Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2A.112/2007
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2A.112/2007 /wim

Urteil vom 30. Juli 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Hungerbühler, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Wurzburger, Karlen,
Gerichtsschreiber Moser.

WWP Plakatwerbung AG, Bleicherweg 74, 8002 Zürich,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Robert Hadorn, Postfach,
8027 Zürich,

gegen

Gemeinderat Buochs, Postfach 144, 6374 Buochs,
Regierungsrat des Kantons Nidwalden,
vertreten durch den kantonalen Rechtsdienst,
Dorfplatz 2, 6371 Stans,
Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung, Rathausplatz
1, 6371 Stans.

Platzierung einer Plakatanschlagstelle,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung, vom 11. Dezember 2006.

Sachverhalt:

A.
Am 18. Oktober 2005 reichte die WWP Plakatwerbung AG beim Gemeinderat der
politischen Gemeinde Buochs ein Gesuch ein um Platzierung einer neuen
Plakatanschlagstelle mit den Aussenmassen von 275/130 cm entlang der
Kantonsstrasse KH3 auf der von ihr für Werbezwecke gemieteten Parzelle Nr.
864, Grundbuch Buochs.

Mit Begutachtung zuhanden des Gemeindebauamtes Buochs vom 8. November 2005
lehnte die Kantonspolizei Nidwalden die Bewilligung aus Gründen der
Verkehrssicherheit ab.

B.
Mit Beschluss vom 28. November 2005 wies der Gemeinderat Buochs das
Reklamegesuch der WWP Plakatwerbung AG aus den in der Begutachtung der
Kantonspolizei genannten Gründen ab.

Eine hiegegen seitens der Gesuchstellerin beim Regierungsrat des Kantons
Nidwalden erhobene Beschwerde blieb ohne Erfolg (Beschluss vom 22. März
2006). Der Regierungsrat erachtete das Projekt abgesehen von der als erstellt
erkannten Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit auch deswegen als nicht
bewilligungsfähig, weil die Plakatanschlagstelle rechtwinklig zur Strasse
hätte angebracht werden sollen, die kantonale Reklameverordnung jedoch
grundsätzlich eine Anbringung parallel zur Strasse verlange.

Mit Urteil vom 11. Dezember 2006 wies das Verwaltungsgericht des Kantons
Nidwalden (Verwaltungsabteilung) eine von der WWP Plakatwerbung AG gegen den
Entscheid des Regierungsrates gerichtete Beschwerde ab.

C.
Mit Eingabe vom 14. Februar 2007 erhebt die WWP Plakatwerbung AG beim
Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde, mit der sie beantragt, das
Urteil des Verwaltungsgerichts vom 11. Dezember 2006 aufzuheben und die Sache
an dieses zum Neuentscheid zurückzuweisen.

Die politische Gemeinde Buochs und das Verwaltungsgericht des Kantons
Nidwalden verzichten unter Hinweis auf das angefochtene Urteil auf
Vernehmlassung. Der kantonale Rechtsdienst (im Auftrag des Regierungsrates
des Kantons Nidwalden) schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt
für Strassen (ASTRA) stellt keinen ausdrücklichen Antrag.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR
173.110) ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Da der
angefochtene Entscheid vor diesem Zeitpunkt ergangen ist, richtet sich das
Verfahren in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 BGG noch nach den Bestimmungen des
vormaligen Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der
Bundesrechtspflege (OG).

1.2 Im angefochtenen Urteil kommt das Verwaltungsgericht zum Ergebnis, die
anbegehrte Bewilligung für die geplante Plakatanschlagstelle sei aus Gründen
der Verkehrssicherheit zu verweigern. Die Streitsache beschlägt damit den
bundesrechtlich geregelten Teil der Zulassung einer Reklamevorrichtung, d.h.
einen Bewilligungsentscheid für eine Strassenreklame im Sinne von Art. 6 SVG
(SR 741.01) in Verbindung mit Art. 95 ff. der Signalisationsverordnung vom 5.
September 1979 (SSV; SR 741.21), gegen welchen die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen steht (BGE 128 I 3 E. 1a S. 6 f. mit
Hinweisen; Urteile 2A.431/2004 vom 16. Dezember 2004, E. 1.1; 2A.449/2003 vom
12. März 2004, E. 1.2; 2A.204/2002 vom 30. Oktober 2002, E. 1.1). Was es mit
der kantonalen Vorschrift, wonach Reklametafeln in der Regel parallel zu den
Strassen anzubringen sind (§ 28 Abs. 2 der Reklameverordnung), für eine
Bewandtnis hat und namentlich, ob diese einen hinreichend engen
Sachzusammenhang mit den sich hier stellenden bundesrechtlichen Fragen
aufweist (vgl. Urteil 2A.449/2003 vom 12. März 2004, E. 1.2), kann damit -
ebenso wie schon im Verfahren vor Verwaltungsgericht (vgl. dort E. 4.3.3) -
offen bleiben.

1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch den von einer letztinstanzlichen
kantonalen richterlichen Behörde stammenden Entscheid (Art. 98 lit. g und
Art. 98a OG) berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
(Art. 103 lit. a OG). Auf die frist- und formgerecht (Art. 106 Abs. 1, Art.
108 OG) erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit einzutreten.

1.4 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann vorliegend die Verletzung von
Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens,
sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts (Art. 104 lit. a und b OG), nicht jedoch die Unangemessenheit
des angefochtenen Entscheids (vgl. Art. 104 lit. c OG) gerügt werden. Hat -
wie hier - eine richterliche Behörde als Vorinstanz entschieden, ist das
Bundesgericht an deren Sachverhaltsfeststellung gebunden, sofern diese nicht
offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher
Verfahrensbestimmungen erfolgt ist (Art. 105 Abs. 2 OG). Damit wird die
Möglichkeit, vor Bundesgericht neue Tatsachen vorzubringen und neue
Beweismittel einzureichen, weitgehend eingeschränkt. Das Bundesgericht lässt
diesfalls nur solche neuen Tatsachen und Beweismittel zu, welche die
Vorinstanz von Amtes wegen hätte berücksichtigen müssen und deren
Nichtbeachtung eine Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften darstellt
(BGE 121 II 97 E. 1c S. 99 f., 110 E. 2c S. 114; 107 Ib 167 E. 1b S. 169; 106
Ib 79 E. 2a S. 79 f.; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl.,
Bern 1983, S. 286/287).

1.5 Die Beschwerdeführerin beantragt, dass ihr die Vernehmlassungen der
"Beschwerdegegner" zur Stellungnahme, mindestens aber zur Kenntnisnahme
zuzustellen seien. Nach Art. 110 Abs. 4 OG findet ein zweiter
Schriftenwechsel nur ausnahmsweise statt. Sämtliche vorliegend eingeholten
Vernehmlassungen wurden der Beschwerdeführerin zur Kenntnisnahme zugestellt.
Es wäre ihr insofern unbenommen gewesen, eine Stellungnahme einzureichen, was
sie indessen nicht getan hat.

1.6 Das Bundesgericht wendet im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde
das Bundesrecht von Amtes wegen an; es ist gemäss Art. 114 Abs. 1 OG an die
von den Parteien vorgebrachten Begründungen nicht gebunden und kann die
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder
abweisen (BGE 129 II 183 E. 3.4 S. 188; 128 II 145 E. 1.2.2 S. 150 f., je mit
Hinweisen).

2.
Die Beschwerdeführerin beanstandet vorweg, dass das Verwaltungsgericht - wie
zuvor bereits der Regierungsrat - auf die beantragte Durchführung eines
Augenscheins verzichtet hat, wodurch sie in ihrem Anspruch auf rechtliches
Gehör verletzt worden sei.
Entgegen ihrer Auffassung durfte das Verwaltungsgericht zulässigerweise auf
die Durchführung eines Augenscheines verzichten, nachdem sich der
massgebliche Sachverhalt aufgrund des eingereichten Situationsplans im
Massstab 1:500 und den Gesuchsunterlagen mit dazugehöriger Fotomontage in
rechtsgenüglicher Weise aus den vorhandenen Akten ergibt. Hinzu kommt im
Übrigen, dass alle mitwirkenden Verwaltungsrichter gemäss verbindlicher
Feststellung im angefochtenen Urteil (Art. 105 Abs. 2 OG) die örtlichen
Verhältnisse aus eigener Anschauung kennen. Dass bei aktenmässig genügend
erstellter Sachlage bei Reklamegesuchen zur Bestimmung der Sichtweiten und
Geschwindigkeiten im Strassenverkehr ein Augenschein zwingend erforderlich
wäre, lässt sich aus dem von der Beschwerdeführerin genannten Urteil des
Bundesgerichts 2A.431/2004 vom 16. Dezember 2004 (E. 3.1) nicht ableiten.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.

Lässt sich nach dem Gesagten die Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen
Urteil des Verwaltungsgerichts in dieser Hinsicht nicht beanstanden, besteht
auch für das Bundesgericht kein Anlass zur Erhebung weiterer Beweismittel
(vgl. oben E. 1.4). Der Beweisantrag der Beschwerdeführerin auf Durchführung
eines Augenscheins im bundesgerichtlichen Verfahren ist somit abzulehnen.

3.
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 SVG sind im Bereich der für die Motorfahrzeuge oder
Fahrräder offenen Strassen Reklamen und andere Ankündigungen untersagt, die
zu Verwechslungen mit Signalen oder Markierungen Anlass geben oder sonst,
namentlich durch Ablenkung der Strassenbenützer, die Verkehrssicherheit
beeinträchtigen könnten. Konkretisiert wird Art. 6 Abs. 1 SVG in den Art. 95
ff. SSV. Letztere Bestimmungen wurden am 1. März 2006 in überarbeiteter Form
in Kraft gesetzt (Fassung vom 17. August 2005; AS 2005 4495). Die kantonalen
Behörden behandelten das noch unter der Geltung des früheren Rechts anhängig
gemachte Reklamegesuch nach den Bestimmungen der Signalisationsverordnung in
ihrer bis Ende Februar 2006 gültigen Fassung. Die Frage nach dem vorliegend
anwendbaren Recht kann offen bleiben, da die beiden Normtexte im hier
interessierenden Zusammenhang von ihrem Gehalt her übereinstimmen.

Als Strassenreklamen, deren Anbringung oder Änderung der Bewilligung der nach
kantonalem Recht zuständigen Behörde bedarf (Art. 99 Abs. 1 SSV, bisher Art.
100 Abs. 1), gelten alle Werbeformen und anderen Ankündigungen in Schrift,
Bild, Licht, Ton usw., die im Wahrnehmungsbereich der Fahrzeugführer liegen,
während diese ihre Aufmerksamkeit dem Verkehr zuwenden (Art. 95 Abs. 1 SSV,
bisher Abs. 1 und 2). Untersagt sind gemäss Art. 96 Abs. 1 SSV
Strassenreklamen, welche die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten; die
Bestimmung in ihrer aktuellen Fassung enthält in den lit. a bis d eine nicht
abschliessende Aufzählung von Umständen, bei welchen typischerweise von einer
solchen Beeinträchtigung auszugehen ist. Sodann benennt Art. 96 Abs. 2 SSV
neu jene Konstellationen, bei welchen Strassenreklamen stets untersagt sind,
d.h. eine Bewilligung zum Vornherein nicht in Frage kommt. In allen übrigen
Fällen hat die zuständige Behörde im Einzelfall zu prüfen, ob die Reklame die
Verkehrssicherheit beeinträchtigen würde (vgl. noch zum bisherigen Art. 96
Abs. 1 SSV: Urteile 2A.204/2002 vom 30. Oktober 2002, E. 2.1, sowie
2A.431/2004 vom 16. Dezember 2004, E. 2.1 mit weiteren Hinweisen).

3.2 Der Begriff der möglichen Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit ist ein
unbestimmter Rechtsbegriff, der seinen Inhalt aus dem Sinn und Zweck von Art.
6 Abs. 1 SVG sowie seiner Stellung im Gesetz und im Rechtssystem gewinnt. Der
Behörde, die einen solchen Begriff anzuwenden hat, ist ein gewisser
Beurteilungsspielraum eingeräumt. Das Bundesgericht prüft deshalb die
Begriffsauslegung nur mit Zurückhaltung, insbesondere soweit örtliche oder
technische Verhältnisse zu würdigen sind, worüber die lokalen Behörden in der
Regel bessere Kenntnisse haben. Besondere Zurückhaltung ist geboten, wenn die
entscheidenden Fragen der Rechtsanwendung mit der Frage der vorinstanzlichen
Sachverhaltsfeststellung verflochten sind, was bei der Beurteilung von
Belangen der Verkehrssicherheit im Zusammenhang mit dem Anbringen von
Reklamen ausgeprägt der Fall ist (Urteile 2A.204/2002 vom 30. Oktober 2002,
E. 2.2, sowie 2A.431/2004 vom 16. Dezember 2004, E. 2.2, je mit Hinweisen).

3.3 Grundsätzlich misst das Bundesgericht bei der Anwendung von Art. 6 Abs. 1
SVG bzw. von Art. 96 SSV dem Aspekt der Verkehrssicherheit unter
Berücksichtigung des gesetzgeberischen Willens im Verhältnis zu
wirtschaftlichen Interessen grosses Gewicht bei. Es bestätigt die Kantone in
ihren Bemühungen, bei der Bewilligung von Reklamen eine strenge Praxis zu
handhaben (vgl. dazu die umfassende Darlegung im Urteil 2A.249/2000 vom 14.
Februar 2001, in: SJ 2001 I 529 ff., E. 3b mit Hinweisen; ferner: Urteile
2A.204/2002 vom 30. Oktober 2002, E. 2.2, sowie 2A.431/2004 vom 16. Dezember
2004, E. 2.2). Bereits eine potentielle Beeinträchtigung oder eine entfernte,
nicht einmal in der Regel eintretende mittelbare Gefährdung reicht aus, um
die Verkehrssicherheit beeinträchtigen zu können, wie sich bereits aus dem
Gesetzestext von Art. 6 Abs. 1 SVG ("beeinträchtigen könnten") ergibt (BGE 99
Ib 377 E. 2 S. 379; vgl. auch Urteil 2A.431/2004 vom 16. Dezember 2004, E.
2.2) und nunmehr auch in der geltenden Fassung von Art. 96 Abs. 1 SSV zum
Ausdruck kommt.

4.
4.1 Mit dem angefochtenen Urteil schützt das Verwaltungsgericht den Entscheid
der Bewilligungsbehörde und des Regierungsrates, wonach die anbegehrte
Bewilligung zu verweigern sei, weil durch das Aufstellen der
Plakatanschlagstelle am vorgesehenen Standort die Verkehrssicherheit
beeinträchtigt werden könne. Dabei nimmt das Gericht im Wesentlichen Bezug
auf die Begutachtung durch die Kantonspolizei vom 8. November 2005, worin
diese ihre ablehnende Haltung damit begründet hatte, dass die geplante
Plakatstelle sich im Bereich eines Fussgängerstreifens inklusive des
entsprechenden Signals (Nr. 4.11) und von zwei bestehenden sowie einer
weiteren geplanten Einmündung befinde; mit dem vorgesehenen Standort werde
die Erkennbarkeit der Fussgänger beim Benützen des Fussgängerstreifens
vermindert und die Fahrzeuglenker würden in einem heiklen Bereich abgelenkt.
Ergänzend stellt das Verwaltungsgericht fest, der Standort der
Plakatanschlagstelle sei ca. 30 m nach einer Einmündung von rechts
(Guggerhofstrasse) bzw. ca. 25 m vor einer Einmündung von links
(Bürgerheimstrasse) geplant. Sowohl die Stanserstrasse (die Hauptstrasse) als
auch die Einmündungen in die Guggerhofstrasse und die Bürgerheimstrasse
würden häufig befahren. Hinzu komme, dass sich die Reklamestelle im näheren
Bereich des Fussgängerstreifens mit dem Signal Nr. 4.11 befinde und ein
Fahrradstreifen bei der Einmündung der Guggerhofstrasse auf die Fahrbahn der
Stanserstrasse führe und zwar im unmittelbaren Bereich des
Fussgängerstreifens. Diese besonderen örtlichen Umstände erfordern nach
Auffassung des Gerichts die ganze Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer,
weshalb die Verweigerung der Bewilligung nicht zu beanstanden sei.

4.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet das Vorliegen einer konkreten
Gefährdung der Verkehrssicherheit durch Ablenkung der Verkehrsteilnehmer.
Dabei ist ihr vorweg entgegenzuhalten, dass die Verweigerung einer
Strassenreklame nach dem oben Gesagten (E. 3.3) nicht erst dann
gerechtfertigt ist, wenn von ihr eine "konkrete" Gefährdung der
Verkehrssicherheit ausgehen würde. Es genügt schon eine potentielle
Beeinträchtigung im umschriebenen Sinne. Unter diesem Gesichtswinkel sind im
Folgenden die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu prüfen.

4.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die geplante
Plakatanschlagstelle mit einer Entfernung von 25 m bzw. von 30 m von den
beiden seitlichen Einmündungen in die Hauptstrasse bzw. von mindestens 25 m
vom Fussgängerstreifen optimal positioniert sei. Der Standort befinde sich
damit gerade nicht im näheren Bereich der Verzweigung, denn als solcher gelte
in Analogie zu Art. 18 Abs. 2 lit. d der Verkehrsregelnverordnung vom 13.
November 1962 (VRV; SR 741.11) ein Abstand von 5 m zu einem
Fussgängerstreifen oder einer Verzweigung. Gleiches gelte mit Bezug auf das
Signal Nr. 4.11: Als in unmittelbarer Nähe zu einem Signal gelte ein Plakat
im Abstand von weniger als 3 m, während vorliegend derselbe Abstand gegeben
sei wie beim Fussgängerstreifen.

4.4 Eine potentielle Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit im Sinne von
Art. 6 Abs. 1 SVG liegt nach den Ausführungsbestimmungen unter anderem dann
vor, wenn durch die Strassenreklame das Erkennen anderer Verkehrsteilnehmer
erschwert wird, wie im "näheren Bereich" von Fussgängerstreifen,
Verzweigungen oder Ausfahrten (Art. 96 Abs. 1 lit. a SSV). Der
Verordnungsgeber hat indessen darauf verzichtet, diesbezüglich starre
Distanzangaben festzulegen. Vielmehr soll die Bewilligungsbehörde, wie das
Bundesamt für Strassen in seiner Vernehmlassung ans Bundesgericht zum
Ausdruck bringt, sämtliche Sachverhaltsmomente des konkreten Einzelfalles in
ihren Entscheid einbeziehen (wie beispielsweise auch Art, Grösse und
Ausrichtung der Strassenreklame, Umgebungsgestaltung, Streckenführung, usw.).
Es liegt daher auf der Hand, dass eine analoge Anwendung der Distanzvorgabe
von Art. 18 Abs. 2 lit. d VRV, welche den Bereich absteckt, in welchem das
Anhalten von Fahrzeugen vor und nach Strassenverzweigungen (in jedem Fall)
unzulässig ist, für die Beurteilung von Strassenreklamen wenig sachgerecht
erscheint. Zwar spielen die Abstände zwischen dem Reklamestandort und
Fussgängerstreifen, Verzweigungen und weiteren sensiblen, die Aufmerksamkeit
der Fahrzeuglenker in erhöhtem Masse beanspruchenden Stellen für die
Abschätzung einer möglichen Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit durchaus
eine Rolle und nimmt das Gefährdungspotential mit zunehmender Entfernung
tendenziell ab. Es kann jedoch nicht von einer festen Distanz ausgegangen
werden, ab welcher eine derartige Gefährdung so oder so ausgeschlossen werden
kann.
Ähnlich verhält es sich mit dem Abstand zu Signalen: Zwar untersagt Art. 97
Abs. 1 SSV nur Strassenreklamen an Signalen oder in ihrer unmittelbaren Nähe;
eine potentielle Verkehrsgefährdung namentlich aus den in Art. 96 Abs. 1 lit.
c und d SSV genannten Gründen kann jedoch auch von weiter entfernten Reklamen
ausgehen.

4.5 Vorliegend lassen die festgestellten Abstände zwischen der geplanten
Plakatanschlagstelle und dem Fussgängerstreifen sowie den beiden bestehenden
Einmündungen in die Hauptstrasse noch nicht zwingend den Schluss zu, dass die
Verkehrssicherheit durch das Reklamevorhaben beeinträchtigt werden könnte.
Die Beurteilung hat vielmehr unter Würdigung sämtlicher Umstände des
Einzelfalles zu erfolgen: Aufgrund ihrer Grösse, ihrer Nähe zur Hauptstrasse
sowie ihrer Ausrichtung quer zur Fahrbahn befindet sich die geplante
Plakatanschlagstelle unstreitig im Wahrnehmungsbereich der
Verkehrsteilnehmer, wobei sich die darauf angebrachten Reklamen in erster
Linie an die Fahrzeuglenker auf der Hauptstrasse wenden dürften. Der
vorgesehene Standort liegt - von der Hauptstrasse aus betrachtet - zwischen
zwei versetzt angelegten, ungefähr 55 m auseinander liegenden Einmündungen.
Im Bereich der einen Einmündung wird ein Radstreifen in die Hauptstrasse
überführt; unmittelbar anschliessend befindet sich der Fussgängerstreifen mit
dem entsprechenden Hinweissignal (Nr. 4.11). Angesichts dieser Umstände ist
im Bereich der geplanten Strassenreklame insgesamt von einer vergleichsweise
komplexen Verkehrssituation auszugehen, welche insbesondere von den
Fahrzeuglenkern auf der Hauptstrasse eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.
Dass durch die Setzung zusätzlicher Sinnesanreize im Wahrnehmungsbereich der
Verkehrsteilnehmer deren Aufmerksamkeit vermindert und damit die
Verkehrssicherheit beeinträchtigt werden könnte, erscheint insofern
plausibel. Daran vermögen die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin
nichts zu ändern. Wie das Bundesamt für Strassen in seiner Vernehmlassung ans
Bundesgericht überdies zu Recht betont, kann aufgrund der Fotomontage nicht
ausgeschlossen werden, dass sich die besagte Plakatanschlagstelle je nach
räumlicher Konstellation direkt in der "optischen Flucht" eines am
Fussgängerstreifen stehenden (oder herannahenden), vortrittsberechtigten
Fussgängers befindet, was bei entsprechender Witterung und farblicher Nähe
von Plakat und Fussgänger zu einer erschwerten Erkennbarkeit des Letzteren
führen könnte. Wenn die Vorinstanz im Einklang mit den kantonalen Behörden
bei der gegebenen Sachlage zum Ergebnis gelangt, es liege eine potentielle
Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit vor, und der Beschwerdeführerin die
anbegehrte Bewilligung für die Plakatanschlagstelle aus diesem Grund versagt
wird, ist dies bundesrechtlich nicht zu beanstanden.

5.
Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als unbegründet
abzuweisen.

Entsprechend dem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art.
153 und 153a OG). Auf die Zusprechung einer Parteientschädigung besteht kein
Anspruch (Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem Gemeinderat Buochs, dem
Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht, Verwaltungsabteilung, des Kantons
Nidwalden sowie dem Bundesamt für Strassen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. Juli 2007

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied:  Der Gerichtsschreiber: