Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2A.119/2007
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2A.119/2007
2A.120/2007

Urteil vom 13. August 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Müller, Ersatzrichter Locher,
Gerichtsschreiber Fux.

Parteien
A.X.________ und B.X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Lerch,

gegen

Kantonales Steueramt Zürich,
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich.

Gegenstand
2A.119/2007
Direkte Bundessteuer 2001-2002,

2A.120/2007
Staats- und Gemeindesteuern 1999-2002,

Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen die Entscheide des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich, 2. Kammer, vom 20. Dezember 2006.

Sachverhalt:

A.
Nach seiner Früh-Pensionierung meldete sich A.X.________ von S.________ (ZH)
nach Kuala Lumpur (Malaysia) ab. Er war dort im Auftragsverhältnis für die
Firma E.________, in deren Direktion er zuvor Einsitz gehabt hatte, bzw. für
die "G.________ Limited" (Hamilton, Bermuda) tätig. In Kuala Lumpur hielt er
sich entweder in Hotels auf oder logierte bei Geschäftsfreunden, während er für
seine berufliche Tätigkeit die Dienste eines lokalen "Business Office Center"
in Anspruch nahm.

B.
In den Steuererklärungen der Jahre 1999 bis 2002 erklärten die Ehegatten
X.________, freiwillig getrennt zu leben; B.X.________ sei weiterhin in
S.________ wohnhaft, während A.X.________ in Kuala Lumpur einer selbständigen
Erwerbstätigkeit als Berater nachgehe. Dementsprechend wiesen sie die Einkünfte
von A.X.________ aus selbständiger Erwerbstätigkeit, die Rente der
Pensionskasse sowie die eine Hälfte der Wertschriften und Guthaben
(einschliesslich Erträge) Malaysia zur Besteuerung zu. Die Erwerbseinkünfte von
B.X.________, das Grundeigentum und dessen Erträge sowie die andere Hälfte der
Wertschriften und Guthaben (einschliesslich Erträge) deklarierten sie
demgegenüber im Kanton Zürich. Die Steuerverwaltung des Kantons Zürich ging
jedoch davon aus, dass A.X.________ unverändert in S.________ ansässig sei, und
lehnte es ab, ausländisches Einkommen und Vermögen auszuscheiden. Sie schätzte
die Eheleute X.________ für die Staats- und Gemeindesteuern der Jahre 1999 bis
2002 wie folgt ein (Verfügungen vom 5. April 2005):
Steuerperiode steuerbares Einkommensatzbestimmen-des Einkommensteuerbares
Vermögensatzbestimmen-des Vermögen
1999 694'200 702'900 4'101'000 4'533'000
Kapitalleistung 1'021'200 102'100 - -
2000 983'700 994'700 5'197'000 5'643'000
2001 459'500 471'800 4'995'000 5'438'000
2002 339'000 345'000 4'617'000 5'127'000

C. Für die direkten Bundessteuern der Jahre 1999 bis 2002 wurden die Ehegatten
X.________ wie folgt eingeschätzt:
Steuerperiode steuerbares Einkommen Satzbestimmen-des Einkommen
1999 703'600 703'600
Kapitalleistung 1'021'200 1/5 Tarif
2000 994'300 994'300
2001 472'200 472'200
2002 345'400 345'400

C.

D.
Nach erfolglosem Einspracheverfahren gelangten A.X.________ und B.X.________ an
die Steuerrekurskommission I des Kantons Zürich, welche die streitigen
Einschätzungen mit Entscheiden vom 29. März 2006 schützte. Die bezüglich der
Staats- und Gemeindesteuern 1999-2002 erhobene Beschwerde wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 20. Dezember 2006 ab, soweit es darauf
eintrat. Im Bereich der direkten Bundessteuern fochten A.X.________ und
B.X.________ nur noch die Einschätzungen der Jahre 2001 und 2002 an; ihre
entsprechende Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 20.
Dezember 2006 ebenfalls ab.

E.
Am 27. Februar 2007 haben A.X.________ und B.X.________ beim Bundesgericht
gegen beide Entscheide des Zürcher Verwaltungsgerichts Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht; in einer einzigen
Rechtsschrift verlangen sie deren Aufhebung und stellen bezifferte Anträge, wie
das steuerbare Einkommen bei den Staats- und Gemeindesteuern der Jahre
1999-2002 und bei den direkten Bundessteuern der Jahre 2001 und 2002 im
Einzelnen festzusetzen sei.
Das Kantonale Steueramt Zürich und das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich
schliessen je auf Abweisung der Beschwerden, soweit auf diese einzutreten sei.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung beantragt bezüglich der direkten
Bundessteuer die Abweisung der Beschwerde und verzichtet bezüglich der Staats-
und Gemeindesteuern auf Vernehmlassung.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Die angefochtenen Entscheide des Zürcher Verwaltungsgerichts sind vor dem
Inkrafttreten des neuen Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) am 1. Januar
2007 ergangen, weshalb auf das vorliegende Verfahren noch das bis Ende 2006
geltende Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der
Bundesrechtspflege (OG) Anwendung findet (vgl. Art. 132 Abs. 1 BGG).

1.2 Soweit die direkte Bundessteuer betreffend, liegt ein auf öffentliches
Recht des Bundes gestützter letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid vor, der
mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann
(Art. 97 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG und Art. 98 lit. g OG sowie
Art. 146 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer
[DBG; SR 642.11] in seiner ursprünglichen Fassung). Die eingereichte Beschwerde
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist als Verwaltungsgerichtsbeschwerde
entgegenzunehmen, wobei die Beschwerdeführer zu diesem Rechtsmittel legitimiert
sind (vgl. Art. 103 lit. a OG).

1.3 Bei den Staats- und Gemeindesteuern beruht das Steuerrechtsverhältnis im
Wesentlichen auf kantonalem Recht, was an sich gegen die Zulässigkeit der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde spricht (vgl. Art. 97 Abs. 1 OG). Bei
Steuersachverhalten mit internationalem Bezug steht allerdings stets auch
Bundesrecht in Frage, weshalb die bisherige Praxis teils die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde zuliess (vgl. BGE 102 Ib 264 E. 1a S. 265 f.),
teils aber offen liess, welches Rechtsmittel auf Bundesebene zur Verfügung
steht (vgl. BGE 116 Ia 264 E. 2c S. 267 f.). Gestützt auf Art. 73 Abs. 1 des
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten
Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14 [ursprüngliche Fassung]) ist
die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorliegend ohne weiteres zulässig, soweit die
Staats- und Gemeindesteuern der Jahre 2001 und 2002 betroffen sind (vgl. Art.
72 Abs. 1 StHG; BGE 130 II 202 E. 1 S. 204). Wie es sich bezüglich der früheren
Steuerperioden verhält, kann offen bleiben, zumal im vorliegenden Zusammenhang
zwischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde und staatsrechtlicher Beschwerde
hinsichtlich der Kognition des Bundesgerichts keine Unterschiede bestehen (vgl.
insb. BGE 129 I 110 E. 1.3 S. 111 f.) und die Eingabe der Beschwerdeführer
jedenfalls den Formerfordernissen beider Rechtsmittel genügt.

1.4 Die beiden Verwaltungsgerichtsentscheide betreffen die gleichen
Beteiligten, werfen identische Rechtsfragen auf und sind in einer einzigen
Eingabe angefochten worden; wegen ihres engen Zusammenhangs sind die beiden
Verfahren 2A.119/2007 und 2A.120/2007 zu vereinigen (Art. 40 OG in Verbindung
mit Art. 24 BZP).

2.
Zunächst machen die Beschwerdeführer eine Verletzung ihres Anspruchs auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) geltend, weil die Regeln über die
Beweislastverteilung verletzt worden seien. Sie verkennen offensichtlich, dass
die allgemeinen Beweis- und Beweislastregeln Teil des materiellen (Gesetzes-)
Rechts bilden (vgl. insb. Art. 8 ZGB) und nicht zu den von Art. 29 Abs. 2 BV
geschützten verfassungsrechtlichen Gehörsansprüchen zählen (vgl. Michele
Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im
Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 370 ff.). Im Übrigen
ist nicht ersichtlich, inwiefern der allgemeine Grundsatz, dass eine behauptete
Tatsache von derjenigen Partei zu beweisen ist, die aus ihr Rechte ableitet,
vorliegend verletzt sein könnte: Die Beschwerdeführer sind aufgrund
persönlicher Zugehörigkeit in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig (vgl.
unten E. 3.1), weshalb es hinsichtlich der Anerkennung von allfällig
vorrangigen ausländischen Besteuerungsansprüchen - bzw. der entsprechenden
Sachverhaltselemente - um steuermindernde Tatsachen geht, die von ihnen als
Steuerpflichtige nachzuweisen sind.

3.
3.1 Gemäss Art. 3 DBG, Art. 3 StHG und § 3 des zürcherischen Steuergesetzes vom
8. Juni 1997 (StG/ZH) ist eine natürliche Person aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit in der Schweiz (bzw. im Kanton Zürich) steuerpflichtig, wenn sie
hier ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt hat. Während im
kantonalen Beschwerdeverfahren noch umstritten war, ob auch der Ehemann in der
Schweiz ansässig ist, anerkennen die Beschwerdeführer vor Bundesgericht nunmehr
ausdrücklich, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz beider Ehegatten in
S.________ (ZH) befindet. Bei persönlicher Zugehörigkeit ist die Steuerpflicht
grundsätzlich unbeschränkt, erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe,
Betriebsstätten und Grundstücke im Ausland bzw. ausserhalb des Kantons (Art. 6
Abs. 1 DBG; § 5 Abs. 1 StG/ZH). Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführer
kann hier zum Vornherein nicht das Vorliegen einer Betriebsstätte - als Teil
eines Unternehmens - in Frage stehen, sondern wenn überhaupt ein
"Geschäftsbetrieb" für eine selbständige Beratertätigkeit des Beschwerdeführers
(vgl. Peter Locher, Kommentar zum DBG, Therwil/Basel 2001, N 13 zu Art. 4).
Eine solche setzt ständige Anlagen und Einrichtungen voraus (Maja
Bauer-Balmelli/Philip Robinson, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum
schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a: Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, 2. Auflage, Basel 2008, N 4 zu Art. 4 DBG; Locher, Kommentar zum
DBG, N 5 Art. 4; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Handkommentar zum
DBG, Zürich 2003, N 10 zu Art. 4).

3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, in Kuala Lumpur über feste
Büroeinrichtungen verfügt zu haben, und verweist diesbezüglich auf eine
Bestätigung der Firma "H.________" vom 16. März 2004, die wie folgt lautet:
"We confirm that Mr. A.X.________ has used our Office Centre Service as his
Business-Platform without interruption from the start of his business
activities in Kuala Lumpur in December 1998 until today."
3.2.1 Die Vorinstanzen haben ausgeführt, dass derartige Dienstleistungen - die
gelegentliche Benützung von Büro- oder Besprechungsräumlichkeiten sowie die
Entgegennahme und Weiterleitung von Telefonaten und Postsendungen - gerade von
Geschäftsleuten genutzt würden, welche am Ort ihrer auswärtigen
Geschäftstätigkeit aus Kostengründen nicht in feste Einrichtungen investieren
wollen. Dessen ungeachtet könne sich ein "Office Center" dann zu einer festen
Geschäftseinrichtung entwickeln, wenn Büroräumlichkeiten dauernd gemietet und
geschäftlich genutzt würden. Entsprechendes sei beim Beschwerdeführer aber
nicht der Fall, zumal dieser selber erklärt habe, die meisten geschäftlichen
Kontakte in den Räumlichkeiten der beratenen Gesellschaft oder in Hotels
gepflegt zu haben. Nach den willkürfreien Feststellungen der Vorinstanzen
handelt es sich bei der Infrastruktur der Firma "H.________", auch wenn diese
während mehr als fünf Jahren regelmässig genutzt worden sein mag, letztlich um
ein blosses "Zustelldomizil", verbunden mit der gelegentlichen Inanspruchnahme
von Dienstleistungen und Räumlichkeiten. Dementsprechend liegt keine feste
Geschäftseinrichtung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 DBG und § 5 Abs. 1 StG/ZH vor.

3.3 Nichts anderes ergibt sich insoweit aus dem Abkommen zwischen dem
Schweizerischen Bundesrat und der Regierung von Malaysia vom 30. Dezember 1974
zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen
(DBA-MAL; SR 0.672.952.71): Der Begriff der Betriebsstätte des internationalen
Steuerrechts (vgl. Art. 5 DBA-MAL), welcher den "Geschäftsbetrieb" im Sinne des
nationalen Rechts mitumfasst (Locher, Kommentar zum DBG, N 13 zu Art. 4), setzt
insbesondere auch eine feste Geschäftseinrichtung voraus (Peter Locher,
Einführung in das internationale Steuerrecht der Schweiz, 3. Auflage, Bern
2005, S. 413 f.), an der es vorliegend fehlt. Im Übrigen machen die
Beschwerdeführer nicht geltend, in Malaysia aufgrund eines dortigen
Geschäftsbetriebs zur Einkommenssteuer herangezogen worden zu sein.

4.
4.1 Die Beschwerdeführer berufen sich ihrerseits auf Art. 14 des
Doppelbesteuerungsabkommens mit Malaysia. Gemäss dessen Abs. 1 werden Einkünfte
aus (unselbständiger oder selbständiger) Erwerbstätigkeit zwar grundsätzlich am
Wohnsitz des Steuerpflichtigen besteuert; anders verhält es sich jedoch für
Einkünfte aus Arbeiten, Diensten oder Tätigkeiten, die im anderen Vertragsstaat
geleistet werden. Die Beschwerdeführer leiten hieraus ab, dass das Einkommen,
welches der Ehemann in Malaysia erzielt - ungeachtet von dessen primärem
Steuerdomizil an seinem Schweizer Wohnsitz - in Malaysia zu versteuern sei.

4.2 Ob dieser Standpunkt der Beschwerdeführer zutreffend ist, hängt vom
Vorbehalt gemäss Art. 14 Abs. 2 DBA-MAL - der sog. "Monteurklausel" - ab, der
wie folgt lautet:
"Ungeachtet des Absatzes 1 dieses Artikels können Vergütungen oder Einkünfte,
die eine in einem Vertragstaat ansässige Person für in dem anderen
Vertragsstaat während eines Kalenderjahres ausgeübte oder geleistete
unselbständige Arbeit, Dienste oder Tätigkeiten bezieht, nur in dem
erstgenannten Vertragsstaat besteuert werden, wenn

a) der Empfänger sich in dem anderen Vertragsstaat insgesamt nicht länger als
183 Tage während des betreffenden Kalenderjahres aufhält,

b) die Dienste oder Tätigkeiten im Auftrag oder für Rechnung einer Person
ausgeübt oder geleistet werden, die nicht in dem anderen Vertragstaat ansässig
ist, und

c) die Vergütungen oder Einkünfte nicht unmittelbar von den Einkünften einer
Betriebsstätte abgezogen werden können, die die Person in dem anderen
Vertragsstaat hat."

4.3 Sind diese drei Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 2 DBA-MAL kumulativ
erfüllt, so fällt dem Wohnsitzstaat auch das im anderen Vertragsstaat erzielte
Einkommen zur Besteuerung zu.

4.4 Weil in Art. 14 Abs. 2 DBA-MAL - anders als in Abs. 1 der Bestimmung - von
"unselbständiger Arbeit" die Rede ist, stellt sich die Frage, ob der Vorbehalt
allenfalls nur Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit erfassen soll.
Allerdings spricht Art. 14 Abs. 2 DBA-MAL nicht nur von den Einkünften aus
unselbständiger Arbeit, sondern enthält eine Aufzählung der erfassten
Erwerbstätigkeiten, welche - wie in Abs. 1 der Bestimmung - auch die Einkünfte
aus "Diensten und Tätigkeiten" nennt. Bei diesen Gegebenheiten ist nur schwer
ersichtlich, inwiefern die (sprachliche) Einschränkung der Einkünfte auf solche
aus "unselbständiger Arbeit" zu einer generellen Beschränkung des
Anwendungsbereichs des Vorbehalts führen könnte. Eine dahingehende Auslegung
würde zudem kaum Sinn und Zweck der Bestimmung entsprechen. Ferner kann als
Indiz, dass kein Unterschied im Geltungsbereich der beiden Absätze von Art. 14
gewollt ist, bis zu einem gewissen Grad auch die identische Regelung in
Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Staaten dienen, deren englische Fassung
jeweils für beide Absätze die gleiche Wendung "employment, services or
activities" gebraucht (vgl. Ernst Höhn/Robert Waldburger, in: Ernst Höhn
[Hrsg.], Handbuch des internationalen Steuerrechts der Schweiz, 2. Auflage,
Bern/Stuttgart/Wien 1993, S. 174 Fn. 32; das Abkommen mit Malaysia ist in
deutscher und malaysischer Sprache geschlossen worden). So geht denn auch die
Lehre einhellig davon aus, dass Art. 14 Abs. 2 DBA-MAL nicht nur Einkünfte aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit erfasst, sondern auch solche aus selbständiger
(Höhn/Waldburger, a.a.O., S. 174 Fn. 32; Locher, Einführung in das
internationale Steuerrecht der Schweiz, S. 414; vgl. auch Eidgenössische
Steuerverwaltung, Die Steuern der Schweiz, Separatdruck "Doppelbesteuerung",
Basel 1997, S. 69). Deshalb kann mit den Vorinstanzen offen gelassen werden, ob
der Beschwerdeführer in Malaysia einer selbständigen Erwerbstätigkeit
nachgegangen ist, oder ob allenfalls doch - mit Blick darauf, dass er primär
mit einem einzigen Auftrag für seine frühere Arbeitgeberin befasst war - eine
unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt.

4.5 Nach dem Grundsatz von Art. 14 Abs. 1 DBA-MAL wären die Einkünfte des
Beschwerdeführers aus seiner Erwerbstätigkeit in Malaysia dort steuerbar, wobei
dies nicht voraussetzt, dass er in Malaysia über feste Geschäftseinrichtungen
verfügt (Höhn/Waldburger, a.a.O., S. 174; Locher, Einführung in das
internationale Steuerrecht der Schweiz, S. 414). Die Besteuerung des
betreffenden Einkommens steht allerdings dann der Schweiz (und dem Kanton
Zürich) zu, wenn die drei Voraussetzungen des Vorbehalts von Art. 14 Abs. 2
DBA-MAL kumulativ erfüllt sind (vgl. E. 4.1). Die Vorinstanzen haben
diesbezüglich festgestellt, dass der Beschwerdeführer sich in keinem der
streitbetroffenen Kalenderjahre länger als 183 Tage in Malaysia aufgehalten
hat, dass er von der in Hamilton (Bermuda) domizilierten "G.________ Limited"
beauftragt und bezahlt worden ist (weshalb er im Auftrag und auf Rechnung einer
[juristischen] Person tätig war, die nicht in Malaysia ansässig ist) und dass
seine Vergütungen nicht unmittelbar von den Einkünften einer Betriebsstätte in
Malaysia abgezogen wurden.
4.5.1 Insoweit ist zunächst umstritten, ob der Beschwerdeführer in Kuala Lumpur
für ein auswärtiges oder für ein malaysisches Unternehmen tätig gewesen ist. Er
macht nämlich geltend, das Mandat, die Fusion einer malaysischen
Tochtergesellschaft der "G.________ Limited" mit einer anderen malaysischen
Versicherungsgesellschaft vorzubereiten, sei ihm nicht von der
Muttergesellschaft, sondern von der (zu fusionierenden) Tochtergesellschaft
selber erteilt worden. Die Beschwerdeführer können diese Behauptung indessen
nicht beweisen bzw. vermögen nicht dazutun, dass die abweichenden
Feststellungen der Vorinstanzen offensichtlich unrichtig sind (vgl. Art. 105
Abs. 2 OG): Die beiden Schreiben vom 15. Oktober 1999 bzw. 7. August 2000, auf
welche sie sich im vorliegenden Zusammenhang berufen, belegen bloss, dass der
Beschwerdeführer in die Fusionsverhandlungen involviert war, erlauben aber
keine Rückschlüsse darauf, wer ihm den entsprechenden Auftrag erteilt hat.
Gleiches gilt bezüglich des "Memorandum of Understanding" vom 6. Dezember 2000,
das der Beschwerdeführer gleichzeitig namens der Tochtergesellschaft und der
"G.________ Limited" unterzeichnet hat und das bereits deshalb keine
Rückschlüsse auf die Natur des Auftragsverhältnisses erlaubt. Im Übrigen
erscheint es zum Vornherein wenig plausibel, dass die Fusion der
Tochtergesellschaft von dieser selber und nicht von ihrer Muttergesellschaft in
die Wege geleitet worden wäre.
4.5.2 Ferner berufen sich die Beschwerdeführer auf Art. 14 Abs. 2 lit. c
DBA-MAL und behaupten, das Beraterhonorar des Beschwerdeführers sei nicht von
der "G.________ Limited" getragen, sondern der malaysischen Tochtergesellschaft
weiterbelastet worden. Die Dokumente, mit denen sie diese Vorbringen zu stützen
suchen, hat das Verwaltungsgericht jedoch als unzulässige Noven bezeichnet und
für die hier angefochtenen Entscheide nicht berücksichtigt. Inwiefern diese
Handhabung des kantonalen Verfahrensrechts gegen Bundesrecht verstossen sollte,
ist weder ersichtlich (vgl. BGE 131 II 548 E. 2.2.2 S. 551) noch geltend
gemacht.

4.6 Mithin ist weder die Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz noch die
Anwendung der "Monteurklausel" gemäss Art. 14 Abs. 2 DBA-MAL zu beanstanden.
Die Einkünfte aus der Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in Malaysia sind
dementsprechend in der Schweiz bzw. im Kanton Zürich als Ansässigkeitsstaat zu
besteuern. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerden erweisen sich als unbegründet und
sind abzuweisen.

5.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des bundesgerichtlichen
Verfahrens den Beschwerdeführern unter Solidarhaft aufzuerlegen (Art. 153 und
Art. 153a in Verbindung mit Art. 156 Abs. 1 und Abs. 7 OG). Parteientschädigung
ist keine auszurichten (vgl. Art. 159 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verfahren 2A.119/2007 und 2A.120/2007 werden vereinigt.

2.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerden werden abgewiesen.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 10'000.-- wird den Beschwerdeführern unter
Solidarhaft auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, dem Kantonalen Steueramt Zürich, dem
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich sowie der Eidgenössischen
Steuerverwaltung (Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer,
Stempelabgaben) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. August 2007

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Fux