Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.858/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_858/2015

Urteil vom 28. September 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfache Tätlichkeiten,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 3. Juli 2015.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.

 Am 24. Dezember 2013 kam es in Zürich zwischen der Beschwerdeführerin und
einer anderen Frau wegen des Schliessens der Haustüre zu einer
Auseinandersetzung. Der Beschwerdeführerin wird vorgeworfen, die andere Frau
durch Schläge tätlich angegriffen zu haben.

 Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte die Beschwerdeführerin am 3.
Juli 2015 im Berufungsverfahren gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom
29. Oktober 2014 wegen mehrfacher Tätlichkeiten zu einer Busse von Fr. 300.--
bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen.

 Die Beschwerdeführerin wendet sich ans Bundesgericht und macht geltend, sie
sei unschuldig. Damit beantragt sie sinngemäss einen Freispruch.

2.

 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, der ursprüngliche Strafbefehl vom
7. Februar 2014 sei ihr nicht zugestellt worden, ist sie nicht zu hören. Diese
Frage ist nicht Gegenstand des einzig anfechtbaren Urteils des Obergerichts.
Dasselbe gilt für die Modalitäten des Polizeieinsatzes. Hier kann es nur um die
Verurteilung der Beschwerdeführerin durch das Obergericht wegen mehrfacher
Tätlichkeiten gehen.

3.

 Die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil können vor
Bundesgericht gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig im Sinne von
Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV sind. Willkür liegt
vor, wenn der angefochtene Entscheid im bemängelten Punkt offensichtlich
unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht,
eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in
stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dass eine andere
Lösung ebenfalls möglich erscheint, genügt nicht (BGE 138 III 378 E. 6.1; 137
IV 1 E. 2.4). Die angebliche Willkür ist in der Beschwerde präzise zu rügen,
und die Rüge ist zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Appellatorische Kritik,
wie sie z.B. im Berufungsverfahren vor einer Instanz mit voller Kognition
vorgebracht werden kann, ist vor Bundesgericht unzulässig.

 Die kantonalen Richter kamen nach Würdigung der Aussagen der Beteiligten und
eines Zeugen zum Schluss, dass keine vernünftigen Zweifel an der Täterschaft
der Beschwerdeführerin bestünden. Inwieweit dies willkürlich im oben
umschriebenen Sinn sein könnte, ergibt sich aus der Beschwerde nicht. Darin
schildert die Beschwerdeführerin ausführlich ihre Version des Vorfalls und ganz
allgemein die Beziehung zwischen ihr und der Geschädigten. Mit solcher
appellatorischer Kritik kann eine Beschwerde ans Bundesgericht nicht begründet
werden. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

4.

 Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1
BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64
BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der
finanziellen Lage der Beschwerdeführerin ist bei der Bemessung der
Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 1 BGG).

 Demnach erkennt der Präsident:

1. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. September 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Monn

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