Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.887/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_887/2015

Urteil vom 8. März 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Oberholzer, Rüedi,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiber M. Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Advokatin Sandra Sutter-Jeker,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4051 Basel,
2. A.________ AG,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Betrug,

Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt,
Ausschuss, vom 9. Juni 2015.

Sachverhalt:

A.
Das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt verurteilte X.________ am 25.
September 2013 wegen Betrugs zum Nachteil der A.________ AG und mehrfachen
betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage zu einer bedingten
Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 80.-- sowie zu einer Busse von Fr.
1'000.--.
Auf Berufung von X.________ hin stellte das Appellationsgericht des Kantons
Basel-Stadt mit Urteil vom 9. Juni 2015 das Verfahren betreffend mehrfachen
betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage mangels rechtzeitigen
Strafantrags ein und verurteilte ihn wegen Betrugs zu einer bedingten
Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 80.--. Von einer Verbindungsbusse sah es
ab.

B.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das Urteil des
Appellationsgerichts sei teilweise aufzuheben und er sei vollumfänglich
freizusprechen.

C.
Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt verzichtet unter Verweis auf
das angefochtene Urteil auf eine Vernehmlassung und beantragt, die Beschwerde
sei abzuweisen. Die Staatsanwaltschaft und die A.________ AG liessen sich nicht
vernehmen.

Erwägungen:

1.

1.1. Der Beschwerdeführer rügt die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung.

1.2. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Sachverhaltsfeststellung
kann vor Bundesgericht nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist
oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S.
445 mit Hinweisen). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der
angefochtene Entscheid schlechterdings unhaltbar ist, mit der tatsächlichen
Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Versehen
beruht (vgl. BGE 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339; 135 I 313 E. 1.3 S. 316; 129 I
173 E. 3.1 S. 178; je mit Hinweisen). Die Willkürrüge muss in der Beschwerde
explizit vorgebracht und substanziiert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht
nicht ein (BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266 mit Hinweisen).

1.3. Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer habe einen Drucker
bestellt, obwohl er weder willens noch in der Lage gewesen sei, den Kaufpreis
von Fr. 2'210.-- zu bezahlen. Das Gerät sei ihm am 13. August 2009 geliefert
worden. In der Folge habe er die Rechnung nicht beglichen und jeden Kontakt mit
der Verkäuferin verunmöglicht. Diese habe den Kaufpreis erst auf dem
Betreibungsweg erhältlich machen können.

1.4.

1.4.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe nicht über seine
Leistungsfähigkeit getäuscht. Er habe über genügend Einkommen und Vermögen
verfügt, um den Drucker zu bezahlen. Damals habe er monatlich eine IV-Rente von
Fr. 2'400.-- und eine Pensionskassenrente von Fr. 2'993.-- erhalten.
Hinzugekommen sei die monatliche IV-Rente seiner Ehefrau von Fr. 2'400.--.
Trotz den monatlichen Lohnpfändungen von Fr. 2'400.-- habe er über ein
monatliches Einkommen von Fr. 5'393.-- verfügt. Ausserdem sei er Eigentümer
einer Wohnung gewesen, die per 1. November 2013 für Fr. 820'000.-- verkauft
worden sei. Nach sämtlichen Abzügen und unter Berücksichtigung der damals im
Betreibungsregister aufgeführten Schulden verbleibe ein Betrag von Fr.
91'045.10.

1.4.2. Was die Leistungsfähigkeit betrifft, stellt die Vorinstanz fest, im
fraglichen Zeitraum hätten die Ausgaben des Beschwerdeführers und seiner
Familie die Einkünfte überstiegen. Von Juni bis September 2009 seien auf dem
Konto bei der Bank B.________ Gutschriften von insgesamt Fr. 8'867.35 und
Belastungen von Fr. 10'214.20 verbucht worden. Dem Auszug des Kontos bei der
Bank C.________ lasse sich entnehmen, dass sich im zweiten Halbjahr 2009 der
Minussaldo von Fr. 3'891.03 auf Fr. 6'156.05 vergrössert habe, wobei sich der
Kontostand beinahe immer im Minus befunden habe. Im Zeitpunkt der Lieferung des
Druckers habe das Konto bei der Bank B.________ einen positiven Saldo von rund
Fr. 8.-- aufgewiesen und das Konto bei der Bank C.________ einen negativen
Saldo. Ausserdem sei der Beschwerdeführer hoch verschuldet gewesen. Im
fraglichen Zeitpunkt seien Betreibungen von Fr. 134'819.25 offen gewesen. Die
vom Beschwerdeführer und seiner Familie genutzte Eigentumswohnung zähle nicht
zu den liquiden Mitteln, welche eine rechtzeitige Zahlung erlaubt hätten. Der
Beschwerdeführer habe im relevanten Zeitpunkt somit nicht über die Mittel
verfügt, um den bestellten Drucker zu bezahlen.

1.4.3. Neue Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der
Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Der
Beschwerdeführer legt einen Betreibungsregisterauszug vom 29. Juli 2010 und
eine provisorische Abrechnung über den Verkaufserlös der Eigentumswohnung vom
17. September 2013 ins Recht. Inwiefern die Einreichung dieser neuen
Beweismittel erst durch den angefochtenen Entscheid veranlasst worden sein
soll, legt er nicht dar. Entsprechend ist darauf nicht einzugehen, zumal der
Beschwerdeführer daraus ohnehin nichts für seine Sache ableiten kann.

1.4.4. Soweit die Vorbringen des Beschwerdeführers überhaupt den erhöhten
Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG genügen, sind sie nicht
geeignet, die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als willkürlich
erscheinen zu lassen. Entgegen seinen Ausführungen ist nicht bewiesen, dass er
im Zeitpunkt der Bestellung zahlungsfähig gewesen ist, nur weil er den
Kaufpreis unter dem Druck des Betreibungsverfahrens am 30. November 2010
bezahlte. Der Beschwerdeführer beschränkt sich darauf, seine im
vorinstanzlichen Verfahren gemachten Ausführungen zu seinem Einkommen zu
wiederholen. Die vorinstanzlichen Erwägungen zu seinen Ausgaben blendet er
hingegen aus. Auch mit den vorinstanzlichen Erwägungen, wonach sein
Stockwerkeigentumsanteil an der Familienwohnung nicht zu den liquiden Mitteln
zähle, setzt er sich nicht auseinander.

1.5.

1.5.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe nicht über seinen
Leistungswillen getäuscht.

1.5.2. Die Vorinstanz erwägt, dem Beschwerdeführer habe es offensichtlich an
Leistungswillen gefehlt. Er habe die Rechnung nicht fristgerecht bezahlt, die
Mahnungen ignoriert und sich allen Kontaktversuchen entzogen. Sein Briefkasten
sei mit Klebeband versehen gewesen, so dass keine Post habe zugestellt werden
können. Erst unter dem Druck des Betreibungsverfahrens habe er die Rechnung
beglichen. Seinen Rechtsvorschlag habe er erst kurz vor der
Rechtsöffnungsverhandlung zurückgezogen. Als blosse Schutzbehauptung sei zu
qualifizieren, dass er den Drucker nur deshalb nicht habe bezahlen wollen, weil
sich die Verkäuferin geweigert habe, ihm Druckerpatronen herauszugeben, die
sich in einem von ihm zur Reparatur übergebenen alten Drucker befunden hätten.
Dies habe er erstmals an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorgebracht,
während davon an der Einvernahme vom 4. Mai 2011 nicht die Rede gewesen sei.
Seine Behauptung werde durch keinerlei Unterlagen wie etwa ein entsprechendes
Forderungsschreiben an die Verkäuferin gestützt. Soweit der Beschwerdeführer in
diesem Zusammenhang geltend mache, er sei Analphabet und habe sein Begehren
deshalb nicht schriftlich vorbringen können, müsse er sich entgegenhalten
lassen, dass er sich bei anderen Gelegenheiten durchaus auch schriftlich
geäussert habe.

1.5.3. Über weite Strecken genügen die Vorbringen des Beschwerdeführers auch in
diesem Punkt den erhöhten Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG
nicht. Wo er bloss seine bereits im vorinstanzlichen Verfahren erhobenen
Vorbringen wiederholt, ohne sich mit dem angefochtenen Entscheid
auseinanderzusetzen, ist auf seine Rüge nicht einzutreten.
Der Beschwerdeführer bringt vor, die Untersuchung sei nur oberflächlich geführt
worden. Die Person, welche bei der Verkäuferin für die Veräusserung des
Druckers und das Inkasso verantwortlich sei, habe man erst an der
vorinstanzlichen Verhandlung befragt und mit seinem Einwand konfrontiert, die
Farbpatronen seien nicht zurückerstattet worden, worauf sie sich nicht mehr
habe daran erinnern können. Der Beschwerdeführer habe im Untersuchungsverfahren
keine Veranlassung gehabt, sich zu den Gründen der Zahlungsverweigerung zu
äussern. Zu diesem Sachverhalt seien ihm im Untersuchungsverfahren lediglich
zwei Fragen gestellt worden.
Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wurde der Beschwerdeführer am 4. Mai
2011 im Beisein seiner Verteidigerin zum Betrugsvorwurf befragt. Er wollte sich
aber nicht äussern und deponierte lediglich, dazu sage er nichts. Ausserdem
konnte er, wie die Vorinstanz richtig erwägt, vor erster Instanz und im
Berufungsverfahren zu diesem Vorwurf ausreichend Stellung nehmen. An der
vorinstanzlichen Zeugenbefragung konnten er und seine Verteidigerin teilnehmen
und Ergänzungsfragen stellen. Sein Anspruch auf rechtliches Gehör und seine
Verteidigungsrechte wurden gewahrt.

1.6. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist nicht zu beanstanden.

2.
Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Verurteilung wegen Betrugs.

2.1. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in
einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten
bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.

2.2.

2.2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Verhalten sei nicht arglistig
gewesen.

2.2.2. Arglist ist nach ständiger Rechtsprechung gegeben, wenn der Täter ein
ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe
bedient. Bei einfachen falschen Angaben ist das Merkmal erfüllt, wenn deren
Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist,
sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält
oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Überprüfung der Angaben
aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 135 IV
76 E. 5.2 S. 81 f. mit Hinweisen).
Mit dem Tatbestandsmerkmal der Arglist verleiht das Gesetz dem Gesichtspunkt
der Opfermitverantwortung wesentliche Bedeutung. Arglist scheidet aus, wenn der
Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden
können. Dabei sind die jeweilige Lage und die Schutzbedürftigkeit des
Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu nehmen ist namentlich auf
geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder Krankheit
beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder
Unterordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden und deshalb kaum
imstande sind, dem Täter zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind besondere
Fachkenntnis und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen, wie sie
etwa im Rahmen von Kreditvergaben Banken beigemessen wird. Auch unter dem
Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die Erfüllung des Tatbestands
indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt
und alle erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es
die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt
der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten,
sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters
in den Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des
Täuschenden führende Opferverantwortung kann nur in Ausnahmefällen bejaht
werden (BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 80 f. mit zahlreichen Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung ist die Vorspiegelung des Leistungswillens
grundsätzlich arglistig im Sinne von Art. 146 StGB, weil sie eine innere
Tatsache betrifft, die vom Vertragspartner ihrem Wesen nach nicht direkt
überprüft werden kann (BGE 118 IV 359 E. 2 S. 361 mit Hinweisen). Arglist kann
bei einfachen falschen Aussagen gegeben sein, wenn eine weitere Überprüfung
nicht handelsüblich ist, etwa weil sie sich im Alltag als unverhältnismässig
erweist und die konkreten Verhältnisse eine nähere Abklärung nicht nahelegen
oder gar aufdrängen und dem Opfer diesbezüglich der Vorwurf der
Leichtfertigkeit nicht gemacht werden kann. Mit einer engen Auslegung des
Betrugstatbestands würden die sozialadäquate Geschäftsausübung und damit der
Regelfall des Geschäftsalltags betrugsrechtlich nicht geschützt. Selbst ein
erhebliches Mass an Naivität des Geschädigten hat nicht in jedem Fall zur
Folge, dass der Täter straflos ausgeht (Urteil 6B_364/2012 vom 19. April 2013
E. 1.1 mit Hinweisen).

2.2.3. Die Vorinstanz erwägt, mit der Bestellung des Druckers habe der
Beschwerdeführer konkludent erklärt, er sei leistungsfähig und leistungswillig.
Insoweit habe er die Verkäuferin getäuscht. Beim Verkauf eines Druckers mit
einem Verkaufspreis von rund Fr. 2'200.-- per Internet handle es sich um ein
Alltagsgeschäft, bei dem es nicht üblich sei, vertiefte Abklärungen über die
Bonität eines Kunden zu tätigen, da dies mit einem unverhältnismässigen
administrativen Aufwand verbunden wäre, zumal die Margen in dieser Branche
gering seien. Es lägen keinerlei konkrete Anhaltspunkte vor, dass die
Verkäuferin, abweichend von ihren handelsüblichen Gepflogenheiten, zur
Einholung weiterer Auskünfte veranlasst oder verpflichtet gewesen wäre. Auch
der Umstand, dass es sich beim bestellten Drucker um ein Mittelklassegerät
gehandelt habe, habe keinen Anlass für vertiefte Abklärungen geboten. Die bei
der Bestellung angegebene Adresse des Beschwerdeführers sei korrekt gewesen,
das Gerät habe an diese Adresse geliefert werden können. Das Risiko sei
angesichts des Kaufpreises abschätzbar gewesen. Eine besondere Unvorsichtigkeit
der Verkäuferin liege nicht vor. Wer am Geschäftsverkehr teilnehme, dürfe zwar
nicht leichtsinnig, müsse auch nicht besonders misstrauisch sein.

2.2.4. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass der Regelfall des Geschäftsalltags
nicht aus dem Schutzbereich des Betrugstatbestands ausgeklammert werden darf
(vgl. Urteil 6B_497/2014 vom 6. März 2015 E. 3.4.2). Entgegen ihren Erwägungen
handelt es sich bei der vom Beschwerdeführer getätigten Bestellung allerdings
gerade nicht um einen Regelfall des Geschäftsalltags. Wenn eine Privatperson
einen leistungsstarken Drucker der Mittelklasse für rund Fr. 2'200.-- bestellt,
kann nicht mehr von einem Alltagsgeschäft gesprochen werden. Im Jahr 2009
betrug das mittlere verfügbare Einkommen der Privathaushalte in der Schweiz Fr.
6'650.-- pro Monat (vgl. Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik vom 15.
November 2011). Der Preis des dem Beschwerdeführer gelieferten Druckers belief
sich demnach auf rund einen Drittel des damals pro Monat im Mittel verfügbaren
Einkommens eines Privathaushaltes. Dass der Kauf eines solchen Druckers durch
eine Privatperson nicht alltäglich ist, ergibt sich auch aus den Aussagen des
Vertreters der Verkäuferin im vorinstanzlichen Verfahren, wonach er sich noch
gedacht habe, ein Privater benötige nicht unbedingt ein solch leistungsstarkes
Gerät. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen unterhielt der
Beschwerdeführer vor dem fraglichen Geschäft keine Geschäftsbeziehung zu der
Verkäuferin und lag somit kein Vertrauensverhältnis irgendwelcher Art vor. Die
Lieferung auf Rechnung bei über das Internet bestellter Ware ist generell eher
unüblich, jedenfalls bei Bestellungen von Produkten mit einem - wie vorliegend
- höheren Warenwert. Üblich ist die Bezahlung der Ware per Kreditkarte oder
Vorauskasse, ehe diese versandt wird. Indem die Verkäuferin den für eine
Privatperson unüblich leistungsstarken und entsprechend teuren Drucker auf
Rechnung an eine ihr unbekannte Privatperson lieferte, ging sie bewusst ein
gewisses Risiko ein. Zusätzlich tätigte sie keinerlei Abklärungen hinsichtlich
der Bonität des Beschwerdeführers. Es wäre der Verkäuferin indes ohne
erheblichen zusätzlichen Aufwand möglich gewesen, das Gerät erst nach
gesicherter Bezahlung zu versenden oder die Bonität des Beschwerdeführers
zumindest rudimentär zu prüfen. Eine entsprechende Prüfung hätte gezeigt, dass
der Beschwerdeführer angesichts seiner finanziellen Verhältnisse zur Erfüllung
des Kaufvertrags offensichtlich nicht fähig war und somit auch nicht ernsthaft
leistungswillig sein konnte (vgl. BGE 118 IV 359 E. 2 S. 361 mit Hinweisen).
Dieser zusätzliche Aufwand kann angesichts der konkreten Umstände nicht als
unverhältnismässig oder unzumutbar bezeichnet werden. Die Verkäuferin hat sich
gegenüber dem Beschwerdeführer, der sich keiner besonderen Machenschaften
bediente, auch nicht in einer untergeordneten Stellung befunden (vgl. BGE 125
IV 124 E. 3b S. 128). Das Verhalten der Verkäuferin muss deshalb unter
Berücksichtigung der Gegebenheiten als leichtfertig eingestuft werden. Von
einer arglistigen Täuschung durch den Beschwerdeführer kann nicht gesprochen
werden (vgl. Urteil 6B_663/2011 vom 2. Februar 2012 E. 2.3.3 mit Hinweis auf
BGE 118 IV 359 E. 2). Die Missachtung grundlegendster Vorsichtsmassnahmen durch
die Verkäuferin lässt dessen Verhalten vorliegend ausnahmsweise in den
Hintergrund rücken (vgl. BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 mit Hinweisen).

2.3. Die vorinstanzliche Verurteilung wegen Betrugs verletzt Bundesrecht, da
keine arglistige Täuschung vorliegt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die
Rüge des Beschwerdeführers, es fehle zusätzlich an einem Schaden, da er den
Kaufpreis unter dem Druck des Betreibungsverfahrens schliesslich bezahlt habe,
nicht mehr zu behandeln.

3.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen, und im Übrigen abzuweisen, soweit
darauf eingetreten werden kann. Das angefochtene Urteil vom 9. Juni 2015 ist
aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Sie wird den Beschwerdeführer (auch) von der Anklage des
Betrugs freizusprechen haben und die Kosten und Entschädigungen des erst- und
vorinstanzlichen Verfahrens neu festzulegen haben. Bei diesem Ausgang des
Verfahrens hat der Kanton Basel-Stadt den Beschwerdeführer im Umfang seines
Obsiegens für das bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen (Art. 68 Abs. 1
und 2 BGG). Im Umfang seines Unterliegens wird der Beschwerdeführer
kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Kanton Basel-Stadt trägt keine
Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und im Übrigen abgewiesen, soweit
darauf einzutreten ist. Das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons
Basel-Stadt vom 9. Juni 2015 wird aufgehoben und die Sache zu neuer
Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. 
Dem Beschwerdeführer werden Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- auferlegt.

3. 
Der Kanton Basel-Stadt hat dem Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- auszurichten.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons
Basel-Stadt, Ausschuss, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. März 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: M. Widmer

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