Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2A.110/2007
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2A.110/2007 /wim

Urteil vom 2. August 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Wurzburger, Müller, Karlen,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

X. ________,
vertreten durch Advokatin Michelle Wahl,

gegen

Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Regierungsgebäude, Rathausstrasse
2, 4410 Liestal,
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht,
Postfach 635, 4410 Liestal.

Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil
des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und
Verwaltungsrecht,
vom 22. November 2006.

Sachverhalt:

A.
X. ________ (geb. 1960) war in der Türkei mit einer Landsfrau verheiratet,
mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. Diese Ehe wurde nach seinen
eigenen Angaben im Jahre 1989 geschieden. X.________ versuchte in der Folge
vergeblich, in der Schweiz Asyl zu erhalten; er wurde wieder in die Türkei
ausgeschafft. Am 20. März 1992 gelangte er erneut in die Schweiz, heiratete
gleichentags die um sechs Jahre ältere Schweizer Bürgerin W.________ und
erhielt daraufhin eine Aufenthaltsbewilligung. Diese Ehe wurde am
15. September 1994 geschieden.

In den Jahren 1996, 1997 und 2000 wurde X.________ Vater der drei unehelich
geborenen Söhne A.________, B.________ und C.________, die er zusammen mit
der Schweizer Bürgerin Y.________ hat. Unter Berufung auf diese Vaterschaften
setzte er sich mit Erfolg gegen die vom Migrationsamt des Kantons
Basel-Landschaft verfügte und vom Kantonsgericht geschützte Nichtverlängerung
bzw. Nichterteilung seiner Aufenthaltsbewilligung zur Wehr: Mit Urteil vom
26. Juni 2000 wies das Bundesgericht die Angelegenheit an die Vorinstanz
zurück, wobei es diese anwies, abzuklären, ob die Beziehung des
Beschwerdeführers zu seinen Kindern "derart eng und intensiv" sei, "dass sich
daraus ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung ergeben würde". Das Kantonsgericht nahm daraufhin
entsprechende Abklärungen vor und wies mit (Mehrheits-) Entscheid vom 24.
Juli 2002 die Beschwerde erneut ab, wogegen X.________ abermals an das
Bundesgericht gelangte. An seiner Sitzung vom 23. Mai 2003 entschied dieses,
der mit der Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung vorgenommene Eingriff
in das Familienleben des Beschwerdeführers erscheine im Sinne von Art. 8 Abs.
2 EMRK nicht "notwendig", und wies das Amt für Migration des Kantons
Basel-Landschaft an, X.________ eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

B.
Am 22. Dezember 2004 stellte X.________ beim Amt für Migration des Kantons
Basel-Landschaft ein Gesuch um Familiennachzug für seine in der Türkei
lebende Ehefrau Z.________ (geb. 1964). Aus dem beigelegten Familienbüchlein
ergab sich, dass diese Eheschliessung bereits am 6. Januar 1999 in der Türkei
stattgefunden hatte.
Mit Verfügung vom 19. August 2005 wies das Amt für Migration dieses Gesuch
ab. Eine hiegegen beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft erhobene
Beschwerde blieb - nachdem die Behörden die Aufenthaltsbewilligung von
X.________ bis zum 23. Oktober 2006 verlängert hatten - erfolglos. In seinem
abweisenden Beschwerdeentscheid vom 14. Februar 2006 verweigerte der
Regierungsrat dem Beschwerdeführer auch die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege und Verbeiständung.
Mit Urteil vom 22. November 2006 (versandt am 10. Januar 2007) wies das
Kantonsgericht Basel-Landschaft (Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht)
- unter Gewährung des prozessualen Armenrechts - die gegen den
regierungsrätlichen Entscheid erhobene Beschwerde ab.

C.
Mit Eingabe vom 12. Februar 2007 führt X.________
Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht mit den Anträgen, das Urteil
des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 22. November 2006 aufzuheben und das
kantonale Amt für Migration anzuweisen, die Einreisebewilligung für die
Ehefrau Z.________ im Rahmen des Familiennachzuges zu erteilen. Gleichzeitig
wird die Verweigerung des prozessualen Armenrechts für das Verfahren vor dem
Regierungsrat als verfassungswidrig gerügt und um die Gewährung desselben
auch für das Verfahren vor Bundesgericht ersucht.

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft beantragt, auf die Beschwerde
nicht einzutreten, eventuell sie abzuweisen. Das Kantonsgericht
Basel-Landschaft hat auf Vernehmlassung verzichtet. Das Bundesamt für
Migration beantragt, auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) in Kraft getreten. Da
der angefochtene Entscheid vorher ergangen ist, richtet sich das Verfahren
noch nach dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der
Bundesrechtspflege (OG; vgl. Art. 132 Abs. 1 BGG).

2.
2.1 Nach Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG ist die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf dem Gebiet der Fremdenpolizei
ausgeschlossen gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf
die das Bundesrecht keinen Anspruch einräumt. Gemäss Art. 4 des
Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (ANAG; SR 142.20) entscheidet die zuständige Behörde, im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland, nach freiem
Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Damit besteht
kein Anspruch auf Erteilung einer Bewilligung, es sei denn, der Ausländer
oder seine in der Schweiz lebenden Angehörigen können sich hierfür auf eine
Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 130 II 281
E. 2.1 S. 284; 128 II 145 E. 1.1.1 S. 148 mit Hinweisen).

2.2 Hat der Betroffene keinen Rechtsanspruch auf eine Bewilligung, bleibt ihm
lediglich das subsidiäre Rechtsmittel der staatsrechtlichen Beschwerde. Mit
diesem kann er, unabhängig vom Vorliegen eines Rechtsanspruches und damit
auch ohne Legitimation in der Sache (Art. 88 OG), den Entscheid der
angerufenen kantonalen Gerichtsinstanz wegen Verletzung von
Verfahrensgarantien anfechten, deren Missachtung eine formelle
Rechtsverweigerung darstellt ("Star-Praxis", BGE 114 Ia 307 E. 3c S. 312 f.;
127 II 161 E. 3b S. 167 mit Hinweisen).

3.
3.1 Der Beschwerdeführer ist seit 1999 mit seiner in der Türkei lebenden
Landsfrau verheiratet. Er besitzt lediglich eine Aufenthaltsbewilligung.
Diese verschafft ihm gemäss Art. 17 Abs. 2 ANAG - welche Norm für den
Familiennachzug das Bestehen einer Niederlassungsbewilligung voraussetzt (BGE
119 Ib 91 E. 1b S. 93) - keinen Anspruch auf Nachzug seiner Ehefrau. Zwar
lebt der Beschwerdeführer nun schon über 15 Jahre in der Schweiz, doch hat er
nie über eine Niederlassungsbewilligung verfügt, weshalb er aus Art. 17 Abs.
2 ANAG - entgegen seiner Auffassung (S. 8 der Beschwerdeschrift) - nichts zu
seinen Gunsten abzuleiten vermag (BGE 130 II 281 E. 2.2 S. 284; 126 II 377 E.
2a S. 382). Dasselbe gilt für Art. 38 der Verordnung vom 6. Oktober 1986 über
die Begrenzung der Zahl der Ausländer (Begrenzungsverordnung, BVO; SR
823.21), wonach die kantonalen Fremdenpolizeibehörden den Familiennachzug
bewilligen können, falls die Voraussetzungen von Art. 39 BVO erfüllt sind
(gefestigter Aufenthalt bzw. gefestigte Erwerbstätigkeit, angemessene
gemeinsame Wohnung, finanziell gesicherter Unterhalt, gesicherte Betreuung
der Kinder): Die Begrenzungsverordnung begründet keine über das Gesetz
hinausgehenden Bewilligungsansprüche; die kantonalen Behörden bleiben bei
ihrem Entscheid frei, selbst wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben
sind (BGE 130 II 281 E. 2.2 S. 284; 119 Ib 81 E. 2b S. 86, 91 E. 1d S. 95;
122 II 186 ff.).

Als Grundlage für einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Nachzug seiner
Ehefrau könnte vorliegend daher einzig die Garantie von Art. 8 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) in Betracht fallen:

3.2 Art. 8 EMRK - sowie seit dem 1. Januar 2000 auch Art. 13 Abs. 1 BV (vgl.
BGE 126 II 377 E. 7 S. 394) - gewährleisten das Recht auf Achtung des Privat-
und Familienlebens. Es kann diese Garantien verletzen, wenn einem Ausländer,
dessen Familienangehörigen hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit
das Familienleben vereitelt wird. Der sich hier aufhaltende Angehörige muss
dabei aber über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen (BGE 130 II 281 E.
3.1 S. 285 mit Hinweisen).

Es stellt sich damit die Frage, ob die dem Beschwerdeführer erteilte
Aufenthaltsbewilligung aufgrund der gegebenen Umstände im Sinne der
nachstehend dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK
als gefestigtes Anwesenheitsrecht zu werten ist.

3.3 Der sich hier aufhaltende Angehörige hat ein gefestigtes
Aufenthaltsrecht, wenn er das Schweizer Bürgerrecht oder eine
Niederlassungsbewilligung oder aber eine Aufenthaltsbewilligung besitzt, die
ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht, wie dies etwa bei
ausländischen Ehegatten von Schweizer Bürgern oder niedergelassenen
Ausländern der Fall ist, welche aufgrund von Art. 7 oder 17 ANAG während der
Dauer der Ehe einen gesetzlichen Anspruch auf Bewilligung ihres Aufenthaltes
besitzen (BGE 126 II 377 E. 2b/aa S. 382, 335 E. 2a S. 339 f.; 125 II 633
E. 2e S. 639; 122 II 1 E. 1e S. 5; 119 Ib 91 E. 1c S. 93 f.). Unter Umständen
vermag allenfalls sogar eine Aufenthaltsbewilligung, auf die nicht nach
Gesetz, sondern einzig aufgrund von Art. 8 EMRK ein Anspruch besteht, eine
gefestigte Position zu verschaffen, welche ihrerseits gestützt auf Art. 8
EMRK Grundlage für den Nachzug von Familienangehörigen bilden kann (BGE 130
II 281 E. 3.2. S. 286 f.; 126 II 425, 377 E. 2c/aa S. 384 je mit Hinweisen).
Wer jedoch selber kein gefestigtes Recht auf eine längere Anwesenheit in der
Schweiz hat, vermag auch Dritten kein Aufenthaltsrecht zu verschaffen (BGE
126 II 335 E. 2a S. 340; 119 Ib 91 E. 1c S. 94).

3.4 Der Beschwerdeführer lebt nicht im Familienverband mit fest
anwesenheitsberechtigten Familienmitgliedern; das ihm gestützt auf Art. 8
EMRK - in Form einer Aufenthaltsbewilligung - zugestandene Aufenthaltsrecht
dient lediglich der erleichterten Ausübung des Besuchsrechtes gegenüber
seinen in der Schweiz lebenden Kindern und hängt damit von besonderen
Bedingungen ab, an welche derartige Aufenthaltsbewilligungen geknüpft sind
(enge affektive und wirtschaftliche Bindung zwischen den Kindern und dem von
diesen getrennt lebenden ausländischen Elternteil, klagloses Verhalten
desselben, vgl. Urteile 2A. 450/2006 vom 21. Dezember 2006, E. 3.1,
2A.423/2005 vom 25. Oktober 2005, E. 4.3 sowie BGE 120 Ib 1 E. 3 S. 4 ff., 22
E. 4 S. 24 ff.). Der gestützt auf Art. 8 EMRK allenfalls bestehende Anspruch,
zur leichteren Aufrechterhaltung des persönlichen Kontaktes mit den getrennt
lebenden Kindern dauerhaft im Lande verweilen zu dürfen, ist an diesen Zweck
gebunden und fällt dahin, wenn sich der weitere Aufenthalt nicht mehr durch
diesen Zweck rechtfertigen lässt oder andere Gründe ein weiteres Verbleiben
des betreffenden Elternteils in der Schweiz nicht mehr als geboten erscheinen
lassen. In den Erwägungen des bundesgerichtlichen Urteils vom 23. Mai 2003
(2A.563/2002), mit dem die kantonalen Behörden zur Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer angewiesen wurden, wird
dementsprechend ausdrücklich auf die Möglichkeit der Überprüfung der
Einhaltung dieser Voraussetzungen bei späteren Verlängerungen der
Aufenthaltsbewilligung hingewiesen (E. 2.6, letzter Satz).

Im angefochtenen Urteil wird festgestellt, dass das dem Beschwerdeführer
seinen in der Schweiz lebenden Kindern eingeräumte Besuchsrecht nicht
grosszügig ausgestaltet sei und von diesem nicht kontinuierlich, spontan und
reibungslos ausgeübt werde, wie dies nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. dazu Urteile 2A.77/2006 vom 15. Februar 2006, E. 2.2.2
sowie 2A.412/1998 vom 15. Dezember 1998, E. 3a) für die Anerkennung eines
Aufenthaltsanspruches nach Art. 8 EMRK der Fall sein müsse. Aus dem
angefochtenen Entscheid (S. 6) wie auch aus den Akten geht hervor, dass es
bezüglich der Ausübung des Besuchsrechtes zwischen dem Beschwerdeführer und
der Mutter der Kinder bzw. deren Beiständin zu Auseinandersetzungen gekommen
ist. Welche Bewandtnis es damit hat, bedarf hier keiner weiteren Erörterung.
Jedenfalls bestehen Meinungsverschiedenheiten darüber, ob sich der
Beschwerdeführer in der von ihm erwarteten Weise um seine Kinder kümmert, was
das kantonale Migrationsamt wiederholt veranlasste, die Verlängerung von
dessen Aufenthaltsbewilligung in Frage zu stellen bzw. nur kurzfristige
Verlängerungen zu gewähren (vgl. angefochtener Entscheid S. 2).
Der Rechtsdienst des Regierungsrates weist sodann in seiner Vernehmlassung
auf den zwar im angefochtenen Urteil nicht erwähnten, aber schon früher
seitens der kantonalen Behörden hervorgehobenen Umstand hin, dass der
Beschwerdeführer seine am 6. Januar 1999 in der Türkei mit der jetzigen
Ehefrau geschlossene Ehe bis zu seinem für diese am 22. Dezember 2004
gestellten Nachzugsgesuch verschwiegen hatte (vgl. etwa das Schreiben des
kantonalen Amtes für Migration vom 18. Januar 2005). Diese Tatsache war im
Verfahren, welches zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Ausübung
des Besuchsrechtes gegenüber den in der Schweiz lebenden Kindern führte
(erwähntes Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2003) nicht bekannt. Der
Beschwerdeführer wäre verpflichtet gewesen, die Änderung seines Zivilstandes
der kantonalen Behörde mitzuteilen, zumal dies für den Entscheid über die
Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung (entgegen der von seinem damaligen
Anwalt im Schreiben vom 15. März 2005 geäusserten Meinung) durchaus von
Bedeutung sein konnte (Art. 3 Abs. 2 ANAG): Die nachträglich bekannt
gewordene Eheschliessung mit einer Landsfrau ist geeignet, das bisherige
Verhalten des Beschwerdeführers bzw. seine Motivation zur Wahrnehmung des
Besuchsrechtes und damit auch die Frage der Verhältnismässigkeit einer
allfälligen Nichterneuerung seiner Aufenthaltsbewilligung in einem anderen
Lichte erscheinen zu lassen. Wiewohl die kantonalen Behörden die
Aufenthaltsbewilligung trotz wiederholt geäusserter Vorbehalte jeweils
verlängert haben, kann das heutige Aufenthaltsrecht des Beschwerdeführers in
der Schweiz, soweit es sich auf die Beziehung zu den hier lebenden Kindern
stützt, nach dem Gesagten keineswegs im Sinne der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (E. 3.3) als fest gesichert bzw. gefestigt betrachtet werden.

Ebenso wenig kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass er schon relativ
lange in der Schweiz weilt, ein selbständiges Anwesenheitsrecht aus dem in
Art. 8 EMRK mitenthaltenen Recht auf Achtung des Privatlebens geltend machen
(vgl. zu den diesbezüglichen Voraussetzungen BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286
f.; 126 II 377 E. 2c S. 384 ff. mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist hier
weder beruflich noch sozial besonders intensiv integriert und hat, wie seine
1999 in der Türkei mit einer Landsfrau geschlossene Ehe sowie seine
mehrmaligen längeren dortigen Aufenthalte zeigen, auch die Beziehungen zum
Heimatland keineswegs abgebrochen; eine Rückkehr dorthin, woher seine heutige
Ehefrau stammt und wo noch weitere Kinder aus einer früheren Beziehung des
Beschwerdeführers leben, ist ihm zumutbar.

3.5 Da sich der Beschwerdeführer für den verlangten Nachzug seiner Ehefrau
nach dem Gesagten auf keinen Rechtsanspruch zu stützen vermag, ist das
Rechtsmittel der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht zulässig (E. 2.1); es
ist auf die vorliegende Eingabe insoweit nicht einzutreten.

4.
In Bezug auf die gerügte Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Verbeiständung für das Verfahren vor dem Regierungsrat steht damit nur die
staatsrechtliche Beschwerde zur Verfügung, und die vorliegende Eingabe ist in
diesem Punkt als solche anhand zu nehmen (vgl. E. 2.2).

4.1 Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird in
erster Linie durch das kantonale Prozessrecht geregelt. Unabhängig davon
besteht ein solcher Anspruch unmittelbar aufgrund von Art. 29 Abs. 3 BV. Die
Auslegung und Anwendung der kantonalen Gesetzesbestimmungen über den Anspruch
auf unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung prüft das Bundesgericht
unter dem Gesichtswinkel des Willkürverbots. Ob der durch die
Bundesverfassung garantierte Anspruch verletzt ist, untersucht es in
rechtlicher Hinsicht frei; soweit es um tatsächliche Feststellungen der
kantonalen Instanz geht, ist seine Prüfungsbefugnis auf Willkür beschränkt
(BGE 129 I 129 E. 2.1 mit Hinweisen).

4.2 Der Beschwerdeführer rügt allein eine Verletzung des verfassungsmässigen
Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege (vgl. S. 12/13 der
Beschwerdeschrift). Gemäss Art. 29 Abs. 3 BV haben Personen, die nicht über
die erforderlichen Mittel verfügen und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es
darüber hinaus zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, haben sie ausserdem
Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand (BGE 130 I 180 E. 2.2 mit
Hinweisen).

4.3 Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich
geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft
bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos,
wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder
jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die
über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger
Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen
Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht
deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 129 I 129 E.
2.3.1).

4.4 Der Regierungsrat hat die Verweigerung des prozessualen Armenrechts mit
dem mangelnden Nachweis der Bedürftigkeit begründet und die Frage der
erforderlichen Erfolgsaussicht ausdrücklich offen gelassen (Entscheid vom 14.
Februar 2006 S. 7). Aus den vorstehenden Ausführungen folgt, dass der
Beschwerdeführer entgegen dem von ihm vertretenen Standpunkt keinen
Rechtsanspruch auf Nachzug seiner Ehefrau geltend machen konnte. Einer
Bewilligung dieses Nachzugsbegehrens im Rahmen des den kantonalen Behörden
offen stehenden Ermessens (Art. 4 ANAG, vgl. E. 2.1) standen in Anbetracht
der angespannten Finanzlage des Beschwerdeführers, welcher seinen
Lebensunterhalt aus Renten der Invalidenversicherung und Ergänzungsleistungen
bestreitet und dessen Ehefrau voraussichtlich auf zusätzliche
Ergänzungsleistungen angewiesen wäre (vgl. S. 7/8 des angefochtenen
Entscheides), gewichtige Gründe (Fürsorgerisiko) entgegen, gestützt auf
welche das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom Regierungsrat schon
mangels Erfolgsaussicht des Nachzugsbegehrens hätte abgelehnt werden dürfen.
Die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung lässt
sich jedenfalls im Ergebnis nicht beanstanden.

5.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden
kann.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Seinem Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung kann mangels ernsthafter
Erfolgsaussicht der Beschwerde auch im Verfahren vor Bundesgericht nicht
entsprochen werden (Art. 152 OG). Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers
ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 153a OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsrat und dem
Kantonsgericht (Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht) Basel-Landschaft
sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. August 2007

Im Namen der II. Öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: