Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Staatsrecht 1P.6/2007
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{T 0/2}
1P.6/2007 /ggs

Urteil vom 29. Januar 2007

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Aemisegger, Fonjallaz,
Gerichtsschreiber Härri.

X. ________, Beschwerdeführer, vertreten durch
Advokat Dieter Gysin,

gegen

Besonderes Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse
12, 4410 Liestal,
Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons
Basel-Landschaft, Kanonengasse 20, 4410 Liestal.

Untersuchungshaft,

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss
des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft vom 23.
November 2006.
Sachverhalt:

A.
Das Besondere Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel-Landschaft (BUR)
führt ein Strafverfahren gegen den albanischen Staatsangehörigen X.________
wegen des Verdachts des Handels mit einer grossen Menge Heroin.

Am 28. Februar 2006 wurde er polizeilich angehalten. Gleichentags verfügte
das Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft (Präsidium)
die Untersuchunshaft wegen Kollusionsgefahr. Mit Beschluss vom 28. März 2006
verlängerte das Verfahrensgericht (Präsidium) die Untersuchungshaft bis zum
23. Mai 2006; mit Beschluss vom 22. Mai 2006 bis zum 23. November 2006.

Am 23. November 2006 verlängerte das Verfahrensgericht (Präsidium) die
Untersuchungshaft um weitere sechs Monate, d.h. bis zum 23. Mai 2007. Es
bejahte den dringenden Tatverdacht in Bezug auf den Handel mit Heroin im
Umfang von 665 Gramm. Ob ein über diese Menge hinausgehendender dringender
Tatverdacht vorliege, liess es offen. Es nahm sodann Fluchtgefahr an. Ob
zusätzlich Kollusions- oder Fortsetzungsgefahr gegeben sei, liess es
dahingestellt.

B.
X.________ hat dem Bundesgericht eine "Beschwerde in Strafsachen"
eingereicht. Darin beantragt er, der Beschluss des Verfahrensgerichts vom 23.
November 2006 sei aufzuheben; er sei sofort aus der Haft zu entlassen.
Eventualiter sei der Beschluss der Verfahrensgerichtes vom 23. November 2006
aufzuheben und die Verlängerung der Haft auf höchstens 8 Wochen zu
beschränken.

C.
Das Verfahrensgericht hat Gegenbemerkungen eingereicht mit dem Antrag, die
Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.

Das BUR hat sich nicht vernehmen lassen.

D.
X.________ hat eine Replik eingereicht. Er hält an seinen in der Beschwerde
gestellten Anträgen fest.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten. Der angefochtene Beschluss
ist vor dem 1. Januar 2007 ergangen. Nach Art. 132 Abs. 1 BGG richtet sich
das vorliegende Beschwerdeverfahren daher nach dem bisherigen Recht. Die
Eingabe des Beschwerdeführers wird als staatsrechtliche Beschwerde
entgegengenommen.

1.2 Gegen den angefochtenen Beschluss ist kein kantonales Rechtsmittel
gegeben. Die Beschwerde ist daher unter dem Gesichtswinkel von Art. 86 OG
zulässig.

Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass.
Auf die Beschwerde ist - unter dem Vorbehalt der hinreichenden Begründung
nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG - einzutreten.

1.3 Die staatsrechtliche Beschwerde ist grundsätzlich kassatorischer Natur,
das heisst es kann mit ihr nur die Aufhebung des angefochtenen Entscheids,
nicht aber der Erlass positiver Anordnungen durch das Bundesgericht verlangt
werden. Eine Ausnahme gilt dann, wenn die von der Verfassung geforderte Lage
nicht schon mit der Aufhebung des kantonalen Entscheids hergestellt wird,
sondern dafür eine positive Anordnung nötig ist. Das trifft hinsichtlich
einer nicht oder nicht mehr gerechtfertigten Untersuchungshaft zu (BGE 132 I
21 E. 1; 124 I 327 E. 4 mit Hinweisen). Die Beschwerde ist deshalb auch
zulässig, soweit der Beschwerdeführer die Haftentlassung beantragt.

2.
2.1 Der Beschwerdeführer rügt, das Verfahrensgericht habe die Haftverlängerung
in Verletzung seiner Verteidigungsrechte angeordnet. Der
Haftverlängerungsantrag des BUR vom 14. November 2006 sei ihm zu spät zur
Kenntnis gebracht worden. Für die Vorbereitung einer einlässlichen
Stellungnahme sei die Frist von 3,5 Arbeitstagen eindeutig zu kurz gewesen.
Zudem habe angesichts der knappen Frist keine Besprechung zwischen dem
Beschwerdeführer und seinem Verteidiger durchgeführt werden können.

2.2 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen
Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche
verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch
den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Im
staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren prüft das Bundesgericht nur klar und
detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen (BGE 130 I 258 E.
1.3; 125 I 492 E. 1b, mit Hinweisen).

2.3 Der Beschwerdeführer sagt in der Beschwerde nicht, welche Bestimmung der
Bundesverfassung oder der Europäischen Menschenrechtskonvention die
kantonalen Behörden im vorliegenden Zusammenhang verletzt haben sollen. Es
ist im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht Sache des
Bundesgerichtes, dies von Amtes wegen zu prüfen. Die Beschwerde genügt im
vorliegenden Punkt den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG
nicht, weshalb darauf nicht einzutreten ist.

Soweit sich der Beschwerdeführer in der Replik (S. 2) im vorliegenden
Zusammenhang auf Art. 6 Ziff. 3 lit. b EMRK beruft, ist dies unbehelflich.
Was der Beschwerdeführer bereits in der Beschwerde hätte vorbringen können,
kann er nicht in der Replik nachschieben (BGE 132 I 42 E. 3.3.4 S. 47, mit
Hinweisen).

Selbst wenn man auf die Rüge eintreten wollte, würde das dem Beschwerdeführer
im Übrigen nicht helfen. Er hat sie in der Sache bereits vor
Verfahrensgericht vorgebracht und dieses hat sich (S. 3 E. 3) dazu geäussert.
Die Ausführungen des Verfahrensgerichts lassen keine Verfassungsverletzung
erkennen.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt, indem das Verfahrensgericht von einer
mündlichen Verhandlung abgesehen habe, habe es seinen Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt.

3.2 Das Verfahrensgericht führt (S. 3 f. E. 4) aus, praxisgemäss werde ein
schriftliches Verfahren angeordnet, wenn sich ein Fall von der Aktenlage her
klar präsentiere. Dies sei insbesondere der Fall, wenn sich das Vorliegen
eines dringenden Tatverdachts, die besonderen Haftgründe gemäss § 77 StPO/BL,
die Verhältnismässigkeit und die Hafterstehungsfähigkeit gestützt auf die
Verfahrensakten beurteilen liessen. Demgegenüber werde in Zweifelsfällen,
wenn zusätzliche Angaben zur Entscheidfindung nötig seien, ein mündliches
Haftprüfungsverfahren durchgeführt. Im vorliegenden Fall werde der
Sachverhalt aus den haftrelevanten Akten klar ersichtlich, so dass ein
Entscheid über die Haftverlängerung ohne weiteres möglich sei. Zusätzlich sei
der persönliche Eindruck des Beschwerdeführers hier für die Entscheidfindung
nicht ausschlaggebend. Aufgrund der gesamten Umstände erachte es das
Verfahrensgericht deshalb als unnötig, ein mündliches Verfahren
durchzuführen, da auch im vorliegenden schriftlichen Verfahren das rechtliche
Gehör des Beschwerdeführers genügend gewahrt werde.

3.3 Nach der Rechtsprechung verlangen die Bundesverfassung und die
Europäische Menschenrechtskonvention für das Haftprüfungsverfahren (im
Gegensatz zum Haftanordnungsverfahren) nicht in jedem Fall eine mündliche
Verhandlung und eine persönliche Anhörung durch den Haftrichter. Wo das
kantonale Recht jedoch einen weitergehenden Gehörsanspruch einräumt, ist
diesem Rechnung zu tragen (BGE 125 I 113 E. 2a S. 115; Urteil 1P.636/2000 vom
30. Oktober 2000 E. 4d f., mit Hinweisen).

3.4 Gemäss § 86 Abs. 3 Satz 1 StPO/BL entscheidet das zuständige Präsidium
über die Haftverlängerung vor Ablauf der Haftdauer in einem schriftlichen
oder mündlichen kontradiktorischen Verfahren. Der Beschwerdeführer macht
nicht geltend und es ist nicht ersichtlich, dass ihm das kantonale
Verfahrensrecht auch im Haftverlängerungsverfahren einen Anspruch auf eine
mündliche Verhandlung gewährte. Das Verfahrensgericht musste demnach keine
mündliche Verhandlung anordnen. Wenn es davon mit der angeführten Begründung
abgesehen hat, ist das verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Der
Beschwerdeführer hat dem Verfahrensgericht am 21. November 2006 eine 8 Seiten
umfassende Stellungnahme zum Haftverlängerungsantrag des BUR eingereicht. Er
konnte sich somit umfassend äussern. Bei dieser Sachlage ist eine Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu verneinen.

4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Verlängerung der Untersuchungshaft
verletze sein Recht auf persönliche Freiheit.

4.2 Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gestützt auf das
verfassungsmässige Recht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2, Art. 31
BV) wegen der Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft erhoben werden, prüft
das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffs die Auslegung und
Anwendung des entsprechenden kantonalen Rechtes frei (BGE 132 I 21 E. 3.2.3,
mit Hinweisen).

4.3 Gemäss § 77 StPO/BL ist die Verhaftung einer Person zulässig, wenn sie
eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird, deshalb gegen sie
ein Strafverfahren eröffnet worden ist und aufgrund konkreter Indizien
ernsthaft zu befürchten ist, sie werde die Freiheit benützen: a) zur Flucht;
b) zur Erschwerung oder Vereitelung der Untersuchung, namentlich durch
Beeinflussung anderer Personen oder durch Beseitigung von Beweismitteln; c)
zur Fortsetzung der deliktischen Tätigkeit, sofern diese eine erhebliche
Gefahr für Leib, Leben, Freiheit oder Eigentum anderer Personen darstellt
(Abs. 1). Die Untersuchungshaft darf nur solange aufrecht erhalten bleiben,
als einer der genannten Haftgründe besteht (Abs. 2).

4.4 Der Beschwerdeführer anerkennt (S. 6 Ziff. 10) den dringenden Tatverdacht
der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

4.5
4.5.1 Er macht geltend, es fehle an der Fluchtgefahr. Weitere Haftgründe seien
nicht gegeben.

4.5.2 Nach der Rechtsprechung genügt für die Annahme von Fluchtgefahr die
Höhe der dem Angeschuldigten drohenden Freiheitsstrafe für sich allein nicht.
Fluchtgefahr darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der
Flucht in abstrakter Weise besteht. Vielmehr müssen konkrete Gründe dargetan
werden, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich
erscheinen lassen. Die Höhe der drohenden Freiheitsstrafe kann immer nur
neben anderen, eine Flucht begünstigenden Tatsachen herangezogen werden (BGE
125 I 60 E. 3a mit Hinweisen).

4.5.3 Dem Beschwerdeführer wird der Handel mit einer grossen Menge Heroin
vorgeworfen. Er anerkennt den dringenden Tatverdacht in Bezug auf eine Menge
von 665 Gramm Heroin. Selbst wenn man mit dem Beschwerdeführer von einem
Reinheitsgrad von lediglich 10 Prozent ausginge, wäre der Grenzwert von 12
Gramm Heroin für die Annahme eines schweren Falles nach Art. 19 Ziff. 2 lit.
a BetmG weit überschritten (vgl. BGE 119 IV 180). Für einen schweren Fall
droht Art. 19 BetmG eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr an. Unter
den gegebenen Umständen kommt überdies die Annahme gewerbsmässiger
Tatbegehung nach Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG in Betracht, was straferhöhend
berücksichtigt werden könnte (BGE 120 IV 330 E. 1 c/aa S. 333, mit
Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist zudem teilweise einschlägig vorbestraft.
Am 21. April 1998 verurteilte ihn das Amtsgericht Münster/D wegen
gemeinschaftlichen Handeltreibens mit Kokain in nicht geringer Menge zu einer
Freiheitsstrafe von 4 Jahren; am 2. November 1999 das Amtsgericht Bielefeld
wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe. Am 20.
Januar 2004 bestrafte ihn überdies das Bezirksstatthalteramt Waldenburg wegen
Fälschung von Ausweisen sowie Widerhandlungen gegen das
Strassenverkehrsgesetz und das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung
der Ausländer zu 40 Tagen Gefängnis. In Anbetracht dessen muss er im Falle
einer neuerlichen Verurteilung mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Der Beschwerdeführer stammt aus Albanien. Dort lebt, mit Ausnahme seiner
jetzigen Ehefrau, seine gesamte Familie, insbesondere seine frühere Ehefrau
mit den gemeinsamen drei Kindern (Beschwerde S. 6 Ziff. 11). Vor der
Verhaftung fuhr der Beschwerdeführer alle drei Monate nach Albanien. In der
Schweiz ist er nicht verwurzelt. Er reiste im Jahr 2003 hier ein, nachdem er
sich seit ca. 1997 in Österreich, Deutschland und Italien aufgehalten hatte,
aber immer wieder nach Albanien zurückgekehrt war. Er stellte, nachdem er das
bereits in Österreich und Deutschland getan hatte, auch in der Schweiz ein
Asylgesuch. Eine feste Arbeitsstelle hatte er hier nie. Er wurde, wie
dargelegt, vom Bezirksstatthalteramt Waldenburg unter anderem wegen Fälschung
von Ausweisen verurteilt. Ausserdem steht er unter dem Verdacht, im Oktober
2003 einen falschen Ausweis, lautend auf Y.________, verwendet zu haben.

Zwar ist der Beschwerdeführer seit Oktober 2004 mit einer Schweizerin
verheiratet und er hat eine Aufenthaltsbewilligung B erhalten. Die Ehefrau
konsumiert nach seinen eigenen Angaben jedoch Kokain und Heroin. Sie ist im
vorliegenden Verfahren selber angeschuldigt. Unter diesen Umständen dürfte
ihm die Ehefrau keinen starken Halt bieten. Die Heirat fand im Übrigen in
Albanien statt, was zeigt, dass es die Ehefrau nicht unter allen Umständen
ablehnt, sich dorthin zu begeben.
Angesichts der angeführten Umstände besteht die erhebliche Gefahr, dass der
Beschwerdeführer bei einer Haftentlassung untertauchen und sich nach Albanien
absetzen würde. Wenn das Verfahrensgericht Fluchtgefahr bejaht hat, hat es
deshalb kein Verfassungsrecht verletzt.

Die Beschwerde ist auch im vorliegenden Punkt unbegründet.

4.5.4 Ob überdies Kollusions- oder Fortsetzungsgefahr anzunehmen sei, kann
damit offen bleiben. Ist ein Haftgrund gegeben, genügt das für die
Untersuchungshaft und muss nicht geprüft werden, ob ein weiterer hinzukomme.

4.6
4.6.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, der Reinheitsgrad des Heroins sei im
vorliegenden Fall unbekannt. Gehe man von einem Reinheitsgrad von 10 Prozent
aus, ergebe sich eine Menge von 67 Gramm reinen Stoffs. Derzeit sei daher
keineswegs gesagt, dass der Beschwerdeführer mit einer Freiheitsstrafe von
deutlich über einem Jahr rechnen müsse. Die Verlängerung der
Untersuchungshaft um weitere sechs Monate, d.h. auf insgesamt rund 15 Monate,
erreiche die zu erwartende Freiheitsstrafe. Die angefochtene Haftverlängerung
sei deshalb unverhältnismässig im Sinne von § 78 Abs. 2 lit. b StPO/BL.

4.6.2 Gemäss § 78 Abs. 2 lit. b StPO/BL ist die Untersuchungshaft
unverhältnismässig, wenn sie die Dauer einer zu erwartenden Freiheitsstrafe
erreicht.

Diese Bestimmung entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 31
Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK (BGE 126 I 172 E. 5a, mit Hinweisen).

4.6.3 Der Beschwerdeführer befindet sich derzeit seit rund 11 Monaten in
Untersuchungshaft. Das Verfahrensgericht hat die Haft bis zum 23. Mai 2007
verlängert. An jenem Tag würde die Dauer der Untersuchungshaft knapp 15
Monate betragen.

Wie dargelegt, übersteigt die Menge Heroin, die dem Beschwerdeführer
angelastet wird, den Grenzwert von 12 Gramm für die Annahme eines schweren
Falles nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG bei weitem. Für einen schweren Fall
droht Art. 19 BetmG eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr an. In
Betracht kommt überdies die Annahme gewerbsmässiger Tatbegehung nach Art. 19
Ziff. 2 lit. c BetmG, was sich straferhöhend auswirkte. Der Beschwerdeführer
ist überdies mehrfach, teilweise einschlägig und erheblich vorbestraft.

Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass auch eine Untersuchungshaft
von 15 Monaten die Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe noch nicht
erreichen würde.

Die Beschwerde erweist sich deshalb auch in diesem Punkt als unbegründet.

4.7
4.7.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das BUR treibe das Verfahren nicht
genügend beförderlich voran. Es liege eine Verletzung des
Beschleunigungsgebots vor. Auch deshalb sei er aus der Haft zu entlassen.

4.7.2 Nach der Rechtsprechung ist die Rüge, das Strafverfahren werde nicht
mit der verfassungs- und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung
geführt, im Haftprüfungsverfahren nur soweit zu beurteilen, als die
Verfahrensverzögerung geeignet ist, die Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft
in Frage zu stellen und zu einer Haftentlassung zu führen. Dies ist nur der
Fall, wenn sie besonders schwer wiegt und zudem die Strafverfolgungsbehörden,
z.B. durch eine schleppende Ansetzung der Termine für die anstehenden
Untersuchungshandlungen, erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht
in der Lage sind, das Verfahren nunmehr mit der für Haftfälle verfassungs-
und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum
Abschluss zu bringen.

Ist die gerügte Verzögerung des Verfahrens weniger gravierend, kann offen
bleiben, ob eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes vorliegt. Es genügt
diesfalls, die zuständige Behörde zur besonders beförderlichen Weiterführung
des Verfahrens anzuhalten und die Haft gegebenenfalls allein unter der
Bedingung der Einhaltung bestimmter Fristen zu bestätigen. Ob eine Verletzung
des Beschleunigungsgebots gegeben ist, kann in der Regel denn auch erst der
Sachrichter unter der gebotenen Gesamtwürdigung beurteilen, der auch darüber
zu befinden hat, in welcher Weise - z.B. durch eine Strafreduktion - eine
allfällige Verletzung des Beschleunigungsgebotes wieder gutzumachen ist (BGE
128 I 149 E. 2.2.1 f., S. 151 f.).
4.7.3 Das Verfahrensgericht legt (S. 5 f. E. 10) dar, bei Durchsicht der
haftrelevanten Akten könne festgestellt werden, dass seit dem letzten
Haftverlängerungsbeschluss vom 22. Mai 2006 lediglich zwei Einvernahmen zur
Sache mit dem Beschwerdeführer durchgeführt worden seien (30. Mai und 6. Juni
2006), in welchem ihm auch die restlichen Protokolle der Telefonüberwachung
vorgehalten worden seien. Zusätzlich sei am 21. September 2006 eine
Konfrontationseinvernahme mit A.________ und am 11. Oktober 2006 eine solche
mit B.________ durchgeführt worden. Des Weiteren sei am 11. Oktober 2006
C.________, welche den Beschwerdeführer ebenfalls belaste, Heroin verkauft zu
haben, in einem Verfahren gegen sie selber einvernommen worden. Am 5. Oktober
2006 sei das Rechtshilfeersuchen nach Albanien erstellt worden. Dabei sei
festzustellen, dass dieses den Beschwerdeführer nur in einem relativ geringen
Umfang betreffe (Sperre von Bankkonten des Beschwerdeführers und seiner
geschiedenen Ehefrau, Hausdurchsuchung bei seiner geschiedenen Ehefrau und
Einvernahme von D.________). Nicht ersichtlich werde aus den Akten, weshalb
die Konfrontationseinvernahmen mit B.________ und A.________ nicht schon zu
einem früheren Zeitpunkt, insbesondere unmittelbar nach der letzten
Einvernahme mit dem Beschwerdeführer, durchgeführt worden seien. Gleiches
gelte für den Zeitpunkt des Rechtshilfeersuchens, sei doch ein Zusammenhang
mit D.________ schon Anfang 2006 bekannt gewesen. Es könne deshalb
festgestellt werden, dass nach wie vor ein umfangreiches und komplexes
Verfahren vorliege, es allerdings auch nicht dem Beschwerdeführer angelastet
werden könne, dass das Rechtshilfeersuchen so spät gestellt worden sei und
ihm deshalb die Erledigungsakten noch nicht hätten vorgehalten werden können.
Ansonsten scheine das Verfahren bis auf wenige Untersuchungshandlungen
(Einvernahme mit der jetzigen Ehefrau, weitere Einvernahmen mit dem
Beschwerdeführer, Vorhalt der Ermittlungsergebnisse aus dem
Rechtshilfeverfahren) abgeschlossen zu sein. Anschliessend werde der
Beschwerdeführer noch Akteneinsicht erhalten und Beweisanträge stellen
können. Das Verfahrensgericht gehe deshalb davon aus, dass bei einer
Verlängerung der Untersuchungshaft um sechs Monate nicht nur das Verfahren
beendet, sondern auch die Anklage erstellt und an das Strafgericht überwiesen
werden könne. Im Falle einer erneuten Haftverlängerung durch das
Verfahrensgericht müsste das BUR in seinem Antrag ausführlich darlegen,
weshalb dies notwendig sei und keine Verletzung des Beschleunigungsgebots
vorliege.

4.7.4 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass das Verfahren wohl
beförderlicher hätte vorangetrieben werden können. Es handelt sich jedoch um
ein umfangreiches und komplexes Verfahren mit Auslandbezug und mehreren
Angeschuldigten. Das Verfahren dauert nunmehr - seit der Inhaftierung des
Beschwerdeführers - rund 11 Monate und sollte nach den Erwägungen des
Verfahrensgerichtes bald abgeschlossen werden können. Bei dieser Sachlage ist
jedenfalls eine besonders schwer wiegende Verfahrensverzögerung, die nach der
dargelegten Rechtsprechung einzig zur Haftentlassung führen könnte, zu
verneinen.

Selbst wenn man anderer Auffassung wäre, würde das dem Beschwerdeführer nicht
helfen. Denn jedenfalls bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür,
dass die kantonalen Behörden nicht gewillt oder in der Lage wären, das
Verfahren nunmehr mit der für Haftfälle gebotenen Beschleunigung
voranzutreiben und zum Abschluss zu bringen. Im Gegenteil ergibt sich aus den
dargelegten Erwägungen des Verfahrensgerichtes, dass bis zum 23. Mai 2007 das
Verfahren grundsätzlich abgeschlossen und die Anklage erstellt und überwiesen
sein sollte. Im Hinblick darauf kann die Verlängerung der Untersuchungshaft
bis zum 23. Mai 2007 noch als verhältnismässig angesehen werden. Eine weitere
Haftverlängerung liesse sich allerdings - wovon in der Sache auch das
Verfahrensgericht ausgeht - nur noch rechtfertigen, wenn das BUR dafür
besondere Gründe vorbringen und nachvollziehbar erklären könnte, weshalb
entgegen der Annahme des Verfahrensgerichts bis zum 23. Mai 2007 der
Abschluss des Verfahrens sowie die Erhebung und Überweisung der Anklage nicht
möglich war.

Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten auch im vorliegenden Punkt als
unbegründet.

5.
Sie ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers kann angenommen werden. Da die
Untersuchungshaft einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit
darstellt, konnte er sich zur Beschwerde veranlasst sehen. Das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung nach Art. 152 OG kann daher
bewilligt werden. Es werden keine Kosten erhoben und dem Vertreter des
Beschwerdeführers ist eine angemessene Entschädigung auszurichten.

Der Anwalt des Beschwerdeführers hat dem Bundesgericht eine Honorarnote
eingereicht. Darin macht er einen Betrag von Fr. 2'193.45 geltend. Den
Zeitaufwand gibt er mit 8 Stunden (à Fr. 250.--) an. Für die Replik macht er
einen Zeitaufwand von einer weiteren Stunde geltend. Da der Anwalt die Akten
kannte und der vorliegende Fall in Bezug auf die Untersuchungshaft keine
besonderen Schwierigkeiten bietet, erscheint der geltend gemachte Zeitaufwand
überhöht. Die dem Anwalt auszurichtende Entschädigung wird auf Fr. 1'500.--
festgesetzt.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dem Vertreter des Beschwerdeführers, Advokat Dieter Gysin, wird aus der
Bundesgerichtskasse eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Besonderen
Untersuchungsrichteramt und dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons
Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Januar 2007

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: