Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.961/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]                           
{T 0/2}
                                         
6B_961/2015, 6B_973/2015, 6B_974/2015

Urteil vom 5. April 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterinnen Jacquemoud-Rossari, Jametti,
Gerichtsschreiberin Pasquini.

Verfahrensbeteiligte
6B_961/2015
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdeführerin 1,

6B_973/2015
D.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Adrian Bachmann,
Beschwerdeführer 2,

6B_974/2015
A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Adrian Bachmann,
Beschwerdeführer 3,

gegen

Y.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Gehilfenschaft zu mehrfachem, teilweise versuchtem Betrug; Geldwäscherei,

Beschwerden gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, vom 9. Juli 2015.

Sachverhalt:

A.
Y.________ wird im Anklagepunkt betreffend Gehilfenschaft zum Betrug
zusammengefasst vorgeworfen, sie habe gewusst, dass X.________ an Geld von
Investoren habe kommen wollen, indem er ihnen äusserst günstige Kredite von bis
zu Fr. 10 Mio. für 1-2 % Jahreszins ohne jegliche Sicherheit in Aussicht
gestellt habe. Gemäss seinem Plan, den Y.________ gebilligt habe, sollten
D.________ und A.________ zu diesem Zweck je ein Unternehmen gründen, an dessen
vorgetäuschten Gründungskosten (sechsstellige Eurobeträge) sowie am
Aktienkapital der zu gründenden Unternehmen sich die Beschuldigten hätten
bereichern wollen. X.________ habe D.________ und A.________ sowie deren Umfeld
eine überragende soziale Stellung in der Finanzwelt und eine erfolgreiche
Geschäftstätigkeit mit exzellenten Beziehungen zur E.________ AG vorgespiegelt.
Y.________ habe zur Täuschung beigetragen, indem sie sich wahrheitswidrig als
"Hausbankerin" von X.________ präsentiert habe, sich euphorisch über ihn
geäussert und ihn wahrheitswidrig als erstklassigen Vermögensverwalter und
erfolgreichen Financier hingestellt habe. D.________ und A.________ hätten sich
entschlossen, die Unternehmen zu gründen sowie die zur Erlangung der Kredite -
wie sie irrtümlich gemeint hätten - notwendigen Investitionen zu leisten. Die
Beschuldigten hätten diese Gelder für ihre eigenen Zwecke verwendet. Y.________
habe Fr. 100'000.-- aus der Beute in eine Eigentumswohnung investiert. Die
Beträge für das Gründungskapital hätten D.________ und A.________ noch retten
können, nachdem sie den Schwindel durchschaut hätten.

B.
Das Bezirksgericht Zürich sprach Y.________ am 22. Mai 2014 vollumfänglich
frei. Es verwies die Zivilansprüche der Privatkläger auf den Zivilweg, hob die
Kanzleisperre auf, wies die Einziehungsanträge ab und hob die Sperre eines
Kontos sowie eines Schrankfachs auf.
Gegen diesen Entscheid erhoben die Staatsanwaltschaft und die Privatkläger
Berufung. Das Obergericht des Kantons Zürich bestätigte am 9. Juli 2015 das
erstinstanzliche Urteil.

C.
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich führt Beschwerde in Strafsachen.
Sie beantragt, es seien Dispositiv-Ziffern 1 (Freispruch), 3 (Kanzleisperre), 4
(Einziehung), 6 (Bestätigung erstinstanzliche Kosten- und
Entschädigungsregelung) sowie 8 (Kostenauferlegung) des Urteils des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 9. Juli 2015 aufzuheben und die Sache in
diesem Umfang zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
D.________ und A.________ führen je einzeln Beschwerde. Sie beantragen, es
seien Dispositiv-Ziffern 1 (Freispruch), 2 (Zivilklagen), 3 (Kanzleisperre), 4
(Einziehung), 5 (Konto- bzw. Schrankfachsperre), 6 (Bestätigung
erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung), 8 (Kostenauferlegung) und
9 (Prozessentschädigung der Privatkläger) des Urteils des Obergerichts des
Kantons Zürich vom 9. Juli 2015 aufzuheben. Die Sache sei zur neuen Beurteilung
an das Bezirksgericht Zürich, eventualiter an das Obergericht, zurückzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. derjenigen des
obergerichtlichen Verfahrens, zu Lasten von Y.________.

D.
Die Beschwerden in Strafsachen im Verfahren von X.________ bilden Gegenstand
der separaten Verfahren 6B_934/2015 bzw. 6B_960/2015, 6B_968-970/2015.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht vereinigt mehrere Verfahren, wenn sie in einem engen
sachlichen Zusammenhang stehen, namentlich, wenn sie auf einem im Wesentlichen
gleichartigen tatsächlichen und rechtlichen Grund beruhen und wenn sie gleiche
Parteien sowie ähnliche oder gleiche Rechtsfragen betreffen (Art. 71 BGG i.V.m.
Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP; BGE 133 IV 215 E. 1; 126 V 283 E. 1). Da hier diese
Voraussetzungen erfüllt sind, rechtfertigt es sich, die Verfahren 6B_961/2015,
6B_973/2015 und 6B_974/2015 zu vereinigen.

2. 

2.1. 

2.1.1. Die Beschwerdeführerin rügt die Verletzung von Art. 146 Abs. 1 und Art.
305bis Ziff. 1 StGB. Die Vorinstanz verneine zu Unrecht Arglist bzw. bejahe
eine relevante Opfermitverantwortung. Als Folge davon gehe sie auch zu Unrecht
vom Fehlen einer Vortat für Geldwäscherei aus. In der Anklageschrift gegen
X.________ sei ein Lügengebäude (Vorspiegelung eines Netzwerks als Financier)
rechtsgenügend umschrieben. Ferner habe von vornherein kein Leistungswille
bezüglich des Kredits bestanden, was eine Täuschung über eine innere Tatsache
sei. Nach der jüngeren Rechtsprechung des Bundesgerichts entfalle der
strafrechtliche Schutz nur bei Leichtfertigkeit, die das betrügerische
Verhalten des Täters völlig in den Hintergrund treten lasse. Demnach führe
selbst ein erheblich naives Verhalten des Geschädigten nicht immer zur
Verneinung der Arglist. Lediglich, wenn die Inszenierungen des Täuschenden ohne
Weiteres zu durchschauen seien, scheide Arglist aus. Für die Beschwerdeführer
sei die Täuschung nicht ohne Weiteres als Schwindel erkennbar gewesen. Die
Vorinstanz lasse ausser Acht, dass es sich bei ihnen um nicht in der Bank- bzw.
Kreditbranche tätige, deutsche Staatsangehörige handle, die keine Kenntnisse
der Verhältnisse in der Schweiz gehabt und deren Geschäftserfahrungen sich auf
Deutschland beschränkt hätten. Sodann hätten sie keine gesetzlichen
Überprüfungspflichten gehabt. Ausserdem könne ihr Absehen von
Überprüfungsmassnahmen das täuschende Verhalten von X.________ in den
Hintergrund treten lassen, wenn sich dieses auf sein Kreditversprechen
beschränkt hätte. Mit der in der Anklageschrift beschriebenen Inszenierung,
d.h. mit der Vorspiegelung einer Vernetzung in der Finanzwelt und eines
Reichtums, mit dem Beizug eines Anwalts und einer Hausbankerin, sei das
täuschende Verhalten in den Vordergrund getreten. Damit hätten die
Beschwerdeführer nicht grundlegendste Vorsichtsmassnahmen ausser Acht gelassen,
indem sie von Recherchen im Internet und Anfragen beim Bankpersonal abgesehen
hätten. Zusätzlich seien sie auch unter Zeitdruck gestanden. Schliesslich
stelle die Vorinstanz zu Unrecht alleine darauf ab, dass die Beschwerdeführer
die zumutbare Überprüfung unterlassen hätten, und bejahe damit eine
Opfermitverantwortung, ohne das täuschende Verhalten von X.________ bzw. den
von ihm hierzu betriebenen Aufwand zu berücksichtigen.

2.1.2. Die Beschwerdeführer bringen zusammengefasst vor, die Verurteilung der
Beschwerdegegnerin hänge unmittelbar mit jener des Hauptbeschuldigten
X.________ zusammen. Die Aufhebung des Freispruchs des Hauptbeschuldigten in
Bezug auf den Betrugsvorwurf führe zwingend zur Aufhebung des angefochtenen
Entscheids im vorliegenden Verfahren. Die Vorinstanz bewerte bloss ihr
Verhalten und verneine Arglist, ohne das Verhalten des Hauptbeschuldigten zu
beurteilen oder eine Abwägung vorzunehmen. Die Vorinstanz begründe ihre
Leichtfertigkeit bloss mit apodiktischen Feststellungen und lasse die konkreten
Umstände ausser Acht. Dies erscheine umso stossender, weil die Vorinstanz dabei
auch verkenne, dass die Arglist in der jüngeren bundesgerichtlichen
Rechtsprechung weniger restriktiv gehandhabt werde. Nachdem der
Hauptbeschuldigte unter Mitwirkung der Beschwerdegegnerin, der die Aufgabe der
Vertrauensförderung zugekommen sei, ein Lügengebäude konstruiert habe, wobei
sie sich zusätzlich besonderer Machenschaften bedient hätten und nicht zuletzt
hätten voraussehen können, dass ihre Angaben schwierig zu überprüfen seien und
eine eingehende Nachforschung aufgrund des geschaffenen Vertrauensverhältnisses
ohnehin unterbleiben würde, sei von besonders umfangreichen, raffinierten und
intensiven Täuschungshandlungen der Beschuldigten auszugehen. Da es sich nicht
um einen in jeder E.________ AG-Filiale erhältlichen Standardkredit, sondern um
einen vom Hauptbeschuldigten vermittelten Vorzugskredit gehandelt habe, sei
eine Überprüfung der Angaben unmöglich und unzumutbar gewesen. Die
Beschwerdeführer hätten sich daher in nachvollziehbarer Weise und nicht
leichtfertig verhalten. Weil die hohen Honorarkosten auch die Vergütung für die
Vermittlung des Vorzugskredits, also gewissermassen das Synallagma zum tiefen
Zins bzw. zur fehlenden Sicherheit des Kredits gewesen seien, sei irrelevant,
was normalerweise für eine Gesellschaftsgründung verlangt werde. Für eine
(Internet-) Recherche habe kein Anlass bestanden.

2.2. Die Vorinstanz hält fest, in Bezug auf den Hauptbeschuldigten seien die
Erwägungen in jenem Verfahren zu bestätigen. Danach fehle es an der Arglist der
Verhaltensweise des Hauptbeschuldigten. Dessen irreführendes Verhalten habe
sich zur Hauptsache auf zwei Punkte bezogen: Einerseits habe er den
Beschwerdeführern vorgespiegelt, dass er ihnen Kredite der E.________ AG in
Millionenhöhe zu einem Jahreszins von 1-2 % vermitteln könne, ohne dass sie
dafür Sicherheiten zu bieten hätten. Andererseits habe er ihnen weisgemacht,
dass sie dafür eine AG mit Sitz in der Schweiz gründen müssten, was - abgesehen
vom Aktienkapital in der Höhe von Fr. 100'000.-- - mit Gründungskosten von EUR
140'000.-- bzw. EUR 150'000.-- verbunden sei. Daneben habe er weitere Umstände
vorgegaukelt, z.B. dass er ein erfolgreicher Geschäftsmann mit besten Kontakten
zu vermögenden Kunden im arabischen Raum sei. Bankkredite in Millionenhöhe ohne
Sicherheiten gebe es weder in Deutschland noch in der Schweiz, erst recht nicht
zu einem Jahreszins von 1-2 % oder für eine neu gegründete Gesellschaft ohne
richtigen Businessplan. Dass ein derartiges Kreditgeschäft unrealistisch sei
und mit den Gegebenheiten des üblichen Wirtschaftsverkehrs nichts gemein habe,
könne auch einem Laien in Finanzangelegenheiten nicht verborgen bleiben. Den
Beschwerdeführern habe klar sein müssen, dass ein solches Darlehen nicht
existieren könne. Dies gelte umso mehr, als es sich bei ihnen um Geschäftsleute
handle, die in Finanz- bzw. Bankangelegenheiten keineswegs unbedarft
einzustufen seien. Hinzu komme, dass sie keine Sprachbarrieren zu überwinden
hatten, um das Geschäftsmodell zu überprüfen. Dafür hätte eine schriftliche
oder telefonische Anfrage gereicht. Dass sich die Beschwerdeführer nicht einmal
um einen Termin mit dem oder den für die Kreditgewährung zuständigen
Bankmitarbeiter (n) bemüht hätten, sei als ausgesprochen leichtfertig
einzustufen. Aufgrund ihrer geschäftlichen Erfahrung hätte der Umstand, dass
Zahlungen zu Gunsten der für den Kredit zuständigen Bankmitarbeitern anfallen
würden, sämtliche Alarmglocken zum Läuten bringen müssen. Analoges gelte in
Bezug auf die angeblichen Kosten, inkl. Honorar, für die Gründung einer AG in
der Schweiz. Die Falschangaben des Hauptbeschuldigten seien ohne weiteres
überprüfbar gewesen, was der Arglist seines täuschenden Verhaltens entgegen
stehe. Die Beschwerdeführer hätten durch Rückfragen Klarheit schaffen können.
Dass sie dies nicht gemacht hätten, sei - gerade mit Blick auf die konkrete
Situation (Geschäftsleute aus Deutschland, denen die Gegebenheiten im
Nachbarland nicht gänzlich fremd sein konnten und die nicht als besonders
schutzbedürftig einzustufen seien) - besonders leichtfertig. Auch der Aspekt
der Opfermitverantwortung schliesse Arglist aus. Indem die Beschwerdeführer die
Angaben des Hauptbeschuldigten nicht überprüften, obwohl ihnen dies aufgrund
ihrer Geschäftserfahrung und Sprache ohne Schwierigkeiten möglich gewesen wäre,
hätten sie die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen missachtet. Selbst wenn der
Hauptbeschuldigte ein Lügengebäude errichtet habe, ändere sich am Ergebnis
nichts, da die Vornahme der gebotenen Überprüfungen dieses zum Einsturz
gebracht hätte. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, eine Arglist im Handeln des
Haupttäters (und damit dessen Strafbarkeit) sei zu verneinen, weshalb auch der
angefochtene Freispruch der Beschwerdegegnerin vom Vorwurf der Gehilfenschaft
zum Betrug zu bestätigen sei. Mangels deliktischer Vortat sei auch der
Freispruch der Beschwerdegegnerin vom Vorwurf der Geldwäscherei zu bestätigen

2.3. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie
willkürlich ist (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen; zum Begriff der Willkür
BGE 140 III 16 E. 2.1; 139 III 334 E. 3.2.5; je mit Hinweisen). Eine
entsprechende Rüge muss klar vorgebracht und substanziiert begründet werden.
Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das
Bundesgericht nicht ein (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 141
IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen).
Soweit die Beschwerdeführerin und die Beschwerdeführer in ihren Eingaben
Ausführungen zum Sachverhalt machen, legen sie ihre Sicht der Dinge dar, ohne
Rügen zu erheben oder aufzuzeigen, dass und inwiefern die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz willkürlich sein sollen. Darauf ist nicht
einzutreten.

2.4. 

2.4.1. Gehilfe ist, wer zu einem Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich Hilfe
leistet (Art. 25 StGB). Die Strafbarkeit der Teilnahme setzt eine
tatbestandsmässige und rechtswidrige Haupttat voraus (limitierte
Akzessorietät).

2.4.2. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in
einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten
bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
Arglist wird in ständiger Rechtsprechung bejaht, wenn der Täter ein ganzes
Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient.
Arglist wird aber auch schon bei einfachen falschen Angaben angenommen, wenn
deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht
zumutbar ist oder wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält
oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben
aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Der
Gesichtspunkt der Überprüfbarkeit der Angaben erlangt nach der neueren
Rechtsprechung auch bei Lügengebäuden und besonderen Machenschaften und Kniffen
Bedeutung. Auch in diesen Fällen ist somit das Täuschungsopfer zu einem
Mindestmass an Aufmerksamkeit verpflichtet (BGE 135 IV 76 E. 5.2; 128 IV 18 E.
3a; je mit Hinweisen).
Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an
Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die jeweilige Lage und die
Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu
nehmen ist namentlich auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter
oder Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem
Abhängigkeits- oder Unterordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden und
deshalb kaum imstande sind, dem Täter zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind
besondere Fachkenntnis und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu
stellen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die
Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer die
grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft.
Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen
nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei
jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche
das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum
Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung kann
nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 135 IV 76 E. 5.2; Urteil 6B_364/2012
vom 19. April 2013 E. 1.1; je mit Hinweisen).

2.4.3. Der Geldwäscherei macht sich schuldig, wer eine Handlung vornimmt, die
geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung
von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus
einem Verbrechen herrühren (Art. 305bis Ziff. 1 StGB).

2.5. Der Freispruch der Beschwerdegegnerin vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu
(mehrfachem, teilweise versuchtem) Betrug mangels tatbestandsmässiger Haupttat
und vom Vorwurf der Geldwäscherei mangels Vortat verletzt kein Bundesrecht. Die
Vorinstanz erwägt zutreffend, der Hauptbeschuldigte sei vom Vorwurf des
mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs freizusprechen. Wie dargelegt, genügen
weder besondere Machenschaften noch ein Lügengebäude für sich alleine für die
Bejahung der Arglist. Denn auch da ist die Überprüfbarkeit wesentlich, die
unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung, d.h. der jeweiligen Lage und
Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall zu beurteilen ist. Die
Vorinstanz hält zu Recht fest, dass es Bankkredite in Millionenhöhe ohne
Sicherheiten zu einem Jahreszins von 1-2 % weder in der Schweiz noch in
Deutschland gibt. Der Einwand, die Geschäftserfahrung der Beschwerdeführer
beschränke sich auf Deutschland, ist unbehelflich. Bei ihnen handelt es sich um
Geschäftsleute, die in Finanz- und Bankangelegenheiten nicht als unbedarft
einzustufen sind. Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ist der
Beschwerdeführer 2 (Jahrgang 1970) gelernter Kaufmann mit eigenem Unternehmen,
das Solaranlagen betreibt, den produzierten Strom verkauft und sich daneben
noch in der Immobilien-, Promotions-, Marketing- sowie Werbebranche betätigt.
Der Beschwerdeführer 3 (Jahrgang 1968) erlernte nach dem Abitur den
Kaufmannsberuf und ist Geschäftsführer mehrerer Unternehmen in Deutschland, die
im Bereich Immobilienverwaltung, Vermögensverwaltung sowie Zeitarbeit tätig
sind (Urteil S. 28 f. E. 3.4).
Zu Recht erblickt die Vorinstanz im völligen Untätigbleiben der
Beschwerdeführer eine Vernachlässigung elementarster Vorsichtsmassnahmen. Wie
sie zutreffend erwägt, hätte für die Beschwerdeführer im Lichte der konkreten
Umstände Anlass dazu bestanden, an den Angaben des Hauptbeschuldigten vor allem
in Bezug auf die Konditionen des Kredits zu zweifeln. Eine Internetrecherche
oder ein einfacher Anruf bei der Bank hätte dessen Inszenierung als Schwindel
entlarvt. Dass den Beschwerdeführern keine gesetzliche Überprüfungspflicht
oblag, ändert nichts daran, dass sie das zumutbare Mindestmass an Vorsicht
nicht aufgebracht haben. Dies gilt auch in Bezug auf den Einwand, der
Hauptbeschuldigte habe seine Inszenierung mit einer "Hausbankerin" untermauert.
Ob die Inszenierung insgesamt für die Beschwerdeführer nicht ohne Weiteres zu
durchschauen war, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, ist vorliegend
ebenso unmassgeblich, wie der Umstand, dass es sich beim vorgetäuschten
Erfüllungswillen bezüglich der Vermittlung des Kredits um eine innere Tatsache
handelt. Die Angaben des Hauptbeschuldigten zu den Konditionen des zu
vermittelnden Kredits wären je für sich alleine für die Beschwerdeführer in
zumutbarer Weise überprüfbar gewesen und hätten zur Aufdeckung des ganzen
Schwindels geführt (vgl. BGE 126 IV 165 E. 2.a S. 171 mit Hinweis; 119 IV 28 E.
3.c). Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführer keinerlei Überprüfungen
oder Nachfragen vorgenommen haben. Aufgrund ihres völligen Untätigbleibens
lässt sich ihr Fall nicht mit demjenigen in BGE 135 IV 76 vergleichen, in dem
das Bundesgericht festhielt, Täuschungsopfer, die Anstrengungen unternehmen
würden, um die ihnen gegenüber gemachten falschen Angaben zu überprüfen, würden
ihrer Mitverantwortung gerecht und dürften den Strafrechtsschutz nicht
verlieren, wenn sie dabei erneut Täuschungen erliegen würden. Insgesamt trete
dann der Gesichtspunkt der Mitverantwortung der Opfer angesichts der von den
Täuschenden mit enormem Aufwand betriebenen betrügerischen Inszenierung in den
Hintergrund (E. 5.3 S. 85 f. mit Hinweisen). Schliesslich ist nicht
ersichtlich, dass und inwiefern vorliegend von einem besonderen
Vertrauensverhältnis auszugehen ist (vgl. HEIDI SÄGESSER, Opfermitverantwortung
beim Betrug, Bern 2014, S. 153 ff. mit Hinweisen).

3.
Die Beschwerden sind abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der
Beschwerdeführerin sind keine Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG).
Den Beschwerdeführern 2 und 3 sind die bundesgerichtlichen Kosten anteilsmässig
aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Verfahren 6B_961/2015, 6B_973/2015 und 6B_974/2015 werden vereinigt.

2. 
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3. 
Im Verfahren 6B_961/2015 werden keine Gerichtskosten erhoben.

4. 
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden den Beschwerdeführern 2 und 3 je im
Umfang von Fr. 2'000.-- auferlegt.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. April 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Pasquini

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