Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.852/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_852/2015

Urteil vom 10. Februar 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Gerichtsschreiber Boog.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Dina Raewel,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Betrug, Irreführung der Rechtspflege, Strafzumessung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 10. April 2015.

Sachverhalt:

A.
A.________ beabsichtigte Ende April/Anfang Mai 2010 mit seinem Personenwagen
der Marke Porsche 911 Turbo, für welchen er wegen des geforderten Preises
keinen Käufer gefunden hatte, in der Schweiz einen Autounfall mit grossem
Sachschaden zu inszenieren und sich Versicherungsleistungen auszahlen zu
lassen. Zu diesem Zweck fragte er X.________ an, ob er ihm jemanden vermitteln
könne, der bereit sei, an dem Versicherungsbetrug mitzuwirken. X.________ nahm
daraufhin mit B.________ in Polen Kontakt auf und vereinbarte für den 21. Mai
2010 ein Treffen zwischen diesem und A.________, bei welchem der genaue Ablauf
und die Örtlichkeit des Verkehrsunfalls bestimmt wurden und bei welchem er als
Übersetzer zwischen den Parteien teilnahm. Plangemäss kollidierte am 22. Mai
2010 der Vater von B.________ mit diesem als Beifahrer in Pfungen mit seinem
Lieferwagen rückwärts mit dem Porsche von A.________. Daraufhin benachrichtigte
A.________ die Polizei, um die Kollision als Verkehrsunfall aufnehmen zu
lassen. Am 30. August 2010 meldete er den entstandenen Sachschaden bei der
C.________ Versicherung an, welche ihm schliesslich einen Betrag von Fr.
37'000.-- auszahlte. X.________ erhielt von A.________ für seine Mitwirkung
vereinbarungsgemäss Fr. 5'000.--.
Im Mai/Juni 2010 wirkte X.________ ferner zusammen mit A.________ und weiteren
Beteiligten am fingierten Diebstahl eines pinkfarbenen Porsche Cayenne Turbo S
mit einem Verkehrswert von ca. Fr. 150'000.-- mit. In Wirklichkeit war der
Wagen für Fr. 10'000.-- nach Polen an D.________, zu welchem X.________ den
Kontakt geknüpft hatte, verkauft worden. Am 11. bzw. 12. Juni 2010 meldete der
Halter des Wagens E.________ gegenüber der Kantonspolizei Zürich und der
C.________ Versicherung den Wagen als gestohlen. Die Versicherung zahlte
daraufhin Leistungen in der Höhe von Fr. 50'000.-- aus.

B.
Das Bezirksgericht Winterthur erklärte X.________ mit Urteil vom 16. April 2014
des Betruges sowie der mehrfachen Irreführung der Rechtspflege schuldig und
verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter Anrechnung der
ausgestandenen Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzuges. In Bezug
auf den fingierten Autodiebstahl sprach es ihn von der Anklage des Betruges
frei. Ferner verpflichtete es X.________ unter solidarischer Haftung mit
allfälligen Mittätern zur Zahlung von Schadenersatz in der Höhe von Fr.
37'706.20 an die Privatklägerin. Im Mehrbetrag verwies es das
Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg. Schliesslich entschied es über die
Herausgabe der beschlagnahmten Gegenstände.
Auf Berufung des Beurteilten bestätigte das Obergericht des Kantons Zürich am
10. April 2015 das erstinstanzliche Urteil im Schuldspruch und verurteilte
X.________ zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 30.--, wovon es 289
Tage als durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug geleistet
anerkannte. Die Schadenersatzforderung verwies es auf den Weg des
Zivilprozesses.

C.
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen, mit der er beantragt, er sei von
der Anklage der mehrfachen Irreführung der Rechtspflege freizusprechen;
eventualiter sei er der Gehilfenschaft hiezu schuldig zu sprechen. Im
Zusammenhang mit dem fingierten Autounfall sei er vom Vorwurf des Betruges
freizusprechen und lediglich der Gehilfenschaft hiezu schuldig zu erklären. Er
sei zu einer Freiheitsstrafe von 5 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen
Haft zu verurteilen; von der Aussprechung einer Geldstrafe sei abzusehen.
Ferner ersucht X.________ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Erwägungen:

1.

1.1. Die Vorinstanz nimmt in Bezug auf den vorgetäuschten Diebstahl des
pinkfarbenen Porsche Cayenne an, der Beschwerdeführer sei in massgebender Weise
daran beteiligt gewesen, den Personenwagen ausser Landes zu schaffen und den
Autoschlüssel wieder zurückzubringen. Dabei sei er davon ausgegangen, dass das
Verschwinden des Fahrzeugs bei der Polizei als Diebstahl zur Anzeige gebracht
werden würde. Zwar habe nicht der Beschwerdeführer den angeblichen Diebstahl
bei der Polizei angezeigt, sondern der Halter des Wagens, E.________. Indes sei
das Wegschaffen des Porsches gerade zu dem Zweck organisiert worden, dass jener
unter dem Vorwand, Opfer eines Diebstahls geworden zu sein, habe unrechtmässige
Vorteile erlangen können. Werde durch mehrere Personen ein Verbrechen oder
Vergehen inszeniert, machten sich nicht nur der Anzeigeerstatter selbst der
Irreführung der Rechtspflege strafbar, sondern auch die übrigen beteiligten
Personen, welche die falsche Anzeige überhaupt erst möglich gemacht hätten
(angefochtenes Urteil S. 9 f.). Die Tatbeiträge des Beschwerdeführers,
namentlich die Herstellung des Kontakts zwischen D.________ und E.________
sowie seine Beteiligung beim Wegschaffen des Porsches ins Ausland und bei der
Rückgabe des Autoschlüssels an E.________ hätten die Grundlagen dafür gebildet,
dass der Diebstahl, ohne grösseres Misstrauen zu erwecken, habe vorgetäuscht
und angezeigt werden können. Die Funktion des Beschwerdeführers habe sich somit
keinesfalls nur auf die Nebenrolle eines Dolmetschers beschränkt. In
subjektiver Hinsicht habe der Beschwerdeführer damit rechnen müssen, dass das
Auto bei einer Strafverfolgungsbehörde als gestohlen gemeldet würde, sei doch
eine solche Anzeige regelmässig Voraussetzung für die Auszahlung von
Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit einem Diebstahl. Der
Beschwerdeführer habe somit den Tatbestand der Irreführung der Rechtspflege als
Mittäter erfüllt (angefochtenes Urteil S. 15 f.).

1.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe lediglich gewusst, dass
E.________ und A.________ den Personenwagen hätten loswerden wollen. Er habe zu
keiner Zeit geplant gehabt, die Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, und
habe auch nicht Hand geboten, um die Versicherung bezüglich des Autodiebstahls
zu täuschen. Es habe daher kein Tatentschluss betreffend Irreführung der
Rechtspflege bestanden. Dass er mit Ausnahme der Anzeigeerstattung bei jedem
Schritt der Deliktsausführung anwesend gewesen sei, sei für die Frage der
Mittäterschaft nicht von Bedeutung. Seine einzelnen Tatbeiträge seien weder für
sich allein noch in ihrer Gesamtbetrachtung derart gewichtig gewesen, dass die
Straftat ohne dieselben nicht hätte stattfinden können. So hätten die
Verhandlungen zwischen den weiteren Beteiligten ohne weiteres auch ohne seine
Übersetzertätigkeit stattfinden können. Diese seien durch seine Dienste
lediglich vereinfacht worden. Die Irreführung der Behörde hätte sich auch ohne
seine Beteiligung nicht anders abgespielt. Im Übrigen komme es bei diesem
Tatbestand nicht auf die Umstände an, welche zur Anzeigeerstattung geführt
hätten, sondern auf die Anzeige der fiktiven Straftat selbst. Deshalb würde
auch zu keinem anderen Ergebnis führen, wenn er bei der Inszenierung des
Autodiebstahls als Mittäter zu beurteilen wäre. Er habe weder im Vorfeld von
der Anzeigeerstattung gewusst noch sei er zum Zeitpunkt der Anzeige anwesend
gewesen. Er habe auch keinen Anlass gehabt, die Tat als seine eigene
anzustreben, zumal er nicht Versicherungsnehmer gewesen sei und ihm vom
Anzeigeerstatter auch keinerlei finanzielle Anreize geboten worden seien
(Beschwerde S. 4 ff.). Eventualiter macht der Beschwerdeführer geltend, er sei
aufgrund seines untergeordneten Tatbeitrages lediglich der Gehilfenschaft zur
Irreführung der Rechtspflege schuldig zu erklären. Sowohl seine
Übersetzungstätigkeit als auch seine physische Präsenz seien für den Ausgang
des Delikts nicht entscheidend gewesen, zumal er weder auf die Anzeige bei der
Polizei noch auf den Zeitpunkt derselben Einfluss gehabt habe (Beschwerde S.
7).

2.

2.1. Wer bei einer Behörde wider besseres Wissen anzeigt, es sei eine strafbare
Handlung begangen worden, macht sich der Irreführung der Rechtspflege gemäss
Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. Voraussetzung für die Erfüllung des
Tatbestands ist die Anzeige einer Straftat. Das Merkmal der "strafbaren
Handlung" ist ein objektives Tatbestandselement (BGE 86 IV 184 E. 2). Die
Erfüllung des objektiven Tatbestands von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB setzt
somit voraus, dass der angezeigte Sachverhalt eine strafbare Handlung darstellt
(Urteil 6B_179/2007 vom 27. Oktober 2007 E. 5.2.1). Voraussetzung ist weiter,
dass das angezeigte Delikt sich in Wirklichkeit nicht ereignet hat. Dies ist
auch dann der Fall, wenn bewusst ein anderes als das tatsächlich verübte Delikt
angezeigt wird (DELNON/RÜDY, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl.
2013, Art. 304 N 10). Falsche Angaben über die Umstände eines wirklich
begangenen Delikts genügen indes nicht (BGE 72 IV 138 E. 3). Die angezeigte Tat
muss mithin eine andere als die wirklich begangene strafbare Handlung sein
(STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil II, 7. Aufl. 2013,
§ 55 N 28).

2.2. Nach der Rechtsprechung gilt als Mittäter, wer bei der Entschliessung,
Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise
mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. In
der Regel übt keiner der Mittäter Herrschaft über die gesamte Tat aus, sondern
ist daran - obwohl sie ihm als Ganzes zugerechnet wird - lediglich beteiligt.
Entscheidend ist, ob der jeweilige Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten
Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass
sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille
allein, genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht, der Täter muss vielmehr
bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat auch tatsächlich
mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der
eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag.
Tatbestandsmässige Ausführungshandlungen sind nicht notwendige Voraussetzung
für die Annahme von Mittäterschaft (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; 133 IV 76 E. 2.7;
130 IV 58 E. 9.2.1; 125 IV 134 E. 3a). Auf der anderen Seite ist nicht
erforderlich, dass der Mittäter bereits bei der Fassung des gemeinsamen
Tatentschlusses mitwirkt. Es genügt, dass er sich später den Vorsatz seiner
Mittäter zu eigen macht und sich bei der tatsächlichen Ausführung beteiligt (
BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; 125 IV 134 E. 3a).
In subjektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz und einen gemeinsamen
Tatentschluss voraus. Der gemeinsame Tatentschluss braucht nicht ausdrücklich
zu sein, er kann auch bloss konkludent bekundet werden, wobei Eventualvorsatz
genügt (BGE 133 IV 76 E. 2.7; 130 IV 58 E. 9.2.1; 126 IV 84 E. 2c/aa S. 88; je
mit Hinweisen). Mittäterschaft ist mithin auch an spontanen, nicht geplanten
Aktionen oder unkoordinierten Straftaten möglich (vgl. Urteile 6B_885/2008 vom
14. April 2009 E. 3.4 mit Hinweis und 6B_180/2011 vom 5. April 2012 E. 2.2
[nicht publ. in BGE 138 IV 113]).

3.

3.1. Dem Schuldspruch wegen Irreführung der Rechtspflege im Anklagepunkt
betreffend den vorgetäuschten Diebstahl des pinkfarbenen Porsche Cayenne liegt
ein beabsichtigter Versicherungsbetrug zugrunde. Die erste Instanz sprach den
Beschwerdeführer indes von der Anklage des Betruges frei, weil es an der
Stoffgleichheit zwischen Vermögensnachteil und Bereicherung fehle
(erstinstanzliches Urteil S. 13 f.; vgl. hiezu BGE 134 IV 210 E. 5.4 und 5.5).
Da die Staatsanwaltschaft in diesem Punkt gegen das bezirksgerichtliche Urteil
keine Berufung erhob, erwuchs dieses insofern in Rechtskraft. Der Schuldspruch
der Irreführung der Rechtspflege ist gleichwohl in diesem Kontext zu sehen.
Denn die Anzeige des angeblichen Diebstahls bildete gleichsam Durchgangsstadium
für den angestrebten Versicherungsbetrug, zumal die Ausrichtung von
Versicherungsleistungen bei Fahrzeugdiebstählen - wie die kantonalen Instanzen
zu Recht als allgemein bekannt voraussetzen - das Vorliegen eines
Polizeirapports erfordert (erstinstanzliches Urteil S. 10).
Die Vorinstanz stützt sich für ihren Schluss, dem Beschwerdeführer sei beim
geplanten Versicherungsbetrug eine tragende Rolle zugekommen u.a. darauf, dass
er die einzige Person war, welche - abgesehen von der Anzeigeerstattung - bei
jedem Schritt der Deliktsausführung persönlich anwesend gewesen sei. Über ihn
seien zunächst die Verhandlungen zwischen A.________ und zwei weiteren
Beteiligten über den Kauf eines schwarzen Unfallwagens der Marke Porsche
gelaufen, in deren Verlauf auch der Verkauf des pinkfarbenen Porsche Cayenne
von E.________ zum Thema geworden sei. In der Folge habe er die Absprache
zwischen A.________ und D.________ betreffend Datum und Ablauf der Wegnahme
bzw. Übergabe des pinkfarbenen Porsches organisiert und hiefür die
unabdingbaren Übersetzerdienste geleistet, ohne welche die Ausführung der Tat
nicht möglich gewesen wäre. Er sei zudem dabei gewesen, als die polnischen
Käufer in die Schweiz gekommen seien, um die beiden Wagen abzuholen, und habe
D.________ geholfen, den Kontakt zu E.________ herzustellen. Ferner sei er bei
der Fahrzeugübergabe zugegen gewesen, habe E.________ vom Übergabeplatz zurück
zu seinem Wohnort gefahren und sei auch dabei gewesen, als der pinkfarbene
Porsche ausser Landes gebracht worden sei. Schliesslich habe er einige Tage
später den Fahrzeugschlüssel von dem Vater von D.________ entgegengenommen und
persönlich E.________ zurückgebracht. Bei all diesen Tatbeiträgen sei dem
Beschwerdeführer bewusst gewesen, dass E.________ das Auto als gestohlen melden
würde (angefochtenes Urteil S. 14 f.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 6,
10, 11 f.). In Anbetracht dieser Umstände verfällt die Vorinstanz nicht in
Willkür, wenn sie die Beteiligung des Beschwerdeführers als Mittäterschaft
würdigt. Es mag zutreffen, dass er nicht der eigentliche Drahtzieher der
geplanten Taten war. Er war aber nach den Feststellungen der kantonalen
Instanzen bei allen Schritten der Tatausführung anwesend und hat bis zuletzt
wesentliche Tatbeiträge geleistet. In rechtlicher Hinsicht ist der Schuldspruch
wegen Irreführung der Rechtspflege ebenfalls nicht zu beanstanden. Bei Anzeigen
wider besseres Wissen ist Mittäterschaft ohne weiteres möglich (DELNON/RÜDY,
a.a.O., Art. 304 N 25). Der Beschwerdeführer hat die Tat durch die Herstellung
des Kontakts zwischen den einzelnen Akteuren, seine Präsenz während der
gesamten Vorbereitung und Ausführung und namentlich durch seine unentbehrlichen
Übersetzerdienste massgeblich mitgestaltet. Dass er die angebliche Straftat
nicht in eigener Person angezeigt hat, ändert daran nichts. Es ist ein
Charakteristikum der Mittäterschaft, dass die Ausführung der Straftat in
arbeitsteiligem Zusammenwirken erfolgt. Es genügt, dass der Beschwerdeführer im
gesamten Kontext eine wesentliche Rolle gespielt hat.
Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

4.

4.1. Der Beschwerdeführer wendet sich im Weiteren gegen den Schuldspruch des
Betruges im Kontext des fingierten Verkehrsunfalls mit dem Porsche 911 Turbo
von A.________. Er macht geltend, sein Tatbeitrag erschöpfe sich in einer
blossen Beihilfe. Es treffe zwar zu, dass er B.________ mit A.________ bekannt
gemacht und für sie Dolmetscherdienste geleistet habe. Die beiden hätten jedoch
alle relevanten Tathandlungen für den fingierten Autounfall ohne ihn besprochen
und geplant. Die Vermittlung der beiden Parteien und die Übersetzerdienste
stellten lediglich Hilfeleistungen in der Vorbereitungsphase dar. Bei der
Inszenierung des fingierten Unfalls sei er nicht anwesend gewesen. Organisator
des Ganzen sei A.________ gewesen. Aufgrund seines lediglich geringfügigen
Tatbeitrages sei offensichtlich, dass er den Geschehensablauf zu keinem
Zeitpunkt beherrscht habe oder darauf auch nur habe Einfluss nehmen können.
Daran vermöge seine Anwesenheit bei der Auskundschaftung des Unfallortes bzw.
seine Anwesenheit in der Nähe des Unfallortes vor der Ausführung der Tat nichts
zu ändern. Seine Unterstützung bei der Verwirklichung des fingierten Unfalls
sei daher lediglich als Gehilfenschaft zum Betrug zu würdigen (Beschwerde S. 7
ff.).
Schliesslich macht der Beschwerdeführer in diesem Punkt auch hinsichtlich des
Schuldspruchs wegen Irreführung der Rechtspflege geltend, er habe höchstens
davon gewusst, dass der angebliche Unfall bei der Polizei angezeigt werden
sollte. Den Vorsatz, die Tat als eigene zu wollen, habe er nicht gehabt. Es sei
ihm weder bei der Entschliessung noch bei der Planung oder der Ausführung der
Irreführung der Rechtspflege irgendeine Rolle zugekommen noch habe er den
anderen Hilfe geleistet. Es könne ihm daher in Bezug auf die Irreführung der
Rechtspflege weder Mittäterschaft noch Gehilfenschaft vorgeworfen werden
(Beschwerde S. 11 f.).

4.2. Die Vorinstanz nimmt im Wesentlichen gestützt auf die Aussagen des
Mitbeteiligten A.________ an, der Beschwerdeführer habe den Kontakt zwischen
B.________ mit A.________ vermittelt und ein Treffen organisiert, an welchem
die Details der Inszenierung des Unfalls besprochen worden seien und bei
welchem er Übersetzerdienste geleistet habe. Damit habe der Beschwerdeführer
demonstriert, dass er gewillt gewesen sei, den Betrug zu ermöglichen, und dass
er den entsprechenden Tatentschluss zumindest mitgetragen habe. Ohne einen
bereitwilligen Unfallgegner wäre es nicht möglich gewesen, die Versicherung
arglistig zu täuschen. Insofern sei dem Beschwerdeführer eine massgebliche
Position bei der Planung und Ausführung der Tat zugekommen, und er habe mit
Bezug auf das in der gewählten Besetzung ausgeführte Delikt durchaus über
Tatherrschaft verfügt. Hiefür spreche, dass der Beschwerdeführer auch bei
diesem Geschehen in jedem Stadium der Deliktsausführung, namentlich am
Unfallort, anwesend gewesen sei, wo er Anweisungen von B.________ an A.________
weitergeleitet habe. Durch seine Übersetzungsdienste habe er die Zusammenarbeit
von A.________ und B.________ erst ermöglicht. Insgesamt nimmt die Vorinstanz
an, die Funktion des Beschwerdeführers sei auch hier weit über diejenige einer
blossen Nebenfigur hinausgegangen. Durch seine Beiträge habe jener vielmehr
massgeblich zum Gelingen des Vorhabens beigetragen. Zudem habe er von Anfang an
gewusst, dass A.________ bereit gewesen sei, für die Inszenierung des Unfalls
Fr. 5'000.- zu bezahlen. Ob und inwieweit er das Geld mit B.________ und dessen
Vater habe teilen müssen, sei irrelevant. Das Wissen um die Belohnung und die
Bezahlung seien jedenfalls weitere Hinweise auf die tragende Rolle des
Beschwerdeführers (angefochtenes Urteil S. 18 ff., 21 ff.; erstinstanzliches
Urteil S. 17 f., 21).
In Bezug auf die Anklage wegen Irreführung der Rechtspflege in diesem Punkt
nimmt die Vorinstanz an, dem Beschwerdeführer sei klar gewesen, dass der Unfall
noch auf der Unfallstelle der Polizei gemeldet werden würde. Indem der
Beschwerdeführer bei der Vorbereitung der Vortäuschung einer Straftat
mitgewirkt habe und ihm bewusst gewesen sei, dass diese der Polizei gemeldet
würde, habe er sich auch der Irreführung der Rechtspflege schuldig gemacht
(angefochtenes Urteil S. 23 f.; erstinstanzliches Urteil S. 22).

4.3. Das angefochtene Urteil verletzt auch in diesem Punkt kein Bundesrecht.
Aufgrund der tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ergibt sich auch bei
diesem Anklagepunkt, dass der Beschwerdeführer im ganzen Tatkomplex des
Versicherungsbetruges keine blosse Randfigur war, die mit der Ausführung der
Tat unmittelbar nichts mehr zu tun hatte. Es kam ihm vielmehr in allen Phasen
des Geschehens eine massgebliche Rolle zu. Für die Einzelheiten kann hiefür auf
die obstehenden Erwägungen und die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden. Was der Beschwerdeführer gegen die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz einwendet, erschöpft sich weitgehend in einer
blossen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil, auf welche das
Bundesgericht nicht eintritt (BGE 140 III 264 E. 2.3). Nach konstanter
Rechtsprechung genügt für die Begründung von Willkür nicht, dass das
angefochtene Urteil mit der Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht
übereinstimmt oder auch eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint.
Willkür liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar
ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm
oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender
Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 141 I 49 E. 3.4 und 70 E.
2.2; 140 I 201 E. 6.1; 138 I 49 E. 7.1 und 305 E. 4.3; 138 V 74 E. 7). Der
Beschwerdeführer hätte somit darlegen müssen, inwiefern die Feststellungen der
Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sein und die vorhandenen Beweise andere
Schlussfolgerungen geradezu aufdrängen sollen. Diesen Anforderungen genügt
seine Beschwerde in weiten Teilen nicht. Er beschränkt sich weitgehend darauf,
geltend zu machen, er habe, nachdem er B.________ mit A.________ bekannt
gemacht habe, eine durchwegs passive Rolle eingenommen, welche sich auf eine
bloss physische Präsenz beschränkt habe. Mit den Erwägungen der Vorinstanz
setzt er sich nicht hinreichend auseinander. Seine Beschwerde erweist sich
daher als unbegründet, soweit sie überhaupt den Begründungsanforderungen
genügt.

5. Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Bei diesem Ausgang trägt der Beschwerdeführer die Kosten des
bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Da sein Rechtsbegehren von
vornherein als aussichtslos (vgl. BGE 140 V 521 E. 9.1; 138 III 217 E. 2.2.4)
erschien, ist sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen (Art. 64
Abs. 1 BGG). Seinen eingeschränkten finanziellen Verhältnissen kann bei der
Festsetzung der Gerichtsgebühr Rechnung getragen werden (Art. 65 Abs. 2 BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Februar 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Boog

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