Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2A.116/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2A.116/2007/ble

Urteil vom 13. Juni 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Müller,
Bundesrichterin Yersin,
Bundesrichter Karlen,
nebenamtlicher Bundesrichter Locher,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
A.X.________ und B.X.________,
Beschwerdeführer,
beide vertreten durch Urs Vögele, Beratungsbüro,

gegen

Steueramt des Kantons Aargau.

Gegenstand
Kantons- und Gemeindesteuern 2001,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Aargau, 2. Kammer, vom 19. Dezember 2006.

Sachverhalt:

A.
A.X.________ und B.X.________ betreiben seit 1983 in R.________ ein
landwirtschaftliches Gewerbe. Sie führen keine Buchhaltung und sind gemäss
Aargauer Praxis auf Grund ihres Alters (geb. 1931 bzw. 1930) hiervon befreit.
Mit dem Inkrafttreten des revidierten aargauischen Steuergesetzes vom 15.
Dezember 1998 (StG) auf den 1. Januar 2001 setzten die Steuerbehörden die
Buchwerte für Landwirte in ihrer Situation neu fest.

B.
Die Steuerkommission R.________ veranlagte A.X.________ und B.X.________ am 11.
Dezember 2003 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2001. Dabei legte sie die
Anlagekosten, Abschreibungen und Buchwerte der landwirtschaftlichen Grundstücke
und Gebäude per 1. Januar 2001 wie folgt fest:

Anlagekosten
Abschreibungen
Buchwert
Gebäude
Fr. 499'764.--
Fr. 123'914.--
Fr. 375'850.--
Land und Wald
Fr. 78'875.--
Fr. 0.--
Fr. 78'875.--

Mit Einspracheentscheid vom 25. November 2004 hielt die Steuerkommission hieran
fest. Das Steuerrekursgericht des Kantons Aargau hiess den hiergegen
gerichteten Rekurs am 5. Juli 2006 in dem Sinne teilweise gut, als es die
Abschreibungen auf dem Gebäude erst seit der Hofübernahme im Jahre 1983
berücksichtigte (statt 1968), diese so auf Fr. 102'664.-- reduzierte und den
massgebenden Buchwert des Gebäudes auf Fr. 397'100.-- anhob. Im Detail ergaben
sich hinsichtlich der Gebäude folgende Werte:

Anlagekosten
Abschreibungen
Buchwert
Hofübernahme
Fr. 50'000.--
Fr. 22'500.--
Fr. 27'500.--
Investition 1983
Fr. 29'764.--
Fr. 29'764.--
Fr. 0.--
Hofumbau 1993
Fr. 420'000.--
Fr. 50'400.--
Fr. 369'600.--
Gebäude total
Fr. 499'764.--
Fr. 102'664.--
Fr. 397'100.--

Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau bestätigte diesen Entscheid auf
Beschwerde hin am 19. Dezember 2006.

C.
A.X.________ und B.X.________ beantragen vor Bundesgericht, das Urteil des
Verwaltungsgerichts aufzuheben und die aargauischen Steuerbehörden und
Steuergerichte anzuweisen, die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 14. Dezember
1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
(StHG, SR 642.14) umzusetzen. Mit Ersatzbeschaffungen verbundene altrechtliche
Sofortabschreibungen nach dem bisherigen aargauischen Steuergesetz - wie die
von ihnen getätigte Investition aus dem Jahre 1983 - minderten die Anlagekosten
(und erhöhten damit den dereinst steuerbaren Grundstückgewinn) und dürften
aufgrund des Steuerharmonisierungsgesetzes nicht (mehr) als wiedereingebrachte
Abschreibungen einkommenssteuerrechtlich erfasst werden. Das Steueramt des
Kantons Aargau und die Eidgenössische Steuerverwaltung beantragen, die
Beschwerde abzuweisen; das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau verweist auf
seine Ausführungen im angefochtenen Entscheid.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten. Da das angefochtene Urteil
vor diesem Zeitpunkt ergangen ist, richtet sich das Verfahren nach dem
Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege
(OG; Art. 132 Abs. 1 BGG).

1.2 Nach Art. 73 Abs. 1 StHG in seiner für das vorliegende Verfahren gültigen
Fassung vom 14. Dezember 1990 ist gegen Entscheide der letzten kantonalen
Instanz die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig, falls
es um eine der in den Titeln 2-5 und 6 Kapitel 1 geregelten Materien geht. Dies
ist bei der Grundstückgewinnsteuer der Fall (Zweiter Titel; Art. 12 StHG). Der
angefochtene Entscheid betrifft die nach dem 1. Januar 2001 aufgeworfene Frage
der Abgrenzung der einkommens- oder grundstücksteuerrechtlichen Erfassung von
Gewinnen bei der Veräusserung eines land- oder forstwirtschaftlichen
Grundstücks. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich deshalb als
zulässig, auch wenn sich der angefochtene Entscheid auf kantonales Recht stützt
(vgl. BGE 130 II 202 E. 1 S. 204).

1.3 Gegenstand des Verfahrens bildet zwar keine Veranlagung im Zusammenhang mit
der konkreten Veräusserung eines landwirtschaftlichen Grundstücks, sondern die
Frage, von welchen Werten künftig hierbei auszugehen sein wird. An der Klärung
dieser Frage haben die Beschwerdeführer dennoch ein schutzwürdiges Interesse:
Das Steuergesetz des Kantons Aargau vom 15. Dezember 1998 (StG) hat die
Kapitalgewinnbesteuerung bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken
grundlegend umgestaltet; es rechtfertigt sich deshalb - auch aus Beweisgründen
bei altrechtlichen Steueraufschüben -, die künftig zu berücksichtigenden
Anlagekosten und Abschreibungen unter dem neuen Recht zu bereinigen, zumal bei
den buchführenden Landwirten und jenen mit vollständigen Aufzeichnungen dies
bereits bei der Prüfung der Eingangsbilanzwerte geschehen ist. Auf die frist-
und formgerecht eingereichte Eingabe der hierzu legitimierten Beschwerdeführer
ist einzutreten, soweit sie nicht mehr verlangen, als das angefochtene Urteil
aufzuheben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückweisen;
ihre darüber hinausgehenden Rechtsbegehren (Anweisungen an die Steuerbehörden)
sind unzulässig (Art. 73 Abs. 3 StHG; vgl. zur neuen Rechtslage unter dem BGG
das zur Publikation bestimmte Urteil 2C_637/2007 vom 4. April 2008, E. 1).

2.
2.1 Der Grundstückgewinnsteuer unterliegen Gewinne, die sich bei der
Veräusserung eines Grundstücks des Privatvermögens oder eines land- oder
forstwirtschaftlichen Grundstücks sowie Anteilen daran ergeben, soweit der
Erlös die Anlagekosten (Erwerbspreis oder Ersatzwert zuzüglich Aufwendungen)
übersteigt (Art. 12 Abs. 1 StHG). Die Besteuerung der Grundstückgewinne ist in
den Kantonen nicht einheitlich geregelt: Entweder werden diese alle mit einer
besonderen Wertzuwachs- oder Grundstückgewinnsteuer erfasst (Objektsteuer),
wobei nicht danach unterschieden wird, ob das veräusserte Grundstück zum
Privat- oder zum Geschäftsvermögen des Veräusserers gehört (sog. monistisches
System). Oder dann unterliegen nur Grundstückgewinne des Privatvermögens dieser
Steuer, solche des Geschäftsvermögens hingegen als Subjektsteuer der
ordentlichen Einkommens- oder Gewinnbesteuerung (sog. dualistisches System).

2.2 Das Steuerharmonisierungsgesetz folgt grundsätzlich dem dualistischen
Modell; es erlaubt aber auch, dass geschäftliche und private Grundstückgewinne
ausschliesslich der Grundstückgewinnsteuer unterworfen werden (Art. 12 Abs. 4
StHG). Für beide Systeme hat der Gesetzgeber einen abschliessenden Katalog von
Steueraufschubtatbeständen geschaffen; als solcher Grund gilt die vollständige
oder teilweise Veräusserung eines land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücks,
soweit der Veräusserungserlös innert angemessener Frist zum Erwerb eines
selbstbewirtschafteten Ersatzgrundstücks oder zur Verbesserung der eigenen,
selbstbewirtschafteten land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücke verwendet
wird (Art. 12 Abs. 3 lit. d StHG). Damit hat der Gesetzgeber eine
gesamtschweizerische, verbindliche "Bundeslösung" angestrebt (vgl. BGE 130 II
202 E. 3.2 S. 207). Zur Art der Ermittlung des steuerbaren Gewinns äussert sich
das Steuerharmonisierungsgesetz nur dem Grundsatz nach: Danach besteht der
Gewinn aus der Differenz zwischen Erlös und Anlagekosten (Art. 12 Abs. 1 StHG);
das Gesetz definiert diese Begriffe nicht weiter; dem kantonalen Gesetzgeber
verbleibt bei der entsprechenden Umsetzung seit dem 1. Januar 2001 indessen
bloss noch ein beschränkter Regelungsspielraum, denn Grundstückgewinn und
Einkommenssteuer sind eng miteinander verbunden (so BGE 131 II 722 E. 2.1 S.
723 f.).
2.3
2.3.1 Nach dem bis Ende 2000 geltenden Aargauer Steuergesetz wurde bei der
Veräusserung landwirtschaftlicher Grundstücke die Differenz zwischen dem Erlös
und dem Buchwert als Kapitalgewinn der Einkommenssteuer unterworfen, sei es als
Teilveräusserungsgewinn zusammen mit dem übrigen Einkommen (§ 22 Abs. 1 lit. b/
§ 40 aStG), sei es als Liquidationsgewinn mit einer Jahressteuer (§ 34 Abs. 1
lit. c aStG). Bei einer Ersatzbeschaffung von Geschäftsvermögen (§ 24bis aStG)
wurden - unter Aufschub der Besteuerung des Kapitalgewinns - die bei der
Veräusserung realisierten stillen Reserven auf das Ersatzgut übertragen, was
auf diesem zu einer Sofortabschreibung führte (§ 24bis Abs. 1 Satz 2 aStG). Neu
wird bei Gewinnen aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen
Grundstücken des Geschäftsvermögens die Differenz zwischen den Anlagekosten und
dem steuerlich massgebenden Buchwert den Einkünften aus selbständiger
Erwerbstätigkeit zugerechnet (§ 27 Abs. 4 StG), während der restliche Gewinn
unter die Grundstückgewinnsteuer fällt, indem sich dort die massgeblichen
Anlagekosten aus "dem Buchwert zuzüglich der bisher vorgenommenen
Abschreibungen nach § 27 Abs. 4" zusammensetzen (§ 106 Abs. 1 StG). Die
"wiedereingebrachten" Abschreibungen, d.h. der Betrag, um den die
buchhalterisch vorgenommenen oder die bei der Veranlagung nach dem
volkswirtschaftlichen Einkommen (gemäss aStG) berücksichtigten Abschreibungen
das steuerbare Einkommen reduzierten, werden als Einkünfte aus selbständiger
Erwerbstätigkeit einkommenssteuerrechtlich erfasst (Differenz zwischen den
Anlagekosten und dem Buchwert); reinvestierte Gewinne aus früheren
Veräusserungen mit Steueraufschub unterliegen dagegen der
Grundstückgewinnsteuer, soweit die Ersatzbeschaffung nach
Grundstückgewinnsteuerrecht erfolgte (§ 106 Abs. 3 StG).
2.3.2 Umstritten ist die (übergangsrechtliche) Frage, wie eine in der
Steuerperiode 1985/86 vorgenommene "Sofortabschreibung" von Fr. 29'764.--
gemäss Art. 24bis aStG AG (bzw. § 6 Abs. 4 der Verordnung vom 13. Juli 1984 zum
Steuergesetz) im Anschluss an die im Jahre 1983 erfolgte (Teil-)
Ersatzbeschaffung steuerlich zu behandeln ist. Nach Ansicht der Vorinstanz bzw.
der Steuerbehörden des Kantons Aargau gehört sie zum einkommenssteuerlich zu
erfassenden Buchgewinn, während sie nach den Beschwerdeführern - unter
Bezugnahme auf die von Marianne Klöti-Weber (Klöti-Weber/Siegrist/ Weber,
Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 2. Aufl., Muri/Bern 2004, Rz. 7 f. zu §
106) vertretene Auffassung - zufolge Reduktion der Anlagekosten dereinst der
Grundstückgewinnsteuer unterliegen soll. Dabei ist unbestritten, dass zum
Buchgewinn nach § 27 Abs. 4 StG auch vor dem 1. Januar 2001 vorgenommene
Korrekturen zu rechnen sind (vgl. das Urteil 2A.271/2000 vom 2. November 2000,
E. 6a, in: StR 56, 103 S. 109 [in BGE 126 II 473 nicht wiedergegeben]).

3.
3.1 Die Aargauer Steuerbehörden und die Vorinstanz gehen davon aus, dass mit
der noch unter altem Recht erfolgten Festlegung des Kapitalgewinns und der
Ersatzbeschaffung (verbunden mit der entsprechenden Sofortabschreibung) die
rechtliche Qualifikation als der Einkommenssteuer unterworfener Kapitalgewinn
feststeht, selbst wenn dessen Besteuerung als Folge der Ersatzbeschaffung
aufgeschoben wurde; es brauche deshalb nicht geprüft zu werden, wie sich der
damals erzielte und zur Ersatzbeschaffung verwendete Kapitalgewinn
zusammensetzte (Wertzuwachs einerseits, wiedereingebrachte Abschreibungen
andererseits).
3.2
Entgegen den Einwendungen der Beschwerdeführer verletzt diese Auffassung das
Steuerharmonisierungsgesetz nicht:
3.2.1 Nach § 106 StG entsprechen die für die Grundstückgewinnsteuer
massgeblichen Anlagekosten von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken des
Geschäftsvermögens dem Buchwert zuzüglich der bisher vorgenommenen
Abschreibungen nach § 27 Abs. 4 StG. Der in diesen Anlagekosten enthaltene
Erwerbspreis ist nicht massgebend, soweit das Grundstück durch eine
steueraufschiebende Veräusserung erworben worden ist; in solchen Fällen ist auf
jenen Erwerbspreis abzustellen, welcher der letzten steuerbegründenden
Veräusserung zugrunde lag (Abs. 2). Erfolgte eine Ersatzbeschaffung nach
Grundstückgewinnsteuerrecht, werden die Anlagekosten um den Gewinn gekürzt,
dessen Besteuerung aufgeschoben wurde (Abs. 3): Diese Regelung ist mit Art. 8
Abs. 1 und Art. 12 Abs. 1 StHG (vgl. auch Art. 18 Abs. 1, 2 bzw. 4 des
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR
642.11]) vereinbar, deren Ziel es ist, Wertzuwachsgewinne von land- und
forstwirtschaftlichen Grundstücken - auch bei Kantonen mit einem dualistischen
System - der kantonalen Grundstückgewinnsteuer zu unterstellen (vgl. Bernhard
Zwahlen, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht [I/1], Bundesgesetz über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 2. Aufl.,
Basel/Genf/München 2002, N 20 zu Art. 12; vgl. auch das Urteil 2A.271/2000 vom
2. November 2000, E. 5e, in: StR 56, 103 S. 108 [in BGE 126 II 473 nicht
wiedergegeben]). Buchgewinne (d.h. die wieder eingebrachten Abschreibungen)
sollen sowohl kantonal als auch bundessteuerrechtlich als Einkommen, d.h. als
Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit, erfasst werden und nur die
eigentlichen Wertzuwachsgewinne unter die Grundstückgewinnsteuer fallen
(Botschaft zur Steuerharmonisierung, BBl 1983 III 92, 100 und 162; Markus
Reich, Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht [I/1], a.a.O., N 45 zu Art. 8
StHG) - dies selbst wenn bzw. gerade weil angesichts der blossen
Einfachbelastung sowie der Steuerermässigung bei längerer Haltezeit (vgl. § 109
StG) ein Anreiz besteht, Steuersubstrat nicht der Einkommens-, sondern der
Grundstückgewinnsteuer zuzuweisen.
3.2.2 Das gilt auch in Fällen der vorliegenden Art: Nach Art. 12 StHG sind -
losgelöst vom jeweiligen Grund - alle Abschreibungen auf dem Buchwert zu
berücksichtigen; dabei spielt keine Rolle, ob sie - wie hier - im Rahmen einer
Ersatzbeschaffung (Sofortabschreibung) oder als Wertberichtigungen erfolgt
sind. Hierfür sprechen bereits Gründe der Praktikabilität (vgl. BGE 132 II 128
E. 4.2 in fine S. 133). Richtig ist, dass sich bei diesem Ansatz ein Gewinn,
welcher bei der Veräusserung des früheren Grundstücks - aus heutiger Sicht und
ohne Steueraufschub - grundstücksteuerrechtlich erfasst worden wäre, nunmehr
einkommenssteuerrechtlich besteuert werden könnte; dabei handelt es sich jedoch
um eine Konsequenz des Aufschubsystems, welche der Steuerpflichtige hinzunehmen
hat. Nur der Mehrwert auf dem ersatzbeschafften Grundstück untersteht nach Art.
12 StHG der Grundstückgewinnsteuer, jener des vorherigen Guts betrifft die
Einkommenssteuer. Der Steuerpflichtige kann nicht in guten Treuen davon
ausgehen, dass sich die rechtliche Qualifikation des Mehrwerts im Laufe der
Zeit nicht ändert, selbst wenn der Gewinn nicht sofort steuerlich erfasst,
sondern - wie hier - mit einer Sofortabschreibung auf das Ersatzobjekt
übertragen wird; entscheidend ist die Rechtsnatur im Zeitpunkt der Besteuerung
und nicht des Aufschubs. Die Steuerordnung für landwirtschaftliche und
forstwirtschaftliche Grundstücke bildet eine Sonderregelung, handelt es sich
bei diesen der Sache nach doch um Bestandteile des Geschäftsvermögens, deren
Mehrwert in einem dualistischen System voll der Einkommenssteuer unterläge
(vgl. Reich, a.a.O., N 44). Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich nicht,
Art. 12 StHG weit auszulegen und einen an sich die Einkünfte aus selbständiger
Erwerbstätigkeit berührenden Mehrwert der Grundstückgewinnsteuer zuzuweisen. Im
Übrigen ist nicht in jedem Fall klar, mit welcher Lösung der Steuerpflichtige
tatsächlich besser gestellt ist: Die Steuersätze für die Grundstückgewinnsteuer
können höher oder niedriger liegen als jene für die Einkommenssteuer. Die
ersten variieren allenfalls nach Besitzdauer und Höhe des Gewinns, die zweiten
sind vom Einkommen abhängig, zu dem der Gewinn hinzugerechnet wird.

4.
Der angefochtene Entscheid ist auch nicht bundes(verfassungs)rechtswidrig:

4.1 Der Regierungsrat hat in seiner Botschaft vom 21. Mai 1997 zur
Totalrevision der aargauischen Steuergesetze ausgeführt, dass - wenn unter dem
bisherigen Recht eine steueraufschiebende Ersatzbeschaffung stattfinde - das
Steuersubstrat der Einkommenssteuer tangiert sei, weshalb "die Besteuerung der
bisher vorgenommenen Abschreibungen systemkonform mit der Einkommenssteuer" zu
erfolgen habe. Bei den nach neuem Recht erfolgten Ersatzbeschaffungen sei
hingegen zu berücksichtigen "dass der Wertzuwachs mit der
Grundstückgewinnsteuer zu erfassen ist und somit bei Ersatzbeschaffungen auch
dem Grundstückgewinnsteuersubstrat erhalten bleibt"; dies stelle die
vorgeschlagene Regelung (heute § 106 StG) sicher. Die Lösung wurde vom
Gesetzgeber inhaltlich unverändert übernommen. Wenn das Verwaltungsgericht
davon ausgegangen ist, es entspreche somit dessen klar ausgedrücktem Willen,
sämtliche unter dem alten Recht vorgenommenen Abschreibungen der
Einkommenssteuer zu unterwerfen, insbesondere auch die im Zusammenhang mit
Ersatzbeschaffungen vorgenommenen Sofortabschreibungen, d.h. der
Abschreibungen, die nicht einen buchmässigen Nachvollzug von Wertabnahmen des
Geschäftsvermögens widerspiegeln, sondern der buchtechnischen Abwicklung der
Ersatzbeschaffung gedient haben, indem damit die bei der Veräusserung
aufgedeckten stillen Reserven einkommensneutral auf das Ersatzobjekt übertragen
werden konnten, ist dies nicht offensichtlich unhaltbar. Die Lösung ist - wie
erwähnt - mit dem bundesrechtlichen Harmonisierungsgebot von Art. 12 StHG
vereinbar; dieses verlangt bezüglich der Anpassung des kantonalen Rechts an das
Bundesrecht im Rahmen des den Kantonen bis zum 1. Januar 2001 zustehenden
Gestaltungsspielraums keine (rückwirkende) Aufspaltung der aufgedeckten stillen
Reserven in solche, die auf Buchgewinnen basieren, und solche, die auf
eigentlichen Wertzuwachsgewinnen beruhen.

4.2 Aus den Materialien zum neuen Aargauer Steuergesetz ergeben sich keine
Hinweise darauf, dass wiedereingebrachte Abschreibungen anders als die
ordentlichen zu behandeln wären, je nachdem, ob sie unter dem neuen oder dem
alten Recht verbucht worden sind. Die von den Beschwerdeführern für ihre
Auffassung herangezogene Stelle aus der regierungsrätlichen Botschaft bezieht
sich nur auf das neue Recht, äussert sich indessen nicht zur hier
interessierenden übergangsrechtlichen Problematik. Gemäss § 106 Abs. 2 StG ist
der in den Anlagekosten nach § 106 Abs. 1 StG enthaltene Erwerbspreis nicht
massgebend, soweit das Grundstück durch eine steueraufschiebende Veräusserung
erworben worden ist. In solchen Fällen ist auf den Erwerbspreis abzustellen,
welcher der letzten steuerbegründenden Veräusserung zu Grunde lag. Daraus kann
nicht geschlossen werden, dass Sofortabschreibungen auf Ersatzbeschaffungen
nach § 24bis aStG nicht als wiedereingebrachte Abschreibungen gelten dürften
und es sich dabei um eine Minderung der Anlagekosten handle. Der
Regelungsgehalt von § 106 Abs. 2 StG bezieht sich - wie das kantonale Steueramt
zu Recht einwendet - nicht auf die wiedereingebrachten (Sofort-)abschreibungen.
§ 106 Abs. 2 Satz 2 StG lässt sich durchaus so deuten, dass unter dem
"massgebenden Erwerbspreis" nur jener verstanden wird, welcher der letzten
grundstückgewinnsteuerbegründenden Veräusserung zu Grunde lag, was bei einem
Erwerbspreis des land- und forstwirtschaftlichen Grundstücks vor dem Jahr 2001
nicht möglich ist. Es erscheint im Rahmen des Ermessensspielraums, der den
Kantonen bis zum 1. Januar 2001 harmonisierungsrechtlich zustand (vgl. BGE 130
II 200 E. 3.2 S. 206 ff.), folgerichtig und nicht bundesrechtswidrig, im
Aargauer System "Sofortabschreibungen" nach Art. 24bis aStG der
Einkommenssteuer zu unterstellen - so auch die hier umstrittenen Fr. 29'764.--.

5.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Dem Verfahrensausgang entsprechend haben die Beschwerdeführer die
bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 153 und Art. 153a i.V.m. Art. 156
OG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (vgl. Art. 159 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden den Beschwerdeführern unter
Solidarhaft auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, dem Steueramt des Kantons Aargau und
dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, sowie der Eidgenössischen
Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Juni 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Hugi Yar