Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 7B.258/2000
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7B.258/2000/min

            SCHULDBETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER
            ************************************

                      4. Dezember 2000

Es wirken mit: Bundesrichter Bianchi, Präsident der Schuld-
betreibungs- und Konkurskammer, Bundesrichterin Nordmann,
Bundesrichter Merkli und Gerichtsschreiber Schett.

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                          In Sachen

W.________, Beschwerdeführer,

                            gegen

den Entscheid vom 16. Oktober 2000 des Obergerichts des Kan-
tons Aargau, Schuldbetreibungs- und Konkurskommission, als
oberer Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurs-
sachen,

                         betreffend
                          Pfändung,

hat sich ergeben:

     A.- Gegen W.________ werden verschiedenste Betrei-
bungsverfahren geführt. In der Pfändungsgruppe Nr. xxx
pfändete das vom Betreibungsamt Möriken-Wildegg ersuchte Be-
treibungsamt Wohlen die Grundstücke GB Wohlen Nr. yyy und
Nr. zzz. Mit Schreiben vom 7. Oktober 1998 wurde die Ein-
pfändung der genannten Liegenschaften dem Schuldner mitge-
teilt und ihm die Anzeige betreffend den Einzug der Miet- und
Pachtzinse sowie betreffend die Anmeldung zur Vormerkung
einer Verfügungsbeschränkung im Grundbuch gemacht.

     Am 20. März 1999 wies der Gerichtspräsident des Bezirks-
gerichts Lenzburg eine Beschwerde von W.________ ab, soweit
sie sich gegen die Verletzung von Art. 97 Abs. 2 SchKG ge-
richtet hatte; im Übrigen wurde auf die Beschwerde nicht ein-
getreten.

     B.- Der Präsident des Bezirksgerichts Bremgarten hat am
28. August 2000 entschieden, auf die am 11. Januar 1999 ein-
gereichte Beschwerdeergänzung werde infolge Fristablaufs
nicht eingetreten. Auf die am 27. Oktober 1998 erhobene Be-
schwerde sei mangels Zuständigkeit nicht eingetreten bzw. dem
Gerichtspräsidium Lenzburg überwiesen worden. Es werde rich-
terlich festgestellt, dass das vorliegende Verfahren somit
geschlossen sei. Die vom Schuldner dagegen eingereichte Be-
schwerde wurde vom Obergericht des Kantons Aargau (Schuld-
betreibungs- und Konkurskommission) als obere Aufsichtsbe-
hörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen abgewiesen.

     W.________ hat den obergerichtlichen Entscheid mit
Beschwerde vom 13. November 2000 an die Schuldbetreibungs-
und Konkurskammer weitergezogen. Er beantragt die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids.

          Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
                     zieht in Erwägung:
          ________________________________________

     1.- Die obere Aufsichtsbehörde hält fest, mit der
Beschwerde vom 14. September 2000 sei die Aufhebung der
Pfändungen von "2 MFH" beantragt worden. Damit seien die auf
Ersuchen des Betreibungsamtes Möriken-Wildegg durch das Be-
treibungsamt Wohlen vorgenommenen Pfändungen der Grundstücke
GB Wohlen Nr. yyy und Nr. zzz gemeint. Hierüber, nämlich über
die Pfändungen als solche, sei bereits rechtskräftig ent-
schieden worden (Entscheid des Gerichtspräsidiums Lenzburg
vom 20. März 1999). Dazu habe der Präsident des Bezirksge-
richts Bremgarten festgestellt, dass das vorliegende Verfah-
ren geschlossen sei. Die Beschwerde an die zweitinstanzliche
Aufsichtsbehörde sei in diesem Punkte abzuweisen.

     Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein,
das Gut U.________ in Wildegg sei bereits gepfändet und amor-
tisiert worden. Wegen Überpfändung müssten die Liegenschaften
in Wohlen aus dem Pfändungsbeschlag entlassen werden. Abge-
sehen davon nehme das Betreibungsamt Wohlen für das Betrei-
bungsamt Möriken-Wildegg seit zwei Jahren die Mietzinsen ein,
ohne je darüber abgerechnet zu haben. Diese Einwendungen
können nicht gehört werden, denn die Schuldbetreibungs- und
Konkurskammer ist an die tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz gebunden (Art. 63 Abs. 2 i.V.m. Art. 81 OG), und
neue Tatsachen können vor Bundesgericht nicht vorgebracht
werden (Art. 79 Abs. 1 OG). Die Vorinstanz hat sich weder mit
der vom Beschwerdeführer behaupteten Überpfändung noch mit
der Abrechnung hinsichtlich der Mietzinseinnahmen befasst,
weshalb auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann.

     2.- Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich kostenlos
(Art. 20a Abs. 1 SchKG).

                       Demnach erkennt
          die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer:
          _________________________________________

     1.- Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

     2.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Betrei-
bungsamt Wohlen, Gemeindehaus, 5610 Wohlen AG, und dem Ober-
gericht des Kantons Aargau, Schuldbetreibungs- und Konkurs-
kommission, als oberer Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs-
und Konkurssachen schriftlich mitgeteilt.

                       ______________

Lausanne, 4. Dezember 2000

      Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
             des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
                       Der Präsident:

                   Der Gerichtsschreiber: