Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 1C.183/2016
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
1C_183/2016

Urteil vom 22. September 2016

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Karlen, Eusebio,
Gerichtsschreiber Gelzer.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Christine Bircher,

gegen

Kommission für Administrativmassnahmen
im Strassenverkehr des Kantons Freiburg,
Tafersstrasse 10, Postfach 192, 1707 Freiburg.

Gegenstand
Strassenverkehr;
Verwarnung wegen leichter Widerhandlung,

Beschwerde gegen das Urteil vom 16. März 2016 des
Kantonsgerichts Freiburg, III. Verwaltungsgerichtshof.

Sachverhalt:

A. 
A.________ hat am Nachmittag des 9. Februar 2015 während der Fahrt in seinem
Personenwagen bei der Ortsausfahrt in Kallnach in Richtung Fräschels ein
Navigationsgerät oder ein Mobiltelefon dazu verwendet, um herauszufinden, wo in
Fräschels eine Cousine von ihm wohnt. Er hatte die Zielwahl bereits vorgängig
eingegeben. Weil die Anzeige aufgrund der Sonneneinstrahlung für ihn nicht mehr
lesbar war, hat er das Gerät vom Beifahrersitz hochgehoben und zum Lenkrad
gehalten. Dabei wurde er von Polizisten beobachtet, welche im Anzeigerapport
vom 13. Februar 2015 ausführten, A.________ habe sein Mobiltelefon auf Höhe des
Lenkrades vor sich in der rechten Hand gehalten, während der Blick auf das
Mobiltelefon gerichtet gewesen sei. Gestützt auf diesen Anzeigerapport
auferlegte ihm die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern mit Strafbefehl vom 10.
März 2015 eine Busse von Fr. 150.-- wegen einfacher Verletzung der
Verkehrsregeln, weil er als Lenker eines Personenwagens mit dem Blick auf das
Mobiltelefon eine Verrichtung vorgenommen habe, welche die Bedienung des
Fahrzeugs erschwere. Gegen diesen Strafbefehl erhob A.________ Einsprache,
worauf die Kommission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr des
Kantons Freiburg (KAM) ein Administrativverfahren eröffnete. Am 17. September
2015 verurteilte ihn das Regionalgericht Berner Jura-Seeland wegen einfacher
Verkehrsverletzung infolge Vornehmens einer Verrichtung, welche die Bedienung
des Fahrzeugs erschwert, zu einer Übertretungsbusse von Fr. 100.--. Eine
schriftliche Begründung des Urteils wurde nicht verlangt.

B. 
Mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 hat die KAM A.________ wegen Vornahme einer
Verrichtung, welche die sichere Bedienung des Fahrzeugs erschwerte (Benutzen
eines Mobiltelefons), begangen am 9. Februar 2015 um 16.55 Uhr in Kallnach,
verwarnt. Eine dagegen von A.________ erhobene Beschwerde wies das
Kantonsgericht des Kantons Freiburg (III. Verwaltungsgerichtshof) mit Urteil
vom 16. März 2016 ab.

C. 
A.________ erhebt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den
Anträgen, es sei das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg vom 16. März 2016
aufzuheben und von einer Massnahme abzusehen.
Das Kantonsgericht und die KAM schliessen auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1. Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid eines oberen
Gerichts über eine Administrativmassnahme im Strassenverkehr, wogegen die
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig ist (Art. 82 lit.
a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2, Art. 90 BGG; Urteil 1C_476/2014 vom 29.
Mai 2015 E. 1.1). Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, weshalb
auf die Beschwerde einzutreten ist.

1.2. Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann die
Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht und kantonalen verfassungsmässigen
Rechten geltend gemacht werden (Art. 95 lit. a, b und c BGG). Das Bundesgericht
wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG).

1.3. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Sachverhaltsfeststellung
kann nur gerügt werden, wenn sie auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art.
95 BGG beruht oder offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich ist (Art. 97 Abs.
1 BGG; BGE 137 III 226 E. 4.2 mit Hinweisen). Die Beweiswürdigung ist
willkürlich, wenn das kantonale Gericht das ihm in diesem Bereich zustehende
Ermessen überschritten hat, indem es zum Beispiel erhebliche Beweise ausser
Acht gelassen oder aus solchen offensichtlich unhaltbare Schlüsse gezogen hat (
BGE 136 III 552 E. 4.2 S. 560 mit Hinweisen).

2.

2.1. Ein Fahrzeugführer macht sich strafbar, wenn er die Verkehrsregeln des SVG
oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1
SVG).
Nach Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen,
dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss gemäss Art. 3 Abs. 1
der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV) seine Aufmerksamkeit
der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Satz 1). Er hat ferner dafür zu sorgen,
dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie
Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird (Satz 3; in
der ab dem 1. März 2006 gültigen Fassung).
Das Mass der Aufmerksamkeit, die der Fahrzeugführer der Strasse und dem Verkehr
zuzuwenden hat, richtet sich nach den gesamten konkreten Umständen, namentlich
der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den
voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 137 IV 290 E. 3.6 S. 295 mit Hinweis).
Demnach darf ein Fahrer, wenn es die Verkehrssituation erlaubt, zum Ablesen der
Geschwindigkeit oder der Treibstoffreserve kurz auf das Armaturenbrett blicken,
ohne dass ihm eine ungenügende Aufmerksamkeit zur Last gelegt werden könnte.
Gleiches gilt auch bei einem kurzen Blick auf die Uhr oder ein im Fahrzeug
eingebautes Navigationssystem, bei dem die Führung des Lenkers auch durch
Sprachausgabe erfolgt. Dagegen widmet ein Fahrer dem Verkehr nicht die
erforderliche Aufmerksamkeit, wenn er während der Fahrt seinen Blick zum
Schreiben einer Nachricht (SMS) länger auf sein Mobiltelefon richtet (vgl.
Urteil 6B_666/2009 vom 24. September 2009 E. 1.3 und 1.4; PHILIPPE
WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2.
Aufl. 2015, N. 12 zu Art. 31 SVG).

2.1.1. Der Fahrzeugführer darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche
die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 VRV). Er muss das
Lenkrad mindestens mit der einen Hand halten (vgl. Art. 3 Abs. 3 VRV) und hat
so die andere, wenn sie nicht zum Lenken gebraucht wird, für Handgriffe wie die
Betätigung der Warnsignale, der Richtungsanzeiger, gegebenenfalls des
Schalthebels, der Scheibenwischer, des Lichtschalters und dergleichen zur
Verfügung. Ob eine Verrichtung das Lenken oder einen dieser Handgriffe
erschwert bzw. verunmöglicht, hängt grundsätzlich von der Art der Verrichtung,
dem Fahrzeug und der Verkehrssituation ab. Dauert eine solche Verrichtung nur
sehr kurz und muss dabei weder der Blick vom Verkehr abgewendet noch die
Körperhaltung geändert werden, so kann eine Erschwerung der Fahrzeugbedienung
in der Regel verneint werden. Ist die Verrichtung jedoch von längerer Dauer
oder erschwert sie in anderer Weise die nötigenfalls sofortige Verfügbarkeit
der sich nicht am Lenkrad befindlichen Hand, so ist die Fahrzeugbedienung in
unzulässiger Weise behindert (BGE 120 IV 63 E. 2d S. 66; Urteil 6B_1183/2014
vom 27. Oktober 2015 E. 1.3).

2.1.2. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nimmt ein Fahrzeugführer eine
Verrichtung vor, welche die Fahrzeugbedienung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 VRV in
unzulässiger Weise erschwert, wenn er während der Fahrt telefoniert und dazu
länger als einen kurzen Augenblick das Telefongerät mit der einen Hand hält
oder es zwischen Kopf und Schulter einklemmt (BGE 120 IV 63 E. 2d und e S. 66
f; Urteil 6B_2/2010 vom 16. März 2010 E. 1.4).

2.1.3. Entsprechend wird das Verwenden eines Telefons ohne
Freisprecheinrichtung während der Fahrt nach Anhang 1 Ziffer 311 der
Ordnungsbussenverordnung vom 4. März 1996 (OBV; SR 741.031) mit einer Busse von
Fr. 100.-- bestraft.

2.1.4. In einem jüngeren Entscheid hatte das Bundesgericht einen Fall zu
beurteilen, in dem ein Fahrzeugführer sein Mobiltelefon auf der Autobahn bei
einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h im Kurvenbereich bei regem
Verkehrsaufkommen ununterbrochen während 15 Sekunden in der linken Hand hielt,
ohne dabei den Blick von der Strasse abzuwenden und ohne zu telefonieren oder
andere Manipulationen am Mobiltelefon vorzunehmen. Das Bundesgericht kam zum
Ergebnis, der Fahrzeugführer habe damit keine die Bedienung des Fahrzeugs
erschwerende Verrichtung vorgenommen. Die Verfügbarkeit der linken Hand werde
durch das blossen Halten des Telefons während 15 Sekunden nicht erschwert,
zumal es sich nicht um eine lange Dauer im Sinne der Rechtsprechung handle und
die Hand dadurch nicht an Beweglichkeit einbüsse. Der Fahrzeugführer habe
seinen Blick stets auf die Strasse gerichtet gehabt und habe damit jederzeit
auf die Verkehrsgeschehnisse reagieren und bei einer geänderten
Verkehrssituation das Telefon sofort weglegen können. Sein Gesichtsfeld und die
freie Bewegung des Kopfes seien nicht eingeschränkt gewesen. Dieser Sachverhalt
unterscheide sich wesentlich vom Telefonieren während der Fahrt ohne
Freisprechanlage (Urteil 6B_1183/2014 vom 27. Oktober 2015 E. 1.5 und 1.6).

2.2. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, zwar sei das Halten eines
Mobiltelefons während 15 Sekunden und ein kurzer Blick auf ein
Navigationssystem für sich allein nicht strafbar. Vorliegend habe der
Beschwerdeführer diese Handlungen jedoch kombiniert. Er habe das
Navigationsgerät nicht bloss in der Hand gehalten. Vielmehr habe er
gleichzeitig seinen Blick von der Strasse abgewandt und auf das Gerät
gerichtet, als er sich durch das Gerät zur Wohnung seiner Cousine habe leiten
lassen bzw. dem Gerät Richtungsanweisungen entnommen habe. Dies habe aufgrund
des Zwecks der Navigierung insgesamt länger als nur wenige Sekunden dauern
müssen. Da er seinen Blick (während dieser Dauer) vom Strassengeschehen
abgewandt habe, sei sein Verhalten nicht mit dem Halten einer Zigarette oder
dem Führen eines Telefongesprächs während der Fahrt vergleichbar. Das zu
beurteilende Verhalten stelle somit namentlich eine Widerhandlung gegen das in
Art. 3 Abs. 1 VRV statuierte Verbot dar, Vorrichtungen vorzunehmen, welche die
Bedienung des Fahrzeugs erschweren.

2.3. Der Beschwerdeführer hält der vorinstanzlichen Feststellung, wonach er
seinen Blick insgesamt länger als nur wenige Sekunden vom Strassengeschehen
abgewandt habe, entgegen, das Navigationsgerät sei so platziert gewesen, dass
er mit dem Blick auf die Strasse gleichzeitig im Augenwinkel das Gerät habe
einsehen können. Er habe daher seinen Blick nicht vom Verkehr abgewandt und für
mehrere Sekunden auf das Gerät gerichtet. Dies sei nicht erforderlich, um beim
Navigationsgerät allfällige Richtungswechsel abzulesen und eine Adresse finden
zu können. Dazu reiche ein kurzer Blick. Oft teile das Gerät sogar akustisch
mit, wenn die Richtung gewechselt werden müsse.

2.4. Mit diesen Ausführungen zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, inwiefern
die vorinstanzliche Feststellung, dass er zum Ablesen der Richtungsanweisungen
seinen Blick insgesamt mehr als nur wenige Sekunden auf das Gerät gerichtet
habe, willkürlich sein soll. Dies ist auch nicht ersichtlich, zumal gemäss
internationalen Studien fahrzeuginterne Navigatoren zu einzelnen
Blickabwendungen von ca. 1,4 Sekunden und einer Gesamtsumme der
Beobachtungseinheiten von ca. 13 Sekunden führen können (JÖRG KUBITZKI,
Ablenkung im Strassenverkehr, Die unterschätzte Gefahr, München 2011, S. 65).
Dies lässt sich damit erklären, dass erfahrungsgemäss schon kurze optische
Signale den Fahrer sekundenweise ablenken können, was im verstärkten Mass gilt,
wenn auf Navigationsgeräten komplexere Bilder oder Schriftzeichen abzulesen
sind (vgl. HAGENMEISTER/KETTLER, Ablenkung durch moderne Navigationsgeräte,
Neue Zeitschrift für Verkehrsrecht, München und Frankfurt a.M. 2002, S. 481
ff., 483).

2.5. In rechtlicher Hinsicht bringt der Beschwerdeführer vor, sein Verhalten
habe nicht gegen Art. 3 Abs. 1 VRV verstossen,weil es kei ne grössere
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer geschaffen habe, als das zulässige Halten
eines Mobiltelefons während mindestens 15 Sekunden. Er habe in gleicher Weise
das Navigationsgerät falls nötig jederzeit weglegen können. Auch seien sein
Gesichtsfeld und die freie Bewegung des Kopfes nicht beschränkt gewesen. Zudem
habe er das Gerät auf dem Steuerrad ohne Drehen des Kopfes einsehen können, was
bei Navigationsgeräten nicht möglich sei, die im Armaturenbrett zwischen dem
Fahrer und Beifahrer eingebaut wurden. Die vorinstanzliche Argumentation führe
zum unhaltbaren Schluss, dass ein Navigationsgerät bei Gegenlicht nicht
abgelesen werden dürfe. Zudem werde das Halten eines Geräts bestraft, wenn das
Steuerrad mit beiden Händen gehalten werde, obwohl das Lenken mit einer Hand
und das Halten eines Handys in der anderen Hand straflos sei.

2.6. Vorliegend musste der Beschwerdeführer das Navigationsgerät zum Ablesen
der Informationen während längerer Zeit in einer bestimmten zum Ablesen
geeigneten Position stabilisieren, was die Verfügbarkeit der haltenden Hand und
damit die Bedienung des Fahrzeugs in höherem Masse erschwerte, als das blosse
Halten eines Mobiltelefons. Sein Verhalten entspricht insoweit dem Telefonieren
während der Fahrt, bei dem das Telefon für längere Zeit am Ohr gehalten wird.
Dass der Beschwerdeführer das Gerät beim Steuerrad hielt, ist insoweit nicht
erheblich, weil er damit das eventuell erforderliche rasche Drehen dieses Rads
oder die Vornahme anderer verkehrsbedingter Handgriffe ebenfalls erschwerte.
Zudem richtete er seinen Blick für längere Augenblicke auf das Gerät, was beim
Telefonieren während der Fahrt nicht nötig ist. Demnach ist sein Verhalten
bezüglich der damit geschaffenen Verkehrsgefährdung nicht mit dem Halten eines
Mobiltelefons, das der Fahrzeugführer nicht (länger) anschaut, vergleichbar.
Die Vorinstanz hat somit bundesrechtskonform eine Widerhandlung gegen Art. 3
Abs. 1 VRV bejaht.

3.

3.1. Bei Verkehrsregelverletzungen, die nach dem Ordnungsbussengesetz (SR
741.03) zu beurteilen sind, werden keine Administrativmassnahmen angeordnet
(Art. 16 Abs. 2 SVG). Alle anderen Widerhandlungen gegen das
Strassenverkehrsgesetz können dagegen Administrativmassnahmen nach sich ziehen
(Urteil 1C_406/2010 vom 29. November 2010 E. 2.1).
Gemäss Art. 16a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und
ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Abs. 1 lit. a). Nach einer
leichten Widerhandlung wird die fehlbare Person verwarnt, wenn in den
vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war und keine andere
Administrativmassnahme verfügt wurde (Abs. 3). In besonders leichten Fällen
wird auf jegliche Massnahme verzichtet (Abs. 4).
Ein besonders leichter Fall im Sinne von Art. 16a Abs. 4 SVG liegt nach der
Rechtsprechung vor, wenn die Verletzung von Verkehrsregeln eine besonders
geringe Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen hat und den fehlbaren
Fahrzeuglenker dafür nur ein besonders leichtes Verschulden trifft (Urteil
6A.52/2005 vom 2. Dezember 2005 E. 2.2.3). Die Auslegung des "besonders
leichten Falles" im Sinne von Art. 16a Abs. 4 SVG kann sich an den
Verkehrsregelverletzungen orientieren, die nach dem Ordnungsbussengesetz
erledigt werden und keine Administrativmassnahmen nach sich ziehen (Urteil
1C_406/2010 vom 29. November 2010 E. 4.2).

3.2. Die Vorinstanz kam zum Ergebnis, es liege kein besonders leichter Fall
gemäss Art. 16 Abs. 4 SVG vor. Der Beschwerdeführer habe, indem er während der
Fahrt in Kallnach ein Navigationsgerät oder Mobiltelefon auf dem Lenkrad in der
Hand gehalten habe, das er bei schlechten Lichtverhältnissen zum Navigieren
brauchte, eine Gefahr im Sinne einer erhöhten abstrakten Gefährdung für andere
Verkehrsteilnehmer geschaffen. Daran vermöge nichts zu ändern, dass der
fragliche Streckenabschnitt übersichtlich gewesen sei und der Beschwerdeführer
darlege, er sei ein sehr guter Autofahrer. Unter diesen Umständen habe er zwar
keine schwere Verkehrsgefährdung verursacht. Sodann könne seine mangelnde
Aufmerksamkeit verschuldensmässig noch als leicht eingestuft werden. Daraus,
dass das Strafgericht eine Busse von lediglich Fr. 100.-- ausgesprochen habe,
könne nicht auf das Vorliegen eines besonders leichten Falles geschlossen
werden. Aus dem nicht schriftlich begründeten Strafurteil gehe nicht hervor,
dass die Widerhandlung des Beschwerdeführers nur eine besonders geringe Gefahr
für die Sicherheit anderer geschaffen und ihn nur ein besonders leichtes
Verschulden getroffen habe. Dafür lägen keine Anhaltspunkte vor.

3.3. Der Beschwerdeführer rügt, die Verneinung eines besonders leichten Falles
im Sinne von Art. 16a Abs. 4 SVG verletze Bundesrecht. Nach dem
Ordnungsbussenkatalog werde das Telefonieren während der Fahrt mit dem Telefon
in der Hand mit einer Busse erledigt, obwohl der Fahrzeugführer dabei nicht nur
akustisch vom Verkehr abgelenkt werde, sondern er nur eine Hand am Steuerrad
halte. Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt habe eine geringere oder
höchstens gleich grosse Gefährdung hervorgerufen, wie das Telefonieren während
der Fahrt. Der Beschwerdeführer sei als geübter Auto- und Ralleyfahrer in
seiner Fahrweise nicht eingeschränkt gewesen, wenn er mit beiden Händen am
Steuer zusätzlich das Gerät halte. Er sei dadurch bezüglich der
Fahrfertigkeiten, des Gesichtsfelds und der Kopfbewegung nicht eingeschränkt
worden. Er habe daher annehmen dürfen, dazu berechtigt zu sein, zumal das
Halten eines Mobiltelefons während der Fahrt nicht strafbar sei. Er habe seinen
Blick nur kurz auf das Gerät gerichtet, sofern dies die Verkehrssituation
zugelassen habe, was er als Fahrlehrer zuverlässig habe beurteilen können. Er
sei daher sicher gewesen, keine anderen Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Ihn
treffe somit ein besonders geringes Verschulden. Das Strafgericht habe die
Busse auf Fr. 100.-- reduziert, womit sie einer durchschnittlichen
Ordnungsbusse entspreche. Auch wenn dies nicht ausdrücklich aus dem Urteil des
Strafgerichts hervorgehe, habe die Präsidentin die vorgenommene Reduktion
mündlich mit einer äusserst geringen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und
einem besonders geringen Verschulden begründet.

3.4. Zutreffend ist, dass das (blosse) Telefonieren während der Fahrt ohne
Freisprecheinrichtung mit einer Ordnungsbusse von Fr. 100.-- bestraft wird
(vgl. E. 2.1.3 hiervor). Unzutreffend ist jedoch, dass das Verhalten des
Beschwerdeführers eine höchstens gleich grosse Gefährdung hervorgerufen habe.
Zwar wird die Bedienung des Fahrzeugs unabhängig davon erschwert, ob ein
Mobiltelefon zum Telefonieren oder zum Ablesen von Informationen während
längerer Zeit an einem bestimmten Ort gehalten wird. Dagegen ist zu beachten,
dass die visuellen Ressourcen eines Fahrers durch das Betrachten des Displays
eines Telefons oder Navigationsgeräts zu 100 % und durch das Telefonieren nur
in sehr geringem Masse beansprucht werden (vgl. JÜRG ARTHO, Unaufmerksamkeit
und Ablenkung: Was macht der Mensch am Steuer?, Hrsg. Bundesamt für Strassen,
2012, S. 54 f.). Zudem hat der Fahrer das Gerät in einer Hand jeweils zum
Ablesen in eine geeignete Position bzw. Neigung zu bringen und die gelesene
Information geistig zu verarbeiten. Demnach wird dabei - ähnlich wie beim
Schreiben einer Nachricht - gleichzeitig die visuelle, geistige und motorische
Aufmerksamkeit beansprucht, weshalb die Ablenkung beim Ablesen von
Informationen auf einem in der Hand gehaltenen Gerät grösser ist als beim
blossen Telefonieren ohne Freisprechanlage (vgl. UWE EWERT, Unaufmerksamkeit
und Ablenkung, bfu-Faktenblatt Nr. 07, Bern 2011, S. 13 f.; vgl. auch Urteil
6B_666/2009 vom 24. September 2009 E. 1.3 und 1.4). Vorliegend hat der
Beschwerdeführer während seiner Fahrt innerorts Informationen auf einem in der
Hand gehaltenen Navigationsgerät abgelesen, was seine visuelle, geistige und
motorische Aufmerksamkeit während mehr als nur wenigen Sekunden beanspruchte.
Damit hat er seine Aufmerksamkeit in einem Mass von der Strasse abgewendet, das
auch bei einem geübten Fahrer und bei übersichtlichen Strassenverhältnissen
zumindest eine leichte abstrakte Verkehrsgefährdung schuf. Unter diesen
Umständen durfte die Vorinstanz bereits gestützt auf die objektiv geschaffene
Gefährdungslage einen besonders leichten Fall verneinen, weshalb ihre
Beurteilung des Verschuldens bezüglich der ausgesprochenen Verwarnung nicht
entscheidrelevant ist. Gleiches gilt bezüglich der Höhe der vom Strafgericht
ausgesprochenen Busse, weil die damit implizit zum Ausdruck gebrachte
rechtliche Bewertung der abstrakten Gefahr für die Vorinstanz beim Entscheid
über Massnahmen nicht bindend war, zumal diese Bewertung nicht von Tatsachen
abhängt, die der Strafrichter besser kannte (BGE 136 II 447 E. 3.1 S. 451; 124
II 103 E. 1c/bb S. 106; Urteil 1C_476/2014 vom 29. Mai 2015 E. 4.2).

4. 
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des
Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs.
1 BGG).

 Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. 
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Kommission für
Administrativmassnahmen im Strassenverkehr des Kantons Freiburg, dem
Kantonsgericht Freiburg, III. Verwaltungsgerichtshof, und dem Bundesamt für
Strassen, Sekretariat Administrativmassnahmen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. September 2016

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Gelzer

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