Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.93/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
6B_93/2015

Urteil vom 19. Mai 2015

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichter Rüedi,
Bundesrichterin Jametti,
Gerichtsschreiberin Andres.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Steiner,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
2. Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090
Zürich,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Verweigerung der bedingten Entlassung; Willkür, rechtliches Gehör,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 3.
Abteilung, Einzelrichter, vom 17. Dezember 2014.

Sachverhalt:

A.

 Das Geschworenengericht des Kantons Zürich verurteilte X.________ am 2.
September 2008 wegen vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Gefährdung des Lebens,
Vergehens gegen das Waffengesetz und grober Verletzung von Verkehrsregeln zu
einer Freiheitsstrafe von 15 ¾ Jahren, wovon 1'726 Tage bereits erstanden
waren. Eine gegen dieses Urteil erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wies das
Kassationsgericht des Kantons Zürich ebenso ab, wie das Bundesgericht die
Beschwerde in Strafsachen (Verfahren 6B_899/2009).

 X.________ befindet sich seit dem 10. Mai 2006 im Strafvollzug, seit dem 16.
Oktober 2012 in der Interkantonalen Strafanstalt (IKS) Bostadel. Zwei Drittel
der Strafe waren am 11. Juni 2014 erstanden. Das ordentliche Strafende fällt
auf den 11. September 2019.

B.

 Das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich verweigerte X.________ mit
Verfügung vom 15. April 2014 die bedingte Entlassung auf den Zweidritteltermin.

 Die Direktion der Justiz und des Innern wies den Rekurs von X.________ am 19.
Juni 2014 ab. Das kantonale Verwaltungsgericht hiess seine Beschwerde teilweise
gut und gewährte ihm für das Rekursverfahren die unentgeltliche Prozessführung
und Verbeiständung. Betreffend die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug
wies es die Beschwerde ab.

C.

 X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das
verwaltungsgerichtliche Urteil sei aufzuheben und er bedingt aus dem
Strafvollzug zu entlassen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Er ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung.

Erwägungen:

1.

1.1. Das vorinstanzliche Urteil betrifft eine Frage des Vollzugs von Strafen
und Massnahmen, weshalb es der Beschwerde in Strafsachen unterliegt (Art. 78
Abs. 2 lit. b BGG). Der Beschwerdeführer ist beschwerdeberechtigt, da er ein
rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des
angefochtenen Entscheids hat (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG).

1.2. Soweit der Beschwerdeführer zur Begründung auf seine Eingaben im
kantonalen Verfahren verweist, ist er nicht zu hören. Die Begründung der
Beschwerde muss in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein, der blosse
Verweis auf Ausführungen in anderen Rechtsschriften oder auf die Akten reicht
nicht aus (BGE 138 IV 47 E. 2.8.1 S. 54; 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.; je mit
Hinweisen).

1.3. Die vom Beschwerdeführer mit der Beschwerdeschrift eingereichten Schreiben
seiner Ehefrau und ihrer gemeinsamen Tochter vom 10. Januar 2015 sind als
unzulässige Noven unbeachtlich (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 139 III 120 E.
3.1.2 S. 123).

1.4. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer im
Rahmen seiner Vorbringen auf seine rechtskräftige Verurteilung zurückkommt, die
Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens und die tatsächliche Würdigung des
Sachverhalts in Zweifel zieht sowie auf die Möglichkeit eines Fehlurteils
hinweist. Er geht damit über den Streitgegenstand hinaus.

2.

 Streitgegenstand bildet die Verweigerung der bedingten Entlassung aus dem
Strafvollzug. Der Beschwerdeführer rügt Verletzungen von Art. 86 Abs. 1 und 2
StGB, seines Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1
EMRK), seines Rechts auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff.
1 EMRK) und des Willkürverbots (Art. 9 BV). Er argumentiert, mangels aktueller
Akten sei es nicht möglich, ein Aktengutachten zu erstellen. Indem die
Vorinstanz auf ein Gutachten abstelle, das auf veralteten Akten beruhe und
seine Entwicklung in den letzten zehn Jahren nicht berücksichtige, verfalle sie
in Willkür und verletze ihr Ermessen. Ferner habe sie sich nicht zu seinen
entscheidrelevanten Vorbringen geäussert und seinen Antrag auf Erstellung eines
Obergutachtens zu Unrecht abgewiesen. Da nicht auf das Aktengutachten
abgestellt werden könne und die vorinstanzlichen Erwägungen weitestgehend
spekulativ seien, könne nicht von einer ungünstigen Prognose ausgegangen
werden, weshalb er bedingt zu entlassen sei.

3.

3.1. Die Vorinstanz berücksichtigt bei ihrer Würdigung insbesondere das
psychiatrische Gutachten vom 21. Dezember 2004, die Rückfallrisikobeurteilung
des Amts für Justizvollzug vom 12. Juli 2006 und das psychiatrische
Aktengutachten vom 16. Januar 2014. Sie befasst sich einleitend mit den
prozessualen Anträgen des Beschwerdeführers zum Aktengutachten und erwägt,
dieses sei in fachlicher Hinsicht nicht zu bemängeln. Es würdige die Situation
umfassend und berücksichtige das Gutachten von 2004, den Bericht der
Vollzugskoordinationssitzung vom 24. Mai 2012 sowie den Vollzugsbericht der IKS
Bostadel vom 19. Dezember 2013. Der Sachverständige halte fest, vorliegend
seien die Einschätzung der Behandelbarkeit und der Veränderungsmotivation über
viele Jahre ausgesprochen konsistent sowie sehr kritisch. Eine
Auseinandersetzung mit der eigenen Delinquenz sei nicht erkennbar, weshalb eine
weitere Datenerhebung durch eine Exploration auch keine zusätzlichen relevanten
Informationen erwarten liesse. Die Vorinstanz schliesst daraus, im
Aktengutachten werde nicht nur auf den Tatzeitpunkt abgestellt, sondern auch
der Vollzugsverlauf berücksichtigt. Da sich der Beschwerdeführer geweigert
habe, mit dem Sachverständigen zu sprechen, habe er selbst zu verantworten,
dass dieser das Gutachten ohne Untersuchung gestützt auf die Akten verfasst
habe. Die Vorinstanz sieht keinen Anlass für die Anordnung eines Obergutachtens
und erachtet das Aktengutachten als verwertbar.

3.2. Das Vorleben des Beschwerdeführers bewertet die Vorinstanz im Rahmen der
Prognose als ungünstig. Vor dem Anlassdelikt sei er unter anderem wegen
Vermögensdelikten und fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Diese Vorstrafe
hätte ihn nicht beeindruckt.

 Hinsichtlich der Persönlichkeitsmerkmale des Beschwerdeführers erwägt die
Vorinstanz, sowohl die psychiatrischen Gutachten als auch die
Rückfallrisikobeurteilung des Amts für Justizvollzug würden von einem hohen
Rückfallrisiko ausgehen. Der Beschwerdeführer werde als anhaltend dissozial und
gewalttätig eingeschätzt. Gemäss dem Aktengutachten könne aufgrund fehlender
Auseinandersetzung mit seiner Tat beziehungsweise seinen problematischen
Persönlichkeitsanteilen nicht von einer zwischenzeitlich erfolgten Veränderung
der schweren dissozialen Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden. Es könne
nicht ausgeschlossen werden, dass er sein Verhalten im Vollzug angepasst habe.
Die Vorinstanz ergänzt, der Beschwerdeführer könne aus dem guten
Vollzugsverhalten keine günstige Legalprognose ableiten, da die engen
Strukturen im Strafvollzug gerade die negativen Verhaltensweisen von Insassen
zu unterbinden versuchten. Zudem habe er sich bereits früher im Vollzug wohl
verhalten und nach seiner Entlassung dennoch weitere Straftaten begangen. Er
setze sich nicht mit seiner Tat oder seinen Persönlichkeitsmerkmalen
auseinander und sehe sich als Opfer. Gemäss eigenen Angaben bereue er zwar
sehr, was er getan habe, und versuche, mit seinem Gewissen zurechtzukommen.
Inwiefern sich dies auf die Tatbegehung beziehe, sei nicht erkennbar. Er sei
nicht an Gesprächen mit dem Sozialdienst oder einer freiwilligen Therapie
interessiert, weshalb nicht davon ausgegangen werden könne, dass eine
Sensibilisierung für Signale, die auf eine erneute Tatbegehung hinweisen
würden, stattgefunden habe. Insgesamt würden sich die Persönlichkeitsmerkmale
negativ auf die Legalprognose auswirken.

 Die zu erwartenden Lebensverhältnisse seien legalprognostisch ebenfalls nicht
als positiv zu beurteilen, da nicht von einem stabilen Umfeld ausgegangen
werden könne. Der Beschwerdeführer habe die Schweiz nach seiner Haftentlassung
zu verlassen, weshalb die bedingte Entlassung nicht mit Bewährungshilfe oder
Weisungen verbunden werden könne. Zudem dürfte die Wiedereingliederung in
seiner früheren Heimat mit grossen Unsicherheiten verbunden sein.

 Es sei nicht ersichtlich, weshalb sich die Fortdauer des Strafvollzugs negativ
auf die Legalprognose und die Resozialisierung des Beschwerdeführers auswirken
sollte. Angesichts der gefährdeten hochwertigen Rechtsgüter spreche die
Differenzialprognose gegen eine Entlassung zum heutigen Zeitpunkt.

4.

4.1. Gemäss Art. 86 Abs. 1 StGB ist der Gefangene nach Verbüssung von zwei
Drittel der Strafe bedingt zu entlassen, wenn es sein Verhalten im Strafvollzug
rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder
Vergehen begehen. Die bedingte Entlassung stellt die Regel und die Verweigerung
die Ausnahme dar. In dieser letzten Stufe des Strafvollzugs soll der Entlassene
den Umgang mit der Freiheit erlernen. Diesem spezialpräventiven Zweck stehen
die Schutzbedürfnisse der Allgemeinheit gegenüber. Ob die mit einer bedingten
Entlassung stets verbundene Gefahr neuer Delikte (BGE 119 IV 5 E. 1b S. 7; 98
Ib 106 E. 1b S. 107) hinnehmbar ist, hängt nicht nur vom
Wahrscheinlichkeitsgrad der Begehung einer neuen Straftat ab, sondern
namentlich auch von der Bedeutung des bei einem Rückfall allfällig bedrohten
Rechtsguts. Je höherwertigere Rechtsgüter in Gefahr sind, desto grösser ist das
Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit und desto geringer darf das Risiko sein,
das eine bedingte Entlassung mit sich bringt (vgl. BGE 133 IV 201 E. 2.3 S.
203; 125 IV 113 E. 2a S. 115 f.; je mit Hinweis).

 Die Prognose über das künftige Wohlverhalten ist in einer Gesamtwürdigung zu
erstellen, welche nebst dem Vorleben, der Persönlichkeit und dem Verhalten des
Täters während des Strafvollzugs vor allem dessen neuere Einstellung zu seinen
Taten, seine allfällige Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden
Lebensverhältnisse berücksichtigt (BGE 133 IV 201 E. 2.3 S. 204; 124 IV 193 E.
3 S. 194 f.). Im Sinne einer Differenzialprognose sind zudem die Vorzüge und
Nachteile der Vollverbüssung der Strafe denjenigen einer Aussetzung eines
Strafrestes gegenüberzustellen (BGE 124 IV 193 E. 4a S. 196 und E. 5b/bb S.
202).

 Beim Entscheid über die bedingte Entlassung steht der zuständigen Behörde ein
Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht greift in die Beurteilung der
Bewährungsaussicht nur ein, wenn sie ihr Ermessen über- oder unterschritten
oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt hat (BGE 133 IV 201 E. 2.3 S.
204; 119 IV 5 E. 2 S. 8).

4.2. Die zuständige Behörde prüft von Amtes wegen, ob der Gefangene bedingt
entlassen werden kann. Sie holt einen Bericht der Anstaltsleitung ein und hört
den Gefangenen an (Art. 86 Abs. 2 StGB). Eine Begutachtung durch
Sachverständige schreibt das Bundesrecht an dieser Stelle nicht vor. Hat der
Täter ein Verbrechen nach Art. 64 Abs. 1 StGB begangen, wozu die vorsätzliche
Tötung zählt, und kann die Vollzugsbehörde die Frage der Gemeingefährlichkeit
nicht eindeutig beantworten, beurteilt die Kommission nach Art. 62d Abs. 2 StGB
im Hinblick auf die Bewilligung von Vollzugsöffnungen, wozu die bedingte
Entlassung zählt, die Gemeingefährlichkeit des Täters (Art. 75a Abs. 1 und 2
StGB).

4.3. Gutachten unterliegen der freien richterlichen Beweiswürdigung (vgl. Art.
10 Abs. 2 StPO). Das Gericht darf in Fachfragen jedoch nur aus triftigen
Gründen von einer Expertise abweichen und muss Abweichungen begründen.
Erscheint dem Gericht die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen
Punkten zweifelhaft, hat es nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser
Zweifel zu erheben. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise
beziehungsweise der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen
kann gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung verstossen (Art. 9 BV; BGE
138 III 193 E. 4.3.1 S. 198 f.; 136 II 539 E. 3.2 S. 547 f.; 133 II 384 E.
4.2.3 S. 391; je mit Hinweisen; zur Willkür: BGE 140 III 264 E. 2.3 S. 266).

5.

5.1. Der Beschwerdeführer hat am 11. Juni 2014 zwei Drittel seiner Strafe
verbüsst, womit das zeitliche Erfordernis von Art. 86 Abs. 1 StGB für eine
bedingte Entlassung erfüllt ist. Unbestritten ist, dass er sich im Strafvollzug
wohl verhalten hat (Urteil S. 14). Demzufolge hängt der Entscheid über die
bedingte Entlassung des Beschwerdeführers einzig davon ab, ob ihm eine günstige
Prognose im Sinne von Art. 86 Abs. 1 StGB gestellt werden kann (BGE 133 IV 201
E. 3.2 S. 204).

5.2. Die Vorinstanz hat alle für die Frage der bedingten Entlassung zu
berücksichtigenden prognoserelevanten Umstände einer Gesamtwürdigung
unterzogen, ohne den ihr zustehenden weiten Ermessensspielraum zu
überschreiten, zu unterschreiten oder zu missbrauchen. Insbesondere ist nicht
zu beanstanden, dass sie bei ihrer Würdigung unter anderem auf das
Aktengutachten abstellt. Wie die nachstehenden Ausführungen (E. 5.3 ff.)
zeigen, könnte dem Beschwerdeführer die bedingte Entlassung auch ohne aktuelle
Begutachtung verweigert werden. Da die Vorinstanz die bedingte Entlassung unter
anderem gestützt auf die im Aktengutachten dargelegten Diagnose und
Legalprognose verweigert, ist dennoch kurz auf die Rügen einzugehen.

 Psychiatrische Gutachten können nach der Rechtsprechung grundsätzlich nur bei
persönlicher Untersuchung des Probanden fachgerecht erstattet werden. Wenn der
zu begutachtende Betroffene sich - wie vorliegend - einer persönlichen
Untersuchung verweigert, ist zu prüfen, ob nicht wenigstens ein Aktengutachten
erstellt werden kann. Ob sich ein solches verantworten lässt, hat in erster
Linie der angefragte Sachverständige zu beurteilen (vgl. BGE 127 I 54 E. 2f S.
58; Urteile 6B_937/2008 vom 16. Februar 2009 E. 2.2 und 6P.91/2002 vom 20.
September 2002 E. 2.1.2; Marianne Heer, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd.
I, N. 61b zu Art. 56 StGB). Dieser sah sich im vorliegenden Fall im Stande,
eine fachgerechte psychiatrische Begutachtung ohne persönliche Untersuchung des
Beschwerdeführers vorzunehmen. Er erläutert im Gutachten nachvollziehbar, beim
Beschwerdeführer sei keine Auseinandersetzung mit der eigenen Delinquenz
erkennbar, weshalb eine weitere Datenerhebung durch eine Exploration auch keine
zusätzlichen relevanten Informationen erwarten lasse. Ferner würden die zur
Verfügung stehenden Daten aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine gute
Beurteilungsgrundlage bilden (kantonale Akten, act. 12/58 S. 29). Gestützt
darauf durfte die Vorinstanz ohne Bundesrecht zu verletzen davon ausgehen, dass
genügend Informationen für die Erstellung eines aktuellen Aktengutachtens, das
die Situation umfassend würdigt, vorhanden sind. Der Beschwerdeführer verkennt,
dass sich das Gutachten nicht einzig auf veraltete Akten abstützt, die
vorwiegend seine Zeit als jungen Erwachsenen sowie Jugendlichen betreffen,
sondern gestützt auf Unterlagen jüngeren Datums (Protokoll der
Vollzugsorganisationssitzung [VKS] vom 24. Mai 2012, Vollzugsbericht vom 19.
Dezember 2013, Disziplinarverfügungen etc.) auch seine Entwicklung während des
Vollzugs berücksichtigt (kantonale Akten, act. 12/58 S. 11 ff., 32 ff., 46
ff.). Die Vollzugsakten, insbesondere das Protokoll der VKS, beschreiben nicht
nur das tadellose Vollzugsverhalten, sondern auch die Persönlichkeit des
Beschwerdeführers (er sei dominant, versuche sich in einem guten Licht
darzustellen, gehe unangenehmen Themen aus dem Weg, sei teilweise schlecht
greifbar, seine Frustrationstoleranz sei angestiegen, er habe einen Hang zu
narzisstischem Verhalten etc. [kantonale Akten, act. 12/41 S. 3 f.]). Im
Übrigen wäre es dem Beschwerdeführer freigestanden, an der Begutachtung oder
einer freiwilligen Therapie während des Strafvollzugs teilzunehmen, womit mehr
und aktuellere Unterlagen zu seiner Persönlichkeit zur Verfügung stehen würden.
Zwar bringt er zutreffend vor, es sei sein Recht, Begutachtung und Therapie zu
verweigern, jedoch trägt er letztlich die Konsequenzen seiner fehlenden
Mitwirkung (vgl. Urteile 6B_710/2010 vom 25. November 2010 E. 1.5 und 6B_937/
2008 vom 16. Februar 2009 E. 2.3 mit Hinweis).

 Der Beschwerdeführer kritisiert das Aktengutachten auch inhaltlich. Soweit
seine Ausführungen überhaupt den qualifizierten Begründungsanforderungen
genügen (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG), vermag er nicht
aufzuzeigen, dass und inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfällt, indem sie
das Aktengutachten als schlüssig bezeichnet. Daraus ergibt sich
nachvollziehbar, dass beim Beschwerdeführer für den Tatzeitpunkt eine schwere
dissoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wird, die sich jedoch aktuell
auf der Verhaltensebene im Vollzug nicht feststellen lässt. Der Sachverständige
erklärt dies mit dem speziellen Rahmen des Vollzugs und der hohen Psychopathie,
welche für eine oberflächliche Anpassungsleistung sprächen. Anhand der
Aktenlage liessen sich keine Entwicklungen feststellen, die auf eine relevante
Veränderung dieser Störung schliessen lasse. Die Legalprognose sei trotz des
guten Vollzugsverlaufs ausgesprochen kritisch (kantonale Akten, act. 12/58 S.
36 ff., 49 f., 53 f., 56 ff.). Die Vorinstanz durfte bei ihrem Entscheid über
die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers auf das Aktengutachten abstellen.
Ferner hat sie sich ausführlich mit der Kritik und den Anträgen des
Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Die Gehörsverletzungsrüge ist unbegründet
(vgl. Urteil S. 7 ff.).

5.3. Hinsichtlich der Legalprognose fällt die zeitlich relativ weit
zurückliegende Delinquenz und das beanstandungsfreie Verhalten des
Beschwerdeführers im Strafvollzug positiv ins Gewicht. Jedoch lassen sich
entgegen seiner Ansicht allein aus seinem guten Verhalten im Vollzugsalltag
keine prognoserelevanten Veränderungen in Bezug auf seine Rückfallgefährdung
ableiten. Blosses Wohlverhalten im Strafvollzug darf nicht ohne Weiteres als
prognostisch positiv gewertet werden (BGE 103 Ib 27 E. 1; Urteil 6B_331/2010
vom 12. Juli 2010 E. 3.3.5). Die Vorinstanz nimmt zu Recht eine Gesamtwürdigung
vor. Dass dabei teilweise über zehnjährige Informationen und Daten herangezogen
werden, ist nicht zu beanstanden.

5.4. Soweit vorliegend die Vorstrafen des Beschwerdeführers bei der Beurteilung
noch berücksichtigt werden dürfen (vgl. Art. 369 Abs. 1 i.V.m. Abs. 7 Satz 2
StGB; BGE 135 IV 87 E. 2.4 S. 92; Urteil 6B_796/2009 vom 25. Januar 2010 E.
2.4), wirken sie sich negativ auf die Legalprognose aus. Mit Urteil des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 4. Dezember 2000 wurde er wegen
fahrlässiger Tötung, Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs,
Geldfälschung, Einführens, Erwerbens und Lagerns falschen Geldes sowie falscher
Anschuldigung zu 20 Monaten Zuchthaus verurteilt (kantonale Akten, act. 12/50).
Im Dezember 2003 beging er die Anlasstat. Seine Straftaten sind vielfältig,
wobei eine Steigerung seines kriminellen Verhaltens ersichtlich ist. Die
unbedingte Strafe vom 4. Dezember 2000 beeindruckte ihn offensichtlich nicht.

5.5. Im Gutachten von 2004 wurde beim Beschwerdeführer eine Störung des
Sozialverhaltens sowie eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit hoher
Psychopathie diagnostiziert und von einer stationären oder ambulanten Therapie
mangels Therapierbarkeit abgeraten (kantonale Akten, act. 12/5 S. 30 f. und
37). Soweit er sich gegen diese Diagnose wendet und argumentiert, angesichts
seines Alters hätte bestenfalls von einer gestörten Persönlichkeitsentwicklung
ausgegangen werden dürfen, beziehungsweise geltend macht, sein gutes
Vollzugsverhalten stelle die Diagnose in Frage, genügen seine Ausführungen den
Begründungsanforderungen einer Willkürrüge nicht. Darauf ist nicht einzutreten.
Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sich diese schwere Störung
während des Strafvollzugs von alleine zurückbildete. Diese wirkt sich
legalprognostisch negativ aus.

5.6. Gemäss den unangefochten gebliebenen vorinstanzlichen Feststellungen setzt
sich der Beschwerdeführer weder mit seinen Taten noch seinen
Persönlichkeitsmerkmalen auseinander (Urteil S. 15 f.). Zwar spricht die
Uneinsichtigkeit eines Straftäters grundsätzlich nicht ohne Weiteres gegen
dessen bedingte Entlassung, jedoch ist die fehlende Tataufarbeitung
prognoserelevant (Urteile 6B_715/2014 vom 27. Januar 2015 E. 8.5 und 6B_375/
2011 vom 19. Juli 2011 E. 3.3). Der Beschwerdeführer verkennt, dass das Gesetz
den Gefangenen verpflichtet, bei den Sozialisierungsbemühungen und den
Entlassungsvorbereitungen aktiv mitzuwirken (Art. 75 Abs. 4 StGB).
Therapiearbeit im Strafvollzug ist mithin keine Privatangelegenheit, sondern
eine Pflicht des Gefangenen der Allgemeinheit gegenüber (Urteile 6B_593/2012
vom 10. Juni 2013 E. 4.3 und 6B_4/2011 vom 28. November 2011 E. 2.6 sowie 2.9;
Cornelia Koller, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 3. Aufl. 2013, N. 9
zu Art. 86 StGB). Die Konfrontation und Auseinandersetzung des Täters mit der
Tat stellen im Hinblick auf den Veränderungsprozess in Richtung eines
deliktfreien Lebens ein wesentliches Element dar (vgl. Urteile 6B_715/2014 vom
27. Januar 2015 E. 8.5 und 6B_912/2010 vom 26. November 2010 E. 3). Die
Weigerung, an den Resozialisierungsmassnahmen als Vollzugsziel aktiv
mitzuwirken, kann als negatives Prognoseelement gewürdigt werden (vgl. Urteil
6B_842/2013 vom 31. März 2014 E. 3). Resozialisierungsmassnahmen setzen kein
Schuldeingeständnis des Beschwerdeführers hinsichtlich der Anlasstat voraus.
Eine Auseinandersetzung mit seinen übrigen Straftaten und seinen
Persönlichkeitsmerkmalen genügt. Unbehelflich ist daher sein Einwand, eine
Aufarbeitung des Anlassdelikts scheitere an seiner Mentalität, die ihm
verbiete, jemanden aus seiner Familie der Tat zu bezichtigen, und am Umstand,
dass ihm kein der Geheimhaltung verpflichteter Therapeut aus seinem Kulturkreis
zur Verfügung gestellt worden sei. Soweit er vorbringt, er habe sich mit seiner
deliktischen Vergangenheit auseinandergesetzt, was sich in seinem tadellosen
Vollzugsverhalten zeige, verkennt er, dass einzig eine objektiv
nachvollziehbare Auseinandersetzung mit der Tat unter Anerkennung
rechtsstaatlicher Prinzipien für den Vollzugsentscheid relevant sein kann (vgl.
Urteil 6B_961/2009 vom 19. Januar 2010 E. 2.2.2). Dies ist vorliegend nicht der
Fall (Urteil S. 15 f.). Die Einsichtslosigkeit des Beschwerdeführers indiziert
vorliegend eine gefährliche Grundhaltung (vgl. Urteil 6B_1164/2013 vom 14.
April 2014 E. 1.7 mit Hinweis).

5.7. Hinsichtlich der zu erwartenden Lebensverhältnisse ist zwar positiv zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben nach seiner
Entlassung mit seiner Familie in Kosovo leben will, wo ihm ein Wohnhaus und
Arbeit zur Verfügung ständen. Relativierend darf jedoch in die Würdigung
einbezogen werden, dass er auch noch delinquierte, als er bereits verheiratet
und Vater war; seine Familie ihn folglich bisher auch nicht von Straftaten
abhielt. Zudem ist zu beachten, dass in Anbetracht der Rückkehr des
Beschwerdeführers in seine Heimat nach der Entlassung aus dem Strafvollzug
weder Bewährungshilfe angeordnet noch Weisungen erteilt werden können (Art. 87
Abs. 2 StGB). Eine stufenweise Entlassung des Beschwerdeführers in die Freiheit
ist somit nicht vorgesehen. Sein Vorbringen ist unbehelflich, der Sicherheit
der hiesigen Gesellschaft würde mit seiner Entlassung nach Kosovo am besten
gedient. Das Bedürfnis der Bevölkerung auf Rechtsgüterschutz ist keineswegs an
Ländergrenzen gebunden (vgl. Urteil 6B_606/2010 vom 28. September 2010 E.
4.2.2.1). Das Argument, der Staat würde mit seiner bedingten Entlassung viel
Geld sparen, geht ebenso an der Sache vorbei, wie der Einwand, es müsse
berücksichtigt werden, dass er bereits entlassen worden wäre, wenn er die
Strafe in Kosovo verbüsst hätte. Einerseits belegt er dies nicht, andererseits
hat er sein Desinteresse an einer Überstellung nach Kosovo erklärt (kantonale
Akten, act. 12/74). Insgesamt ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die
zu erwartenden Lebensverhältnisse legalprognostisch nicht als positiv wertet.

5.8. Mit der Vorinstanz ist nicht ersichtlich, weshalb sich die Fortdauer des
Strafvollzugs negativ auf die Legalprognose und die Resozialisierung des
Beschwerdeführers auswirken sollte. Zwar weist der Beschwerdeführer zutreffend
darauf hin, dass seine dissoziale Persönlichkeitsstörung als nicht therapierbar
angesehen wird. Dem ist entgegenzuhalten, dass er während der noch
verbleibenden Strafdauer die Möglichkeit hätte, im Rahmen einer Therapie mit
der Deliktaufarbeitung zu beginnen, sich mit seinen Persönlichkeitsmerkmalen
auseinanderzusetzen und einen Veränderungsprozess durchzumachen. Ferner könnte
er allenfalls schrittweise an die Freiheit herangeführt werden. Der
Beschwerdeführer legt nachvollziehbar dar, dass sich die Verweigerung seiner
bedingten Entlassung negativ auf seine familiäre Situation auswirke. Jedoch
durfte die Vorinstanz ausgehend von den möglichen Straftaten und den
betroffenen Rechtsgütern dem Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit im Rahmen
der Gesamtwürdigung Vorrang einräumen und dem Beschwerdeführer die bedingte
Entlassung verweigern. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht erkennbar.

6.

 Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ist infolge
Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Die
Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Seiner finanziellen Lage ist mit einer reduzierten Gerichtsgebühr Rechnung zu
tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich,
3. Abteilung, Einzelrichter, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Mai 2015

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Andres

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