Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Staatsrecht 1P.51/2007
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1P.51/2007 /fun

Urteil vom 24. September 2007

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Aemisegger, Eusebio,
Gerichtsschreiber Forster.

X. ________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Tarkan Göksu,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg,
Rue de Zaehringen, 1700 Freiburg,
Kantonsgericht Freiburg, Strafappellationshof, Rathausplatz 2A, Postfach 56,
1702 Freiburg.

Strafverfahren; Beweiswürdigung,

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid
des Kantonsgerichts Freiburg, Strafappellationshof,
vom 13. Dezember 2006.

Sachverhalt:

A.
Das Bezirksstrafgericht der Saane verurteilte X.________ am 22. August 2005
wegen gewerbsmässigen bzw. banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfacher
Sachbeschädigung, Fahrens ohne Führerausweis und Fälschens von Ausweisen zu
30 Monaten Gefängnis. Bei der Beweiswürdigung stützte sich das Strafgericht
unter anderem auf die Ergebnisse einer GPS-Überwachung. Das GPS-Peilgerät war
von der Freiburger Kantonspolizei heimlich am Personenwagen angebracht
worden, der von der mutmasslichen Täterschaft bei einer Einbruchserie (in
dutzende parkierte Fahrzeuge) benutzt wurde. Eine vom Verurteilten gegen das
Strafurteil erhobene Berufung hiess das Kantonsgericht Freiburg,
Strafappellationshof, mit Urteil vom 13. Dezember 2006 teilweise gut. Es
sprach den Angeklagten vom Vorwurf des Fälschens von Ausweisen frei. Im
Übrigen bestätigte das Kantonsgericht die erstinstanzlichen Schuldsprüche wie
auch das Strafmass.

B.
Gegen das Urteil des Kantonsgerichtes gelangte X.________ mit
staatsrechtlicher Beschwerde vom 18. Januar 2007 an das Bundesgericht. Er
beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben, und sämtliche Aktenstellen
betreffend die erfolgte GPS-Überwachung seien aus den Akten zu entfernen.

Mit Präsidialverfügung vom 12. Februar 2007 erkannte das Bundesgericht der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu. Die kantonale Staatsanwaltschaft
beantragt mit Vernehmlassung vom 21. Februar 2007 die Abweisung der
Beschwerde, während das Kantonsgericht auf eine Stellungnahme ausdrücklich
verzichtet hat. Der Beschwerdeführer replizierte am 14. Mai 2007.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Der angefochtene Entscheid datiert vom 13. September 2006. Damit sind hier in
prozessualer Hinsicht die altrechtlichen Verfahrensvorschriften des OG
anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG). Die erhobene staatsrechtliche Beschwerde
erweist sich im Lichte von Art. 84 ff. OG als zulässig.

2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die kantonalen Instanzen hätten ihn
gestützt auf die Resultate einer GPS-Überwachung verurteilt, die illegal
erlangt worden seien und daher nicht hätten verwertet werden dürfen. Dass das
Überwachungsprotokoll dennoch als belastendes Hauptindiz (in 29
Anklagepunkten) gegen ihn verwendet worden sei, erscheine willkürlich und
unfair und verletze seine persönliche Freiheit. Der Beschwerdeführer rügt
neben der Verletzung eines strafprozessualen Beweisverwertungsverbotes eine
im Ergebnis verfassungswidrige Beweiswürdigung.

2.1 Gemäss Art. 32 Abs. 1 BV gilt jede angeschuldigte Person bis zur
rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Daraus leitet die Praxis den
strafprozessualen Grundsatz "in dubio pro reo" ab (BGE 129 I 49 E. 4 S. 58;
128 I 81 E. 2 S. 86; 127 I 38 E. 2a S. 40; 124 IV 86 E. 2a S. 87 f.; 120 Ia
31 E. 2b S. 35, je mit Hinweisen). Als Beweiswürdigungsregel besagt die
Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den
Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei
objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so
verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der
Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind
bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer
möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich
um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche,
die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41;
124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 Ia 31 E. 2c S. 37, je mit Hinweisen).

2.2 Bei der Beurteilung von Fragen der Beweiswürdigung beschränkt sich das
Bundesgericht auf eine Willkürprüfung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn
der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver
Betrachtung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und
schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen Schuld
fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 120 Ia 31 E. 2d S. 38, je mit
Hinweisen). Wird mit staatsrechtlicher Beschwerde eine willkürliche
Beweiswürdigung gerügt, reicht es nicht aus, wenn der Beschwerdeführer zum
Beweisergebnis frei plädiert und darlegt, wie seiner Auffassung nach die
vorhandenen Beweise richtigerweise zu würdigen gewesen wären, wie er dies in
einem appellatorischen Verfahren mit freier Rechts- und Tatsachenüberprüfung
tun könnte. Er muss gemäss ständiger Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 1 lit. b
OG vielmehr aufzeigen, inwiefern die angefochtene Beweiswürdigung die
Verfassung dadurch verletzen sollte, dass sie im Ergebnis offensichtlich
unhaltbar wäre (vgl. BGE 129 I 49 E. 4 S. 58; 128 I 81 E. 2 S. 86, 295 E. 7a
S. 312; 127 I 38 E. 3c S. 43; 125 I 71 E. 1c S. 76, je mit Hinweisen).

2.3 Im Rahmen der Beweiswürdigung ist zu prüfen, ob die einzelnen zulässigen
Beweiselemente (soweit in der Beschwerde substanziiert beanstandet)
willkürfrei gewürdigt worden sind und ob bei objektiver Betrachtung des
gesamten Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings
nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Angeklagten fortbestehen
(vgl. E. 4). Bevor dies geprüft werden kann, muss geklärt werden, auf welche
zulässigen Beweismittel überhaupt abgestellt werden kann bzw. ob die
kantonalen Instanzen im Rahmen ihrer Beweiswürdigung ein strafprozessuales
Beweisverwertungsverbot missachtet haben (vgl. E. 3).

3.
Unbestritten ist zunächst, dass beim heimlichen Anbringen eines
GPS-Überwachungsgerätes am Fahrzeug der Ehefrau des Beschwerdeführers und bei
der anschliessenden ca. zwei Monate dauernden technischen Überwachung des
Aufenthaltsortes des Fahrzeuges durch die Kantonspolizei gesetzliche
Vorschriften missachtet wurden. Im angefochtenen Entscheid wird festgestellt,
dass die Kantonspolizei die technische Überwachungsmassnahme aus eigener
Initiative durchführte, ohne Anordnung durch einen Untersuchungsrichter und
ohne Bewilligung durch den Zwangsmassnahmenrichter. Es habe an einer
gesetzlichen Grundlage für eine reine Polizeimassnahme gefehlt. Das kantonale
Polizeigesetz erlaube den Polizeiorganen weder die langfristige Observierung
von Verdächtigen noch den unbewilligten Einsatz des fraglichen technischen
Überwachungsgerätes zu Ermittlungszwecken. Bei einer analogen Anwendung der
einschlägigen strafprozessualen Bestimmungen (nämlich der damals
massgeblichen aArt. 134 ff. StPO/FR) auf die GPS-Datenüberwachung wären die
formellen gesetzlichen Vorschriften nicht erfüllt gewesen.

Im angefochtenen Entscheid wird jedoch erwogen, dieser Formmangel führe hier
nicht zu einem absoluten Beweisverwertungsverbot. Das öffentliche Interesse
an der Aufklärung der untersuchten Serie von Einbruchdiebstählen wiege im
vorliegenden Fall schwerer als das Interesse der Fahrzeughalterin bzw. der
Fahrzeugbenutzer (im Lichte der persönlichen Freiheit), dass die Standorte
bzw. Bewegungen des überwachten Fahrzeuges nicht zwei Monate lang
systematisch erfasst würden.

3.1 Der Beschwerdeführer wendet ein, beim GPS-Überwachungsprotokoll handle es
sich (mangels gesetzlicher Grundlage) um ein widerrechtlich erlangtes
Beweismittel. Die Überwachung habe seine persönliche Freiheit verletzt. Er
habe Anspruch darauf, nicht "rund um die Uhr" vom Staat überwacht zu werden
bzw. darauf, dass die Polizei nicht nachträglich seine "sämtlichen Bewegungen
auf die Minute genau rekonstruiert". Er sei "ununterbrochen während zwei
Monaten geradezu durchleuchtet" worden. Dass es sich um Fahrzeugbewegungen im
öffentlichen Bereich gehandelt habe, könne dabei keine Rolle spielen. Anders
zu entscheiden heisse, der "totalen Überwachung der Bürger Tür und Tor" zu
öffnen.

Die Polizei sei sodann auf unfaire Weise vorgegangen. Sie habe mit der
GPS-Überwachung darauf abgezielt, dass er, der Beschwerdeführer, während zwei
Monaten so viele Delikte wie möglich begehe, um erst dann die Falle
zuschnappen zu lassen. Nur so sei es zu erklären, dass nach dem ersten
Verdachtsfall vom 4. Oktober 2004 nicht sofort Zwangsmassnahmen (wie
Hausdurchsuchungen oder Zeugenkonfrontationen) durchgeführt wurden. Anstatt
Delikte zu verhindern, habe die Polizei ihn gewähren lassen. Insofern lasse
sich sogar fragen, ob die zuständigen Polizeibeamten den Beschwerdeführer
nicht eventualvorsätzlich "zumindest als Gehilfen unterstützt" hätten. Die
Überwachungsmassnahme sei zur Aufdeckung von Straftaten im Übrigen weder
geeignet noch notwendig gewesen, da es nur darum gegangen sei, zukünftige
Delikte aufzudecken.

Zwar seien widerrechtlich erlangte Beweismittel nach der Praxis des
Bundesgerichtes nicht in jedem Fall unverwertbar. Für den Kanton Freiburg
gelte jedoch mit Art. 73 StPO/FR eine ausdrückliche strengere Vorschrift. Im
angefochtenen Entscheid werde diese Bestimmung nicht einmal erwähnt.
Beweismittel, die in die persönliche Freiheit eingreifen, dürften (gemäss den
Gesetzesmaterialien) nicht verwertet werden, wenn sie nicht ausdrücklich im
Gesetz vorgesehen sind. Insofern rügt der Beschwerdeführer eine willkürliche
Anwendung des kantonalen Prozessrechts.

Selbst wenn eine Interessenabwägung im Sinne des angefochtenen Entscheides
zulässig wäre, was der Beschwerdeführer bestreitet, müsse diese im
vorliegenden Fall zugunsten des Beweisverwertungsverbotes ausfallen. Bei
"ordinären Fahrzeugeinbrüchen" handle es sich um "eine relativ schwache Form
des Diebstahls". Anders zu entscheiden heisse, jedes Delikt, das die Schwelle
zur Übertretung überschreitet, als Schwerkriminalität zu qualifizieren.
Demgegenüber sei der erfolgte Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des
Beschwerdeführers als schwer einzustufen. Bei einer Zulassung der illegal
erfolgten GPS-Überwachung als Beweismittel drohe im Übrigen eine gefährliche
Breitenwirkung, da die Strafverfolgungsbehörden dann davon ausgehen könnten,
dass sie nach Belieben und ohne nachteilige Folgen in die verfassungsmässigen
Rechte der Bürger eingreifen könnten.

3.2 Das freiburgische Strafprozessrecht kennt ein absolutes
Beweisverwertungsverbot nur unter eingeschränkten Voraussetzungen.
Grundsätzlich kann mit jedem Mittel Beweis geführt werden, das die
menschliche Würde und die Grundprinzipien des Rechts achtet und hinreichende
Beweiskraft hat (Art. 73 Abs. 1 StPO/FR). Sind diese Voraussetzungen nicht
erfüllt, so gilt die betreffende Prozesshandlung als nichtig, und jede Spur
davon muss aus den Akten entfernt werden (Art. 73 Abs. 2 StPO/FR).

3.3 Nach der Praxis des Bundesgerichtes sind Beweismittel, die unter
Verletzung strafprozessualer Vorschriften erhoben wurden, in der Regel nicht
verwertbar. Falls ein (grundsätzlich legales) Beweismittel an formellen
Fehlern leidet, können jedoch - gestützt auf eine sorgfältige
Interessenabwägung - Ausnahmen zulässig sein. Die Interessenabwägung hat im
Lichte der konkreten Umstände des Einzelfalles zu erfolgen. Je schwerer die
untersuchte Straftat ist, desto eher überwiegt das öffentliche Interesse an
der Wahrheitsfindung das private Interesse des Angeklagten, dass der
fragliche Beweis unverwertet bleibt (BGE 131 I 272 E. 4.1 S. 278; E. 4.3.3 S.
281; 130 I 126 E. 3.2 S. 132, je mit Hinweisen). Beim Verwertungsverbot
bleibt es namentlich dann, wenn bei der streitigen Untersuchungsmassnahme ein
Rechtsgut verletzt wurde, das im konkreten Fall den Vorrang vor dem Interesse
an der Durchsetzung des Strafrechts verdient (BGE 131 I 272 E. 4.1.2 S. 279).
Im Rahmen dieser Prüfung ist in rechtlicher Hinsicht sowohl den tangierten
Freiheitsrechten als auch dem Grundsatz des fairen Verfahrens Rechnung zu
tragen (BGE 131 I 272 E. 3.2.2 S. 275). Mit der Kritik eines Teils der
Fachliteratur gegen diese Praxis hat sich das Bundesgericht bereits
ausführlich auseinander gesetzt (vgl. BGE 131 I 272 E. 4.3.2-4.3.3 S. 280
f.). Es besteht hier kein Anlass, darauf zurückzukommen.

3.4 Art. 7 Abs. 4 BÜPF (in Kraft seit 1. Januar 2002) sieht ein strenges
Beweisverwertungsverbot vor bei technischen Überwachungen des Post- und
Fernmeldeverkehrs, falls die vorgeschriebene Genehmigung durch die zuständige
richterliche Behörde versäumt wurde. In BGE 131 I 272 E. 4.4 S. 281 wurde
entschieden, dass diese Bestimmung auf polizeiliche Überwachungsmassnahmen
ausserhalb des Geltungsbereiches des BÜPF, namentlich auf Videoüberwachungen
von privatem Gelände, nicht anwendbar ist. Aus den Materialien ergebe sich,
dass der Gesetzgeber entsprechende Überwachungsmassnahmen von
Strafverfolgungsbehörden (ausserhalb des Post- und Fernmeldeverkehrs) bewusst
ausgeklammert habe. Wie das Bundesgericht entschieden hat, dürfen kantonale
Prozessvorschriften ausserhalb des Anwendungsbereiches des Bundesgesetzes
daher vom strengen Beweisverwertungsverbot nach Art. 7 Abs. 4 BÜPF abweichen.
Es hält vor der Bundesverfassung stand, wenn die kantonale Praxis in diesem
Bereich den Einsatz zulässiger technischer Überwachungsgeräte im Rahmen der
genannten Interessenabwägung prüft (BGE 131 I 272 E. 4.4 S. 281).

3.5 GPS-Standortüberwachungen von Motorfahrzeugen im öffentlichen Raum fallen
nicht unter den limitierten Geltungsbereich des BÜPF (vgl. Art. 1 dieses
Gesetzes). Nach dem Gesagten ist Art. 7 Abs. 4 BÜPF auf die Protokollierung
von Fahrzeugstandorten gestützt auf GPS-Peilsender grundsätzlich nicht
anwendbar. Im vorliegenden Fall ist somit eine Interessenabwägung im Sinne
der dargelegten Praxis vorzunehmen.

3.5.1 Bei der Standortermittlung von Fahrzeugen per GPS-Peilsender handelt
sich nicht um eine zum vornherein illegale Untersuchungsmassnahme, die auf
rechtmässigem Wege gar nicht hätte angeordnet werden können (vgl. BGE 131 I
272 E. 4.1.1 S. 278). Wie dargelegt, kennt das freiburgische
Strafprozessrecht ein absolutes Verwertungsverbot nur bei Beweismitteln,
welche die menschliche Würde oder die Grundprinzipien des Rechts missachten
oder keine hinreichende Beweiskraft haben (Art. 73 Abs. 1-2 StPO/FR). In
analoger Anwendung der strafprozessualen Vorschriften für technische
Überwachungen, etwa Videoüberwachungen, hätte die streitige
Strafverfolgungsmassnahme grundsätzlich vom zuständigen Untersuchungsrichter
verfügt und vom kantonalen Zwangsmassnahmenrichter bewilligt werden können.

3.5.2 Sodann richteten sich die Ermittlungshandlungen hier gegen relativ
schwerwiegende Delikte. Bei banden- und gewerbsmässigem Diebstahl handelt es
sich um ein Verbrechen, das mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren bestraft
werden kann (Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 1-2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2
StGB; aArt. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 1-2 i.V.m. aArt. 9 Abs. 1 StGB). Der
Täterschaft wird eine erhebliche kriminelle Energie zur Last gelegt. Die
kantonalen Instanzen haben den Beschwerdeführer wegen Mittäterschaft an einer
Serie von 38 Fahrzeugeinbrüchen zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt. Von einer
geringfügigen verfolgten Straftat im Sinne der einschlägigen Rechtsprechung
kann hier keine Rede sein (vgl. BGE 131 I 272 E. 4.5 S. 282). Entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers war die streitige Ermittlungsmassnahme auch
nicht untauglich. Angesichts der Art und Schwere der verfolgten Delikte und
des damaligen Erkenntnisstandes der Polizei war eine technische
Standortüberwachung des mutmasslichen Tatfahrzeuges durchaus sachlich
geeignet, zur Ermittlung der damals noch unbekannten Täterschaft beizutragen.
Ob die kantonalen Gerichte den grundsätzlich verwertbaren Resultaten der
GPS-Überwachung auf sachlich haltbare Weise Rechnung trugen, ist demgegenüber
eine Frage der Beweiswürdigung (vgl. dazu E. 4).

3.5.3 Im vorliegenden Fall ist weiter zu beachten, dass die polizeiliche
Überwachung mit technischen Fahndungsmitteln auf knapp zwei Monate begrenzt
wurde und erst erfolgte, als ein konkreter Verdachtsgrund gegen die Benutzer
des beobachteten Fahrzeuges vorlag. Laut angefochtenem Entscheid hatten
Zeugen eines Fahrzeugeinbruches vom 4. Oktober 2004 (in Urtenen-Schönbühl)
die Nummer des mutmasslichen Fluchtfahrzeuges der Polizei gemeldet. Im Rahmen
der anschliessenden Ermittlungen ergaben sich zusätzliche belastende
Beweisindizien, insbesondere aufgrund von Beschlagnahmungen von Diebesgut im
überwachten Fahrzeug sowie in der Wohnung des Beschwerdeführers.

3.5.4 Entscheidendes Gewicht kommt sodann dem Umstand zu, dass der hier
streitige Eingriff in die Freiheitsrechte bzw. in die Intim- und Privatsphäre
des Beschwerdeführers (falls überhaupt ein solcher angenommen werden kann)
nur sehr minim ausfiel. Die Eingriffsintensität der fraglichen
Ermittlungsmassnahme ist nicht vergleichbar mit Telefonabhörungen,
E-Mail-Überwachungen, Audio- oder Videoüberwachungen in Privaträumen oder
anderen die Privat- und Geheimsphäre im engeren Sinne tangierenden
technischen Observationen. Hier ging es ausschliesslich um die Abklärung, an
welchen Standorten im öffentlichen Raum sich das verdächtige Fahrzeug im
Zeitraum von knapp zwei Monaten befand. Der Beschwerdeführer legt auch keine
besonderen Gründe dar, wonach er aus Persönlichkeitsschutzgründen
ausnahmsweise ein spezifisches schutzwürdiges Interesse daran gehabt hätte,
dass die Fahrzeugstandorte geheim geblieben wären. Seine Darstellung er sei
rund um die Uhr vom Staat überwacht und "durchleuchtet" worden bzw. die
Polizei habe seine "sämtlichen Bewegungen auf die Minute genau
rekonstruiert", findet in den Akten keine Stütze. Von "totaler Überwachung
des Bürgers" kann noch viel weniger die Rede sein. Das blosse Interesse eines
mutmasslichen Straftäters, dass eigene Delikte, zu denen er ein Fahrzeug
verwendet, möglichst unentdeckt bleiben, ist hingegen nicht schutzwürdig. In
diesem Zusammenhang erscheint es auch nicht willkürlich, wenn die kantonalen
Instanzen konkludent verneint haben, dass die streitige GPS-Überwachung im
Sinne von Art. 73 StPO/FR geradezu gegen die menschliche Würde und die
Grundprinzipien des Rechts verstiesse.

3.5.5 Der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Kantonspolizei habe unfaire
Vorkehren getroffen, damit er "während zwei Monaten so viele Delikte wie
möglich" begehe, ist aufgrund der Untersuchungsakten nicht haltbar. Entgegen
seiner Ansicht verfügte die Polizei am 4. Oktober 2004 noch nicht über
ausreichende Verdachtsgründe, um gezielte (und die mutmassliche Täterschaft
notläufig warnende) Zwangsmassnahmen gegen den Beschwerdeführer einzuleiten.
Damals kannte sie erst die Fahrzeugnummer eines verdächtigen Personenwagens
und damit die Identität der Fahrzeughalterin. Über die Tatverdächtigen wusste
die Polizei (aufgrund von Zeugenaussagen) nur, dass es sich um zwei Männer
gehandelt habe. Erst eine polizeiliche Objektüberwachung am 2. Dezember 2004
(an einem parkierten zivilen Dienstfahrzeug) führte zum direkten
polizeilichen Zugriff auf die (auf frischer Tat ertappte) Täterschaft. Dass
dem Beschwerdeführer vorgehalten werden muss, er habe in der kurzen Zeit von
knapp zwei Monaten eine hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt und
Dutzende von Delikten begangen, kann somit nicht den Polizeibehörden
angelastet werden. Der Vorwurf einer "Gehilfenschaft" ist in diesem
Zusammenhang nachgerade abwegig.

3.5.6 Eine Interessenabwägung im Sinne der dargelegten Praxis kann zur
ausnahmsweisen Zulassung eines (an sich legalen) Beweismittels führen, bei
dessen Beschaffung formelle gesetzliche Vorschriften missachtet wurden.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers führt diese Rechtsprechung
keineswegs zu einem Freipass für die Polizei- oder Untersuchungsbehörden,
"nach Belieben" unzulässige Ermittlungsmethoden anzuwenden und in die
Freiheitsrechte der Bürger einzugreifen. In Fällen von schweren
Grundrechtseingriffen (etwa durch formell unzulässige Telefonabhörungen) sähe
schon das massgebliche Bundesrecht Beweisverwertungsverbote vor (vgl. Art. 7
Abs. 4 BÜPF; BGE 131 I 272 E. 4.4 S. 281). Auch bei der (deutlich weniger
einschneidenden) GPS-Überwachung von Fahrzeugen werden sich die kantonalen
Ermittlungsbehörden hinfort an die einschlägigen prozessualen Vorschriften
halten müssen: Bei systematischer Missachtung von Gesetzesbestimmungen oder
auch in schwerwiegenderen Missbrauchsfällen dürfte nach der dargelegten
Praxis ein Beweisverwertungsverbot unumgänglich sein.

3.6 Nach dem Gesagten ist die Feststellung des Kantonsgerichtes zu
bestätigen, dass die kantonalen Polizeiorgane zwar formell gesetzwidrig
vorgegangen sind, als sie die GPS-Überwachung in eigener Regie durchführten.
Die materiellen Voraussetzungen für die Anordnung und Bewilligung einer
solchen Überwachung durch den zuständigen Untersuchungsrichter bzw. das
Zwangsmassnahmengericht gestützt auf das kantonale Strafprozessrecht wären
hier jedoch grundsätzlich erfüllt gewesen. Auch ein Verstoss gegen das
Fairnessgebot im Strafverfahren (Art. 29 Abs. 1 BV) ist nicht ersichtlich.
Die oben dargelegte Interessenabwägung führt hinsichtlich der Resultate der
GPS-Überwachung nicht zu einem absoluten Beweisverwertungsverbot. Wie der
Richter diese Resultate in tatsächlicher Hinsicht wertet, ist eine Frage der
Beweiswürdigung.

4.
Eher beiläufig rügt der Beschwerdeführer auch noch, es sei willkürlich, ihn
gestützt auf das GPS-Überwachungsprotokoll zu verurteilen. In
29 Anklagepunkten handle es sich dabei um das "Hauptindiz" für die erfolgten
Verurteilungen.

4.1 Wenn das Kantonsgericht an einer Stelle des angefochtenen Entscheides
formuliert hat, die Resultate der GPS-Überwachung seien "das Hauptindiz"
gegen den Beschwerdeführer, erscheint diese Erwägung redaktionell nicht ganz
präzise. Wie sich aus den massgeblichen Urteilserwägungen zur Beweiswürdigung
im Zusammenhang ergibt, träfe dies zwar für jene Anklagepunkte zu, bei denen
ausser Fahrzeugstandort und Einbruchsspuren keine zusätzlichen Beweismittel
vorhanden sind, nicht aber für eine Reihe von weiteren untersuchten Delikten.
So bestehen für die Einbrüche vom 4. Oktober 2004 in Urtenen-Schönbühl sowie
vom 2. Dezember 2004 in Neyruz (Einbruch in ein neutrales polizeiliches
Dienstfahrzeug) insbesondere Zeugenaussagen sowie ein Polizeibericht
hinsichtlich Täterschaft und Fluchtfahrzeug. Bei zehn eingeklagten Delikten,
die zwischen 4. Oktober und 2. Dezember 2004 begangen wurden, habe die
Polizei ausserdem (im observierten Tatfahrzeug sowie in der Wohnung des
Beschwerdeführers) diverses Deliktsgut beschlagnahmt. Weitere belastende
Beweisergebnisse liegen vor beim Anklagepunkt Fahren ohne Führerausweis. Nach
dem Gesagten hat die nicht ganz präzise formulierte Bemerkung im
angefochtenen Entscheid zu keinem verfassungswidrigen Ergebnis der
Beweiswürdigung geführt.

4.2 Das Kantonsgericht sieht es als erwiesen an, dass der Beschwerdeführer
(zwischen 4. Oktober und 2. Dezember 2004) insgesamt 38 Einbruchdiebstähle
begangen habe. In Bezug auf die dem Angeklagten vorgeworfene Einbruchsserie
bezeichnet das Kantonsgericht die Resultate der GPS-Überwachung als
"wesentlichen Bestandteil der Indizienkette". Was jene Delikte betrifft, bei
denen weder Zeugenaussagen, noch polizeiliche Observierungsberichte, noch
beschlagnahmtes Deliktsgut erhoben werden konnten, zeigten die
GPS-Überwachungsresultate auf, dass sich das vom Beschwerdeführer gelenkte
Fahrzeug zu den Tatzeitpunkten jeweils in unmittelbarer Nähe des Tatortes
befunden habe. In zwei dieser Fälle sei nicht nur die Anwesenheit des
observierten Fahrzeuges bei den jeweiligen Tatorten berücksichtigt worden;
zudem habe die Polizei auch noch das zugehörige Diebesgut in der Wohnung des
Beschwerdeführers sichergestellt. Diese Sachdarstellung wird in der
Beschwerde nicht bestritten.

4.3 Die betreffenden Erwägungen des angefochtenen Entscheides sind sachlich
vertretbar. Das Kantonsgericht durfte ohne Willkür mitberücksichtigen, dass
es sich hier nicht um völlig isolierte Delikte handelte, sondern um eine
Serie von sehr ähnlichen Straftaten, die in einem überschaubaren Zeitraum von
ca. zwei Monaten im Kanton Freiburg begangen wurden. Bei mehreren der
untersuchten Fahrzeugeinbrüche und Diebstähle muss die Beweislage als
geradezu erdrückend bezeichnet werden. So hätten Zeugen den vom
Beschwerdeführer regelmässig benutzen Personenwagen (mit zwei Männern an
Bord) zunächst am 4. Oktober 2004 in Urtenen-Schönbühl als Fluchtfahrzeug
nach einem Einbruch beobachtet. Als Lenker des Fluchtfahrzeuges und Empfänger
des Diebesgutes sei der Beschwerdeführer sodann am 2. Dezember 2004 in Neyruz
von der Polizei auf frischer Tat ertappt worden. Dies, nachdem sein Bruder
die Scheibe eines geparkten neutralen Dienstwagens der Polizei eingeschlagen
und Gegenstände aus dem Fahrzeug entwendet hatte. Bei mehreren anderen
untersuchten Einbruchdiebstählen aus Fahrzeugen sei weiteres Diebesgut in der
Wohnung des Beschwerdeführers sichergestellt worden. Es hält vor der
Verfassung stand, wenn die kantonalen Instanzen die identischen Tatmuster,
die einschlägigen Tatspuren und die auffällige Kohärenz hinsichtlich Tatorten
und Tatzeitpunkten auch bei anderen Fahrzeugeinbrüchen mitberücksichtigt
haben, bei denen konkrete Hinweise auf eine Tatbeteiligung des
Beschwerdeführers bestehen. Dass sich das observierte Fahrzeug jeweils
ausgerechnet in unmittelbarer Nähe von weiteren einschlägigen Tatorten
befand, bei denen die Täterschaft nach analogem Muster vorging, durften die
kantonalen Instanzen jedenfalls willkürfrei als belastend einstufen. In zwei
dieser Fälle konnte (gemäss angefochtenem Entscheid) zudem noch Diebesgut in
der Wohnung des Beschwerdeführers sichergestellt werden. Dies wird von ihm
ebenfalls nicht in Abrede gestellt.

4.4 Auch bei einer Gesamtwürdigung der genannten Beweisergebnisse drängen
sich keine offensichtlich erheblichen und schlechterdings nicht zu
unterdrückenden Zweifel daran auf, dass der Beschwerdeführer sich (im Sinne
der erfolgten Verurteilungen) des gewerbsmässigen bzw. banden- und
gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des Fahrens
ohne Führerausweis schuldig gemacht hat.

5.
Es ergibt sich, dass die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.

Der Beschwerdeführer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung. Da die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (und
insbesondere die finanzielle Bedürftigkeit des Gesuchstellers sich aus den
Akten ergibt), kann dem Ersuchen entsprochen werden (Art. 152 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt:
2.1 Es werden keine Kosten erhoben.

2.2 Rechtsanwalt Dr. Tarkan Göksu wird als unentgeltlicher Rechtsvertreter
ernannt und für das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse
mit einem Honorar von Fr. 2'000.-- entschädigt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie der Staatsanwaltschaft des
Kantons Freiburg und dem Kantonsgericht Freiburg, Strafappellationshof,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. September 2007

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: