde nicht eintreten.
Dies setzt voraus, dass er davon ausgeht, die Gefahr könne durch sein eigenes
Verhalten oder dasjenige der gefährdeten Person abgewendet werden. Bleibt dem
Zufall überlassen, ob die Gefahr sich verwirklicht oder nicht, liegt
(versuchte) eventualvorsätzliche Tötung vor (Urteil 6B_617/2013 vom 4. April
2014 E. 2.4 mit Hinweisen). Das Bundesgericht bestätigte den Schuldspruch der
versuchten eventualvorsätzlichen Tötung bei einem Täter, der seine Tochter
derart lange und massiv mit einer Hand würgte, bis das Opfer nach Luft
schnappte und befürchtete, in Ohnmacht zu fallen (Urteil 6S.180/2003 vom 24.
Juli 2003), sowie bei einem Täter, der seiner Tochter eine Seilschlinge um den
Hals legte und sie in die Höhe zog, bis sie bewusstlos wurde (Urteil 6B_655/
2012 vom 15. Februar 2013).
Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdegegnerin 2 sei durch die Gewaltanwendung
in unmittelbare Lebensgefahr gebracht worden und verweist hierzu auf das
erstinstanzliche Urteil und das rechtsmedizinische Gutachten. Letzteres hält
fest, die festgestellten Verletzungsspuren am Hals in Verbindung mit den
diagnostizierten Stauungsblutungen der Lidbindehäute, der Gesichtshaut und der
Hinterohrregion belegten eine komprimierende Gewalteinwirkung gegen den Hals,
wobei von einer zeitweisen Durchblutungsstörung des Gehirns ausgegangen werden
könne. Daraus lasse sich eine unmittelbare Lebensgefahr ableiten. Die
Vorinstanz führt aus, der Beschwerdeführer habe das an Armen und Beinen
gefesselte Opfer mehrfach und immer länger mit dem Gesicht ins Kissen
respektive die Matratze gedrückt und es auch am Hals gehalten. Noch dazu habe
er sich auf dessen Rücken gesetzt und es mit Fäusten und einem Werkzeug massiv
traktiert. Dies sei in einem dunklen Zimmer gegenüber einer 68-jährigen,
zierlichen Frau erfolgt, die aus dem Schlaf gerissen worden und den Angreifern
körperlich und situationsbedingt komplett unterlegen gewesen sei. Ihre
Schlussfolgerung, unter diesen Umständen habe der Beschwerdeführer in keiner
Weise voraussagen können, ob die Dauer und Intensität seiner Handlungen zum Tod
des Opfers führen würden oder nicht, ist zutreffend. Wie sie richtig ausführt,
blieb es letztlich dem Zufall überlassen, ob der Tod eintritt oder nicht, zumal
bereits der Umstand, dass der Beschwerdeführer sich auf dem Rücken des Opfers
befand, eine Kompression des Brustkorbs hätte bewirken können. Wenn sie in
diesem Zusammenhang mit Blick auf den festgestellten Bruch einer Rippe des
Opfers eine massive Gewaltanwendung annimmt, ist dies nicht zu beanstanden.
Entgegen seinem Vorbringen konnte der Beschwerdeführer in dieser Situation die
Gewalt nicht zuverlässig dosieren. Sein Vorbringen, er habe "peinlich genau
darauf geachtet, dass das Opfer das Bewusstsein nicht verlor", überzeugt nicht.
Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, konnte er dies als Laie nicht beurteilen,
zumal er das Gesicht des Opfers nicht sah. Sein Handeln kann vernünftigerweise
nur als Inkaufnahme der nahen Möglichkeit des Todes des Opfers interpretiert
werden.
Die Rüge ist unbegründet. Die rechtliche Qualifikation seiner Tat als
versuchter Mord beanstandet der Beschwerdeführer nicht.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer bestreitet den Vorwurf des gewerbsmässigen
Diebstahls. Er sei lediglich wegen einem vollendeten Diebstahl mit einer
Deliktssumme von Fr. 80.-- sowie einem versuchten Diebstahl verurteilt worden,
weshalb keine Gewerbsmässigkeit vorliege.

3.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe den Schuldspruch wegen
gewerbsmässigen Diebstahls zwar angefochten, sich hierzu aber weder in der
Berufungsbegründung noch im zweitinstanzlichen Plädoyer geäussert. Aufgrund
dessen sei auf die zutreffenden Ausführungen des erstinstanzlichen Gerichts zu
verweisen und die Verurteilung zu bestätigen.

3.3. Nach der Rechtsprechung handelt der Täter gewerbsmässig, wenn sich aus der
Zeit und den Mitteln, die der Täter für die deliktische Tätigkeit aufwendet,
aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie
aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische
Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. Wesentlich ist ausserdem, dass der
Täter sich darauf einrichtet, durch sein deliktisches Handeln relativ
regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten
seiner Lebensgestaltung darstellen. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach
begangen haben (BGE 129 IV 188 E. 3.1.2 S. 191; 119 IV 129 E. 3a S. 132 f.; je
mit Hinweis).

3.4. Wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet, werden ihm gemäss Anklage
unter dem Titel des gewerbsmässigen Diebstahls drei Sachverhalte zwischen
Anfang August und Mitte Oktober 2012 vorgeworfen. Von einem wurde er
freigesprochen, bei einem anderen blieb es bei einem Diebstahlversuch.
Verurteilt wurde der Beschwerdeführer lediglich für letzteren sowie für einen
vollendeten Diebstahl. Zwar hat er dabei nicht bloss Fr. 80.-- erbeutet, wie er
vorbringt, sondern gemäss dem Anklagesachverhalt Fr. 360.-- sowie ein
Serviceportemonnaie im Wert von Fr. 20.--, worauf auch die Vorinstanz im Rahmen
ihrer Vernehmlassung hinweist. Dies ändert aber nichts daran, dass die
geforderte Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums
vorliegend nicht gegeben ist. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, soweit
sie vernehmlassungsweise vorbringt, beim vollendeten Einbruchdiebstahl habe er
nicht einen, sondern zwei Diebstähle begangen, indem er einerseits ein
Serviceportemonnaie behändigt und andererseits einen sich im Restaurant
befindlichen Spielautomaten aufgewuchtet und das darin enthaltene Geld
entnommen hat. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit dem
Vorsatz in die Liegenschaft einstieg, sämtliche sich darin befindliche
Wertsachen zu stehlen. Insofern geht die Vorinstanz fehl, wenn sie vorbringt,
es lägen zwei voneinander zu trennende, auf separat gefassten Entschlüssen
beruhende Einzelhandlungen vor. Diese Auslegung ist zum einen lebensfremd und
findet zum andern weder in der Anklageschrift noch im vorinstanzlichen Urteil
eine Stütze. Fraglich ist zudem, ob angesichts der tiefen Deliktssumme das
Tatbestandselement der namhaften Finanzierung der Lebensgestaltung erfüllt ist.
Dies kann jedoch offengelassen werden, nachdem die Gewerbsmässigkeit bereits
aufgrund fehlender mehrfacher Tatbegehung innerhalb eines bestimmten Zeitraums
zu verneinen ist. Dass der Beschwerdeführer gemäss den Erwägungen des
erstinstanzlichen Gerichts selber angegeben habe, nach seiner Entlassung aus
der Haft in Genf kein Geld gehabt und deshalb ein paar Einbrüche geplant zu
haben, vermag für sich alleine kein gewerbsmässiges Handeln zu begründen.
Mit Blick auf den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen durfte sich die
Vorinstanz überdies nicht damit begnügen, auf die Begründung des
erstinstanzlichen Gerichts zu verweisen. Selbst wenn der Beschwerdeführer
seinen Antrag, er sei lediglich wegen einfachen Diebstahls zu verurteilen,
allenfalls nicht oder unzureichend begründet haben sollte, war jedenfalls der
Berufungsgegenstand hinreichend umrissen. In dieser Situation ist der schlichte
Verweis auf die erstinstanzliche Begründung, die ja gerade als unzutreffend
gerügt wird, nicht zulässig (vgl. BGE 141 IV 244 E. 1.2.1 und 1.2.3 S. 246 f.).
Die Beschwerde ist insoweit begründet.

4.

4.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz gehe willkürlich davon
aus, er habe um das Einreise- bzw. Aufenthaltsverbot in der Schweiz gewusst.

4.2. Die Vorinstanz erwägt, entgegen seiner Darstellung müsse der
Beschwerdeführer gewusst haben, dass er nicht in die Schweiz habe einreisen
bzw. sich im Land habe aufhalten dürfen. Er habe sich am Tag der Eröffnung der
entsprechenden Verfügung in Genf in Haft befunden. Es sei deshalb davon
auszugehen, dass ihm die Verfügung zur Kenntnis gebracht worden sei. Zudem habe
der Beschwerdeführer auf entsprechenden Vorhalt hin eingeräumt, um das
Einreise- bzw. Aufenthaltsverbot gewusst und dieses mehrfach missachtet zu
haben.

4.3. Soweit der Beschwerdeführer mit seiner pauschalen Behauptung des
Gegenteils überhaupt den erhöhten Begründungsanforderungen einer Willkürrüge
genügt, zeigt er nicht auf, inwiefern die vorinstanzliche Feststellung, er habe
um das gegen ihn verhängte Einreise- bzw. Aufenthaltsverbot gewusst, geradezu
willkürlich sein soll (vgl. zum Begriff der Willkür vorne E. 1.3). Er verkennt,
dass die Vorinstanz bei ihrer Beweiswürdigung nicht ausschliesslich seine
Inhaftierung zum Zeitpunkt der Eröffnung der entsprechenden Verfügung
berücksichtigt, sondern ebenso seine Aussagen auf entsprechenden Vorhalt hin.
Es ist dem Beschwerdeführer zwar zuzustimmen, dass eine Überprüfung der
tatsächlichen Eröffnung der Verfügung durch die Vorinstanz bzw. die
Strafbehörden wünschbar gewesen wäre. Insbesondere aufgrund seiner eigenen
Aussagen, vom entsprechenden Verbot gewusst zu haben, erscheint die
vorinstanzliche Beweiswürdigung indes nicht unhaltbar. Daran ändert nichts,
dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben, jedoch ohne Nennung
entsprechender Aktenstellen, im Verfahren vor dem erstinstanzlichen Gericht und
der Vorinstanz allenfalls abgestritten hat, vom Verbot Kenntnis gehabt zu
haben. Die Rüge ist unbegründet, soweit überhaupt darauf einzutreten ist.

5.
Da die Beschwerde bezüglich der Verurteilung wegen gewerbsmässigen Diebstahls
begründet ist (vorne E. 3) und die Vorinstanz die Strafzumessung neu
vorzunehmen haben wird, braucht auf die entsprechende Rüge des
Beschwerdeführers nicht eingegangen zu werden.

6.
Nicht einzutreten ist auf die vom Beschwerdeführer beantragte Reduktion der ihm
auferlegten Genugtuungszahlung gegenüber der Beschwerdegegnerin 2. Er begründet
seinen Antrag nicht bzw. sinngemäss einzig mit dem verlangten Freispruch vom
Tatbestand des versuchten Mordes. Es bleibt aber beim vorinstanzlichen
Schuldspruch in diesem Punkt.

7.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen; im Übrigen ist sie abzuweisen,
soweit darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerdeführer wird im Umfang
seines Unterliegens kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Soweit er obsiegt,
wird sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung
gegenstandslos; im Übrigen ist es wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren
abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Der finanziellen Lage des
Beschwerdeführers ist bei der Festsetzung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen
(Art. 65 Abs. 2 BGG). Der Kanton Basel-Stadt trägt keine Verfahrenskosten (Art.
66 Abs. 4 BGG), hat jedoch den Beschwerdeführer im Umfang dessen Obsiegens für
das bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Entschädigung ist praxisgemäss dessen Rechtsvertreterin auszurichten.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Appellationsgerichts
des Kantons Basel-Stadt vom 6. Mai 2015 aufgehoben und die Sache zu neuer
Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde
abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen,
soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.

3. 
Dem Beschwerdeführer werden Gerichtskosten von Fr. 1'200.-- auferlegt.

4. 
Der Kanton Basel-Stadt hat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers für das
bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 750.-- zu entschädigen.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons
Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. Februar 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: M. Widmer

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