Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 7B.22/2005
Zurück zum Index Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 2005
Retour à l'indice Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 2005


7B.22/2005 /bnm

Urteil vom 21. April 2005
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber Levante.

X. ________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat Erik Wassmer,

gegen

Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als obere kantonale
Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, Postfach, 8023
Zürich.

Arrestvollzug; Rückweisung eines Betreibungsbegehrens,

SchKG-Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuld-
betreibungs- und Konkurssachen vom 18. Januar 2005 (NR040083/U).

Sachverhalt:

A.
Mit Arrestbefehl vom 29. April 2004 verfügte die Arrestrichterin am
Bezirksgericht Bülach auf Begehren von X.________ die Verarrestierung des
Freizügigkeitskontos von Y.________ bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG
für die Forderungssumme von Fr. 42'920.--. Am 30. April 2004 vollzog das
Betreibungsamt A.________ den Arrest in Abwesenheit des Schuldners und zeigte
der Stiftung Auffangeinrichtung BVG gleichentags die Verarrestierung der
Forderung im Umfang von Fr. 44'000.-- an. In der Arresturkunde vom 4. Mai
2004 hielt das Betreibungsamt als Nachtrag fest, dass die Forderung gemäss
Mitteilung der Stiftung Auffangeinrichtung BVG vom 3. Mai 2004 mangels
Auszahlungsbegehren nicht fällig sei; der Arrestierung könne daher keine
Folge geleistet werden. Am 5. Mai 2004 teilte das Betreibungsamt X.________
mit, dem Begehren vom 30. April 2004 zur Einleitung der Betreibung für die
verarrestierte Forderung könne nicht entsprochen werden.

B.
X.________ gelangte mit Beschwerde an das Bezirksgericht Bülach als untere
kantonale Aufsichtsbehörde über die Betreibungsämter und verlangte im
Wesentlichen, es sei das Betreibungsamt anzuweisen, die Verarrestierung des
Freizügigkeitskontos zu vollziehen und dem Betreibungsbegehren stattzugeben.
Mit Beschluss vom 10. August 2004 wies die untere Aufsichtsbehörde die
Beschwerde ab. Auf Beschwerde von X.________ hin beschloss das Obergericht
des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als obere kantonale Aufsichtsbehörde in
Schuldbetreibungs- und Konkurssachen am 18. Januar 2005, den Arrestvollzug
aufzuheben (Dispositiv-Ziffer 1) und den Antrag auf Zustellung eines
Zahlungsbefehls abzuweisen (Dispositiv-Ziffer 2). Weiter wies die obere
Aufsichtsbehörde das Betreibungsamt an, die Kosten für die Rückweisung des
Betreibungsbegehrens zurückzuerstatten (Dispositiv-Ziffer 3).

C.
X.________ hat den Beschluss der oberen Aufsichtsbehörde mit
Beschwerdeschrift vom 3. Februar 2005 (rechtzeitig) an die Schuldbetreibungs-
und Konkurskammer des Bundesgerichts weitergezogen und beantragt im
Wesentlichen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei das
Betreibungsamt anzuweisen, die Verarrestierung des Freizügigkeitskontos zu
vollziehen. Weiter verlangt sie aufschiebende Wirkung und ersucht um
unentgeltliche Rechtspflege.
Die obere Aufsichtsbehörde hat anlässlich der Aktenüberweisung auf
Gegenbemerkungen (Art. 80 OG) verzichtet. Das Betreibungsamt schliesst auf
Abweisung der Beschwerde. Der Arrestschuldner als Beschwerdegegner beantragt
ebenfalls die Abweisung der Beschwerde und ersucht um unentgeltliche
Rechtspflege. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG als Drittschuldnerin und
Beschwerdegegnerin hat sich nicht vernehmen lassen.

Mit Präsidialverfügung vom 10. Februar 2005 wurde der Beschwerde dahingehend
aufschiebende Wirkung erteilt, als dass der Widerruf des Arrestvollzuges
(Nachtrag) vom 4. Mai 2004 einstweilen unbeachtlich sei.

Die Kammer zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 79 Abs. 1 ist in der Beschwerdeschrift anzugeben, welche
Abänderung des angefochtenen Entscheides beantragt wird. Die
Beschwerdeführerin verlangt, es sei das Betreibungsamt anzuweisen, die
Verarrestierung des Freizügigkeitskontos zu vollziehen. Sie beantragt
insoweit einzig die Aufhebung und Abänderung von Dispositiv-Ziffer 1 des
angefochtenen Beschlusses.

2.
2.1 Die obere Aufsichtsbehörde hat im Wesentlichen festgehalten, dass der
Beschwerdegegner am 6. Mai 2003 unter Hinweis auf die zugesprochene Rente der
Eidgenössischen Invalidenversicherung um Überweisung des "maximal möglichen
Freizügigkeitsanspruchs" ersucht und mit Schreiben vom 29. April 2004 - einen
Tag vor Arrestvollzug - gegenüber der Stiftung Auffangeinrichtung BVG den
Rückzug seines Auszahlungsgesuches mitgeteilt habe. Die Vorinstanz hat
erwogen, es könne offen bleiben, ob der vorzeitige Bezug der Altersleistung
im Sinne von Art. 16 Abs. 2 FZV (SR 831.425) durch einen verheirateten
Versicherten im hier massgeblichen Zeitpunkt die Zustimmung des Ehegatten
vorausgesetzt habe. Ebenso könne offen bleiben, ob der Rückzug des
Zahlungsbegehrens rückwirkend erklärt werden könne. Es sei jedenfalls nicht
rechtsmissbräuchlich, wenn der Beschwerdegegner am 29. April 2004 mitgeteilt
habe, dass er am Begehren nicht mehr festhalte, zumal er sich damit
abgefunden habe, dass die Stiftung Auffangeinrichtung BVG seinem fast seit
einem Jahr hängigen Auszahlungsbegehren nicht Folge geleistet habe. Es stehe
daher fest, dass im Zeitpunkt des Arrestvollzuges keine fällige und damit
pfändbare Forderung des Beschwerdegegners bestanden habe; deshalb sei der
Arrestvollzug gestützt auf Art. 92 Abs. 1 Ziff. 10 SchKG aufzuheben. Selbst
bei der Annahme, dass die Forderung nicht unpfändbar sei, so könnte in
Anbetracht der beschränkten Pfändbarkeit im konkreten Fall lediglich ein
kleiner Bruchteil davon gepfändet bzw. verarrestiert werden.

2.2 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, dass der
Beschwerdegegner gemäss Stellungnahme im kantonalen Verfahren den Rückzug des
Auszahlungsbegehrens zur Vereitelung des Arrestvollzugs vorgenommen habe.
Sodann sei mit dem Auszahlungsbegehren vom 6. Mai 2003 das
Freizügigkeitsguthaben fällig geworden; im Weiteren sei das
Freizügigkeitsguthaben im Falle von Art. 16 Abs. 2 FZV wie ein normales
Bankguthaben sofort abrufbar. Selbst wenn das Einverständnis der Ehefrau wie
bei den Barauszahlungen gemäss Art. 5 FZG (SR 831.42) notwendig wäre, so
würde dieses spätestens in Form des Arrestbegehrens vorliegen. Sodann könne
nicht massgeblich sein, wie lange das Auszahlungsbegehren hängig sei. Die
obere Aufsichtsbehörde habe übergangen, dass das Freizügigkeitsguthaben
unbeschränkt pfändbar bzw. verarrestierbar sei.

3.
3.1 Gemäss Art. 92 Abs. 1 Ziff. 10 SchKG sind Ansprüche auf Vorsorge- oder
Freizügigkeitsleistungen gegen eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge vor
Eintritt der Fälligkeit unpfändbar; dies gilt auch beim Arrestvollzug (Art.
275 SchKG; BGE 121 III 31 E. 2b S. 33). Wenn die Auffangeinrichtung als
Freizügigkeitseinrichtung ein Freizügigkeitskonto führt (vgl. Art. 4 Abs. 2
und 3 FZG), fällt das Freizügigkeitsguthaben vor Fälligkeit ohne weiteres
unter die gemäss Art. 92 Abs. 1 Ziff. 10 SchKG unpfändbaren Vermögenswerte
(BGE 128 III 467 E. 2.2 S. 468; Sergio Bianchi, Previdenza professionale e
diritto esecutivo, in: Angst/Cometta/Gasser [Hrsg.], Schuldbetreibung und
Konkurs im Wandel, Basel 2000, S. 218). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin handelt es sich daher beim Freizügigkeitsguthaben des
Beschwerdegegners bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG nicht um ein
"normales, jederzeit abrufbares Bankguthaben", und die obere Aufsichtsbehörde
hat in Bezug auf das fragliche Guthaben des Beschwerdegegners zu Recht
geprüft, ob die Voraussetzungen der Unpfändbarkeit gemäss Art. 92 Abs. 1
Ziff. 10 SchKG gegeben sind.

3.2 Nach Art. 16 Abs. 2 FZV wird im Fall, dass die Versicherten eine volle
Invalidenrente der Eidgenössischen Invalidenversicherung beziehen und das
Invaliditätsrisiko (nach Art. 10 Abs. 2 und 3 zweiter Satz FZV) nicht
zusätzlich versichert wird, die Altersleistung auf Begehren der Versicherten
vorzeitig ausbezahlt.

Nach den kantonalen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 63 Abs. 2 i.V.m. Art. 81
OG) hat der Beschwerdegegner von der Stiftung Auffangeinrichtung BVG am 6.
Mai 2003 die Auszahlung seines Freizügigkeitsguthabens verlangt; seinem
Begehren hat er den Antrag vom 5. April 2001 seiner früheren
Vorsorgeeinrichtung auf Errichtung eines Freizügigkeitskontos gemäss Art. 4
Abs. 2 FZG bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG sowie die Verfügung der
Eidgenössischen Invalidenversicherung vom 23. April 2003 beigelegt, mit der
ihm zufolge eines IV-Grades von 100% eine volle Invalidenrente ab 1.
September 2002 zugesprochen wurde. Die untere Aufsichtsbehörde hat
festgehalten, dass der Beschwerdegegner die Auszahlung der Altersleistungen
gestützt auf den in Art. 16 Abs. 2 FZV vorgesehenen Tatbestand wollte. Die
obere Aufsichtsbehörde geht in tatsächlicher Hinsicht ebenfalls davon aus,
dass der Beschwerdegegner mit Jahrgang 1956 als Versicherter, der eine ganze
IV-Rente bezieht und nicht zusätzlich gegen das Invaliditätsrisiko versichert
ist, das Gesuch gestützt auf Art. 16 Abs. 2 FZV stellen wollte. Etwas anderes
behauptet der Beschwerdegegner selber nicht. Die vom Beschwerdegegner
erwähnte Ablehnung des Gesuches im Mai 2003 durch Verfügung der Stiftung
Auffangeinrichtung BVG findet im angefochtenen Entscheid in tatsächlicher
Hinsicht keine Stütze. Fest steht, dass die Auszahlung durch die Stiftung
Auffangeinrichtung BVG nicht erfolgt ist. Umstritten ist allerdings, ob die
Nicht-Fälligkeit als Voraussetzung zur Unpfändbarkeit gemäss Art. 92 Abs. 1
Ziff. 10 SchKG gegeben ist.

3.2.1 Nach der Rechtsprechung ist das Begehren gemäss Art. 5 FZG um
Barauszahlung der Austrittsleistung im Freizügigkeitsfall eine Suspensiv- und
Potestativbedingung, von der die Fälligkeit der Austrittsleistung abhängt
(BGE 121 III 31 E. 2b S. 33; 120 III 75 E. 1a S. 77; 119 III 18 E. 3c S. 21;
Bianchi, a.a.O., S. 218). Die obere Aufsichtsbehörde hat diese Regel auf das
Begehren gemäss Art. 16 Abs. 2 FZV um vorzeitige Auszahlung der
Altersleistung eines Versicherten mit voller Invalidenrente übertragen. Ob es
sich beim Begehren gemäss Art. 16 Abs. 2 FZV ebenfalls um eine Suspensiv- und
Potestativbedingung zur Fälligkeit handelt oder - wie die Beschwerdeführerin
meint - um ein Begehren um Auszahlung einer bereits mit Eintritt der
Vollinvalidität fälligen Leistung, braucht nicht abschliessend erörtert zu
werden. Selbst wenn es sich um eine Suspensiv- und Potestativbedingung
handelte, wäre im konkreten Fall das Guthaben auf dem Freizügigkeitskonto
spätestens mit dem Auszahlungsbegehren des Beschwerdegegners vom 6. Mai 2003
fällig geworden.

3.2.2 Folglich ist weiter zu prüfen, ob an diesem Ergebnis (Fälligkeit) etwas
ändert, dass nach den Tatsachenfeststellungen im angefochtenen Beschluss die
Ehefrau des Beschwerdegegners gegenüber der Stiftung Auffangeinrichtung BVG
keine Zustimmung zum Auszahlungsbegehren erklärt hatte.

Art. 16 FZV hat die Auszahlung der Altersleistungen zum Gegenstand und setzt
- anders als Art. 5 FZG (i.V.m. Art. 14 FZV) für die dort geregelten
Barauszahlungen - nach dem Wortlaut keine Zustimmung des Ehegatten voraus. Im
Weiteren liegt nach der Lehre keine gesetzliche Lücke vor, wenn die
Zustimmung des Ehegatten gemäss Art. 5 Abs. 2 FZG nur für die
Barauszahlungsbegehren nach Art. 5 Abs. 1 FZG, nicht aber für die Auszahlung
von Altersleistungen in Form von Kapital anstelle Rente nötig ist (Suzette
Sandoz, Prévoyance professionnelle et consentement du conjoint à propos de
l'ATF 125 V 165, SJ 2000 II S. 456, S. 462, S. 464; Frage offen gelassen in
BGE 125 V 165 E. 3b S. 170). Dass das Reglement der Stiftung
Auffangeinrichtung BVG für die vorzeitige Auszahlung gemäss Art. 16 Abs. 2
FZV im Zeitpunkt, in dem der Beschwerdegegner sein Auszahlungsbegehren
gestellt hat (6. Mai 2003), die Zustimmung des Ehegatten verlangt hätte, geht
aus dem angefochtenen Entscheid ebenfalls nicht hervor. Vor diesem
Hintergrund erweist sich das Auszahlungsbegehren des verheirateten
Beschwerdegegners vom 6. Mai 2003 als wirksam, und es erübrigen sich
Erörterungen zu Art. 37 Abs. 5 BVG (in Kraft seit 1. Januar 2005; AS 2004
1677, S. 1700), wonach die Kapitalauszahlung von der schriftlichen Zustimmung
des anderen Ehegatten abhängig gemacht wird (vgl. BBl 2000 S. 2693 f.), zumal
die Rückwirkung dieses gesetzlichen Erfordernisses nicht in Rede steht (vgl.
AS 2004 1677 S. 1697 [Kap. II]; Art. 1 SchlT ZGB).

3.3 Sodann ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer am 29. April 2004 auf sein
Gesuch um Auszahlung zurückkommen konnte. Nach der Rechtsprechung handelt der
Berechtigte, welcher sein Barauszahlungsbegehren gemäss Art. 5 FZG in der
Absicht widerruft, seinen Anspruch gegenüber der Vorsorgeeinrichtung der
Arrestierung zu entziehen, rechtsmissbräuchlich und der Widerruf bleibt
unbeachtlich (BGE 120 III 75 E. 1d S. 78; Vonder Mühll, in: Kommentar zum
Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, N. 41 zu Art. 92 SchKG;
Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la
faillite, N. 203 zu Art. 92 SchKG). Die obere Aufsichtsbehörde hat zu Recht
gefolgert, dass - wie die Ausübung jeden Rechts - auch das
Auszahlungsbegehren gemäss Art. 16 Abs. 2 FZV unter dem Vorbehalt des
Rechtsmissbrauchsverbots (Art. 2 ZGB) steht.

3.3.1 Nach den kantonalen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 63 Abs. 2 i.V.m.
Art. 81 OG) hat der Beschwerdegegner am 29. April 2004 - am Tag des Erlasses
des Arrestbefehls - (via Telefax und Post)  gegenüber der Stiftung
Auffangeinrichtung BVG mitgeteilt, dass er sein Begehren vom Mai 2003 um
Auszahlung des Freizügigkeitskontos zurückziehe. Die Vorinstanz hat
Rechtsmissbrauch verneint, weil sich der Beschwerdegegner seit einem Jahr mit
der Aufrechterhaltung des Freizügigkeitskontos durch die Stiftung
Auffangeinrichtung BVG abgefunden habe. Entgegen dieser Auffassung lässt sich
indessen Rechtsmissbrauch nicht unter Hinweis auf die Tatsache verneinen,
dass zwischen dem Auszahlungsbegehren und dessen Rückzug längere Zeit
verstrichen ist; genauso wenig könnte allein die bloss kurze Dauer zwischen
Begehren und Rückzug die Annahme des Rechtsmissbrauchs rechtfertigen.

3.3.2 Die obere Aufsichtsbehörde verneint Rechtsmissbrauch für den Fall, dass
der Beschwerdegegner sein Auszahlungsbegehren tatsächlich angesichts des
drohenden Arrestes zurückziehen wollte. Der Beschwerdegegner selber hat (in
seinen Stellungnahmen an die kantonalen Aufsichtsbehörden) den Rückzug damit
erklärt, dass dieser "der guten Ordnung halber" erfolgt sei und "eine
Vorsichtsmassnahme" dargestellt habe, weil er vorausgesehen habe, dass "die
Beschwerdeführerin auf die Idee kommen könnte, zu behaupten, es sei ein
Auszahlungsbegehren hängig"; er habe keine Unterhaltsansprüche der
Beschwerdeführerin vereiteln wollen (Stellungnahme an das Bundesgericht).

Wenn feststeht, dass der Beschwerdegegner sein Auszahlungsbegehren am Tag des
Arrestes zurückgezogen und er weiter den Rückzug des Auszahlungsbegehren als
eine ordnungsmässige Vorsichtsmassnahme in Bezug auf das Vorgehen - mithin
das Arrestbegehren - der Beschwerdeführerin erklärt hat, muss davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdegegner das Auszahlungsbegehren in der
Absicht widerrufen hat, seinen Anspruch gegenüber der
Freizügigkeitseinrichtung der Arrestlegung zu entziehen, und dies einzig dem
Ziel diente, die Unterhaltsansprüche der Gläubigerin zu schädigen. Die obere
Aufsichtsbehörde hat folglich übergangen, dass der Beschwerdegegner
rechtsmissbräuchlich gehandelt hat und sein Widerruf vom 29. April 2004
unbeachtlich bleiben muss. Bei diesem Ergebnis braucht die (in BGE 120 III 75
E. 1d S. 78 offen gelassene) Frage, ob ein Versicherter ein
Auszahlungsbegehren gemäss Art. 5 FZG bzw. Art. 16 Abs. 2 FZV überhaupt
widerrufen kann, nicht weiter erörtert zu werden. Nach dem Gesagten steht
fest, dass die zu verarrestierende Forderung gegenüber der Stiftung
Auffangeinrichtung BVG - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - fällig und
daher nicht unpfändbar gemäss Art. 92 Abs. 1 Ziff. 10 SchKG ist.

3.4 Schliesslich ist strittig, ob die Auszahlung der Altersleistung
unbeschränkt oder beschränkt pfändbar ist. Gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG können
Renten und Kapitalabfindungen, die nicht nach Art. 92 SchKG unpfändbar sind,
nur soweit gepfändet werden, als sie für den Schuldner und seine Familie
unpfändbar sind (BGE 120 III 71 E. 4 S. 75; Bianchi, a.a.O., S. 223; Vonder
Mühll, a.a.O., N. 12 ff. zu Art. 93 SchKG).
Vorliegend geht es um eine fällige Leistung nach Art. 16 FZV, mithin um die
Auszahlung der Altersleistungen. Diese bedeuten für den Versicherten die
materielle Grundlage für die Bestreitung des Lebensunterhaltes nach dem
Altersrücktritt (Art. 16 Abs. 1 FZV) bzw. bei voller Invalidität vor dem
Erreichen des Rücktrittsalters (Art. 16 Abs. 2 FZV; vgl. Erläuterungen des
Bundesamtes für Sozialversicherung zur Freizügigkeitsverordnung, Mitteilungen
über die berufliche Vorsorge Nr. 30 vom 5. Oktober 1994, S. 14). Davon
unterscheiden sich die Fälle von Art. 5 Abs. 1 FZG, in denen die erbrachte
Barauszahlung der Austrittsleistung - jedenfalls von Gesetzes wegen - nicht
mehr dem künftigen Lebensunterhalt des Empfängers dient und aus diesem Grund
unbeschränkt pfändbar ist (vgl. BGE 117 III 20 E. 4c S. 25; 118 III 18 E. 3
S. 20; Vonder Mühll, a.a.O., N. 14 zu Art. 93 SchKG; Bianchi, a.a.O., S.
223). Vor diesem Hintergrund ist - entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin - nicht zu beanstanden, wenn die obere Aufsichtsbehörde
(in ihrer Eventualbegründung) erwogen hat, dass die hier fällige, noch nicht
ausbezahlte Altersleistung gemäss Art. 16 Abs. 2 FZV unter das beschränkt
pfändbare Einkommen fällt. Folglich ist sie nach der Rechtsprechung in der
Höhe einer Jahresrente pfändbar (Art. 93 Abs. 2 SchKG; BGE 115 III 45 E. 2c
S. 50; Bianchi, a.a.O., S. 223; Vonder Mühll, a.a.O., N. 13 zu Art. 93 SchKG;
kritisch Gilliéron, a.a.O., N. 81 zu Art. 93 SchKG). Da die Forderung des
Beschwerdegegners gegenüber der Stiftung Auffangeinrichtung BVG beschränkt
pfändbar ist, ist das Ergebnis (Verneinung der Pfändbarkeit) der Vorinstanz
mit Art. 93 Abs. 1 SchKG nicht vereinbar; daran ändert nichts, wenn sie im
angefochtenen Beschluss festgehalten hat, im konkreten Fall sei ohnehin "nur
ein kleiner Bruchteil" der fälligen Altersleistung pfändbar bzw.
verarrestierbar.

3.5 Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde die
Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Beschlusses aufzuheben, und das
Betreibungsamt ist anzuweisen, die Forderung des Beschwerdegegners gegenüber
der Stiftung Auffangeinrichtung BVG als Einkommen nach Art. 93 Abs. 1 SchKG
mit Arrest zu belegen.

4.
Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 1 SchKG),
und es darf keine Parteientschädigung zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2
GebV SchKG). Das Gesuch der Beschwerdeführerin und des Beschwerdegegners um
Befreiung von Gerichtskosten ist daher gegenstandslos. Die Voraussetzungen
zur Gewährung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes scheinen sowohl für die
Beschwerdeführerin als auch den Beschwerdegegner erfüllt zu sein (Art. 152
OG).

Demnach erkennt die Kammer:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Ziffer 1 des Beschlusses des
Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als oberer kantonaler
Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen vom 18. Januar 2005
wird aufgehoben und wie folgt geändert:

"Das Betreibungsamt wird angewiesen, die Forderung des Beschwerdegegners
gegenüber der Stiftung Auffangeinrichtung BVG gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG mit
Arrest zu belegen."

2.
2.1 Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung eines unentgeltlichen
Rechtsbeistandes für das bundesgerichtliche Verfahren wird gutgeheissen, und
es wird ihr Advokat Erik Wassmer als Rechtsbeistand beigegeben.

2.2 Advokat Erik Wassmer wird aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr.
1'500.-- ausgerichtet.

3.
3.1 Das Gesuch des Beschwerdegegners Y.________ um Gewährung eines
unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das bundesgerichtliche Verfahren wird
gutgeheissen, und es wird ihm Rechtsanwalt Willy Bolliger als Rechtsbeistand
beigegeben.

3.2 Rechtsanwalt Willy Bolliger wird aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar
von Fr. 1'000.-- ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, den Beschwerdegegnern,  dem
Betreibungsamt A.________ und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und
Konkurssachen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. April 2005

Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin:  Der Gerichtsschreiber: