Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.960/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]                            
{T 0/2}

6B_960/2015, 6B_968/2015, 6B_969/2015,    

6B_970/2015

Urteil vom 5. April 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterinnen Jacquemoud-Rossari, Jametti,
Gerichtsschreiberin Pasquini.

Verfahrensbeteiligte
6B_960/2015
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdeführerin 1,

6B_968/2015
C.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Adrian Bachmann,
Beschwerdeführer 2,

6B_969/2015
D.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Adrian Bachmann,
Beschwerdeführer 3,

und

6B_970/2015
A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Adrian Bachmann,
Beschwerdeführer 4,

gegen

X.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Gabriela Loepfe-Lazar,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Mehrfacher, teilweise versuchter Betrug,

Beschwerden gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, vom 9. Juli 2015.

Sachverhalt:

A.
X.________ wird in ND 4-6 zusammengefasst vorgeworfen, er habe - teilweise
unter Mitwirkung weiterer Personen - C.________, D.________ und A.________
wahrheitswidrig Investitionskredite der E.________ AG bis zu Fr. 10 Mio. zu
einem Jahreszins von 1-2 % in Aussicht gestellt. X.________ habe ihnen
vorgetäuscht, dass sie für die Kredite keinerlei Sicherheiten leisten, sondern
lediglich eine Gesellschaft mit Sitz in der Schweiz gründen und für diese Konti
eröffnen müssten, über welche die Kredite abgewickelt werden könnten. Weiter
habe er ihnen vorgespiegelt, dass sie nebst dem Gründungskapital von je Fr.
100'000.-- für Gründungskosten bzw. für entsprechende Honorare aufzukommen
hätten. C.________, D.________ und A.________ seien aufgrund der Angaben von
X.________ davon ausgegangen, dass es sich um ein seriöses Geschäftsmodell
handle, das ohne Gründung der Gesellschaft und ohne Finanzierung der
entsprechenden Kosten sowie Honorare nicht umgesetzt werden könne. In der Folge
hätten sie jeweils Zahlungen in sechsstelliger Höhe geleistet, was sie nicht
getan hätten, wenn sie gewusst hätten, dass es nie Aussicht auf Gewährung des
Kredits gegeben habe. Ausser dort, wo die Unternehmensgründung habe gestoppt
werden bzw. wo X.________ auf das Gründungskapital nicht habe zugreifen können,
sei durch die geleisteten Zahlungen ein Schaden entstanden.

B.
Das Bezirksgericht Zürich sprach X.________ am 22. Mai 2014 des Betrugs (HD),
des versuchten Betrugs (ND 1), der versuchten Nötigung (ND 7) und der
Anstiftung zum Amtsmissbrauch (ND 8) schuldig. Es bestrafte ihn mit einer
unbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum
Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 29. August 2011, unter
Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft. Vom Vorwurf des mehrfachen,
teilweise versuchten Betrugs (ND 4-6) sprach es ihn frei. Es widerrief den mit
vorerwähntem Urteil gewährten bedingten Vollzug für eine Freiheitsstrafe von 22
Monaten. Die Zivilansprüche der Privatkläger verwies es auf den Zivilweg. Es
wies die Einziehungsanträge ab.
Gegen diesen Entscheid erhoben der Beurteilte, die Staatsanwaltschaft und die
Privatkläger Berufung. Das Obergericht des Kantons Zürich bestätigte am 9. Juli
2015 das erstinstanzliche Urteil.

C.
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich führt Beschwerde in Strafsachen.
Sie beantragt, es seien Dispositiv-Ziffern 2 (Freispruch vom Vorwurf des
mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs), 3 (Strafe), 7 (Einziehung), 11
(Kostenauferlegung) und 12 (Kosten amtliche Verteidigung) des Urteils des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 9. Juli 2015 aufzuheben und die Sache in
diesem Umfang zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
C.________, D.________ und A.________ führen je einzeln Beschwerde in
Strafsachen. Sie beantragen, es seien Dispositiv-Ziffern 2 (Freispruch), 6
(Schadenersatz), 7 (Einziehung), 8 (Kontensperre), 11 (Kostenauferlegung), 12
(Kosten amtliche Verteidigung) und 13 (Prozessentschädigung der Privatkläger)
des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich vom 9. Juli 2015 aufzuheben.
Die Sache sei zur Feststellung des relevanten Sachverhalts und zur neuen
Beurteilung an das Bezirksgericht Zürich, eventualiter an das Obergericht,
zurückzuweisen. Es sei Dispositiv-Ziff. 9 aufzuheben, auf die
Entschädigungsanträge einzutreten und X.________ zu verpflichten, C.________
(1), D.________ (2) bzw. A.________ (3) eine Prozessentschädigung für das
bezirksgerichtliche Verfahren von Fr. 63'607.50 (1), Fr. 33'429.-- (2) bzw. Fr.
32'494.45 (3) zu bezahlen; eventualiter sei X.________ zu verpflichten, eine
Prozessentschädigung von Fr. 36'305.25 (1), Fr. 18'965.78 (2) bzw. Fr.
18'247.80 (3) auszurichten. Eventualiter sei Dispositiv-Ziff. 9 aufzuheben und
die Sache sei zur neuen Beurteilung an das Bezirksgericht Zürich,
subeventualiter an das Obergericht, zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen, inkl. derjenigen des obergerichtlichen Verfahrens, zu
Lasten von X.________.

D.
Die Beschwerde in Strafsachen von X.________ bildet Gegenstand des separaten
Verfahrens 6B_934/2015.

Erwägungen:

1. 
Das Bundesgericht vereinigt mehrere Verfahren, wenn sie in einem engen
sachlichen Zusammenhang stehen, namentlich, wenn sie auf einem im Wesentlichen
gleichartigen tatsächlichen und rechtlichen Grund beruhen und wenn sie gleiche
Parteien sowie ähnliche oder gleiche Rechtsfragen betreffen (Art. 71 BGG i.V.m.
Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP; BGE 133 IV 215 E. 1; 126 V 283 E. 1). Da hier diese
Voraussetzungen erfüllt sind, rechtfertigt es sich, die Verfahren 6B_960/2015,
6B_968/2015, 6B_969/2015 und 6B_970/2015 zu vereinigen.

2. 

2.1.

2.1.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Vorinstanz Arglist verneine und
eine relevante Opfermitverantwortung bejahe. In der Anklageschrift seien sowohl
ein Lügengebäude als auch besondere Machenschaften (Vorlage falscher
Kreditformulare) zur Begründung der Arglist umschrieben. Zudem seien Elemente
des besonderen Vertrauensverhältnisses enthalten, nämlich der Beizug eines
Rechtsanwalts. Ferner habe von vornherein kein Leistungswille bezüglich des
Kredits bestanden, was eine Täuschung über eine innere Tatsache sei. Nach der
jüngeren Rechtsprechung des Bundesgerichts entfalle der strafrechtliche Schutz
nur bei Leichtfertigkeit, die das betrügerische Verhalten des Täters völlig in
den Hintergrund treten lasse. Demnach führe selbst ein erheblich naives
Verhalten des Geschädigten nicht immer zur Verneinung der Arglist. Lediglich
wenn die Inszenierungen des Täuschenden ohne Weiteres zu durchschauen seien,
scheide Arglist aus. Für die Beschwerdeführer sei die Täuschung nicht ohne
Weiteres als Schwindel erkennbar gewesen. Die Vorinstanz lasse ausser Acht,
dass es sich bei ihnen um nicht in der Bank- bzw. Kreditbranche tätige,
deutsche Staatsangehörige handle, die keine Kenntnisse der Verhältnisse in der
Schweiz gehabt und deren Geschäftserfahrungen sich auf Deutschland beschränkt
hätten. Sodann hätten sie keine gesetzlichen Überprüfungspflichten gehabt.
Ausserdem könne ihr Absehen von Überprüfungsmassnahmen das täuschende Verhalten
des Beschwerdegegners in den Hintergrund treten lassen, wenn sich dieses auf
sein Kreditversprechen beschränkt hätte. Mit der in der Anklageschrift
beschriebenen Inszenierung, d.h. mit der Vorspiegelung einer Vernetzung in der
Finanzwelt und eines Reichtums, mit dem Beizug eines Anwalts und einer
Hausbankerin, sei das täuschende Verhalten in den Vordergrund getreten. Damit
hätten die Beschwerdeführer nicht grundlegendste Vorsichtsmassnahmen ausser
Acht gelassen, indem sie von Recherchen im Internet und Anfragen beim
Bankpersonal abgesehen hätten. Dies gelte vor allem bei den Beschwerdeführern 3
und 4, die zusätzlich unter Zeitdruck gestanden seien. Schliesslich stelle die
Vorinstanz zu Unrecht alleine darauf ab, dass die Beschwerdeführer die
zumutbare Überprüfung unterlassen hätten, und bejahe damit eine
Opfermitverantwortung, ohne das täuschende Verhalten des Beschwerdegegners bzw.
den von ihm hierzu betriebenen Aufwand zu berücksichtigen.

2.1.2. Die Beschwerdeführer bringen zusammengefasst vor, die Vorinstanz bewerte
bloss ihr Verhalten und verneine Arglist, ohne das Verhalten des
Beschwerdegegners zu beurteilen oder eine Abwägung vorzunehmen. Die Vorinstanz
begründe ihre Leichtfertigkeit bloss mit apodiktischen Feststellungen und lasse
die konkreten Umstände ausser Acht. Dies erscheine umso stossender, weil die
Vorinstanz dabei auch verkenne, dass die Arglist in der jüngeren
bundesgerichtlichen Rechtsprechung weniger restriktiv gehandhabt werde. Nachdem
der Beschwerdegegner unter Mitwirkung weiterer Personen ein Lügengebäude
konstruiert habe, wobei sie sich zusätzlich besonderer Machenschaften bedient
hätten und nicht zuletzt hätten voraussehen können, dass ihre Angaben schwierig
zu überprüfen seien und eine eingehende Nachforschung aufgrund des geschaffenen
Vertrauensverhältnisses ohnehin unterbleiben würde, sei von besonders
umfangreichen, raffinierten und intensiven Täuschungshandlungen des
Beschwerdegegners auszugehen. Da es sich nicht um einen in jeder E.________
AG-Filiale erhältlichen Standardkredit, sondern um einen vom Beschwerdegegner
vermittelten Vorzugskredit gehandelt habe, sei eine Überprüfung der Angaben
unmöglich und unzumutbar gewesen. Die Beschwerdeführer hätten sich daher in
nachvollziehbarer Weise und nicht leichtfertig verhalten. Weil die hohen
Honorarkosten auch die Vergütung für die Vermittlung des Vorzugskredits, also
gewissermassen das Synallagma zum tiefen Zins bzw. zur fehlenden Sicherheit des
Kredits gewesen seien, sei irrelevant, was normalerweise für eine
Gesellschaftsgründung verlangt werde. Für eine (Internet-) Recherche habe kein
Anlass bestanden.

2.2. Die Vorinstanz bestätigt im Wesentlichen die Erwägungen der ersten
Instanz. Danach fehle es an der Arglist der Verhaltensweise des
Beschwerdegegners. Dessen irreführendes Verhalten habe sich zur Hauptsache auf
zwei Punkte bezogen: Einerseits habe er den Beschwerdeführern vorgespiegelt,
dass er ihnen Kredite der E.________ AG in Millionenhöhe zu einem Jahreszins
von 1-2 % vermitteln könne, ohne dass sie dafür Sicherheiten zu bieten hätten.
Andererseits habe er ihnen weisgemacht, dass sie dafür eine AG mit Sitz in der
Schweiz gründen müssten, was - abgesehen vom Aktienkapital in der Höhe von Fr.
100'000.-- - mit Gründungskosten von EUR 140'000.-- bzw. EUR 150'000.--
verbunden sei. Daneben habe er weitere Umstände vorgegaukelt, z.B. dass er ein
erfolgreicher Geschäftsmann mit besten Kontakten zu vermögenden Kunden im
arabischen Raum sei. Bankkredite in Millionenhöhe ohne Sicherheiten gebe es
weder in Deutschland noch in der Schweiz, erst recht nicht zu einem Jahreszins
von 1-2 % oder für eine neu gegründete Gesellschaft ohne richtigen
Businessplan. Dass ein derartiges Kreditgeschäft unrealistisch sei und mit den
Gegebenheiten des üblichen Wirtschaftsverkehrs nichts gemein habe, könne auch
einem Laien in Finanzangelegenheiten nicht verborgen bleiben. Den
Beschwerdeführern habe klar sein müssen, dass ein solches Darlehen nicht
existieren könne. Dies gelte um so mehr, als es sich bei ihnen um
Geschäftsleute handle, die in Finanz- bzw. Bankangelegenheiten keineswegs
unbedarft einzustufen seien. Hinzu komme, dass sie keine Sprachbarrieren zu
überwinden hatten, um das Geschäftsmodell zu überprüfen. Dafür hätte eine
schriftliche oder telefonische Anfrage gereicht. Dass sich die Beschwerdeführer
nicht einmal um einen Termin mit dem oder den für die Kreditgewährung
zuständigen Bankmitarbeiter (n) bemüht hätten, sei als ausgesprochen
leichtfertig einzustufen. Aufgrund ihrer geschäftlichen Erfahrung hätte der
Umstand, dass Zahlungen zu Gunsten der für den Kredit zuständigen
Bankmitarbeitern anfallen würden, sämtliche Alarmglocken zum Läuten bringen
müssen. Analoges gelte in Bezug auf die angeblichen Kosten, inkl. Honorar, für
die Gründung einer AG in der Schweiz. Die Falschangaben des Beschwerdegegners
seien ohne weiteres überprüfbar gewesen, was der Arglist seines täuschenden
Verhaltens entgegen stehe. Die Beschwerdeführer hätten durch Rückfragen
Klarheit schaffen können. Dass sie dies nicht gemacht hätten, sei - gerade mit
Blick auf die konkrete Situation (Geschäftsleute aus Deutschland, denen die
Gegebenheiten im Nachbarland nicht gänzlich fremd sein konnten und die nicht
als besonders schutzbedürftig einzustufen seien) - besonders leichtfertig. Auch
der Aspekt der Opfermitverantwortung schliesse Arglist aus. Indem die
Beschwerdeführer die Angaben des Beschwerdegegners nicht überprüften, obwohl
ihnen dies aufgrund ihrer Geschäftserfahrung und Sprache ohne Schwierigkeiten
möglich gewesen wäre, hätten sie die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen
missachtet. Selbst wenn der Beschwerdegegner ein Lügengebäude errichtet habe,
ändere sich am Ergebnis nichts, da die Vornahme der gebotenen Überprüfungen
dieses zum Einsturz gebracht hätte.

2.3. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie
willkürlich ist (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen; zum Begriff der Willkür
BGE 140 III 16 E. 2.1; 139 III 334 E. 3.2.5; je mit Hinweisen). Eine
entsprechende Rüge muss klar vorgebracht und substanziiert begründet werden.
Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das
Bundesgericht nicht ein (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 141
IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen).
Soweit die Beschwerdeführerin und die Beschwerdeführer in ihren Eingaben
Ausführungen zum Sachverhalt machen, legen sie ihre Sicht der Dinge dar, ohne
Rügen zu erheben oder aufzuzeigen, dass und inwiefern die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz willkürlich sein sollen. Darauf ist nicht
einzutreten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Beschwerdeführer
ergänzend zum bzw. abweichend vom angeklagten Sachverhalt erörtern, die
Überprüfung der Angaben des Beschwerdegegners sei unmöglich gewesen, weil die
Finanzbranche verschwiegen sei, was wohl besonders bei solch speziellen Deals
unter der Hand gelte (Beschwerde 2 S. 12 Ziff. 22, Beschwerde 3 S. 14 Ziff. 25
und Beschwerde 4 S. 14 Ziff. 25) oder wenn sie vorbringen, sie seien davon
ausgegangen, dass der Beschwerdegegner Kontakte zu einem oder mehreren
Entscheidungsträgern der Bank habe, die unter Umgehung der normalen
Kreditvergabevorschriften der Bank Kredite bewilligen könnten (Beschwerde 2 S.
16 f. Ziff. 35, Beschwerde 3 S. 18 f. Ziff. 38 und Beschwerde 4 S. 18 f. Ziff.
38).

2.4. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in
einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten
bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
Arglist wird in ständiger Rechtsprechung bejaht, wenn der Täter ein ganzes
Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient.
Arglist wird aber auch schon bei einfachen falschen Angaben angenommen, wenn
deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht
zumutbar ist oder wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält
oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben
aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Der
Gesichtspunkt der Überprüfbarkeit der Angaben erlangt nach der neueren
Rechtsprechung auch bei Lügengebäuden und besonderen Machenschaften und Kniffen
Bedeutung. Auch in diesen Fällen ist somit das Täuschungsopfer zu einem
Mindestmass an Aufmerksamkeit verpflichtet (BGE 135 IV 76 E. 5.2; 128 IV 18 E.
3a; je mit Hinweisen).
Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an
Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die jeweilige Lage und die
Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu
nehmen ist namentlich auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter
oder Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem
Abhängigkeits- oder Unterordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden und
deshalb kaum imstande sind, dem Täter zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind
besondere Fachkenntnis und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu
stellen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die
Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer die
grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft.
Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen
nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei
jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche
das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum
Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung kann
nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 135 IV 76 E. 5.2; Urteil 6B_364/2012
vom 19. April 2013 E. 1.1; je mit Hinweisen).

2.5. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie den Beschwerdegegner
mangels Arglist vom Vorwurf des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs
freispricht. Wie dargelegt, genügen weder besondere Machenschaften noch ein
Lügengebäude für sich alleine für die Bejahung der Arglist. Denn auch da ist
die Überprüfbarkeit wesentlich, die unter dem Gesichtspunkt der
Opfermitverantwortung, d.h. der jeweiligen Lage und Schutzbedürftigkeit des
Betroffenen im Einzelfall, zu beurteilen ist. Die Vorinstanz hält zu Recht
fest, dass es Bankkredite in Millionenhöhe ohne Sicherheiten zu einem
Jahreszins von 1-2 % weder in der Schweiz noch in Deutschland gibt. Der
Einwand, die Geschäftserfahrung der Beschwerdeführer beschränke sich auf
Deutschland, ist unbehelflich. Bei ihnen handelt es sich um Geschäftsleute, die
in Finanz- und Bankangelegenheiten nicht als unbedarft einzustufen sind. Nach
den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer 2
(Jahrgang 1980) ausgebildeter Zahntechniker, war zwei Jahre in der
Versicherungsbranche tätig und führte in Deutschland ein eigenes Unternehmen.
Der Beschwerdeführer 3 (Jahrgang 1970) ist gelernter Kaufmann mit eigenem
Unternehmen, das Solaranlagen betreibt, den produzierten Strom verkauft und
sich daneben noch in der Immobilien-, Promotions-, Marketing- sowie
Werbebranche betätigt. Der Beschwerdeführer 4 (Jahrgang 1968) erlernte nach dem
Abitur den Kaufmannsberuf und ist Geschäftsführer mehrerer Unternehmen in
Deutschland, die im Bereich Immobilienverwaltung, Vermögensverwaltung sowie
Zeitarbeit tätig sind (Urteil S. 28 f. E. 3.4).
Zu Recht erblickt die Vorinstanz im völligen Untätigbleiben der
Beschwerdeführer eine Vernachlässigung elementarster Vorsichtsmassnahmen. Wie
sie zutreffend erwägt, hätte für die Beschwerdeführer im Lichte der konkreten
Umstände Anlass dazu bestanden, an den Angaben des Beschwerdegegners vor allem
in Bezug auf die Konditionen des Kredits zu zweifeln. Eine Internetrecherche
oder ein einfacher Anruf bei der Bank hätte dessen Inszenierung als Schwindel
entlarvt. Dass den Beschwerdeführern keine gesetzliche Überprüfungspflicht
oblag, ändert nichts daran, dass sie das zumutbare Mindestmass an Vorsicht
nicht aufgebracht haben. Dies gilt auch in Bezug auf den Einwand, der
Beschwerdegegner habe seine Inszenierung mit einem Rechtsanwalt bzw. einer
"Hausbankerin" untermauert (vgl. zum erhöhten Vertrauen bei einem Anwalt Urteil
6B_629/2015 vom 7. Januar 2016 E. 4.3.1 mit Hinweisen und E. 4.4). Ob die
Inszenierung insgesamt für die Beschwerdeführer nicht ohne Weiteres zu
durchschauen war, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, ist vorliegend
ebenso unmassgeblich wie der Umstand, dass es sich beim vorgetäuschten
Erfüllungswillen bezüglich der Vermittlung des Kredits um eine innere Tatsache
handelt. Die Angaben des Beschwerdegegners zu den Konditionen des zu
vermittelnden Kredits wären je für sich alleine für die Beschwerdeführer in
zumutbarer Weise überprüfbar gewesen und hätten zur Aufdeckung des ganzen
Schwindels geführt (vgl. BGE 126 IV 165 E. 2.a S. 171 mit Hinweis; 119 IV 28 E.
3.c). Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführer keinerlei Überprüfungen
oder Nachfragen vorgenommen haben. Aufgrund ihres völligen Untätigbleibens
lässt sich der vorliegende Fall nicht mit demjenigen in BGE 135 IV 76
vergleichen, in dem das Bundesgericht festhielt, Täuschungsopfer, die
Anstrengungen unternehmen würden, um die ihnen gegenüber gemachten falschen
Angaben zu überprüfen, würden ihrer Mitverantwortung gerecht und dürften den
Strafrechtsschutz nicht verlieren, wenn sie dabei erneut Täuschungen erliegen
würden. Insgesamt trete dann der Gesichtspunkt der Mitverantwortung der Opfer
angesichts der von den Täuschenden mit enormem Aufwand betriebenen
betrügerischen Inszenierung in den Hintergrund (E. 5.3 S. 85 f. mit Hinweisen).
Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass und inwiefern vorliegend von einem
besonderen Vertrauensverhältnis auszugehen ist (vgl. HEIDI SÄGESSER,
Opfermitverantwortung beim Betrug, Bern 2014, S. 153 ff. mit Hinweisen).

3. 

3.1. Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz behandle ihre Anträge zu den
Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens nicht. Die
erste Instanz habe festgehalten, da der Beschwerdegegner in Bezug auf ND 4-6
kostenpflichtig sei, hätten sie grundsätzlich Anspruch auf eine angemessene
Entschädigung. Auf den entsprechenden Antrag sei die erste Instanz nicht
eingetreten, weil sie der Auffassung gewesen sei, dass keine solidarische
Haftung des Beschwerdegegners mit den Mitbeschuldigten vorliege, weshalb die
Beschwerdeführer ihren Aufwand auf die Einzelnen hätten aufschlüsseln müssen.
Vor der Berufungsverhandlung hätten sie die neuen, aufgeschlüsselten
Kostennoten eingereicht. In der Berufungsverhandlung hätten sie die Aufhebung
der entsprechenden Dispositiv-Ziffer des erstinstanzlichen Urteils beantragt,
detailliert zum Entschädigungsanspruch Stellung genommen und genaue Anträge
gestellt. Die Vorinstanz übersehe ihre diesbezüglichen Ausführungen und Anträge
komplett (Beschwerde 2 S. 22-25 Ziff. 52-61 und Beschwerden 3 sowie 4 S. 23-27
Ziff. 54-63).

3.2. Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz hält fest, ausgangsgemäss sei das
erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziffern 12, 13, 14 Abs.
2 und 15) zu bestätigen (Urteil S. 51 E. VI.1). Die erste Instanz trat in
Dispositiv-Ziff. 15 auf die Entschädigungsanträge der Beschwerdeführer nicht
ein (erstinstanzliches Urteil S. 147 f.). Indem die Vorinstanz auch diese
Dispositiv-Ziffer bestätigte, hat sie die entsprechenden Anträge der
Beschwerdeführer behandelt.

4.
Die Beschwerden sind abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der
Beschwerdeführerin sind keine Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG).
Den Beschwerdeführern 2-4 sind die bundesgerichtlichen Kosten anteilsmässig
aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Verfahren 6B_960/2015, 6B_968/2015, 6B_969/2015 und 6B_970/2015 werden
vereinigt.

2. 
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3. 
Im Verfahren 6B_960/2015 werden keine Gerichtskosten erhoben.

4. 
Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.-- werden den Beschwerdeführern 2-4 je im
Umfang von Fr. 2'000.-- auferlegt.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. April 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Pasquini

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