Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 7B.86/2005
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7B.86/2005 /blb

Urteil vom 18. Juli 2005
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber Schett.

1. W.________,
2.X.________,
3.Y.________,
4.Z.________,
Beschwerdeführer,
alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Mirko Ros,

gegen

Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer,
als obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen,
Postfach, 8023 Zürich.

Festsetzung der Honoraransätze des ausseramtlichen Konkursverwalters und des
Gläubigerausschusses,

SchKG-Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, als obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und
Konkurssachen, vom 12. Mai 2005.

Sachverhalt:

A.
A.a Mit Eingabe vom 28. September 2004 ersuchte Rechtsanwalt W.________ als
ausseramtlicher Konkursverwalter im Konkurs über die S.________ AG im Sinne
eines Vorentscheids beim Bezirksgericht Zürich als untere kantonale
Aufsichtsbehörde über die Betreibungsämter um Genehmigung der Honoraransätze
für sich selber und sein Team. Er verlangte folgendes Honorar: für sich und
seine Partner (Rechtsanwälte) Fr. 400.-- sowie für angestellte Anwälte Fr.
300.-- pro Stunde (inkl. Sekretariatsarbeiten). Ausserdem ersuchte er um
einen Vorentscheid betreffend die Entschädigung der Mitglieder des
Gläubigerausschusses im gleichen Konkursverfahren mit Fr. 320.-- pro Stunde.
Mit Zirkulationsbeschluss vom 3. Dezember 2004 stellte das Bezirksgericht
fest, dass der ausseramtliche Konkursverwalter im Konkurs über die S.________
AG folgende Stundensätze in Rechnung stellen dürfe: Fr. 280.-- für sich
selber, Fr. 280.-- für Partner (Rechtsanwälte), Fr. 220.-- für angestellte
Rechtsanwälte (Mitarbeiter) sowie Fr. 90.-- für Sekretariatsarbeiten.
Bezüglich der Mitglieder des Gläubigerausschusses wurde der Stundenansatz auf
Fr. 220.-- festgesetzt.

A.b Dagegen reichten der ausseramtliche Konkursverwalter und die Mitglieder
des Gläubigerausschusses beim Obergericht des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, als obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und
Konkurssachen Rekurs ein. Sie beantragten, Ziff. 1 des angefochtenen
Beschlusses aufzuheben und festzustellen, dass der Rekurrent 1 als
ausseramtlicher Konkursverwalter im Konkurs über die S.________ AG für sich
Fr. 400.--/h, für Rechtsanwälte (Partner) Fr. 400.--/h sowie für
Rechtsanwälte (Mitarbeiter) Fr. 300.--/h, alles inkl. Sekretariatsarbeiten,
in Rechnung stellen dürfe. Eventualiter wurde beantragt, für den
ausseramtlichen Konkursverwalter sowie für Rechtsanwälte (Partner) Fr.
310.--/h und für Rechtsanwälte (Mitarbeiter) Fr. 220.--/h in Rechnung stellen
zu können, zuzüglich je Fr. 90.--/h für Sekretariatsarbeiten. Hinsichtlich
der Mitglieder des Gläubigerausschusses wurde die Bewilligung eines
Stundenansatzes von Fr. 320.--/h je Mitglied beantragt, ohne
Sekretariatsarbeiten.
Mit Entscheid vom 12. Mai 2005 beschloss das Obergericht:
"1.Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Demgemäss wird im Sinne eines Vorentscheids festgestellt, dass der
ausseramtliche Konkursverwalter im Konkurs über die S.________ AG folgende
Stundenansätze in Rechnung stellen darf:
a.a. Konkursverwalter Fr. 280.00 / h
Rechtsanwalt (Partner) Fr. 280.00 / h
Rechtsanwalt (Mitarbeiter)  Fr. 220.00 / h
Sekretariatsarbeiten Fr. 90.00 / h
3.Weiter wird im Sinne eines Vorentscheids festgestellt, dass die Mitglieder
des Gläubigerausschusses im Konkurs über die S.________ AG folgende
Stundenansätze in Rechnung stellen dürfen:
Mitglieder Gläubigerausschuss Fr. 220.00 / h
Sekretariatsarbeiten Fr. 90.00 / h..."

B.
W. ________, X.________, Y.________ und Z.________ haben mit Beschwerde vom
27. Mai 2005 die Sache an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des
Bundesgerichts weitergezogen. Sie beantragen:
"1.Es sei in Gutheissung der Beschwerde Ziff. 2 des Beschlusses des
Obergerichts Zürich im Verfahren NV040017 vom 12. Mai 2005 aufzuheben, und es
sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer 1 als ausseramtlicher
Konkursverwalter im Konkurs über die S.________ AG folgende Stundenansätze in
Rechnung stellen darf:
a.a. Konkursverwalter: CHF 310.-/Std. (sowie zusätzlich CHF 90.-/Std. für
Sekretariatsarbeiten),
Rechtsanwalt (Partner) CHF 310.-/Std. (sowie zusätzlich CHF 90.-/Std. für
Sekretariatsarbeiten,
Rechtsanwalt (Mitarbeiter) CHF 220.-/Std. (sowie zusätzlich CHF 90.-/Std. für
Sekretariatsarbeiten).

2. Es sei in Gutheissung der Beschwerde Ziff. 3 des Beschlusses des
Obergerichts Zürich im Verfahren NV040017 vom 12. Mai 2005 aufzuheben, und es
sei festzustellen, dass die Beschwerdeführer 2-4 in ihrer Funktion als
Mitglieder des Gläubigerausschusses im Konkurs über die S.________ AG
folgenden Stundenansatz in Rechnung stellen dürfen:
Mitglieder Gläubigerausschuss: CHF 260.-/Std. (sowie zusätzlich CHF 90.-/Std.
für Sekretariatsarbeiten)."
Das Obergericht des Kantons Zürich hat bei der Aktenübersendung auf
Gegenbemerkungen verzichtet (Art. 80 OG). Es wurden keine Vernehmlassungen
eingeholt.

Die Kammer zieht in Erwägung:

1.
1.1 Die Verfügung, mit der einstweilen lediglich der anwendbare Stundenansatz
festgelegt wird, um dann anhand der von der ausseramtlichen Konkursverwaltung
einzureichenden detaillierten Zusammenstellung des Aufwands das Entgelt
endgültig bestimmen zu können, ist, obschon sie als Zwischenentscheid
erscheint, nach Art. 19 Abs. 1 SchKG beim Bundesgericht anfechtbar (BGE 130
III 611 E. 1.1).
1.2 Die kantonale Aufsichtsbehörde, die aufgefordert worden ist, die
Entschädigung der ausseramtlichen Konkursverwaltung gemäss Art. 47 GebV SchKG
(SR 281.35) festzusetzen, verfügt über einen grossen Ermessensspielraum. Die
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts kann einen derartigen
Ermessensentscheid einzig daraufhin überprüfen, ob die kantonale
Aufsichtsbehörde allenfalls bundesrechtliche Verfahrensvorschriften oder das
ihr zustehende Ermessen überschritten oder missbraucht habe (Art. 19 Abs. 1
SchKG). Letzteres trifft dann zu, wenn Kriterien mitberücksichtigt worden
sind, die keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn umgekehrt
rechtserhebliche Umstände ausser Acht gelassen worden sind (dazu BGE 130 III
176 E. 1.2 , 611 E. 1.2; 110 III 69 E. 2 S. 71, je mit Hinweisen).

2.
2.1 Die Vorinstanz führt einleitend aus, die Entschädigung der ausseramtlichen
Konkursverwaltung und des Gläubigerausschusses bestimme sich nach der
Gebührenverordnung zum SchKG (Art. 1 und Art. 43 ff. GebV SchKG). Für
anspruchsvolle Verfahren setze die Aufsichtsbehörde das Entgelt für die
amtliche und ausseramtliche Konkursverwaltung fest; ferner könne sie in
solchen Verfahren die in der Verordnung vorgesehenen Entschädigungsansätze
für die Mitglieder des Gläubigerausschusses erhöhen (Art. 47 GebV SchKG).
Dass es sich vorliegend um ein anspruchsvolles Verfahren im Anwendungsbereich
von Art. 47 GebV SchKG handle, sei vom Bezirksgericht zu Recht bejaht worden.
Ohne die grossen Insolvenzen der letzten Jahre rangieren zu wollen, stehe
auch fest, dass jene bezüglich der Erbgruppe zu den bedeutendsten gehöre.
Davon sei im Folgenden auszugehen. Ebenfalls unstreitig sei, dass die
einschlägigen Qualifikationen des Konkursverwalters und auch jene der
Mitglieder des Gläubigerausschusses gerichtsnotorisch seien und dass ihre
Eignung für die Mandate ausser Frage stehe.

2.2 Nach den Honoraransätzen des Zürcher Anwaltsverbandes betrage der
Stundenansatz bei einem Interessenwert von über Fr. 4 Mio. Fr. 280.-- bis Fr.
480.--. Lasse sich der Interessenwert nicht ziffernmässig bestimmen, sei ein
Stundenansatz von Fr. 180.-- bis Fr. 280.-- vorgesehen. Bei besonderen
Schwierigkeiten (z.B. Fremdsprachigkeit, internationale Tatbestände,
Beanspruchung von Spezialkenntnissen) könnten diese Ansätze bis auf das
Doppelte erhöht werden (Art. 3 und 4 der Honoraransätze Zürcher
Anwaltsverband). Die Treuhand-Kammer (Schweizerische Kammer der
Wirtschaftsprüfer, Steuerexperten und Treuhandexperten) empfehle bei
anspruchsvolleren Arbeiten für Betriebsinhaber, Partner, Direktoren sowie
entsprechend qualifizierte Berater mit langjähriger Erfahrung einen
Stundenansatz von Fr. 260.-- bis Fr. 420.--, für Mandatsleiter von grösseren
Mandaten, Abteilungsleiter, stellvertretende Direktoren, Vizedirektoren sowie
entsprechend qualifizierte Berater mit mehrjähriger Erfahrung Fr. 220.-- bis
Fr. 340.--, Mandatsleiter, Prokuristen sowie entsprechend qualifizierte
Mitarbeiter Fr. 180.-- bis Fr. 280.-- und Assistenten, Sachbearbeiter,
Sekretariatsmitarbeiter Fr. 100.-- bis Fr. 160.-- als Stundenansatz. Auch
hier sei in besonderen Fällen (z.B. besondere Verantwortung, bedeutende
Interessen oder Erfordernis spezieller Kenntnisse und Erfahrung) eine
Erhöhung der Ansätze bis maximal auf das Doppelte vorgesehen (Ziff. 2.1 und
2.2 der Honorarempfehlung der Treuhand-Kammer).

2.3 Die obere Aufsichtsbehörde bemerkt dazu, diese Ansätze könnten nach dem
Gesagten vorliegend nur sehr bedingt Berücksichtigung finden. Das müsse jedem
Privaten, der freiwillig die öffentlich-rechtliche Funktion des
ausseramtlichen Konkursverwalters oder des Gläubigerausschusses übernehme,
bewusst sein (so auch ZR 98 Nr. 44 mit Verweis auf BGE 103 III 65 E. 2 S.
67). Gleich verhalte es sich damit, was die Rekurrenten bezüglich
branchenüblicher Tarife für anwaltliche Dienstleistungen im Bereich des
internationalen Wirtschaftsrechts vorbrächten. Diese Ansätze bezögen sich auf
privatrechtliche Mandate. Nicht näher einzugehen sei auf das von den
Rekurrenten geltend gemachte "unerklärliche Spannungsfeld" zwischen
staatlicher Reglementierung (Honorierung) und Gläubigerautonomie (Einsetzung
und Wahl), da das Gesetz diesbezüglich eine klare Regelung enthalte. Immerhin
bleibe anzumerken, dass die Einsetzung und Wahl der ausseramtlichen
Konkursverwaltung und des Gläubigerausschusses (lediglich) mit
Mehrheitsbeschluss erfolge. Dem Bezirksgericht sei sodann - zumindest im
Grundsatz - auch darin zuzustimmen, dass besondere Fach- und Sprachkenntnisse
nicht bzw. jedenfalls nicht generell als Erhöhungsfaktor gewertet werden
könnten. In Bezug auf gewisse spezielle Kenntnisse verstehe sich das
teilweise von selbst: So seien zum Beispiel für die Übernahme eines
internationalen Mandates englische Sprachkenntnisse eine Grundvoraussetzung.
Diese könnten deshalb nicht zu einer Erhöhung des Ansatzes führen. Die
Entschädigungsansätze bestimmten sich aber auch sonst grundsätzlich nicht
nach den Qualifikationen der Amtsträger, sondern nach der Schwierigkeit und
Bedeutung der übernommenen Aufgabe. Zwar könnten im Einzelfall gewisse
besondere Qualifikationen wohl Berücksichtigung finden, so zum Beispiel wenn
dadurch der Beizug von Hilfspersonen entfalle oder eine erhöhte Effizienz zu
erwarten sei; dem seien aber sogleich auch wieder enge Grenzen gesetzt: So
lasse sich zum Beispiel nicht sagen, ein Stundenansatz von Fr. 220.-- sei
deshalb nicht angebracht, weil es sich (bei den Mitgliedern des
Gläubigerausschusses) um erfahrene, ausgewiesene Spezialisten handle. Der
Ansatz bestimme sich nach der Aufgabe; den Mitgliedern des
Gläubigerausschusses komme aber keine eigentliche geschäftsleitende Funktion
zu, sondern sie seien - als Gläubigervertretung - in Kontroll- und
Aufsichtsfunktion tätig. Es rechtfertige sich daher ohne weiteres - und zwar
unbesehen darum, dass die Mitglieder des Gläubigerausschusses über
gleichwertige Qualifikationen wie der Konkursverwalter verfügten - einen
tieferen Ansatz als beim Konkursverwalter festzusetzen.

3.
3.1 Die Beschwerdeführer werfen der Vorinstanz Ermessensmissbrauch vor
betreffend die Nichtberücksichtigung ihrer Fremdsprachenkenntnisse und ihrer
internationalen Beziehungen und die Nichtbeachtung der
Referenzstundenansätze.

3.1.1 Wie in E. 2.1 erwähnt wurde, hat die obere Aufsichtsbehörde einleitend
festgehalten, die Fachkompetenz des Konkursverwalters und der Mitglieder des
Gläubigerausschusses sei gerichtsnotorisch und über jeden Zweifel erhaben. Da
diese Beurteilung für die Kammer von vornherein verbindlich ist (Art. 63 Abs.
2 i.V.m. Art. 81 OG), sind die Befähigungsnachweise, welche die
Beschwerdeführer zusätzlich vorbringen, nicht mehr erforderlich und zudem
nicht zulässig (Art. 79 Abs. 1 OG).

3.1.2 Mit Bezug auf die Fremdsprachenkenntnisse hat die Vorinstanz
ausgeführt, für die Übernahme eines internationalen Mandates seien englische
Sprachkenntnisse eine Grundvoraussetzung. Diese könnten deshalb nicht zu
einer Erhöhung des Ansatzes führen. Die Beschwerdeführer setzten sich mit
diesem - stichhaltigen - Argument nicht im Sinne von Art. 79 Abs. 1 OG
auseinander (dazu: BGE 119 III 49 E. 1), sondern bringen vor, aufgrund ihres
grossen fachlichen und sprachlichen Know-hows seien sie besonders effizient
und könnten die Aufgaben in kürzerer Zeit erledigen als andere. Es ist nicht
ersichtlich, inwiefern die obere Aufsichtsbehörde Bundesrecht verletzt haben
soll, indem sie erwogen hat, der Honoraransatz bestimme sich nach der
Aufgabe. Sie hat auch nicht in Abrede gestellt, eine besondere Qualifikation
könne berücksichtigt werden, wenn eine erhöhte Effizienz zu erwarten sei, und
sie hat dies hinsichtlich der vorliegenden Mandate auch nicht infrage
gestellt. Das Bundesgericht hat denn auch immer die spezielle Erfahrung als
Faktor bei der Honorarbemessung berücksichtigt (BGE 130 III 611 E. 4.1 S.
618). Es ist auch unbestritten, dass das "internationale Netzwerk", über das
die Beschwerdeführer verfügen, gerade beim Verkauf von Beteiligungen - worauf
in der Beschwerdeschrift hingewiesen wird - für die Gläubigerinteressen von
grossem Wert ist. Das bedeutet indessen nicht, dass das Honorar primär nach
den Qualifikationen der Amtsträger, sondern grundsätzlich nach der
Schwierigkeit und Bedeutung der sich stellenden Aufgaben festzusetzen ist (E.
3.1.3 nachfolgend).

3.1.3 Die Aufsichtsbehörde des Kantons Neuenburg hatte in dem vom
Bundesgericht beurteilten Fall (BGE 130 III 611 E. 3.2 S. 617; Praxis 2005
Nr. 66 S. 505) für die Verrichtungen der ausseramtlichen Konkursverwaltung
drei Kategorien unterschieden: Die erste Kategorie beinhaltet grundlegende
Organisationsentscheide im Rahmen eines komplexen Verfahrens, Vorbereitung
und Fällung von wesentlichen strategischen Entscheidungen, Verhandlung der
wichtigsten Rechtsstreitigkeiten sowie, im Falle, dass der Konkursverwalter
selbst Prozessbeauftragter ist, Wahl der rechtlichen Verteidigungs- oder
Angriffsmittel in den nötigen Verfahren. Die zweite Kategorie deckt die
juristischen Recherchen und die gewöhnliche Korrespondenz,
Verfahrenstätigkeiten in einem bestimmten Rahmen, die beschränkte Vertretung
bei Verhandlungen oder die vereinzelte Durchführung solcher sowie die
Unterstützung des Konkursverwalters anlässlich entscheidender Versammlungen
ab. Die letzte Kategorie betrifft schliesslich Ausführungsakte im engen Sinne
sowie Schreibarbeit, das Festlegen von Besprechungsterminen, das Informieren
von interessierten Dritten im Verlaufe der Liquidation.
Obwohl die kantonalen Aufsichtsbehörden nach einer anderen Methode
vorgegangen sind und die anfallenden Arbeiten nicht so detailliert
aufgegliedert haben, kann dieser Aufgabenkatalog für die Beurteilung der
einzelnen Honoraransätze im vorliegenden Fall mit einer um ein Vielfaches
grösseren Konkursmasse (nach Angaben der Beschwerdeführer ca. Fr. 3,7 Mia.) -
gedanklich - vorangestellt werden. Denn mit dem wiederholt vorgebrachten
Argument, es seien in diesem äusserst komplexen Konkurs besondere Kenntnisse
nötig, lassen sich nicht bei allen Verrichtungen höhere Ansätze rechtfertigen
(BGE 120 III 97 vor E. 3a S. 100).

3.1.4 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer hat die Vorinstanz Art. 47
GebV SchKG nicht verletzt, wenn sie erwogen hat (E. 2.2 hiervor), die
Honoraransätze der relevanten Berufsverbände könnten nur sehr bedingt
Berücksichtigung finden. Die mit der Festlegung des Entgelts beauftragte
Aufsichtsbehörde kann Tarifordnungen, wie zum Beispiel diejenige der
Treuhand-Kammer, berücksichtigen, sie ist jedoch nicht an diese Tarife
gebunden. Die zugesprochene Entschädigung muss aber in einem vernünftigen
Verhältnis zum Gebührentarif des SchKG stehen; dabei ist auch dessen sozialer
Charakter zu beachten. So rechtfertigt es sich, für die anwaltliche Tätigkeit
unter dem maximal zulässigen Ansatz des vom kantonalen Anwaltsverband
festgesetzten Tarifs zu bleiben (BGE 130 III 611 E. 3.1 S. 616 mit Verweis
auf BGE 120 III 97 und die dort zitierten Urteile). Im zuletzt genannten
Urteil wurde erwogen (E. 3a S. 101), mit Blick auf diese Überlegungen, die
dem Gebührentarif zu Grunde lägen, liesse es sich ohne weiteres
rechtfertigen, die anwaltliche Tätigkeit im Rahmen der ausserordentlichen
Konkursverwaltung gleich zu entschädigen wie die amtliche Verteidigung.
Gemäss § 15 Abs. 2 der Verordnung des Obergerichts des Kantons Zürich vom 10.
Juni 1987 über die Anwaltsgebühren bemisst sich die Entschädigung des
amtlichen Verteidigers gemäss § 9 nach dem notwendigen Zeitaufwand; sie
beläuft sich in der Regel auf Fr. 110.-- bis Fr. 250.-- für die Stunde. Die
Beschwerdeführer können sich deshalb von vornherein nicht auf den
Vernehmlassungsentwurf betreffend die Verordnung des Obergerichts über die
Anwaltsgebühren berufen, wonach eine Erhöhung der Stundenansätze von 40 %
angestrebt werden soll. Unzutreffend ist ihre Rüge, die Vorinstanz habe den
Begriff der "sozialen Komponente" falsch interpretiert. So könnten nur
bestqualifizierte Konkursverwalter und Mitglieder des Gläubigerausschusses
beurteilen, welche Rechtsansprüche der Masse erfolgreich im Sinne von Art.
260 SchKG durchgesetzt werden könnten. Ein höheres Honorar müsse mit Blick
auf eine höchstmögliche Konkursdividende dem Sozialgedanken nicht
zuwiderlaufen. Das Bundesgericht hat jedoch diesem Aspekt bei der
Honorarbemessung seit der Anweisung der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
vom 30. November 1977 an die Aufsichtsbehörde des Kantons Genf Rechnung
getragen (veröffentlicht in BGE 103 III 65 ff.). Darin wurde unter anderem
festgehalten, es sei im Interesse von Gläubiger und Schuldner, wenn
diejenigen, welche eine Tätigkeit im Bereich der Schuldbetreibung und des
Konkurses ausübten, nicht eine Entschädigung erhielten, die nach
wirtschaftlichen Kriterien - "orientées vers le gain" - berechnet werde (E. 2
S. 67). Ein "marktgerechtes" Honorar, welches vorliegendenfalls verlangt
wird, verträgt sich nach wie vor nicht mit diesen Überlegungen.

3.2 Die obere Aufsichtsbehörde hat folgende Stundenansätze zugelassen: Fr.
280.-- für den a.a. Konkursverwalter und Rechtsanwälte (Partner), Fr. 220.--
für die Rechtsanwälte (Mitarbeiter) und die Mitglieder des
Gläubigerausschusses sowie Fr. 90.-- für Sekretariatsarbeiten.

3.2.1 Vorweg ist zu bemerken, dass sich die Beschwerdeführer mit der
Begründung der vom Obergericht den Mitgliedern des Gläubigerausschusses
zugebilligten Honoraransätzen nicht hinreichend nach Art. 79 Abs. 1 OG
auseinandersetzen. Darauf kann deshalb nicht eingetreten werden. Das Gleiche
gilt auch für den Stundenlohn betreffend Rechtsanwälte (Mitarbeiter).

3.2.2 Die Beschwerdeführer bringen im Weiteren dazu insbesondere vor, das
Obergericht habe in seinen Erwägungen ihre Vorbringen nicht berücksichtigt,
dass der Beschwerdeführer 1 für seine Tätigkeit als Co-Sachwalter der
T.________ mit Fr. 400.-- und die Mitglieder des Gläubigerausschusses mit Fr.
320.-- pro Stunde entschädigt würden. Das Obergericht hat diesen Einwand wie
die anderen Hinweise in diesem Zusammenhang in der Erwägung II S. 5
festgehalten, sich dann aber damit nicht auseinander gesetzt.
Damit rügen die Beschwerdeführer sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV, was nur mit staatsrechtlicher Beschwerde hätte
vorgebracht werden können (Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 81 OG; BGE 126 III 30
E. 1c; 121 III 24 E. 2b S. 28 mit Hinweisen).

3.2.3 In dem zuletzt vom Bundesgericht beurteilten Stundenhonorar eines
ausseramtlichen Konkursverwalters hatte die Aufsichtsbehörde für wesentliche
Aktivitäten im Sinne der Erwägungen Fr. 200.-- (verlangt wurden Fr. 290.--),
für fachspezifische Aktivitäten im Sinne der Erwägungen Fr. 140.-- und für
Vollzugshandlungen Fr. 50.-- zugesprochen (BGE 130 III 611 ff.). Der
Beschwerdeführer verfügte weder über spezielle Erfahrung in dieser Funktion
noch präsentierte er sich als Spezialist im Bereich des Konkursrechts. Das
Bundesgericht erachtete den geforderten Stundenansatz verglichen mit dem von
ihm in BGE 120 III 97 und von kantonalen Gerichten in jüngerer Zeit
beurteilten Fällen, bei welchen Honoraransätze von Fr. 120.-- bis Fr. 220.--
zugelassen wurden, in seiner Situation bei Weitem nicht gerechtfertigt, und
zwar unabhängig davon, dass nach dem normalen Tarif des neuenburgischen
Anwaltsverbands die Sekretariatskosten als separate Mehrkosten verrechnet
werden. Die Kammer befand, die Aufsichtsbehörde habe dem Beschwerdeführer
demnach zu Recht für wesentliche Tätigkeiten im Sinne der ersten Kategorie
einen Stundenansatz von Fr. 200.-- zugebilligt (E. 4.1 S. 619).

3.2.4 Die Beschwerdeführer hatten vor Obergericht für den ausseramtlichen
Konkursverwalter und die Partner-Rechtsanwälte einen Stundenansatz von Fr.
400.-- (inkl. Sekretariatsarbeiten) verlangt, eventualiter Fr. 310.-- sowie
zusätzlich Fr. 90.--/Std. für Sekretariatsarbeiten. Zu dem von der Vorinstanz
genehmigten Stundenansatz von Fr. 280.-- (zusätzlich Fr. 90.--/Std. für
Sekretariatsarbeiten) besteht noch eine Differenz von Fr. 30.--.
Das Obergericht hat dazu ausgeführt, das Bezirksgericht habe erwogen, dass
üblicherweise bei Honoraren für ausseramtliche Konkursverwalter und ihre
Partneranwälte zwischen Fr. 200.-- bis Fr. 280.-- pro Stunde genehmigt
würden. Entsprechend tiefer werde das Honorar für angestellte Anwälte
angesetzt. Honorare für Gläubigerausschussmitglieder, welche - wie vorliegend
- über eine eigene Infrastruktur verfügten, lägen in der Regel zwischen Fr.
200.-- bis Fr. 250.-- (vgl. dazu auch ZR 98 Nr. 44, wo von einem üblichen
Rahmen von Fr. 150.-- bis Fr. 280.-- für den Liquidator [gleiche
Bemessungsfaktoren gemäss Art. 55 Abs. 3 GebV SchKG] und Fr. 160.-- bis Fr.
200.-- für Mitglieder des Gläubigerausschusses ausgegangen werde, wobei der
Liquidator in der Regel noch zusätzlich qualifizierte Sekretariatsarbeiten
mit Fr. 85.-- in Rechnung stellen könne). Diese vorinstanzliche Praxis decke
sich mit der - allerdings nur wenige Fälle umfassenden - Praxis der
beschliessenden Kammer in den letzten zehn Jahren. Wohl möge es zutreffen,
dass - wie die Rekurrenten ausführten - in einzelnen Fällen auch höhere
Ansätze Anwendung fänden; genauso wie es teilweise auch tiefere Ansätze gebe.
Das Obergericht ist mit seinem Entscheid im Rahmen dessen geblieben, was das
Bundesgericht in seiner ebenfalls spärlichen Rechtsprechung zu diesem Thema
als mit Art. 47 GebV SchKG vereinbar befunden hat. Ein Ermessensmissbrauch
liegt somit nicht vor.

3.2.5 Schliesslich rügen die Beschwerdeführer, weil die Vorinstanz bereits
eine Position "Sekretariatsarbeiten" vorgesehen habe, hätte sie bei der
Honorarbemessung für die Konkursverwaltung und den Gläubigerausschuss diesen
(reduzierenden) Faktor nicht noch ein zweites Mal berücksichtigen dürfen.
Indem sie es dennoch getan habe, habe sie ihr Ermessen missbraucht (eventuell
überschritten) und damit Art. 47 GebV SchKG verletzt.
Ein Ermessensmissbrauch liegt auch hier nicht vor. Mit Bezug auf den
Stundenansatz für Sekretariatsarbeiten von Fr. 90.--/h ist das Obergericht
dem Eventualantrag gefolgt. Es hat dazu bemerkt, eine separate Regelung der
Sekretariatsarbeiten erscheine insbesondere deshalb als angebracht, weil zu
erwarten sei, dass sich die aufgewendeten Stunden der Rechtsanwälte und des
Sekretariats nicht unbedingt überschneiden würden, da gerade in grossen
Konkursverfahren auch viele Aufgaben administrativer Art anfielen. Abgesehen
davon, dass die Beschwerdeführer sich damit nicht ansatzweise
auseinandersetzen (Art. 79 Abs. 1 OG), würde ihre Argumentation nur dann
zutreffen, wenn die Konkursabwicklung nur wenig Sekretariatsarbeiten mit sich
brächte, und zudem vorwiegend solche, die nur von sehr qualifizierten
Mitarbeitern ausgeführt werden können, so dass das hierfür zugebilligte
Entgelt praktisch voll beansprucht werden müsste. Nur dann könnte sich das
Verhältnis von Aufwand und Ertrag zu Ungunsten der Beschwerdeführer
verschieben. Auch wenn der Arbeitsplatz Zürich nicht mit La Chaux-de-Fonds
verglichen werden kann, wo die obere Aufsichtsbehörde den Ansatz für
Sekretariatsarbeiten/Vollzugsarbeiten von Fr. 30.-- auf Fr. 50.--/h erhöht
hatte (BGE 130 III 611 ff.), kann die Entschädigung von Fr. 90.-- als gut und
nicht bloss als nur angemessen bezeichnet werden. Da sicher nicht alle
Arbeiten zu diesem Kostenansatz veranschlagt werden müssen, wird damit
mittelbar auch der Stundenlohn des Mandatsleiters erhöht.

4.
Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a SchKG und Art.
61 Abs. 2 lit. a GebV SchKG), und es darf keine Parteientschädigung
zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Demnach erkennt die Kammer:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, dem Bezirksgericht Zürich, 2.
Abteilung, und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als
oberer kantonaler Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. Juli 2005

Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin:  Der Gerichtsschreiber: