Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Staatsrecht 1P.62/2007
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1P.62/2007 /daa

Urteil vom 17. August 2007

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Aeschlimann, Fonjallaz,
Gerichtsschreiber Kessler Coendet.

Stockwerkeigentümergemeinschaft X.________, Beschwerdeführerin, handelnd
durch Y.________ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Jon Andri Moder,

gegen

Gemeinde Lantsch/Lenz, handelnd durch den Gemeindevorstand, Voia Principala,
7083 Lantsch/Lenz, vertreten durch Rechtsanwalt Peder Cathomen,
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden,
4. Kammer, Obere Plessurstrasse 1, 7001 Chur.

Art. 9, 26, 29 BV (Quartierplan Barbatschauns),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden,

4. Kammer, vom 21. November 2006.

Sachverhalt:

A.
Der Gemeindevorstand der Gemeinde Lantsch/Lenz beschloss am 21. März 2001,
ein Quartierplanverfahren mit Baulandumlegung zur Erschliessung des Gebiets
Barbatschauns einzuleiten. Der Planperimeter umfasst das überbaute Grundstück
Nr. 196 (neu: Nr. 1359), das der Stockwerkeigentümergemeinschaft X.________
gehört. Diese Liegenschaft wird bisher verkehrsmässig über die Voia la Senna
erschlossen. Dabei handelt es sich um eine Stichstrasse, die von der
Kantonsstrasse abzweigt. Der Einleitungsbeschluss ist rechtskräftig.

B.
Der Quartierplan Barbatschauns (bestehend aus Quartierplanvorschriften,
Bestandesplan, Neuzuteilungsplan, Gestaltungsplan und Erschliessungsplan)
wurde vom 28. November bis 19. Dezember 2005 öffentlich aufgelegt. Danach ist
wie folgt eine Ringerschliessung des Gebiets vorgesehen: Ab der Voia la Senna
führt ein Teilstück der Strassenparzelle Nr. 1362 - am südlichen
Parzellenrand von Nr. 1359 - den Hang hinauf. Am östlichen Parzellenrand von
Nr. 1359 schliesst die Strassenparzelle Nr. 1363 an. Diese verläuft nordwärts
dem Hang entlang und mündet, ebenso wie ein davon abzweigender, tiefer
gelegener Seitenast (Strassenparzelle Nr. 1350) in die Voia da Barbatschauns.
Letztere führt den Hang hinunter und mündet, nördlich der Voia la Senna, in
die Kantonsstrasse. Für die Strassenparzellen Nr. 1362 und 1363 wird Land von
der Liegenschaft der Beschwerdeführerin benötigt; dafür sollte eine
Landumlegung erfolgen. Ausserdem sollte der Stockwerkeigentümergemeinschaft
ein Beitrag von Fr. 58'839.-- für die Planungs- und Erschliessungskosten
sowie zusätzlich ein unentgeltlicher Landabzug von 22,29 m² auferlegt werden.

C.
Die Stockwerkeigentümergemeinschaft erhob Einsprache gegen den Quartierplan.
Sie wandte sich zur Hauptsache gegen die Ringerschliessung; dabei forderte
sie, das Teilstück der Strassenparzelle Nr. 1362, das entlang der
Liegenschaft Nr. 1359 den Hang hinaufführt, sei zu streichen und auf die
damit verbundenen Landumlegungen sei zu verzichten. Eventualiter sei von der
Erstellung des fraglichen Strassenstücks bis zum Vorliegen eines konkreten
Bedürfnisnachweises abzusehen. Ferner sei die Stockwerkeigentümergemeinschaft
von der Pflicht zur Kostenbeteiligung an der Planung und Erstellung der neuen
Quartierstrassen zu befreien. Der Gemeindevorstand wies die Einsprache am 12.
April 2006 ab.

D.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hiess einen hiergegen erhobenen
Rekurs der Stockwerkeigentümergemeinschaft mit Urteil vom 21. November 2006
teilweise gut. Der kommunale Entscheid wurde insoweit aufgehoben, als der
Stockwerkeigentümergemeinschaft - mit Ausnahme des allgemeinen Landabzugs -
Planungs- und Erschliessungskosten auferlegt worden waren. Im Übrigen wurde
der Rekurs abgewiesen.

E.
Mit Eingabe vom 26. Januar 2007 führt die Stockwerkeigentümergemeinschaft
staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts. Sie
verlangt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Weiter seien dem
kantonalen Gericht in verschiedener Hinsicht Anweisungen zu erteilen, so zur
Streichung des umstrittenen Strassenabschnitts, eventualiter zum vorläufigen
Verzicht auf dieses Strassenstück und subeventualiter zur Zusprechung einer
angemessenen Entschädigung für den von Landumlegung und -abtretung
betroffenen Boden. Gerügt werden Verletzungen des Willkürverbots (Art. 9 BV),
der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und des Anspruchs auf rechtliches Gehör
(Art. 29 Abs. 2 BV).

Die Gemeinde Lantsch/Lenz und das Verwaltungsgericht ersuchen um Abweisung
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. In der Replik hält die
Beschwerdeführerin an ihren Begehren fest.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (BGG) in Kraft getreten. Da der angefochtene Entscheid vorher
ergangen ist, richtet sich das Verfahren in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 BGG
noch nach dem Bundesgesetz über die Organisation der Bundesrechtspflege vom
16. Dezember 1943 (OG).

1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid über die
Festsetzung eines Quartierplans. Dabei gelangte in erster Linie kantonales
und kommunales Recht zur Anwendung. Ein derartiger Entscheid kann
grundsätzlich mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen Verletzung
verfassungsmässiger Rechte angefochten werden (Art. 84 Abs. 1 lit. a und Art.
86 OG).

Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht (Art. 97 ff. OG)
scheidet nach der Spezialregelung von Art. 34 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes
vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (RPG; SR 700) - in der
übergangsrechtlich ebenfalls noch massgeblichen bisherigen Fassung - aus,
weil es vorliegend nicht um die Anwendung der in Art. 34 Abs. 1 RPG genannten
Bestimmungen geht. Ebenso wenig liegt eine Streitigkeit über die Handhabung
von übrigem Bundesverwaltungsrecht (wie etwa Umweltschutz- oder
Gewässerschutzrecht des Bundes) vor, die im Rahmen einer
Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu prüfen wäre (vgl. BGE 132 II 209 E. 2 S. 211
mit Hinweisen). Zwar wendet sich die Beschwerdeführerin in unbestimmter Weise
auch wegen der befürchteten Immissionen gegen die umstrittene
Quartierstrasse; sie macht aber nicht geltend, dass insofern
umweltschutzrechtliche Vorschriften verletzt würden.

Die Eingabe ist daher als staatsrechtliche Beschwerde entgegenzunehmen.

1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Gemeinschaft der betroffenen
Grundeigentümer gemäss Art. 88 OG zur Beschwerdeführung legitimiert. Dabei
ist zu beachten, dass die Anfechtungsbefugnis nur so weit reicht, als die
Auswirkungen des umstrittenen Plans auf das eigene Grundstück zur Diskussion
stehen (BGE 119 Ia 362 E. 1b S. 365; 112 Ia 90 E. 3 S. 93). Auf die
Beschwerde, deren formelle Voraussetzungen erfüllt sind, ist grundsätzlich
einzutreten.

1.3 Von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, ist die staatsrechtliche
Beschwerde kassatorischer Natur (BGE 131 I 137 E. 1.2 S. 139 mit Hinweisen).
Zulässig ist folglich einzig der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen
Entscheids. Soweit die Beschwerdeführerin die Erteilung bestimmter
Anweisungen an das Verwaltungsgericht verlangt, kann auf die Beschwerde nicht
eingetreten werden.

2.
Zunächst ruft die Beschwerdeführerin den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art.
29 Abs. 2 BV) an. Das Verwaltungsgericht habe die bundesrechtlich
vorgeschriebene volle Kognition (Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG) nicht
ausgeschöpft, indem es die Notwendigkeit des umstrittenen Strassenstücks
nicht vertieft geprüft habe. Insbesondere habe es sich nicht ausdrücklich mit
allen vorgebrachten Argumenten auseinandergesetzt, die gegen eine
verkehrsmässige Ringerschliessung sprächen. Ausserdem habe das
Verwaltungsgericht entgegen dem gestellten Verfahrensantrag keinen
Augenschein durchgeführt. Soweit die Beschwerdeführerin in diesem
Zusammenhang auch eine Verletzung des Willkürverbots geltend macht, kommt
diesem Vorwurf neben den Gehörsrügen keine selbstständige Bedeutung zu.

2.1 Nach der Rechtsprechung begeht eine Rechtsmittelinstanz eine
Gehörsverletzung im Sinne einer formellen Rechtsverweigerung, wenn sie ihre
Überprüfung statt der gebotenen vollen Kognition auf eine reine
Rechtskontrolle oder gar eine blosse Willkürprüfung beschränkt (BGE 115 Ia 5
E. 2b S. 6; vgl. auch BGE 131 II 271 E. 11.7.1 S. 303 f.; 133 II 35 E. 3 S.
38, je mit weiteren Hinweisen).

Die allgemeinen Ausführungen im angefochtenen Entscheid zur Wahrnehmung der
vollen Überprüfung im Sinne von Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG entsprechen der
gefestigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 127 II 238 E. 3b/aa
S. 242 mit Hinweisen; BGE 131 II 81 E. 7.2.1 S. 100) und sind nicht zu
beanstanden. Was den konkreten Einzelfall betrifft, hat das
Verwaltungsgericht die Zweckmässigkeit der umstrittenen Festlegungen im
Quartierplan bejaht, soweit es nicht die Kostenbeteiligung abgeändert hat. Ob
eine solche Würdigung rechtens war, ist nicht eine Frage des rechtlichen
Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung. Jedenfalls kann unter diesen
Umständen keine Rede von einer unrechtmässigen Kognitionsbeschränkung sein.

2.2 Aus Art. 29 Abs. 2 BV wird unter anderem der Anspruch auf eine
hinreichende Urteilsbegründung abgeleitet (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f. mit
Hinweisen, auch zum Folgenden). Dabei genügt es den von der Rechtsprechung
insofern aufgestellten Anforderungen, dass das Verwaltungsgericht die von ihm
geschützten Punkte der Quartierplanfestlegungen nur knapp begründet hat.
Damit hat es gleichzeitig auch die nicht ausdrücklich behandelten
Gegenargumente verworfen. Es war verfassungsrechtlich nicht gehalten, sich
mit allen tatsächlichen Behauptungen und rechtlichen Einwänden im Einzelnen
auseinanderzusetzen.

2.3 Überdies folgt aus Art. 29 Abs. 2 BV der Anspruch der Parteien, mit
rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen und Vorbringen gehört
zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht
offensichtlich beweisuntauglich sind (vgl. BGE 127 I 54 E. 2b S. 56 mit
Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn eine
Behörde auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil sie auf
Grund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne
Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre
Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 131 I
153 E. 3 S. 157; 124 I 208 E. 4a S. 211, je mit Hinweisen).

Im kantonalen Verfahren verlangte die Beschwerdeführerin einen Augenschein,
um nachzuweisen, dass ihr Grundstück vollständig erschlossen sei. Nach dem
erstinstanzlichen Entscheid war ihre Parzelle als zu 95 Prozent erschlossen
eingestuft worden. Zur Beurteilung des umstrittenen Punkts enthielten die
Akten genügend Angaben, so dass in dieser Hinsicht ein Augenschein
entbehrlich war.

2.4 Die Beschwerdeführerin macht im bundesgerichtlichen Verfahren zusätzlich
geltend, einzig ein Augenschein hätte es ermöglicht, die tatsächlichen
Auswirkungen der ausserordentlichen Steigung des umstrittenen Strassenstücks
angemessen abzuschätzen. Dieses Argument wurde im kantonalen Verfahren nicht
vorgebracht. Es handelt sich um ein unzulässiges Novum im Rahmen der
staatsrechtlichen Beschwerde (vgl. BGE 129 I 49 E. 3 S. 57 mit Hinweisen);
darauf ist nicht einzugehen.

2.5 Insgesamt vermögen die Gehörsrügen nicht durchzudringen, soweit darauf
einzutreten ist.

3.
Materiell rügt die Beschwerdeführerin in verschiedener Hinsicht Verletzungen
der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und des Willkürverbots (Art. 9 BV).

3.1 Zur Hauptsache bestreitet sie das Vorliegen eines öffentlichen Interesses
und der Verhältnismässigkeit hinsichtlich des umstrittenen Teilstücks der
Strassenparzelle Nr. 1362. Der vorgesehene Landabtausch verletze zudem den
Anspruch auf wertgleichen Realersatz; die Beschwerdeführerin müsse wertvolles
Land auf der Südseite ihrer Parzelle abgeben und erhalte dafür nur
minderwertiges Land auf der Nordseite, ohne dass die Wertdifferenz finanziell
abgegolten werde. Weiter wehrt sich die Beschwerdeführerin dagegen, Planungs-
oder Erschliessungskosten aus dem Quartierplan, insbesondere einen
unentgeltlichen Landabzug, tragen zu müssen. Diese Vorbringen sind
nachfolgend zu prüfen.

Über die bereits behandelten Gehörsrügen (vgl. E. 2) hinaus kritisiert die
Beschwerdeführerin angebliche Sachverhaltsmängel des angefochtenen
Entscheids, so zur geplanten Linienführung der Strasse und zum Flächenumfang
beim Landabtausch. Damit bringt sie wiederum unzulässige Noven (vgl. dazu E.
2.4, hiervor) vor, auf die nicht einzutreten ist.

3.2 Eine Eigentumsbeschränkung ist mit Art. 26 BV nur vereinbar, wenn sie auf
gesetzlicher Grundlage beruht, im überwiegenden öffentlichen Interesse liegt,
verhältnismässig ist und, sofern sie eine Enteignung darstellt oder einer
solchen gleichkommt, gegen volle Entschädigung erfolgt (Art. 36 und Art. 26
Abs. 2 BV; vgl. BGE 117 Ia 412 E. 4b S. 419 mit Hinweisen). Das Bundesgericht
beurteilt diese Fragen aufgrund der Umstände des Einzelfalls. Dem
gleichzeitig angerufenen Willkürverbot (Art. 9 BV) kommt keine eigenständige
Bedeutung zu.

3.3 Zur gesetzlichen Grundlage sind folgende Bemerkungen anzubringen. Das
neue Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden vom 6. Dezember 2004
(KRG/GR; BR 801.100) ist am 1. November 2005 - während laufender
Quartierplanung auf kommunaler Ebene - in Kraft getreten. Das
Verwaltungsgericht hat sich nicht ausdrücklich festgelegt, ob gestützt auf
die Übergangsbestimmung von Art. 108 Abs. 1 KRG/GR in der Sache das genannte
neue oder stattdessen das altrechtliche kantonale Raumplanungsgesetz vom 20.
Mai 1973 anwendbar ist. Für eine entsprechende Erwägung bestand kein
zwingender Anlass, weil die Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren
ausgeführt hatte, die Gesetzesrevision habe im Hinblick auf die umstrittenen
Punkte keine Änderungen bewirkt. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht,
dass für die angefochtenen Eigentumsbeschränkungen hinreichende gesetzliche
Grundlagen bestehen. Daher mag dahingestellt bleiben, ob die Behauptung der
Beschwerdeführerin zutrifft, dass vorliegend noch der altrechtliche kantonale
Erlass massgeblich sei.

3.4 Das Bundesgericht prüft die hier umstrittenen Fragen, ob die
angefochtenen Massnahmen im öffentlichen Interesse liegen und
verhältnismässig sind, grundsätzlich frei. Dabei auferlegt es sich allerdings
eine gewisse Zurückhaltung, soweit die Beurteilung von besonderen örtlichen
Verhältnissen abhängt, welche die kantonalen Behörden besser kennen und
überblicken (vgl. BGE 132 II 408 E. 4.3 S. 416 mit Hinweisen).

4.
Die Erstellung der umstrittenen Quartierstrasse greift hauptsächlich deswegen
in die Eigentumsgarantie der Beschwerdeführerin ein, weil dafür eine
Teilfläche ihrer Parzelle benötigt wird. In dieser Perspektive ist die
Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit der fraglichen Strassenverbindung zu
untersuchen. Dabei handelt es sich um eine Voraussetzung für die Zulässigkeit
der beanstandeten Grundrechtseingriffe.

4.1 Die Beschwerdeführerin räumt ein, dass das Strassenstück im
rechtskräftigen Generellen Erschliessungsplan der Gemeinde enthalten ist. Sie
hält diese Anlage jedoch zur verkehrsmässigen Erschliessung des in der 1.
Bauetappe liegenden Quartierplangebiets nicht für erforderlich. In diesem
Rahmen mache die Strasse verkehrstechnisch keinen Sinn. Allenfalls könne eine
spätere Realisierung der 2. Bauetappe den Strassenabschnitt erfordern; ein
solches öffentliches Interesse sei aber noch nicht aktuell und bilde keine
genügende Rechtfertigung. Gleichzeitig sei diese Strasse für die
Beschwerdeführerin unverhältnismässig, namentlich weil dafür der Garten auf
der Südseite ihrer Parzelle verkleinert werden müsse.

Das Verwaltungsgericht erachtet die Notwendigkeit der Strasse als diskutabel;
dennoch bejaht es deren Zweckmässigkeit. Dabei lässt es sich von der
Überlegung leiten, dass die geplante Ringerschliessung nicht nur eine gewisse
Erhöhung der Versorgungssicherheit, sondern auch eine bessere
Verkehrsverteilung für das Quartier als Ganzes ermögliche.

4.2 Bei der Aufstellung und Festsetzung von Quartierplänen verlangt das
öffentliche Interesse in erster Linie, dass unter ortsplanerischen
Gesichtspunkten eine zweckmässige Erschliessung und unter polizeilichen
Aspekten hinreichende Zufahrten geschaffen werden. Ferner ist darauf zu
achten, dass sich die Quartierstrassen nicht nur den Hauptstrassen, sondern
auch den anderen Quartierstrassen passend anschliessen; ein planloses
Nebeneinander von neuen Quartierstrassen und alten Zufahrten ist zu vermeiden
(BGE 106 Ia 94 E. 3a S. 97; Urteil 1P.707/1993 vom 5. April 1994, E. 2c in:
ZBGR 77/1996 S. 53; vgl. auch BGE 114 Ia 341 E. 3b S. 343).

4.3 Die Aufnahme der fraglichen Strassenverbindung in den Quartierplan wurde
nicht damit begründet, diese sei für die Erschliessung der unmittelbar
oberhalb gelegenen Nachbarparzelle Nr. 1367 erforderlich. Das Vorliegen eines
öffentlichen Interesses hängt damit nicht entscheidend davon ab, wie der
Eigentümer dieser Nachbarparzelle zu der damit geschaffenen Zufahrt steht.
Vielmehr legt die Gemeinde überzeugend dar, weshalb das die Ringerschliessung
rechtfertigende Argument der Verkehrsverteilung bei den gegebenen lokalen
Verhältnissen eine besondere Rolle spielt. Das öffentliche Interesse darf bei
der Erschliessung von Bauland nicht auf die Erstellung polizeilich
hinreichender Zufahrten reduziert werden. Die Beschwerdeführerin blendet aus,
dass sich die Notwendigkeit einer Strassenverbindung auch aus
ortsplanerischen Gesichtspunkten ergeben kann. Dabei kann ihr nicht gefolgt
werden, wenn sie dem umstrittenen Strassenstück verkehrstechnisch jeden Sinn
abspricht. Im Gegenteil ist ein öffentliches Interesse im vorliegenden
Zusammenhang gegeben.

4.4 Was die Wahrung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes (vgl. dazu BGE 133 I
77 E. 4.1 S. 81 mit Hinweisen) betrifft, vermag die Beschwerdeführerin mit
ihren Einwänden wiederum nicht durchzudringen. Vom Generellen
Erschliessungsplan wird die Linienführung der Strasse vorgegeben; insofern
sind Varianten nicht zu prüfen. Die Beschwerdeführerin behauptet - wie
angesprochen (E. 1.1) - nicht, dass die Strasse für die bestehende
Wohnnutzung auf ihrer Parzelle aus umweltschutzrechtlicher Sicht
problematisch wäre. Das öffentliche Interesse an einer sachgerechten
Verkehrsführung im neuen Quartier mittels der vorgesehenen Ringerschliessung
überwiegt das entgegenstehende Interesse der Beschwerdeführerin an der
Erhaltung des bisherigen Zustandes auf der Südseite der Wohnbauten. Da es
beim Quartierplangebiet um Bauland geht, besteht kein Anlass, die
Realisierung der Strasse - wie eventualiter gefordert - von einem konkreten
Bedürfnisnachweis abhängig zu machen.

4.5 Insgesamt hält es vor der Eigentumsgarantie der Beschwerdeführerin stand,
dass die umstrittene Quartierstrasse im Rahmen des Quartierplans verwirklicht
wird.

5.
Zum Vorwurf, die Beschwerdeführerin erhalte im Rahmen der Landumlegung keinen
gleichwertigen Ersatz, ist Folgendes auszuführen. Aus der Eigentumsgarantie
ergibt sich ein Anspruch auf wertgleichen Realersatz und - sofern dies nicht
möglich ist - auf Geldausgleich in der Höhe des Verkehrswertes (vgl. BGE 122
I 120 E. 5 S. 127 mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht hat festgestellt,
dass der von der Beschwerdeführerin benötigte Landstreifen flächenmässig
kompensiert wird. Soweit die Beschwerdeführerin den Sachverhalt insofern
abweichend darstellt, handelt es sich - wie dargelegt (E. 3.1) - um
unzulässige Noven. Weiter folgt aus den Quartierplanakten, dass die
Beschwerdeführerin auch hinsichtlich der Zoneneinteilung des ihr zugeteilten
Landes keinen Nachteil im Vergleich zum bisherigen Zustand erfährt. Die
Beschwerdeführerin geht sodann nicht darauf ein, dass auf dem Trassee der
umstrittenen Strassenverbindung bereits heute ein Feldweg verläuft, der
offenbar mit landwirtschaftlichen Maschinen befahrbar ist. Das abzutretende
Land auf der Südseite konnte somit nur eingeschränkt als Garten genutzt
werden. Aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin ist nicht ersichtlich,
dass der Verkehrswert der ihr neu zugeteilten Fläche geringer sein soll als
derjenige des von ihr abzugebenden Streifens. Der Grundsatz des wertgleichen
Ersatzes ist demzufolge nicht verletzt.

6.
6.1 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführerin zu Recht eine finanzielle
Beteiligung am Quartierplan in Form eines unentgeltlichen Landabzugs
auferlegt worden ist. Diese Rüge stellt entgegen der Auffassung der Gemeinde
kein unzulässiges Novum dar. Die Beschwerdeführerin hat sich bereits im
kantonalen Verfahren gegen die Unentgeltlichkeit des Landabzugs
ausgesprochen.

6.2 Nach dem angefochtenen Entscheid muss die Beschwerdeführerin keinen
Geldbetrag an die Planungs- und Erschliessungskosten bezahlen; sie hat jedoch
einen entschädigungslosen Landabzug von 22,29 m², entsprechend wertmässig
etwa Fr. 7'800.--, hinzunehmen. Ein derartiger Landabzug ist mit der
Eigentumsgarantie vereinbar, sofern er eine Gegenleistung für die der
Beschwerdeführerin aus dem Quartierplan erwachsenden Vorteile darstellt. Ist
indessen ein Grundstück bereits hinreichend erschlossen und erfährt es auch
sonst durch den Quartierplan keinen Vorteil, so sind ein kostenpflichtiger
Einbezug in den Plan und namentlich auch ein unentgeltlicher Landabzug nicht
gerechtfertigt. Diesfalls könnte die betreffende Fläche nur auf dem Weg der
Enteignung (gegen volle Entschädigung) für die Erstellung von
Erschliessungsanlagen herangezogen werden (vgl. BGE 100 Ia 223 E. 3c S. 230).

6.3 Der angefochtene Entscheid teilt die Einschätzung der Beschwerdeführerin,
dass sie für die verkehrsmässige Erschliessung ihrer überbauten Liegenschaft
nicht auf das Strassenstück angewiesen ist und durch den zu erwartenden
Mehrverkehr bei ihren Gebäulichkeiten sogar einen Nachteil erleidet. Das
Verwaltungsgericht hat überdies die Vorbringen der Beschwerdeführerin
berücksichtigt, wonach die Verbesserung der Wasserversorgung durch die
vorgesehene Ringleitung allenfalls einen Vorteil bedeute. Gemäss dem
Verwaltungsgericht ist der Vorteil aus der zusätzlichen Erschliessung für die
Beschwerdeführerin insgesamt so gering, dass er im Vergleich zu den
Gesamtkosten kaum noch messbar sei. Unter dem Strich sei eine
Kostenbeteiligung in Form des genannten Landabzugs gerechtfertigt.

6.4 Im vorliegenden Fall ist der Landabzug der einzige Beitrag, den die
Beschwerdeführerin an die Planungs- und Erschliessungskosten zu leisten hat.
Sie zieht die Annahme des Verwaltunsgsgerichts zum finanziellen Wert des
Landabzugs nicht in Zweifel. Die Beschwerdeführerin schliesst nicht aus, dass
ihr durch die zusätzliche Erschliessung auch Vorteile erwachsen; vielmehr
macht sie geltend, für sie würden die Nachteile die Vorteile überwiegen;
deshalb lehnt sie jegliche Kostenbeteiligung ab.

Aus den soeben angeführten Erwägungen des angefochtenen Entscheids ist zu
schliessen, dass das Verwaltungsgericht einen Vorteil der Beschwerdeführerin
in der Verbesserung der Wasserversorgung erblickt hat. Damit befasst sich die
Beschwerdeführerin nicht konkret. Hinzu kommt, dass das Verwaltungsgericht
die Beschwerdeführerin von einer Geldleistung an die Planungskosten befreit
hat, obwohl der Quartierplan ihr durch die Landumlegung - d.h. ausserhalb des
Erschliessungsteils - mindestens insofern einen Nutzen vermittelt, als der
Nachbar bei der Überbauung seiner Parzelle einen grösseren Grenzabstand
einzuhalten hat. Der Landabzug ist hier richtigerweise nicht ausschliesslich
den Vorteilen aus den Erschliessungswerken gegenüberzustellen.

Im Übrigen erscheint es als widersprüchlich, wenn die Beschwerdeführerin das
Überwiegen der Nachteile aus der Erschliessung mit den befürchteten
Verkehrsimmissionen begründet, gleichzeitig aber - im Zusammenhang mit der
abgelehnten Ringerschliessung - ausführt, es sei nur ein sehr geringes
Verkehrsaufkommen im Quartier zu erwarten.

Im Ergebnis ist der bescheidene Beitrag an die Planungs- und
Erschliessungskosten in Form des unentgeltlichen Landabzugs
verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.

7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Bei diesem Ausgang trägt die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten (Art. 156 Abs. 1 OG). Sie hat die anwaltlich vertretene
Gemeinde für das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entschädigen
(vgl. BGE 125 I 182 E. 7 S. 202).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat die Gemeinde Lantsch/Lenz für das
bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Gemeinde Lantsch/Lenz und dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, 4. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. August 2007

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: