Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Staatsrecht 1P.86/2007
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1P.86/2007 /fun

Urteil vom 3. Oktober 2007

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Aeschlimann, Eusebio,
Gerichtsschreiber Kessler Coendet.

X. ________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Lothar Auf
der Maur,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Zentralstrasse 28, 6002 Luzern,
Obergericht des Kantons Luzern, II. Kammer, Hirschengraben 16, 6002 Luzern.

Art. 9, 29, 32 BV (Strafverfahren),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil
des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer,
vom 25. September 2006.

Sachverhalt:

A.
Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern vom 30.
September 2004 wird X.________ vorgeworfen, als Drahtzieher im Hintergrund
und damit als Mittäter an einem Raubüberfall zum Nachteil des Ehepaars
Y.________ beteiligt zu sein. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine
Bestrafung von X.________ wegen Raubes nach Art. 140 Ziff. 3 StGB und
mehrfacher Freiheitsberaubung.

B.
Das Kriminalgericht Luzern verurteilte X.________ mit Urteil vom 4. März 2005
wegen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB zu 18 Monaten Gefängnis. Es
gewährte dem Verurteilten den bedingten Strafvollzug bei einer Probezeit von
2 Jahren und rechnete 12 Tage Untersuchungshaft auf die Strafe an. Von den
Vorwürfen eines qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB und der
mehrfachen Freiheitsberaubung sprach das Kriminalgericht X.________ frei.

Auf Appellation des Angeklagten hin verurteilte ihn das Obergericht des
Kantons Luzern am 25. September 2006 für die vorgeworfene Tat wegen
Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB und setzte die Strafe auf 15 Monaten
Gefängnis, bei bedingtem Vollzug, herab.

C.
Mit Eingabe vom 12. Februar 2007 erhebt X.________ beim Bundesgericht
Verfassungsbeschwerde wegen Verletzungen seines Anspruchs auf rechtliches
Gehör, des Willkürverbots und der Unschuldsvermutung. Er beantragt, das
obergerichtliche Urteil sei aufzuheben und er sei von Schuld und Strafe
freizusprechen. Staatsanwaltschaft und Obergericht ersuchen um Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

D.
Der Präsident der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung hat der Beschwerde mit
Verfügung vom 16. März 2007 die aufschiebende Wirkung zuerkannt.

Dem Beschwerdeführer wurde am 5. April 2007 Gelegenheit gegeben, bis zum 15.
Mai 2007 eine Stellungnahme zu den Eingaben der Verfahrensbeteiligten
einzureichen. Er hat sich in der Folge nicht vernehmen lassen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (BGG) in Kraft getreten. Da der angefochtene Entscheid vorher
ergangen ist, richtet sich das Verfahren in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 BGG
noch nach dem Bundesgesetz über die Organisation der Bundesrechtspflege vom
16. Dezember 1943 (OG).

1.1 Für die Geltendmachung der als verletzt gerügten verfassungsmässigen
Rechte steht auf Bundesebene einzig das Rechtsmittel der staatsrechtlichen
Beschwerde zur Verfügung. Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen
Entscheid in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und zur
Beschwerde legitimiert. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen
erfüllt sind, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten.

1.2 Soweit der Beschwerdeführer neben der Aufhebung des angefochtenen
Entscheids verlangt, das Bundesgericht habe ihn bei einer Gutheissung der
Beschwerde von Schuld und Strafe freizusprechen, verkennt er die
kassatorische Natur der staatsrechtlichen Beschwerde (BGE 129 I 129 E. 1.2.1
S. 131 f.; 124 I 327 E. 4 S. 332 ff., je mit Hinweisen). Auf dieses Begehren
kann nicht eingetreten werden.

1.3 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die
wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten,
welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie
durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Im
Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde prüft das Bundesgericht nur klar
und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen. Auf ungenügend
begründete Rügen und bloss allgemein gehaltene, rein appellatorische Kritik
am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 130 I 258
E. 1.3 S. 262; 129 I 113 E. 2.1 S. 120). Die vorliegende Beschwerde ist
teilweise mangelhaft begründet; insbesondere enthält sie über weite Strecken
appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil im Hinblick auf die
Beweiswürdigung; dies ist nach dem Gesagten unzulässig. Soweit keine genügend
begründeten Verfassungsrügen geltend gemacht werden, kann auf die Beschwerde
nicht eingetreten werden.

2.
Wie das Obergericht festgestellt hat, ist es unbestritten, dass A.Z.________,
D.________ und A.E.________ am frühen Morgen des 29. Mai 2000 das Ehepaar
Y.________ in ihrem Wohnhaus überfallen haben. Zuvor liess sich das Trio von
B.E.________, dem Bruder von A.E.________, zum Haus der Eheleute chauffieren.
Die Täter stiegen mit einer Leiter ins obere Stockwerk des Hauses ein,
bedrohten die Opfer mit einer Pistole und fesselten sie mit Klebeband. Mit
dem erhältlich gemachten Tresorschlüssel öffneten sie den Safe und
entwendeten - gemäss Ergebnis der Strafuntersuchung - unter anderem Schmuck
und Uhren im Wert von rund Fr. 833'000.-- sowie Bargeld, "Goldvrenelis" und
Goldbarren im Wert von ca. Fr. 3'000.--. Mit dieser Beute ergriffen sie die
Flucht und liessen die Opfer gefesselt im Haus zurück. Von der Beute konnten
Schmuck und Uhren im Wert von Fr. 729'700.-- sichergestellt werden. Vom
übrigen Deliktsgut fehlt jede Spur.

Das Obergericht hält es insbesondere gestützt auf die belastenden Aussagen
von A.Z.________ und B.E.________ sowie den telefonischen Kontakt des
Beschwerdeführers vor und nach der Tat mit A.Z.________ für erstellt, dass
der Beschwerdeführer für diese Tat als Tippgeber handelte und auch zur
Planung und Ausführung der Tat einen bedeutsamen Beitrag (namentlich in Form
von Informationen an A.Z.________ über die Opfer und ihr Wohnhaus) leistete.
Das kantonale Gericht erachtet es weiter als erwiesen, dass sich der
Beschwerdeführer den Vollzug des Delikts unmittelbar nach der Tat telefonisch
bestätigen liess. Aufgrund dieses Umstandes nimmt das Obergericht an, dass
dieser ein unmittelbares und eigenes Interesse an der Tat bzw. an Teilen der
Beute gehabt habe. Nach Auffassung des Obergerichts kann dem Beschwerdeführer
aber nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, dass er sich über die
Nötigungs- und Gewalthandlungen von A.Z.________ und seinen Komplizen im
Klaren war oder diese billigend in Kauf nahm. Die qualifizierte
Vorgehensweise seiner Mittäter könne ihm in subjektiver Hinsicht nicht
angerechnet werden, weshalb er sich nur der Teilnahme an einem einfachen
Diebstahl zu verantworten habe. Gleichzeitig hat das Obergericht den
Eventualantrag des Beschwerdeführers verworfen, er sei nur der Gehilfenschaft
zu Diebstahl zu verurteilen. Das Gericht leitet aus den vorstehend
angesprochenen Aussagen der Mittäter und dem regen Telefonkontakt mit
A.Z.________ vor und nach der Tat ab, dass die Informationen des
Beschwerdeführers für die Räuber offenbar von grosser Wichtigkeit waren. Der
gemeinsame, mindestens konkludente Tatentschluss zeige sich darin, dass der
Beschwerdeführer den Angeklagten A.Z.________ auf das lukrative Tatobjekt
aufmerksam gemacht und diesen auch in der Planung und Ausführung der Tat -
wenn auch nur im Hinblick auf einen Einbruch - unterstützt habe. Der
Beschwerdeführer komme auch deshalb nicht als blosser Gehilfe in Betracht,
weil er ein eigenes Interesse an der Ausführung der Tat gehabt habe.

Bei dieser Beurteilung hat das Obergericht folgende weitere
Sachverhaltselemente berücksichtigt. Der Beschwerdeführer hielt sich im
Tatzeitpunkt im Kosovo auf. Er war bereits am 24. Mai 2000 aus der Schweiz in
den Kosovo gefahren. Dort hatte er ab 1999 einen Geschäftsbetrieb aufgebaut.
Bei seinen Aufenthalten im Kosovo wohnte er offenbar im Haus der Familie
Z.________. Verschiedene Mitglieder dieser Familie waren Angestellte des
Beschwerdeführers in diesem Betrieb. Im Jahr 2003 musste der Beschwerdeführer
das Geschäft aufgeben; dadurch verloren die betroffenen Mitglieder der
Familie Z.________ ihr Einkommen.

3.
In verfahrensmässiger Hinsicht beanstandet der Beschwerdeführer, das
Obergericht habe Art. 29 Abs. 1 und Abs. 2 BV missachtet. Einerseits weiche
das angefochtene Urteil von der rechtlichen Würdigung der Anklageschrift ab,
ohne dass der Beschwerdeführer dazu angehört worden sei. Anderseits habe das
Obergericht die vom Beschwerdeführer bezeichneten Entlastungszeugen nicht
einvernommen. Bei diesen Rügen geht es um angebliche Verletzungen des
rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV). Dem gleichzeitig angerufenen Art. 29
Abs. 1 BV kommt diesbezüglich keine darüber hinausgehende Bedeutung zu.

3.1 Nach § 183 der Luzerner Strafprozessordnung vom 3. Juni 1957 (StPO/LU;
SRL Nr. 305) darf eine Verurteilung auf Grund anderer Strafbestimmungen als
den in der Anklage oder im Antrag des Amtsstatthalters angerufenen nur
erfolgen, wenn der Angeklagte rechtzeitig auf den neuen rechtlichen
Gesichtspunkt aufmerksam gemacht wurde und dazu Stellung nehmen konnte. Der
Beschwerdeführer behauptet nicht, der Gehalt der kantonalen Bestimmung gehe
über den verfassungsmässigen Gehörsanspruch hinaus. Folglich ist einzig zu
prüfen, ob das Obergericht bei seinem Schuldspruch diese Verfassungsgarantie
(vgl. dazu BGE 126 I 19 E. 2 S. 21 ff.) eingehalten hat.

Der Beschwerdeführer ist wegen qualifizierten Raubes (Art. 140 Ziff. 3 StGB)
angeklagt worden. Das Obergericht hat ihn wegen einfachen Diebstahls (Art.
139 Ziff. 1 StGB) verurteilt. Wie das Obergericht in der Vernehmlassung zu
Recht ausführt, stellte der Beschwerdeführer im Appellationsverfahren den
Eventualantrag, er sei der Gehilfenschaft zu Diebstahl schuldig zu sprechen.
Es kann daher keine Rede davon sein, dass der Beschwerdeführer durch die
rechtliche Würdigung der angeklagten Tat im angefochtenen Urteil überrascht
worden ist. Hinzu kommt, dass der Tatbestand des Raubes den - hier zur
Anwendung gebrachten - Grundtatbestand des Diebstahls voraussetzt (BGE 124 IV
102 E. 2 S. 104; zur Veröffentlichung bestimmtes Urteil 6S.510/2006 vom
17. Juli 2007, E. 4.2). Unter diesen Umständen geht die Gehörsrüge fehl.

3.2 Nach der Rechtsprechung ist das Recht, Entlastungszeugen zu laden und zu
befragen, relativer Natur. Der Richter hat insoweit nur solche
Beweisbegehren, Zeugenladungen und Fragen zu berücksichtigen und zuzulassen,
die nach seiner Würdigung rechts- und entscheiderheblich sind (BGE 129 I 151
E. 3.1 S. 154 mit Hinweis).

3.2.1 Gemäss der Darstellung im angefochtenen Urteil beantragte der
Beschwerdeführer die Einvernahme von fünf Entlastungszeugen, die das
Obergericht nicht zugelassen hat. Im bundesgerichtlichen Verfahren bemängelt
der Beschwerdeführer zunächst pauschal, die entlastenden Zeugen seien nicht
angehört worden. Er geht jedoch mit keinem Wort auf die angebliche
Notwendigkeit einer Befragung von B.Z.________ und von F.________ ein;
insoweit kann auf die Gehörsrüge mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht
eingetreten werden (E. 1.3).
3.2.2 Bezüglich der übrigen drei angebotenen Zeugen (G.________, H.________,
C.Z.________) macht er geltend, bei deren Einvernahme hätte festgestellt
werden können, dass sein Mobiltelefon im Kosovo regelmässig von
Drittpersonen, namentlich von Mitgliedern der Familie Z.________, benutzt
worden sei. Mit diesem Beweismittel hätte er das ihm zur Last gelegte Indiz
entkräften können, dass von seinem Mobilanschluss aus vor und nach der Tat
telefonische Kontakte mit A.Z.________ bestanden haben sollen.

Es trifft zu, dass das Obergericht die Häufigkeit der Telefonverbindungen zu
A.Z.________ als Indiz für die Beteiligung des Beschwerdeführers gewertet
hat. Dabei stellte es aber wesentlich auf die grosse Zahl der Kontakte ab,
bei denen das Mobiltelefon des Beschwerdeführers nachweislich in der Schweiz
verwendet wurde. In der Tatnacht hielt sich der Beschwerdeführer, wie bei E.
2 erwähnt, im Kosovo auf. Was die in diesem Zeitraum nachgewiesenen
telefonischen Kontakte zwischen A.Z.________ und dem Mobiltelefon des
Beschwerdeführers betrifft, hat der Letztere zugegeben, er habe einen Anruf
entgegengenommen. Dabei habe A.Z.________ ihm so etwas wie "Es ist passiert"
gesagt. Ob das Obergericht die Bedeutung dieses Anrufs in verfassungsmässiger
Weise gewürdigt hat, wird noch zu erörtern sein (vgl. E. 6.2 hiernach).

Im Hinblick auf die Notwendigkeit der fraglichen Zeugeneinvernahmen gilt es
Folgendes zu bedenken: Der Beschwerdeführer behauptet nicht, er habe sein
Mobiltelefon auch in der Schweiz Dritten zur Verfügung gestellt; ebenso wenig
äussert er die Erwartung, die von ihm angerufenen drei Zeugen könnten
konkrete Aussagen zur Verwendung seines Mobiltelefons in der Tatnacht machen.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn das Obergericht die
Befragung dieser Zeugen als entbehrlich eingestuft hat. In dieser Hinsicht
dringt die Gehörsrüge nicht durch.

3.3 Nach dem Beschwerdeführer verletzt es ferner Art. 29 BV, wenn das
Obergericht den Aussagen von B.E.________ einen hohen Beweiswert zuordne.
Hinsichtlich dieses Punkts fehlt eine hinreichende Begründung der
Verfassungsrüge (E. 1.3).

4.
Zur Hauptsache wirft der Beschwerdeführer dem Obergericht eine willkürliche
Beweiswürdigung und eine Verletzung der Unschuldsvermutung vor.

Art. 9 BV gewährleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne
Willkür behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweiswürdigung steht dem
Sachrichter ein weiter Ermessensspielraum zu. Willkür in der Beweiswürdigung
liegt vor, wenn die Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit
der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem
offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Dabei genügt es nicht, wenn sich der
angefochtene Entscheid lediglich in der Begründung als unhaltbar erweist;
eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis
verfassungswidrig ist (vgl. BGE 131 I 467 E. 3.1 S. 473 f.; 129 I 8 E. 2.1 S.
9, je mit Hinweisen).

Aus der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten
Unschuldsvermutung wird die Rechtsregel "in dubio pro reo" abgeleitet (BGE
127 I 38 E. 2a S. 40 f. mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Als
Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz, dass sich der Strafrichter nicht
von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären
darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende
Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat.
Im Lichte dieser Grundsätze sind im Folgenden die Einwände des
Beschwerdeführers gegen die Feststellungen des Obergerichts, die für die dem
Beschwerdeführer vorgeworfene Tatbeteiligung sprechen, zu überprüfen. Dabei
ist zunächst auf die gerichtliche Würdigung der Aussagen von A.Z.________ und
B.E.________ einzugehen (E. 5). Anschliessend sind der Aspekt der
Telefonverbindungen (E. 6), die Motivlage des Beschwerdeführers (E. 7) und
seine Fähigkeit als Tippgeber (E. 8) zu behandeln.

5.
5.1 Im angefochtenen Urteil wird erwogen, das Aussageverhalten von
A.Z.________ über die Tatbeteiligung des Beschwerdeführers sei
widersprüchlich bzw. launenhaft. Dennoch belaste A.Z.________ den
Beschwerdeführer insgesamt schwer und in den Kernaussagen stringent als
Initianten und Informanten für den Raubüberfall; aus diesen Aussagen ergebe
sich auch, dass der Beschwerdeführer ein eigenes Interesse an der Beute bzw.
an Teilen davon gehabt habe. Das Obergericht hält diese Belastungen für
glaubwürdig, weil sie mit Aussagen von B.E.________ übereinstimmen würden,
die der Letztere bereits am Anfang der Untersuchung gemacht hatte.
B.E.________ wurde am Tag nach der Tat verhaftet und kennt den
Beschwerdeführer unbestrittenermassen nicht. Während der Untersuchung
lieferte B.E.________ die Beschreibung eines Schweizer Tippgebers für den
Raub, die sich nach den Feststellungen des Obergerichts nur auf den
Beschwerdeführer beziehen können. Die Beschreibung hatte B.E.________ nach
eigenen Angaben von A.Z.________ und seinen Komplizen im Vorfeld der Tat
gehört.

Das Obergericht geht davon aus, dass die Beschreibung von B.E.________ über
einen involvierten Schweizer im Wesentlichen auf A.Z.________ zurückgeführt
werden kann. Nach Ansicht des Obergerichts ist insofern wesentlich, dass der
Beschwerdeführer vor Obergericht ausgesagt hat, im Frühjahr 2000 habe er noch
ein gutes Verhältnis zu den Gebrüdern Z.________ gehabt. Das Obergericht
schliesst daher aus, dass A.Z.________ den Beschwerdeführer im Tatzeitraum
bei seinen Komplizen fälschlich angeschuldigt habe; somit könne es auch keine
Rolle spielen, dass sich das Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und dem
"Z.________-Clan" in der Folge verschlechtert habe. Ferner ist es nach
Ansicht des Obergerichts undenkbar, dass B.E.________ ein eigenes Motiv für
eine Falschaussage im Hinblick auf den Beschwerdeführer hatte oder eine
solche mit den Komplizen abgesprochen habe; folglich erschüttere der Umstand,
dass B.E.________ in anderer Hinsicht Falschaussagen machte, seine
Glaubwürdigkeit im vorliegenden Zusammenhang nicht.

5.2 Nach Meinung des Beschwerdeführers sind die Angaben der Komplizen von
A.Z.________ in der Untersuchung über einen involvierten Schweizer zu
unbestimmt, um einen Rückschluss auf ihn, den Beschwerdeführer, zu erlauben.
Dieser Einwand ist jedoch, was die belastenden Aussagen von B.E.________
betrifft, nicht stichhaltig.

5.3 Die detaillierte Beschreibung, die B.E.________ äusserte, erachtet der
Beschwerdeführer als nicht verwertbar, weil sie nur vom Hörensagen stamme.
Dass A.Z.________ derjenige gewesen sein musste, von dem B.E.________
letztlich die fragliche Beschreibung erfahren hatte, bestreitet der
Beschwerdeführer nicht ernsthaft. Im Gegenteil räumt er ein, dass keiner der
drei Komplizen von A.Z.________ den Beschwerdeführer kannte. Es ist nicht
dargetan, dass A.E.________ oder D.________ die Möglichkeit oder ein Motiv
gehabt hätten, unabhängig von A.Z.________ einzelne Elemente der fraglichen
Beschreibung in Schilderungen gegenüber B.E.________ einzuflechten, um
mittelbar über diesen Mitbeteiligten gezielt einen Verdacht auf den
Beschwerdeführer zu lenken. Deswegen musste nicht abgeklärt werden, ob
B.E.________ alle Elemente der Beschreibung über den involvierten Schweizer
direkt von A.Z.________ erfahren und wann genau er dies vernommen hatte. Es
schadet der Verwertbarkeit seiner Aussagen auch nicht, dass er die
Informationen nur vom Hörensagen besass, denn sie sind bloss als - wenn auch
gewichtiges - Indiz für die Richtigkeit gleichgerichteter Aussagen von
A.Z.________ über den Beschwerdeführer gewertet worden.

5.4 Gemäss dem Beschwerdeführer war das Obergericht gehalten, die ihn
ausdrücklich entlastenden Aussagen von A.Z.________ anlässlich der
Konfrontationseinvernahme vor Obergericht am 10. August 2006 als entscheidend
zu betrachten. Im angefochtenen Urteil wird indessen eingehend begründet,
weshalb die genannten Aussagen keine taugliche Entlastung des
Beschwerdeführers darstellen. Zudem weist das Obergericht darauf hin, dass
A.Z.________ den Beschwerdeführer zuvor namentlich in einer Einvernahme
während des Untersuchungsverfahrens vom 5. Juli 2004 ausdrücklich und konkret
als Mitbeteiligten belastet hat. Bei jener Einvernahme vom 5. Juli 2004 seien
die Rechte der Parteien gewahrt worden. Der Beschwerdeführer setzt sich mit
der gerichtlichen Argumentation zu diesem Punkt über weite Strecken nicht
rechtsgenüglich auseinander, so dass sich seine diesbezügliche Kritik als
appellatorisch erweist.

5.5 Zwar wendet der Beschwerdeführer ein, A.Z.________ habe in der
Untersuchung erklärt, dass er am 30. Mai 2000 über den Anschluss von
I.________ den Beschwerdeführer angerufen habe. Am 10. August 2006 habe
A.Z.________ ausgesagt, er habe nach der Tat nicht mit ihm, dem
Beschwerdeführer, telefoniert. Es ist aber nicht klar, was der
Beschwerdeführer mit diesen Vorbringen zum Ausdruck bringen will. Ob insofern
eine mangelhafte Beschwerdebegründung vorliegt, kann offenbleiben, weil die
Kritik die Würdigung des Obergerichts sachlich nicht zu erschüttern vermag.

Dem angefochtenen Entscheid lässt sich entnehmen, dass A.Z.________ am 5.
Juli 2004 zugeben hat, er habe im Tatzeitraum nicht nur ein auf ihn lautendes
Mobiltelefon, sondern auch einen Anschluss auf den Namen von I.________
verwendet. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf den Anschluss von I.________
ändert nichts an der Richtigkeit der obergerichtlichen Feststellung, dass
Kontakte zwischen den A.Z.________ zurechenbaren Telefonanschlüssen und dem
Mobiltelefon des Beschwerdeführers im Tatzeitraum nachgewiesen sind. Im
Übrigen hat der Beschwerdeführer die persönliche Entgegennahme des
Telefonanrufs von A.Z.________ kurz nach der Tat, wie erwähnt (vgl. E. 3.2.2
hiervor), zugegeben. Daher kann es nicht darauf ankommen, ob A.Z.________ am
10. August 2006 bestritten hat, nach der Tat mit dem Beschwerdeführer
telefoniert zu haben.

5.6 Überdies ortet der Beschwerdeführer bei einer Einzelheit einen
Widerspruch zwischen der Beschreibung von B.E.________ über den beteiligten
Schweizer und den Aussagen von A.Z.________; es könne nicht angehen, dass
dieser Umstand nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers gewürdigt worden sei.
Dabei geht es um Folgendes: B.E.________ hatte gehört, dass der Schweizer
einige Male bei der Beobachtung des Wohnhauses der Opfer dabei gewesen sei.
Demgegenüber folgt gemäss dem Beschwerdeführer aus den Akten und den
Befragungen von A.Z.________, dass er, der Beschwerdeführer, nie mit ihm an
Ort und Stelle gewesen sei.

Richtig ist, dass A.Z.________ am 5. Juli 2004 erklärt hatte, beim
Auskundschaften des Hauses mehrere Tage vor der Tat sei der Beschwerdeführer
nicht dabei gewesen. Gleichzeitig gab A.Z.________ auf die Frage, ob der
Beschwerdeführer ihm das Haus gezeigt habe, zur Antwort: "Ja, ja, das
stimmt." Ebenso bestätigte A.Z.________ auf Nachfrage, dass der
Beschwerdeführer mit ihm beim Haus gewesen sei. Die Behauptung des
Beschwerdeführers, es sei aktenkundig, dass er nie mit A.Z.________ zusammen
vor Ort gewesen sei, trifft somit nicht zu.
Das Obergericht hat die soeben angeführten Aussagen von A.Z.________
dahingehend interpretiert, der Beschwerdeführer sei an den Tagen vor dem
Überfall nicht dabei gewesen; damit stimmt überein, dass sich der
Beschwerdeführer einige Tage vor der Tat ins Ausland begeben hat. Der
Beschwerdeführer geht fehl, wenn er aus den fraglichen Aussagen von
A.Z.________ und B.E.________ einen inneren Widerspruch herleitet.

5.7 Zusammengefasst ist es verfassungsrechtlich haltbar, wenn das kantonale
Gericht den übereinstimmenden Gehalt der Aussagen von A.Z.________ und
B.E.________ zur Tatbeteiligung des Beschwerdeführers für wesentlich gewertet
und andere dagegen sprechende Elemente dieser Aussagen als dadurch entkräftet
betrachtet hat. In diesem Vorgehen liegt keine verfassungswidrige einseitige
Beweiswürdigung.

6.
6.1 Nach Meinung des Beschwerdeführers ist nicht einmal ansatzweise bewiesen,
ob zwischen ihm und A.Z.________ Telefongespräche geführt wurden und was da
besprochen worden sein soll. Dieser Einwand erscheint wiederum grösstenteils
als appellatorisch. Das Obergericht hat dargelegt, weshalb es davon ausgeht,
dass die beim Mobiltelefon des Beschwerdeführers nachgewiesenen Verbindungen
auch diesem persönlich zuzurechnen sind (vgl. E. 3.2.2, hiervor). Zu Recht
bestreitet der Beschwerdeführer nicht konkret, dass ab seinem Mobiltelefon
vor seiner Abreise ins Ausland mehrfach telefonische Kontakte zu Apparaten im
Herrschaftsbereich von A.Z.________ verzeichnet sind. Nach den Feststellungen
des Obergerichts gab der Beschwerdeführer in der Untersuchung ferner zu, er
habe während seines Aufenthalts im Kosovo vor der Tat Anrufe von A.Z.________
- die angeblich für Dritte bestimmt gewesen seien - entgegengenommen und
dabei gemerkt, dass etwas Krummes am Laufen gewesen sei. Es hilft dem
Beschwerdeführer folglich nichts, wenn er vor diesem Hintergrund kategorisch
jeden Telefonkontakt mit A.Z.________ bestreitet.

6.2 Näher zu prüfen ist immerhin der Vorwurf, es sei völlig aus der Luft
gegriffen, wenn das Obergericht das vom Beschwerdeführer zugegebene
Telefongespräch mit A.Z.________ nach der Tat als bestellte Vollzugsmeldung
auffasse. Der Beschwerdeführer sei im Kosovo aus dem Schlaf gerissen worden
und habe einen Anruf entgegengenommen, der eigentlich nicht für ihn bestimmt
gewesen sei.
Bei der umstrittenen Schlussfolgerung hat das Obergericht nicht nur den vom
Beschwerdeführer zugegebenen Wortlaut des von ihm gehörten Satzes
berücksichtigt, sondern auch die diesbezüglichen belastenden Aussagen von
A.Z.________ vom 5. Juli 2004. Es hat weiter die bei E. 6.1 erwähnte Zugabe
des Beschwerdeführers einbezogen, dass er im Vorfeld der Tat ahnte, es sei
etwas Krummes am Laufen. Deshalb ist es nach dem Obergericht unglaubhaft,
dass der Beschwerdeführer sein Mobiltelefon trotzdem weiterhin der Familie
Z.________ zur freien Verfügung überlassen habe; vielmehr sei davon
auszugehen, dass er und niemand anders auch nach der Tat intensiven
telefonischen Kontakt zu A.Z.________ gehabt habe. Hinzu kommt nach dem
Obergericht, dass der am Tag nach der Tat verhaftete A.E.________ in der
Untersuchung seine Beobachtung mitgeteilt hatte, wonach A.Z.________ in der
Tatnacht mit einem Schweizer telefoniert habe. Das Obergericht hat wiederum
eingehend dargelegt, weshalb es diese Aussage für glaubwürdig hält.

Es trifft zu, dass A.E.________ für die Tatnacht nur in allgemeiner Weise
davon spricht, A.Z.________ habe einen Schweizer angerufen. Es ist indessen
verfassungsrechtlich wiederum nicht zu beanstanden, wenn das Obergericht aus
den insoweit übereinstimmenden Aussagen von A.Z.________ und A.E.________
ableitet, der Anruf auf das Mobiltelefon des Beschwerdeführers, bei dem
A.Z.________ den Vollzug der Tat mitteilte, sei tatsächlich für den
Beschwerdeführer bestimmt gewesen. Zusammen mit den übrigen soeben erwähnten
Indizien durfte das Obergericht insofern auf eine bestellte Vollzugsmeldung
schliessen.

7.
Insoweit der Beschwerdeführer bestreitet, ein Motiv für die Tatbeteiligung
gehabt zu haben, verfällt er erneut in unzulässige appellatorische Kritik. Er
stellt nicht in Abrede, dass seine finanzielle Lage im Tatzeitraum angespannt
war. Es hält vor der Verfassung stand, wenn das Obergericht beim
Beschwerdeführer angesichts seiner damaligen Lebenssituation das
Vorhandensein eines Tatmotivs bejaht.

Mit dem Einwand des Beschwerdeführers, er habe nichts mit den angeblich
zusätzlich gestohlenen Schuldscheinen zu tun gehabt, befasst sich bereits das
angefochtene Urteil. Das Obergericht hat ausdrücklich offengelassen, ob beim
Raubüberfall zusätzlich auch ein Schuldschein oder weitere Werte wie
Schwarzgeld entwendet worden sind. Unter diesen Umständen vermag der
Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, wenn die Opfer
bestätigt haben, dass sie ihm keine Darlehen gewährt hatten.

8.
Dass der Beschwerdeführer ein persönlicher Bekannter der Opfer war und sich
in deren Haus aufgehalten hatte, bestreitet er nicht. Soweit er dem
Obergericht vorwirft, es hätte nicht von seiner Eignung als Tippgeber
ausgehen dürfen, geht er nur oberflächlich auf die differenzierte
gerichtliche Würdigung ein. Insofern fehlt es an einer hinreichenden
Beschwerdebegründung (E. 1.3).

9.
Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer im
Wesentlichen darauf abzielt, die Verbindung der vom Obergericht zu seinen
Lasten gewürdigten Indizien zu lösen und diese belastenden Tatsachen einzeln
zu entkräften. Das Obergericht hat den Schuldspruch hingegen auf die
Gesamtheit der erörterten Indizien, d.h. auf eine Indizienkette gestützt.
Ergänzend hat es das Aussageverhalten des Beschwerdeführers in der
Untersuchung berücksichtigt; mit dem letztgenannten Aspekt setzt sich die
Beschwerdeschrift nicht auseinander.

Da ein Indiz immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die
Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die
Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel. Alle
Indizien zusammen können aber vollen Beweis und volle Überzeugung bringen und
jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. Es hält vor dem Willkürverbot bei
der Beweiswürdigung und der Unschuldsvermutung stand, wenn die Indizien in
einem solchen Fall nicht einzeln, sondern in ihrer gegenseitigen Verbindung
bzw. in ihrer Gesamtheit gewürdigt werden (vgl. Urteil 1P.87/2002 vom 17.
Juni 2002, E. 3.4, in: Pra 91/2002 Nr. 180 S. 953). Dies hat das Obergericht,
wie erörtert, in nachvollziehbarer Weise getan.

Demzufolge lässt sich festhalten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers
nicht geeignet sind, die Beweiswürdigung des Obergerichts als willkürlich
erscheinen zu lassen oder offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht
zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschwerdeführers zu begründen.
Verletzungen des Willkürverbots oder der Unschuldsvermutung lassen sich nicht
ausmachen, soweit die entsprechenden Rügen überhaupt rechtsgenüglich
begründet sind.

10.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten
ist. Bei diesem Ausgang trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten (Art.
156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft und dem
Obergericht des Kantons Luzern, II. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Oktober 2007

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: