Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.962/2015
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]               
{T 0/2}
                             
6B_962/2015, 6B_972/2015

Urteil vom 5. April 2016

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Bundesrichterinnen Jacquemoud-Rossari, Jametti,
Gerichtsschreiberin Pasquini.

Verfahrensbeteiligte
6B_962/2015
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich,
Beschwerdeführerin,

und

6B_972/2015
C.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Adrian Bachmann,
Beschwerdeführer,

gegen

Z.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Jan Donghi,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Betrug,

Beschwerden gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, vom 9. Juli 2015.

Sachverhalt:

A.
Z.________ wird in Bezug auf die Mittäterschaft an den Betrugshandlungen von
X.________ zusammengefasst angelastet, er habe gewusst, dass jener C.________
und F.________ habe überzeugen können, dass er (X.________) dank seiner
exzellenten Beziehungen zur E.________ AG in Zürich Kredite bis zu Fr. 10 Mio.
ohne jegliche Sicherheiten vermitteln könne, wobei dieses Darlehen nur gewährt
werde, wenn sie bei Z.________ ein Unternehmen gründen würden, über das der
Kredit abzuwickeln sei. Letzterer habe gewusst, dass es sich beim Versprechen
betreffend Kredit und der erforderlichen Unternehmensgründung um ein
Phantasiegebilde von X.________ gehandelt habe, um die beiden Deutschen zu
nutzlosen Zahlungen zu bewegen. Der Tatplan habe darin bestanden, sie sowohl
über die Gründungskosten des Unternehmens als auch über das einzuzahlende
Aktienkapital auszunehmen. Z.________ und X.________ hätten C.________ in
gleichem massgeblichem Zusammenwirken über die hiesigen Kreditmodalitäten und
Gründungskosten einer Aktiengesellschaft getäuscht. Z.________ habe Letzterem
glaubhaft gemacht, er müsse 50 % der Aktien der zu gründenden AG in seinem
Besitz haben. Getäuscht durch die falschen Angaben und im Glauben, die Hälfte
der Aktien seien treuhänderisch übertragen, habe C.________ an Z.________
insgesamt EUR 100'000.-- in bar an das vereinbarte Honorar bezahlt. Am 29. März
2011 habe F.________ zugunsten von C.________ und auf Rechnung an das
exorbitante Honorar USD 9'300.-- an Z.________ überweisen lassen. Dieser und
X.________ hätten das Geld in nicht mehr genau rekonstruierbarem Verhältnis
aufgeteilt und für eigene Zwecke verwendet. Zur Erlangung des von C.________
einbezahlten Aktienkapitals von Fr. 100'000.-- hätten sie ihm vorgetäuscht,
dass das wegen seiner eingeschränkten Kreditwürdigkeit gefährdete Darlehen nur
gerettet werden könne, wenn Z.________ auch die restlichen Aktien der
H.________ AG übertragen würde. Am 12. Mai 2011 habe C.________ einen
entsprechenden Vertrag unterzeichnet. So sei Z.________ in den alleinigen
Besitz der AG gelangt.

B.
Das Bezirksgericht Zürich sprach Z.________ am 22. Mai 2014 der ungetreuen
Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig und
bestrafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Vom Vorwurf
des Betrugs, eventualiter des Wuchers, zum Nachteil von C.________ sprach es
ihn frei. Dessen Zivilklage wies es im Umfang von Fr. 100'000.-- ab und verwies
sie im Mehrbetrag auf den Zivilweg. Es verpflichtete Z.________, dem Staat als
Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil
Fr. 25'000.-- zu bezahlen. Im Mehrbetrag wies es den Einziehungsantrag ab.
Gegen diesen Entscheid erhoben der Beurteilte, die Staatsanwaltschaft und der
Privatkläger Berufung. Das Obergericht des Kantons Zürich bestätigte am 9. Juli
2015 das erstinstanzliche Urteil.

C.
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich führt Beschwerde in Strafsachen.
Sie beantragt, es seien Dispositiv-Ziffern 2 (Freispruch), 3 (Strafe), 9
(Kostenauferlegung) und 10 (Kosten amtliche Verteidigung) des Urteils des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 9. Juli 2015 aufzuheben und die Sache in
diesem Umfang zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
C.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, es seien
Dispositiv-Ziffern 2 (Freispruch), 5 (Zivilklage), 9 (Kostenauferlegung), 10
(Kosten amtliche Verteidigung) und 11 (seine Prozessentschädigung) des Urteils
des Obergerichts des Kantons Zürich vom 9. Juli 2015 aufzuheben. Die Sache sei
zur Feststellung des relevanten Sachverhalts und zur neuen Beurteilung an das
Bezirksgericht Zürich, eventualiter an das Obergericht, zurückzuweisen. Es sei
Dispositiv-Ziff. 7 (Bestätigung erstinstanzliche Kosten- und
Entschädigungsregelung) aufzuheben (a), auf seinen Entschädigungsantrag
einzutreten und Z.________ zu verpflichten, ihm eine Prozessentschädigung von
Fr. 71'617.90 zu bezahlen; eventualiter sei Z.________ zu verpflichten, ihm
eine Prozessentschädigung von Fr. 44'315.68 auszurichten. Eventualiter (b),
falls der Entschädigungsantrag als nicht liquid beurteilt würde, sei Ziff. 7
des angefochtenen Entscheids aufzuheben und die Sache sei zur neuen Beurteilung
in diesem Punkt an das Bezirksgericht Zürich, subeventualiter an das
Obergericht, zurückzuweisen. Subeventualiter (c), falls das vorinstanzliche
Urteil im Schuldpunkt bestätigt würde, sei Ziff. 7 des angefochtenen Entscheids
aufzuheben und seine Entschädigungsforderung auf den Zivilweg zu verweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. derjenigen des
obergerichtlichen Verfahrens, zu Lasten von Z.________.

D.
Die Beschwerde in Strafsachen von Z.________ bildet Gegenstand des separaten
Verfahrens 6B_971/2015 bzw. die Beschwerden in Strafsachen 6B_934/2015 bzw.
6B_960/2015, 6B_968-970/2015 im Verfahren von X.________.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht vereinigt mehrere Verfahren, wenn sie in einem engen
sachlichen Zusammenhang stehen, namentlich, wenn sie auf einem im Wesentlichen
gleichartigen tatsächlichen und rechtlichen Grund beruhen und wenn sie gleiche
Parteien sowie ähnliche oder gleiche Rechtsfragen betreffen (Art. 71 BGG i.V.m.
Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP; BGE 133 IV 215 E. 1; 126 V 283 E. 1). Da hier diese
Voraussetzungen erfüllt sind, rechtfertigt es sich, die Verfahren 6B_962/2015
und 6B_972/2015 zu vereinigen.

2. 

2.1. 

2.1.1. Die Beschwerdeführerin rügt die Verletzung von Art. 146 Abs. 1 StGB. Die
Vorinstanz verneine zu Unrecht Arglist bzw. bejahe eine relevante
Opfermitverantwortung des Beschwerdeführers. In der Anklageschrift gegen den
Mittäter X.________ sei ein Lügengebäude (Vorspiegelung eines Netzwerks als
Financier) rechtsgenügend umschrieben. Ferner habe von vornherein kein
Leistungswille bezüglich des Kredits bestanden, was eine Täuschung über eine
innere Tatsache sei. Nach der jüngeren Rechtsprechung des Bundesgerichts
entfalle der strafrechtliche Schutz nur bei Leichtfertigkeit, die das
betrügerische Verhalten des Täters völlig in den Hintergrund treten lasse.
Demnach führe selbst ein erheblich naives Verhalten des Geschädigten nicht
immer zur Verneinung der Arglist. Lediglich wenn die Inszenierungen des
Täuschenden ohne Weiteres zu durchschauen seien, scheide Arglist aus. Für den
Beschwerdeführer sei die Täuschung nicht ohne Weiteres als Schwindel erkennbar
gewesen. Die Vorinstanz lasse ausser Acht, dass es sich bei ihm um einen nicht
in der Bank- bzw. Kreditbranche tätigen, deutschen Staatsangehörigen handle,
der keine Kenntnisse der Verhältnisse in der Schweiz gehabt und dessen
Geschäftserfahrungen sich auf Deutschland beschränkt hätten. Sodann habe er
keine gesetzlichen Überprüfungspflichten gehabt. Ausserdem könne sein Absehen
von Überprüfungsmassnahmen das täuschende Verhalten des Beschwerdegegners in
den Hintergrund treten lassen, wenn sich dieses auf das Kreditversprechen des
Mittäters X.________ beschränkt hätte. Mit den in der Anklageschrift
beschriebenen Inszenierungen des Mittäters, d.h. mit der Vorspiegelung einer
Vernetzung in der Finanzwelt und eines Reichtums, mit dem Beizug eines Anwalts
und einer Hausbankerin, sei das täuschende Verhalten in den Vordergrund
getreten. Damit habe der Beschwerdeführer nicht grundlegendste
Vorsichtsmassnahmen ausser Acht gelassen, indem er von Recherchen im Internet
und Anfragen beim Bankpersonal abgesehen habe. Schliesslich stelle die
Vorinstanz zu Unrecht alleine darauf ab, dass der Beschwerdeführer die
zumutbare Überprüfung unterlassen habe, und bejahe damit eine
Opfermitverantwortung, ohne das täuschende Verhalten von X.________ bzw. den
von ihm hierzu betriebenen Aufwand zu berücksichtigen.

2.1.2. Der Beschwerdeführer bringt zusammengefasst vor, die Verurteilung des
Beschwerdegegners hänge unmittelbar mit jener von X.________ zusammen. Die
Aufhebung des Freispruchs in Bezug auf den Betrugsvorwurf gegenüber X.________
führe zwingend zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids im vorliegenden
Verfahren. Die Vorinstanz bewerte bloss sein Verhalten und verneine Arglist,
ohne das Verhalten des Mittäters zu beurteilen oder eine Abwägung vorzunehmen.
Die Vorinstanz begründe seine Leichtfertigkeit bloss mit apodiktischen
Feststellungen und lasse die konkreten Umstände ausser Acht. Dies erscheine
umso stossender, weil die Vorinstanz dabei auch verkenne, dass die Arglist in
der jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung weniger restriktiv gehandhabt
werde. Nachdem der Mittäter unter Mitwirkung des Beschwerdegegners ein
Lügengebäude konstruiert habe, wobei sie sich zusätzlich besonderer
Machenschaften bedient hätten und nicht zuletzt hätten voraussehen können, dass
ihre Angaben schwierig zu überprüfen seien und eine eingehende Nachforschung
aufgrund des geschaffenen Vertrauensverhältnisses ohnehin unterbleiben würde,
sei von besonders umfangreichen, raffinierten und intensiven
Täuschungshandlungen der Beschuldigten auszugehen. Da es sich nicht um einen in
jeder E.________ AG-Filiale erhältlichen Standardkredit, sondern um einen vom
Mittäter vermittelten Vorzugskredit gehandelt habe, sei eine Überprüfung der
Angaben unmöglich und unzumutbar gewesen. Der Beschwerdeführer habe sich daher
in nachvollziehbarer Weise und nicht leichtfertig verhalten. Weil die hohen
Honorarkosten auch die Vergütung für die Vermittlung des Vorzugskredits, also
gewissermassen das Synallagma zum tiefen Zins bzw. zur fehlenden Sicherheit des
Kredits gewesen seien, sei irrelevant, was normalerweise für eine
Gesellschaftsgründung verlangt werde. Für eine (Internet-) Recherche habe kein
Anlass bestanden.

2.2. Die Vorinstanz hält fest, in Bezug auf den Beschwerdegegner sei
vollumfänglich auf das zu X.________ im Parallelverfahren Erwogenen zu
verweisen. Danach fehle es an der Arglist. Das irreführende Verhalten habe sich
zur Hauptsache auf zwei Punkte bezogen: Einerseits habe er dem Beschwerdeführer
vorgespiegelt, dass er ihm einen Kredit der E.________ AG in Millionenhöhe zu
einem Jahreszins von 1-2 % vermitteln könne, ohne dass er dafür Sicherheiten zu
bieten habe. Andererseits habe er ihm weisgemacht, dass er dafür eine AG mit
Sitz in der Schweiz gründen müsste, was - abgesehen vom Aktienkapital in der
Höhe von Fr. 100'000.-- - mit Gründungskosten von EUR 150'000.-- verbunden sei.
Daneben habe er weitere Umstände vorgegaukelt, z.B. dass er ein erfolgreicher
Geschäftsmann mit besten Kontakten zu vermögenden Kunden im arabischen Raum
sei. Bankkredite in Millionenhöhe ohne Sicherheiten gebe es weder in
Deutschland noch in der Schweiz, erst recht nicht zu einem Jahreszins von 1-2 %
oder für eine neu gegründete Gesellschaft ohne richtigen Businessplan. Dass ein
derartiges Kreditgeschäft unrealistisch sei und mit den Gegebenheiten des
üblichen Wirtschaftsverkehrs nichts gemein habe, könne auch einem Laien in
Finanzangelegenheiten nicht verborgen bleiben. Dem Beschwerdeführer habe klar
sein müssen, dass ein solches Darlehen nicht existieren könne. Dies gelte um so
mehr, als es sich bei ihm um einen Geschäftsmann handle, der in Finanz- bzw.
Bankangelegenheiten keineswegs als unbedarft einzustufen sei. Hinzu komme, dass
er keine Sprachbarrieren zu überwinden hatte, um das Geschäftsmodell zu
überprüfen. Dafür hätte eine schriftliche oder telefonische Anfrage gereicht.
Dass sich der Beschwerdeführer nicht einmal um einen Termin mit dem oder den
für die Kreditgewährung zuständigen Bankmitarbeiter (n) bemüht habe, sei als
ausgesprochen leichtfertig einzustufen. Aufgrund seiner geschäftlichen
Erfahrung hätte der Umstand, dass Zahlungen zu Gunsten der für den Kredit
zuständigen Bankmitarbeitern anfallen würden, sämtliche Alarmglocken zum Läuten
bringen müssen. Analoges gelte in Bezug auf die angeblichen Kosten, inkl.
Honorar, für die Gründung einer AG in der Schweiz. Die Falschangaben des
Mittäters seien ohne weiteres überprüfbar gewesen, was der Arglist entgegen
stehe. Der Beschwerdeführer hätte durch Rückfragen Klarheit schaffen können.
Dass er dies nicht gemacht habe, sei - gerade mit Blick auf die konkrete
Situation (Geschäftsmann aus Deutschland, dem die Gegebenheiten im Nachbarland
nicht gänzlich fremd sein konnten und der nicht als besonders schutzbedürftig
einzustufen sei) - besonders leichtfertig. Auch der Aspekt der
Opfermitverantwortung schliesse Arglist aus. Indem der Beschwerdeführer die
Angaben nicht überprüfte, obwohl ihm dies aufgrund seiner Geschäftserfahrung
und Sprache ohne Schwierigkeiten möglich gewesen wäre, habe er die
grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen missachtet. Selbst wenn die Beschuldigten
ein Lügengebäude errichteten, ändere sich am Ergebnis nichts, da die Vornahme
der gebotenen Überprüfungen dieses zum Einsturz gebracht hätte. Die Vorinstanz
kommt zum Schluss, eine Arglist sei zu verneinen, weshalb der Freispruch des
Beschwerdegegners vom Vorwurf der Mittäterschaft zum Betrug zu bestätigen sei.

2.3. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie
willkürlich ist (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen; zum Begriff der Willkür
BGE 140 III 16 E. 2.1; 139 III 334 E. 3.2.5; je mit Hinweisen). Eine
entsprechende Rüge muss klar vorgebracht und substanziiert begründet werden.
Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das
Bundesgericht nicht ein (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 141
IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen).
Soweit die Beschwerdeführerin und der Beschwerdeführer in ihren Eingaben
Ausführungen zum Sachverhalt machen, legen sie ihre Sicht der Dinge dar, ohne
Rügen zu erheben oder aufzuzeigen, dass und inwiefern die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz willkürlich sein sollen. Darauf ist nicht
einzutreten.

2.4. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in
einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten
bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
Arglist wird in ständiger Rechtsprechung bejaht, wenn der Täter ein ganzes
Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient.
Arglist wird aber auch schon bei einfachen falschen Angaben angenommen, wenn
deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht
zumutbar ist oder wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält
oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben
aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Der
Gesichtspunkt der Überprüfbarkeit der Angaben erlangt nach der neueren
Rechtsprechung auch bei Lügengebäuden und besonderen Machenschaften und Kniffen
Bedeutung. Auch in diesen Fällen ist somit das Täuschungsopfer zu einem
Mindestmass an Aufmerksamkeit verpflichtet (BGE 135 IV 76 E. 5.2; 128 IV 18 E.
3a; je mit Hinweisen).
Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an
Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die jeweilige Lage und die
Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu
nehmen ist namentlich auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter
oder Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem
Abhängigkeits- oder Unterordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden, und
deshalb kaum imstande sind, dem Täter zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind
besondere Fachkenntnis und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu
stellen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die
Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer die
grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft.
Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen
nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei
jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche
das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum
Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung kann
nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 135 IV 76 E. 5.2; Urteil 6B_364/2012
vom 19. April 2013 E. 1.1; je mit Hinweisen).

2.5. Der Freispruch des Beschwerdegegners vom Vorwurf des Betrugs verletzt kein
Bundesrecht. Wie dargelegt, genügen weder besondere Machenschaften noch ein
Lügengebäude für sich alleine für die Bejahung der Arglist. Denn auch da ist
die Überprüfbarkeit wesentlich, die unter dem Gesichtspunkt der
Opfermitverantwortung, d.h. der jeweiligen Lage und Schutzbedürftigkeit des
Betroffenen im Einzelfall, zu beurteilen ist. Die Vorinstanz hält zu Recht
fest, dass es Bankkredite in Millionenhöhe ohne Sicherheiten zu einem
Jahreszins von 1-2 % weder in der Schweiz noch in Deutschland gibt. Der
Einwand, die Geschäftserfahrung des Beschwerdeführers beschränke sich auf
Deutschland, ist unbehelflich. Bei ihm handelt es sich um einen Geschäftsmann,
der in Finanz- und Bankangelegenheiten nicht als unbedarft einzustufen ist.
Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer
(Jahrgang 1980) ausgebildeter Zahntechniker, war zwei Jahre in der
Versicherungsbranche tätig und führte in Deutschland ein eigenes Unternehmen.
Zu Recht erblickt die Vorinstanz im völligen Untätigbleiben des
Beschwerdeführers eine Vernachlässigung elementarster Vorsichtsmassnahmen. Wie
sie zutreffend erwägt, hätte für ihn im Lichte der konkreten Umstände Anlass
dazu bestanden, an den Angaben der Beschuldigten vor allem in Bezug auf die
Konditionen des Kredits zu zweifeln. Eine Internetrecherche oder ein einfacher
Anruf bei der Bank hätte deren Inszenierung als Schwindel entlarvt. Dass dem
Beschwerdeführer keine gesetzliche Überprüfungspflicht oblag, ändert nichts
daran, dass er das zumutbare Mindestmass an Vorsicht nicht aufgebracht hat.
Dies gilt auch in Bezug auf den Einwand, die Inszenierung sei mit einem
Rechtsanwalt, dem Beschwerdegegner, untermauert worden (vgl. zum erhöhten
Vertrauen bei einem Anwalt Urteil 6B_629/2015 vom 7. Januar 2016 E. 4.3.1 mit
Hinweisen und E. 4.4). Ob die Inszenierung insgesamt für den Beschwerdeführer
nicht ohne Weiteres zu durchschauen war, wie die Beschwerdeführerin geltend
macht, ist vorliegend ebenso unmassgeblich, wie der Umstand, dass es sich beim
vorgetäuschten Erfüllungswillen bezüglich der Vermittlung des Kredits um eine
innere Tatsache handelt. Die Angaben zu den Konditionen des zu vermittelnden
Kredits wären je für sich alleine für den Beschwerdeführer in zumutbarer Weise
überprüfbar gewesen und hätten zur Aufdeckung des ganzen Schwindels geführt
(vgl. BGE 126 IV 165 E. 2.a S. 171 mit Hinweis; 119 IV 28 E. 3.c). Es ist
unbestritten, dass der Beschwerdeführer keinerlei Überprüfungen oder Nachfragen
vorgenommen hat. Aufgrund seines völligen Untätigbleiben lässt sich der
vorliegende Fall nicht mit demjenigen in BGE 135 IV 76 vergleichen, in dem das
Bundesgericht festhielt, Täuschungsopfer, die Anstrengungen unternehmen würden,
um die ihnen gegenüber gemachten falschen Angaben zu überprüfen, würden ihrer
Mitverantwortung gerecht und dürften den Strafrechtsschutz nicht verlieren,
wenn sie dabei erneut Täuschungen erliegen würden. Insgesamt trete dann der
Gesichtspunkt der Mitverantwortung der Opfer angesichts der von den Täuschenden
mit enormem Aufwand betriebenen betrügerischen Inszenierung in den Hintergrund
(E. 5.3 S. 85 f. mit Hinweisen). Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass und
inwiefern vorliegend von einem besonderen Vertrauensverhältnis auszugehen ist
(vgl. HEIDI SÄGESSER, Opfermitverantwortung beim Betrug, Bern 2014, S. 153 ff.
mit Hinweisen).

3.
Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz weise seine
Schadenersatzforderung, die auf dem Anklagevorwurf der ungetreuen
Geschäftsbesorgung basiere, zu Unrecht mit der Begründung ab, er sei durch die
deliktische Handlung nicht geschädigt, sondern vielmehr die AG (Beschwerde S.
23 ff. Ziff. 57 ff.). Diesbezüglich kann auf die Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urteil S. 29 E. IV.2). Diesen ist nichts beizufügen.

4.
Die Beschwerden sind abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der
Beschwerdeführerin sind keine Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG).
Dem Beschwerdeführer sind die bundesgerichtlichen Kosten aufzuerlegen (Art. 66
Abs. 1 BGG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet.

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Verfahren 6B_962/2015 und 6B_972/2015 werden vereinigt.

2. 
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3. 
Im Verfahren 6B_962/2015 werden keine Gerichtskosten erhoben.

4. 
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. April 2016

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Pasquini

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